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Dieses Thema hat 49 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Prisma Offline




Beiträge: 7.541

30.11.2011 23:34
#16 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

Zitat von Gubanov

Wunderbar! Offenbar ist Marisa Mell überraschenderweise doch keine unfehlbare Allzweckwaffe, aber immerhin kann sich "Parapsycho" durch die Forumsordnung nun als waschechter "Nationaler Filmklassiker" bezeichnen.



Damit hast Du eigentlich vollkommen recht. Marisa Mell und Unfehlbarkeit schließt sich im Wesentlichen aus, das belegt schon ihre Filmografie und so mancher darin zu findenden Farce . Ihre Rolle in "PSI" gehört aber wirklich nicht dazu, jedenfalls nicht vergleichsweise. Ich sehe sie eben gerne mit einem verspielten Auge und sie fasziniert mich wie immer, mehr oder weniger ist das nicht.
Den Film habe ich mir übrigens mit Leuten angesehen, sie sich für Film generell, oder für Film dieser Zeit überhaupt nicht interessieren, auch Marisa Mell tangiert da Niemanden. Der Film ist schlicht und einfach nur klassisch durchgefallen...
Ein "Nationaler Filmklassiker" ist sicher nicht entstanden und möglicherweise habe ich hier und da ein wenig... übertieben, aber ich kann seinen Platz dort jetzt guten Gewissens als Bodensatz rechtfertigen

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

30.11.2011 23:52
#17 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

Zitat von Percy Lister
@ Prisma: Du hast mich mit Deinen ausgezeichneten Beiträgen zum Thema jedenfalls neugierig gemacht und ich könnte mir vorstellen, dass der Film durchaus seine Vorzüge hat. Gerade was die ungewöhnliche Herausforderung anbelangt, die an die weiblichen Darstellerinnen gestellt wurde oder auch das teuflische Spiel, das Mathieu Carriere mit Alexandra Drewes-Marischka treibt, all diese Facetten erzählen von einem düsteren Abenteuer, das sich dem geneigten Zuschauer erschließt.



Vielen Dank Percy Lister, das freut mich wirklich sehr! Auch ich muss sagen, dass mir diese Besprechung (aus der ja beinahe ein Blog geworden ist) unheimlich viel Spaß gemacht hat. Zuerst wollte ich lediglich die drei Episoden beschreiben und bin selbst überrascht, wie viel sich da rausholen ließ. Ich bin geradezu erstaunt darüber, dass ich "Parapsycho" noch einmal neu kennengelernt habe und mir meine eigene Begeisterung bezüglich des Films, neu bestätigen konnte.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.328

01.12.2011 08:02
#18 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

Zitat von Gubanov

Wunderbar! Offenbar ist Marisa Mell überraschenderweise doch keine unfehlbare Allzweckwaffe, aber immerhin kann sich "Parapsycho" durch die Forumsordnung nun als waschechter "Nationaler Filmklassiker" bezeichnen.



Hehe, immerhin habe ich auch gleich aufgemerkt und eine Notiz in mein Hinterköpfchen gestanzt, da Regisseur Patzak ja für eine meiner Lieblingskrimiserien (na, was wohl ) überhaupt und auch für Filmperlen wie "Kassbach" verantwortlich zeichnete. In diesem Sinne: auf die Hebung weiterer (inter)nationaler Filmklassiker!

Ich dachte anfangs schon hoch erfreut, Prisma plane nach der Sichtung von "Smokey und Baby und Bär" nicht nur eine Marisa Mell sondern zudem noch eine Patzak Werkschau

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

05.12.2011 14:32
#19 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten





Mit diesem Beitrag geht "Parapsycho - Spektrum der Angst" endgültig in die Schlussrunde, wobei so viele Runden eigentlich gar nicht geplant waren. Aber wie bereits gesagt, konnte ich diesen Film nochmal neu entdecken und mir persönlich veranschaulichen, dass diese schwierige Geburt doch seine Vorzüge besitzt, und das sehe ich unabhängig von der Liste der geschätzten Darsteller so.
Es scheint zunächst einfach zu sein, einen Film zu beschreiben, den Niemand kennt... es ist aber nicht so. Da ich dem Film natürlich kaum auf einer objektiven Ebene begegnen kann, muss ich mir rückblickend die Frage stellen, ob ich ihn nicht schamlos überbewertet habe, denn hier versuche ich gerade, ihn mit anderen Augen zu sehen. Haben die Beschreibungen "PSI" angemessen charakterisiert, ist Neugierde in diesem Fall eigentlich gerechtfertigt, ist es überhaupt normal, seine mitunter harten, brutalen und abstoßenden Szenen als progressiv anzusehen, sich darüber hinaus gut unterhalten zu fühlen? Im Endeffekt bleibt nur die Tatsache, dass bei "Spektrum der Angst" nichts normal zu sein scheint.
Insgeheim denke ich tatsächlich, dass ich den Streifen im Großen und Ganzen unterbewertet habe. Also suchte ich nach einem Mittelweg, doch der ist kaum zu finden. Sicher, ein "nationaler Filmklassiker" hat definitiv ein anderes Gesicht und zeigt sich in einem unaufdringlicheren, diskreteren Rahmen, aber fürs "Off Toppic" war er mir dann doch zu schade;) Ein Film, der versucht neue Wege zu gehen, könnte zumindest so aussehen, sollte er aber vielleicht nicht. Ein Film, den man unbedingt gesehen haben muss, hat dutzendfach³ andere Namen, aber ein Film, der im Ergebnis kaum eine vergleichbare Konkurrenz sieht, heißt wohl "Parapsycho - Spektrum der Angst".

Mich fasziniert diese Produktion in ihrer Unberechenbarkeit und beeindruckt mich förmlich in ihrer schonungslosen Herangehensweise. Die Finals der drei Episoden sind auch nach unzähligem Anschauen immer wieder hochintensiv, denkwürdig und erschreckend zugleich. Bemerkenswert finde ich außerdem, dass sich Peter Patzak mit seinem ungewöhnlichen Frühwerk über bestehende Grenzen hinweggesetzt hat und ein Ergebnis liefert, dass sich nicht gerade um die Sentiments des Zuschauers schert. Vor allem handwerklich gesehen, hat der Regisseur trotz allem eine wirklich ansprechende und gute Arbeit geleistet. Lange Rede, kurzer Sinn, ich persönlich halte es eigentlich immer für schlecht, wenn man anfängt, sich für einen Film zu rechtfertigen, (den man aus welchen Gründen auch immer ganz gerne mag, auch wenn es sich vielleicht nicht "schickt"). Ich habe es trotzdem hinlänglich getan und werde es daher bei dem Fazit belassen, dass mich "PSI" gestern wie heute begeistert hat.

Also, ganz in Manier des Vorspanns heißt es jetzt also:


---e n d e---

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.564

29.01.2012 14:15
#20 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

BEWERTET: "Parapsycho - Spektrum der Angst"
EPISODE I - Reinkarnation (Wiedergeburt)
mit: Peter Neusser, Marisa Mell, Leon Askin, Gertrud Roll, Wolfgang Gasser



Der österreichische Schauspieler Peter Neusser (Jahrgang 1932) begleitet den Zuseher durch eine (Männer)Phantasie, die vordergründig eine traumartige Situation heraufbeschwört, im eigentlichen Sinn jedoch das Rätsel um einen lange zurückliegenden Mord beinhaltet. Durch die mysteriöse Aura, die sowohl Kulisse, als auch Hauptdarstellerin Marisa Mell (Jahrgang 1939) verbreiten, wird der unnatürliche Tod des Mannes auf dem Rücksitz des Wagens in den Hintergrund gedrängt und erst am Ende der Handlung -sozusagen, nachdem Peter Neusser aus seinem (Alb)Traum erwacht ist- mit wissenschaftlichen Methoden in der nüchternen Umgebung eines Polizeibüros untersucht.
Wiedergeburt (= in vielen Religionen verbreitete Vorstellung der Seelenwanderung oder Wiederkehr der Seele eines Verstorbenen in einem Neugeborenen) scheint mir nicht der passende Titel für diese Episode zu sein. Vielmehr handelt es sich um eine Begegnung, wie sie innerhalb der Reihe "Merkwürdige Geschichten" passieren hätte können. Peter Neusser ist auf dem Weg nach Hause, zu seiner Frau und seiner Tochter. Dieser hat er eine blonde Puppe mitgebracht, die geheimnisvoll lächelnd in einer Schachtel thront und immer wieder -auch in den Liebesszenen- eingeblendet wird. Die Fahrt führt ihn an einem Begräbniszug vorbei, ein antik anmutender Sarg mit schwarzen Schleifen und einem Kreuz darauf weist auf kommendes Unheil hin. Doch jeder Mann in seiner Umgebung scheint nur an einem interessiert zu sein: dem Fußballspiel, das über Radio übertragen wird. Selbst ein Mitglied des Trauerzugs hat einen tragbaren Radioempfänger dabei. Als Peter Neusser auf dem Postamt telefonieren will, beachtet ihn kaum jemand und seine Fragen nach dem abgebildeten Schloss in der Telefonkabine stören den Beamten nur beim Radiohören. Neusser fährt weiter, als die aufpeitschende Atmosphäre des Fußballspiels plötzlich von den Klängen von "Für Elise" übertönt wird. Die Musik wirkt auf ihn wie die Flöte des Rattenfängers von Hameln und er biegt mit seinem Wagen in einen Seitenweg ein, der ihn zu dem mittelalterlichen Schloss führt. Neugierig sieht er sich das Gebäude an und wird bald von Leon Askin empfangen, der ihn für einen interessierten Mieter hält. Nach Einbruch der Dunkelheit fährt Marisa Mell vor. Sie hat eine Leiche auf dem Rücksitz ihres Autos und spricht Neusser an, als ob er ihr Komplize und Geliebter wäre. Die Gründe für den Mord werden nur angedeutet, denn der Aufenthalt im Schloss läuft nur auf eines hinaus: die Verführung Neussers durch Marisa Mell, die nach und nach ihre Garderobe ablegt, die von schwarzen Jettperlen bis zu ebensolchen Strümpfen alle Ingredienzen aufbietet, die Männer an sich entkleidenden Damen so aufregend finden. Explizite Szenen gibt es mit Ausnahme einer kurzen Nacktszene der Hauptdarstellerin keine zu sehen, Neusser bleibt sogar vollständig bekleidet. Der erotische Zauber, den Marisa Mell wie ein Spinnennetz um Neusser webt, soll seine Sinne verwirren und seinen Verstand trüben. Dies gelingt allerdings nicht, denn Neusser ist geistesgegenwärtig genug, um beim Verlassen des Schlosses das Feuerzeug und die benutzte Tasse der geheimnisvollen Dame mitzunehmen.



Auf die Fragen, die Neusser dem Kriminalbeamten am Ende stellt, könnte vielleicht folgende Erklärung aus "Geistersuche" von Simon Marsden (Eulen-Verlag, 1998) hilfreich sein: "Anscheinend nimmt jedes Tonobjekt, auch ein ganz gewöhnlicher Ziegelstein, die Ausrichtung des magnetischen Feldes des Ortes an, an dem es gebrannt wird; die Information wird in der kristallinen Struktur gespeichert und kann durch diese Methode sichtbar gemacht werden. Könnten solche Konzepte nicht auch zur Klärung der "Imprägnationstheorie" bei Geistererscheinungen dienen, derzufolge unbelebte Gegenstände wie Steine oder Holz, die in alten Gebäuden häufig zu finden sind, ihr eigenes Energiefeld haben, in das extreme menschliche Gefühlsregungen "eingeprägt" und bei Reaktivierung wieder abgespielt werden?"

Fazit: Eine unterhaltsame Folge in schönem Umfeld, bei der gerade in der ersten Hälfte poetische Bilder im Stil eines Peter Weir ("Picknick am Valentinstag", 1975) inszeniert werden. Leon Askin, der mit schwarzem Schlapphut und wissendem Lächeln um die alten Gemäuer schleicht, sorgt für ein wenig Suspense, während die beiden Hauptdarsteller zwei gegensätzliche Pole verkörpern: Eros und Thanatos auf Seiten von Marisa Mell und Realismus und Skepsis auf Seiten von Peter Neusser.

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

29.01.2012 15:44
#21 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

Anfangs erst einmal vielen Dank für Deine schöne und aussagekräftige Analyse und die gut abgestimmten Screenshots, Percy Lister! Für mich persönlich ist es ja ziemlich ungewohnt, etwas außerhalb des negativen Spektrums über "Parapsycho" zu hören, aber aus Deinen Zeilen macht sich eine unvoreingenommene und sachliche Herangehensweise bemerkbar. Und genau das ist es, was "PSI" dann unter Umständen doch zu einem experimentellen (kleinen) Erlebnis werden lassen kann. Die Stärken der Episode I erschließen sich durch diesen Beitrag und werden ihr viel gerechter, als das vielerorts der Fall war. Besonders Deine vielen Vergleiche die Du mit dem Szenario verbunden hast, haben mich nicht nur staunen lassen, sondern mir einen zusätzlichen interessanten Blickwinkel offenbart!

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.564

02.02.2012 19:39
#22 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

BEWERTET: "Parapsycho - Spektrum der Angst"
EPISODE III - "Telepathie - Hypnose"
mit: Mathieu Carriere, Alexandra Drewes-Marischka, Helmut Foernbacher, Jane Tilden, Edwige Pierre, Heinz Marecek, Guido Wieland

Telepathie (= Fernfühlen ohne körperliche Vermittlung), Hypnose (= durch Suggestion herbeigeführter schlafähnlicher Bewusstseinszustand)



Wien, eine Frau tritt auf den Balkonaufsatz ihres Fensters hinaus, sieht mit leerem, starrem Blick nach vorn und stürzt sich hinunter. Während die Polizei den Bürgersteig absperrt und die gaffende Menge fernhält, fährt eine Hochzeitsgesellschaft vorbei. Gut gelaunt macht man Scherze und beglückwünscht den Bräutigam zu seiner Braut. Nachdem die Frischvermählten im Quartier angekommen sind, das die (wohlhabenden) Brauteltern für sie ausgesucht haben, begibt sich die Braut ins Badezimmer, um sich frisch zu machen, als sie plötzlich den unerklärlichen Zwang spürt, das Haus zu verlassen, einen Wagen anzuhalten und sich zum Bahnhof bringen zu lassen, wo sie den Zug nach Mailand besteigt. Ihr verzweifelter Ehemann sucht sie überall und wendet sich an die Polizei. Seinem Schwiegervater erzählt er von der Begegnung mit einem Fremden, der Barbara in Mailand seine Anschrift gegeben hatte. Auch damals sei sie abwesend und zerstreut gewesen.....
Alexandra Drewes-Marischka ist Barbara, die jungverheiratete Frau aus besseren Kreisen, deren Unbeschwertheit nicht nur ihrem Mann gefällt, sondern auch das Interesse des geheimnisvollen Kunstmalers Mario geweckt hat. Mathieu Carriere ist ihr kongenialer Partner, dessen mysteriöse Aura und Unnahbarkeit der seiner Kollegin in keiner Weise nachstehen. Helmut Foernbacher ist der offizielle Mann an Drewes' Seite und verkörpert das bürgerliche Element, das sich auch in der barocken Überladenheit der Hochzeitssuite zeigt. Seine saloppe Art schlägt nach dem Verschwinden seiner Frau zwar in ernsthafte Besorgnis um, verhindert aber nicht, dass ihm seine Ehefrau ein zweites Mal entgleitet - und diesmal für immer. Er hat nichts aus der Geschichte gelernt und fällt nach Barbaras Rückkehr sofort in seine oberflächliche Leichtlebigkeit zurück. Jane Tilden bildet das Gegenstück zu Foernbacher. Sie ist als nächste Anverwandte von Carriere auf Ordnung der Verhältnisse, bei gleichzeitigem Schutz der betreffenden Personen aus, zeigt dabei jedoch konsequenteren Einsatz als der junge Mann. Freilich hat auch sie nicht bedacht, dass die Gefahr mit Barbaras Rückkehr zu ihrer Familie noch nicht gebannt ist. Diesen Vorwurf muss sie sich noch stärker gefallen lassen als Foernbacher, da ihr die Vorgeschichte mit der Holländerin, die Selbstmord begangen hat, bekannt war. Heinz Marecek, dessen symbiotische Freundschaft zu Mario ihn zum Mitwisser macht, bleibt schweigsamer Nutznießer der Situation und spürt zwar, dass das Verhalten von Mario gemeingefährlich ist, ringt sich aber nur eine halbherzige Aussage zu dessen Mutter ab. Er bleibt - ebenso wie die Anhalterin Edwige Pierre - eine Randfigur der Geschichte, die sich vor allem auf die beiden Hauptcharaktere konzentriert.
Mario hat aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung keine Möglichkeit, sich auf herkömmliche Weise mit einer Frau zu vereinen.
"Ich muss alle haben, weil ich keine haben kann." So sein Credo, das ihn, den "Krüppel" dazu bewogen hat, seinen Willen zur Unterwerfung fremder Frauen zu trainieren. Seine Anschauungen teilt er nicht nur seinem Freund (hier in mehr plastischer Form), sondern auch seinem Opfer mit (hier allerdings mehr in philosophischer Weise). Als Zentrum der Kontrolle und Bedrohung gleichermaßen steht die schwarze Wanduhr. Sie ist ein Synonym für Marios Urangst.
"Uhren sind unheimlich. Sie erinnern an den Tod. Warum halten wir alles für tot, was nicht so lebt, wie wir das Leben leben?"



Den "kleinen Tod" stirbt Barbara gleich nach ihrem Eintreffen in Marios Wohnung, wo er sie nur durch das Auflegen seiner Hand zu ekstatischer Wollust treibt. Er selbst bleibt in Miene und Gebärden unbewegt. Als sie in ihrer Erregung nach seinem Arm greift, zieht er diesen sofort zurück. Liegt hier wirklich nur eine Missbildung vor oder ist es auch die Angst vor zuviel Nähe? Sobald sich die "Beziehung" der beiden ein wenig normalisiert hat, fährt Mario nach Wien zurück, wo er die Wohnung seiner ehemaligen "Freundin" aufsucht, um dort Beweise für seine Schuld zu entfernen. In einer kurzen, aber sehr eindringlich gespielten Szene entfernt er Briefe und Karten, die auf seine Verbindung zu der toten Frau hindeuten. Auf dem Rückweg quält er Barbara durch telepathische Befehle aus der Ferne, während er bereits seinem nächsten Opfer begegnet. "And in and outside, I've turned to water like a teardrop in your palm...." Diese Textzeile aus "It must have been love" des schwedischen Duos Roxette symbolisiert die emotionale Abhängigkeit, in der Barbara ihre Zeit in Marios Wohnung fristet. Und immer wieder werden Barbaras Umgebung und Marios Lebensumfeld einander gegenüber gestellt. Mathieu Carriere, ohnehin von zeitloser, puristischer Erscheinung, erhält durch die schwarze Kleidung und die moderne Einrichtung seines Apartments eine progressive Aura, die mit der Opulenz von Barbaras Welt (Wiens historische Mauern und Venedigs Wasserwelten) konkurriert.
Billigend nimmt er in Kauf, dass seine Opfer Schaden an Körper und Seele nehmen; zu flüchtig sind die Beziehungen, die er zu ihnen aufbaut und zu groß das Vakuum, das er füllen muss. Er macht sich zum Herrn über Leben und Tod, indem er den Frauen die Daseinsberechtigung entzieht, wenn sie ihn verlassen.

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

02.02.2012 22:01
#23 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

Percy Lister, vielen herzlichen Dank für diese hochkarätige Analyse und die heißersehnte zweite Meinung! Ich bin tatsächlich einmal mehr erstaunt über die neuen Denkanstöße, da ich nach meinen eigenen, zahlreichen Auseinandersetzungen mit "Parapsycho - Spektrum der Angst" dachte, dass ich diesbezüglich ausgelernt habe. Meine eigene Besprechung der Episode III, die ich ja versuchte, vielleicht so sachlich oder besser gesagt so objektiv wie möglich zu gestalten?... wird ihr letztlich viel weniger gerecht, da ich mich hauptsächlich in die obligatorischen Negativkritiken eingereiht habe, die ich eigentlich immer als sehr ungerechtfertigt empfunden habe. Hier kommt aber nochmals das Problem der Produktion zu Tage, da es sich als sehr schwierig erweist, den roten Faden und die Identität dieses Films neben der groß angelegten und provokanten visuellen Keule herauszufiltern. Ich bin richtig begeistert wie spielend Du das geschafft hast

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

04.02.2012 16:15
#24 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

Zitat von Prisma

Also, ganz in Manier des Vorspanns heißt es jetzt also:

---e n d e---


Diese Aussage habe ich mir soeben an den Hut gesteckt und ich lasse es (hoffentlich mit weiterer Schützenhilfe von Percy Lister) dann doch liebend gerne weitergehen;) Jahre lang sucht man und sucht man, und findet eigentlich nichts erbauliches (oder gar nichts) über diese Produktion mit Verschollenheitscharakter. Umso entzündeter waren vorhin meine Augen, diese schmeichelhafte und aussagekräftige Zusammenfassung von "PSI" zu finden und zu lesen; der Film bekam sogar offenbar eine Wiederaufführung. Steht etwa auch eine Wiedergeburt an?

WIEDERENTDECKT
Parapsycho – Spektrum der Angst
BRD/A 1975, R: Peter Patzak, B: Géza von Radvanyi, Peter Patzak, K: Atze Glanert, D: Mathieu Carrière, Marisa Mell, Leon Askin, Debra Berger, William Berger, 105’ 35 mm

So etwas sieht man nicht alle Tage: Ein Mann landet erst in einem Spukhaus, dann im Bett mit einer Toten, eine andere Tote sucht einen Professor heim, dazu ein mysteriöser Autounfall und ein psychotischer Künstler. Parapsycho – Spektrum der Angst ist ein episodischer Film um Seelenwanderung, Reinkarnation, Telepathie, in den knalligen Farben des Horrorkinos der 1970er Jahre. Bevor er 1976 mit Kottan ermittelt eine der bekanntesten Serien des österreichischen Fernsehens erschuf, war Peter Patzak ein wichtiger Vertreter des „Neuen österreichischen Films“, der in den frühen 1970er Jahren angetreten war, die lokale Filmindustrie zu erneuern. Sein zweiter, von einer Münchner Firma produzierter Spielfilm Parapsycho zeugt von Patzaks wilder Experimentierfreude und seiner Bewunderung für die britischen Horrorfilme und italienischen Gialli der Epoche. Deren Lust am unfeinen Grusel und an der exaltierten Befreiung der Form prägen auch Parapsycho. Ein verführerisch funkelnder Solitär, der in der deutschen und österreichischen Filmgeschichte ebenso wie in der Filmografie seines Regisseurs ohne echte Nachfolger blieb. Wie zeitgenössische Quellen belegen, gaben immerhin selbst waschechte Parapsychologen dem Film ihren Segen. (lf)

Einführung: Lukas Foerster
am 6.1.2012 um 21.00 Uhr


(Quelle: http://www.dhm.de/kino/wiederentdeckt_2012_1_2_3.html)

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

07.02.2012 00:27
#25 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

PARAPSYCHO, DAS FASZINIERTE AUGE UND DER ZWEITE BLICK ÜBER DEN TELLERRAND

Momentan sorgt dieser Film bei mir persönlich wieder für Furore, es ist etwa vergleichbar mit dem unvergesslichen Eindruck der Erstsichtung. Wie ich ja schon erwähnt habe, ist es nicht zuletzt Percy Lister zu verdanken, "Parapsycho" in einem mir bislang völlig unbekannten Licht zu sehen, was mehr in die Richtung Ästhetik und Tiefe geht, die auch ich ihm ehrlich gesagt, meistens abgesprochen habe. Hier sieht man, wie wichtig die andere Meinung, der andere Blickwinkel, der unterschiedliche Impuls generell ist, aber auch im Film sein kann. Eindrücke setzen und manifestieren sich, wenn man dann um eine bestimmte Sache nur seine eigenen Ansichten zur Verfügung hat und diese nicht weiter entfalten kann. Jahre der negativen Einschätzungen führen zwangsläufig dazu, dass man als "Einzelkämpfer" etwas müde wird. "PSI" ist so ein Fall. Ich hatte nie wirklich große Hoffnungen, dass der Film irgendwo außergewöhnlichen Zuspruch finden würde, auch war mir stets klar, dass ihn Niemand genauso mögen wird, wie ich das tue. Das ist auch überhaupt nicht weiter schlimm und gar keine unerträgliche Gewissheit. Schade fand ich nur immer, dass er nie eine ernsthafte Chance bekommen hat, selbst nicht von Marisa Mell Anhängern, wo ich immer die kleine Hoffnung auf Wertschätzung gewittert habe. So entsteht natürlich die Frage, ob es ausschließlich an der Produktion selbst liegt? "Parapsycho - Spektrum der Angst" blieb für einen deutschen Film in der Tat ohne Konkurrenz, das darf man ruhigen Gewissens behaupten. An zeitgenössischen Elementen und an der Darstellerriege habe ich mir stets eine ganz normale Zuschauerorientierung hergeleitet, was allerdings in hochgradigem Kontrast zu den denkwürdigen Inhalten steht. Das sind in erster Linie nicht einmal die ausgefallenen Erotikeinlagen, sondern die knallharten Schockeffekte, bei denen viele einfach nicht bereit sind, sie sich anzusehen, was davon mal abgesehen auch vollkommen nachvollziebar ist. Mir gehen erneut viele Fragen durch den Kopf... Was wollte man eigentlich mit diesem Film erreichen, mir kommt es so vor, dass man einen Misserfolg billigend in Kauf nahm, um ein Unikat zu schaffen. Ich weiß, ich philosophiere über diese Produktion gerade so, als ob es sich um einen verkannten Klassiker handeln würde. Doch muss man Regie und Endprodukt nicht trotzdem eine gewisse Achtung bescheinigen oder Anerkennung gegenüberbringen für einen Einzelgänger, für einen Film der anders werden wollte als Seinesgleichen? Persönlich denke ich das schon, denn ich habe das Ausgefallene und das demonstrative Ignorieren des Einheitlichen immer bewundert. Mal schauen, was "Parapsycho - Spektrum der Angst" in der nächsten Zeit noch alles zu bieten haben wird...

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.564

16.03.2012 19:48
#26 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

BEWERTET: "Parapsycho - Spektrum der Angst"
EPISODE II - Metempsychose (Besitznahme durch die Seele eines Toten)
mit: William Berger, Mascha Gonska, Debbie Berger, Signe Seidel, Karl Heinz Martell

Ein Professor der Pathologie (William Berger) hat ein Verhältnis mit einer Medizinstudentin (Mascha Gonska). Seine Frau (Signe Seidel) weiß seit geraumer Zeit davon. Gemeinsam mit ihrer 17-jährigen Tochter (Debbie Berger) holt sie ihren Mann nach einer Vorlesung ab. Absichtlich steuert sie den Wagen mit erhöhter Geschwindigkeit durch eine dicht bepflanzte Allee. Es kommt, wie es kommen muss: Das Auto überschlägt sich, der Professor und seine Tochter werden nur leicht verletzt, während Debbies Mutter noch am Unfallort stirbt. Wochen nach dem Unglück scheint das Leben wieder in geordnete Bahnen zurückzufinden. Der Professor will sich künftig mehr um seine Tochter kümmern und stellt Mascha eine Trennung in Aussicht. Diese scheint der Vorschlag nicht weiter zu bekümmern, doch spricht sie offen die Möglichkeit einer Selbsttötung aus. "Dazu hat jeder jederzeit ein Recht", meint der Pathologe, der wöchentlich Leichen auf seinem Seziertisch hat und die Worte seiner Geliebten nicht ernst nimmt. Nach einer letzten Liebesnacht kehrt Mascha bedrückt nach Hause zurück, während Debbie und ihr Vater sich aussprechen.
Noch in der selben Nacht nimmt die Medizinstudentin eine Überdosis Schlaftabletten und schlitzt sich die Pulsadern auf. Langsam verblutet sie in der Badewanne.
Bereits als sie den Entschluss zum Selbstmord fasste, überkam Debbie eine körperlich spürbare Angst und sie wand sich in Schmerzen. Am nächsten Morgen wird Mascha in der Pathologie obduziert und Debbie spürt jeden Schnitt am eigenen Körper. Völlig entkräftet stirbt sie. Ihrem Vater bleibt nichts weiter, als ihr die Augen zu schließen. Fassungslos steht er an ihrem Totenbett.



Das Thema Selbstmord fungiert in diesem Film als Strafe für einen verhassten Menschen. Indem sich zwei Frauen selbst töten, verschaffen sie ihren Mitmenschen Agonie und Schmerzen; ihre Absicht ist es, den Anderen ebenfalls leiden zu lassen. Zunächst sehen wir das aufgebrachte Gesicht der eifersüchtigen Signe Seidel, die das Auto zielgerichtet in den Tod steuert; später sehen wir den trotzigen Blick von Mascha Gonska, die spürt, dass die Familie ihrem Geliebten doch wichtiger ist als eine Liebesbeziehung mit einer seiner Studentinnen. "Wir lieben nie einen anderen Menschen, wir lieben immer nur uns selbst in dem Anderen." Die Worte des Professors deuten auf eine realistische Weitsicht hin. Er erkennt, dass das auf sexueller Anziehung basierende Verhältnis von vorübergehender Natur ist. Er unterschätzt den starken Willen seiner Geliebten. Die jungen Frauen wissen voneinander, begegnen sich aber nie. Durch Parallelmontagen wird ihr Schicksal unheilvoll miteinander verbunden, wobei die gemeinsamen Gesten und Handlungen immer schneller ablaufen und das bittere Ende vorwegnehmen. In kurzen Pausen wird mehrmals der Friedhof eingeblendet, wo der Gärtner das welke Laub und die verfaulten Blumen wegräumt und frische Pflanzen einsetzt.
William Berger wird von Hellmut Lange synchronisiert, der der Figur Ruhe und Vertrauenswürdigkeit verleiht. Er wirkt zu Beginn souverän, verliert jedoch mangels genauer Erforschung der Beweggründe für das Verhalten seiner Tochter gegen Ende an Profil. Er wirkt hilf- und ratlos, was gerade bei einem Mann der Wissenschaft befremdlich wirkt. Er vertraut den Instrumenten seiner Zunft blind und glaubt, mit dem Sezieren eines Menschen all seine Geheimnisse aufgedeckt zu haben. Die blutleere Leiche von Mascha Gonska wird aufgeklappt wie ein Buch, dessen Seiten unbeschrieben sind. Tatenlos muss der Professor zusehen, wie ihm die Sache aus den Händen gleitet und seine Tochter durch eine Tote mit in den Abgrund gerissen wird. Peter Patzak wird in Episode II am deutlichsten und die Nahaufnahmen der Leichenöffnung waren wohl mit ein Grund, dass der Film auf den Index gesetzt wurde. Dabei zählen diese Aufnahmen nicht einmal zu den verstörendsten des Projekts "Parapsycho". Viel tiefschürfender sind die Szenenfolgen aus Episode III, die das Ausmaß einer zerstörerischen Abhängigkeit in melancholischen Traumbildern zeigen, die den Tod als verführerische Alternative zum Leben präsentieren.
Debbie Berger und Mascha Gonska zeigen die beiden unterschiedlichen Frauen in natürlicher Alltagstauglichkeit, wobei Gonska alles zeigt und trotz sinnlicher Momente sehr unnahbar wirkt. Ein besonderes Lob sei den Herren Richard Schönherz und Manuel Rigoni ausgesprochen. Ihre Musik trägt nicht unwesentlich zur Wirkung des Films bei und zieht den Zuseher in einen Sog von sehnsuchtsvoll empfundener Anteilnahme.

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

30.03.2012 15:54
#27 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

PARAPSYCHO - SPEKTRUM DER ANGST
INFORMATIONEN DER PRESSEABTEILUNG DER CINERAMA FILMGESELLSCHAFT MBH.



Die voneinander unabhängigen Episoden dieses Films wurden aus einer Reihe von wissenschaftlichen Werken und Tatsachenberichten über PSY, Parapsychologie, Reinkarnation, Metempsychose, Telepathie, Telekinese u.a. ausgewählt, dramaturgisch bearbeitet und von den Drehbuchautoren Geza von Radvanyi und Peter Patzak spielfilmgerecht aufgelöst.

"Wir wundern uns über gar nichts mehr, nach all dem, was bei den Dreharbeiten an Unheimlichem und Unerklärlichem passiert ist", erklärten übereinstimmend Darsteller und Techniker des Films PARAPSYCHO - Spektrum der Angst, der sich mit den Phänomenen der ASW, der außersinnlichen Wahrnehmungen befasst. Die Serie der geheimnisvollen Geschehnisse reichte von Autounfällen, zerspringenden Gegenständen bis hin zum beklagenswerten Tod eines Kleindarstellers, wobei alle Vorfälle in einem Zusammenhang mit dem Inhalt des Films gebracht werden konnten.

Der Okkultismus, das Metaphysische, das Übersinnliche hält die Menschheit immer noch in Atem. Erik von Dänikens Buch "Erscheinungen" steht seit Wochen und Monaten auf den Bestsellerlisten. Zeitschriften, Fernsehen, die Massenmedien bieten dem interessierten Publikum eine Fülle von Fällen. Wissenschaftler in aller Welt befassen sich in zunehmendem Maße mit den ASW, mit den außersinnlichen Wahrnehmungen. Phänomene wie Seelenwanderung, Telepathie, Reinkarnation geistern durch die Gesprächsrunden aller Bevölkerungsschichten, PSI, sechster Sinn, oder wie immer man dieses faszinierende Rätsel nennen mag, ist einfach "in".

Auch der Film - und warum sollte er nicht? - zieht mit und tischt dem sich angenehm gruselnden und zitternd erwartungsvollen Publikum unheimliche Geisterstunden auf. So kommt jetzt als neuestes Lichtspiel der Film des Wiener Regisseurs Peter Patzak in die Kinos, der mit seinem Titel "PARAPSYCHO - Spektrum der Angst" eindeutig ansagt, was er aussagen will. Er ist unterteilt in drei Episoden, sein Drehbuch, dass der Regisseur selbst in Zusammenarbeit mit Geza von Radvanyi schrieb, basiert auf überlieferten wahren Begebenheiten und Interviews mit russischen Wissenschaftlern aus einem Sachbuch von Oestrander/Schroeder. Und Peter Patzak weiß allerlei Unheimliches und Übersinnliches von den Dreharbeiten zu berichten, von einem rätselhaften Todesfall eines Darstellers, von geheimnisvollen Autounfällen und unerklärlichem Verschwinden von Requisiten.

Die drei voneinander unabhängigen Episoden heißen "Reinkarnation", "Metempsychose" und "Telepathie". Regisseur Peter Patzak hat eine lange Liste von namenhaften Darstellern aufgeboten, die ebenfalls je nach Veranlagung, die Dreharbeiten nicht unbeeindruckt überstanden. Marisa Mell, die in Rom wohnende aparte Schönheit und Star der ersten Episode, gibt unumwunden zu, dass sie ohnehin medial veranlagt ist und dass vieles Befremdliche während der Arbeit für sie nur Bestätigung war [...] Auch Mascha Gonska, die sich ansonsten für "stinknormal" hält, sagt, sie habe bei diesem Film und seinen täglichen Unheimlichkeiten das Gruseln gelernt [...] In der dritten Episode [...] sehen wir nach langer Filmpause wieder Alexandra Drewes-Marischka, mit Filmregisseur Franz (Zwetschi) Marischka verheiratet und vielen TV-Zuschauern als Vico Torrianis Assistentin im "Goldenen Schuss" in guter Erinnerung.

Alles in allem, "PARAPSYCHO - Spektrum der Angst", der in Kürze in den Kinos anläuft, ist ein Film, der sein Geschäft mit der Angst vor dem Unheimlichen sicherlich machen wird.

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

31.03.2012 22:46
#28 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

Mit diesem schönen Presseheft des Verleihs, musste ich auch an einige andere Cinerama Filme denken, und mir fiel auf, dass ich nie eine Verleihmarke der Firma gesehen, oder eine Fanfare gehört habe, wie beispielsweise bei Constantin-Film oder Gloria. Das Cinerama-Logo kenne ich eigentlich nur von Plakaten und Filmzubehör. Daher die Frage: führte Cinerama wie es üblich war überhaupt jemals den Vorspann eines Films an, oder hatten sie keine Verleihmarke wie bei den anderen genannten Firmen? Weiß da jemand vielleicht etwas näheres drüber?

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

02.04.2012 12:21
#29 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

PARAPSYCHO - SPEKTRUM DER ANGST
INFORMATIONEN DER PRESSEABTEILUNG DER CINERAMA FILMGESELLSCHAFT MBH.



DREIMAL SCHWARZER KATER -
UNHEIMLICHES, ÜBERSINNLICHES BEI DREHARBEITEN
ZU EINEM SENSATIONELLEN FILM ÜBER ASW,
DIE AUßERSINNLICHEN WAHRNEHMUNGEN

Gruseliges, Grauseliges, Unheimliches und Unerklärliches passierte bei den Dreharbeiten zu dem Film "PARAPSYCHO - Spektrum der Angst", der sich mit eben diesen Phänomenen des Übersinnlichen befasst und auseinandersetzt. Das Team, Hauptdarsteller wie Filmemacher, erlebten eine wahre Serie von geheimnisvollen Vorfällen, die bis zum beklagenswerten Tode eines Darstellers einer Nebenrolle reichte. Ein fünfzigjähriger Mann namens Wiesinger war zwei Tage nachher plötzlich tot.

"Es gab Dinge, die uns allen die Gänsehaut auf den Rücken trieb", sagte Peter Patzak, der Wiener Regisseur des Films, der auch nach "wahren Begebenheiten aus wissenschaftlich einwandfreien Quellen" das Drehbuch schrieb. Im Spukzimmer des österreichischen Schlosses Therasberg, wo gedreht wurde, wagte jedenfalls nach den Warnungen des Besitzers keiner zu wohnen.

Peter Patzaks englischer Roover-Wagen streikte urplötzlich an einem Lichtmaschinenschaden, an den Patzak wenige Minuten zuvor nur gedacht hatte. Eine schöne Habsburger Vase fing an zu schwanken und fiel vom Schreibtisch.

Hauptdarstellerin Marisa Mell, "Ich bin medial veranlagt und wundere mich über nichts!" beobachtete bei einem Blick in den Spiegel ihrer Garderobe, wie plötzlich und völlig selbstständig einer ihrer langen Ohranhänger zu schwingen begann und zu Boden fiel.

Mascha Gonska, zuletzt Partnerin von Romy Schneider in TRIO INFERNAL, büßte bei einer Fahrt zum Filmmotiv ihren Wagen, ein Auto-Bianchi ein. "Ich bin stinknormal, aber alle diese Autounfälle - es passierten ja noch drei weitere während der Dreharbeiten - sehe ich in einem unerklärlichen Zusammenhang mit dem Film, in dem ein grässliches, von einer Frau absichtlich herbeigeführtes Autounglück eine wichtige Rolle spielt".

Auch Peter Patzak hatte neben dem Lichtmaschinenschaden an seinem Roover später Totalschaden. Ein Produktions-Mercedes mit wertvoller Fracht wie Mascha Gonska, (Django-) William Berger und Tochter Debra sowie Regisseur Patzak kam von der Straße ab. Und schließlich zerschellte der Fiat des Filmarchitekten Peter Manhardt, der sich selbstständig gemacht hatte und führerlos bergab gerollt war, an einem Pförtnerhaus auf dem Filmgelände.

"Ob ich an diesen ganzen Quatsch glaube?" William Berger zündet sich eine Zigarette an, "Klar, es gibt einfach Dinge, die wir nicht verstehen aber nehmen müssen wie sie sind". Und Synchron-Regisseur Conrad von Molo, der den Film eindeutschte, hält es durchaus für möglich, in einem intelligenten Film metaphysische Dinge darzustellen. "Indes laufen wir Filmemacher bei der Eigenart unseres Mediums leicht Gefahr, dass unsere dargestellten Bilder als Tricks abgewertet werden".

Nun, das möge das Publikum entscheiden, wenn es in Kürze die unheimlichen Fälle von Reinkarnation, Telepathie und Seelenterror in diesem Film zu sehen bekommt und vielleicht feststellen muss: Es gibt Dinge auf dieser Welt, die gibts gar nicht.

Prisma Offline




Beiträge: 7.541

03.04.2012 23:31
#30 RE: Parapsycho - Spektrum der Angst Zitat · antworten

PARAPSYCHO - SPEKTRUM DER ANGST
INFORMATIONEN DER PRESSEABTEILUNG DER CINERAMA FILMGESELLSCHAFT MBH.



VORSTOß IN NEUE DIMENSIONEN.
AUCH DER FILM VON REGISSEUR PETER PATZAK BEFASST SICH MIT DEM ÜBERSINNLICHEN.

Man möchte fast sagen: wir leben in einer Zeit der okkulten Explosion, die auf unserer Erde stattfindet. Das Interesse gegenüber dem Übersinnlichen ist heute größer als je zuvor. Doch nicht nur die Neugier breiter Bevölkerungskreise ist geweckt, auch Wissenschaftler in allen Teilen der Erde befassen sich in zunehmendem Maße mit parapsychologischen Erscheinungen.

Die Erforschung paranormaler Vorgänge und außersinnlicher Wahrnehmungen ist auf der ganzen Welt zu einer ernsthaften Wissenschaft geworden. Das Vorhandensein von PSI, den geheimnisvollen Kräften, und ASW, den außersinnlichen Wahrnehmungen, wird kaum noch geleugnet. Selbst angesehene Nobelpreisträger sind in die Diskussionen mit einbezogen. Die Physik beginnt, die bisher festgeschriebenen Gesetze der Natur umzuwerfen und versucht, sie neu zu ordnen. Unser Jahrhundert scheint im Begriff zu sein, mit Hilfe seiner entwickelten Technik und seinen Erkenntnissen die Grenzen des Unbegreiflichen zu überwinden. Die Menschheit scheint bereit, neben dem Mondflug und der Erforschung des Weltalls in neue Dimensionen vorzustoßen.

Dabei sind die übersinnlichen Kräfte und die außersinnlichen Wahrnehmungen bei all ihrer Aktualität im Grunde nichts Neues. Die alten Ägypter hatten nach Überlieferungen bereits um 5.000 vor Christus den Glauben an das Übernatürliche fest in ihren Vorstellungsbereich einbezogen. Durch Jahrtausende lassen sich bei den Römern, Griechen, Babyloniern, Chinesen und anderen Zivilisationen das Wissen von übersinnlichen Dingen und die Kenntnis von übernatürlichen Kräften nachweisen. Die Realität der außersinnlichen Wahrnehmungen ist seit Alters her eine Frage des Glaubens gewesen, "heute ist sie nur noch eine Frage des Wissens", erweitert diese These Hans Eysenck, der zu den bedeutendsten Wissenschaftlern der Neuzeit zählt und der sich mit Parapsychologie ebenso befasst wie Siegmund Freud, Max Planck oder Bertrand Russel.

Der Okkultismus ist das Phänomen unserer Zeit schlechthin. Bücher über Erscheinungen stehen auf den Bestsellerlisten. Zeitschriften, Fernsehen, die Massenmedien bieten dem interessierten Publikum eine Fülle von Stoff und Denkanstößen. Auch der Film befasst sich mit dem Thema und versucht, Rätsel, Wunder zu diskutieren, metaphysische Dinge darzustellen, auch wenn er damit leicht Gefahr läuft, dass seine Bilder als Tricks abgewertet werden.

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