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 Film- und Fernsehklassiker international
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Count Villain Offline




Beiträge: 4.283

08.08.2011 13:43
#46 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Ich muss ja sagen, dass ich persönlich ein bißchen enttäuscht von der dritten Folge bin. Das liegt allerdings hauptsächlich an dem "irren Bübchen", das so gar nicht meiner Vorstellung vom Napoleon des Verbrechens entspricht. Warum gibt es in der modernen Zeit eigentlich keinen Platz mehr für sinistere, gesetztere Herren als Erzbösewicht? So etwas fehlt mir auch in anderen Filmen, wie zum Beispiel James Bond. Mycroft wäre für mich ein toller Moriarty gewesen. Überdies fand ich es auch sehr vorhersehbar, wer sich hinterher als Drahtzieher entpuppte. Auch den Mörder des MI6-Mannes habe ich ziemlich schnell erraten. Zudem fand ich das Tempo der Folge teilweise etwas zu hoch, aber das ist jetzt nicht ganz so schlimm. An sich war die Folge ja toll - leicht abgewandelt hätte sie auch in Gotham City spielen können, Batman gegen den Riddller (diese Rolle würde ich Jim auch eher abnehmen) - aber diese leichte Enttäuschung im Finale überschattet leider den ganzen Rest jetzt ein bißchen, so dass ich insgesamt, die ersten beiden Folgen besser fand. Und zur Krönung dann auch noch dieser Cliffhanger ... Gemein!

Matze K. Offline



Beiträge: 1.060

08.08.2011 19:29
#47 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Huhu, hab gestern vergessen aufzunehmen *schnief* hat zufällig jemand die Folge aufgenommen? Würde gerne tauschen oder gegen Umkosten. Danke

Georg Offline




Beiträge: 3.081

08.08.2011 20:55
#48 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Ist nicht so schlimm, ab 11.9. werden die Folgen auf EINSFESTIVAL um 20.15 wiederholt!

Count Villain Offline




Beiträge: 4.283

08.08.2011 22:48
#49 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Und es gibt sie bereits als DVD.

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.330

09.08.2011 08:53
#50 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Nachfolgender Artikel erschien vorvergangenes Wochenende in der Frankfurter Rundschau und beschäftigt sich vor allem etwas näher mit dem Hauptdarsteller:

Ein Mann, ein Wort, ein Mord

In der ARD ermittelt gerade ein ziemlich aufregender Sherlock Holmes: der britische Schauspieler Benedict Cumberbatch

Von Barbara Klimke

Da ist der Name: Cumberbatch. Benedict Cumberbatch. Eine sehr lange Reihe von weichen Silben und Plosivlauten sei das, findet Benedict Cumberbatch sogar selbst: „Klingt wie ein Furz im Bade, nicht wahr?“ sagte er einmal. „ Was für ein merkwürdig wattiger Name. Montagmorgens bin ich unfähig, ihn aus(zu)sprechen.“
Der Satz könnte ohne Weiteres aus einem der Drehbücher stammen, die er auf der Leinwand und der Bühne umsetzt. Der Londoner Cumberbatch hat sich einen Ruf als brillanter Darsteller kauziger, leicht versnobter, kluger Köpfe erworben. Zu seinen Paraderollen gehören verschrobene Mathematiker und genialische Maler. Am National Theatre hat er kürzlich Frankenstein samt Monster gespielt. Berühmtheit erlangt aber hat er erst als Sherlock Holmes: als hyperaktiver, hochbegabter Detektiv, der in einer Neuverfilmung der BBC mit fliegendem Mantel durchs moderne, mörderische London jagt.
Anfangs hatte er Bedenken, die Rolle des Sherlock Holmes anzunehmen, der in England zu den meistgespielten literarischen Figuren gehört. Doch das Fernsehskript hat ihm ungeahnte Freiheiten verschafft. Geschrieben wurde es von Steven Moffat und Mark Gatiss, den „Doctor Who“-Autoren. Sie verzichteten auf Pfeifen, Tweedjacken und die Gaslampen des Klassikers von Arthur Conan Doyle und konzentrierten sich lieber auf die Bösewichter und grässlichen Verbrechen. Ihrer Meinung nach war Sherlock Holmes immer ein moderner Mensch – nur seine Welt war mit der Zeit muffig und viktorianisch-verstaubt worden.
Cumberbatchs Meisterdetektiv jongliert mit Laptop und Smartphones, und wenn er, wie in der zweiten Folge einen Kunstkenner zurate zieht, dann entpuppt der sich als Graffiti-Künstler. Die ARD, die die BBC-Produktion für den deutschen Markt erworben hat, zeigt den Fall am Sonntag um 21:45 Uhr. Den ersten Teil verfolgten am vergangenen Sonntag fast viereinhalb Millionen Zuschauer.
Was die Serie zeigt, sagt Cumberbatch, ist, wie brilliant Holmes seine Möglichkeiten mit Hilfe von Multimedia und forensischer Wissenschaft im 21. Jahrhundert nutzen kann. Zwar ist er seinen Mitmenschen immer zwei Schritte im Denken voraus: „ Aber es geht nicht um übernatürliche Fähigkeiten, sondern um erlernbares Können.“
Zweifellos verfügt Cumberbatch selbst über eine ordentliche Portion Sherlock Holmes`scher Denk- und Kombinierfähigkeiten. Er besuchte das berühmte Internat in Harrow, eine der ältesten englischen Eliteschulen. Seine Eltern, die Schauspieler Wanda Ventham und Timothy Carlton (Vater Cumberbatch wählte einen Künstlernamen) wollten ihm möglichst viele Karrierewege offen halten, der Sohn entschied sich trotzdem für die Schauspielerei. Allerdings schrieb er sich zunächst an der Universität in Manchester ein – dem Kontrastprogramm zur Eliteschule Harrow: „ Ich musste der dringenden Gefahr entgehen, mir Kaschmir-Pullis locker um den Hals zu binden“, sagte er einmal.
Die Rolle des Langweilers lag ihm nie. Zu Studentenzeiten unterrichtete er während eines Freisemesters Englisch an einem tibetanischen Kloster, er hat Fallschirmspringen gelernt und fährt auf dem Motorrad durch London. Demnächst wird er in Steven Spielbergs „War Horse“ zu sehen sein. Und dann erneut mit Martin Freeman, der in „Sherlock“ den Doktor Watson spielt, im „Hobbit“ vor der Kamera stehen – als Stimme des Drachen Smaug. Das dürfte eine Abwechslung sein für Cumberbatch, der sich einen Namen gemacht hat – sogar als Verb: „to cumberbatch“ heißt in der Szene inzwischen so viel wie „das Publikum von den Stühlen reißen“.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.322

09.08.2011 12:48
#51 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten



Gerade die Schnelligkeit und Sprunghaftigkeit der letzten „Sherlock“-Episode der ersten Staffel sind es für gewöhnlich, die Zuschauer und Fans der Serie für „Das große Spiel“ einnehmen. Es gibt auch beim dritten oder vierten Sehen noch viel zu entdecken, viel Nervenkitzel, viel Spannung, viel Tragik und nicht zuletzt viel Action. Mark Gatiss zeichnet für das Drehbuch verantwortlich und ich bin sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Ebenso freue ich mich darüber, dass man für ihn / er sich selbst die „Hounds of Baskerville“-Folge für Staffel 2 ausgesucht hat – daraus wird er mit Sicherheit einen ähnlichen Knaller zaubern. Angemerkt sei, dass die Verknüpfung vieler einzelner Fälle, deren einfache Struktur an die Originalgeschichten Doyles erinnert, in denen es auch oft nur einen oder zwei Verdächtige gibt, für mich absolut stimmig umgesetzt wurde und wieder diverse Seitenhiebe zum Kanon enthält.
Der Moriarty, den sich Moffat und Gatiss entschlossen zu präsentieren, ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Gerade in Holmes-Kenner-Foren sorgt die Enttarnung des Meisterverbrechers für die kontroversesten Diskussionen, denn, wie Count Villain schrieb, hat Andrew Scott nichts mit der alten, grauem Professoren-Eminenz zu tun (Gott sei Dank, möchte ich meinen, denn das wäre kein gleiches Duell mit dem jungen, schillernden Sherlock!). Die Frage bleibt trotzdem: Ist es überhaupt Moriarty selbst? War das Sherlock-Team so voreilig, das endgültige Ass schon in der ersten Staffel aus dem Hut zu ziehen? Ist der Plot mit der geliehenen Stimme nicht vielleicht eine Metapher für ein weiteres, uneigenständiges Sprachrohr? Und wenn es sich wirklich um den schlussendlichen Moriarty handelt, wie werden Sherlock und John dann seiner Falle entfliehen?
Was mir positiv auffiel, war die Synchronisation Scotts durch Marius Clarén. So herrlich durchgedreht wie der Charakter ist auch dessen deutsche Stimme – Gratulation an den Sprecher, der damit die Hauptcharaktere gehörig in den Schatten stellt (wobei das Siezen von Sherlock und John in dem kurzen Schockmoment der Swimmingpool-Szene,

in dem der Zuschauer für ein paar Sekunden glaubt, John Watson sei Moriarty,

doch zu einem gewissen Effekt beitrug).
Die Einschaltquote von „Sherlock“ sinkt leider auch bei der dritten Folge (3,05 Millionen schalteten am Sonntag ein, darunter 1,3 Millionen der 14- bis 49-Jährigen). Erklärt werden kann dies einerseits durch den natürlichen Prozess, dass die Pilotfolge meist das größte Interesse weckt, andererseits auch durch gleichfalls abnehmende Tatort-Quoten vorab. „Sherlock“ scheint in der ARD noch nicht ganz auf eigenen Füßen zu stehen, sondern von seinem Vorprogramm maßgeblich abzuhängen. Da freut es, dass die DVD-Ausgabe sich in den oberen Chart-Regionen eingenistet hat. Für mich persönlich gilt in Anlehnung an Mr Keeneys Beitrag: I am cumberbatched.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.283

09.08.2011 15:30
#52 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov
So herrlich durchgedreht wie der Charakter ist auch dessen deutsche Stimme – Gratulation an den Sprecher, der damit die Hauptcharaktere gehörig in den Schatten stellt (...)



Gerade dieses Durchgedrehte stört mich an dem Charakter am meisten. Für ein dunkles Ebenbild von Holmes präsentiert er sich meines Erachtens viel zu irre.

Matze K. Offline



Beiträge: 1.060

09.08.2011 20:10
#53 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Zitat von Georg
Ist nicht so schlimm, ab 11.9. werden die Folgen auf EINSFESTIVAL um 20.15 wiederholt!


prima - danke für die Info !!!

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.586

10.08.2011 20:02
#54 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

@ Count Villain: Als Mark Gatiss als Mycroft Holmes in Folge 1 seinen ersten Auftritt hatte, dachte ich auch sofort: Das ist Moriarty! Wie überrascht war ich, als er sich am Ende als Sherlocks Bruder entpuppte. Er hätte in der Tat ein viel größeres Potenzial für diese Rolle (maliziöses Charisma, Format, Alter und Auftreten).

Mein Review zur dritten Episode folgt sogleich.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.586

10.08.2011 21:19
#55 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

"He is the Napoleon of crime, Watson. He is the organizer of half that is evil and of nearly all that is undetected in this great city. He is a genius, a philosopher, an abstract thinker. He has a brain of the first order. He sits motionless, like a spider in the centre of its web, but that web has a thousand radiations, and he knows well every quiver of each of them. He does little himself. He only plans. But his agents are numerous and splendidly organized. Is there a crime to be done, a paper to be abstracted, we will say, a house to be rifled, a man to be removed - the word is passed to the professor, the matter is organized and carried out." (aus: "The Adventure of the Final Problem")

Zum ersten Mal innerhalb der Reihe sieht sich Sherlock in "Das große Spiel" mit der Bedrohung Moriarty konfrontiert. Ein teuflisches Vabanquespiel zersteut die Gedanken des Detektivs und des Erzschurken gleichermaßen. Es geht vordergründig nicht nur um ein Kräftemessen zwischen den beiden jungen - im Falle Moriartys sehr jungen - Männern, sondern auch um geistigen Nervenkitzel, der die Banalität des Alltags durchbrechen und die normalen Bürger schockieren soll. Wieder einmal finden wir in Dr. Watson den Mann aus dem Volk, der empathisch genug ist, um das Leid der Opfer zu verstehen und die Erfolgsquote nicht durch die Deduktion erfüllt sieht, sondern durch die Rettung eines Menschenlebens. Er ist enttäuscht, dass Sherlock Holmes in erster Linie an seinen persönlichen Triumph über den unbekannten Herausforderer denkt und sich dadurch als (angeblicher) Misanthrop erweist. Doch ist es wirklich so, dass er - wie er selbst behauptet - kein Herz hat? Ich wage es zu bezweifeln. Sherlock Holmes nutzt seine Fähigkeiten im Dienste der Gerechtigkeit und der Wahrheit und arbeitet somit für die Menschheit. Er erfreut sich an der Aufgabe, die ihm ein Fall stellt, setzt aber seine ganze Energie daran, das Böse aufzuspüren, zu enträtseln und zu überführen. Wäre er kalt und gleichgültig, würde er als Mitläufer oder gar Exekutor an den Tätigkeiten der Verbrecher teilnehmen. Dies lehnt er jedoch trotz finanzieller Anreize der Gegenseite kategorisch ab. Durch seine äußere Beherrschtheit zeigt er seinen Feinden, dass ihm emotional nicht beizukommen ist. Er wirkt härter, wenn er sich nur den Fakten widmet und jedes Problem sachlich behandelt. Deshalb kommt Dr. Watson so oft in Lebensgefahr: Sherlock ist durch seinen Freund erpressbar geworden. John ist seine Stärke und gleichzeitig seine Schwäche. Zeige Deinen Feinden nie, woran Dein Herz hängt! Sie werden sich darauf stürzen und es vernichten. Ein Beispiel dafür ist das Finale der dritten Folge: Moriarty hat John Watson als Geisel genommen und versucht nun, Sherlock Holmes aus der Reserve zu locken.
Dabei beginnt der Film mit einem gelangweilten Sherlock, der in bester Canon-Tradition Löcher in die Wände seiner Wohnung schießt und auf seiner Violine fiedelnd seinen trägen Bruder Mycroft empfängt. Ein Fall von nationaler Bedeutung - das Verschwinden eines Speichersticks mit den Plänen für das Bruce-Partington-Raketenabwehr-System - soll von Sherlock geklärt werden. Durch das weitaus interessantere Spiel gegen die Zeit scheinbar vollauf beschäftigt, überträgt er diese Aufgabe seinem Kollegen John. In amüsanter Weise begleiten wir John ins Büro von Mycroft, folgen ihm zur Verlobten des Verunglückten und beobachten seine Nachforschungen auf den Gleisen. Literaturkundige kommen hier auf ihre Kosten: Die Weichen sorgen immer noch dafür, dass ein Körper seinen Platz auf dem Dach eines Eisenbahnwaggons verlässt und blutleer zu Boden geht. Wieder ein gelöstes Problem für Watsons Blog, den sogar Inspektor Lestrade liest. Leider wird der Schreiber darin zu deutlich und zählt neben den Kombinationsgaben Holmes' auch dessen Schwächen bzw. Unwissen bezüglich gewisser elementarer Sachverhalte auf. Spricht aus diesen Sticheleien etwa Neid? Ich kombiniere: nein. Diese Genauigkeit der Schilderung ist schlicht und einfach Watsons Ehrlichkeit geschuldet. ("Wie lebt es sich mit ihm?" - "Höllisch!") Weitere Anspielungen auf frühe Abenteuer gibt es bei der Untersuchung der Turnschuhe ("Der blaue Karfunkel") und dem Qualitätspapier aus der Tschechischen Republik ("Ein Skandal in Böhmen"). Sogar Hoxton, the Creeper aus Basil Rathbones "The Pearl of Death" erhält seinen Auftritt: Der Golem sieht ihm wie aus dem Gesicht geschnitten aus und tötet seine Opfer auf ebenso fatale Weise. So stimmig diese Details sind, so grenzlastig ist die Darstellung der Geiseln Moriartys: Die heulenden Menschen am Telefon - besonders die blinde alte Frau - lassen die Geschichte die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Die überschäumende Energie der Macher sorgt manchmal dafür, dass zuviele Elemente in einen Film gepackt werden und zugunsten von handgreiflicher Action die mentale Kompetenz Holmes' ein wenig ins Hintertreffen gerät. Manchmal möchte man Gatiss und Mofat zurufen: Slow down! Hier sind wir auch gleich wieder am Ausgangspunkt: James - Jim - Moriarty. Seine Einführung als "Affäre" der Pathologin Molly hat ihm viel von seiner unnahbaren Aura genommen. Und die deutsche Synchronstimme tut auch nicht viel dazu, ihn genialer erscheinen zu lassen. Er wirkt wie ein Irrer. Sherlock, schreiten Sie ein!
Benedict Cumberbatch und Martin Freeman bilden das Zentrum der Serie und führen das Publikum durch die Geschichten wie Besucher eines Jahrmarkts durch die Geisterbahn geführt werden: in rasantem Tempo, in jeder Minute auf einen neuen Schrecken gefasst.
Besonders Cumberbatch besitzt eine rätselhafte Ausstrahlung, die gerade in "Das große Spiel" durch Nahaufnahmen in Untersicht - mit den grünen Augen im Fokus - betont wird. Fasziniert verfolgt man seine Handlungen und versucht, seine Gedankengänge zu ergründen, während er bereits mit neuen Dingen beschäftigt ist. Lächelt er doch einmal, was höchstens zweimal in 90 Minuten passiert, wärmt dies nicht nur das Herz seines Freundes, sondern auch das des Publikums. Diesem Sherlock wünschen wir Erfolg und eine lange Karriere als "der Welt einzigem Consulting Detective". Auf ein Neues!

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.586

13.08.2011 20:49
#56 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

SPOILER!

Ich habe mir bezüglich des "irren Bürschchens" (O-Ton Count Villain) folgende Gedanken gemacht: Jim Moriarty kann schon aufgrund seines Alters kein Universitätsprofessor sein. Ich mutmaße deshalb, dass wir den richtigen Moriarty, den "Napoleon des Verbrechens", noch gar nicht zu Gesicht bekommen haben. Jim - schon der Name spricht Bände - ist der Sohn von Prof. James Moriarty und geht sozusagen bei seinem Vater in die Lehre. Alistair Duncan schreibt in seinem Buch "Eliminate the Impossible" (MX Publishing, 2008): "Moriarty has the distinction of having become the original super villain, powerful mentally but not physically. When Conan Doyle revealed that Holmes had survived his battle with Moriarty in The Final Problem it was hardly surprising as Holmes was bound to win any physical battle being the younger man and a man who had knowledge of many contact sports such as boxing and fencing."
Jim Moriarty hat im Kampf gegen Sherlock Holmes noch einen entscheidenden Trumpf im Ärmel: seinen genialen Vater James.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.322

13.08.2011 21:02
#57 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Jim als Kose- und Verkleinerungsform von James könnte in dieser Hinsicht tatsächlich ein doppelzüngiger Hinweis sein. Es gibt unabhängig von der Identität Jims auch eine Reihe von Theorien, wie Sherlock und John der Falle zu Beginn der nächsten Staffel entkommen könnten. Wem diese Spekulationen zu weit gehen, der sei erneut durch eine Spoilerwarnung vom Weiterlesen abgehalten.

1. John nickt Sherlock zu, bevor dieser auf die Bombe zielt. Es ist nicht zu erwarten, dass Sherlock darauf schießt und alle in die Luft fliegen. Wie würde man dann drei weitere Folgen inszenieren wollen? Es könnte sein, dass Sherlock und John ins Wasser springen und im Sprung auf die Bombe zielen. Das Wasser würde die Zertörungskraft ein wenig hämmen, dennoch erscheint diese Möglichkeit unrealistisch, zumal sie nach wie vor von den Laserschützen in Zaum gehalten werden.

2. Folglich: Der Sprengstoff könnte gefaked sein. Ein Schuss darauf - und nichts passiert. Das führt zu einer größeren Schlussfolgerung: Jim will Sherlock und John gar nicht in Lebensgefahr bringen. Zu wertvoll ist ihm (oder seinem Vater?) die geistige Ablenkung, die Sherlock für ihn bereithält. Wir wissen: Genies fürchten Langeweile. Diese Wertschätzung könnte auch dazu führen, dass Sherlock und John noch ein letztes Rätsel gestellt bekommen (es sollten fünf sein, doch wir erinnern uns, dass wir nur vier gesehen haben) und, wenn sie es gelöst haben, frisch und frei aus dem Schwimmbad herausspazieren dürfen.

3. Es gab in Jims Abwesenheit eine kurze Zeit, in der auch keine Laserpunkte zu sehen waren. In dieser Zeit hätten Lestrades Männer - durch die Anmerkung auf Sherlocks Website zum richtigen Ort geführt - die Gelegenheit gehabt, den / die Schützen, die sich in sicherer Distanz befinden, zu überwältigen. Sie wären nun im Besitz der Zielgeräte und nicht Sherlock und John, sondern Jim säße in der Falle. Natürlich würde es für diesen kein Problem sein, irgendwie zu entkommen.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.586

13.08.2011 21:09
#58 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

SPOILER

Zu Punkt 3: Es könnte sein, dass Jim Moriarty den Schauplatz nicht lebend verlassen kann, sondern in einem Schusswechsel getötet wird. Die Polizei ist felsenfest überzeugt, den Drahtzieher beseitigt zu haben und den Fall nun ad acta legen zu können. Umso größer die Überraschung, als in Folge 3 der zweiten Staffel plötzlich erneut Spuren auf einen "Hintergrund Moriarty" zeigen und sich Sherlock plötzlich mit dem Senior konfrontiert sieht, der den Tod seines Sohnes und Erben rächen will. Der finale Kampf an den Reichenbach-Fällen soll den Detektiv für immer aus dem Weg räumen.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.322

13.08.2011 21:11
#59 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Splendid, Mr. Moffat.

Count Villain Offline




Beiträge: 4.283

13.08.2011 21:13
#60 RE: TV-Serie „Sherlock“ (2010, mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman) Zitat · Antworten

Zitat von Percy Lister
Jim Moriarty kann schon aufgrund seines Alters kein Universitätsprofessor sein.



Muss der neue Moriarty ja auch gar nicht, oder?

Von daher sehe ich diese Spekulation eher skeptisch. Aber man weiß ja nie.

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