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Dieses Thema hat 32 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Ray Offline



Beiträge: 1.489

10.05.2020 20:40
#31 RE: Die 1970er-"Tatort"-Kommissare: Trimmel (Walter Richter) Zitat · Antworten

Rechnen Sie mit dem Schlimmsten (Tatort-Folge 21, BRD 1972)


Der Leiter eines Computerzentrums, in dem über die Vergabe von Organspenden entschieden wird, wird tot aufgefunden. Noch am selben Tag kommt seine Assistentin bei einem Gasunfall um ein Haar ums Leben. Und auch Trimmel muss bei einem Autounfall ordentlich einstecken...

Wieder einmal ein alles andere als typischer Kriminalfall, den Trimmel da vor der Nase hat. Das Thema Organspende und die damit verbundenen Manipulationsgefahren sind ein interessantes und immer noch hoch interessantes Thema. Die Folge nimmt sofort Fahrt auf und führt im Verlauf der Handlung immer weitere interessante Figuren wie den von Wolfgang Wahl porträtierten Arzt ein. Sabine Sinjen gibt eine dem Zeitgeist entsprechend selbstbewusste junge Frau. Der Film ist zwar als Whodunit ausgestaltet, dennoch deutet sich des Rätsels Lösung relativ früh an. Weil Trimmel mit Verve ermittelt und die Folge atmosphärisch überzeugt, kann man darüber jedoch hinwegsehen.


Atmosphärische Episode mit interessanter Grundthematik mit etwas vorhersehbarer Auflösung. 4 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.489

16.05.2020 10:48
#32 RE: Die 1970er-"Tatort"-Kommissare: Trimmel (Walter Richter) Zitat · Antworten

Platzverweis für Trimmel (Tatort-Folge 32, BRD 1973)


In einem Fußballstadion in Hamburg wird die Leiche eines Mannes im Tornetz aufgefunden. Schnell wird deutlich, dass Verbindungen zum frisch aufgedeckten Bundesligaskandal bestehen…

„Platzverweis für Trimmel“ greift ein seinerzeit hoch aktuelles Thema auf, das bis heute aufgrund ähnlich gelagerter Fälle nicht an Brisanz eingebüßt hat und im Krimi-Genre noch unverbraucht ist. Der Bundesliga-Skandal war bis zum ersten Fußball-Wettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der größte Skandal der bundesdeutschen Fußballgeschichte. Mehrere Vereine hatten versucht, den eigenen Abstieg durch Manipulation zu verhindern. Anders als im späteren Wettskandal erfolgte die Manipulation also primär aus sportlichen Zielen und nur mittelbar aus finanziellen Erwägungen heraus. Außerdem wurden anders als im Wettskandal und im Film offiziell einzig Spieler und Funktionäre und keine Schiedsrichter bestochen. Leider schlägt die Folge aus der spannenden Thematik zu wenig Kapital, im Wesentlichen punktet sie im Bereich Zeitkolorit. So wechselt die Handlung regelmäßig seine Schauplätze mit der Folge, dass man viel vom damaligen „Fußballdeutschland“ zu sehen bekommt. Ansonsten ist der Film überlang und erstaunlich zäh. Es gibt eine Fülle von Figuren, von denen nur wenige so gut herausgearbeitet sind, dass sie Interesse an ihnen wecken. Die Besetzung kommt ohne nennenswerte Gaststars aus. Insgesamt trotz sehr guter Vorzeichen leider die bis dato mit Abstand schwächste Episode.


Aus einer unverbrauchten und hoch brisanten Thematik wurde leider nicht mehr als ein zwar atmosphärischer, aber doch erstaunlich zäher Krimi. 2,5 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.489

19.05.2020 14:07
#33 RE: Die 1970er-"Tatort"-Kommissare: Trimmel (Walter Richter) Zitat · Antworten

Gift (Tatort-Folge 42, BRD 1974)


In der Nähe von Hamburg wird auf einer Mülldeponie ein Mann tot aufgefunden. Neben der Leiche finden sich zudem Fässer mit Industrieabfall. Der Mord scheint mit einer verschwundenen jungen Frau aus Kiel zusammenzuhängen, weshalb sich auch Kollege Finke in die Ermittlungen einschaltet...

Nach Organspende-Affären und Korruption im Profi-Fußball fassten die Verantwortlichen mit „Gift“ ein weiteres heißes Eisen an: die Entsorgung von Industrieabfällen und deren Folgen für die Umwelt. Der Fall ist recht komplex und lebt wieder einmal in erster Linie von der atmosphärischen Inszenierung Schulze-Rohrs. Dass Klaus Schwarzkopf einen über das übliche Maß weit hinausgehenden Gastauftritt hat, ist für Fans natürlich eine ganz besondere Freude. Zudem spielt Renate Grosser („Im Banne des Unheimlichen“), die sonst gerne mit kleineren Nebenrollen abgespeist wird, groß auf und entwickelt in ihren Szenen eine enorme Präsenz. Leider gibt man recht früh ohne Not einen Großteil des Rätsels preis, weshalb sich die Spannung in der Folge aus anderen Aspekten heraus entwickeln muss, was nur bedingt funktioniert.


Wieder einmal zeigt sich das Anliegen der Macher, auf aktuelle Missstände hinzuweisen. Der von Umweltdelikten eingerahmte Mordfall funktioniert besser als Trimmels „Platzverweis“, beraubt sich jedoch leider unnötig eines Großteils seiner Spannung. Dank der dichten Atmosphäre trotzdem 3,5 von 5 Punkten.

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