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Dieses Thema hat 65 Antworten
und wurde 4.413 mal aufgerufen
 Kurzgeschichten-Wettbewerb
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5
kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

10.02.2010 11:38
Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten



Willkommen zum Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010


Nach einigen „Startschwierigkeiten“ haben wir es also doch noch geschafft…

Ich wünsche allen Teilnehmern und Lesern viel Spaß!



Jeder Autor freut sich natürlich über Feedback – deshalb meine Bitte an Alle Mitglieder dieses Forums:
Wenn ihr die Geschichten gelesen habt, gebt bitte einen kurzen Kommentar und eine Wertung ab (Wertungsregeln siehe unten). Danke!

Im Anschluss an den Wettbewerb, besteht wieder die Chance, genauer auf einzelne Fragen bezüglich der Geschichten einzugehen…


Die Storys:


Das Rätsel des schwarzen Briefs (Sir Oliver)

Sie öffnete die Verriegelung der Schublade und fand den Brief, den sie suchte, gleich
obenauf liegen. Sie nahm ihn an sich und steckte ihn ein. Plötzlich spürte sie, wie sich etwas
um ihren Hals schlang und sie würgte. Ihre Hände umklammerten die Schlinge und sie
versuchte sich davon zu lösen. Als sie sich umdrehte, konnte sie nur eine dunkle Gestalt mit
schwarzen Handschuhen erkennen, die sie mit einem Tuch würgte.
Download Link: http://www.homepage-baukasten-dateien.de...en%20briefs.pdf




Schnee über Kambodscha (Danny Ferusson)

Inspektor Angle steht vor einem Rätsel. In einem vornehmen Herrenhaus wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Das Gesicht ist bis zur Unkenntlichkeit entstellt, in seiner Brust steckt ein asiatischer Dolch.
Download Link : http://www.homepage-baukasten-dateien.de...0kambotscha.pdf




Die letzte Wette (Count Villain)

Wie schnell sich das Rad des Schicksals drehen und man statt ganz oben plötzlich ganz
unten sein kann, das muss der leitende Bankangestellte Paul Hubbard am eigenen Leib
erfahren. Doch ist das gleich ein Grund, sich aus dem Fenster zu stürzen? Und warum
bestellte er kurz vor seinem Tod noch einen Inspektor von Scotland Yard zu sich? Der
Direktor der Bank, Sir Arnold Long, ein ehemaliger Kriminalbeamter, ist wild entschlossen,
die Hintergründe von Hubbards Tod aufzudecken und schließt mit dem ermittelnden
Inspektor eine geradezu wahnwitzige Wette ab. Während die Polizei den Fall schon bald zu
den Akten legt, führt seine Ehrenhaftigkeit Sir Arnold bei seinen eigenen Nachforschungen
nur wenig später in große Gefahr. Wird es seine letzte Wette gewesen sein?
Download Link : http://www.homepage-baukasten-dateien.de...%20wette%20.pdf



Drei Leichen für Paul Grey (Kaeuflin)

Vor Jahren wurde Paul Grey von seien Komplizen verraten. In Verbrecherkreisen munkelt man, dass er bei der Flucht aus England umgekommen währe.
Doch eine Reihe von Morden lässt Polizei und Unterwelt an dieser Theorie zweifeln.
Download Link : http://www.homepage-baukasten-dateien.de...paul%20grey.pdf




Der Flüsterer (Billyboy03)

London, 1966. Der „Flüsterer“ ist ein gerissener Verbrecher, der wohlhabende und prominente Bürger Englands mit seinem Wissen um dunkle Flecken in deren Vergangenheit erpresst. Bereits zwei Mitglieder des Oberhauses haben sich deshalb das Leben genommen, als offenbar auch Sir Archibald Menning jenen geflüsterten Anruf erhält, der das Markenzeichen des Erpressers darstellt.
Wenig später liegt Sir Archibald tot hinter seinem Schreibtisch, die gerufene Polizei konstatiert Selbstmord.
Der zufällig anwesende Dandy Roger Burdett, ein Freund der Familie, hat seine Zweifel und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Auch Chefinspektor Elk, von Sir John mit der Jagd nach dem „Flüsterer“ betraut, begibt sich auf Schloß Menning.
Mit unterschiedlichen Prämissen machen sich beide auf die Suche nach dem Drahtzieher dieser Verbrechen, doch es bleibt nicht bei diesem einen Toten, und der Täter scheint mit allen Wassern gewaschen...
Download Link : http://www.homepage-baukasten-dateien.de...BCsterer%20.pdf




Albtraum ohne Erwachen (Melodie des Todes)

Vor vielen Jahren ereignete sich ein Unfall auf Sharington Hall. Noch immer versucht die junge Mary Jane Howard die Erinnerung daran zu verdrängen, doch irgendjemand will die Vergangenheit nicht ruhen lassen.
Download Link : http://www.homepage-baukasten-dateien.de...%20erwachen.pdf




Gefährliches Dunkel (Mr.Wooler)

Als der junge Taxifahrer Bobby seine Nachtschicht antritt, ahnt er noch nicht, in welche düsteren und gefährlichen Geschehnisse er hineingezogen wird. Er hat den Auftrag, eine junge Frau zu einem leerstehenden Gebäude am Londoner Stadtrand zu fahren. Aus Neugier folgt er ihr und wird Zeuge einer Zusammenkunft mehrerer rot maskierter Gestalten. Das Tribunal, wie sich die Gruppe selbst nennt, erpresst die junge Frau mit dem Wissen über einen lange zurückliegenden Mord. Als Bobby der Sache nachgeht, gerät er in eine teuflische Falle, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint…
Download Link : http://www.homepage-baukasten-dateien.de...es%20dunkel.pdf





Regeln zur Teilnahme als Werter

- Jedes Mitglied dieses Forums ist zur Bewertung der Kurzgeschichten eingeladen.

- Jeder Werter verteilt für jede Geschichte 1 bis 5 Punkte in ganzen Punktzahlen, wobei 1 Punkt
„besonders schlecht“ und 5 Punkte „besonders gelungen“ bedeuten. Das Schema, nach dem die
Punktzahl bestimmt wird, ist jedem frei überlassen.

- Jeder Werter muss jede Geschichte bis zum Ende der Bewertungsfrist bewerten, ansonsten verfallen seine
angefangenen Wertungen.

- Das Endergebnis berechnet sich aus der Summe aller für die jeweilige Story abgegebenen Punkte.

- Aus Gründen der Gleichberechtigung sind Selbstbewertungen der Autoren unerlässlich, es sei denn, ausnahmslos alle
Autoren erklären sich im Vornherein verbindlich zur Teilnehme an der Bewertung bereit.
Die Geschichte mit der höchsten Endpunktzahl gewinnt den Wettbewerb.



Die Wertungsphase ist hiermit eröffnet – Das Ende ist abhängig vom Interesse und dem Umfang der eingereichten Wettbewerbsbeiträge.



EDIT: Zusätzlich besteht nun doch die Möglichkeit, per PM-Funktion an Gubanov die persönliche Lieblingsgeschichte zu küren und mit einer zusätzlichen „geheimen“ Stimme zu versehen. Am Ende wird den drei Geschichten mit den meisten Stimmen 3, 2 bzw. 1 Punkt zugeschossen. Auch die genaue Stimmverteilung wird am Ende bekanntgegeben. Zur Abgabe einer Zusatzstimme ist nur derjenige aufgerufen, der seine Meinung zu den Kurzgeschichten auch hier im Thread in Form von Bewertungen vertritt.





Danke an alle Autoren, die sich die Mühe gemacht habe eine Story zu schreiben und die Betreiber des Forums für die Möglichkeit diese Aktion hier durchzuführen!

Sollte es irgendwelche Probleme mit den Dokumenten geben bitte PM an mich



Peter Käuflin

Don't think twice, it's all right ...

Bob Dylan



Happiness IS the road ! (Marillion)

Editiert von Gubanov am 11.02.2010, 11.27 Uhr - Wertungsregelung zur Zusatzstimmabgabe aktualisiert

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

10.02.2010 15:01
#2 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Da ich ja alle Geschichten schon bei mir hatte,(und ein paar auch schon vorher gelesen hatte) gibt es jetzt schon die erste Bewertung von mir – Versuche Gubanovs Bewertungsschema vom letzten Wettbewerb zu verwenden.. (- Rechtschreibung - als ob ich Fehler finden würde..)

Enthält leichte Spoiler....

Die Glückliche Geschichte ist Mr. Woolers
Gefährliches Dunkel

Kriminalfall: Der Fall… Auf Mr. Wooler ist Verlass! Er hat sich auch diesesmal eine Story ausgedacht, die man einfach nicht weglegen kann. Spannung garantiert und das trotz weniger auftretender Personen. Positiv wirkt sich der recht enge Zeitrahmen aus.
Allerdings habe sich ein paar dinge eingeschlichen, die mich stutzig machten….

Ging Mable die Treppe hinunter ? Ihre nassen Spuren führen doch zum Lift!
Nur warum kommt sie dann die Treppe hinauf?

Wie konnte Charlot nach Bobbys Beschreibung das richtige Haus finden?

So ne Sprengung braucht Vorbereitung – aber hier scheint ja nicht ein mal etwas abgesperrt zu sein… keinem kommt es komisch vor, wenn dauernd Leute in ein Haus gehen das in Kürze gesprengt werden soll 4 Punkte

Charaktere / Authentizität / Namensgebung: Sämtliche Personen werden passend beschrieben, wirken lebendig. Unser übermütiger Held könnte wirklich einem Wallace Roman entsprungen sein … Rowley kommt allerdings für meinen Geschmack vor dem Finale ein wenig zu kurz. Namen Passen keine Sandart Klischee Namen . 4 Punkte

Lesefluss / angemessener Sprachstil / Formulierung: Hier war ich doch etwas überrasch … Sicher die Story ist angenehm zum lesen, aber sie kommt nicht an den letztjährigen Beitrag heran… Das liegt vor allem daran, das manche Wörter innerhalb weniger Zeilen mehrfach wiederholt werden. 3 Punkte.

Stringenz / Eloquenz / dramatische Wichtigkeit: Die Geschichte beschränkt sich aufs wesentliche und wird nie langweilig – man wird geradezu zum Weiterlesen gezwungen. Von Längen oder Füllmaterial keine Spur. 5 Punkte


Wallace-Faktor: Beim Lesen kommt auf jeden Fall Wallace (Roman) Stimmung auf – auch manche Ungereimtheiten wie sie in Wallace Bücher passieren (und oben zu Punktabzug führten) erhöhen für mich den Wallace Faktor. Ansonsten stand der Henker von London mit seinem Schattentribunal wohl ein wenig Pate. 4 Punkte

20 Punkte - > 4 von 5 Punkten



Peter

Don't think twice, it's all right ...
Bob Dylan

Happiness IS the road ! (Marillion)

Count Villain Offline



Beiträge: 3.837

10.02.2010 19:44
#3 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Dieses Mal werde ich ebenfalls nach System bewerten. Allerdings habe ich mir dafür mein eigenes gebastelt. Es enthält 9 Kategorien, von denen 8 jeweils 0,1 bis 0,5 Punkte geben können. In der letzten Kategorie kann man hingegen die doppelte Punktzahl abräumen. Das endgültige Wertungsergebnis besteht dann aus der echt gerundeten Summe aller Kategorien.


Das Geheimnis des schwarzen Briefs

Titel: Mysteriös und wallace-typisch. Starker Bezug zur Handlung, ohne etwas vorweg zu nehmen. Wertung: 0,4

Einstieg: Der erste Absatz ist eigentlich unnötig, schafft aber die entsprechende Stimmung für die Geschichte. Wertung: 0,3

Handlung: Klassisch. Ein Verbrechen aus der Vergangenheit rächt sich in der Gegenwart. Schade, dass manche Handlungsstränge (Club 49, leer stehende Zimmer) zu schnell ins Leere laufen. Wertung: 0,3

Schauplätze: Mehrere Orte in London. Eher hintergründig präsent. Wertung: 0,3

Charaktere: Passende englische Namensgebung. Einige hätten etwas präsenter sein können, um mehr Profil zu gewinnen (Dr. Collins, Carter), der Umfang des Polizeiapparats hat mir hingegen gut gefallen. Wertung: 0,4

Spannung: Wurde für mich vor allen Dingen durch den Rechtsanwalt aufrecht gehalten, der den Brief bekommen hat, und weniger durch die Heldin der Geschichte. Aus manchen Szenen hätte man mehr herausholen können (z.B. wie Jane die Leiche auffindet, 'toter Mann' ist etwas arg simpel, die Szenerie hätte man näher beschreiben müssen, um als Leser teil am Grauen von Jane zu haben). Die Idee, die spannendste, bzw. für die Protagonistin bedrohlichste Stelle als Teaser auszuwählen hat mir gefallen. Wertung: 0,3

Lesefluss: Viel Erzähltext und der Verzicht auf Absätze in Dialogen bremsen den Lesefluss zum Teil erheblich. Zudem ist man in der Regel durch wörtliche Rede und Gespräche näher an den Charakteren dran, was bei der Figurenzeichnung hilft und die handelnden Personen lebendiger macht. Wertung: 0,2

Wallacefaktor: Für mich hundertprozentig gegeben. Wertung: 0,5

Gesamteindruck: Solide Geschichte, die den Anforderungen des Wettbewerbs vollauf gerecht wird. Wertung: 0,6

Summe: 3,3

3 Punkte

Count Villain Offline



Beiträge: 3.837

10.02.2010 22:37
#4 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Schnee über Kambodscha

Titel: Weckt meine Neugierde und kommt meinem Sinn für Doppeldeutigkeiten entgegen. Für mich einer der besten Titel des Wettbewerbs. Wertung: 0,5

Einstieg: Ruhig und adäquat. Mit der Vorstellung des Protagonisten kann man nicht viel verkehrt machen, allerdings auch niemanden beeindrucken. Wertung: 0,3

Handlung: Einige Logiklöcher (z.B. einen Tag nach einer lebensbedrohlichen Dolchwunde schon wieder einigermaßen fit? Die Konstitution hätte ich auch gerne!), ansonsten aber sehr solide. Wertung: 0,3

Schauplätze: Ein englisches Dorf. Passender Rückzugspunkt für einen Mann, der nicht von seiner Vergangenheit eingeholt werden will, aber es dennoch wird. Fällt aber ansonsten weder positiv noch negativ auf. Wertung: 0,3

Charaktere: Die Namen trüben teilweise das Lesevergnügen (Schmith statt korrekterweise Smith). Der Gärtner verschwindet einfach aus der Geschichte und die namenlosen asiatischen Hintermänner werden wie Pappfiguren in die Handlung geschoben. Der Zeitungsartikel am Schluss wertet das Mysterium um die beiden dann allerdings noch auf. Die restlichen Charaktere sind solide gezeichnet. Wertung: 0,3

Spannung: Kaum vorhanden. Die Frage nach der Identität des Opfers hat mich aber dennoch zu fesseln gewusst. Wertung: 0,3

Lesefluss: Auch hier hätten mehr Dialoge (z.B. Verhör der Diener) und Absätze in den Dialogen zu einem angenehmeren Lesefluss beigetragen. Auch grammatikalisch haben sich ein paar Fehler eingeschlichen. Wertung: 0,2

Wallacefaktor: Der Schauplatz des kleinen englischen Dorfes, die Aufreihung der Dienstboten, die Überführung im Kreis der Verdächtigen und die Anspielung auf Hercule Poirot lassen unweigerlich eher an Agatha Christie denken. Die Hauptpersonen und der Plot gehen hingegen eindeutig in die Richtung von Wallace, denn auch in seinen Romanen hatten Asiaten zum Teil prägnante Rollen. Wertung: 0,3

Gesamteindruck: Guter Ausgangsplot, aus dem man sowohl erzählerisch als auch formal mehr hätte machen können. Wertung: 0,4

Summe: 2,9

3 Punkte


***


Drei Leichen für Paul Grey

Titel: Mein Lieblingstitel. Wertung: 0,5

Einstieg: Sehr atmosphärisch. Die mysteriöse Gestalt macht neugierig auf ihr Ansinnen. Ein paar Ecken und Kanten in den Formulierungen (ich stolpere zum Beispiel über das 'doch' nach dem Satz mit der Sonne). Wertung: 0,4

Handlung: Logisch aufgebaut mit wallace-typischen Twists. Meine Lieblingshandlung von allen sieben Geschichten. Ich hätte mir lediglich die Arbeit von Scotland Yard etwas präsenter gewünscht. Wertung: 0,5

Schauplätze: Zwielichtige Londoner Elendsquartiere atmosphärisch geschildert mit einem Club als passendem noblen Gegensatz. Wertung: 0,4

Charaktere: Kleine formale Fehler (es müsste Miss Grey heißen statt Mrs. Grey), ansonsten aber authentische Namensgebung. Die Hauptcharaktere sind gut gezeichnet, lediglich Mabels Wandlung wirkt etwas unglaubwürdig, da sie anfangs viel zu unschuldig dargestellt wurde. Die Polizeibeamten wirken zudem sehr blass. Wertung: 0,3

Spannung: Definitiv vorhanden. Wann und wie schlägt Paul Grey wieder zu? Ist er es überhaupt oder ist er es nicht? Echte Suspense-Momente fehlen allerdings. Wertung: 0,3

Lesefluss: Einige wiederkehrende Rechtschreibfehler (z.B. wider statt wieder), manchmal Präsens statt Präteritum, ein paar Dialogstellen ohne Absätze und besonders am Ende oft Verwirrung über die Sprechenden. Es hat sich dennoch alles erstaunlich flüssig gelesen. Wertung: 0,3

Wallacefaktor: Ungetrübtes Wallace-Feeling. Wertung: 0,5

Gesamteindruck: Ein Wallace fast wie aus dem Buche. Wertung: 0,8

Summe: 4,0

4 Punkte

Gubanov Offline




Beiträge: 14.783

10.02.2010 23:08
#5 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Mein Dank gilt allen Autoren für ihre Mühe und dafür, dass sie die Resultate ihrer Anstrengungen hier präsentieren, insbesondere natürlich an Peter, der als Organisator in die Bresche gesprungen ist. Natürlich bin ich bei den Bewertungen auch wieder mit von der Partie. Wie immer gilt: Meine Bewertungen können durchaus Spoiler für die jeweiligen Geschichten beinhalten. Bitte erst nach dem jeweiligen Wettbewerbsbeitrag lesen!
Ich bediene mich des verworfenen Wertungssystems für diesen Wettbewerb und bewerte jede Geschichte in zwei Modulen. Und los geht's mit der ersten:

Das Rätsel des schwarzen Briefs

Modul A - Inhaltsbewertung:
Um Mord und Erpressung geht es in der Einstiegsgeschichte. Mord bietet einen Einblick in das Privatleben und die Charaktere von Opfer und Tatverdächtigen, Erpressung ebnet den Weg in deren Vergangenheit. Letzteres ist sehr schön ausführlich thematisiert worden, nur die Charaktere bleiben dabei ein wenig auf der Strecke. Der Kriminalfall springt ohne Überraschung von A nach B und man schaut dem Ermittler bei seinen (bis auf die Szene mit Sir John) reibungslosen Ermittlungen über die Schulter. Am Ende fügt sich alles brav zusammen, man hat als Leser jedoch das Gefühl, dass bei größerer Ausführlichkeit und einigen zusätzlichen geschickt eingestreuten Fährten die erzählte Geschichte noch weitmehr an Tiefe hätte aufzeigen können. Tipp fürs nächste Mal: Hin und wieder ist mehr wirklich mehr; statt knapper Schilderung lieber einmal blumiges Erzählen versuchen und den Charakteren dabei mehr Raum zur Entwicklung geben. 3 von 5 Punkten.

Modul B - Formbewertung:
(B1) angemessener Aufbau: Der Anfang der Geschichte sticht als sehr innovativ ins Auge, beginnt die Erzählung doch mit einer Rahmenhandlung, von der aus der Leser in die Gedanken der Protagonistin mitgenommen wird und die Ereignisse des vergangenen Tages in einer Art Rückblende erlebt. Sehr gut gemacht! Leider gibt es vielen Stellen aber auch ein wenig am Aufbau zu kritisieren: Insgesamt wirken die meisten Szenen zu kurz - man hat das Gefühl, der Autor hätte noch mehr aus den sich ihm bietenden Situationen herausholen können. 3 von 5 BE.
(B2) sprachliche Gestaltung: Die Sprache ist einfach, aber prägnant und gut verständlich. Unglücklicherweise führt gerade die Einfachheit dazu, dass viele Erzählerpassagen eher dokumentarischen Schilderungen oder kurzen, saloppen Anmerkungen ähneln und nicht viel mit einer "Erzählung" im eigentlichen Sinne des Wortes zu tun haben. 4 von 5 BE.
(B3) Rechtschreibung: Im Groben und Ganzen gut. Die wenigen Fehler beschränken sich meist auf Ungenauigkeiten bei der Verwendung von "dass" / "das". Am schlimmsten wiegt für mich die mehrfache Verwendung von Deppenapostrophen. 4 von 5 BE.
(B4) Charaktere: Die meiste Nachbesserung verlangt die Geschichte bei den Charakteren. Zwar sind (dazu später mehr) einige typische Wallace-Charaktere recht deutlich zu erkennen, doch ihnen und den übrigen Protagonisten fehlt "das Profil". Um hier besser abzuschneiden, würden ausführlichere Personenbeschreibungen und längere Erzählertexte vor, nach und während Dialogen nützlich und nötig sein. Außerdem gibt es zu wenige Verdächtige, sodass die Lösung am Ende nicht wirklich überrascht. Es sollte für mehr Abwechslung gesorgt werden. 2 von 5 BE.
(B5) Wallace-Faktor: Eindeutig vorhanden. Die junge, ein wenig angsthafte "Heldin", die auch einmal selbst etwas in die Hand nimmt, sieht Karin Dor ähnlich. Der Inspektor ist natürlich auch ein wunderbarer Stereotyp, den man keinesfalls missen möchte. Dazu gibt es einen Anwalt, einen Arzt, einen Polizeiarzt und einen Schmalspurganoven, der sterben muss, bevor er seinen Auftraggeber verraten kann. Soweit also alles in bester Ordnung, wäre da nicht das große Aber: Einerseits gibt es auch hier für den knappen Erzählstil Abzug, der für Abstriche in der Erschaffung einer abgerundeten Wallace-"Märchenwelt" sorgt, andererseits frage ich mich, wie realistisch die unglückliche Einstellungspolitik von Scotland Yard bei Polizeiärzten mit dem Namen Collins ist. 4 von 5 BE.
Gesamt Modul B: 17 von 25 BE. Macht: 3,4 von 5 Punkten.

Modul A und B ergeben zusammengezogen eine Gesamtwertung von 3,2 Punkten. Krumme Punkte sind nicht erlaubt, deshalb vergebe ich 3 von 5 Punkten. Schlusswort: Ein atmosphärischer Einstieg mit einfacher, aber typischer Geschichte. Der Autor operiert noch als Amateur und verfügt dementsprechend über Reserven, die er bei gezielter Übung und Überarbeitung ganz sicher noch ausschöpfen kann.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.837

11.02.2010 01:08
#6 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Vielleicht etwas zu spät, aber auch meine Bewertungen können Spoiler enthalten. Die folgende tut es sogar todsicher.


Der Flüsterer

Titel: Klassischer Titel in der Nachfolge von 'Der Zinker' und 'Der Hexer'. Da der Flüsterer im Gegensatz zu den genannten beiden Herrn aber nicht der Hauptverbrecher dieser Erzählung ist und dieser Umstand meine Erwartung ein wenig enttäuscht hat, gibt es einen kleinen Punktabzug. Wertung: 0,4

Einstieg: Den möchte ich perfekt nennen. Wertung: 0,5

Handlung: Ich wiederhole hier mein Urteil zum Todesboten: Als Geschichte nicht zu schlagen. Ich finde es lediglich schade, dass der eigentliche Mordfall auch ohne den Flüsterer funktioniert hätte. Und leider überstürzen sich auch am Ende die Ereignisse und die Leichen türmen sich in zu rascher Abfolge. Zudem gibt es einige Unsauberheiten (z.B. hätte man am Ende nicht zwei Schüsse hören müssen - einen für Bunter und einen für Clay, bzw. wo ist der Schalldämpfer? Woher haben die Damen des Hauses auf einmal so viele Pistolen? Wem gehört der blaue Kombi?). Wertung: 0,4

Schauplätze: Am Anfang London, später vor allem das Schloss und das Gasthaus, welche beide sehr präsent sind und effektiv genutzt werden. Vor allem die Krypta weckt wohlige Erinnerungen an den schwarzen Abt. Wertung: 0,5

Charaktere: Ich fand alle Figuren sehr plastisch gezeichnet und authentisch benannt. Außerdem gefällt mir sehr gut, dass Sir John hier nicht nur der Trottel vom Dienst ist, sondern bei den Ermittlungen ebenfalls etwas entdecken darf. Auch wenn ich Burdett als Charakter sehr mag, so hat mich doch wenig gekümmert, ob er verhaftet wird oder fliehen kann. Aber vielleicht ist auch mein Maßstab - die Flucht des Hexers - einfach zu hoch angesetzt. Wertung: 0,4

Spannung: Mich hat die Geschichte gefesselt. Ich konnte die Geschichte nicht aus der Hand legen ehe ich nicht wusste, wer den Mord begangen und wer sich hinter dem Flüsterer verbirgt. Zumal ich auf dessen Telefontrick peinlicherweise tatsächlich hereingefallen bin. Wertung: 0,5

Lesefluss: Ein paar Dialoge ohne Absätze, einige - wie ich vermute - Flüchtigkeitsfehler und hier und da Wortwiederholungen, aber nichts, was großartig stört. Lediglich die rasche Abfolge von kurzen Szenen in Kapitel 5 fand ich etwas irritierend. Wertung: 0,4

Wallacefaktor: Kann ich mir sowohl als Wallace-Buch wie auch als Wallace-Film sehr gut vorstellen. Dass zwangsläufig auch etwas Agatha-Christie-Atmosphäre aufkommt, soll das Wallace-Vergnügen hingegen nicht trüben. Zumal wir hier nach dem 'Three Oaks' im Todesboten das nächste Gasthaus haben, dass nach einem Wallace-Roman benannt und somit das Markenzeichen oder der Running Gag des Autors ist. Nicht zu vergessen, den allseits beliebten Inspektor Elk und der 'Das indische Tuch'-Dialog ("Nur eine Ehre?"). Wertung: 0,5

Gesamteindruck: Der Autor beweist wieder einmal sein Talent für kriminalistische Erzählungen, die kongenial Buch- und Filmatmosphäre mischen, aber vom Stoff her den Umfang einer Kurzgeschichte sprengen. Deshalb sollte er in diesem Fall wohl entweder einen Charakter streichen (z.B. Lucius Clay oder den Reverend) oder der Erzählung den Raum geben, den sie verdient, und die Herausforderung annehmen, die Geschichte zu einem (Kurz)Roman umzuarbeiten. Außerdem bietet sich eine Fortsetzung - diesmal dann bitte mit Hauptaugenmerk auf die kriminellen Taten des Flüsterers - geradezu an. Wertung: 0,8

Summe: 4,4

4 Punkte

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

11.02.2010 07:38
#7 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Billyboy03: Der Flüsterer


Kriminalfall: Ich muss sagen wirklich gut – als ich dies Geschichte gelesen haben, kamen mir ernsthafte Zweifel an meiner eigenen…
Der Fall gut aufgebaut und sehr Spannend. Außerdem hält er, mit der Identität der Mörder, eine richtige Überraschung bereit. Auch das entkommen des Flüsterers wird schon rechtzeitig in der Story vorbereitet. Das dieser hier eher eine Rolle wie der Hexer im Film „Neues vom Hexer“ spielt (ohne sich dabei erkennen zu geben) stört mich nicht im Geringsten.
Gut, manche Dinge hätte man genauer / ausführlicher erklären können, aber dann hätte „Der Flüsterer“ wohl den Rahmen dieses Wettbewerbs gesprengt ist 5 Punkte

Charaktere / Authentizität / Namensgebung: Auch in dieser Geschichte ist die Namengebung sehr gelungen und aus den handelnden Personen werden Charaktere. Das Zusammenspiel Elk /Sir John - Elk /Burdett - Burdett / Belinda funktioniert bestens … Es gelingt hier bekannte Charaktere (aus Filmen) noch zu erweitern 5 Punkte

Lesefluss /angemessener Sprachstil / Formulierung: Die Geschichte fängt ruhig und Wallace Typisch an und steigert ihr Tempo unmerklich bis hin zum Finale. Dieses ist dann leider etwas zu hektisch und unübersichtlich geraten.
In Kapitel 5, zweiter Abschnitt (Die Schranktür …bis erschrocken zurück) wirkt vom Textfluss irgendwie etwas störend… Der Inhalt ist für die Handlung wichtig, und auch die Stelle ist Richtig, nur ist der Absatz für einen Szenenwechsel etwas kurz. 4 Punkte.

Stringenz / Eloquenz / dramatische Wichtigkeit: Die Geschichte baut wirklich gut auf und zieht einen immer mehr in den Bann. Gegen Ende wird das Tempo vielleicht etwas zu sehr angezogen. 4 Punkte


Wallace-Faktor: Das ganze liest sich wie ein Wallace Kurz-Roman und lässt dabei Wallaces eigene Versuche wie „Millionengeschichte“ weit hinter sich – sowohl an Inhalt als auch an Spannung. 5 Punkte

23 Punkte - > 5 von 5 Punkten

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Bob Dylan

Happiness IS the road ! (Marillion)

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

11.02.2010 08:21
#8 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Count Villain : Die letzte Wette

Kriminalfall: Auch hier bekommen wir einen Spannenden gut durchdachten Kriminalfall, dessen Zusammenhänge am Ende leider etwas zu absehbar werden. Alles löst sich so auf, wie man vermutet – auch der Verdächtige Molony wird etwas zu früh aus dem Geschehen genommen (von da an gibt es keine weiteren Verdächtigen…) 3 Punkte

Charaktere / Authentizität / Namensgebung: Die Namensgebung hat mir gut gefallen, die Personen werden Lebendig beschrieben und Arnold Longs Entwicklung über die Jahre wirkt glaubwürdig… Andere Personen kommen etwas zu kurz …4 Punkte
Lesefluss / angemessener Sprachstil / Formulierung: Hier bin ich wirklich unschlüssig… Liegt es an mir? Ich hatte bei deiner letzten Geschichte schon Probleme, mich wirklich reinzulesen… Hier ging es mir ähnlich. Ich brauchte fast das ganze erste Kapitel, bis ich mich an den Stil gewöhnt hatte (keine Ahnung warum). (Von Rechtschreibung habe ich keine Ahnung, aber ich habe das Gefühl, es fehlen ein Paar Kommas…) 3 Punkte.

Stringenz / Eloquenz / dramatische Wichtigkeit: Unnötige Füllmaterial ist auch in dieser Geschichte kaum vorhanden… Allerdings wird auch keine Richtige Spannung aufgebaut. Selbst in dem Moment, als der „Wetter“ in Gefahr kommt, hat man keine Angst um ihn – alles löst sich so sauber auf… Das einzige, das das Interesse des Lesers wach hält, ist die Erklärung, wie die Leiche zu diesem Zeitpunkt herunterstürzen konnte. 3 Punkte


Wallace-Faktor: Wallace Feeling ist allein schon durch den Wetter und die Ausgeklügelte Mordmethode vorhanden… Allerdings brauche ich beim Original nie so lange, bis ich mich an den Schreibstiel gewöhnt habe… 4 Punkte

17 Punkte - > 3 von 5 Punkten

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

11.02.2010 11:23
#9 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Achtung

Auf Bitten meiner Autoren Kollegen und mit freundlicher Mithilfe von Guabanv, kann Jeder Werter jetzt doch noch seiner Lieblingsgeschichte per PM Bonuspunkte bescheren.

Zusätzlich besteht nun doch die Möglichkeit, per PM-Funktion an Gubanov die persönliche Lieblingsgeschichte zu küren und mit einer zusätzlichen „geheimen“ Stimme zu versehen. Am Ende wird den drei Geschichten mit den meisten Stimmen 3, 2 bzw. 1 Punkt zugeschossen. Auch die genaue Stimmverteilung wird am Ende bekanntgegeben. Zur Abgabe einer Zusatzstimme ist nur derjenige aufgerufen, der seine Meinung zu den Kurzgeschichten auch hier im Thread in Form von Bewertungen vertritt.

Die Abgabe dieser Bonusstimme ist für den Werter keine Pflicht!

Weiterhin viel Spass mit unserm Wettbewerb

Peter

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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

11.02.2010 11:51
#10 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

So, ich arbeite meine Notizen von gestern Abend/Nacht ab

Sir Oliver : Das Rätsel des schwarzen Briefs

Kriminalfall: Hier kann die Story auf jeden Fall Punkten – der Fall ist gut konstruiert, In sich schlüssig und bleibt bis zum Ende Interessant. Leider werden einig Dinge sehr Knapp abgehandelt. 4 Punkte

Charaktere / Authentizität / Namensgebung: Womit wir schon beim nächsten Punkt wären, denn jetzt wird das zu einem Problem. Die Namensgebung ist Ok – hab ich nichts gegen einzuwenden aber die Personen bleiben extrem Blas und durch den Knappen Stiel wirken sie auf mich zum Teil richtig unsympathisch. Auch ist die Beschreibung der Personen ein bischen ungelenk in den text integriert – so als währe dem Autor eingefallen „Ach das wollte ich auch noch über ihn schreiben…am besten gleich hier bevor ich’s vergesse“ 2 Punkte


Lesefluss / angemessener Sprachstil / Formulierung: Auch in diese Geschichte muss man sich reinlesen… Die Sätze sind sehr knapp, öfter mal wiederholt die Wörtliche Rede das, was der Erzähler gerade gesagt hat…
Es sind auch (gerade am Anfang ein paar „Stolperstellen“ drin (z.B.: Seite 4 …Einige trafen sie sich regelmäßig…) 2 Punkte.

Stringenz / Eloquenz / dramatische Wichtigkeit: Der Text dürfte in dieser Geschichte gerne mal etwas ausführlicher sein, um wirklich eine dramatische Wirkung zu erzielen. Alles wird so kalt, so distanziert beschrieben, dass man kaum mit den Helden Mitfiebern kann…. Auch die Dialoge dürften etwas weniger auf reinen Informationsaustausch "gedrillt", realistischer und vor allen Dingen höflicher wirken 2 Punkte


Wallace-Faktor: Der Fall verbreitet Wallace-Feeling – Verbrechen in der Vergangenheit, Erpressung, Mord und ein „Tragischer Verbrecher“. Nur die Art wie der Text geschrieben ist hat wenig mit Wallace gemein…(das hat aber schon zu genug Punktabzug geführt…) deshalb trotzdem 4 Punkte

14 Punkte - > 3 von 5 Punkten

Für den ersten Versuch gelungen - Bin gespannt, was von dir dann beim nächsten mal kommt.

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Bob Dylan

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Count Villain Offline



Beiträge: 3.837

11.02.2010 13:11
#11 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Alptraum ohne Erwachen

Titel: Reißerisch, aber gerade deshalb das Interesse weckend. Leider hält die Geschichte von der Spannung her nicht, was der Titel verspricht. Wertung: 0,3

Einstieg: Ein Ausflug in die Vergangenheit, auf den man sich gern mitnehmen lässt und der Einblicke in prägende Phasen der Protagonistin liefert. Wertung: 0,4

Handlung: Einige offene Fragen (z.B. wie kam Charles denn nun auf das Anwesen?), aber ansonsten solide. Ich hätte mir mehr Fokus auf den Aufbau einer drückenden, verstörenden Atmosphäre gewünscht. Wertung: 0,3

Schauplätze: London und ein Landsitz. Fügen sich geschmeidig und unaufdringlich in die Handlung ein. Wertung: 0,4

Charaktere: Größtenteils authentische Namensgebung, kleine Unsauberheiten (z.B. wäre auch hier Miss Howard statt Mrs. Howard besser gewesen). Einige Charaktere werden sehr gut beschrieben, andere bleiben leider blass, vor allem die späteren Mordopfer. Das nächste Mal vielleicht ein paar zukünftige Leichen weniger, dafür aber die verbliebenen Personen besser ausarbeiten. Wertung: 0,3

Spannung: Gerade der Einstieg macht es sehr leicht, eine Beziehung mit der Protagonistin aufzubauen und mit ihr mitzufiebern. Schade, dass die unspektakulär beschriebenen Mordfälle später den Psychoterror gegen Mary Jane überdecken. Wertung: 0,3

Lesefluss: Ein paar Absatz-, Komma- und Rechtschreibfehler (z.B. währe statt wäre), über die man aber gut hinwegsehen kann. Auch die Phasen mit viel Erzählertext lesen sich für mich hier flüssiger als in vergleichbaren Geschichten. Wertung: 0,4

Wallacefaktor: Definitiv vorhanden. Erinnert mich vor allen Dingen an die späte Rialto-Serie, wo die Italiener langsam übernehmen und besonders an ein Treatment zur blauen Hand, wo es ein Anwalt ist, der unliebsame Familienmitglieder tötet, um die bedrohte Heldin zu heiraten. Fehlte nur noch Sir Arthur ("Lady Sharingham. Man schämt sich wirklich seines Adels!"). Wertung: 0,4

Gesamteindruck: Ansprechender Plot mit gutem Einstieg und dann leider abfallender Spannungskurve. Das nächste Mal mehr auf eine durchgängige Stimmung und Atmosphäre achten! Wertung: 0,6

Summe: 3,4

3 Punkte

Count Villain Offline



Beiträge: 3.837

11.02.2010 15:07
#12 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Gefährliches Dunkel

Titel: Bedrohlich und doch ein wenig nichtssagend. Wird später in der Geschichte zitiert. Allerdings an einer für mich unglücklichen Stelle. Der Protagonist agiert so oft im Dunkeln unter gefährlichen Umständen und da soll dann eine simple Bewusstlosigkeit besonders als gefährliches Dunkel hervorgehoben werden? Dass man in der Situation hilflos ist, das hätte ich auch ohne diese Hervorhebung gewusst. Wertung: 0,4

Einstieg: Eine scheinbar alltägliche Situation wirft ihre dunklen Schatten voraus. Wertung: 0,4

Handlung: Ein Taxifahrer, der zum heimlichen Beobachter wird und ein schöner Twist das Tribunal betreffend. Leider etwas einseitig erzählt, so dass die Rettung via Deus ex Machina erfolgt. Man hätte Charlot vielleicht auch noch ein paar eigene Ermittlungsszenen gönnen sollen. Wertung: 0,4

Schauplätze: Sind für mich im Gegensatz zur Bewusstlosigkeit das eigentliche gefährliche Dunkel. Wertung: 0,5

Charaktere: Bobby als Name für den Protagonisten finde ich etwas unglücklich. Ich musste da ständig an einen uniformierten englischen Polizisten denken, was mich dann doch beim Lesen irritiert hat. Seine plötzliche Neugier in Bezug auf die Frau finde ich auch nicht hundertprozentig schlüssig. Charlot als Name wirkt auch irgendwie falsch für mich (vielleicht besser Charlott oder Charlotte). Bassington und Rowley sind in der Geschichte unterrepräsentiert. Wertung: 0,3

Spannung: Die Geschichte hat mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt, wenn auch nicht so sehr, wie es noch bei 'Über ihnen schwebte der Tod' der Fall war. Aber das Ziel ist vollauf erreicht. Wertung: 0,5

Lesefluss: Für mich das flüssigste Lesevergnügen im ganzen Wettbewerb. Wertung: 0,5

Wallacefaktor: London, Kapuzenmänner, heimliche Treffen, eine bedrohte Erbin, eine findige Reporterin, ein forscher Protagonist und ein skrupelloser Mörder. Was will man mehr? Wertung: 0,5

Gesamteindruck: Hätte man die Geschichte nicht nur aus der Sicht von Bobby erzählt, wäre sie wahrscheinlich noch besser geworden. Dennoch zeigt der Autor wieder einmal, dass er vortrefflich zu unterhalten weiß, so dass kleine logische Unebenheiten kaum noch ins Gewicht fallen. Wertung: 1,0

Summe: 4,5

5 Punkte


***


Die letzte Wette

Titel: Etwas unspektakulär, aber dafür auf den Protagonisten bezogen und damit konstant in der Geschichte präsent. Wertung: 0,4

Einstieg: Ruhig und unspektakulär. Dennoch geht einiges nicht mit rechten Dingen zu. Wertung: 0,4

Handlung: Könnte bodenständiger sein. Allerdings schrieb ja auch der Altmeister eher Kriminalmärchen. Ob mir der Drahtseilakt zwischen Einstreuung von Hinweisen und überraschender Auflösung gelungen ist, kann ich nicht beurteilen. Unheilvolle Verwicklungen sind jedoch einige vorhanden. Wertung: 0,4

Schauplätze: Verschiedene Orte in London. Schöner Kontrast zwischen Russells Absteige und Bryants hochwertiger Hauseinrichtung. Die Bankbüros vielleicht etwas trist. Wertung: 0,4

Charaktere: Authentische Namensgebung, für die auch ein wenig Recherche betrieben habe. Da die Charaktere meine Geschöpfe sind, sind sie mir natürlich näher als alle anderen im Wettbewerb. Dennoch denke ich, dass sie recht plastisch geworden sind, auch wenn ihre jeweilige Präsenz vielleicht nicht hundertprozentig austariert ist.Wertung: 0,5

Spannung: Kann ich schlecht beurteilen, da ich alle Hintergründe kenne. Allerdings habe ich natürlich bewusst den Suspense-Moment in Russells Wohnung gesetzt, sowie die Spekulationen um Selbstmord oder Mord. Und wenn letzteres: Auf welche Weise? Wertung: 0,4

Lesefluss: Einige Kommafehler und auch der Hang zu Schachtelsätzen bricht an zwei Stellen leider unschön durch. Wertung: 0,4

Wallacefaktor: Original Wallace- und wallace-typische Charaktere agieren in einer romannahen Büroatmosphäre, die ab und an mit Anspielungen auf die Filme gewürzt wird. Schade ist es nur um die fehlenden klassischen Typen des Anwalts und des Reporters. Wertung: 0,5

Gesamteindruck: Ordentliche Kriminalgeschichte mit genügend Raum zur Erweiterung. Dr. Collins, Dr. Mortimer und nun Dr. Bryant - Ärzte kommen in dieser Auflage des Wettbewerbs nicht wirklich gut weg. Wertung: 0,8

Summe: 4,2

4 Punkte

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

11.02.2010 15:09
#13 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Danny Ferusson : Schnee über Kambodscha

Kriminalfall: Ein Ordentlicher Fall mit verheimlichten Identitäten und etwas Exotik, bei dem Nur die Auflösung (inklusive Mörder) etwas aus dem Hut gezaubert wirkt. 4 Punkte

Charaktere / Authentizität / Namensgebung: Die Wahl der Namen an sich ist nicht schlecht – Gerade das Wortspiel (Gabriel Angel), allerdings ist die Schreibweise manchmal etwas „Eigenwillig“, Wieder kommt Danny Fable für fremdländische Köchinnen zum tragen – diesmal passt es auch zu Geschichte.
Schade, das die Möder gar nicht prsent sind – nicht mal als dunkle Bedrohung
3 Punkte


Lesefluss / angemessener Sprachstil / Formulierung: Es sind ein Paar Stolperstellen und Ungenauigkeiten im Text drin… Dafür hat die Geschichte teilweise einen wunderbaren Humor, der nie aufgesetzt oder lächerlich wirkt, und auch bei nachlassender Spannung das Interesse des Lesers am leben erhält
4 Punkte.

Stringenz / Eloquenz / dramatische Wichtigkeit: Da der Humor hier viel von der Stimmung ausmacht möchte ich ihn nicht als überflüssige Längen bezeichnen…
Was der Geschichte einfach etwas Fehlt ist ein gut aufgebauter Spannungsbogen – Das wird zwar durch Humor und Exotik etwas überdeckt, aber als Krimi zum Mitraten funktionier Schnee über Kambodscha für mich nicht. 2Punkte


Wallace-Faktor: Ich weiß, dass Danny eine Schwäche für Exotische Wallace - Romane hat (und wohl der einzig User in unserem Forum ist, in dessen Top 5 Liste „Fluch der gelben Schlange“ steht…) und das merkt man der Story auch an – da können auch Christie Anleihen nichts daran ändern… Wallace Feeling vorhanden – Und zum Beweis heist der Inspektor Angel und Sack verhält sich wie Sergeant Peppper 4 Punkte

17 Punkte - > 3 von 5 Punkten Schon die 2. Geschichte, die ganz knapp an den 4 Punkten vorbei rutscht…

Don't think twice, it's all right ...

Bob Dylan



Happiness IS the road ! (Marillion)

Gubanov Offline




Beiträge: 14.783

12.02.2010 12:12
#14 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Schnee über Kambodscha

Modul A - Inhalsbewertung:
Ein klassischer Mord im Herrenhaus eröffnet die gewöhnliche Spanne der Verdächtigen vom Dienstpersonal über erzürnte Verwandte bis hin zu der "exotischen Gefahr aus dem Osten". Mit diesem Konstrukt kann nicht viel schiefgehen, doch man muss vorsichtig sein, es nicht zu schablonenartig wirken zu lassen. Das als Herausstellungsmerkmal beabsichtigte Element der Asiaten, gern auch Protagonisten beim echten Wallace, sorgt hier gleichermaßen für die gewollte Andersartigkeit, aber auch für Kritikpunkte: Zu gesichtslos und unpersönlich, fast gänzlich undefiniert bleiben die Rächer aus Kambodscha.
Die Ermittlungen stützen sich vor allem auf wissenschaftliche Befunde und Entdeckungen des Polizeiapparats. Dies führt dazu, dass die meisten Befragungen von Verdächtigen im Sande verlaufen und oftmals im Grunde genommen lediglich die Funktion erfüllen, überhaupt Verdächtige bereitzustellen. Hier entsteht ein Ungleichgewicht, das sich auf die Stringenz der Geschichte sowie auch auf die Glaubwürdigkeit und die Dimensionierung der Charaktere unvorteilhaft auswirkt. Ansonsten stellt sich die Geschichte bis auf kleinere Logikfehler recht solide dar; vor allem das offene Ende, das mehrere Interpretationen von der Allgegenwärtigkeit der Handlanger der Rauschgiftorganisation bis hin zum richtiggehenden Justiz- und Aufklärungsirrtum zulässt, mag gefallen. 3 von 5 Punkten.

Modul B - Formbewertung:
(B1) angemessener Aufbau: Mehrfach fällt auf, dass Zeugenbefragungen und Verdächtigenverhöre durch die Polizei zu kurz gestaltet und größtenteils nur durch den Erzählertext zusammengefasst werden. Dieser Punkt bedarf dringend einer Überarbeitung, nimmt er der Geschichte doch einerseits ein nicht unwesentliches Maß an Lebendigkeit und den Charakteren andererseits die Möglichkeit, sich durch Dialoge tiefgründiger zu charakterisieren. Ansonsten möchte ich durchaus den von anderen Wertern bemängelten Spannungsbogen der Geschichte in Schutz nehmen, denn gut gewählte Spannungsmomente wie der Angriff auf Kim Singmay oder die sehr schön ausgeführte Auflösung des Verbrechens im Kreise aller Verdächtigen sind in befriedigender Anzahl vorhanden. 3 von 5 BE.
(B2) sprachliche Gestaltung: Die Geschichte besticht durch einen einfachen und leicht verständlichen Sprachgebrauch. An einigen Stellen möchte man sagen: zu einfach. Manchmal nimmt die streckenweise laienhafte Ausdrucksweise der Geschichte die nötige Dramatik. Auch Grammatikfehler und die exzessive Verwendung von Umgangssprache tragen nicht dazu bei, die Atmosphäre beim Lesen zu steigern. 2 von 5 BE.
(B3) Rechtschreibung: Im Text findet sich eine unübersehbare Anzahl von Rechtschreibfehlern. Auffällig und leicht zu korrigieren, damit vielleicht ein gut umsetzbarer Verbesserungsvorschlag für die Autorin, ist die oftmals falsche Groß- oder Kleinschreibung von Personalpronomen wie "sie" / "Sie". Kleingeschrieben wird es, wenn man sich auf eine dritte Person in der Einzahl oder dritte Personen in der Mehrzahl bezieht, groß bei der Anrede in der Höflichkeitsform. 3 von 5 BE.
(B4) Charaktere: Der Bereich der Charaktere in der Geschichte zerfällt augenscheinlich in zwei Teile. Einerseits gibt es Protagonisten, die rund gezeichnet und glaubhaft beschrieben sind und in der Geschichte einen gerechtfertigten Platz besitzen. Zu ihnen zählt neben dem gut funktionierenden Polizistenduo (herrlich übrigens ein dämonisch aussehender Inspektor Angel mit dem Vornamen Gabriel!) vor allem die Köchin Kim Singmay, die als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte dieses Mal den von Danny favorisierten Typus der exotischen Köchin ansprechend ausbaut, und das Mordopfer, über dessen dunkle Machenschaften man zunächst nur Vermutungen anstellen kann, dann aber mehr und mehr aufgeklärt wird. Leider bleiben alle anderen Charaktere blass und unmotiviert bis unglaubwürdig und ihr Erscheinen nur als falsche Fährten gerechtfertigt. Der Gipfel der Unnötigkeit ist die "Lebensgefährtin" (ein Wort, das ich in keinem klassischen Krimi lesen will!) des Mordopfer-Neffen. Auffällig ist gleichsam die zwiespältige Namensgebung: Es sind durchaus einige Schmankerl dabei, die aber durch viele Rechtschreibfehler in englischen Namen wieder an Reiz verlieren (Schmith statt Smith, O'Conner statt O'Connor, Houert statt Howard oder Howett, Guardien statt Guardian, Joss statt Jos). Darüber hinaus wird aus Mr. Henry O'Conner halbwegs unvermittelt ein Sir Henry O'Conner. 2 von 5 BE.
(B5) Wallace-Faktor: Die drei gut ausgearbeiteten Bezüge zu Wallace stellen der ermittelnde Inspektor Angel (der im Originalroman übrigens noch Christopher heißt), der Bezug zu Asien (siehe "Die gelbe Schlange", "Der Unheimliche" etc.) und das Auftauchen eines Berichtes von Reporter Jos(s). Demgegenüber steht das Gefühl wie im letzten Wettbewerb, dass die Schlossgeschichte inklusive Auflösung massiv an Agatha Christie und die große Präsenz moderner Untersuchungsmethoden der Spurensicherung und des medizinischen Zahnabgleichs eher an heutige als an Wallace'sche Zeiten erinnert - stellenweise kommen bei mir daher starke Assoziationen zur Serie "Inspector Barnaby" auf. 2 von 5 BE.
Gesamt Modul B: 12 von 25 BE. Macht: 2,4 von 5 Punkten.

Modul A und B ergeben zusammengezogen eine Gesamtwertung von 2,7 Punkten. Krumme Punkte sind nicht erlaubt, deshalb vergebe ich 3 von 5 Punkten. Schlusswort: Die Geschichte stellt unzweifelhaft eine Steigerung zum letztmaligen Beitrag dar, wozu ich die Autorin beglückwünschen möchte. In ihrer soliden Machart gibt es viel Positives über die Erzählung zu sagen, dennoch sollte auf den handwerklichen Aspekt beim Schreiben sowie auf die Ausarbeitung der Charaktere noch wesentlich mehr Sorgfalt verwendet werden.

Mr. Wooler Offline




Beiträge: 417

12.02.2010 14:21
#15 RE: Edgar-Wallace-Kurzgeschichtenwettbewerb 2010 Zitat · antworten

Hallo zusammen,

hier kommt der erste Teil meiner Wertungen, in einem jetzt schon spannenden Wettbewerb.
Kurz zu meiner Bewertung: Ich habe kein festgelegtes Modul verwendet und eine Teilpunkte vergeben, habe aber dennoch alle in den bereits bekannten Modulen verwendeten Bewertungskriterien einfließen lassen.

Den Anfang macht:


Der Flüsterer


Ein Titel, der in einem klassischen Vergleich zu Wallaces bekannten Figuren „Der Hexer“ und „der Zinker“ steht. Der Flüsterer vereint somit auch, wen wundert’s, Eigenschaften der berühmten Wallace-Originale.

Gut gefallen hat mir hier, dass als Schauplatz ein altes englisches Schloss gewählt wurde. Tut mir leid, habe halt eine Schwäche dafür

Die Story halte ich insgesamt für sehr gelungen. Sie bildete für mich einen perfekten Einstieg in den Wallace-Wettbewerb.

Hier werden gleich zwei Kriminalfälle behandelt, die ineinander verwoben sind, was für die Umsetzung einer Story sehr anspruchsvoll ist.

Der Schreibstil sorgt für ein flüssiges Lesevergnügen.

Allerdings habe ich auch ein paar Kritikpunkte:
Einige Dinge sind zu genau beschrieben, es werden zu viele Adjektive verwendet (z. B. „das geschliffene Glas aus böhmischem Kristall“, etc.) Hier und da könnte gekürzt werden, um die einzelnen Situationen nicht zu überladen.

Eine Ungereimtheit ist mir aufgefallen: Warum gibt der Flüsterer sein Material trotzdem an die Presse, obwohl Mansfield vorher Selbstmord begangen hat? Welchen Nutzen zieht er denn noch daraus?

Bei der Einführung der Figur des Roger Burdett: „Burdett schaute der Angesprochenen …“
Hier ist dem Leser zunächst nicht klar, wer Roger Burdett ist, da sein Name noch nicht erwähnt wurde. In diesem Augenblick könnte es sich auch um eine dritte Person handeln. Musste die Stelle mehrfach lesen.

Die gewählte Sprache innerhalb der wörtlichen Rede stellte für mich hier und da ein Problem dar. Dafür, dass die Handlung Mitte der 60er Jahre spielt, hätten die Dialoge etwas mehr darauf ausgerichtet sein müssen. Insbesondere bei Belinda ist mir dieser Umstand aufgefallen, wenn sie beispielsweise von einem „Schleimer“ spricht. Ich bin mir sicher, dass man das 1966 anders ausgedrückt hätte.

In Richtung Finale, es wurde hier auch schon angemerkt, gibt es mir zu viele Leichen. Die beiden Schwestern ziehen regelrecht eine Blutspur nach sich. Ok, man kann dagegenhalten, dass dies in den Wallace-Filmen und –Romanen ja auch der Fall ist, aber für diese Story wäre es nicht unbedingt notwendig gewesen. Es hätte ausgereicht, es bei einem Anschlag auf Clay zu belassen (den er überlebt). Der Mord am Butler ist meines Erachtens ganz überflüssig, da er das weitere Geschehen nicht nennenswert beeinflusst.

Inspektor Elk kommt mir in der Geschichte etwas zu kurz. Er hat kaum Ermittlungserfolge und scheint für Roger Burdett bei der Aufklärung der Morde nahezu vollkommen das Feld zu räumen.

Die Szene, in der der Reverend tot aufgefunden wird, scheint mir etwas unlogisch: Warum kommt Giles Farmer aufgeregt zu Burdett und Gwynneth gerannt, um sie vom Tod des Reverends zu unterrichten, wenn Elk doch schon dort ist und die Leiche untersucht? Die Aufregung von Farmer kann ich an dieser Stelle nicht nachvollziehen…

Alles in allem handelt es sich hier jedoch um eine sehr solide Story, die meines Erachtens zwar nicht an den „Todesboten“ vom Vorjahr herankommt, aber einen gut durchdachten Plot bietet, der mit ausreichend Wallace-Flair aufwartet. Lob an den Verfasser!

Meine Wertung: 4 Punkte

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