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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 1.016 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
Mr. Krimi Offline




Beiträge: 295

05.05.2011 22:38
Grit Boettcher Zitat · antworten

Die gebürtige Berlinerin Grit Boettcher kam 1938 in dem Berliner-Stadtteil zur Welt, der Jahrzehnte später mit seinen berühmten CCC-Studios zu internationaler Berühmtheit gelangen wird und somit auch die Edgar-Wallace-Filme & Epigonen hier ihre Heimat finden werden; Berlin-Spandau.

In den besagten Wallace-Filmen durfte dann auch Grit Boettcher mitspielen.

Im 15. Rialto-Film Der schwarze Abtspielt sie 1963 eine junge Frau, Leslie, die von einer ganzen Riege Männer mit eindeutigen Absichten bedroht wird und am Ende durch den (mal wieder) wahnsinnigen Dieter Borsche in, auf und unter Schloß Fossaway um Leib & Leben kämpft. Ihr Partner ist, wie auch in ihrem 2. Wallace Joachim Fuchsberger, hier kann er sie am Ende noch retten, beim nächsten Film kommt der gute Blacky dann zu spät.

1967 ist die Boettcher dann neben dem damaligen aufstrebenden Jung-Star Uschi Glas in einer kleineren Rolle, als deren Mitschülerin Betty Falks zu sehen. Erst wird sie in Vohrer`s Der Mönch mit der Peitsche ständig und überall vom schwitzenden Lehrkörper Keyston (Konrad Georg) belauert und betatscht und dann fällt sie allem Übel noch dem Mönch zum Opfer. Was für ein (Film-)Leben?

Es ist nicht nur Georgs beste Rolle sondern auch Grit Boettcher zeigt hier mehr, obwohl ihre Rolle deutlich kleiner als im Abt ist, von ihrem schauspielerischen Können. In dieser Rolle der von "älteren-Männergelüsten" favorisierten Schülerin, einem ebenso auch psychologisch gestörtem Mädchen überzeugt von der ersten Minute an.

Diese Nebenrolle der Boettcher überzeugt mehr als ihre Hauprolle und überhaupt ist sie als diese in einem Wallace-Krimi nicht ideal besetzt. Sie einfach nur als nette, junge und unbedarfte Schönheit zu zeigen, die sich dann noch am Ende des Films mit dem gerade zuständigen Inspektor oder Detektiv vorm Traualtar wiederfindet ist einfach nicht glaubhaft und wirkt nicht authentisch.

Ähnlich ihre Rolle im zweiten "Pater-Brown-Film" Er kanns nicht lassen(1962), mehr eine Krimikomödie, die ganz alleine von Heinz Rühmann und seiner einzigartigen Haushälterin Mrs. Smith (Lina Carstens) lebt. Hier stört der etwas hilflose Charakter der Boettcher nicht so sehr, anders als im "Abt", da ja der ganz Film von vornherein im Gegensatz zu den Wallace-Krimis als Komödie angelegt ist und so auch verstanden werden will.

Grit Boettcher die übrigens auf ihr "oe" besteht, und keine Böttcher ist, wie oft geschrieben, will nicht so recht ins Krimi-Genre passen.

Einen schönen Kurz-Auftritt hat sie 2004 in der Wallace-Parodie Der Wixxer, als alternde Bedienung in einem Schnellrestaurant.

Als große Komödiantin mit einem Rollenspektrum, das auch die ernsten und traurigen nicht ausspart, ist und bleibt sie eine der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands.

Unvergessen ist sie als Sketchpartnerin von Harald Juhnke in der erfolgreichen ZDF-Serie Ein verrücktes Paar - hier haben sich zwei gesucht und gefunden.

Mr. Krimi (Der Mann von Miss Krimi)

Miss Poirot Offline




Beiträge: 24

31.12.2013 03:08
#2 RE: Grit Boettcher Zitat · antworten

Tolle Schauspielerin, sah sie auch sehr gerne in "Ich heirate eine Familie".

athurmilton Offline



Beiträge: 1.073

01.01.2014 23:36
#3 RE: Grit Boettcher Zitat · antworten

Nach Jahrzehnten, in denen ihre Erscheinen auf dem Bildschirm mich meistens eher genervt hat (war mir viel zu wenig engagierte Schauspielerin, zu Boulevard, zu seicht, oberflächlich und albern), habe ich inzwischen nur noch wenig gegen sie, habe sie inzwischen auch wiederholt in Rollen gesehen, in denen ich sie gut fand.

Daniel86 Offline



Beiträge: 651

02.03.2014 18:50
#4 RE: Grit Boettcher Zitat · antworten

Ich sehe sie eigentlich sehr gerne. Als Kind haben meine Eltern die ZDF-Serie "Immer wieder Sonntag" mit uns geschaut. Würde ich gerne mal wieder sehen - vielleicht in ZDFkultur anstelle der immer gleichen Wiederholungen... Erschreckt war ich allerdings über ihren Auftritt in dem schrecklichen Musikvideo "Omi ist der Hit" von Wir3, dass bei Junior als Lückenfüller rauf und runter gespielt wurde, als wir gerade neu Pay-TV abonniert hatten.

Lord Low Offline




Beiträge: 439

20.07.2017 16:55
#5 RE: Grit Boettcher Zitat · antworten

Ist euch eigentlich schon aufgefallen, dass Boettcher für ihre kurze Schwimm-Szene in "Der Mönch mit der Peitsche" gedoubelt wurde?

greaves Offline




Beiträge: 288

20.07.2017 19:07
#6 RE: Grit Boettcher Zitat · antworten

Mir bisher noch nicht...
Ich habe im Glasauge so eine ähnliche Entdeckung gemacht mit Stefan Behrens,gegen Ende des Films auf der Olaf Erikson. ⛴

Lord Low Offline




Beiträge: 439

20.07.2017 19:20
#7 RE: Grit Boettcher Zitat · antworten

Und wisst ihr, ob sich der Keller auch tatsächlich unter dem (leider bereits abgerissenen) Stadtbad Wedding befand? Oder wurde da getrickst? Sieht mir auch sehr nach CCC-Gelände aus.

Tarzan Offline



Beiträge: 857

29.07.2017 23:33
#8 RE: Grit Boettcher Zitat · antworten

Nach Renate Ewert und Ulrich Beiger noch ein Beitrag zu einer dritten Wallace-Film-Person (bis auf Weiteres)...

Eine der attraktivsten Darstellerinnen der Wallace-Filme ist für mich Grit Böttcher. Schauen wir einmal in zeitgenössische Berichte über sie hinein...

1961, da ist Grit Böttcher 23-jährig in STAHLNETZ zu sehen, bemerken erste Presseartikel über sie: „Die blonde Krabbe hat Talent“. Weiter heißt es: „Grit Böttcher, blond und schlank, besuchte einen Kursus an einer Mannequin-Schule und ging, der Grundbegriffe mächtig, auf Mode-Tournee quer durch die Lande. Das war eine gute Schule. Grit lernte kennen, dass nicht alles pures Gold sein muss, was glänzt. Beifall muss hart erarbeitet werden – auch dann, wenn man nur Kleider vorführt, die andere Leute entworfen haben. Aber eines Tages kam alles doch noch so, wie es sich Grit erträumt hatte. Victor de Kowa holte sie sich direkt aus der Schauspielschule als seine Ehepartnerin in dem Stück EHEKARUSSELL. Die Premiere ging glatt. Das Stück war ein Erfolg – Grit Böttcher hatte Erfolg. Sie durfte mit nach Wien. Partner und Stück sind geblieben. Der Erfolg an der Donau kommt dazu. Im Dezember 1960 wurde das Stück in der gleichen Besetzung wieder auf den Spielplan gesetzt – und es gefällt samt Grit weiter. Demnächst kommt ein neuer Film mit Grit Böttcher in die Kinos. Sein Titel: DER TEUFEL HAT GUT LACHEN. Der Schweizer Regisseur Kurt Früh inszenierte. Die Leinwandgeschichte ist ein amüsanter Spiegel, den die Welt von heute vorgehalten bekommt.“

„Blonde Krabbe“ – das hört sich passend an. Weniger schön sind die Probleme Grit Böttchers mit der UFA-Filmproduktion (was ein Bild über den deutschen Film Anfang der 1960er Jahre zeichnet). 1961, da ist sie mit Freddy Quinn in FREDDY UND DER MILLIONÄR zu sehen, berichtet das Neustädter Tageblatt am 2. Juni: „Als sittenwidrig bezeichnete die Künstlerkammer des Westberliner Arbeitsgerichtes den Ausbildungsvertrag, den die Universal-Film-AG (Ufa) mit der damals noch minderjährigen Nachwuchsfilmschauspielerin Grit Böttcher im Jahre 1957 abgeschlossen hatte. Die Filmgesellschaft wurde verurteilt, der Klägerin Grit Böttcher 1.800 Mark zu viel abgerechnete Ausbildungskosten zurückzuzahlen. Außerdem stellte das Gericht fest, dass die Ufa in Zukunft keine Ansprüche mehr aus den Ausbildungskosten herleiten kann. Die Künstlerkammer beanstandete an dem Vertrag die Bestimmung, dass die Schauspielerin nach Abschluss ihrer Ausbildung von allen Engagements 30 Prozent der Gage zur Abdeckung der Ausbildungskosten an die Ufa abführen müsse. Die Bestimmung sei eine höchst bedenklich Zwangsverpflichtung, die gegen die guten Sitten verstoße. Darüber hinaus sei die Höhe der Kosten in dem Ausbildungsvertrag nicht niedergelegt worden. Das Gericht hielt monatlich 450 Mark für angemessen. In dem Verfahren hatte die Ufa die Ausbildungskosten auf 24.000 Mark beziffert. Davon hat sie rund 15.000 Mark bereits aus den Gagen der Grit Böttcher einbehalten. Der Anwalt der Klägerin bezeichnete das Vorgehen der Ufa als ,nicht vertretbare ungeheure Ausnutzung des künstlerischen Nachwuchses‘.“

Reiner Boller (2017)

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