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Dieses Thema hat 88 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Gubanov Offline




Beiträge: 14.427

27.03.2012 14:25
#31 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



22.3.5. Schreib oder stirb (OT: Publish or Perish)

• Erstsendung des Originals: 13. Januar 1974
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 26. Juni 1975 (als 10. Episode)
Gastdarsteller: Jack Cassidy, Mickey Spillane, Mariette Hartley, John Davis Chandler, Jacques Aubuchon, Gregory Sierra, Alan Fudge, Paul Shenar u.a. Regie: Robert Butler. Drehbuch: Peter S. Fischer. Laufzeit: 70 Minuten, 45 Sekunden.


Erster Satz: „Bravo, Eddie, das war sehr gekonnt.“

Inhalt: Länger will Allen Mallory keine billigen Sexromane mehr schreiben. Er beendet deshalb seine Tätigkeit für den Verleger Riley Greenleaf, der keinen anderen Ausweg sieht, als seinen abtrünnigen Bestsellerautor zu ermorden. Um sich ein Alibi zu verschaffen, begeht Greenleaf den Mord nicht selbst, sondern heuert einen Auftragskiller an, während er am anderen Ende der Stadt einen Autounfall baut. Stufe 2 seines Plans sieht allerdings auch die Beseitigung des missliebigen Mitwissers vor ...

Opfer: Allen Mallory (Mickey Spillane) – erschossen, Eddie Kane (John Davis Chandler) – vergiftet, Explosion
Täter: Riley Greenleaf (Jack Cassidy)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 12 Minuten, 17 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 13 Minuten, 15 Sekunden

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal wird in „Schreib oder stirb“ einer der Morde nicht vom Mörder selbst begangen.

Columbos Bonmot: „Sechs Dollar? Entschuldigen Sie, das muss ein Irrtum sein. Ich hatte Chili und einen Eistee.“

Columbo privat: • In den letzten zwei Tagen hat Columbo fünf Stunden geschlafen. Mrs. Columbo wollte nachts unbedingt einen Bette-Davis-Film sehen. • Der Cousin von Mrs. Columbo hat eine Autowerkstatt. • Columbo spielt mit dem Gedanken, ein Buch über einige seiner Fälle zu schreiben.

Letzter Satz: „Ihnen ist klar, was ich meine.“

Kurzfazit: Peter S. Fischer, der für die Serie sieben Drehbücher schrieb, schuf schon mit seiner ersten Folge einen meisterhaft konstruierten Plot, der lediglich an der Motivfrage krankt. Ansonsten überzeugen sowohl Greenleafs Plan – einmal anders: der Mörder belastet sich selbst wissentlich – als auch Columbos Suche nach den berühmten Kleinigkeiten. Was allein aus der Frage nach Schloss und Schlüssel herausgeholt wird, ist großartig. Auch der Humor stimmt, was diesmal nicht allein an Falk liegt, sondern auch die Vielschichtigkeit des Spiels von Jack Cassidy unterstreicht.

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.427

29.03.2012 12:34
#32 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



23.3.6. Teuflische Intelligenz (OT: Mind Over Mayhem)

• Erstsendung des Originals: 10. Februar 1974
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 17. März 1992 (als 50. Episode)
Gastdarsteller: José Ferrer, Lew Ayres, Robert Walker jr., Jessica Walter, Lee H. Montgomery, Lou Wagner, Art Batanides, Darrell Zwerling u.a. Regie: Alf Kjellin. Drehbuch: Steven Bochco, Dean Hargrove, Roland Kibbee (Story: Robert Specht). Laufzeit: 69 Minuten, 33 Sekunden.


Erster Satz: „Russland, vier – drei – zwei.“

Inhalt: Ein Privatkrieg ist zwischen Professor Nicholson und seinem Kollegen Dr. Cahill vom kybernetischen Forschungsinstitut entbrannt. Nicholson droht Cahill damit, die Plagiate seines Sohnes, der für „seine“ Arbeit eine Ehrung erhalten soll, zu enthüllen, wofür der Professor schnellstmöglich sterben muss. Cahill überfährt ihn noch am selben Abend und präpariert den Tatort so, dass die Polizei an Raubmord denken soll. Columbo ist mit dieser Theorie jedoch nicht zufrieden – und findet bald seinen Weg in das als „Denkfabrik“ firmierende Institut.

Opfer: Prof. Howard Nicholson (Lew Ayres) – überfahren
Täter: Dr. Marshall Cahill (José Ferrer)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 11 Minuten, 54 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 15 Minuten, 31 Sekunden

Besonderheit der Episode: Der Roboter MM-7 ist keinesfalls eine neue technische Errungenschaft, sondern war bereits 1956 in dem Metro-Goldwyn-Mayer-Kinofilm „Alarm im Weltall“ zu sehen.

Columbos Bonmot: „Ich brauche keine Falle, ich habe eine Menge Beweise.“

Columbo privat: • Hund sitzt zu Hause nur herum und schmollt. • Mrs. Columbo und die Kinder besuchen die Schwiegermutter in Fresno. • Hund akzeptiert alle Menschen. • Columbo kauft seine Zigarren im Supermarkt. • Columbo spricht immer mit seiner Frau über Fälle, bei denen er nicht weiterkommt.

Letzter Satz: „Er wird in einer Stunde frei sein.“

Kurzfazit: Der Schwachpunkt der Folge ist, dass die titelgebende Intelligenz nicht wirklich glaubhaft dargestellt wird: Die „Experimente“ und Entwicklungen, die im Institut vor sich gehen, wirken auf den heutigen Zuschauer eher unfreiwillig komisch und die Menge an Fehlern, die Cahill begeht, kann lediglich mit dem Sprichwort vom zerstreuten Professor erklärt werden. Trotzdem fällt die „Teuflische Intelligenz“ nicht sonderlich ab, denn neben einer soliden Mörderdarstellung sind vor allem die vielen Szenen mit „Hund“ sowie Columbos überzeugender Trick am Ende erfreulich.

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Gubanov Offline




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02.04.2012 13:00
#33 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



24.3.7. Schwanengesang (OT: Swan Song)

• Erstsendung des Originals: 3. März 1974
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 1. Januar 1977 (als 23. Episode)
Gastdarsteller: Johnny Cash, Ida Lupino, William McKinney, Sorreli Brooke, John Dehner, Bonnie van Dyke, Janit Baldwin, Vito Scotti u.a. Regie: Nicholas Colasanto. Drehbuch: David Rayfiel (Story: Stanley Ralph Ross). Laufzeit: 93 Minuten, 30 Sekunden.


Erster Satz: „Ich parke den Wagen für Sie, Mr. Brown.“

Inhalt: Tommy Brown ist ein Schlagerstar. Doch von seinem Ruhm hat er nichts: Seine verwirrte Ehefrau erpresst ihn, das Geld für den Bau eines Tempels zur Seite zu legen. Auf dem Rückweg von einem erfolgreichen Konzert versetzt Tommy eine Thermoskanne Kaffee mit Schlafmittel und gibt diese im selbstgesteuerten Flugzeug seiner Frau Edna und der Begleitung Maryann zu trinken. Die beiden bemerken infolge nicht, wie Tommy mit einem Fallschirm aussteigt und sie selbst im Sturzflug dem Tod entgegentrudeln ...

Opfer: Edna Brown (Ida Lupino) – Flugzeugabsturz, Maryann (Bonnie van Dyke) – Flugzeugabsturz
Täter: Tommy Brown (Johnny Cash)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 14 Minuten, 28 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 17 Minuten, 11 Sekunden

Besonderheit der Episode: Der Gospelsong „I Saw the Light“ stammt aus dem Jahr 1948 und wurde erstmals von Hank Williams gesungen.

Columbos Bonmot: „Mein Vorgesetzter wird wohl zugeben müssen, dass ich in diesem Fall sehr gründlich war.“

Columbo privat: • Mrs. Columbo hat alle Platten von Tommy Brown. • Columbo hat beim Fliegen und auch im Fahrstuhl Probleme mit den Ohren. • Columbo möchte sich noch nicht auf sein Ableben vorbereiten. • Mrs. Columbo weint sogar, wenn sie beim Bowling verliert. • Columbo und seine Frau besuchen ein Konzert von Tommy Brown. Außerdem verhält sich Mrs. Columbo der Aussage ihres Mannes zufolge sehr merkwürdig, wenn sie sich Tommys Lieder anhört.

Letzter Satz: „Ein Mann, der so singen kann wie Sie, kann nicht ganz und gar schlecht sein.“

Kurzfazit: Religiöser Fanatismus ist die abstoßendste Form geistiger Umnachtung. Es verwundert daher nicht, dass es Ida Lupino mit Leichtigkeit gelingt, das widerwärtigste aller Mordopfer zu spielen und Musikerlegende Johnny Cash trotz aller Vergehen weniger bösartig aussehen zu lassen. Leider machen sich jedoch trotz Starbesetzung nur allzu oft Durchhänger bemerkbar, die folgern lassen, dass „Schwanengesang“ mit seiner eindrucksvollen Mordszene und stimmigen Musikbegleitung nur bei einer Laufzeit von 70 Minuten ein Highlight der Reihe hätte werden können.

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Gubanov Offline




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05.04.2012 19:04
#34 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



25.3.8. Meine Tote – Deine Tote (OT: A Friend in Deed)

• Erstsendung des Originals: 5. Mai 1974
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 14. Januar 1992 (als 41. Episode)
Gastdarsteller: Richard Kiley, Michael McGuire, Rosemary Murphy, Val Avery, Eric Christmas, Eleanor Zee, John Finnegan, Arlene Martell u.a. Regie: Ben Gazzara. Drehbuch: Peter S. Fischer. Laufzeit: 92 Minuten, 50 Sekunden.


Erster Satz: „Ja?“

Inhalt: Hugh Caldwell beichtet seinem Freund, dem hochrangigen Polizeibeamten Mark Halperin, dass er seine Frau im Affekt getötet hat. Halperin schwärzt ihn nicht an, sondern hilft tatkräftig bei der Vertuschung des Verbrechens mit, das einem notorischen Einbrecher angelastet werden soll. Das tut er nicht ganz uneigennützig: Am folgenden Tag bringt ertränkt er seine eigene Gattin in der Badewanne und spannt Caldwell als Helfershelfer ein. Das doppelte Spiel scheint perfekt, doch mit der sturen Art seines Untergebenen Columbo hat Halperin nicht gerechnet.

Opfer: Janis Caldwell (unbekannte Darstellerin) – erwürgt, Margaret Halperin (Rosemary Murphy) – ertränkt
Täter: Hugh Caldwell (Michael McGuire), Deputy Commissioner Mark Halperin (Richard Kiley)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 55 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 12 Minuten, 48 Sekunden

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal wurde in „Meine Tote – Deine Tote“ der erste von Columbo zu bearbeitende Mord bereits vor Anbruch der Episode begangen.

Columbos Bonmot: „Für mich ist ein Einbrecher wie ein hungriger Straßenköter.“

Columbo privat: • Mrs. Columbo ist mit ihrem Auto zu ihrer Schwester gefahren. • Beim Dinner von Deputy Commissioner Halperin im Vorjahr hat Columbo sich betrunken. • Das Band von Columbos Armbanduhr ist schon seit einigen Wochen kaputt. • Columbo benennt seine Adresse als 845 Central Avenue. Er ist erst kürzlich umgezogen.

Letzter Satz: „Ich denke, sobald Ihr Freund Mr. Caldwell die Situation überblickt, wird er uns bestimmt sagen, was wir noch wissen müssen.“

Kurzfazit: Der Plot von „Meine Tote – Deine Tote“ muss wohl zu den am besten ausgetüftelten der gesamten Serie zählen. Sowohl der ungewöhnliche Doppelmord mit der weitreichenden Vertuschungsaktion als auch die hieb- und stichfeste Auflösung gehören zu den klügsten Ideen des fast immer gut aufgelegten Autoren Peter S. Fischer. Leider jedoch gibt es rund um Columbos Auto und den düsteren Billardclub eine ganze Reihe an längeren Szenen, die völlig überflüssig erscheinen und damit den Ablauf der Ereignisse erheblich stören. Auch die erstmals aufgegriffene Idee von Columbos verbrecherischem Vorgesetzten hätte intensiver und aneckender ausgestaltet werden können.

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Jetzt habe ich drei Staffeln aufgearbeitet und erlebe immer wieder Überraschungen. Die jüngste und größte ist „Meine Tote – Deine Tote“: Zuvor als eine der schlechtesten, weil langweiligsten Folgen der ersten Ära abgetan, hat mir diese Episode nun doch erstaunlich gut gefallen – nicht unbedingt der Stimmung, wohl aber des Plots wegen. Wie auch immer – die Rangliste hat sich wie folgt aktualisiert:

Platz 01: 4,632 Punkte: #21 – Ein gründlich motivierter Tod
Platz 02: 4,605 Punkte: #14 – Klatsch kann tödlich sein
Platz 03: 4,474 Punkte: #22 – Schreib oder stirb
Platz 04: 4,342 Punkte: #11 – Blumen des Bösen
Platz 05: 4,158 Punkte: #08 – Zigarren für den Chef
Platz 06: 4,053 Punkte: #02 – Lösegeld für einen Toten
Platz 07: 4,000 Punkte: #25 – Meine Tote – Deine Tote

Platz 08: 3,947 Punkte: #03 – Tödliche Trennung
Platz 09: 3,921 Punkte: #24 – Schwanengesang
Platz 10: 3,868 Punkte: #13 – Alter schützt vor Torheit nicht
Platz 11: 3,789 Punkte: #04 – Mord mit der linken Hand
Platz 12: 3,684 Punkte: #06 – Mord in Pastell
Platz 13: 3,553 Punkte: #23 – Teuflische Intelligenz
Platz 14: 3,526 Punkte: #20 – Stirb für mich
Platz 15: 3,421 Punkte: #16 – Schach dem Mörder
Platz 16: 3,342 Punkte: #12 – Wenn der Eismann kommt
Platz 17: 3,316 Punkte: #18 – Ein Hauch von Mord
Platz 18: 3,263 Punkte: #15 – Zwei Leben an einem Faden
Platz 19: 3,158 Punkte: #10 – Etüde in Schwarz
Platz 20: 3,026 Punkte: #05 – Mord unter sechs Augen
Platz 21: 3,000 Punkte: #07 – Schritte aus dem Schatten

Platz 22: 2,921 Punkte: #19 – Wein ist dicker als Blut
Platz 23: 2,868 Punkte: #01 – Mord nach Rezept
Platz 24: 2,605 Punkte: #17 – Doppelter Schlag
Platz 25: 2,579 Punkte: #09 – Ein Denkmal für die Ewigkeit

Gubanov Offline




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06.04.2012 21:37
#35 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



Staffel 4

26.4.1. Geld, Macht und Muskeln (OT: An Exercise in Fatality)

• Erstsendung des Originals: 15. September 1974
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 18. Februar 1992 (als 46. Episode)
Gastdarsteller: Robert Conrad, Philip Bruns, Pat Harrington jr., Gretchen Corbett, Collin Wilcox-Horne, Jude Farese, Darrell Zwerling, Dennis Robertson u.a. Regie: Bernard L. Kowalski. Drehbuch: Peter S. Fischer (Story: Larry Cohen). Laufzeit: 91 Minuten, 26 Sekunden.


Erster Satz: „Mr. Janus’ Büro.“

Inhalt: Milo Janus ist der Betreiber einer florierenden Fitnessklub-Kette und hält sich durch Sport und gesunde Ernährung fit. Eigentlich bräuchte der Muskelprotz keine Angriffe zu fürchten, doch der Betreiber einer Filiale entdeckt die illegalen Geschäfte, die Janus über ausländische Töchterfirmen abwickelt. Damit er nicht verraten wird, inszeniert Janus einen Unfall, bei dem der lästige Gene Stafford zu Tode kommt. Die Hantel, unter der der Mann begraben wurde, ist indes nicht das einzige Indiz, das Columbo schwer zu schaffen macht.

Opfer: Gene Stafford (Philip Bruns) – Zerdrücken der Luftröhre
Täter: Milo Janus (Robert Conrad)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 11 Minuten, 41 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 16 Minuten, 26 Sekunden

Besonderheit der Episode: Peter Falk erhielt ab Staffel 4 über 130’000 Dollar Gage pro Episode, um seinen Ausstieg aus der Serie zu verhindern.

Columbos Bonmot: „Wissen Sie, bevor ich Kaffee getrunken habe, bin ich zwar da, aber ich bin nicht ganz da.“

Columbo privat: • Mrs. Columbo ist schon um 6.30 Uhr wach, weil sie für Harry und Ethel, Norman, Onkel Gene und die Zwillinge kochen soll. • Mrs. Columbo ist sehr geschwätzig. Columbo dagegen gibt interessanterweise an: „Schweigen ist mein Hobby.“ • Mrs. Columbo hatte einmal wegen ihres Gewichts Depressionen. Milo Janus’ Fitnessshow hat schließlich die Ehe der Columbos gerettet. • Außer Chili mag Columbo auch Pommes frites. • Columbo ist Nichtschwimmer. • Columbo hat Milo Janus’ Gesundheitsführer gelesen. • Columbos Großvater hatte den gleichen antiken Spiegelschrank wie Milo Janus. • Columbo kennt die Telefonnummer seines Büros nicht aus dem Kopf. • Columbos Schwägerin ist dem Alkohol zugetan. • Columbo hat einen neuen, jüngeren und sehr pedantischen Chef.

Letzter Satz: „Sie haben versucht, ein perfektes Alibi zu erfinden – und eben dieses perfekte Alibi wird Sie den Kopf kosten.“

Kurzfazit: Robert Conrad beweist in seiner Darstellung des Milo Janus, dass sich Kraft und Köpfchen nicht ausschließen. Er agiert klüger und selbstbewusster als etwa das Superhirn Dr. Cahill in „Teuflische Intelligenz“ und offenbart seine Stärken vor allem zum Ende der Folge, als er sich mit Columbo mehrere genervte Wortduelle liefert. Ansonsten ist der Ausflug in die Fitness-Welt eine gelungene Abwechslung, weil er sich für Columbo zur Selbstbetätigung bestens eignet. Entsprechend viel Privates gibt er preis. Da kann man über einige Schwächen des Drehbuchs gern hinwegsehen.

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Gubanov Offline




Beiträge: 14.427

07.04.2012 13:08
#36 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



27.4.2. Momentaufnahme für die Ewigkeit (OT: Negative Reaction)

• Erstsendung des Originals: 6. Oktober 1974
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 23. Dezember 1978 (als 24. Episode)
Gastdarsteller: Dick van Dyke, Antoinette Bower, Don Gordon, Joanna Cameron, David Sheiner, Larry Storch, Joyce van Patten, Michael Strong u.a. Regie: Alf Kjellin. Drehbuch: Peter S. Fischer. Laufzeit: 90 Minuten, 38 Sekunden.


Erster Satz: „Mr. Galesko, wir haben Ihre Frau.“

Inhalt: Keinen Tag länger kann der Fotograf Paul Galesko das Nörgeln und Sticheln seiner Frau ertragen. Indem er ihre Entführung vortäuscht, erschießt er sie in einem verlassenen Landhaus. Um nicht selbst unter Mordverdacht zu geraten, fädelt Galesko das Verbrechen so ein, dass alle Indizien auf den vorbestraften Alvin Deschler hinweisen, den er dann bei einer fingierten Lösegeldübergabe ebenfalls – angeblich in Notwehr – erschießt. Bei einem so genialen Komplott muss Columbo sein fotografisches Gedächtnis unter Beweis stellen, um zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen.

Opfer: Frances Galesko (Antoinette Bower) – erschossen, Alvin Deschler (Don Gordon) – erschossen
Täter: Paul Galesko (Dick van Dyke)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 6 Minuten, 23 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 21 Minuten, 8 Sekunden

Besonderheit der Episode: Auch nach der Umbesetzung der deutschen Columbo-Stimme mit Klaus Schwarzkopf war der Mann der ersten Stunde, Uwe Friedrichsen, noch mehrfach in den Synchronisationen zu hören. Hier spricht er den von Vito Scotti gespielten Penner – zuvor war er auch schon in „Doppelter Schlag“ und „Wein ist dicker als Blut“ zu hören.

Columbos Bonmot: „Ich weiß, ich bin eine Plage, aber ich versuche nur, meine Arbeit zu machen.“

Columbo privat: • Columbo arbeitet schon 15 Jahre, also seit 1959, bei der Polizei. Schusswunden kann er sich trotzdem noch nicht ansehen. • Seit sieben Jahren trägt Columbo seinen Mantel. • Columbo kennt sich mit Kameras nicht aus. Seine Fotos von der Hochzeit seines Cousins „sind nicht gerade gut geworden“. • Hund ist in einen Cocker-Spaniel von nebenan verliebt. • Columbos Schwager feiert im nächsten Monat seinen 20-jährigen Hochzeitstag. • Columbo bastelt nachts mit seiner Frau Erpresserbriefe.

Letzter Satz: „Sie haben das Recht, die Aussage zu verweigern.“

Kurzfazit: „Momentaufnahme für die Ewigkeit“ ist sowohl ein gekonnter Angriff auf die Kombinationsgabe des Inspektors als auch auf die Lachmuskeln des Zuschauers. Durch Charme und Esprit gelingt Peter Falk ein besonders nachhaltiger Auftritt, wohingegen das „Mordopfer“ Antoinette Bower eher als mittelmäßige Karikatur in Erinnerung bleibt. An die Bösartigkeit einer Ida Lupino kommt sie nicht heran, was aber den genialen Plan ihres Filmehemanns in keiner Weise schmälert.

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Matze K. Offline



Beiträge: 989

09.04.2012 17:02
#37 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten

Zitat von Gubanov


20.3.3. Stirb für mich (OT: Candidate for Crime)

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Die Wertung kann ich bestätigen. Ich kannte die Folge wohl noch nicht. Der Plan und die Mordmethode waren sehr gut. Das Katz und Mausspiel aber wirklich nicht gut. Mal Columbo-streicheleinheit dann wieder Anschrein... Humor war sehr wenig da - Columbo suchte nur immer ein Stift. Mehr war da nicht. Also man hätte den Stoff aber besser umsetzten können.

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Immer wenn du lügst, muss Jesus Blut weinen.
(Todd Flanders)

Gubanov Offline




Beiträge: 14.427

08.05.2012 10:20
#38 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten

Hier sollte es auch wieder einmal etwas Neues geben. Die zweite Sichtungsphase, die hoffentlich bis zum Ende der ersten Ära durchhält, beginnt mit einem absoluten Highlight, meinem schwer - in der ersten Ära wahrscheinlich unmöglich - einzuholenden ersten Platz.



28.4.3. Des Teufels Corporal (OT: By Dawn’s Early Light)

• Erstsendung des Originals: 27. Oktober 1974
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 25. Februar 1992 (als 47. Episode)
Gastdarsteller: Patrick McGoohan, Tom Simcox, Mark Wheeler, Burr DeBenning, Karen Lamm, Madeleine Thornton-Sherwood, Bruce Kirby, Sidney Armus u.a. Regie: Harvey Hart. Drehbuch: Howard Berk. Laufzeit: 93 Minuten, 19 Sekunden.


Erster Satz: „Los, aufstehen!“

Inhalt: Zum Leidwesen des erzkonservativen Colonel Rumford will der Besitzer der Haynes-Militärakademie seinen Arbeitsplatz in ein College umbauen. Rumford, der keine Veränderung dieser Art nachvollziehen kann, manipuliert die Kanone auf dem großen Hof der Akademie derart, dass Haynes junior, als er sie am Ehrentag abfeuert, bei einer Explosion ums Leben kommt. Wieder einmal muss Inspektor Columbo beweisen, dass es sich bei dem Ableben des Querkopfes nicht um einen Unfall handelte.

Opfer: William Haynes (Tom Simcox) – Kanonenfehlzündung
Täter: Colonel Lyle C. Rumford (Patrick McGoohan)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 17 Minuten, 25 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 17 Minuten, 32 Sekunden

Besonderheit der Episode: Patrick McGoohan, der hier wie auch in „Tod am Strand“ von Heinz Drache synchronisiert wurde, erhielt für seine Darstellung des Colonel Rumford einen Emmy als herausragender Gastdarsteller. Ein Jahr später wurde Peter Falk persönlich ausgezeichnet.

Columbos Bonmot: „Vielleicht irre ich mich. Vielleicht versucht gar keiner, Sie zu töten. Ich habe mich schon öfter geirrt.“

Columbo privat: • Mrs. Columbo sagt, Bewegung tue gut. • Columbo bekommt von seiner Frau keine Butter, sondern Margarine aufgetischt. • Mrs. Columbo ist erneut zu Besuch bei ihrer Mutter in Fresno. • Columbo übernachtete zu Armeezeiten in einem 50-Mann-Schlafsaal. • Columbos High-School-Flamme hieß Theresa. Sie bewahrte sein Freundschaftsarmband über Jahre hinweg auf. • Nur Mrs. Columbo benutzt den Vornamen ihres Mannes. • Mrs. Columbo ist ein Bücherwurm.

Letzter Satz: „Im Laufschritt – also los!“

Kurzfazit: Kein anderer Mörder erreichte je wieder die abstoßende Kälte, die von Patrick McGoohans Supermilitaristen ausgeht. Seine gefährliche Art, die auf gestrigen Ritualen und unbedingtem Gehorsam fußt, steht in einem ergötzlichen Gegensatz zu Inspektor Columbos schusseliger Lockerheit. Wie Letzterer sich dennoch integriert und an seinem Verdacht festhält, ist bewundernswert: In einer Deduktion von selten gesehener Brillanz überführt er Rumford letztenendes doch. – Es kommt dem Flair der Folge außerdem zugute, dass sie fast nur an einem einzigen Schauplatz spielt und durch die Verwendung echter Rekruten enorm authentisch wirkt.

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Gubanov Offline




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09.05.2012 12:35
#39 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



29.4.4. Traumschiff des Todes (OT: Troubled Waters)

• Erstsendung des Originals: 9. Februar 1975
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 21. Januar 1992 (als 42. Episode)
Gastdarsteller: Robert Vaughn, Patrick Macnee, Bernard Fox, Poupee Bocar, Dean Stockwell, Jane Greer, Robert Douglas, Susan Damante u.a. Regie: Ben Gazzara. Drehbuch: William Driskill (Story: Jackson Gillis). Laufzeit: 92 Minuten, 39 Sekunden.


Erster Satz: „Nein, danke, vielen Dank.“

Inhalt: Auf der gewonnenen Kreuzfahrt wollen sich die Columbos vom Stress des Alltags einmal richtig erholen. Zu dumm nur, dass sich Hayden Danziger ausgerechnet auf der Fahrt nach Acapulco in den Kopf setzt, seine aufmüpfige Liebhaberin zum Schweigen zu bringen. Ohne die Hilfe des Labors und der uniformierten Polizei muss Columbo versuchen, dem Gebrauchtwagenhändler auf die Schliche zu kommen – und das, obwohl ihm der Kapitän mit einer viel naheliegenderen Schlussfolgerung im Nacken sitzt!

Opfer: Rosanna Welles (Poupee Bocar) – erschossen
Täter: Hayden Danziger (Robert Vaughn)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 22 Minuten, 35 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 13 Sekunden

Besonderheit der Episode: Die Dreharbeiten wurden an Bord des Schiffes „Sun Princess“ durchgeführt, das in San Francisco ablegte. Das 1972er Modell verkehrte u.a. auch unter den Namen „Spirit of London“ und „New Flamenco“.

Columbos Bonmot: „Mich kostet die Chose im Grunde gar nichts. Naja, so 50 oder 75 Dollar.“

Columbo privat: • Mrs. Columbo ist ein paar Zentimeter kleiner als ihr Mann und hat schwarzes Haar. • Mrs. Columbo hat die Kreuzfahrt bei der Tombola auf einem Wohltätigkeitsfest gewonnen. • Mrs. Columbo „amüsiert sich gern und manchmal übertreibt sie es ein bisschen“. • Columbo entpuppt sich wieder einmal als seekrank. Sogar Wasserbetten sind ihm zu viel. • Columbo hasst Waffen und ist ein erbärmlicher Schütze. • Mrs. Columbo machte der Beginn der Schiffsreise ebenfalls zu schaffen: Ihr Mann beschreibt sie als „todkrank“. • Columbos Schwager hat eine Autoreparaturwerkstatt in Valley.

Letzter Satz: „Ach, zum Teufel damit!“

Kurzfazit: Außer der spannenden Gewissheit, Mrs. Columbo ganz in der Nähe zu haben und ihren Mann gezwungenermaßen beim Einsatz unkonventioneller Ermittlungsmethoden zu beobachten, verschenkt „Traumschiff des Todes“ einiges Potenzial: Nur ein Teil der imposanten Schiffslocation wird ausgenutzt, da große Teile der Episode in Kabinen, auf Gängen und in Treppenhäusern spielen. Wirklich schade aber ist es um die Auflösung, die wohl zu den übelsten der Serie zählen muss. Nicht nur ist die These, man fände in Latexhandschuhen problemlos Fingerabdrücke ist sehr wackelig – vor allem gibt es für Danziger keinen Grund, zu gestehen, wenn seine Abdrücke auf einem Paar Handschuhe gefunden werden, die mit dem Mord nicht das Geringste zu tun haben.

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Gubanov Offline




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10.05.2012 11:04
#40 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



30.4.5. Playback (OT: Playback)

• Erstsendung des Originals: 2. März 1975
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 18. September 1975 (als 16. Episode)
• Erstsendung der Horst-Sachtleben-Synchronisation*: 15. Februar 1993
Gastdarsteller: Oskar Werner, Martha Scott, Gena Rowlands, Robert Brown, Patricia Barry, Herb Jefferson jr., Trisha Noble, Bart Burns u.a. Regie: Bernard L. Kowalski. Drehbuch: David P. Lewis, Booker T. Bradshaw. Laufzeit: 70 Minuten, 21 Sekunden.


Erster Satz: „Guten Abend, Mr. van Wyck.“

Inhalt: Als Technikfreak hat sich Harold van Wyck das gesamte Haus mit elektrischen Türen und einem ausgefeilten Überwachungssystem ausstatten lassen. Als seine Schwiegermutter zu Tode kommt, sollte es für Columbo also ein Leichtes sein, Harold des Mordes zu überführen. Der Todesschuss ist sogar auf Band aufgezeichnet. Doch trotz des offensichtlichen Beweises muss der Polizist feststellen, dass sich der Mord nicht so ereignet hat wie zunächst angenommen ...

Opfer: Margaret Midas (Martha Scott) – erschossen
Täter: Harold van Wyck (Oskar Werner)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 12 Minuten, 3 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 16 Minuten, 58 Sekunden

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal feuert Columbo in „Playback“ eine Pistole ab.

Columbos Bonmot: „Ich habe eine komische Angewohnheit: Wenn jemand lange Zeit dasselbe macht und plötzlich macht er etwas anderes, fängt es bei mir da oben an, zu arbeiten.“

Columbo privat: • Columbo kämpft mit einer Erkältung. • Columbo kennt van Wycks Uhr aus der Werbung. • Columbo droht Hund: „Wenn du nicht brav bist, bringe ich dich ins Tierheim.“ • Hund jagt gern Katzen. • Mrs. Columbo liebt Blumen. • Mrs. Columbo beschäftigt sich mit Malen nach Zahlen.

Letzter Satz: „Ersparen Sie mir das.“

Kurzfazit: Die Idee mit Bandmanipulationen ist im Rahmen der Serie unterdessen alles andere als innovativ, gewinnt aber durch Werners Spiel und Herkunft an Charme. Überhaupt agieren Werner und Falk sehr konstruktiv miteinander, bieten ein ausgereiftes Frage-Antwort-Spiel mit vielen Hypothesen und Erklärungsversuchen des Täters. Das liegt an den zahlreichen Kleinigkeiten, die Columbos Aufmerksamkeit nicht entgehen. Kowalskis Kunstfertigkeit kommt am besten in der Szene im dunklen Schlafzimmer zur Geltung, die auch für einige Unwahrscheinlichkeiten entschädigt.

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11.05.2012 16:39
#41 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



31.4.6. Der Schlaf, der nie endet (OT: A Deadly State of Mind)

• Erstsendung des Originals: 27. April 1975
• Erstsendung der Klaus-Schwarzkopf-Synchronisation: 15. Januar 1976 (als 20. Episode)
Gastdarsteller: George Hamilton, Lesley Ann Warren, Stephen Elliott, Karen Machon, Bruce Kirby, William Wintersole, Ryan MacDonald, Jack Manning u.a. Regie: Harvey Hart. Drehbuch: Peter S. Fischer. Laufzeit: 70 Minuten, 21 Sekunden.


Erster Satz: „Es war mein Hund – der Hund gehörte mir, nicht ihr.“

Inhalt: Mit seiner Patientin Nadia Donner unterhält Dr. Marcus Collier eine Liebesbeziehung. Deren Mann ist von der Situation freilich wenig angetan und droht Collier, ihn zu ruinieren, wenn er Nadia mit sich nehme. Das Gespräch der Männer artet in einen handfesten Streit aus, in dessen Verlauf Collier Donner im Eifer des Gefächts mit einem Schürhaken erschlägt. Auf der Flucht vom Tatort fährt er beinah einen Blinden über den Haufen. Er ahnt nicht, dass dieser Mann genau ihn als Täter identifizieren wird ...

Opfer: Karl Donner (Stephen Elliott) – erschlagen, Nadia Donner (Lesley Ann Warren) – Sturz vom Balkon
Täter: Dr. Marcus Collier (George Hamilton)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 7 Minuten, 37 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 12 Minuten, 49 Sekunden

Besonderheit der Episode: Von Mrs. Columbo spricht Columbo in dieser Episode kein einziges Mal. Glaubt Columbo, den aalglatten Weiberhelden mit seiner Angetrauten nicht beeindrucken zu können?

Columbos Bonmot: „Ich will nur in den Details sichergehen.“

Columbo privat: • Columbo bestätigt: Sein Auto ist ein Franzose. • Columbo trinkt seinen Kaffee schwarz. • Columbo ist auf Diät.

Letzter Satz: „Dieser Augenzeuge sind Sie.“

Kurzfazit: Die Chemie der beiden Protagonisten stimmt ganz und gar nicht: Der Selbstüberschätzung des Täters ist es zuzuschreiben, dass er allzu schlampig und fahrig vorgeht. Für Columbo stellt Collier also trotz Doktortitel und schwerer Gute-Nacht-Lektüre keinen gleichwertigen Gegner dar. Damit wäre über die Folge eigentlich schon alles gesagt, denn da sie sich hauptsächlich in nächtlichen Szenen ergeht, gelingt es Regisseur Harvey Hart auch nur in relativ wenigen Szenen, optische Marker einzusetzen. Mit gutem Willen rettet eine kurze Sequenz am Segelhafen die zweite Hälfte der etwas abstrusen Folge.

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12.05.2012 18:28
#42 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



Staffel 5

32.5.1. Tödliches Comeback (OT: Forgotten Lady)

• Erstsendung des Originals: 14. September 1975
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 10. März 1992 (als 49. Episode)
Gastdarsteller: Janet Leigh, Sam Jaffe, John Payne, Maurice Evans, Ross Elliott, Robert F. Simon, Army Archerd, Linda Scott u.a. Regie: Harvey Hart. Drehbuch: William Driskill. Laufzeit: 91 Minuten, 42 Sekunden.


Erster Satz: „Guten Abend, meine Damen und Herren, hier der Bericht von der großen Premiere.“

Inhalt: Die alternde Musicaldarstellerin Grace Wheeler hat Probleme, ihr Comeback voranzutreiben. Während ihr ehemaliger Filmpartner und jetziger Produzent mit einer halben Million Dollar Zuschuss umzustimmen ist, muss sie bei ihrem Ehemann härtere Bandagen anlegen. Während sie angeblich einen ihrer alten Filme sieht, erschießt sie ihn in seinem Schlafzimmer, verschließt die Tür und entkommt mit einer geschickten Kletteraktion über den Balkon und einen nahen Baum. Columbo, der von Natur aus ungern an Selbstmord glaubt, ist auch in diesem Fall schnell davon überzeugt, die Mörderin aufgespürt zu haben. Nur: Er verspürt Mitleid ...

Opfer: Dr. Henry Willis (Sam Jaffe) – erschossen
Täter: Grace Wheeler Willis (Janet Leigh)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 16 Minuten, 47 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 22 Minuten, 25 Sekunden

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal lässt Columbo in „Tödliches Comeback“ einen Mörder laufen.

Columbos Bonmot: „Bloß weil man alt wird, muss man sich doch nicht zwangsläufig erschießen.“

Columbo privat: • Columbo hat in letzter Zeit manchmal Herzschmerzen. • Mrs. Columbo hat ihren Mann seinerzeit in alle Musicalfilme mit Ned Diamond und Grace Wheeler geschleppt. • Mrs. Columbo ist im Gegensatz zu ihrem Mann eine gute Tänzerin. • Mrs. Columbo hat ihren Mann lieber mit vollem Haar. • Columbo war schon seit zehn Jahren nicht mehr am Schießstand.

Letzter Satz: „Oh ja, ja, möglich.“

Kurzfazit: Wie ein alter Hollywood-Film ist auch diese Folge angelegt: schwülstig und mit großer Geste. Was dem einen gediegen vorkommt, nennt der andere langatmig. „Tödliches Comeback“ schwankt zwischen beiden Begriffen, ist aber durch Janet Leighs Darstellung und die vielen humorvollen Sequenzen viel zu liebenswert, um mit dem bösen Wort Langeweile gebranntmarkt zu werden. In Columbos Karriere nimmt der Fall sowieso einen besonderen Status ein, denn wie auch bezüglich routinemäßiger Pflichterfüllung am Schießstand sieht es Columbo beim Verhaften der Täterin nicht allzu eng.

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18.05.2012 12:24
#43 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



33.5.2. Mord in der Botschaft (OT: A Case of Immunity)

• Erstsendung des Originals: 12. Oktober 1975
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 31. März 1992 (als 52. Episode)
Gastdarsteller: Hector Elizondo, Sal Mineo, Barry Robins, Andre Lawrence, Kenneth Tobey, Xenia Gratsos, Dick Dinman, George Skaff u.a. Regie: Ted Post. Drehbuch: Lou Shaw (Story: James Menzies). Laufzeit: 69 Minuten, 49 Sekunden.


Erster Satz: „Alafa.“

Inhalt: Weil der Sicherheitsbeamte der surianischen Botschaft als Doppelagent unterwegs ist, beschließt der Botschaftssekretär, ihn aus dem Weg zu räumen. Mithilfe eines Helfershelfers beschafft er sich ein Alibi, nachdem er Youseff Alafa mit einem Wagenheber erschlagen und einen Einbruch im Herz der Botschaft inszeniert hat. Columbo, der sich auf diplomatischem Parkett völlig unbeholfen bewegt, muss diverse Schwierigkeiten und Anfeindungen überwinden, bis er den Täter schließlich zu einem Geständnis bewegen kann.

Opfer: Youseff Alafa (Andre Lawrence) – erschlagen, Rahmin Habib (Sal Mineo) – Sturz von einer Klippe
Täter: Hassan Salah (Hector Elizondo)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 3 Minuten, 41 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 6 Minuten, 47 Sekunden

Besonderheit der Episode: Die Darstellung eines Arabers als Mörder sorgte bei dem Amerikanisch-Arabischen Antidiskriminierungs-Komitee nach der Ausstrahlung für Zündstoff. Immerhin: Gesperrt wurde die Episode nicht.

Columbos Bonmot: „Wann bekomme ich in meinem Job schon einmal einen echten König zu Gesicht?“

Columbo privat: • Bei den Columbos steht eine antik aussehende Vase auf dem Esszimmertisch. • Columbo entdeckt seine Vorliebe für Schnecken. • Mrs. Columbo hätte ihren Mann lieber mit gestreiften Hosen in die Botschaft geschickt. • Nach seinen Bemühungen in Folge 12 hat Columbo nun endlich neue Schuhe für 16,95 Dollar bekommen.

Letzter Satz: „Hassan, ein Wort der Warnung: Solltest du dein Gedächtnis verlieren und alles widerrufen – wir werden dich gern in der Heimat empfangen.“

Kurzfazit: Nicht nur lässt das Motiv des Täters arg zu wünschen übrig, auch ist Hector Elizondo mit einer Rolle geschlagen, die für Columbo so wenige Angriffspunkte und eine derart geringe Basis für Gespräche und Interaktionen bietet, dass „Mord in der Botschaft“ von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Wie auch immer man zu der Politisierung der Serie steht, es ist unmöglich, hinter einigen netten Spaßmomenten nicht die konstruierte und abgekupferte Storyführung zu bemerken. Regisseur Ted Post zeichnete sowieso nicht gerade für Highlights der Serie verantwortlich.

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19.05.2012 16:53
#44 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



34.5.3. Tod am Strand (OT: Identity Crisis)

• Erstsendung des Originals: 2. November 1975
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 4. Februar 1992 (als 44. Episode)
Gastdarsteller: Patrick McGoohan, Leslie Nielsen, Otis Young, Bruce Kirby, Vito Scotti, Val Avery, David White, Barbara Rhoades u.a. Regie: Patrick McGoohan. Drehbuch: William Driskill. Laufzeit: 92 Minuten, 43 Sekunden.


Erster Satz: „Die Badezimmertür, Sir.“

Inhalt: Für Columbo ist Nelson Brenner ein echter Held. In Wahrheit jedoch handelt es sich um einen Agenten, der einen Kollegen heimtückisch am nächtlichen Strand erschlägt, weil dieser unbequeme Details über Brenners Landestreue kennt. Der Mord soll wie ein Raubüberfall aussehen, aber Columbo fällt wie Schuppen von den Augen: Hier liegt ein kaltblütig geplantes Verbrechen vor. Im Laufe der Ermittlungen, die ihn in glitschige Geheimdienstkreise führen, wird er selbst mindestens ebenso ausspioniert wie der Hauptverdächtige ...

Opfer: A.J. Henderson (Leslie Nielsen) – erschlagen
Täter: Nelson Brenner (Patrick McGoohan)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 13 Minuten, 15 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 13 Minuten, 22 Sekunden

Besonderheit der Episode: Zum ersten Mal führt in „Tod am Strand“ mit Patrick McGoohan ein Mörder-Darsteller Regie.

Columbos Bonmot: „Wenn ich am Ufer stehe, treffe ich nicht einmal das Wasser.“

Columbo privat: • Was würde Mrs. Columbo dazu sagen: Columbo begeistert sich für eine Bauchtänzerin. • Sein Auto hat Columbo – oh Wunder – bereits abbezahlt. • Hund badet gern in den Pools der Nachbarschaft. • Im Dienst trinkt Columbo nur, wenn er „fast fertig“ ist. • Mrs. Columbo ist verrückt nach Musik – von Klassik bis Rock. • Columbo kann pokern. Dafür merkt er sich seine eigene Telefonnummer nicht.

Letzter Satz: „Mahjongg.“

Kurzfazit: Man sollte nicht für möglich halten, welch ein Unterschied zwischen „Des Teufels Corporal“ und „Tod am Strand“ besteht. McGoohan lieferte zwar in beiden Episoden eine beachtliche Leistung ab, in allen anderen Punkten bleibt Folge 34 Columbos Ausflug ins Militär aber in jeder Hinsicht unterlegen. Die meisten Szenen ziehen sich scheinbar ziel- und endlos. Die Überführung besteht lediglich aus einem Knacken des Alibis, sodass es gerade in einem so ausgebufften Milieu wie hier als äußerst unrealistisch angesehen werden muss, dass der Täter ohne viel Federlesens ein Geständnis ablegt. Die Identität von Steinmetz wird für den Zuschauer zu zeitig und offensichtlich geklärt, folglich üben Columbos Vorstöße in diese Richtung keinen Reiz mehr aus.

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29.05.2012 11:40
#45 RE: Zigarre, Trenchcoat, Auto, Hund: Die Columbo-Chronologie Zitat · antworten



35.5.4. Blutroter Staub (OT: A Matter of Honor)

• Erstsendung des Originals: 1. Februar 1976
• Erstsendung der Claus-Biederstaedt-Synchronisation: 24. März 1992 (als 51. Episode)
Gastdarsteller: Ricardo Montalban, Pedro Armendariz jr., A Martinez, Robert Carricart, Maria Grimm, Jorge Rivero, Emilio Fernandez, Enrique Lucero u.a. Regie: Ted Post. Drehbuch: Brad Radnitz (Story: Larry Cohen, Brad Radnitz). Laufzeit: 70 Minuten, 23 Sekunden.


Erster Satz: „Ich habe Angst ... ich habe Angst!“

Inhalt: Als Stierkämpferlegende wird Don Luis Montoya in seinem gesamten Heimatland Mexiko gefeiert – wie also sollte es der hiesigen Polizei gelingen, ihm den Mord an seinem Mitarbeiter Rangel nachzuweisen, den er als einen fatalen Unfall in der Arena tarnte? Zum Glück weilt Columbo gerade in Mexiko. Er hat keine Berührungsängste – zumindest mit menschlichen Tätern. So bringt er nach und nach durch seine detailgenaue Beobachtung ein Motiv ans Tageslicht, das niemand für möglich gehalten hätte ...

Opfer: Hector Rangel (Robert Carricart) – mit Drogen betäubt und von einem Stier getötet
Täter: Don Luis Montoya (Ricardo Montalban)

Zeit ...
• ... bis zum ersten Mord: 8 Minuten, 38 Sekunden
• ... bis zu Columbos erstem Auftritt: 8 Minuten, 54 Sekunden

Besonderheit der Episode: Ein Großteil der Darsteller, einschließlich „Mörder“ Montalban, und Stabmitarbeiter war tatsächlich mexikanischer Herkunft. Dies verleiht „Blutroter Staub“ eine authentische Ausstrahlung.

Columbos Bonmot: „Man kann nie gewissenhaft genug sein, besonders wenn ein Mann allein stirbt.“

Columbo privat: • Columbo macht mit seiner Frau Urlaub in Mexiko. Es ist davon auszugehen, dass sie einige Tage im Anschluss an die Kreuzfahrt aus Folge 29 dort geblieben sind. • Mrs. Columbo stört sich daran, dass ihr Mann auch im Urlaub wie ein Polizist denkt. • Der friedfertige Columbo kann sich mit Stierkämpfen nicht anfreunden. • Mrs. Columbo reist per Bus eher aus Mexiko ab, weil Cousin Vito seinen 11. Hochzeitstag feiert.

Letzter Satz: „Also ging Hector früher in die Arena, bevor der Wind auffrischte – und da war Señor Montoya noch bei ihm.“

Kurzfazit: In dieser von einem starken Ehrenkodex bestimmten Episode verläuft einiges in anderen Bahnen als bei „Columbo“ üblich. Die Variation, das Mordmotiv erst am Ende zu enttarnen, gefällt mir wegen der Vielschichtigkeit des Falles sehr. Auch dass Columbo sich dieses Mal in der Assistentenrolle wiederfindet, mag einige abschrecken, stellt aber eine passable Abwechslung dar, zumal der Inspektor es sowieso gewohnt ist, sich unterzuordnen. Stark und kraftvoll fällt Ricardo Montalbans Darstellung des unangetasteten Helden aus, der in seinem Luftschloss lebt und von einem früheren Erfolg zehrt. Dieses Mal wird er nicht als Sieger aus der Arena gehen – was zu einer eindrucksvollen Schlussszene führt, die leider durch Columbos zusätzliche Erläuterungen ein Stück weit an Wirkung einbüßt.

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