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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 2.291 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Georg Offline




Beiträge: 2.769

21.08.2011 18:32
Grabenplatz 17 (1958) Zitat · antworten

Grabenplatz 17
Dabei handelt es sich um einen recht spannenden Kriminalfilm aus dem Jahre 1958, der auf einem wahren Verbrechen beruht. Die Besetzung des Films überrascht positiv angesichts der Vielzahl an (Krimi)-Stars, die hier unter der Regie von Dr.-Crippen-Regisseur Erich Engels versammelt sind: Wolfgang Preiss ist in der Hauptrolle als souveräner Ermittler Dr. Jäger zu sehen. Ihm zur Seite stehen u. a. Kai Fischer, Gert Fröbe, Carl Lange, Charles Regnier, Wolfgang Wahl, Maria Sebaldt, Werner Peters, Franz Schafheitlin, Ralf Wolter u. v. a.

Die Geschichte ist recht spannend: ein Junge findet seine ermordete Mutter und verschwindet spurlos. Sein behandelnder Arzt erscheint bei Ermittler Dr. Jäger und erklärt ihm, dass der Junge leukämiekrank ist und dass man ihn innerhalb von acht Tagen finden muss oder er stirbt. Jäger muss nun nicht nur den Täter finden, sondern auch den scheinbar entführten Jungen. Dabei stolpert er über eine weitere Leiche ...

Der Film spielt Ende der 1950er Jahre in der BRD (Hamburg) und weist ein originelles Bild der damaligen Zeit auf. Integriert sind auch - wie damals in vielen Filmen üblich - zwei Gesangsnummern.
Insgesamt gestaltet sich die Suche nach dem Jungen recht spannend, wenn auch der "Chef", der Übeltäter und Mörder, bereits nach ca. 45 Minuten gefasst wird. Danach verlagert sich die Handlung vollends auf die Suche nach dem Jungen, die natürlich bis zum letzten Tag, an dem er eine Überlebenschance hat, dauert. Um ihn aufzuspüren, bedient sich der unkonventionelle Ermittler einer unkonventionellen Methode, aber recht originellen Methode...

Summa summarum: gute 50er-Jahre Krimiunterhaltung basierend auf einem echten Fall mit beliebten Film- und Fernsehstars der damaligen Zeit.

Regie: Erich Engels, Drehbuch: Erich Engels, Wolf Neumeister, Musik: Heino Gaze, Kamera: Martha Dübber, Herstellungsleitung: Otto Meissner
Darsteller: Wolfgang Preiss, Kai Fischer, Carl Lange, Gert Fröbe, Werner Peters, Maria Sebaldt, Maria Paudler, Charles Regnier, Elke Aberle, Wolfgang Wahl, Kurt Waitzmann, Franz Schafheitlin, Eugen Bergen, Ulla Grompe-Klöble, Stefan Haar, Joachim Hess, Renate Küster, Carsta Löck, Günther Ungeheuer, Ingrid van Bergen, Maria Martinsen, Robert Meyn, Nora Minor, Heinz Piper, Ernst Reinhold, Marina Ried, Rautter Schuler, Hans Schwarz jun., Ursula Sieg, Karin Stoltenfeld u. a.



Bildquelle: http://www.cinema.de/film/grabenplatz-17...ionGallery.html

brutus Offline




Beiträge: 12.798

12.06.2012 14:58
#2 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Schon vor längerem aufgenommen, habe ich ihn jetzt endlich gesehen und ich stimme Georg voll zu: spannender Kriminalfilm mit einem etwas unkonventionellen Handlungsaufbau und einer beeindruckenden Besetzung, die fünf Jahre später jedes Budget gesprengt hätte. Hervorheben möchte ich Wolfgang Preiss und Carl Lange. Mit jeder Menge Zeitkolorit aus dem Nachkriegs-Wirtschaftswunderland Deutschland. Mein persönliches Highlight:
Carl Lange fährt ein Borgward Isabella Coupe.

Ein Film, den man gerne mal auf DVD veröffentlicht sähe.

Viele Grüße
Brutus

athurmilton Offline



Beiträge: 1.073

12.06.2012 16:40
#3 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Wann wie wo kann man den mal sehen?

brutus Offline




Beiträge: 12.798

10.08.2012 17:25
#4 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Ich habe ihn gerade im Urlaub noch mal gesehen und hab prompt eine Frage. Im Vorspann wird, relativ weit vorne, Charles Regnier erwähnt, im Film selbst ist er mir aber irgendwie entgangen. Welche Figur spielt er denn eigentlich ?

Viele Grüße
Brutus

Giacco Offline



Beiträge: 1.441

10.08.2012 18:54
#5 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Habe mal in der IMDB nachgeschaut.
Er spielt den Polizeichemiker Dr. Wagenknecht

brutus Offline




Beiträge: 12.798

10.08.2012 21:59
#6 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Der mit seinen radioaktiven Schuhen ? Ist er das wirklich ? Weder vom Aussehen, noch von der Stimme zu erkennen. Okay, da war er ja auch noch ein wenig jünger.

Gerade fiel mir noch auf: Kurt Waitzmann, der den Vater des verschwundenen Jungen spielt, wird im Vorspann gar nicht genannt.

Viele Grüße
Brutus

Georg Offline




Beiträge: 2.769

12.08.2012 22:10
#7 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Mir entging Regniers Auftritt damals auch, neben Waitzmann werden da ja noch einige im Titel nicht genannt, müsste mir den Film aber dazu nochmals ansehen. In jedem Falle schon aufgrund der Besetzung (was hätten die Produzenten da drei, vier Jahre später an Gage hinblättern müssen) ein gelungener Film.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.397

01.11.2013 20:17
#8 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

BEWERTET: "Grabenplatz 17" (Deutschland 1958)
mit: Wolfgang Preiss, Kai Fischer, Carl Lange, Wolfgang Wahl, Elke Aberle, Werner Peters, Renate Küster, Stefan Haar, Maria Sebaldt, Gert Fröbe, Kurt Waitzmann, Franz Schafheitlin, Charles Regnier, Maria Litto, Carsta Löck, Ingrid van Bergen u.a. - Drehbuch: Erich Engels und Wolf Neumeister, Regie: Erich Engels



Der neunjährige Michael Peters findet seine Mutter ermordet vor und rennt verstört aus dem Haus. Kriminalkommissar Dr. Jäger erfährt vom Arzt des Jungen, dass dieser an Leukämie leidet und wöchentlich eine lebensnotwendige Spritze benötigt. Daher konzentriert sich die Polizei darauf, den Aufenthaltsort von Michael zu erfahren, der von einer falschen Kriminalbeamtin abgeholt wurde. Der Buchmacher Eugen Machon arbeitet im Auftrag eines Mannes, der seine finsteren Geschäfte durch keinen Augenzeugen getrübt sehen möchte und dem es auf einen Toten mehr nicht ankommt....

Der Kriminalfilm zeichnet ein düsteres Porträt der späten Fünfziger Jahre, als brave Hausfrauen ihr Gemüse beim Händler um die Ecke kaufen und sich dabei über den unmoralischen Lebenswandel einer geschiedenen Frau - damals noch ein Skandal - echauffieren. Selbst kleine Beamte sind nicht frei von Vorurteilen und suchen das Mordmotiv nicht in möglichen Bekanntenkreisen, sondern beim offensichtlich Hauptverdächtigen: dem in der Hafenstadt Hamburg lebenden Ex-Mann. Wer sich jedoch eine Milieustudie erwartet, wird überrascht: Die Kamera verweilt nicht lange im Umfeld der ermordeten Ella Peters, sondern eilt hinaus ins Licht, zu dem spröden, seine Tochter liebenden Unternehmer Flint und auf die Pferderennbahn, wo ein zweites Verbrechen die Suche nach dem kranken Jungen vorantreibt. Wir begegnen dabei mit Wolfgang Preiss, Carl Lange und Kai Fischer drei Persönlichkeiten, die oftmals in der zweiten Reihe zu finden sind und von dort aus ihre teuflischen Machenschaften vorbereiten, welche die strahlenden Helden stets in Bedrängnis bringen. Diesmal beherrschen sie die Szenerie und verleihen ihr durch die markante Ausstrahlung ihrer unverwechselbaren Gesichter Tiefgang.



In der Rolle des erfahrenen Kommissars, der neuen Methoden und Denkmustern aufgeschlossen gegenüber steht, vermag Wolfgang Preiss angenehm zu überzeugen. Er erhält mit Wolfgang Wahl einen Mitarbeiter, dessen feiner Humor noch nicht so plakativ ist wie der späterer Jahre. Die Ernsthaftigkeit des Themas steht im Vordergrund und verbietet allzu grelle Effekte, für die eine halbseidene Maria Sebaldt und Gert Fröbe zuständig sind. Gerade im Fall von Fröbe wird durch die Werbung im Vorspann und die eindeutige Aufmachung auf der Verpackung der "Filmjuwelen"-Edition vorgetäuscht, er spiele eine entscheidende Rolle. Dabei kann man seine kurzen Auftritte als absolut verzichtbar bezeichnen. Er hat eine Aufgabe inne, die jeder unbekannte Handlanger genauso gut erledigt haben könnte und ist für den Verlauf der Geschichte irrelevant. Selbst sein Biograph Michael Strauven bemerkt in seinem Buch:

Zitat von Jedermanns Schurke: Gert Fröbe, eine Biographie, Rotbuch Verlag, Berlin 2012
Gert Fröbe als Schläger! Typischer westdeutscher Konfektionskrimi. - Uninteressant!


Bemerkenswert an der Produktion ist der Umstand, dass die Täter mit Gefühlsregungen ausgestattet werden, die sie sich eigentlich nicht leisten können. So erleben wir Carl Lange als fürsorglichen Vater, der seiner Tochter alle Liebe und Aufmerksamkeit schenkt, die seine Zeit erlaubt, sowie eine Kai Fischer, deren Handlungen zwischen Vorsicht und Aufbegehren pendeln und die versucht, größeren Schaden von dem entführten Kind abzuhalten. Die Kinder sind die Schwachstellen der Bande; sie lassen die Nutznießer der Straftaten angreifbar werden und stellen somit ein Sicherheitsrisiko dar. Sowohl das Mädchen, als auch der Junge sind Halbwaisen und werden als Pfand in einem gefährlichen Spiel eingesetzt. Kriminalkommissar Jäger bewegt sich auf einem schmalen Pfad, als er psychologischen Druck auf Harald Flint ausübt. Die Sängerin Isabelle, die keine Rücksicht auf Dienstvorschriften nehmen muss, balanciert aus eigener Rücksichtnahme auf einem dünnen Seil. Kai Fischer, der man aufgrund ihrer authentischen Ausstrahlung Vertrauen schenkt, gewinnt die Sympathie des Publikums. Da der Junge selten zu sehen ist, verkörpert sie die Angst um ihn. In ihren Worten und Blicken spiegeln sich die Gefahr, die dem Knaben droht und die letztendlich auch andere Menschen in Mitleidenschaft ziehen wird.



In kleineren Rollen sieht man Charles Regnier (mit Toupet und Schnurrbart) und Ingrid van Bergen (mit dunkler Kurzhaarfrisur). Beide fügen sich so unauffällig in das Geschehen ein, dass man sie erst auf dem zweiten Blick erkennt. Der Durchhänger im Mittelteil, der auch einen längeren Aufenthalt im Lokal "Schwarze Spinne" umfasst, wird durch das spannende Finale wettgemacht. Lobenswert sind hier neben dem temporeichen Nervenkitzel auch das bittere Ende, das ungeschönt und ohne falsche Romantik abläuft. Die dezent angedeutete Sympathie, die Renate Küster und Wolfgang Preiss füreinander hegen, lässt Raum für Spekulationen bezüglich des Schicksals der beiden Kinder, fügt dem Film jedoch keinen süßlichen Zuckerguss bei. Hier macht es sich bezahlt, dass die Produktion ohne ein bekanntes Schauspieler-Traumpaar auskommen muss und sich einem Tatsachenbericht verpflichtet fühlt.

Mein Urteil nach der Erstsichtung: 4 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.747

01.11.2013 21:01
#9 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Danke für die schöne Besprechung, die mich dazu anregen wird, den Film, der bereits im Regal steht, möglichst bald zu sichten. Es scheint sich um eine beachtliche Produktion zu handeln, die einmal mehr beweist, dass es sehr wohl ein deutsches Krimileben vor Wallace gab.

Zitat von Percy Lister im Beitrag #8
Selbst sein Biograph Michael Strauven bemerkt in seinem Buch:

Zitat von Jedermanns Schurke: Gert Fröbe, eine Biographie, Rotbuch Verlag, Berlin 2012
Gert Fröbe als Schläger! Typischer westdeutscher Konfektionskrimi. - Uninteressant!


Herr Strauven kennzeichnet sich generell durch Geringschätzung deutscher Krimiware und sollte sich für dieses Forum als Meinungsgeber deshalb von ganz allein disqualifizieren.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.747

14.11.2013 22:24
#10 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Ich habe mir heute „Grabenplatz 17“ angesehen. Eine Besprechung wird in Kürze folgen. Gleich äußern möchte ich mich allerdings zu den Fragen der „unauffälligen Besetzungen“, die hier schon teilweise thematisiert worden sind. Zunächst betrifft das Gert Fröbe, der zwar deutlich zu erkennen ist, über dessen Rollengröße es aber auch schon Diskussionen gab. Ich finde nicht, dass sein Part so arg klein ausfällt wie von Percy Lister beschrieben. Man geht für eine ganze Weile davon aus, dass Fröbe den großen Hintermann spielt, was seiner Rolle eine interessante Qualität verleiht. Charles Regnier spielt den Chemiker mit dem Hang zur Radioaktivität. Er spricht mit eigener Stimme und ist demnach hauptsächlich über die Tonspur zu erkennen. Hat man ihn aber erstmal ausgemacht, durchschaut man auch die Maske, die eigentlich im Wesentlichen aus einem Schnauzbart besteht (und aus der Schürze, die weniger apart aussieht als seine sonst häufig aufgetragenen Anzüge). Günther Ungeheuer, den Percy Lister im Film nicht entdecken konnte, spielt den „Kellner“, der sich nicht ganz zufällig eine Kopfnuss einhandelt, damit Mr. X fliehen und sich die Kripo auf seine Spur setzen kann.

Vor eine große Frage stellt mich die Verpflichtung Ingrid van Bergens. Sie wird in den Besetzungslisten als „Lily“ aufgeführt. So heißt die Verlobte von Wolfgang Wahl, die aber nie zu sehen ist, wenn ich zwischendurch nicht eingenickt bin. Ebenfalls trägt eine Animierdame im Nachtlokal diesen Namen. Percy Lister bezog sich wohl auf diese Rolle, als sie von van Bergen „mit dunkler Kurzhaarfrisur“ schrieb. Problem: Das ist gar nicht Ingrid van Bergen! Soweit ich mit Namen und Gesichtern vertraut bin, müsste es sich um die ebenfalls wallace-erprobte Maria Litto handeln (siehe Screenshot im Anhang).

Spielte Ingrid van Bergen also gar nicht in „Grabenplatz 17“ mit? Ich habe sie nirgendwo anders entdecken können. Sie wurde vielleicht kurzfristig gegen Litto ausgetauscht, aber die Änderung nicht in den Produktionsunterlagen vermerkt ... Dafür würde auch sprechen, dass Littos Name in keiner Quelle auftaucht.

Angefügte Bilder:
vlcsnap-00002.png  
Giacco Offline



Beiträge: 1.441

15.11.2013 12:39
#11 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Bei der Schauspielerin auf dem Foto handelt es sich eindeutig um Maria Litto. Ich würde auch davon ausgehen, dass es wohl eine kurzfristige Umbesetzung gab.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.747

18.11.2013 11:41
#12 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten



Grabenplatz 17
Kriminalfilm, BRD 1958. Regie: Erich Engels. Drehbuch: Erich Engels, Wolf Neumeister. Mit: Wolfgang Preiss (Kriminalkommissar Dr. Jäger), Kai Fischer (Stimmungssängerin Isabella), Carl Lange (Großunternehmer Harald Flint), Wolfgang Wahl (Kriminalsekretär Willy Wagenknecht), Gert Fröbe (Titu Goritsch), Werner Peters (Buchmacher Eugen Machon), Maria Paudler (Lotte Sperber), Elke Aberle (Evchen Flint), Charles Regnier (Polizeichemiker Dr. Wagenknecht), Carsta Löck (Frau Quast) u.a. Eine Produktion der DFH Deutsche Film Hansa, Hamburg. Uraufführung: 17. Juli 1958.

Zitat von Grabenplatz 17
Einem kleinen Jungen, der den Mord an seiner Mutter beobachtet hat, sind die für das Verbrechen verantwortlichen Mörder auf der Spur. Sie entführen ihn und haben die Zeit auf ihrer Seite, denn das Kind ist ohne Medikamente nicht länger als eine Woche lebensfähig. Die heißeste Spur führt Kommissar Dr. Jäger auf die Hamburger Reeperbahn, wo die Fäden einer ganzen Mordbuben-Organisation im Nachtlokal „schwarze Spinne“ zusammenlaufen. Es werden einige Kugeln verschossen, bevor die Wochenfrist abgelaufen ist ...


Noch stärker als bei „Dr. Crippen lebt“ spüre ich bei „Grabenplatz 17“, in wie vielen Aspekten man den Film als einen stilistischen Vorgänger der frühen Edgar-Wallace-Filme bezeichnen kann. Meine vorherigen Befürchtungen, „Grabenplatz 17“ würde zu melodramatisch mit dem Schicksal des entführten Jungen hadern und zum halben Arztfilm aufgeblasen werden, erfüllten sich dankenswerterweise nicht – der Film gerät zum waschechten und nicht unbedingt zimperlichen Krimi, in dem gemordet, entführt, bedroht und ausgiebig geschossen wird. Und trotzdem schwingt immer das Gefühl mit, dass das, was man da gerade sieht, kein Trash, sondern hochwertig hergestellte Unterhaltungsware ist: Das ist eben der wichtigste Unterschied zwischen vielen Filmen der 1950er und der 1960er Jahre.

An der Spitze der fantastischen Besetzung stehen mit dem Duo Wolfgang Preiss – Wolfgang Wahl zwei verschiedene Männer, die in gewisser Weise das zukünftige Verhältnis des Inspektors und des komischen Assistenten bereits vorwegnehmen und demnach irgendwo zwischen Sherlock Holmes / Dr. Watson und Joachim Fuchsberger / Eddi Arent angesiedelt sind. Preiss, der mich sonst eher in schurkischen Rollen überzeugt, zeigt sich als Inspektor zwar grundsolide und außerhalb seines Berufes als völlig eigenschaftslos, langweilt aber keine Sekunde, auch weil sein Zusammenspiel mit anderen Ermittlern und Verdächtigen so makellos gelingt. Wolfgang Wahl war in jungen Jahren eine ideale Besetzung für den Kriminalassistenten und tritt noch einmal deutlich markanter auf als später im „Zinker“, wobei mich nicht wundern würde, wenn sein starkes Auftreten in „Grabenplatz 17“ die Veranlassung zu seiner späteren, recht ähnlichen Wallace-Besetzung gegeben hätte.
Dass die zeitgenössische Kritik von diesem Kriminalfilm sehr angetan war, kann man bei Wikipedia und im recht deckungsgleichen Booklet ablesen, verwundert aber nicht, weil „Grabenplatz 17“ über einen gekonnt gezogenen Spannungsbogen verfügt und die Komponente des Dramas, wie sie in vielen Nachkriegskrimis noch stark dominiert (siehe z.B. die berufliche Situation der Protagonisten in „Banktresor 713“), auf ein Minimum zurückfährt. Erich Engels Film ist eine nervenkitzelnde, geradlinig aufgebaute Mordgeschichte, die nicht vorgibt, mehr oder weniger als ein guter Krimi mit amüsanten Einlagen zu sein.

Schwer ist es nicht, eine Empfehlung für diesen Film auszusprechen. Die meisten Forenmitglieder werden sich allein schon aufgrund der Besetzung für „Grabenplatz 17“ interessieren. Hinzu kommt eine gut konstruierte Story. Im Gegensatz zu „Dr. Crippen lebt“ überzeugt sogar der Humor der Produktion, weil er sich nicht störend auf die Handlung auswirkt. Mit den Charakteren wurde das Rad zwar nicht neu erfunden, aber dafür lieferte Engel ein Musterbeispiel dafür ab, wie sich brave Bürger in der Adenauerzeit Verbrechen und Verbrecher vorstellten. 4,5 von 5 Punkten.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

12.01.2014 01:06
#13 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Ich bin durch Zufall auf diesen Film gestoßen und habe dann hier im Forum diesen Thread dazu gefunden. Angeregt von den tollen Rezensionen bin ich neugierig geworden und habe mir ihn dann letztlich angesehen.
An dieser Stelle einen großen Dank für den Tipp an alle hier.

Um es vorweg zu nehmen, will ich gleich zu Beginn sagen, dass ich von den Film wirklich begeistert bin.
Nicht nur, dass sich unter den Darstellern einige spätere Wallace-Akteure finden, sondern auch dass er in gewissen Szenen, Teilen der Inszenierung und auch Kameraarbeit, stark an die ersten EW Streifen erinnert, dabei aber noch nicht so überzogen wirkt, machen diesen Krimi wirklich sehenswert.

Von den Schauspielern gibt es nur gutes zu berichten. Wolfgang Preiss gibt einen sehr guten Inspektor ab und ist ausschließlich im Dienst vor der Kamera. Damit bleibt seine Rolle weitaus ernster, als es bei einigen EW Kriminologen dann der Fall war.
Wolfgang Wahl, der mir bei seinem Wallace-Auftritt nie großartig aufgefallen war, sticht hier besonders hervor. Ich verspüre Lust auf ein Wiedersehen im Zinker (aber alles zu seiner Zeit) und denke er hätte ruhig öfter in die Rolle des Assistenten schlüpfen können. Natürlich ist seine Part für den Humor zuständig, aber dennoch bietet seine Rolle ein gewisses Profil und verkommt nicht zur bloßen Witzfigur. Wahl spielt hier wirklich einwandfrei und eine Rolle seines Formates hätte ich mir öfter gewünscht.
Der nächste unglaublich präsente Mime ist natürlich Carl Lange. Er gewinnt seiner Rolle Facetten ab, die, wie Gubanov treffend sagte, in vielen Krimis unter den Tisch gekehrt werden und macht seinen Charakter dadurch sehr interessant. Was er außerdem an Mimik in die Bilder geschafft hat zu legen, kann wirklich seinesgleichen suchen.
Nur mit einer kleineren Rolle bedacht, aber dennoch einprägsam ist Werner Peters, sowie auch Gert Fröbe. Gerade weil letzterer eine schmale Nebenrolle erhalten hat, spricht das für den Film, weil es dann keine Lüge ist zu sagen, er wäre bis in die kleinsten Rollen stark besetzt. Dazu zählt auch Charles Regnier, den man aber eh nur mit Mühe und Not erkennt.
Für Kai Fischer gab es auch eine ansprechende Rolle zu spielen und sie kann hier deutlich mehr zeigen, als in ihren Wallace-Auftritten.

Allein schon das Ensemble macht so einiges aus und dazu kommt noch ein stichfestes Drehbuch. Die Geschichte ist von Beginn an spannend und selbst nachdem der Täter identifiziert ist, steigt die Spannung noch stetig an.
Das Motiv ist zwar relativ simpel, aber gerade in dieser Nüchternheit, die noch recht realitätsnah ist, sehe ich den großen Reiz des Filmes. Natürlich ist es keine Neuerfindung, was hier zusammenläuft, aber nie wirkt etwas überzogen oder abgedroschen.
Ruhig und aussagekräftig kommen die Bilder daher und erzeugen eine angenehm sachliche und doch atmosphärische Stimmung.
Unterstrichen wird diese wiederum von den schönen Aufnahmen, teils düster und kontrastreich, teils altmodisch ohne langweilig zu sein. Die Kamera hat ganze Arbeit geleistet und fängt die geschmackvollen Schauplätze gut ein.

Ja, das ist ein Krimi, wo alles stimmt, der klasse Schauspieler zu bieten hat und seine Geschichte motiviert und doch ausgewogen und nüchtern erzählt.

5 von 5 Punkten.

Abschließend noch etwas in eigener Sache: nachdem ich nun "Es geschah am hellichten Tag" und eben "Grabenplatz 17" gesehen habe und von beiden begeistert war, wollte ich fragen ob ihr weitere Tipps hättet, für Krimis aus den späten 50ern, oder zumindest Filme, die vergleichbar mit den beiden genannten sind. Es finden sich schwerlich passende Infos dazu und ich dachte mir, dass die Suchanfrage hier im Forum, also unter Spezis, wohl am besten aufgehoben ist. Danke im voraus.

Ray Online



Beiträge: 696

21.01.2017 15:57
#14 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Grabenplatz 17 (BRD 1958)

Regie: Erich Engels

Darsteller: Wolfgang Preiss, Wolfgang Wahl, Carl Lange, Kai Fischer, Gert Fröbe, Maria Sebaldt, Werner Peters, Renate Küster, Charles Regnier, Robert Meyn, Franz Schafheitlin, Günther Ungeheuer, Kurt Waitzmann, Maria Litto, Ralf Wolter u.a.



Ein kleiner Junge aus Hannover findet morgens seine Mutter ermordet auf und wird kurz darauf selbst entführt. Die Zeit drängt, denn der Junge leidet unter Leukämie und kann ohne ärztliche Behandlung nicht lange überleben...

Eine äußerst illustre Besetzung bis in tiefste Nebenrollen weist dieser Kriminalfilm aus dem Jahre 1958 auf und rechtfertigt schon allein daraus eine oder mehrere Sichtungen.

Inhaltlich geht der auf einem Tatsachenbericht beruhende Film andere Wege als viele der Kriminalfilme aus den sich anschließenden 1960er-Jahren. Der Hintermann steht ab Mitte des Films fest, in der Folge konzentriert sich das Geschehen auf die Suche nach Kind und Täter. Die noch vorliegende Laufzeit von etwa vierzig Minuten erweist sich jedoch als zu lang, um die Spannung konstant aufrecht zu halten. So hängt der Film ausgerechnet im letzten Drittel ein ums andere Mal durch. Schade eigentlich, denn das Ensemble um Hauptdarsteller Wolfgang Preiss spielt wirklich gut auf. Preiss zeigt sich entschlossen und tatkräftig, wobei er auch unorthodoxen Methoden nicht abgeneigt ist. Eine überzeugende Darbietung, die die Vorstellung von einem Wallace-Film mit Herrn Preiss in der Rolle des Ermittlers nahelegt. An seiner Seite agiert ein weiterer Wolfgang: Wolfgang Wahl. Er ist für unterschwellige humoristische Momente zuständig und bringt diese einigermaßen unfallfrei über die Bühne. Gert Fröbe und Maria Sebaldt haben kleine, eher entbehrliche, aber leidlich amüsante Auftritte. Charles Regnier überrascht als kurioser Wissenschaftler mit Perücke, Schnauzer und Dialekt.

Auch in den 1950er-Jahren gehören gewisse Etablissements zum guten Ton im deutschen Kriminalfilm. Hier darf der Zuseher die Protagonisten in die "schwarze Spinne" (mit Gesangsauftritt Kai Fischer) und die "blaue Maus" (mit Catchauftritt Maria Sebaldt) begleiten. In gesellschaftlicher Hinsicht lässt der Film darüber hinaus tief blicken. Zu einer Zeit, in der "Kuppelei" noch strafbar war, nennt der Ex-Mann der Ermordeten die Wohnung der Toten "Hurenwirtschaft", am Gemüsestand lästert die erweiterte Nachbarschaft über die vielen "Kavaliere" des Opfers.

Die Inszenierung von Regisseur Engels fällt recht bieder aus, da wäre sicher mehr drin gewesen. Insofern muss man die Hänger ein Stück weit ihm zur Last legen. Allein wegen der vielen bekannten Gesichter für Genrefans dennoch nicht uninteressant.


Ein Kriminalfilm mit starker Besetzung, dem im letzten Drittel ein wenig die Luft ausgeht. "Ja, sowas gibt´s!" 3,5 von 5 Punkten.

Jan Offline




Beiträge: 1.212

11.09.2017 23:30
#15 RE: Bewertet: "Grabenplatz 17" (BRD 1958) Zitat · antworten

Grabenplatz 17
Kriminalfilm, BRD 1958 • Darsteller: Wolfgang Preiss, Wolfgang Wahl, Carl Lange, Werner Peters, Kai Fischer, Charles Regnier, Maria Sebaldt, Maria Litto, Franz Schaftheitlein, Günther Ungeheuer, Horst Beck, Kurt Waitzmann, Ralf Wolter und Gert Fröbe • Drehbuch: Wolf Neumeister und Erich Engels • Kamera: Georg Bruckbauer • Musik: Heino Gaze • Bauten: Dieter Bartels und Theo Zwierski • Schnitt: Martha Dübber • Herstellungsleitung: Otto Meissner für Alf Teichs (Deutsche Film Hansa) • Atelier: Filmatelier Göttingen
Regie: Erich Engels


Eine Frauenleiche ruft den Krimninalkommissar Dr. Jäger aus Hannover auf den Plan. Der Sohn der Ermordeten, der kleine schwer kranke Michael, flieht aus der Wohnung - er hatte die Täter beobachtet. Kurz darauf verschwindet Michael vollkommen von der Bildflläche und Dr. Jäger ist sich sicher: die Täter haben den Kleinen entführt. Die Spur führt rasch in die Spelunken, Tanzbars und Unterweltschlupfwinkel des Hamburger Hafenviertels St. Pauli. Dr. Jäger samt Assi Wagenknecht kämpfen dort alsbald gegen eine gut aufgestellte Verbrecherorganisation, um deren Kopf und Drahtzieher unschädlich zu machen. Viel auswegloser als der Kampf gegen Drahtzieher und Helfershelfer erweist sich jedoch schnell der Kampf gegen die Zeit, denn der entführte Junge Michael benötigt dringend Medizin, ansonsten stirbt er.

"Grabenplatz 17" gilt gemeinhin als überdeutlich stilprägend für die gut ein Jahr später anlaufende Wallace-Welle. Der Film nimmt einige Charakteristika vorweg, welche die Rialto Film kurz darauf zur Grundlage ihres Erfolges bei Wallace machen sollten. Es ist weniger die Geschichte um einen schwer erkrankten Jungen, nicht einmal die Dramaturgie eines echten Whodunits, die Erich Engels' Film zu einem stilistisch artverwandten Film werden lassen. Prägend ist hier vielmehr die Optik des Films, genauer gesagt die Kamera Georg Bruckbauers. Gehüllt in einen Grauschleier und mit einem gekonnten Licht-und-Schatten-Spiel effektvoll ausgeleuchtet, fängt Bruckbauer die exquisit ausgesuchten Handlungsorte in Hamburger Hinterhöfen, auf nassem Kopfsteinpflaster oder in tristen Mietskasernen krimigerecht ein. Den gekonnten Einsatz des Schleierfilters dürfte auch der spätere LWW-Kameramann Werner M. Lenz zur Kenntnis genommen haben, als er 1963 die Aufnahmen zur "weißen Spinne" bei Dr. Reinl drehte. Wer "Grabenplatz 17" sieht, wird unweigerlich an einen um die Häuserecken schleichenden und Zahnstocher kauenden Horst Frank denken, an einen Mörder mit der Drahtschlinge und an das kleine weiße Spinnengetier, das allenthalben herumliegt. Georg Bruckbauer, selbst nie mit Wallace und Co. in Berührung gekommen, darf sich angesichts seiner wunderbaren Aufnahmen rühmen, legitimer Wegbereiter der Schauer-Optik aus der Wallace-Welle gewesen zu sein.

Freilich weniger deutlich sind die vorauseilenden Zeichen bei der Regie wahrnehmbar. "Grabenplatz 17" weist eine solide, wenngleich wenig effektvolle Inszenierung auf, der es an nichts mangelt, die aber auch keine sonderlich bemerkenswerten Akzente setzt. Erich Engels, im selben Jahr noch mit "Dr. Crippen lebt" in den Kinos vertreten, dreht letztlich gleichförmig, verzichtet auf Schnörkel oder allzu drastisches Spannungspeitschen. Einigermaßen unentschlossen bleibt er stets bei der Frage, inwieweit ein Whodunit im Mittelpunkt der Dramaturgie steht. Vor allem im letzten Drittel - Anzeichen dafür sind jedoch auch schon früher zu bemerken - verlegt sich die Regie vielmehr darauf, die Spannung aus dem Wettlauf gegen die Zeit zu beziehen. Dies wiederum gelingt nur leidlich, weil Engels nahezu vollständig darauf verzichtet, den leidenden Jungen überhaupt erst ins Bild zu bekommen. Allzu gelassen lässt der Regisseur bisweilen zudem die ermittelnden Beamten agieren, sodass der letzte Druck beim Zuschauer nicht ankommen will.

Natürlich hapert es diesbezüglich auch etwas an dem von Wolf Neumeister und Erich Engels gemeinsam verfassten Buch. Das eingespielte Autoren-Gespann, welches zuvor auch einige Heinz-Erhard-Klamotten hervorbrachte, zollt über weite Strecken dem Entstehungszeitraum Tribut und belässt es bei mehrheitlich zaghaften Anspielungen. Der ausschlaggebende Mord ist bereits passiert, nachdem die Credits enden, der Junge wirkt, wie schon geschrieben, eher leidend als um's Leben bedroht, Sex und Amüsement werden freilich nur gestriffen und bleiben Randnotizen. Viel sicherer wirkt da das Händchen der beiden Autoren schon im Hinblick auf das gezielte Einstreuen ulkiger Momente, die zu keiner Zeit flach oder überbordend klamaukig daherkommen, wie man es bei einer Produktion aus 1958 befürchten könnte. Ein Ringkampf mit unübersehbar schwergewichtiger Dame, einige sarkastische, fast ironische Texte bilden die humoristischen Leitplanken, mit denen Regisseur Erich Engels leichtes Spiel hat, sie überzeugend auf die Leinwand zu bringen.

Wolfgang Preiss und Wolfgang Wahl bilden in diesem Streifen das Ermittler-Duo. Beide sollten in späteren Wallace- bzw. Epigonenproduktionen dabei sein, wobei festzuhalten bleibt, dass Wolfgang Wahls Auftritt in Engels' "Grabenplatz 17" durchaus mehr Raum zur Entfaltung bietet, als es später im "Zinker" bei Vohrer der Fall sein würde. Die Besetzung tut dem Film überaus gut, wobei gleich erwähnt werden kann, dass Gert-Fröbe-Fans vermutlich nicht wirklich auf ihre Kosten kommen werden. Der wuchtige Mime aus Zwickau dient im Wesentlichen zur Ablenkung vom eigentlichen Drahtzieher, wobei ihm dieser Part schon allein deswegen ein wenig zum Verhängnis wird, weil Erich Engels nur wenig Interesse dafür hat, einen harten Whodunit zu präsentieren und somit im Verbergen des Hintermannes bestenfalls halbherziges Engagement zeigt. Fröbes Part beschränkt sich somit auf seine Standard-Performance des bösen Buben, dessen Verbleib in dieser Geschichte im Übrigen ungeklärt versickert. Ähnlich verhält es sich mit Werner Peters. Von ihm erfährt der Zuschauer zwar - wiederum eher zaghaft dargeboten -, was mit ihm passiert. Vielmehr als den bösen Handlanger, den man von ihm gut kennt, sollte man sich hier indes nicht erwarten. Erwarten hingehen sollte der Zuschauer schon, den in den Credits genannten Chares Regnier gut suchen zu müssen. Mit geglückter Maske ausgestattet, ist er auf den ersten Blick nicht zu erkennen, vielmehr ist er am schnellsten zu "erhören", auch wenn er mit schwäbischem Dialekt spricht. Viel interessanter erweist sich der Cast aus heutiger Sicht auch angesichts der kleinen Nebenrollen. Die hier im Threat bereits angesprochene Ingrid van Bergen ist nicht auszumachen. Die Figur der Lily wird von der wie eh und je aparten Maria Litto verkörpert, was den Verdacht nahelegt, dass kurzfristig umbesetzt wurde oder aber die namensgleiche Verlobte des Assistenten Wagenknecht ursprünglich noch einen Auftritt hatte. Des Weiteren finden sich unter den Kleindarstellern ein schwer auszumachender Günther Ungeheuer im Halbprofil und - er taucht m.W. nirgends nemantlich auf - auch Hans Korte, der bei der Verfolgung des Haupttäters einen Kellner spielt, der den Ermittlern noch schnell zwei Kognaks serviert.

Fazit: Ein aus heutiger Sicht aufgrund der stilprägenden Optik im Hinblick auf die Wallace-Filme überaus sehenswerter, ansonsten passabler, durchaus geradliniger aber wenig spektakulärer Kriminalfilm solider Machart. 3,5 von 5 Punkten.

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