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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 960 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

12.11.2011 21:05
Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

Paul Temple und der Fall Madison

Kriminalhörspiel nach Francis Durbridge. • Produktion: WDR 1955.
• Mit: René Deltgen (Paul Temple), Ursula Langrock (Steve, seine Frau), Herbert Hennies (Charlie, sein Diener), Kurt Lieck (Sir Graham Forbes), Heinz Schimmelpfennig (George Kelly), Lilly Towska (Stella Portland), Erika Kiessler (Moira Portland), Walter Reymer (Sam Portland), Peter René Körner (Hubert Green), Heide Lorenz (Eileen Green) u.v.a. • Regie: Eduard Hermann. Vertrieben vom Audioverlag: Einzelausgabe: LinkDie große Paul Temple Box: Link (Fälle 2, 3, 4, 7, 9)



Zitat von Paul Temple und der Fall Madison (Der Audioverlag)
Auf der Überfahrt von New York nach England trifft Paul Temple an Deck auf den Millionär Sam Portland. Dieser erzählt im die Geschichte seines Lebens: Im Jahr 1914 wurde er auf der Portland Bridge verhaftet und die Polizei stellte fest, dass er unter Amnesie leide. Er hat nie etwas über seine Vergangenheit herausfinden können, bewahrt jedoch den englischen Penny, den er damals in seiner Tasche trug, in Ehren. Dieser führte den undurchsichtigen britischen Privatdetektiv Madison schließlich auf eine heiße Spur. Portland macht sich also auf den Weg, wird aber noch an Bord des Schiffes tot aufgefunden. Madison dagegen scheint gar nicht zu existieren ...


Mit den Worten „Schön, dass Sie wieder da sind!“ grüßt Sir Graham Forbes Paul Temple nach der Rückkehr von einer Amerika-Reise. Natürlich möchte man zustimmen, denn schon in der ersten Szene findet man alles wieder, was das Personal der WDR-Hörspiele so liebenswert macht: Die Sticheleien zwischen Temple und seiner Frau Steve (dieses Mal von Ursula Langrock statt von Annemarie Cordes gesprochen), der unmanierliche Diener Charlie und eben Sir Graham Forbes, der den Anstoß für ein neues Abenteuer gibt. Und was das für ein Abenteuer ist! Leichen pflastern einmal mehr Paul Temples Weg, der Bodycount, den „Madison“ erreicht, dürfte wohl locker mit den grausligsten Wallace-Filmen mithalten können. Wurfmesser gibt es, Boote explodieren, Flugzeuge stürzen ab und überfahren wird auch der eine oder andere. Dass all das im Umfeld eines notorischen Nachtklubs geschieht, brauche ich wohl nicht zu erwähnen ...
„Froh, wieder in England zu sein?“ fragt Sir Graham als nächstes. Erneut spüre ich mich nicken: Als Schauplätze wird wieder einmal nur das Beste vom Besten aufgefahren, darunter das Kreuzfahrtschiff, die Park Lane, das Hotel Ritz, der St James’s Park und ein Landhaus mit zugehörigem Bootshaus, in dem nach altbekannter Christie-Manier natürlich eine Frauenleiche nicht auf sich warten lässt. Auch die Wohnung der Temples spielt eine große Rolle – gleich zu Beginn wird dort mitten in der Nacht eingebrochen und es kommt zu einem Zweikampf zwischen Paul und einem der gefühlten fünfzig Bösewichte. Doch auch Steve wird dieses Mal in Ermittlungsposition gehoben, anstatt nur als Entführungs- oder Geiselopfer zur Verfügung zu stehen. Sie reist unter einer falschen Identität den Verbrechern nach und darf sich im Rahmen dieser Aktion in einem Flugzeug als Revuesängerin Gloria Wade in Szene setzen. Auch wenn Ursula Langrock an einigen Stellen etwas fahriger klingt als Annemarie Cordes, darf ihre Performance vor allem aufgrund dieser „Doppelrolle“ doch als gelungen angesehen werden. Auch in der Schlussszene brilliert sie noch einmal, indem sie alle Lachmuskeln strapaziert.
Zu den interessantesten Charakteren des Falles Madison (der durchweg „Maydison“ ausgesprochen wird – dafür buchstabiert man gekonnt auf Englisch) zählt der polizeiliche Kontaktmann Archie Brooks, der von Alwin Joachim Meyer – fünf Serienauftritte, auch zu hören in „Jonathan“, „Margo“, „Genf“ und „Lawrence“ – gesprochen wird und mich auf die Idee brachte, für einige Rollen des Hörspiels eine Besetzung für eine mögliche TV-Umsetzung zu notieren. Spontan fielen mir ein:

Paul Temple: René Deltgen (Ehrensache)
Steve Temple: Margot Trooger
George Kelly: Wolfgang Wahl
Moira Portland: Renate Ewert
Hubert Green: Herbert Tiede
Archie Brooks: Erik Schumann

„Archie Brooks frisst unter der Bank schon wieder einen Ananas-Chunk.“ Lustige Sprüche wie dieser verleihen dem „Fall Madison“ die nötige Leichtigkeit, um über einen Mord nach dem anderen mit so süffisanter Leichtigkeit hinwegblicken zu können wie Paul und Steve Temple. Mordsmäßige Unterhaltung – oder in den Worten des Magazins Brigitte: „Wer das Krimi-Hörspiel liebt, muss Paul Temple hören.“ Logo. Hören. Hören. Hören!


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Georg Offline




Beiträge: 2.973

14.03.2012 16:25
#2 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

Die Geschichte rund um den Mann, der seine Identität nicht kennt, ist sehr originell und selbst für Durbridge mal was Neues. Die Zutaten zu diesem Hörspiel sind allerdings die altbekannten (sie wurden von Gubanov bereits erwähnt).
Ursula Langrock als Steve gelingt es hier die ohnehin fabelhafte, aber diesmal absente Annemarie Cordes zu übertrumpfen, sie klingt ein wenig "überdrehter", wobei das positiv aufzufassen ist. Heinz Schimmelpfennigs rauhe Stimme fügt sich gut zu dem undurchsichtigen Robert Kelly.
Amüsant auch hier wieder, wie man betont "englisch" tun wollte und fleißig das Alphabet mit britischer Aussprache buchstabiert (auch das wurde von Gubanov schon erwähnt), dafür mangelt es an der richtigen Aussprache anderer Namen. Na ja, liebenswert allemal.
Im Übrigen ist der Trick, bei dem Paul Steve Schlaftabletten gibt, damit diese nicht in der finalen, gefährlichen Szene mit dabei ist, nicht neu. Genau dasselbe versucht der Meisterdetektiv in dem Hörspiel "Paul Temle and Steve". Dort ist Pauls Vorgehen übrigens genauso wenig effizient.
Schließlich würde ich sagen, dass "Der Fall Madison" sicherlich für Hochspannung sorgt, aber sicherlich noch nicht den Höhepunkt der Hörspielreihe rund um den Kriminalschriftsteller darstellt.

P.S.: @ Gubanov: Bei einer filmischen Umsetzung fände ich übrigens auch Wolfgang Wahl als sehr gelungene Besetzung für Robert Kelly!

Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

14.03.2012 19:39
#3 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

Zitat von Georg
P.S.: @ Gubanov: Bei einer filmischen Umsetzung fände ich übrigens auch Wolfgang Wahl als sehr gelungene Besetzung für Robert Kelly!


Du meinst George Kelly? Oder gibt es hier wieder einen Fall einer Durbridge'schen Namensänderung, etwa im Vergleich zum englischen Hörspiel?

Georg Offline




Beiträge: 2.973

14.03.2012 20:33
#4 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

... ja natürlich George Kelly!

Baal1985 Offline



Beiträge: 30

01.06.2012 11:06
#5 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

Eigentlich ein wirklich guter actiongeladener Plot. Auf die gute Verkoerperung der Steve wurde ja schon hingewiesen. Ich persoenlich mag ihren femininen Touch, den sie der Rolle verleiht. Das einzige, was ich zu kritisieren habe, ist die Aufloesungsszene. Ich werde auch nach wiederholtem Hoeren das Gefuehl nicht los, dass Durbridge die Aufloesung erst zum Schluss "konstruiert" hat. Denn genauso wirkt diese auch.

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

01.06.2012 20:06
#6 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

Hey, noch ein Durbridge-Fan, willkommen! Durbridges Plots wirkten ja sehr oft sehr konstruiert, aber Du hast Recht, bei "Madison", einem vergleichsweise auch recht blutigen (weil viele Leichen) Hörspiel, fällt es ganz besonders auf.

Vandyke Offline



Beiträge: 34

26.10.2014 17:00
#7 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

Meiner Meinung nach ist es bei keinem der anderen Temples einfacher auf den geheimnisvollen Mr. Madison zu kommen. Ansonsten gefällt mir die Geschichte aber. Besonders hervorheben möchte ich hier die Besetzung von Steve mit Ursula Langrock, die der Rolle mehr Sex-Apeal gibt als die anderen Darstellerinnen. Aber um noch mal auf meine Kritik zu kommen, die Story wirkt schon sehr auf dem Reißbrett konstruirt. Erfreulich ist aber z. B. dass bei den Darstellern wieder Curt Faber als Inspektor Vosper diesmal (weiß jemand warum dieser immer einen neuen Darsteller bekam?) dabei ist. Für einen Inspektor hat er die richtige Stimme. Auch Alf Marholm wirkt in seiner kleinen Inspektorenrolle gut besetzt. Ein Highlight ist für mich auch wieder Alwin Joachim Meyer als Chuncky Brooks. Leider sind Meyers Rollen immer sehr klein und hier muss er auch wieder früh sterben, nicht ohne wie im Fall Jonathan noch einen wichtigen Hinweis zu röcheln.
Im Roman, den Durbridge rund 30 Jahre später veröffentlichte, ist das Ende etwas anders geschrieben worden. Im Hörspiel ist es aber dramatischer.

schwarzseher Offline



Beiträge: 397

24.10.2018 18:05
#8 RE: Bewertet Hörspiel: "Paul Temple und der Fall Madison" (1955, 4) Zitat · antworten

Da ich irgendwie immer um PT herum gegangen bin ? bin ich natürlich auch bei den Hörspielen ein Nachzügler.Aber trotzdem "arbeite"ich sie jetzt nacheinander (oder vielmehr durcheinander )ab .Ich habe ja mit den viel gescholtenen Versionen (von Pidax) angefangen und bin jetzt bei R. Deltgen/WDR .
Fazit: Ich werde mir wohl alle besorgen.Diese Nostalgie ist für mich genau das richtige,klar sind viele Situationen in vielen Fällen wiederkehrend aber was solls.....auch im Fall Madison ahnt man natürlich schon auf was alles heraus läuft,aber auch hier ist der Weg das Ziel.Erfrischend auch die Leichtigkeit verschiedener Situationen (zB. die Temples schütten sich aus "Spass" oder um sich aus dem Weg zu haben jeweils Schlafmittel in den Drink und amüsieren sich köstlich darüber )
Als nächstes habe ich .....Vandyke im Player.

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