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Dieses Thema hat 20 Antworten
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 Filmbewertungen
Seiten 1 | 2
Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

13.06.2010 13:03
Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Wie schon in einem anderen Thread besprochen gibt es diesen Film endlich auf DVD.

Nun sind eure Meinungen gefragt.

Glasauge

LEBEN UND STERBEN LASSEN

athurmilton Offline



Beiträge: 1.081

13.06.2010 14:25
#2 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Ich bin von der DVD rundum begeistert, für 1931 ist der Film sehr spannend und hat einige rasante "Action"-Momente (heute Sehgewohnheiten darf man da nicht als Meßlatte sehen)! Bild und Ton sind gut, die Zustatzinformationen nicht umfangreich, aber interessant.

Ein sehr lohnenswerter Kauf!

Elford Offline




Beiträge: 1.010

13.06.2010 16:42
#3 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Gestern Abend den Zinker von 1931 angesehen: Ein herrliches Zeitdokument.
Natürlich ist der Film nicht mit den Rialto Produktionen zu vergleichen. 1931 steckte der Tonfilm noch in den Kinderschuhen und dass merkt man diesen Film auch deutlich an: Die Darsteller übertreiben stellenweise sehr stark, sie agieren teilweise noch mit weit aufgerissenen Augen, wie es ja im Stummfilm üblich war und sprechen sehr unnatürlich, besonders Peggy Norman, die Darstellerin der Beryl sticht hier heraus. Musikuntermalung findet fast dauernd statt, auch wenn sie dramaturgisch überhaupt keinen Sinn macht.

Achtung Spoiler:

Auch hier wurden, wie bei der Rialto Verfilmung, gegenüber dem Roman diverse Änderungen vorgenommen. Die meisten Charaktere aus dem Buch wurden übernommen, einige weggelassen. Die Beziehungen der Personen untereinander wurde verändert, da der Täter nicht der gleiche ist wie im Roman.

All das stört nicht den Unterhaltungswert dieses Streifens, wenn auch die Erzählweise der damaligen Zeit gewöhnungsbedürftig ist.


Gruß

Elford

Edgar007 Online




Beiträge: 2.313

14.06.2010 09:51
#4 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Zitat von Elford
Musikuntermalung findet fast dauernd statt, auch wenn sie dramaturgisch überhaupt keinen Sinn macht.


Schau Dir mal die "Originalfassung" an, da hörst Du relativ wenig Musik. Es wird ja in den Extras erwähnt, daß es damals nicht möglich war, gleichzeitig Sprache und Musikuntermalung zu bringen.

Lord Peter Offline




Beiträge: 484

14.06.2010 17:45
#5 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Nachdem die DVD schon seit DO bei mir rumlag, konnte ich sie gestern endlich sichten. Fazit: absolute Empfehlung!

Zunächst zum technischen:
Wahlweise kann man sich den Film in der Originalvertonung oder mit dem neuen Soundtrack ansehen. Das Bild ist zwar (verglichen mit Restaurations-Perlen wie den Rathbone-Holmes-Filmen) eher mäßig, anderseits hätte ich nicht gedacht, den Film dennoch in so passabler Qualität zu sehen zu bekommen. Der Ton ist recht leise (gelegentlich übertönt die Musik die Stimmen) und klingt manchmal etwas blechern, aber doch etwas besser als beim "Hund von Baskerville".

Zum Film:
Verglichen mit der Rialto-Fassung hält sich dieser Film sehr eng an die Romanhandlung und bringt in nur 70 Minuten alle zentralen Ereignisse unter, ohne zu gehetzt zu wirken - ABER: Die Personenkonstellation wurde völlig über den Haufen geworfen, einige Figuren wurden gestrichen oder mit Eigenschaften einer anderen ausgestattet, und auch die Namen wurden munter vertauscht oder leicht geändert. Die Folge ist, daß der Romankenner von seinem Wissen wenig hat, denn JEDER könnte der "Zinker" sein.

Der Höhepunkt der Verwirrung dürfte sein, wenn Frank Sutton den Zinker vergiften will, von diesem aber ausgetrickst wird und selbst stirbt.


Das Finale gerät dann (für damalige Verhältnisse) recht flott und beinahe actionreich, lediglich die Entlarvung des "Zinkers" stellte (für mich) eine kleine Enttäuschung dar.

Eine überraschend gute und temporeiche Verfilmung, und das fast 30 Jahre, bevor die Rialto-Serie ihren Siegeszug antrat. Hoffentlich schafft "Spirit Media" es auch noch, den "Hexer" und den "Doppelgänger" der selben Produktionsfirma (Ondra-Lamac) auf den Markt zu bringen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

14.06.2010 21:51
#6 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten



Edgar Wallace: Der Zinker
Mit: Lissy Arna, Karl Ludwig Diehl, Fritz Rasp, Peggy Norman, Paul Hörbiger, Szöke Szakall, Robert Thoeren, Jack Mylong-Münz. Regie: Carl Lamac, Martin Fric. Drehbuch: Rudolf Katscher, Egon Eis, Otto Eis. Uraufführung: 30.07.1931.

Edgar Wallace, gestorben im Jahr 1932, war zu Lebzeiten einer der bedeutendsten Gegenwartsautoren der Weimarer Republik und nach seinem Tod feierte sein Vermächtis, vom Nationalsozialismus ungebremst, große Erfolge. Gerade in jener Umbruchszeit, nämlich in den Jahren 1931 bis 1934, entstanden in Deutschland drei Edgar-Wallace-Verfilmungen der Firma Ondra-Lamac-Film des Filmschaffendenduos Carl Lamac (Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Schauspieler) und Anny Ondra (Schauspielerin). Multitalent Lamac machte sich damit die lange Tradition der Wallace-Begeisterung zunutze, die bereits seit etwa einem Jahrzehnt dem Buchhandel besten Absatz beschert und sich zu Stummfilmzeiten mit den deutschen (Ko-)Produktionen „Der große Unbekannte“ (1927) und „Der rote Kreis“ (1929) manifestiert hatte.
Für sein Wallace-Debüt wählte Lamac den Roman „Der Zinker“. Zum Entstehungszeitpunkt seines Projekts handelte es sich dabei um einen der berühmtesten und beliebtesten Stoffe des Autors: In England im Jahr 1927 erstveröffentlicht, feierte der geschwätzige Verbrecher seine deutsche Übersetzung aus der Feder des Spezialisten Ravi Ravendro (d.i. Karl Döhring) nur ein einziges Jahr später Premiere. Sowohl in London als auch in Berlin wurde das zum Buch verarbeitete Theaterstück mit großem Erfolg aufgeführt und vom Goldmann-Verlag ebenfalls in einer Buchausgabe herausgebracht. Drei Verfilmungen des Romans entstanden in einer Spanne von acht Jahren: Neben Lamac wagten sich 1930 Edgar Wallace selbst und 1937 William K. Howard an cineastische Umsetzungen.



Beim deutschen Film fällt auf, dass das Drehbuch den Vermerk „frei nach Edgar Wallace“ trägt, wie er den Ottonormalverbrauchern des Forums aus späten Filmen der German Wallace Wave wie „Die blaue Hand“ oder „Im Banne des Unheimlichen“ bekannt sein dürfte. In der Tat nahmen die Autoren – mit dem unsterblichen Egon Eis (später Trygve Larsen und so verantwortlich für die Knaller „Frosch“, „Kreis“, „Augen“, „Orchidee“ und „Gasthaus“) und Rudolf Katscher (später Rudolf Cartier und so immerhin verantwortlich für den „Rächer“) prominente Namen – diverse Änderungen von der Originalvorlage vor. Folgende Beispiele kratzen nur an der Oberfläche:
- Beryl ist in Charles Tillmann (sic!) verliebt. Sein Part wurde in der 1963er-Fassung ausgespart, am ehesten kann man noch den alten Brownie (Heinrich Gies) als Rollenäquivalent betrachten.
- Lillie Trent (sic!) ist nicht mehr Suttons heimliche Frau.
- Frank Sutton und Beryl Stedman sind nunmehr Nichte und Onkel.
- Die berühmt-berüchtigte Änderung der Identität des Zinkers ergibt sich leider bereits aus der weitverbreiteten Anekdote zum Film, nachzulesen sowohl im „Edgar-Wallace-Lexikon“ als auch auf der DVD.

Man könnte sich folglich vortrefflich darüber streiten, welche Verfilmung – ob die von 1931 oder die von 1963 – noch die originalgetreuere ist. Allein ein solcher Vergleich könnte ganze Seiten füllen, wäre aber zum Scheitern verurteilt, weil Prämissen, Zeiten und Zielgruppen der beiden Filme gänzlich unterschiedliche Abänderungen bedingten.
Die hier vorliegende Adaption baut in jedem Falle – erklärbar durch die kurze Spielzeit, den teilweise theaterartigen Szenenaufbau und die guten Darsteller – eine stimmige Atmosphäre und große Spannung auf, die – wenn schon nicht im Wort, so doch immerhin im Gefühl – als dem Roman näher zu betrachten ist. Man kommt dennoch nicht umhin, zu bemerken, dass das Script und dessen Umsetzung hin und wieder etwas bruchstückhaft wirken, was allerdings eher den noch beschränkten technischen und handwerklichen Möglichkeiten des Herstellungsjahres sowie dem noch in den Kinderschuhen steckenden Tonfilmverfahren geschuldet ist. Kritik ist hier weniger nötig als vielmehr das Einlassen auf vergangene und vergessene Sehgewohnheiten.



Freilich prägten die Gewohnheiten des Stummfilms auch die Aktionen der Schauspieler. Abgesehen von Peggy Norman als Beryl, die heute direkt ein Kuriosum in sich darstellt, resultiert dieser Umstand nur in seltenen Fällen in einem wirklichen Ärgernis. Man könnte gegenteilig sogar behaupten, dass naive Krimistoffe wie dieser (die Naivität ist durch die Einschränkungen der Umsetzung, nicht durch den Inhalt selbst gegeben) von Überinterpretation der Figuren profitiert. Nicht zuletzt ist es gerade ein Film wie „Der Zinker“, der offen und geradeheraus funktioniert und sich wenig auf winzige Details und kleine Andeutungen zu verlassen braucht. Dies weiß auch Fritz Rasp: Dämonisch wie eh und je befriedigt er wenig zimperlich in seinem Wallace-Erstling jedes Verlangen nach einem perfekten roten Hering. Seinen Gegenpart stellt Paul Hörbiger als flotter und frecher Reporter Josua Harras dar. Es entbehrt überdies sicher nicht des Zufalls, dass Wallace dieser Rolle ein Homophon des englischen Verbs „(to) harass“ zum Nachnamen gab, was soviel bedeutet wie „jemandem auf die Nerven gehen“ oder „jemanden belästigen“. Er kannte die Presse nun einmal nur allzu gut...



Besonderes Interesse erweckte der Film „Der Zinker“ offenbar beim Ensemble Filmharmonie sowie dem gerade einmal 26-jährigen österreichischen Komponisten Florian C. Reithner, der sich entschloss, dem Film eine neue Musiktonspur zu spendieren. Die Notwendigkeit eines solchen Unterfangens begründet sich wie folgt:

Zitat von Der Zinker. Der neue Soundtrack. (DVD-Texttafeln)
Als der Edgar-Wallace-Krimi „Der Zinker“ 1931 ins Kino kam, war die Tonfilmtechnik erst wenige Jahre alt und noch wenig ausgereift. So konnten Szenen, in denen gesprochen wurde, noch nicht mit Musik unterlegt werden – dies gelang erst 1933, als Max Steiner den Film „King Kong“ untermalte.


Der neue Score ergänzt viele Szenen sehr dominant, aber durchweg passend und unterstützt dadurch den Spannungsaufbau, vor allem gen Ende, massiv. Es handelt sich hierbei um eine simple Frage der Dynamik, an die der heutige Filmfreund gewöhnt ist und die Bildern wie einer Schießerei oder einer Verfolgungsjagd erst eine volle Abrundung zuteil werden lässt. Bei aller Einfachheit darf indes nicht vergessen werden, dass die Arbeit Reithners einen ungewöhnlichen und bislang einzigartigen Aufwand für einen frühen Wallace-Krimi darstellt und allein deshalb schon besonderen Stellenwert zugeschrieben bekommen muss. Es wäre mehr als wünschenswert, wenn das gleiche Verfahren für den Film „Der Hexer“ von 1932 ebenfalls noch angewendet würde, sofern das Bundesarchiv hier noch über geeignetes Filmmaterial verfügt.
Selbstverständlich wohnt der Neuvertonung jenes Problem inne, das alle nachträglichen musikalischen Filmaufarbeitungen betrifft: Die Musik platzt aus jeder nur erdenklichen Naht und ist an allen Ecken und Enden zu hören. Persönlich sehe ich darin keine negative Auswirkung auf das Filmvergnügen, da ich seit jeher exzessive und auffällige, geradezu überbordende Musik – wie sie ja letztlich für viele Edgar-Wallace-Filme typisch ist – der zurückhaltenden, sparsamen und damit leicht zu vergessenden Musiktradition etwa des US-Kinos vorziehe. Und weil Reithners Soundtrack „auch ohne Film Gültigkeit [...] haben“ soll, kann man ihm sowieso keinen Vorwurf machen, sein Ziel verfehlt zu haben.

Die DVD von Spirit Media



Das Bild der DVD weist gute Kontrastwerte und eine schwankende Schärfe mit großteils absolut annehmbaren Verhältnissen auf. Man darf von der Restauration kein lupenreines Wunder erwarten, doch für einen Film des Jahres 1931, für dessen Aufarbeitung sicher niemand ein Vermögen aufbringen konnte, stellt sich das Ergebnis hervorragend dar. Hin und wieder störend wirken sich lediglich die zahlreichen Artefakte und Laufstreifen aus, die unter Umständen etwas sorgsamer hätten retuschiert werden können.
Die Dialoge sind besser verständlich als auf der DVD „Der Hund von Baskerville“ vom gleichen Label und die neu eingespielte Musik gibt selbstverständlich keinen Grund zu ernsthafter Beanstandung. Die Extras setzen sich aus Texttafeln zu Filmverantwortlichen, Produktionshintergründen und dem Reithner-Soundtrack, aus einer Bildergalerie mit sechs Motiven und einem selbsterstellten Trailer zum „Hund von Baskerville“ (1936) zusammen.
Achtung: Bisher wurde noch nicht vermerkt, dass sich ein kolossaler Fehler auf der DVD eingeschlichen hat: Die Tonspuren wurden vertauscht. Startet man im Menü den Punkt „Uraufführung“, so erhält man die „Neuvertonungs“-Fassung und umgekehrt.

Früher Wallace mit Charme. Der Wunsch nach Fortsetzung der DVD-Reihe dürfte wohl nicht nur bei mir bestehen. 4 von 5 Punkten.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

15.06.2010 21:06
#7 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

So, eben hab auch ich den Zinker angesehen - Insgesammt bin ich mit dem Film recht zufrieden.

Der Schnitt (gerade in den ersten 10 /15 Minuten) ist vielleicht selbst für das Endstehungsjahr etwas rumpelig geraten.

Die Darsteller gefalllen mir recht gut bis auf Peggy Norman (Was sie abliefert ist doch etwas zu viel des guten..), das Drehbuch nimmt einige Änderungen zum Roman vor, ist aber in sich schlüssig.

Was mich überrascht hat ist der recht hohe beabichtigte Humoranteil...


Mit der DVD bin ich auch zufrieden - Hoffen wir, dass Spirit Media da noch weitere Schätze folgen lässt

Peter

Don't think twice, it's all right ...
Bob Dylan

Happiness IS the road ! (Marillion)

Tonfilmfan Offline



Beiträge: 6

08.09.2010 09:09
#8 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Hallo,
ich finde es klasse, dass Ihr Euch so intensiv mit diesem Film beschäftigt. Ich hatte das große Vergnügen an der Restaurierung beteiligt gewesen zu sein. Anbei ein paar Hintergrundinformationen zur Materiallage, die vielleicht einiges verständlicher machen, wenn es um Fragen der Restaurierung geht. Seit Jahren kursiert ja in Sammlerkreisen eine Version des Films, die offensichtlich auf Materialien einer Tschechischen Kopie beruht. Diese Kopie ist vergleichsweise stark zerschrotet, auch fehlt der überwiegende Teil des für damalige Verhältnisse sehr effektvoll gestalteten Vorspanns. Im Bundesarchiv nun fand sich eine Nitrokopie des Films. Für Insider: Nitromaterial ist extrem brandgefährlich, außerdem zersetzt es sich im Laufe der Jahre. Man kann es nicht so einfach vorführen, sondern das Material muss erst auf Sicherheitsfilm umkopiert werden. Das hat das Team des BA in vorbildlicher Weise veranlasst. Deshalb an dieser Stelle auch mal in diese Richtung ein großes Dankeschön. Dieses BA-Material war in besserem Zustand als das Prager Material. Lediglich der Schluss mit einigen markanten Bildsprüngen ist identisch, aber in jedem Fall war das ganze schon mal ein Quantensprung nach oben. Lediglich der Ton dieser Berliner Kopie war z.T. asynchron und musste von Hand Sequenz für Sequenz neu angelegt werden. Eine Szene im Berliner Material von ca 30 Sekunden war komplett ohne Ton, da offensichtlich das hiesige Tonnegativ beschädigt war. Das fehlende Stück wurde aus der tschechischen Kopie entnommen, die gottseidank an dieser Stelle einmal fehlerfrei war.
Um es kurz zu machen: Diese beiden Materialien waren die einzigen, die uns für die VÖ des Films zur Verfügung standen. Es ist einfach trotz intensiver Suche nichts mehr zu finden gewesen.

Zum "Hexer": Der definitiv auch kommen wird, und den ich schon gesehen habe. Dieser Streifen wird sicher ein Highlight für alle Wallace Fans sein. Fritz Rasp (die heimliche Hauptrolle) übetrifft sich schon in diesem Film mal wieder selbst. Die Kameraführung ist genial, z.T. sehr expressionistisch, und der Film hat eine eigene, effektvoll eingesetzte Musik. Die Materiallage ist jedoch noch prekärer: Es gibt nur noch eine einzige erhaltene Kopie, ein 35mm Nitro, dass auch noch geschrumpft ist. Gottseidank gibt es darüber hinaus keine Zersetzung im Bild, so dass nach erfolgter, aufwendiger Umkopierung sicherlich eine ordentliche Bildqualität dabei herauskommt. Es gibt noch ein paar andere technische Probleme mit diesem Film, die wir aber sicher irgendwie in den Griff bekommen .
Jedenfalls ist die VÖ zu Weihnachten geplant.
Mir ging es darum, einfach nur mal ins Bewusstsein zu rufen, wie prekär die Materiallage des deutschen Filmerbes eigentlich ist, und mit welchen Problemen Restauratoren zu kämpfen haben. Es ist dann auch wichtig, dass viele sich die DVD kaufen, damit Spirit weitermachen kann, denn - auch dies sei mal gesagt - Danke an Spirit, dass sie sich jedes Mal wieder auf ein neues "Abenteuer" einlassen.

Markus Offline



Beiträge: 629

08.09.2010 22:42
#9 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Vielen Dank für die Einblicke und euer alle Mühe bei der Reastaurierung!
Ich unterstütze die Reihe gern, auch aus eigenem Interesse.

Gruß
Markus

Edgar007 Online




Beiträge: 2.313

10.09.2010 11:43
#10 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Auch ich habe die beiden DVDs SHERLOCK HOLMES und DER ZINKER gekauft. Ich hoffe, daß nun auch noch DER HEXER und DER DOPPELGÄNGER erscheinen. Vor allem auf den HEXER freue ich mich sehr, da ich diesen Film noch nie gesehen habe und auch schon die beiden TV-Filme gut fand.

Tonfilmfan Offline



Beiträge: 6

11.11.2010 08:22
#11 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Hallo, liebe Wallace-Fans! Es ist geschafft! "Der Hexer" ist erschienen und zunächst einmal für zwei Monate exklusiv über Weltbild und dann im freien Handel erhältlich.
Der "Doppelgänger" ist noch in der Bearbeitung. Das Material ist etwas kompliziert zu bearbeiten, wird aber auch zeitnah erscheinen. Ebenfalls in der Pipeline: Die 1935er Verfilmung von Karl Mays "Durch die Wüste". Viel Spass beim Anschauen. Bin auf Eure Reaktion gespannt!

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

07.12.2010 20:00
#12 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

DER ZINKER ist einer meiner Lieblingsromane von Edgar Wallace. Die Konflikte und Dramen die den Charakteren widerfahren sind ein Vorzuge dieses Kriminalfalls. 1931 wurde DER ZINKER von der Ondra-Lamac-Film GmbH, Berlin verfilmt. In Deutschland war dies der erste Edgar-Wallace-Tonfilm. Am Drehbuch war unter anderem Egon Eis beteiligt, der gut 30 Jahre später als Tygve Larsen die vielleicht besten Drehbuchvorlagen für Edgar-Wallace-Filme ablieferte. Und vor allem Drehbücher die näher als andre an der Vorlage waren. DER ZINKER von 1931 ist frei nach Edgar Wallace. So verkündet es der Vorspann. Und auch auch wenn die Figurenkonstellationen dadurch zum größten Teil aufgelöst werden und einige Charaktere umbenannt werden, so macht der Film wirklich Spaß.
Vor allem passt er durch die ruhige aber spannende Inszenierung perfekt in die Adventszeit. Was wirklich toll ist, ist das Klangbild des Tons. Von der Qualität her ist der wirklich nicht gelungen, was bei den Aufnahmemöglichkeiten vor ca. 80 Jahren nicht verwunderlich ist. Doch durch seinen leicht verzerrten und sterilen Klang trägt der Ton auch wesentlich zur Atmosphäre im Film bei. Schön auch das die Schauspieler hier nicht so übertrieben agieren wie in DER HEXER (1932). Die schauspielerischen Leistungen wirken hier viel ausgewogener.
Die DVD ist ebenfalls sehr gelungen.

Insgesamt ein Film den man zweimal hintereinander ansehen kann ohne sich zu langweilen.

4,5 von 5 Punkten.

Billyboy03 Offline




Beiträge: 703

02.01.2011 18:24
#13 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

möchte hier kurz meinen Dank an die beteiligten Firmen und Menschen ausdrücken, habe drei der vier Ondra-Lamac-Filme erworben oder geschenkt bekommen und bin sehr begeistert: zum einen sind die Stoffe recht flott umgesetzt, zum anderen ist die Qualität von Bild und Ton (dem Alter angemessen) sehr ordentlich.

Der ZINKER ist einer meiner Lieblingsstoffe von Wallace und ich finde die Variante von 1931 sehr gelungen, vielleicht weil einerseits eine relativ große Nähe zur Vorlage zu spüren ist, andererseits eine doch wirksame Änderungen vorgenommen wurden, die eine andere Sichtweise auf den Inhalt ermöglichen. Und gerade der Effekt bei Romanverfilmungen, daß man die Identität des Täters bereits von Anfang an kennt, wurde durch die "Neubesetzung" der Figur des Zinkers gut vermieden.
Ich habe mir den Film allerdings ohne die neue Musik angeschaut, weil ich ihn möglichst so sehen wollte, wie er in den Kinos lief. Beim nächsten Mal wähle ich sicher die Variante mit der Filmmusik.

BillyBoy03

"Wer die Bundesrepublik Deutschland mit einer Bananenrepublik vergleicht, tut den lateinamerikanischen Staaten arg unrecht!" TW

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

26.09.2011 18:52
#14 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Hat vielleicht gestern jemand zum ersten Mal diesen "Zinker" gesehen?

Janek Offline




Beiträge: 1.852

26.09.2011 19:16
#15 RE: Bewertet: "Der Zinker" (1931, Außer der Reihe) Zitat · antworten

Ja, ich (Der Film war nett, nur die Musik hat mich sehr genervt vor allem am Anfang mit dem Einbrecher der "verzinkt" worden ist, hier wäre eine dezentere Musik besser gewesen) Aber ich möchte ja nicht meckern Aber man hat docher eher bei Krimis Böttcher und Thomas im Ohr....

MfG

Janek

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