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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 821 mal aufgerufen
 Edgar-Wallace-Forum
texbarker Offline



Beiträge: 3

31.12.2009 16:18
Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Liebe "Glaubens-"gemeinde,
nachdem ich nun seit geraumer Zeit ein stiller Beobachter Eurer Forumsaktivitäten bin, werde ich mal zum Jahrzehntwechsel selbst aktiv:
Welcher Vorspänne gefallen Euch besonders gut?
Schöne Grüße aus Köln
Tex Barker
P.S.: Joachim, schön wieder von Deinen profunden Kenntnissen profitieren zu können!
P.S.S.: Joachim, sofort und schamlos eine Frage von meiner Seite: wer war für die künstlerische Gestaltung der Vorspänne verantwortlich?

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

31.12.2009 16:27
#2 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Zitat von texbarker
P.S.S.: Joachim, sofort und schamlos eine Frage von meiner Seite: wer war für die künstlerische Gestaltung der Vorspänne verantwortlich?


Zwar eine gute Frage - habe mich aber nie darum gekümmert. Einzig was mir bekannt ist, dass es eine eigene Firma gab die ausschließlich für Constantin die Trailer herstellte. Könnte sein, dass sie auch die Vorspänne kreierten. Wenn Ihr die dt. Filme bis mitte der 70ern betrachtet wurden bei vielen Filme extra Vorspänne hergestellt. Bei einigen Divina-Produktionen glaube ich mich zu erinnern, dass dort eine Gestaltungsname auch eingeblendet wurde.
Soweit für den Anfang.

Joachim.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.208

31.12.2009 21:31
#3 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Herzlich willkommen, texbarker, und herzlich willkommen zurück, Joachim! Die Frage der Verantwortlichkeit für den Vorspann würde mich auch sehr interessieren, weil sie mir eigentlich auch schon immer unter den Nägeln brannte. Ich hatte bisher immer zwischen dem Schnittmeister (also Hering, Haller und Co.) und derjenigen Person geschwankt, die in den Credits mit der Bezeichnung "Standfotos" angegeben ist (also Winterstein, Krau u.a.). Die Idee mit der eigenen Firma ist natürlich auch eine Möglichkeit, die interessante Vermutungen zulässt.

Was die Vorspänne an sich betrifft, so genießt seit jeher vor allem "Der Hexer" Kultstatus. Besonders gelungen finde ich aber auch jene, in denen die Signalfarbe Rot zum Einsatz kommt (z.B. "Die toten Augen von London", "Der Zinker", "Das indische Tuch") und die in ihrer Farbwahl keine ganz so große Palette abdecken wie etwa "Der schwarze Abt". Bei den Farbfilmen steht für mich "Der Hund von Blackwood Castle" ganz oben.
Was die Musikuntermalungen der Vorspänne, also die Titelmusiken, sowie die Pre-Titel-Sequenzen angeht, so existieren dazu eigene Threads, z.B. hier und hier.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

31.12.2009 21:55
#4 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Hier einmal ein Überblick zu den Vorspänner als kleines Statement

Edgar Wallace Vorspänner

Statement

Gut kreierte Vorspänner haben von Beginn eines Films an immer auf eine filmisch gute Atmosphäre hingewiesen. Einer der schönsten Beispiele hierfür soll Alfred Hitchcoch’s „Immer Ärger mit Harry“ genannt werden.

Wirkungsvoll wurden die Vorspänne bei den Edgar Wallace-Filmen bereits zu Beginn der Serie in Szene gesetzt. Mit einfachen Mitteln wurde beste Atmosphäre entwickelt. Wirken sie heute vielleicht nicht mehr „up to date“ so waren sie damals ihrer Zeit voraus.

Ähneln sich die Vorspänner der ersten vier Filme in irgendeiner Weise so wurde bereits beim fünften Film die Farbe – nur rot – eingesetzt. Auch bei dem sechsten Film der Serie wurde sowohl der Vorspann wie auch der Endtitel in der Farbe Rot kreiert.

Bei den nächsten drei Filmen sind die Vorspänner zwar wieder in schwarzweiß aber dennoch wurde für jeden der drei Filme eine persönliche Note in den Vorspann gelegt. So bewegt wich im siebenten Film eine Lupe während des Vorspanns. Beim achten Film hat man Anlehnungen an den 30er-Jahre Kriminalfilm genommen und beim neunten Film legte man pfleglich den Vorspann über London (inkl. Hamburg) Einstellungen. Hier wäre der Gesamtvorspann in roter Farbe bestimmt noch wirkungsvoller.

Wie ich mich ha bereits des öfteren zu Film Nummer Zehn geäußert habe, lief hier bereits von Anfang an alles schief. Entsprechend miserabel und einfach ist auch der Vorspann. Beginnt er zwar mit einer knarrenden Tür und Schüssen so läuft er im Victoria Bahnhof ins Leere.

Mit dem elften Film begann dann eine neue Ära. Erstmals hören wir „Hallo... hier spricht Edgar Wallace“ übergehend in einen grün/ rot-abwechselnden Vorspann. Gleiches gilt auch für den zwölften Film wobei hier erstmals auch die Blutspritzer und Schüsse in den Vorspann kreiert wurde.

Von Film Nummer Dreizehn bis Sechzehn wechselte man dann ab, wobei bei Film Nummer Dreizehn der Vorspann mit verschiedenen Farben abwechselt und bei Nummer Vierzehn nur effektvoll Rot benutzt wurde. Film Nummer Fünfzehn und Sechzehn sind insofern identisch als dass man die Vorspänne mit gefärbten Standbildern kreierte einmal in weißer und einmal mit gelber Schrift.

Ab Film Nummer Siebzehn ging man noch einen Schritt weiter – hier wurden zwei Neuerungen kreiert die bis in die 70ern gelten sollten. Einmal wurde die Rialto-Marke mit gleichbleibender Musik kreiert und zum anderen das endgültige Muster mit den Blutspritzern und den Schüssen und der Stimme „Hallo...hier spricht Edgar Wallace!“ kreiert, dass mit drei Ausnahmen – Filme Nummer Achtzehn, Einundzwanzig und Zweiundzwanzig – bis zum Ende der Serie Gültigkeit haben sollte.

Bei Film Nummer Achtzehn gab man sich dann besondere Mühe indem man mit bewegendem Hintergrund den Vorspann in verschiedenen Farben ablaufen ließ.

Bei Film Nummer Neunzehn machte man sich es nochmals ein wenig einfach indem man den Vorspann von Film Nummer siebzehn einfach kopierte.

Film Nummer Zwanzig ist ein Kabinettstückchen für sich. Eigens bei einem Schwarzweiß-Film filmte man den Vorspann in Farbe und hinterlegte ihn mit Purpurrot – wobei es auch eine nur rote Fassung gibt.

Mit dem ersten Edgar Wallace Farbfilm – Film Nummer Einundzwanzig wollte man neue Wege gehen – und stieß zunächst auf Granit. Der heute uns bekannte Vorspann wurde von der FSK ab 18 Jahren freigegeben. Man änderte ihn daraufhin in Kürze so – dass es nach dem Titel abwechselnde Farbtafeln gibt.

Bei Film Nummer Zweiundzwanzig wurde unter Zeitdruck der uns heute bekannte Vorspann kreiert.

Ab Film Nummer Dreiundzwanzig bis zum Ende der Serie gab man sich tatsächlich noch sehr viel Mühe. Bei Nummer Dreiundzwanzig wurde sogar der Name in blauer Schrift geschrieben, der Vorspann über abwechselnden Standbildern ebenfalls in der Farbe Blau.

Bei Film Nummer Vierundzwanzig teilte man erstmals den Vorspann in zwei Hälften und benutzte für den Namen Edgar Wallace grüne Farbe, beim Titel Rot um dann wieder mit rotem Hintergrund Grün zu benutzen.

Ab Film Nummer Fünfundzwanzig benutze man für den Namen Edgar Wallace wieder Weiß wechselte dann aber bei laufendem Bild die Farben Rot und Grün ab. Bei Film Nummer Sechsundzwanzig behielt man dies bei und erweiterte den Vorspann mit einem zusätzlich eingeblendetem Skelett.

Bei Film Nummer Siebenundzwanzig erweiterte man die gleiche Machart noch um die Farben Gelb und Blau.

Bei Film Nummer Achtundzwanzig ging man noch einen Schritt weiter. Abermals wurde der Vorspann geteilt wobei man die Titel zunächst als Ein- und Ausblende über Londoner Geschäfte legte und erst im späteren zweiten Teil die Blutspritzer, die Schüsse und die Stimme „Hallo...hier spricht Edgar Wallace!“ erklingen ließ.

Bei Film Nummer Neunundzwanzig setzte man erstmals das bei Film Nummer Zwanzig verwendete Verfahren ein, wobei man hier ein „gemütliches“ Blau verwendet.

Bei Film Nummer Dreißig benutzte man sowohl die Farbe Rot für den Titel mit Londoner Hintergrund und anschließend über die fließende Themse (Havel) die Farbe Gelb bis Ocker.

Bei den letzten beiden Filmen musste man für die deutsche Fassungen eigens Vorspänner kreieren wobei man jeweils das letzte Bild einfror und darüber einmal grüne und einmal gelbe Farbe setzte.

Insgesamt gab man sich viel Mühe mit Ideen und schuf oft kleine Meisterwerke bei den Vorspänner. Welcher nun der beste davon ist dürfte letztendlich persönlicher Geschmack und Empfinden jedem Einzelnen sein. Zudem darf man bei einer Beurteilung auch die Musikunterlagen nicht außen vor lassen da durch die Musikunterlagen ein wichtiger Faktor der Vorspänner sind. Insgesamt ist es auch schwierig alle miteinander zu vergleichen, da bei Schwarzweiß-Filmen die Anforderungen eine andere ist als bei den Farb-Filmen.

Joachim.

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

02.01.2010 15:14
#5 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Zitat von Gubanov
Ich hatte bisher immer zwischen dem Schnittmeister (also Hering, Haller und Co.) und derjenigen Person geschwankt, die in den Credits mit der Bezeichnung "Standfotos" angegeben ist (also Winterstein, Krau u.a.). Die Idee mit der eigenen Firma ist natürlich auch eine Möglichkeit, die interessante Vermutungen zulässt.




Ich hatte bisher auch immer angenommen das der Cutter den Vorspann erstellt hat. Immerhin hat das Herstellen des Vorspanns auch etwas mit dem Schnitt zu tun. Auf jeden Fall ist es ja heute Aufgabe eines Cutters den Vorspann zu erstellen, zwar am PC aber ich kann mir nicht vorstellen welches Stabmitglied ansonsten am geeignetsten dafür wäre. Den Standforografen schließe ich aus.

Jedenfalls ein Thema das auch mich brennend interessiert.

Georg Offline




Beiträge: 2.862

02.01.2010 16:06
#6 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Bei französischen FIlmen ist und war es üblich, dass eigene Layout-Firmen dafür beauftragt wurden. Bei vielen frz. Filmen der 60er und 70er war es Eurocitel. Ich nehme an, dass es auch bei deutschen Filmen derartige Firmen gab.

mrs.wallace Offline




Beiträge: 1

03.01.2010 22:27
#7 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Mir gefällt am besten der Vorspann von Im Banne des Unheimlichen. Ich hab sicher jeden Film schon mindestens 15mal gesehen und der is mir gleich spontan eingefallen

c.n.-tonfilm Offline




Beiträge: 132

09.05.2014 23:03
#8 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Falls es jemand noch nicht kennt:





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Filme im falschen Bildformat sind wie ein Gemälde, aus dem ein Dieb den Teil herausgeschnitten hat, der ihm am wichtigsten erschien, weil das Bild als Ganzes nicht durchs Fenster passte.

Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

greaves Offline




Beiträge: 351

10.05.2014 04:10
#9 RE: Vorspann-Bewertung Zitat · antworten

Weis jemand von wem die stimme im off war nach den vorspannschüssen die mitte 60er-zum ende der reihe diente??
Bei den ersten filmen wars die von freddy vohrer,das hörte man ja sehr gut.

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