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 Francis Durbridge
Georg Offline




Beiträge: 3.049

12.02.2012 12:08
Bewertet Buch: "Das Kennwort (Portrait of Alison)" Zitat · Antworten

Das Kennwort (Portrait of Alison)
(c) Francis Durbridge 1962

Der 33jährige Künstler Greg Forrester betreibt in der Dachwohnung eines Appartementhauses ein Atelier, in dem er als Porträtmaler tätig ist, aber auch wohnt. Gerade malt er das hübsche Model Jill Stewart, als sein Bruder David Forrester, ein Lehrer, an der Tür klingelt und eine furchtbare Nachricht überbringt. Der gemeinsame Bruder Lewis, als Auslandskorrespondent in Italien tätig, ist an der Amalfiküste gemeinsam mit der 27jährigen Alison Ford bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Am Tag zuvor hatte Lewis seinem Bruder noch eine Ansichtskarte geschickt, die er wie gewohnt mit einer kleinen Karikatur versehen hat. Genau dafür interessieren sich Kriminalinspektor Layton und Major Colby von Scotland Yard, als sie einen Tag später bei Greg auftauchen. Lewis soll eine Ansichtskarte mit dem Porträt einer Frauenhand, die eine Chiantiflasche hält, verschickt haben. Die Karte ist jedoch nicht angekommen. Am gleichen Tag erscheint Norman Briggs, der Vater der verunglückten Alison Ford, mit einer ungewöhnlichen Bitte im Atelier von Greg Forrester: er soll nach Farbfotografien ein Porträt seiner Tochter in einem grünen Abendkleid malen. Greg besorgt sich das Abendkleid und beginnt mit dem herausfordernden Auftrag. Als er abends nach einem gemeinsamen Abendessen beim Chef seines Bruders zurückkehrt, sind das Kleid und die Fotografien scheinbar verschwunden. Dann findet er im Schlafzimmer zwischen Tür und Bett die Leiche des Modells Jill Stewart liegend. Sie trägt das grüne Abendkleid Alison Fords ...

„Das Kennwort“ ist ein überaus gelungener und spannender Krimistoff. Durbridge lenkt den Verdacht auf alle beteiligten Personen gleichermaßen und stetig. Seine üblichen Zutaten (geheimnisvolle Gegenstände (hier: eine Postkarte und eine Flasche Chianti)) und Redewendungen (hier: Nachtigall) sowie Tote, die wieder zum Leben auferstehen hat er ebenfalls parat. Der Roman ist sehr dialoglastig (was nicht unbedingt ein Nachteil ist) und merklich die Abschrift des Skripts zu Durbridges 1955er-TV-BBC-Sechsteiler „Portrait of Alison“, der damals noch live gespielt und live gesendet wurde. Dementsprechend entfallen etwa drei Viertel des Romans auf einen Schauplatz: das Atelier des Kunstmalers Greg Forrester (in der TV-Version „Tim Forester“ genannt). Weiters gibt es nur wenige Schauplätze darunter das Büro des Gebrauchtwarenhändlers Reg Dorkins, Scotland Yard und das Arbeitszimmer David Forresters. Ebenso ist die Zahl der Personen überschaubar. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und es gibt einige Überraschungen. Die Auflösung ist gewohnt komplex und detailreich gestaltet. Allerdings bleibt für die letzten 20 Seiten des Werks nur mehr ein logischer Täter übrig.
Die deutsche Ausgabe heißt „Das Kennwort“ und das völlig ungerechter Weise. Einerseits, weil dieses „Kennwort“ bei dem 172 Seiten umfassenden Goldmann-Krimi erst auf Seite 150 genannt wird und andererseits, weil es viel zu wenig Bedeutung für die Handlung hat. Hier wäre etwa „Die Ansichtskarte“ wesentlich besser als Titel gewesen, da diese ständig vorkommt. Überhaupt ist davon abzuraten, die vier Sätze Inhaltsangabe auf dem Buchrücken zu lesen, da sie einerseits die Handlung in falscher Reihenfolge wiedergibt und andererseits falsche Informationen enthält. Warum hat man nicht einfach den Originaltitel übersetzt? „Portrait von Alison“ wäre doch akzeptabel gewesen.
Zur Verfilmung: da die BBC den Durbridge-Mehrteiler nicht aufzeichnete, ist dieser für immer verloren. Dafür drehte man im Sommer nach der Ausstrahlung (wie anfangs bei den Durbridge-TV-Mehrteilern üblich) eine rund 90minütige Kinoversion.
Fazit: „Das Kennwort“ liest sich sehr spannend. Ein typischer Durbridge.

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