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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 308 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
Gubanov Online




Beiträge: 16.119

05.01.2010 20:01
#1 Bewertet TV: "Melissa / Alan Bleasdale's Melissa" (1997, UK) Zitat · Antworten



„Alan Bleasdale’s Melissa“ – Channel-4-Adaption 1997
Mit: Tim Dutton (Guy Foster), Jennifer Ehle (Melissa McKensie), Adrian Dunbar (Graeme Hepburn), Julie Walters (Paula Hepburn), Hugh Quarshie (George Bond), Gary Cady (Don Page), Christopher Ryan (Les Maurice), Diana Weston (Hope Magenta) u.v.a.m. Regie: Bill Anderson. Drehbuch: Alan Bleasdale nach Motiven von Francis Durbridge.

Es ist von der größten vorstellbaren Wichtigkeit für die folgende Besprechung, zuallererst einen Unterschied zu definieren zwischen einer Neuverfilmung und einer Neuinterpretation einer bekannten Stoffgrundlage. Die Differenz mag auf den ersten Blick gering erscheinen, doch sie wirkt sich auf die Maßstäbe, die man in der Umsetzung und auch in der Bewertung der beiden Herangehensweisen anlegen muss, in massiver Weise aus. Während eine Neuverfilmung nämlich den Anspruch erhebt, dem Original so weit wie nur irgend möglich zu folgen und im besten Falle örtliche, zeitliche, charakterliche und inhaltliche Übereinstimmung mit diesem zu demonstrieren, fallen alle diese Aspekte bis auf den charakterlichen völlig aus dem Sichtfeld einer Neuinterpretation. In einer solchen geht es um die genauere Untersuchung, wie es zu den im Original geschilderten Geschehnissen kommen konnte und wie diese einzuschätzen und zu hinterfragen sind. Für diesen Zweck ist ein Ausbau der Charaktere gerade bei einem so auf den Kriminalfall fixierten und ansonsten recht karg gestrickten Autor wie Durbridge von absoluter Notwendigkeit und als der zentrale Punkt in der Adaption anzusehen. Es ist weiterhin nötig, zusätzliche Ereignisse hinzuzufügen, um überhaupt erst eine Interpretation und keine Nacherzählung entstehen zu lassen, hingegen allerdings völlig überflüssig, jedes in der Vorlage auftauchende inhaltliche Element zu beachten, wenn es für das Entstehen eines Gesamtbildes von geringem Belang ist.
Aus der soeben getätigten Betrachtung lässt sich unter der eigentlich zwangsläufigen, bisher aber kaum zutage getretenen Ansicht der Alan-Bleasdale-Version von „Melissa“ als Neuinterpretation und nicht als Neuverfilmung schlussfolgern, dass weder seitens des Drehbuchautors eine Intention bestand, sich sklavisch dem Original zu fügen, noch dass daran berechtigte Kritik geübt werden kann, weil diese der Absicht einer Interpretation konträr entgegenstehen und nur auf eine Verfilmung zutreffen würde, die hier ganz klar nicht vorliegt.
Woran liegt es, dass diese ungerechte Beurteilung des öfteren trotzdem passiert? Dieser Fauxpas, der nicht einmal einer linkischen Werbung zugeschrieben werden kann (bezeichnet doch zum Beispiel dieses Plakat das Werk als „stylish rendition of a classic murder mystery“), begründet sich wahrscheinlich in dem traditionellen Problem der Abweichung der Erwartung von dem Gebotenen. In anderen Worten: Wer die neue „Melissa“ genießen will, der muss vorher wissen, was ihn erwartet – keine optisch sowie inhaltlich schwarzweiß-gezeichnete 1960er-Jahre-Kulissenstory beschwört die Interpretation herauf, sondern eine kunstvolle, moderne Umspielung der dramatischen Grundmotive derselben. Wer die neue „Melissa“ genießen will, der muss ebenfalls willens sein, sich von der Urigkeit der Vorlage zu lösen und die Einflüsse der Gegenwart, zu der das Jahr 1997 durchaus noch zählen darf, zu akzeptieren. Schließlich ist es für eine Interpretation nur naheliegend, ein zeitgenössisches Umfeld zu wählen, blickt der Interpretierende selbst doch von seiner durch heutige Werte und heutige Erscheinungs-, Umgangs- und Sozialformen geprägten Position auf das Geschehen, das er untersucht.
Ein Umstand, der überdies nicht vergessen werden darf, ist, dass der Verantwortliche für eine Neuinterpretation – im Gegensatz zu dem Verantwortlichen für eine Neuverfilmung – den Originalstoff nicht nur gelesen, sondern ganz besonders gemocht haben, um sich so differenziert und tiefgründig mit ihm auseinanderzusetzen und nicht „nur“ Wort für Wort aus einem Buch abzuschreiben. Indizien dafür zeigen sich in diesem speziellen Falle sowohl in den im Bonusinterview geschilderten Kindheitserinnerungen Bleasdales an Durbridge als auch in seinem Zitat auf der DVD-Rückseite, es handele sich bei „Melissa“ um „[m]y hommage and tribute to one of the world’s finest thriller writers“.


Don Page zeigt Guy Foster das geheime Schließfach von Melissa.

Es bestätigt die Qualität von „Alan Bleasdale’s Melissa“, dass gerade auf die Zeichnung der Charaktere der größte Wert verwendet wurde. Während Durbridge im Original die Protagonisten nur durch ihr Handeln innerhalb der Kriminalgeschichte illustrierte, geht die neue Version wesentlich weiter: Sie hebt in ganzen Szenenfolgen auf bestimmte Charakteristika ab, die zunächst vor allem dazu dienen, dem Publikum den Reporter Guy Foster vorzustellen. Mit Sicherheit ist er die positivste Hauptfigur des Fünfteilers, behält er doch die einnehmenden Markenzeichen seines alten Gegenparts inne – er bleibt ehrlich, engagiert für die Sache, lustlos für den gesellschaftlichen Auftritt. Doch gleichzeitig verleiht auch ihm die Interpretation dunklere Seiten, die bereits im Original durch seine Arbeitslosigkeit und die Weigerung, verschiedene Stellungen anzunehmen, angedeutet wurden. Guy, so erkennt man, ist ein ehemaliger Alkoholiker – redlich bemüht, aber immer noch dicht am Rückfall – und er tritt mit Vorliebe Fernseher- und Computerbildschirme ein, wenn ihm das darauf Gezeigte missfällt (wie gut, dass er für seine Arbeit eine unkaputtbare, alte Schreibmaschine benutzt). Es passt daher auch vorzüglich ins Bild, dass die Geschichte um den mysteriösen Doktor – hier heißt er Dr. Selwyn-Swanton – insofern abgeändert wurde, als Melissa Guy aus Sorge über dessen halbwegs auftauchende Depressionen einen Termin besorgt und ihm diesen bekanntgegeben hat. Die Frage, die sich für die Polizei und den (unwissenden) Zuschauer nunmehr stellt, ist nicht, ob Guy den Arzt kennt oder nicht, sondern ob er den Termin tatsächlich eingehalten hat.
Auch Melissa bleibt im Kern ihrem alter ego treu. Besonders zugute kommt ihrer Rolle die Internationalität der Produktion durch die Prominenz, die – übrigens ganz getreu dem Roman – Südafrika in diesem Mehrteiler hält. Sie lässt ihren Charakter umso mysteriöser wirken und verleiht ihm Erfahrung und Selbstsicherheit. Melissa ist eine Frau, die sich auf dem Parkett der Gesellschaft bewegen und sich in jeder Situation perfekt ausdrücken, zugreifen oder zur Not auch aus der Affäre ziehen kann. Auf jeden Fall bekommt sie das, was sie haben will. Gerade diese Eigenschaft ist es, die Guy Foster fehlt und die die beiden vor allem in den expliziten Szenen, um die sich die Neuinterpretation nicht mehr zu drücken braucht, wie zwei sich anziehende Gegensätze wirken lässt. Darstellerin Jennifer Ehle, eine typisch britische Schönheit, vereint das Glück, den größten „Melissa“-Part überhaupt, welcher erst (oder in diesem Falle: leider schon!) am Ende des dritten Teils stirbt, spielen zu dürfen, mit ihrem markanten schauspielerischen Talent zu der besten Melissa aller Zeiten, um die der Zuschauer nicht nur aufgrund ihrer wesentlich größeren Bildschirmpräsenz tatsächlich trauert. Gerade hierin zeigt sich ein wohltuender Kontrast zu früheren Adaptionen: Während in den 1960er- und 1970er Jahren darauf Wert gelegt wurde, Melissa mit der Auflösung einfach in die anrüchige Ecke gebranntmarkter Verbrecher zu stellen, entwirft Bleasdale hier die komplexe Studie eines Doppellebens, dessen einer Hälfte Ende ein herber Verlust in Herzlichkeit und Frohsinn und Liebe, aber auch in der Überzeugung von und der Bestimmtheit der eigenen Meinung ist.
In Teil 2 streitet sich Melissa zum ersten Mal ernsthaft mit Guy, doch einen Streitdialog gibt es nicht. Was es gibt, ist ein Streitmonolog Melissas, der in Schriftform ihre Weltanschauung und in Filmform die unglaubliche schauspielerische Präzision Ehles verdeutlicht:

Zitat von Melissa
Guy, I’m warning you now and I’m only warning you once. I did not get married to you to hibernate, to be a hermit, to hide away with you, for the two of us to be some kind of stupid twin forces against the rest of the world. We are not an isolation ward. I have a life outside of you and me. I have to. So do you, whether you like it or not. And I work with people, whether you like them or not. And I’m obviously pretty damn certain that you don’t, but I don’t care. I also don’t care if you think that what I do is cheap and nasty, even if it is, because I’ve just lost a good friend. And another good friend is going to need me whatever you think of her. Because sad and shallow people, drunks and has-beens need friends as well, you know. They need friends more than you. ’Cause you don’t need friends at all, do you? You’re decent and liberal and understand the world even if the world doesn’t understand you. So keep your distance. Fight your good and bad fights, travel the world, come back to me, but don’t you dare to come back to me and try to take away from me what I am. I am not your vacant lot. Don’t even begin to think you have the right to be anything other than the man I love.


Dennoch stürzt sich der Mehrteiler mit dem Ableben Melissas nicht in Depressionen. Die Riege der Nebenrollen sorgt für eine gekonnte und geschmackvolle Ausbalancierung von Dramatik und Leichtigkeit, ohne dabei überauffällig humoristische Rollenfächer bedienen zu müssen. Oftmals ist es gerade die Dramatik, die Humorvolles schafft, was durch die zweischneidigen Parts von Paula Hepburn und Hope Magenta (im Original Carol Stewart) bewiesen und durch das gelungene Spiel von Julie Walters (wie schon in „Educating Rita“ verbindet sie auf einnehmende Weise Schwermut, Witz und Peinlichkeit) und Diana Weston (diese darf – ein weiteres Zeichen für die Verbundenheit von Bleasdale mit Durbridge-Thrillern – als Stimmenimitatorin von Shirley Bassey mehrfach den Durbridge-Song der ersten Stunde, „Kiss Me, Honey Honey, Kiss Me“ aus „Der Andere“, singen) unterstrichen wird.


Für Paula Hepburn bricht nach dem Tod ihrer Tochter und Freundin eine Welt zusammen.

Wo Alan Bleasdale nach Abwicklung der Vorgeschichte auch in dem sich in Teilen 4 und 5 abspielenden Plot des „Melissa“-Originals Änderungen von der Vorlage bzw. Ergänzungen einführt, tut er dies mit Sinn und Verstand und vor allem dem Ziel, der Handlung eine zusätzliche Ebene zu verleihen. Die Tatsache, dass Paula die wahre Mutter der Waise Melissa ist, schweißt die Figuren enger zusammen und eröffnet Einblicke in das Seelenleben der ansonsten „nur“ als Spaßfigur verwendbaren Paula Hepburn.
In anderen Fällen geschieht diese Sezierung des Inneren auch allein schon durch die Modernisierung der Charaktere. Die Offenheit im Umgang mit persönlichen Problemen im Film ist in den 1990er Jahren eine völlig andere als in den 1960er und 1970er Jahren und ermöglicht es damit, auch Tabuthemen aufzugreifen und den in sich selbst sehr tragischen „Melissa“-Fall aus einer perfekten Bilderbuchwelt hinaus in die Realität zu bewegen. So mögen Trunksucht, Alkoholentzug und offene Gespräche über Schwulenpornos für einige Durbridge-Verehrer einen schalen Beigeschmack haben, doch verdienen all diese Themen einen Platz in dem kontemporären, aufgeschlossenen Umfeld des Mehrteilers und sollten für ebenso kontemporäre und aufgeschlossene Zuschauer eigentlich kein Grund zum pikierten Wegsehen mehr sein, zumal die Aufnahme dieser Motive wiederum durch augenzwinkernden Humor erleichert wird.
Im letzten Teil zeigt sich ein weiterer Einfluss der Moderne, indem mehrfach mit Videobotschaften gearbeitet wird. Sowohl Melissa als auch der Täter nehmen eine solche auf und beiden fällt damit in der Essenz der Anklang einer effektvollen Enthüllung zu, wie sie heutzutage auf gleichem Wege vor allem in populärkulturellen Kreisen oft Verwendung findet. Interessant stellt sich in diesem Zusammenhang auch der Grund für die Auswahl von „Melissa“ als Bleasdales Gegenwartshommage an Durbridge dar:

Zitat von Alan Bleasdale
One of the big problems with Francis Durbridge’s work now is the invention of one thing and one thing only: the mobile phone. „Melissa“ was virtually the only one of his pieces of work [...] that could survive without anyone having a mobile phone.


Unter dem richtigen Blickwinkel stellt der mit absoluter künstlerischer Treffsicherheit hergestellte und brillant gespielte Mehrteiler „Alan Bleasdale’s Melissa“ ein Sahnestück sondergleichen dar, wenn man bereit ist, die gewohnte Welt von Francis Durbridge zu verlassen und in die Hochs und Tiefs der heutigen Welt einzutauchen. Die stilsicheren Aufnahmen, die exzellente Besetzung, die stimmungsvolle Musik und die Bezüge auf das Original, die die Produktion bei Nichtkenntnis älterer „Melissa“-Versionen freilich zu einem unter tausenden heutigen TV-Thrillern machen, werden nur noch getoppt von einem meisterhaften Drehbuch, das sich der schwierigen und fraglos polarisierenden Aufgabe, eine Neuinterpretation von ganz anderem Geschmack zu schaffen, in jeder Einstellung und in jedem Satz bewusst ist. Mit Sicherheit liegt hier die „Melissa“-Fassung mit dem meisten Tiefgang und dem größten Realitätsbewusstsein vor – zusammen mit Jennifer Ehles verführerischen Titelfigur eine erstklassige Alternative zum Original, mit dem es sich aufgrund der Verschiedenheit der Anläufe nicht so vergleichen lässt, wie es viele Kritiker bisher tun wollten. 5 von 5 Punkten.

Georg Online




Beiträge: 3.049

06.01.2010 00:23
#2 RE: Bewertet: MELISSA Zitat · Antworten

Eine schöne Besprechung! Bei mir ist es zu lange her, dass ich den Film gesehen habe, allerdings stört mich der stets vorhandene leicht depressive Unterton. Das hat aber nichts mehr der Qualität des Films zu tun, ich mag das allgemein bei Filmen nicht so. Du hast ganz recht, wenn Du von NEUINTERPRETATION und nicht NEUVERFILMUNG sprichst. Das Ende fand ich damals viel zu übertrieben, alle sterben - naja ....

Zitat
Mit Sicherheit liegt hier die „Melissa“-Fassung mit dem meisten Tiefgang und dem größten Realitätsbewusstsein vor – zusammen mit Jennifer Ehles verführerischen Titelfigur eine erstklassige Alternative zum Original, mit dem es sich aufgrund der Verschiedenheit der Anläufe nicht so vergleichen lässt, wie es viele Kritiker bisher tun wollten.



Auf welche Kritiker/ Kritiken beziehst Du Dich bzw. kannst Du konkret eine negative Kritik nennen?

Havi17 Offline




Beiträge: 3.165

06.01.2010 07:06
#3 RE: Bewertet: MELISSA Zitat · Antworten

Das würde mich auch interessieren

Gruss
Havi17

Gubanov Online




Beiträge: 16.119

06.01.2010 20:30
#4 RE: Bewertet: MELISSA Zitat · Antworten

Zitat von Georg
Auf welche Kritiker/ Kritiken beziehst Du Dich bzw. kannst Du konkret eine negative Kritik nennen?


Das Wort "viele" vor Kritiker ist sicher überspitzt in Anbetracht der Tatsache, dass die 1997er-Adaption ein ziemliches Schattenleben fristet und man insgesamt nur wenige Besprechungen dazu findet. In einigen dieser wenigen Besprechungen sticht aber zumindest teilweise die Ansicht heraus, dass das durch die Modernisierung des Stoffes eliminierte Gefühl der Durbridge-Urigkeit, wie ich es genannt habe, eine Sache ist, die der Kritiker vermisst bzw. die er in der Interpretation überhaupt erst einmal gesucht hat. Ansonsten bedeutet mein Satz ja nicht, dass die Kritik negativ sein muss. Zu den fraglichen Kritiken zählt deshalb in einem gewissen Abschnitt auch deine diesen Thread eröffnende Bewertung, die zwar größtenteils die Absicht der Interpretation anerkennt, aber trotzdem ausführt:

Zitat von Georg
Bleasdale zeigt jedoch, dass die Geschichte auch in Zeiten von Handys und Computer funktionieren kann - allerdings auf Kosten des schönen britischen Krimigefühls. Der Film ähnelt eher einem Inspektor Lynley-Fall als einem typischen Durbridge-Stoff.


Percy Listers darauffolgende Anmerkung hängt sich dann direkt an diesem nur scheinbar wichtigen Punkt auf. Als weiteres Beispiel ist folgende Einschätzuung von memorabletv.com anzuführen:

Zitat von memorabletv.com
Very little remained of the original serial in this lavishly mounted but undeniably overlong homage to the great Francis Durbridge. Intirugingly the whole opening section on the cruise liner was sparked off by a single line of dialogue in the original serial, in fact the whole of the first three episodes work as something of a prequel.


PS (Spoiler): Das Ende finde ich gar nicht so schlimm wie du schreibst. Der Satz "Nur Guy überlebt." ist nur die halbe Wahrheit: Zusätzlich zum Original sterben lediglich Paula und Don, wohingegen die anderen Hauptrollen wie die beiden Ermittler, Hope Magenta und Les Maurice sowie Guys Freund George natürlich weiterleben.

Georg Online




Beiträge: 3.049

06.01.2010 21:28
#5 RE: Bewertet: MELISSA Zitat · Antworten

Zitat
Zu den fraglichen Kritiken zählt deshalb in einem gewissen Abschnitt auch deine diesen Thread eröffnende Bewertung, die zwar größtenteils die Absicht der Interpretation anerkennt, aber trotzdem ausführt:



Ich habe aber auch geschrieben: "Wer mit Modernisierung von Geschichten nichts anfangen kann, dem wird dieser 5Teiler nicht gefallen".
Damit habe ich gemeint, dass man nicht mit der Einstellung "Durbridge" an den Film herangehen darf. Hätte ich vielleicht besser formulieren sollen. Wer das tut, wird zwangsläufig enttäuscht sein (Ähnlich wie wenn jemand Edgar Wallace liest und dann HALBMOND oder STECKNADEL sieht).

Zitat
PS (Spoiler): Das Ende finde ich gar nicht so schlimm wie du schreibst. Der Satz "Nur Guy überlebt." ist nur die halbe Wahrheit: Zusätzlich zum Original sterben lediglich Paula und Don, wohingegen die anderen Hauptrollen wie die beiden Ermittler, Hope Magenta und Les Maurice sowie Guys Freund George natürlich weiterleben.



Stimmt natürlich, aber immerhin sterben die durbridgeschen Hauptfiguren.

P.S.: Denkst Du später mal etwas in Richtung Literaturwissenschaft/ Germanistik zu machen? Deine Analyse ist nämlich beinahe schon eine kleine wissenschaftliche Analyse...

Gubanov Online




Beiträge: 16.119

06.01.2010 22:26
#6 RE: Bewertet: MELISSA Zitat · Antworten

Zitat von Georg
Ich habe aber auch geschrieben: "Wer mit Modernisierung von Geschichten nichts anfangen kann, dem wird dieser 5Teiler nicht gefallen".
Damit habe ich gemeint, dass man nicht mit der Einstellung "Durbridge" an den Film herangehen darf. Hätte ich vielleicht besser formulieren sollen. Wer das tut, wird zwangsläufig enttäuscht sein (Ähnlich wie wenn jemand Edgar Wallace liest und dann HALBMOND oder STECKNADEL sieht).


Da sind wir völlig einer Meinung und auch dein Ausgangspost ist in dieser Hinsicht eindeutig, doch mit der zitierten Stelle und der darauf folgenden Antwort hatte die 1997er-Produktion direkt zu Beginn des Threads schon "einen weg", was mich ob der Qualität des Produkts ein wenig ärgerlich gestimmt und damit für die spitzen Anmerkungen in der Besprechung gesorgt hat. Unterm Strich hat mich jede der Melissa-Adaptionen so begeistert, dass ich mich für mehrere Tage am Stück jeweils auf die Sichtung eines Teils als Höhepunkt des Tages gefreut habe (und ich jetzt den zugehörigen Roman lese sowie mir sogar überlege, die italienische DVD trotz Sprachbarriere und Preis auf die Wunschliste zu setzen). Wahr ist aber in jedem Fall, dass die Neuinterpretation sicher weder etwas für Durbridge-Neueinsteiger noch für diejenigen Durbridge-Fans ist, die um der Atmosphäre des Originals willen die alten Verfilmungen mögen. Genauso ist es bei Wallace.

Zitat von Georg
Denkst Du später mal etwas in Richtung Literaturwissenschaft/ Germanistik zu machen? Deine Analyse ist nämlich beinahe schon eine kleine wissenschaftliche Analyse...


Danke, aber so weit möchte ich dann doch nicht gehen.

Georg Online




Beiträge: 3.049

09.01.2010 08:45
#7 RE: Bewertet: MELISSA Zitat · Antworten

Zitat
sowie mir sogar überlege, die italienische DVD trotz Sprachbarriere und Preis auf die Wunschliste zu setzen



Die ersten 11 Minuten der italienischen Version habe ich bei Youtube hochgeladen und mit deutschen Untertiteln versehen ;-)):

http://www.youtube.com/watch?v=QddZhX8OPs0

Es sind allerdings nicht die ersten 11 Filmminuten, alleine der Vorspann dauert rund 2 Minuten. Danach steigt die Handlung bei Don Pages Party ein (alle sprechen ihn übrigens [dan] aus), als er gerade einen Film von einem seiner Rennerfolge zeigt.
Dann kommt die bekannte Handlung: Mlissa wird von Felix & Paula abgeholt (der Streit zwischen Melissa und Guy ist viel energischer und besser inszeniert als in der deutschen Version). Es folgt eine Szene, die dazugeschrieben wurde: eine Diskussion zwischen Felix, Melissa und Paula im Wagen (fehlt in der Youtube-Version). Danach der Anruf und die Auffindung der Leiche.
Die Italiener haben ja die Story zu sechs Folgen à 60 Minuten aufgeblasen, zwischen die Durbridgeschen Szenen sind also immer wieder frei erfundene.

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