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Dieses Thema hat 37 Antworten
und wurde 5.076 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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StefanK Offline



Beiträge: 899

18.02.2013 23:23
#31 RE: Bewertung – Rolf Olsen-Filme Zitat · antworten

Von den Olsen Filmen kann man meiner Meinung nach eigentlich speziell die Krimis fast alle empfehlen. Die St. Pauli Filme, das angesprochene Gasthaus, Blutiger Freitag sind alle Filme, die man sich immer wieder mal geben kann oder sollte

Joe Walker Online




Beiträge: 738

19.02.2013 06:49
#32 RE: Bewertung – Rolf Olsen-Filme Zitat · antworten

Zitat von StefanK im Beitrag #31
Von den Olsen Filmen kann man meiner Meinung nach eigentlich speziell die Krimis fast alle empfehlen. Die St. Pauli Filme, das angesprochene Gasthaus, Blutiger Freitag sind alle Filme, die man sich immer wieder mal geben kann oder sollte
Auch ganz meine Meinung .

Gruß
Joe Walker

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.516

06.01.2017 14:01
#33 RE: Bewertet: "DAS RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN" Zitat · antworten



BEWERTET: "Das Rasthaus der grausamen Puppen" (La locanda delle bambole crudeli ) (Deutschland/Italien 1967)

mit: Essy Persson, Erik Schumann, Karin Field, Helga Anders, Dominique Boschero, Margot Trooger, Gabriella Giorgelli, Ellen Schwiers, Jane Tilden, Balduin Baas, Steve Savo, Rolf v. Nauckhoff, Sergio Lanfredi, Joachim Teege, Angelika Ott u.a. | Drehbuch: Rolf Olsen | Regie: Rolf Olsen

Betty Williams und ihr Freund Bob Fishman planen einen Einbruch in ein Juweliergeschäft. Dieser schlägt jedoch fehl und Bob überfährt absichtlich einen nahenden Polizisten und flieht. Betty bleibt am Tatort zurück und wird zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie verschweigt den Namen ihres Komplizen, weil sie glaubt, er würde auf sie warten. Bei der nächsten Gelegenheit brechen Betty und vier weitere Frauen aus dem Gefängnis aus und begeben sich zu einem Gasthaus, in dem Bob als Kellner arbeitet. Er soll ihnen zur Flucht ins Ausland verhelfen....

Temporeich beginnt die Handlung, ebenso rasant setzt sie sich fort und behält die atemlose Geschwindigkeit bis zum Showdown am Hafen. Getrieben wird sie von blinder Wut, verzweifeltem Hass und berechtigtem Misstrauen gegen die Umwelt. Die Ungerechtigkeit, die der weiblichen Hauptfigur widerfährt, nimmt den Zuschauer kompromisslos für sie ein und macht ihn zum Sechsten im Bunde auf der Flucht in die Freiheit. Bereits während des Vorspanns werden in nüchternen Bildern Stationen ihrer Inhaftierung und des harten Alltags hinter Gittern gezeigt. Vermutet das Publikum nun jedoch, dass der Schwerpunkt auf den sadistischen Führungsmethoden der Gefängnisleiterin (kurzer, aber prägnanter Auftritt von Ellen Schwiers) liegen wird, so irrt er. Brachial wird das Tor ins Leben aufgestoßen und gibt den Weg frei für eine Bande, die sich nur qua Geschlecht von den sonst üblichen Revolverhelden der Leinwand unterscheidet. Spritzig untermalt wird die Koproduktion der Münchner Lisa-Film mit dem Triester Filmstudio Ceria von Erwin Halletz' pulsierender Musik, die mit "Dirty Angels" einen echten Ohrwurm liefert, der ebenso in einer rauchigen Kneipe beim "Kommissar" aufgelegt werden könnte. Dunkle, schummrige Schauplätze der Einengung wechseln sich immer wieder mit weitläufigen Außensets ab.



Die Darstellerriege wird von der Schwedin Essy Persson angeführt, die sich von der behutsamen, ängstlichen Freundin eines Gangsters zur tatkräftigen und unerschrockenen Kämpferin wandelt. Die Zeit im Gefängnis hat sie an Härte gewinnen lassen und sie im Überlebenskampf geschult, was sie zur Anführerin der Frauen werden lässt. Ihre Energie und Entschlossenheit werden nur durch die alte Anhänglichkeit an ihren wetterwendischen Freund Bob gebrochen, dessen Loyalität sie falsch einschätzt. Eine Stärkung der Persönlichkeit durchläuft auch Helga Anders, die zu Beginn als Mitläuferin kaum wahrgenommen wird und in der lebhaften Mädchenriege zunächst untergeht. Die Prüfungen, die der Gruppe auferlegt werden und ihre Überzeugung, dass Bettys Handeln falsch ist, verleihen ihr Mut und machen sie zur redlichen Heldin der letzten Minuten. Sie unterscheidet sich von den härteren Kalibern der Bande durch ihre geringe Vorstrafe und ihre Jugend, wobei die gnadenlose Rechtsprechung per se in Frage gestellt wird, wenn in kurzen Momenten von der Vergangenheit der Frauen erzählt wird. Karin Field etabliert sich neben Persson als ebenbürtig und erhält mehrere eindrucksvolle Momente. Der Zusammenhalt der Gruppe wird auch durch die Zunahme der verübten Gewalt nicht geschmälert und droht erst gegen Ende zu kippen, als die Situation aus dem Ruder läuft.

Margot Trooger zeichnet in ihrer unverkennbaren Weise eine exzentrische, sich selbst bemitleidende Frau mittleren Alters, die empfindlich und realitätsfern wider besseren Wissens am Alten festhält. Die vorwurfsvolle Hysterie ihrer Figur lässt das Unvermeidliche bald erahnen und eine psychologisch reizvolle Ausgangssituation schaffen. Jane Tilden fegt mit ihrem Foxterrier aufdringlich und nicht weniger eigensinnig durchs Geschehen und sorgt für die wenigen komischen Momente des Films. Wo die Sympathie des Regisseurs liegt, erkennt man an den verschrobenen männlichen Charakteren, von denen keiner dem Esprit der Heldinnen gewachsen ist. Selbst Erik Schumann verkommt zum Handlanger, auch, wenn man ihm ein spannendes Finale zubilligte. Ellen Schwiers, mit deren Namen die Produktion wirbt, muss sich mit einer Andeutung ihrer Gefährlichkeit abspeisen lassen, denn der Fokus liegt eindeutig auf den "Five on the run". Die Szene in ihrem Büro wurde so radikal geschnitten, dass es selbst dem ahnungslosesten Zuseher auffällt (der Film mit einer FSK 16 ist auf der DVD rund sieben Minuten gekürzt worden). Die nahtlos ineinander greifenden Abenteuer der Frauen auf der Flucht reißen das Publikum mit und stellen es laufend auf die Probe, wenn kurzentschlossen und ohne große Bedenken Grenzen überschritten werden.

Spannender und ungemein unterhaltsamer Krimi mit einer gelungenen Mischung aus bewährten Genrezutaten und frischen Einfällen, der sich innovativ und mutig präsentiert. 5 von 5 Punkten

Prisma Offline




Beiträge: 7.536

07.01.2017 22:45
#34 RE: Bewertet: "DAS RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN" Zitat · antworten

Zitat von Percy Lister im Beitrag #33
Spannender und ungemein unterhaltsamer Krimi

Das sehe ich ganz genauso. Ist schon eine Klasse für sich, was Rolf Olsen hier abgeliefert hat. Sehe ich mir immer wieder gerne an!
Da ja mittlerweile doch eine ungekürzte Version aufgetaucht ist, bleibt nur zu hoffen, dass die passende Veröffentlichung so schnell wie möglich kommt.

Weil es so schön war

DanielL Offline




Beiträge: 3.738

07.01.2017 22:59
#35 RE: Bewertet: "DAS RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN" Zitat · antworten

Zitat von Prisma im Beitrag #34

Da ja mittlerweile doch eine ungekürzte Version aufgetaucht ist, bleibt nur zu hoffen, dass die passende Veröffentlichung so schnell wie möglich kommt.



Inwiefern aufgetaucht?

Gruß,
Daniel

Prisma Offline




Beiträge: 7.536

08.01.2017 01:54
#36 RE: Bewertet: "DAS RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN" Zitat · antworten

Zitat von DanielL im Beitrag #35
Inwiefern aufgetaucht?

Die seit mehreren Jahrzehnten kaum gespielte Original-Kinoversion ohne Jugendfreigabe wurde 2015 beim 17. Festival des deutschen psychotronischen Films in Köln vorgeführt. Es hieß ja immer, dass da kein Material mehr existiere. Ich meine sogar, dass das ein Statement von Lisa-Film selbst war, was dann jahrelang auch kolportiert wurde, aber ich kann mich nicht mehr genau erinnern, weil es schon so lange her ist. Hat sich dann wohl eher auf deren Veröffentlichungen bezogen. Jedenfalls stellte Subkultur damals in Aussicht, dass die Chancen einer Veröffentlichung nicht unbedingt schlecht stünden. Wer die Ramsch-DVDs kennt weiß, dass im Verlauf sehr harte Schnitte vorhanden sind und der Film um satte 7 Minuten kürzer ist. Für mich wäre das jedenfalls eine der Traum-Veröffentlichungen!

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.516

06.06.2018 14:00
#37 RE: Bewertet: "DAS RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN" Zitat · antworten

Das Label Subkultur Entertainment hat heute angekündigt, dass in Kürze innerhalb der Reihe "Edition Deutsche Vita" endlich "Das Rasthaus der grausamen Puppen" erscheinen soll. Auf der Homepage findet man zwar noch keine Details, aber es ist davon auszugehen, dass es sich um die definitive Veröffentlichung handeln wird, die endlich auch jene Szenen ungekürzt enthält, welche bisher fehlten. Besonders augenfällig war dies z.B. in der Bürosequenz im Frauengefängnis, als Karin Field der toughen Ellen Schwiers vorgeführt wird.

Jan Offline




Beiträge: 1.317

06.06.2018 21:52
#38 RE: Bewertet: "DAS RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN" Zitat · antworten

Das ist eine richtige gute Neuigkeit. Da bin ich sicher an Bord, das gute Stück zu kaufen. Die Schnitte waren ja doch stets recht lieblos.

Gruß
Jan

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