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Dieses Thema hat 88 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

26.02.2012 15:00
Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie (enthält Spoiler) Zitat · antworten

Die US-Krimiserie „Columbo“ stand hier im Forum bislang noch nie groß im Mittelpunkt des Interesses, obwohl sie mit 35 Jahren Laufzeit, 69 Folgen und einem waschechten Kultstatus zu den bekanntesten und beliebtesten Exporten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zählt. Columbo, der bescheidene und immer etwas zerstreute Ermittler, trug den Dienstrang eines Lieutenant, der aber bis auf wenige Ausnahmen für die deutschen Ausstrahlungen zu dem eines Inspektors – aus Gewohnheitsgründen so auch hier wiedergegeben – geändert wurde. Anlässlich des Todes von Hauptdarsteller Peter Falk im letzten Juni und der Komplettierung der deutschen „Columbo“-DVDs möchte ich im Folgenden alle Episoden der Serie in chronologischer Reihenfolge unter die Lupe nehmen. „Reine Routine. Nur für den Bericht“, wie Columbo wohl versichern würde ...

Die Reihe folgt vielen Grundsätzen und Regeln, die sie von anderen Produktionen abhebt und die sie bei Fans so beliebt gemacht hat. Sie alle aufzuzählen, würde wichtige Punkte der kommenden Berichte vorwegnehmen, deshalb hier nur eine kleine Auswahl: • Der Mörder ist dem Zuschauer von Anfang an bekannt. Die Spannung ergibt sich nicht aus der Suche nach dem Täter, sondern aus der Frage, wie er überführt werden kann. • Columbo betritt die Bildfläche erst nach 15 bis 30 Minuten, nachdem der Mord und seine Gründe ausführlich geschildert worden sind. • Columbo macht den Bösewicht dingfest, indem er eine ganze Reihe an „Kleinigkeiten“ zusammenträgt, die ihm „komisch“ vorkommen. • Nie erfährt man den Vornamen des Inspektors und ebenso wenig bekommt man seine Frau zu sehen, über die er aber stets spricht. • Columbo fährt einen alten, schrottreifen Wagen und ist immer auf der Suche nach einem Kugelschreiber oder einem Feuerzeug. • Dafür ist oftmals sein Hund an seiner Seite, ein lethargischer Bassett, den er schlicht und einfach „Hund“ nennt.

„Columbo“ lief in drei Phasen, den zwei Pilotfilmen in den Jahren 1968 und 1971, der ersten Ära von 1971 bis 1978 (Folgen 3 bis 45) und der zweiten Ära von 1989 bis 2003 (Folgen 46 bis 69). Für die deutsche Auswertung bekam Peter Falk fünf verschiedene Synchronstimmen, von denen die prägnanteste Klaus Schwarzkopf war. Des weiteren liehen ihm Uwe Friedrichsen, Hans Sievers, Claus Biederstaedt und Horst Sachtleben ihre Stimmen. Die betreffenden Sprecher sind bei jeder Episode aufgeführt und, falls es mehrere deutsche Fassungen gibt, mit einem Stern versehen, um anzuzeigen, welche Version es auf die DVDs von Universal geschafft hat.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

26.02.2012 15:00
#2 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



Die Pilotfilme

1.0.1. Mord nach Rezept (OT: Prescription: Murder)

• Erstsendung des Originals: 20. Februar 1968
• Erstsendung der Uwe-Friedrichsen-Synchronisation: 11. Oktober 1969 (als 1. Episode)
Gastdarsteller: Gene Barry, Katherine Justice, William Windom, Nina Foch, Virginia Gregg, Andrea King, Susanne Benton, Ena Hartman u.a. Regie: Richard Irving. Drehbuch: Richard Levinson, William Link. Laufzeit: 94 Minuten, 45 Sekunden.


Erster Satz: „Bist du vielleicht ein Komponist?“

Inhalt: Dr. Ray Flemming hält sich eine Geliebte und hat deshalb beschlossen, gemeinsam mit ihr seine Frau umzubringen. Er erwürgt sie in seiner Wohnung, täuscht einen Einbruch vor und bricht dann, begleitet von seiner verkleideten Freundin, zum Flughafen auf, wo beide einen Streit inszenieren und der Mann allein nach Acapulco fliegt. Bei seiner Rückkehr begrüßt ihn Inspektor Columbo in seiner Wohnung – anscheinend habe ein Einbrecher Mrs. Flemming ermordet, meint er.

Opfer: Carol Flemming (Nina Foch) – erwürgt
Täter: Dr. Ray Flemming (Gene Barry)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 16 Minuten, 54 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 30 Minuten, 51 Sekunden

Besonderheit der Episode: Die geistigen Columbo-Väter Levinson und Link wollten Columbo eigentlich mit Lee J. Cobb oder Bing Crosby besetzen. Die geniale Besetzung mit Peter Falk ist dem Regisseur Richard Irving zu verdanken, der die beiden Autoren davon überzeugte, dass Falk keineswegs zu jung für die Rolle sei.

Columbos Bonmot: „Meine Frau sagt immer, ich hätte einen Kopf wie ein Sieb.“

Columbo privat: • Columbo verliert alle seine Bleistifte, obwohl ihm seine Frau jeden Morgen einen neben seinen Frühstücksteller legt. • Columbos Schwester hat einen Couchtisch in Nierenform. • Columbo geht gern angeln. • Mrs. Columbo würde ihren Mann eher Pfeife rauchen sehen.

Letzter Satz: „Setzen wir uns doch, machen wir es uns bequem.“

Kurzfazit: Ausgefeiltere Mordfälle werden Columbo im späteren Verlauf seiner Karriere noch einige begegnen, doch die große Stärke von „Mord nach Rezept“ liegt nicht im Verbrechen an sich, sondern in dem Nervenarzt Dr. Flemming, mit dessen Hilfe der Zuschauer in die Psyche von Columbo eingeführt wird. Dieser gibt sich im letzten Teil der Folge leider ausgesprochen unsympathisch: Seine lediglich indiziengestützte Meinung prügelt er mit allen Mitteln durch, schreit eine Verdächtige an und spricht offen Drohungen und Beleidigungen aus. Levinson und Link machten ihn später glücklicherweise ruhiger und bescheidener – einfach netter.

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Die „Columbo“-Folgen 1 bis 9 auf DVD

Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

26.02.2012 15:01
#3 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



2.0.2. Lösegeld für einen Toten (OT: Ransom for a Dead Man)

• Erstsendung des Originals: 1. März 1971
• Erstsendung der Uwe-Friedrichsen-Synchronisation: 17. Mai 1973 (als 2. Episode)
Gastdarsteller: Lee Grant, Harold Gould, Patricia Mattick, John Fink, Paul Carr, Jed Allan, Charles Macauley, Henry Brandt u.a. Regie: Richard Irving. Drehbuch: Dean Hargrove (Story: Richard Levinson, William Link). Laufzeit: 91 Minuten, 14 Sekunden.


Erster Satz: „Les, ich schreibe dir morgen über den Bronson-Fall.“

Inhalt: Leslie Williams erschießt ihren Mann mit einer kleinkalibrigen Waffe. Nachdem sie sich der Leiche entledigt hat, täuscht sie eine Entführung vor, indem sie ein Tonband mit der Stimme ihres Mannes manipuliert und dieses mittels eines Zeitschaltgeräts übers Telefon abspielen lässt. Auf diese Weise schafft sie nicht nur ihren Mann, sondern auch 300’000 Dollar aus der Welt. Leslie hat allerdings die Rechnung ohne zwei hartnäckige Gegner gemacht: ihre Stieftochter Margaret und den tapsigen Inspektor Columbo.

Opfer: Paul Williams (Harlan Warde) – erschossen
Täter: Leslie Williams (Lee Grant)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 2 Minuten, 5 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 12 Minuten, 3 Sekunden

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal wird auf Columbos Vorliebe für Chili abgehoben. Er verspeist es in seiner Stammkneipe bei Wirt Barney.

Columbos Bonmot: „Wenn ich in den Händen von Kidnappern wäre und meine Frau würde nicht fragen, ob es mir gut geht, dann würde ich mich aber wundern.“

Columbo privat: • Augenscheinlich leidet Columbo unter enormer Höhenangst. • Zu Terminen kommt Columbo immer viel zu früh. • Columbo und seine Frau gehen gemeinsam zum Football. • Columbo hält seinen Vetter Ralph für so perfekt, dass er ihn am liebsten umbringen würde. • Columbo spielt erstklassig Billard.

Letzter Satz: „Ich werde es für Sie anschreiben.“

Kurzfazit: Wäre ich Leslie Williams, hätte ich nicht meinen Mann, sondern meine Stieftochter umgebracht. Abgesehen von dieser wahrscheinlich nervigsten Figur aller Columbo-Krimis und einer seltsamen Anmerkung des Inspektors, er könne oder wolle nicht unter einer weiblichen Vorgesetzten arbeiten, gelingt ein in vieler Hinsicht wegweisender Schritt in die richtige Richtung: Ab jetzt stimmen Frisur und Gusto des Inspektors – auch bedient sich die erste Mörderin der Serie einiger technischer Raffinessen, die später noch mehrfach für Vergnügen sorgen werden. Dazu kommt eine kunstvoll verspielte Inszenierung, die Überraschungs- und Schnitteffekte mit einer Vorliebe für den Film Noir verbindet.

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

27.02.2012 12:56
#4 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



Die erste Ära: Staffel 1

3.1.1. Tödliche Trennung (OT: Murder by the Book)

• Erstsendung des Originals: 15. September 1971
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 10. April 1975 (als 6. Episode)
Gastdarsteller: Jack Cassidy, Martin Milner, Rosemary Forsyth, Barbara Colby, Lynnette Mettey, Bernie Kuby, Hoke Howell, Marcia Wallace u.a. Regie: Steven Spielberg. Drehbuch: Steven Bochco. Laufzeit: 72 Minuten, 46 Sekunden.


Erster Satz: „Wer ist da?“

Inhalt: Die Zusammenarbeit hat ihnen ein Vermögen eingebracht: Der Autor James Ferris und sein aalglatter Kompagnon Ken Franklin stehen hinter den berühmten Mrs.-Melville-Kriminalromanen, das heißt: Geschrieben hat sie Ferris allein. Und das droht jetzt, ans Tageslicht zu kommen. Franklin muss also handeln und ermordet seinen Partner, indem er ihn in sein abgelegenes Landhaus lockt. Während Ferris von dort mit seiner Frau telefoniert und behauptet, noch im Büro zu sitzen, erschießt ihn Franklin. Sein Alibi scheint perfekt.

Opfer: James Ferris (Martin Milner) – erschossen, Lili La Sanka (Barbara Colby) – ertrunken
Täter: Ken Franklin (Jack Cassidy)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 13 Minuten, 56 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 17 Minuten, 22 Sekunden

Besonderheit der Episode: Einer der Mrs.-Melville-Romane trägt den Titel der ersten Columbo-Folge, „Prescription: Murder“.

Columbos Bonmot: „Das gehört einfach zu meinem Job. Ich muss mir doch einen Vers machen können auf gewisse Dinge.“

Columbo privat: • Columbo ist ein Meister der Omelettezubereitung, was sogar seine Frau zugibt. • Mrs. Columbo mag keine Kriminalromane. • Die Wohnung der Columbos ist so klein, dass er die Mrs.-Melville-Bücher nicht mehr unterbringen kann. • Mrs. Columbo „ist mehr der athletische Typ“.

Letzter Satz: „Konnte ich denn ahnen, dass er sie aufschreibt, dieser Idiot?“

Kurzfazit: „Tödliche Trennung“ ragt vor allem durch drei Punkte aus der Masse der „Columbo“-Episoden heraus: durch Jack Cassidys ersten und dämonischsten Auftritt als (Serien-)Mörder, einen unglaublich raffiniert eingefädelten Mord und die Regie des früh erkannten „Universal-Wunderkinds“ Steven Spielberg, der mit ungewöhnlichen Blickwinkeln, verzerrten Nahaufnahmen und stummen Szenen spielt, dass es eine pure Freude ist. Leider gibt es in der Geschichte einige Löcher – dazu zählen ein eher wackeliges Mordmotiv, eine gewagte Überführung, die eigentlich keine ist, und Columbos schlampige Recherchen bei der Telefonzentrale.

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

28.02.2012 13:34
#5 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



4.1.2. Mord mit der linken Hand (OT: Death Lends a Hand)

• Erstsendung des Originals: 6. Oktober 1971
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 4. September 1975 (als 15. Episode)
Gastdarsteller: Robert Culp, Ray Milland, Patricia Crowley, Brett Halsey, Eric James, Don Keefer, Len Wayland, Lieux Dressler u.a. Regie: Bernard Kowalski. Drehbuch: Richard Levinson, William Link. Laufzeit: 72 Minuten, 45 Sekunden.


Erster Satz: „So, ich bin zufrieden; das genügt für heute.“

Inhalt: Zeitungskönig Arthur Kennicutt beauftragt den Privatdetektiv Brimmer mit der Überwachung seiner Ehefrau, die er der Untreue verdächtigt. Am Ende der Ermittlungen teilt Brimmer ihm mit, dass es zur Eifersucht keinen Grund gebe – eine Lüge, mit der er Mrs. Kennicutt zu erpressen gedenkt. Die Frau stellt sich jedoch als willensstark heraus, im Affekt bringt er sie um. Nun muss er die Tat verschleiern, was ihm Columbo nicht leicht macht. Um ihn aus dem Weg zu räumen, bietet Brimmer dem eifrigen Inspektor eine gutbezahlte Stellung in seinem Unternehmen an.

Opfer: Lenore Kennicutt (Patricia Crowley) – erschlagen
Täter: Brimmer (Robert Culp)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 10 Minuten, 47 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 14 Minuten, 52 Sekunden

Besonderheit der Episode: „Mord mit der linken Hand“ wurde vor „Tödliche Trennung“ gedreht und ist damit die erste Episode, in der Columbos Auto zu sehen ist. Gleich zu Beginn wird er wegen eines defekten Blitzers angehalten. Bei dem Modell handelt es sich übrigens um einen Peugeot 403 Cabrio, der bis 1961 gebaut wurde.

Columbos Bonmot: „Wenn man so viele Jahre drin ist wie ich, dann entwickeln Sie eine Nase für gewisse Dinge. Und nach einer Weile sagt dann die Nase ganz zuverlässig, ob einer lügt oder nicht.“

Columbo privat: • Columbo ist abergläubisch und lässt sich von astrologischen Vorahnungen beeinflussen. • Columbo entpuppt sich als Naturtalent im Golfen. • Die Columbos schlafen Bett and Bett und Mrs. Columbo wacht auf, wenn ihr Mann die Nachttischlampe brennen lässt. • Die Schwester von Mrs. Columbo plant, an den Strand zu ziehen. • Columbo trägt keinen Revolver. • Die Columbos sind auf der Suche nach einem neuen Teppich. • Mrs. Columbo meint, ihr Mann müsse mehr Ehrgeiz entwickeln.

Letzter Satz: „Ach ja, Mr. Kennicutt, in dem Alter haben wir Dinger gedreht, die könnten Sie sich nicht mehr erlauben – genauso wenig wie ich.“

Kurzfazit: Beschreibt man Columbo-Mörder, muss man vorsichtig sein, nicht ausfallend zu werden. Die vier Auftritte, die Robert Culp im Rahmen der Reihe hat, könnten dazu verleiten, von ihm als dem „personifizierten Bösen“ zu schreiben, was ihm ganz sicher Unrecht tun würde. Doch er agiert so überzeugend, dass er selbst eine ungeschickte Affekttat zu einem kniffligen Kriminalfall macht. Regisseur Kowalskis Trick, das Geschehen nach dem Totschlag in Brimmers Brillengläsern abspielen zu lassen, ist außerdem als ebenso legendär anzusehen wie Columbos brillante Falle.

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Matze K. Offline



Beiträge: 1.007

28.02.2012 19:13
#6 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten

prima Vorstellung - besonders auch die Punktevergabe und "Columbo-Privat" - Nur weiter so!!!!

Janek Offline




Beiträge: 1.852

28.02.2012 19:19
#7 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten

Ein großes Lob Gubanov, wirklich sehr schöne Idee von dir, weiter so

Gruß,

Janek

Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

28.02.2012 19:22
#8 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten

Danke! Die Methode für die Punktevergabe muss ich einem User aus dem Columbo-Forum zusprechen. Da sie aber die wichtigsten Punkte für eine Columbo-Folge beinhaltet, finde ich sie auch sehr angemessen. In Abhängigkeit der Wichtigkeit der fünf einzelnen Aspekte berechnet sich daraus eine Durchschnittsnote für jede Folge. Bisher sieht meine Rangliste - überraschenderweise, muss ich sagen - so aus:

Platz 1: 4,053 Punkte: #02 – Lösegeld für einen Toten
Platz 2: 3,947 Punkte: #03 – Tödliche Trennung
Platz 3: 3,789 Punkte: #04 – Mord mit der linken Hand
Platz 4: 3,684 Punkte: #06 – Mord in Pastell
Platz 5: 3,026 Punkte: #05 – Mord unter sechs Augen
Platz 6: 3,000 Punkte: #07 – Schritte aus dem Schatten
Platz 7: 2,868 Punkte: #01 – Mord nach Rezept

Heute Abend freue ich mich noch auf den wunderbar verrückten Roddy McDowall und den ersten "Columbo"-Auftritt von Ida Lupino in "Zigarren für den Chef".

Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

29.02.2012 14:44
#9 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



5.1.3. Mord unter sechs Augen (OT: Dead Weight)

• Erstsendung des Originals: 27. Oktober 1971
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 12. Juni 1975 (als 9. Episode)
• Erstsendung der Horst-Sachtleben-Synchronisation*: 25. Januar 1993
Gastdarsteller: Eddie Albert, Suzanne Pleshette, Kate Reid, John Kerr, Val Avery, Timothy Carey, Clete Roberts, Ron Castro u.a. Regie: Jack Smight. Drehbuch: John T. Dugan. Laufzeit: 72 Minuten, 42 Sekunden.


Erster Satz: „Dutton?“

Inhalt: Helen Stuart, die mit ihrer Mutter auf einem Segelboot in der Nähe des Hafens unterwegs ist, erlebt die Überraschung ihres Lebens: Durch ein Fenster beobachtet sie, wie ein Mann in einem Bademantel einen Uniformierten erschießt. Nachdem ihr anfangs niemand glaubt, nimmt Columbo den Faden gern auf. Tatsächlich findet er bald belastende Hinweise, doch Helen ist an ihnen nicht mehr interessiert: Der Mann im Bademantel, Martin Hollister, ein ehemaliger hoher Militär, hat ihr den Kopf verdreht.

Opfer: Col. Roger Dutton (John Kerr) – erschossen
Täter: Major Gen. Martin Hollister (Eddie Albert)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 5 Minuten, 30 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 10 Minuten, 29 Sekunden

Besonderheit der Episode: Verstoß gegen eine goldene Regel: Bei seiner Vorstellung zeigt Columbo Hollister seinen Dienstausweis. Darauf ist mit etwas Fantasie der Vorname Frank zu entziffern!

Columbos Bonmot: „Keine einzige Frage. Nicht einmal eine halbe Frage.“

Columbo privat: • Die Columbos waren früher stolze Besitzer einer Kaminattrappe. • Columbos Schwager George ist ein großartiger Angler. • Das größte Schiff, auf dem Columbo je gewesen ist, war ein Ruderboot. Kaum verwunderlich, denn er wird schnell seekrank. • Columbo hält zu viel Aufwand um ein Kleidungsstück für unnütz. • Columbos Nichte Marilyn hat mit einem Polizisten in zweiter Ehe sechs Kinder.

Letzter Satz: „Was ist denn das für eine Frage, haben Sie wirklich eine Nichte?“

Kurzfazit: Columbo ist nicht immer der Wahrheit zugetan, wenn eine Flunkerei ein angebrachtes Mittel zum Zweck darstellt. Im Gegensatz zu seinen Kontrahenten stolpert er auch nie über die Unwahrheiten, die er in die Welt setzt. – Leider zählt „Mord unter sechs Augen“ zu den schwächeren Episoden, da die Charaktere zu scherenschnittartig und ihre Handlungen teils unglaubwürdig ausfallen. Besonders Suzanne Pleshette, die sich zwar alle Mühe gibt, sympathisch und lustig zu sein, fällt in ihrer Rolle als Helen Stuart doch ziemlich wankelmütig, ja etwas neurotisch aus.

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

01.03.2012 12:38
#10 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



6.1.4. Mord in Pastell (OT: Suitable for Framing)

• Erstsendung des Originals: 17. November 1971
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 24. Juli 1975 (als 12. Episode)
Gastdarsteller: Ross Martin, Kim Hunter, Don Ameche, Rosanna Huffman, Vic Tayback, Joan Shawlee, Barney Philips, Mary Wickes u.a. Regie: Hy Averback. Drehbuch: Jackson Gillis. Laufzeit: 72 Minuten, 45 Sekunden.


Erster Satz: „Reichlich spät.“

Inhalt: Völlig überraschend streckt Kunstkritiker Dale Kingston seinen Onkel mit einer Pistole nieder. Um ein Alibi zu erhalten, bedient er sich der Studentin Tracy, die aus Liebe zu ihm später einen weiteren Schuss abfeuert, während er auf einer Vernissage für ein wasserdichtes Alibi sorgt. Columbo nimmt ihm dieses für keine Sekunde ab – zu verlockend muss für Kingston die Aussicht auf die große Bildersammlung sein, die er von seinem Onkel erben soll. Erst bei der Testamentseröffnung erweist sich Columbos Theorie als falsch ...

Opfer: Rudy Matthews (unbekannter Darsteller) – erschossen, Tracy O’Connor (Rosanna Huffman) – erschlagen
Täter: Dale Kingston (Ross Martin)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 49 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 13 Minuten, 18 Sekunden

Besonderheit der Episode: Der Kniff, die Leiche mit einer Heizdecke warmzuhalten, wurde über 30 Jahre später in der Episode „Der Tote in der Heizdecke“, für die Peter Falk selbst das Drehbuch schrieb, wiederverwendet.

Columbos Bonmot: „Die Dinge sind eben nicht so, wie sie scheinen.“

Columbo privat: • Beim Einkaufen vergisst Mrs. Columbo schnell, dass ihr Mann im Auto auf sie wartet. • Columbos Schwiegervater ist ein Pferdenarr und liebt deshalb Westernfilme.

Letzter Satz: „Von Anfang an wollten Sie mich hereinlegen, aber Sie können es nicht beweisen!“

Kurzfazit: Irgendwie stimmt die Chemie zwischen Ross Martin und Peter Falk nicht, was der an sich sehr gelungenen Folge „Mord in Pastell“ im zentralen Punkt, dem Katz-und-Maus-Spiel von Inspektor und Mörder, sowie der angeblichen Belastung Ednas einiges an Glaubwürdigkeit nimmt. Auch der schlussendliche Beweis wackelt kräftig, wenn man sich vor Augen führt, dass es jedes beliebige Bild gewesen sein konnte, das Kingston in der Tasche bei sich trug. Dafür wird man mit einem Feuerwerk an Situationskomik belohnt, das von Columbos Scheu vor Aktmodellen bis hin zu einer ganz neuen Stufe der Nervigkeit reicht. In Dale Kingstons Haut möchte wohl niemand stecken.

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Gubanov Offline




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02.03.2012 11:49
#11 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



7.1.5. Schritte aus dem Schatten (OT: Lady in Waiting)

• Erstsendung des Originals: 15. Dezember 1971
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 21. August 1975 (als 14. Episode)
Gastdarsteller: Susan Clark, Richard Anderson, Leslie Nielsen, Jessie Royce Landis, Joel Fluellen, Richard Bull, Garry Walberg, Barbara Rhoades u.a. Regie: Norman Lloyd. Drehbuch: Steven Bochco (Story: Barney Slater, Ted Leighton). Laufzeit: 72 Minuten, 24 Sekunden.


Erster Satz: „Mr. Chadwick kommt, gießen Sie ihm ein, Charles.“

Inhalt: Weil sie von ihm bevormundet und unterdrückt wird, schmiedet Beth Chadwick den Plan, ihren einflussreichen Bruder Bryce zu ermorden. Die Tat verläuft aber anders, als Beth sich vorgestellt hatte. Ihr Freund, der Anwalt Hamilton, ist wenige Augenblicke nach Bryces Tod zur Stelle – schneller, als Beth lieb ist. Doch sie scheint Glück zu haben: Vor Gericht wird sie freigesprochen; die Geschworenen meinen, sie habe nur im Affekt einen mutmaßlichen Einbrecher töten wollen. Columbo indes macht sich jeden Makel an Beths Plan zunutze – und lässt nicht locker, bis er sie überführt hat.

Opfer: Bryce Chadwick (Richard Anderson) – erschossen
Täter: Beth Chadwick (Susan Clark)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 16 Minuten, 51 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 19 Minuten, 57 Sekunden

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal kommt es in dieser Episode zu einem Mordanschlag auf Columbo.

Columbos Bonmot: „Das ist schon eine blöde Marotte von mir: Ich habe keine Ruhe, bevor ich nicht alles genau weiß.“

Columbo privat: • Columbo stammt aus einer Großfamilie, bei der es beim Essen immer so zuging „wie im Madison Square Garden“. • Columbo kann sich seine eigene Telefonnummer nicht merken. • Mrs. Columbo ist von der Gründlichkeit ihres Mannes nicht angetan. • Im Dienst trinkt Columbo nicht. • Mrs. Columbo hat für jede Situation ein passendes Sprichwort auf der Zunge.

Letzter Satz: „Bitte ziehen Sie sich an – und lassen Sie sich nur Zeit dabei.“

Kurzfazit: Außer einem wunderschönen Anwesen und einer stimmungsvollen Mordnacht kann „Schritte aus dem Schatten“ nur wenig zu seinen Gunsten vorweisen. Die Darstellerin Susan Clark, von der man zu Beginn eine zur Abwechslung einmal liebenswerte Mörderin mit verständlichen Motiven erwartet, legte ihre Charakterwendung im zweiten Teil der Episode zu offensichtlich an. Auch hat Columbo am Ende nur wenig gegen sie in der Hand – bei Aussage gegen Aussage stehen seine Chancen nicht rosig, einen bereits erfolgten Freispruch umzukehren.

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Gubanov Offline




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04.03.2012 15:33
#12 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



8.1.6. Zigarren für den Chef (OT: Short Fuse)

• Erstsendung des Originals: 19. Januar 1972
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 7. August 1975 (als 13. Episode)
Gastdarsteller: Roddy McDowall, Ida Lupino, James Gregory, William Windom, Anne Francis, Steve Gravers, Lawrence Cook, Rosalind Miles u.a. Regie: Edward M. Abroms. Drehbuch: Jackson Gillis (Story: Lester Pine, Tina Pine, Jackson Gillis). Laufzeit: 72 Minuten, 16 Sekunden.


Erster Satz: „Tja: ungesund, das Zigarrenrauchen!“

Inhalt: Er ist das enfant terrible der Familie und weigert sich, seinem Onkel, dem kaltschnäuzigen David Buckner, den Weg zu einer Vorstandsratsmehrheit im hauseigenen Chemie-Konzern zu räumen. Buckner erpresst Roger Stanford deshalb mit belastendem Material, das sein Chauffeur Quincy gesammelt hat. Das Todesurteil der beiden! Noch am selben Abend fliegen sie auf einer Fahrt in die Berge im Auto in die Luft; Roger hatte eine Zigarrenkiste mit Sprengstoff präpariert. Columbo allerdings hat sowohl für Mord als auch für Zigarren eine Nase und wird so zum ernsthaften Gegner Rogers ...

Opfer: David Buckner (James Gregory) – Explosion, Quincy (Lawrence Cook) – Explosion
Täter: Roger Stanford (Roddy McDowall)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 16 Minuten, 14 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 18 Minuten, 34 Sekunden

Besonderheit der Episode: Ursprünglich sollte die Folge den Titel „Formula for Murder“ tragen.

Columbos Bonmot: „Die Wahrheit ist entsetzlich schwer zu entdecken – manchmal. Ein andermal liegt sie einem direkt vor der Nase, nur: kein Beweis.“

Columbo privat: • Mrs. Columbo hält ihren Mann nur für „den Zweitbesten“. • In der Seilbahn wird Columbo erneut von seiner Höhenangst geplagt. • Columbos Schwager hätte am liebsten auch eine eigene Dunkelkammer. • Columbo hätte mit Chemie fast sein Abschlusszeugnis ruiniert. • Mrs. Columbo macht die Steuerabrechnung.

Letzter Satz: „Ja, wäre auch zu gut für mich.“

Kurzfazit: Dank Roddy McDowall, der mindestens ebenso durchgeknallt spielt wie in „Das Böse unter der Sonne“, gerät „Zigarren für den Chef“ zu einem wahren Feuerwerk unter den „Columbo“-Folgen. Das sommerlich-wüstige Chemiewerk und die Seilbahn in den Bergen wechseln sich als spannende Schauplätze ab – Columbo führt im ersten beinah eine tödliche Explosion herbei und bekommt in der zweiten zitterige Knie. Erst am Ende, als er dort auf geniale Weise den Mörder überführt und mitten in seiner Arbeit steckt, ist die Höhenangst wie weggeblasen.

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Gubanov Offline




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04.03.2012 15:33
#13 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



9.1.7. Ein Denkmal für die Ewigkeit (OT: Blueprint for Murder)

• Erstsendung des Originals: 9. Februar 1972
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 10. Juli 1975 (als 11. Episode)
Gastdarsteller: Patrick O’Neal, Forrest Tucker, Janis Paige, Pamela Austin, Bettye Ackerman, John Fiedler, John Finnegan, Nick Dennis u.a. Regie: Peter Falk. Drehbuch: Steven Bochco (Story: William Kelley, Ted Leighton). Laufzeit: 72 Minuten.


Erster Satz: „Mr. Williamson!“

Inhalt: Stararchitekt Markham plant, mit den Millionen des Unternehmers Williamson eine ganze Stadt aus dem Boden zu stampfen. Williamsons zweite Frau ist begeistert von den Plänen – ihr Gatte allerdings weniger. Markham, der sich die Chance, sein Ego in Beton zu verewigen, nicht entgehen lassen will, fackelt nicht lange und tötet Williamson. Aufgrund der testamentarischen Bestimmungen darf die Leiche nicht gefunden werden. Welchen besseren Ort könnte es als Versteck geben als das Fundament eines Hochhauses?

Opfer: Beau Williamson (Forrest Tucker) – erschossen
Täter: Eliot Markham (Patrick O’Neal)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 9 Minuten
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 11 Minuten, 51 Sekunden

Besonderheit der Episode: Weil Staffel 1 eigentlich nur sechs Folgen beinhalten sollte, man aber Peter Falk die Regie für eine Episode versprochen hatte, wurde „Ein Denkmal für die Ewigkeit“ schnell noch nachträglich dazugeschrieben.

Columbos Bonmot: „Manchmal weiß ich einfach nicht mehr, was sich gehört.“

Columbo privat: • Klassische Musik ist Columbos Hobby, bei dem er alles um sich vergisst. • Columbo hat niedrigen Blutdruck. • Columbo gibt sich alle Mühe, mit dem Rauchen aufzuhören. Seine guten Vorsätze werden aber bald nicht mehr zu sehen sein. • Columbos Schwager, ein Rechtsanwalt, ist der Stolz der ganzen Familie.

Letzter Satz: „Nein, das tun sie nicht.“

Kurzfazit: Nur allzu gut merkt man der Folge die schwierigen Produktionsumstände an, unter denen sie zuwege kam. Neben der Besetzung des Täters, für den Patrick O’Neal kaum Charisma und schon gar nicht den für den ehrgeizigen Architekten nötigen Schwung mitbringt, litt vor allem das hastig entworfene Drehbuch, das sich zu einem großen Teil aus Füllszenen (lange Gespräche mit Goldie, Columbo auf dem Bauamt, Ausgrabung des Pfeilers etc.) zusammensetzt. Falk war ohne Regievorerfahrungen natürlich nicht imstande, diese Mängel zu kaschieren, doch ihm gelang ein hervorragender Episodenschluss, der auch ein würdiges Serienende ergeben hätte. Glücklicherweise aber ging es noch ein Weilchen weiter ...

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

05.03.2012 15:30
#14 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



Staffel 2

10.2.1. Etüde in Schwarz (OT: Etude in Black)

• Erstsendung des Originals: 17. September 1972
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 4. Dezember 1975 (als 18. Episode)
• Erstsendung der Horst-Sachtleben-Synchronisation*: 22. Februar 1993
Gastdarsteller: John Cassavetes, Blythe Danner, Myrna Loy, Anjanette Comer, James Olson, James McEachin, Don Knight, Pat Morita u.a. Regie: Nicholas Colasanto. Drehbuch: Steven Bochco (Story: Richard Levinson, William Link). Laufzeit: 91 Minuten, 54 Sekunden.


Erster Satz: „Frank, ich brauche eine Ratsche – das hat keinen Zweck so.“

Inhalt: Niemand weiß von ihrem Verhältnis und das soll, muss, auch so bleiben. Alex Benedict, der im Fall eines Skandals seine reiche Frau und seine geliebte Stellung als Dirigent verlieren würde, zieht unter seine Affäre mit der Musikerin Jennifer Welles einen sauberen Schlussstrich. Glaubt er zumindest, denn Columbo findet wieder einmal mehr heraus, als dem Mörder lieb ist. So will ihm die Theorie eines Selbstmordes von Anfang an nicht in den Kopf gehen.

Opfer: Jennifer Welles (Anjanette Comer) – bewusstlos geschlagen, Tod durch Gas
Täter: Alex Benedict (John Cassavetes)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 14 Minuten, 1 Sekunde
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 24 Minuten

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal darf der Zuschauer einen Blick auf Columbos Hund werfen, den er offenbar kurz vor „Etüde in Schwarz“ aus dem Tierheim geholt hat. Obwohl er schon erwachsen aussieht, wird er Columbo auch in der zweiten Ära noch treu bleiben. Selbstredend mussten für die Drehs mehrere Bassets herhalten.

Columbos Bonmot: „Jedes Mal, wenn ich eine Leiche finde, denke ich, es war Mord. Es will mir nicht in den Kopf, dass jemand sich selbst umbringt.“

Columbo privat: • Die Columbos sind Fans von Dirigent Alex Benedict und seinem Walzer-Album. Columbo holt für seine Frau ein Autogramm. • Mrs. Columbo mag keinen Besuch ohne Voranmeldung. • Mrs. Columbo hat einen eigenen Wagen – „nichts Besonderes“ –, den sie zum Einkaufen benutzt. • Als Kind wollte Columbo Klavierspielen lernen, doch die Familie konnte sich das Instrument nicht leisten.

Letzter Satz: „Frank, ich würde es gern noch einmal hören, das Konzert.“

Kurzfazit: Als erste Langfolge der ersten Ära, die ursprünglich zudem noch als 70-Minüter geplant war und nachträglich gestreckt werden musste, merkt man „Etüde in Schwarz“ an, dass sich die gesamte Handlung eher schleppend, oder – um im Ton von Alex Benedict zu sprechen – adagio, entwickelt. Immerhin erhielt die Einführung von Columbos tierischem Freund so den angemessenen Spielraum; zudem überzeugen – im Gegensatz zum wie üblich neunmalklugen Kinderpart – vor allem die beiden weiblichen Hauptrollen der zweifelnden Ehefrau (Blythe Danner) und der starken Lady (Myrna Loy).

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.752

06.03.2012 11:57
#15 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



11.2.2. Blumen des Bösen (OT: The Greenhouse Jungle)

• Erstsendung des Originals: 15. Oktober 1972
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 27. März 1975 (als 5. Episode)
• Erstsendung der Horst-Sachtleben-Synchronisation*: 8. Februar 1993
Gastdarsteller: Ray Milland, Bradford Dillman, Bob Dishy, Sandra Smith, Arlene Martel, William Smith, Robert Karnes, Milton Frome u.a. Regie: Boris Sagal. Drehbuch: Jonathan Latimer. Laufzeit: 70 Minuten, 14 Sekunden.


Erster Satz: „Hallo?“

Inhalt: Um einen unbezwingbaren Fonds zu überlisten, in dem das Familienerbe gegen die Habgier von Tony Goodland geschützt ist, inszeniert dieser seine eigene Entführung, ohne zu wissen, dass sein Onkel Jarvis, der ihm dabei hilft, einen Schritt weitergedacht hat und das Lösegeld ganz für sich allein beansprucht. In seinem Versteck endet das Leben von Tony Goodland. Jarvis zeigt sich darüber auch offiziell wenig traurig, denn er steckt noch mitten in seinem gefährlichen Spiel, mit dem er auch gleich Tonys unmoralische Frau aus dem Weg zu räumen gedenkt.

Opfer: Tony Goodland (Bradford Dillman) – erschossen
Täter: Jarvis Goodland (Ray Milland)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 34 Minuten, 54 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 8 Minuten, 21 Sekunden

Besonderheit der Episode: Erstmals tritt in „Blumen des Bösen“ Columbo in Erscheinung, bevor der Mord geschehen ist.

Columbos Bonmot: „Ich habe die Angewohnheit, auf alles zu achten. Das geht bei mir ganz automatisch.“

Columbo privat: • Columbo ist eine „Legende“ in der Mordkommission. • Mrs. Columbo würde besorgt reagieren, wenn man Columbos Auto in einer Schlucht fände. • Mrs. Columbo freut sich über Blumen, vor allem über afrikanische Veilchen. Sie scheint allerdings keinen grünen Daumen zu haben. • Columbo hat schon als Junge Billard gespielt, hat heute aber zu Hause keinen Platz für einen Billardtisch.

Letzter Satz: „Wenn ich das vergesse, dann bringt meine Frau mich um.“

Kurzfazit: Endlich bekommt Columbo es wieder einmal mit einem ebenbürtigen Schurken zu tun, einem Mann von Format und keinem Gernegroß wie in den letzten Episoden: Ray Milland, einer der namhaftesten Mörder, die je gegen den Inspektor antreten durften, ergeht sich in sarkastischen Bemerkungen und spitzfindigen Witzen, die die unbedarfte Art von Columbo so hervorragend konterkarieren, dass Sergeant Wilson dagegen völlig ins Hintertreffen gerät. Glücklicherweise sah Universal das ein und machte ihn nicht zu einem regelmäßigen Partner Columbos. Die übrigen Variationen der Standard-Formel dagegen wissen zu überzeugen.

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