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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 531 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
Georg Offline




Beiträge: 3.049

28.02.2012 18:47
Bewertet Hörspiel: "Paul Temple and Steve" (2010) Zitat · Antworten

PAUL TEMPLE AND STEVE
BBC-Hörspiel, Remake 2010, Buch: Francis Durbridge

Wie üblich einige Worte von mir zu Teil 1 und Teil 2:

Teil 1: Steve Temple hat Geburtstag weshalb sie mit ihrem Mann ausgeht. Dabei werden die beiden von einem Mr. Nelson angesprochen, der sie vor vielen Jahren auf einer Party kennen gelernt hat. Temple erinnert sich jedoch nicht an ihn. Steve bittet um Feuer und steckt irrtümlicher Weise das Feuerzeug des Mannes ein. Zurück zu Hause, werden die beiden schon von Sir Graham erwartet. In seiner Begleitung befindet sich Philip Kaufman von der Kopenhagener Polizei. Sie erklären, dass der gefährliche Dr. Belasco seit Anfang des Jahres seine Aktivitäten vom Kontinent nach England verlegt hat. Niemand kennt den gefährlichen Mann, der das Verbrechen organisiert und für Schutzgelderpressungen verantwortlich ist. Am 10. Jänner des Jahres hat es bereits ein Todesopfer gegeben. Ein gewisser Bruno French wurde ermordet. Unterstützt wird Belasco von einem Mann namens Ross Morgan, einem Kanadier, der am folgenden Tag in England mit dem Schiff ankommen soll. Temple soll sich seiner annehmen. Doch dann kommt es zu einem unerwarteten Zwischenfall: bei der Fahrt nach London mit dem Zug kommt es zu einem Unfall und Morgan stirbt. Bei seinen Sachen findet Temple ein Feuerzeug, auf das eine Eichel gemalt ist. Es ist identisch mit dem Feuerzeug Mr. Nelsons! Vor seinem Tod kann Morgan Temple noch den Hinweis geben, dass er mit einem Henry Worth in dessen Bar in Soho verabredet war. Temple begibt sich dorthin und trifft auf Mary Hamilton, eine verdeckte Detektivin, die dort seltsamer Weise als Kellnerin arbeitet. Worth kann Temple, der sich zunächst als Morgan ausgibt, nicht weiterhelfen. Auf der Heimfahrt macht Steve eine grausige Entdeckung: im hinteren Teil ihres Wagens liegt die ermordete Mary Hamilton! Zu Hause angekommen, erwartet sie David Nelson, der sein Feuerzeug zurückhaben will …
Teil 2: Das Feuerzeug Mr. Nelsons ist identisch mit dem, das man bei Morgan gefunden hat. Nelson berichtet, dass er es von seiner Frau geschenkt bekommen habe, die vor zwei Monaten Selbstmord begangen hat. Da er sich die Tat nicht erklären kann, beauftragte er die Ermittlerin Mary Hamilton, herauszufinden, warum seine Gattin sich das Leben nahm. Er erzählt außerdem, dass er einmal zuhörte, wie seine Frau mit einem Dr. Belasco telefonierte. Mary Hamiltons Ermittlungen ergeben, dass Mrs. Nelson häufig mit einer Mr. Forrester unterwegs auf verschiedenen Partys war und das auch möglicherweise das Feuerzeug von ihr stammt. Unterdessen erhält Scotland Yard einen Brief von einem gewissen Henry Marks, einem Schutzgelderpresser, der der Polizei mitteilen will, wer Dr. Belasco ist. Als Treffpunkt nennt er Worths Café. Sir Graham und Temple erscheinen dort, Marks jedoch nicht. Statt dessen taucht eine Freundin von ihm auf, die die beiden zu einem anderen Treffpunkt führt. Es kommt zu einem Autounfall, bei dem Marks stirbt. In seinen Taschen wird eine Einladung zu einer Cocktailparty bei einer Mrs. Forrester gefunden. Die Adresse lautet 27A, Berkely House Place. Dort findet jedoch keine Party statt. Temple ist jedoch darüber überrascht, dass Mrs. Forrester ihn erwartet hat …


„Paul Temple and Steve“ ist noch aus jener Zeit, in der die Hörspiele von Durbridge noch keine „geschickten“ Titel trugen, sondern darin immer nur den Protagonisten beinhalteten. Dass Steve gesondert im Titel vorkommt, ändert nichts daran, dass ihre Rolle gleich gross (oder klein), wie auch in den anderen Hörspielen ist. Die Handlung selbst ist absolut durbridgetypisch, spannend und voller Verwicklungen. Nichts Neues. Aber eben neu zusammengemixt und daher wie üblich sehr spannend. Die Zutaten sind auch hier wieder die üblichen:

• Eine geheimnisvolle verbrecherische Organisation (die hier das organisierte Verbrechen organisiert) mit einem großen Unbekannten (hier: Dr. Belasco)
• Der mysteriöse Gegenstand (hier: ein Feuerzeug)
• Der/ die Tote, der/ die gar nicht tot ist (?)
• Der obligatorische Nachtclub und dessen obligatorisch verdächtiger Besitzer
• Der obligatorische Besuch Sir Grahams am Beginn
• Das anständig verdächtig machen eines Polizeibeamten
• Einen Mitwisser, der Temple kontaktiert, reden will, aber zuvor ermordet wird
• Steves Eingebungen (die sogar in einem Episodentitel festgehalten werden)
• Das einsame Landhaus, in dem eine Leiche gefunden wird
• Der Anschlag auf Temple und Steve mit einer Bombe
• Der Anschlag auf einen Verdächtigen
• Paul Temple macht einen Alleingang, ohne dass Scotland Yard davon weiß
• Auch gegenüber Steve verschweigt Temple, wer der große Unbekannte ist, damit am Ende in einer abschließenden Fragerunde, die Details geklärt werden können (man fragt sich schon, welche Beziehung die beiden führen, wenn Temple nicht mal damit herausrückt)
• Die Versammlung der Verdächtigen am Ende (allerdings diesmal nicht auf einer Cocktailparty)
• Der Verweis auf frühere Temple-Fälle (hier: Affäre Gregory)

Es ist alles wunderbar vorhersehbar, fast könnte man sagen: kennst Du einen Durbridge, kennst Du alle. Nicht unwahr, aber eben auch nicht richtig. Sonst würde man sich nicht jedes Mal aufs Neue fesseln lassen!

Alles in allem ein spannendes Hörspiel, auch hier wieder wunderbar aufbereitet von der BBC und den üblichen „neuen“ Sprechern. Crawford Logan und Gerda Stevenson passen absolut in ihre Rollen. Auch die Musikauswahl und die gesamte Akustik ist gelungen! Um es mit Gubanovs Worten zu sagen: Hören, hören, hören!

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

26.05.2012 12:00
#2 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple and Steve" (2010) Zitat · Antworten

Angeregt durch Georges Besprechung habe ich mir das Hörspiel auch bei amazon.co.uk bestellt. Ich kann in den wesentlichen Dingen zustimmen, ein typischer Durbridge, spannend bis zum Ende und tolle Cliffhanger.
Die Wahl der Sprecher ist mir ebenfalls sehr positiv aufgefallen. Wäre schön, wenn auch ein deutscher Sender mal auf die Idee käme, die bisher bei uns nicht vertonten Hörspiele zu übersetzen und neu aufzunehmen.

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