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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 1.761 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Seiten 1 | 2
Mamba91 Offline



Beiträge: 745

13.10.2009 15:05
Zbyněk Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Engel, die ihre Flügel verbrennen

Darsteller:
Susanne Uhlen, Jan Koester, Ellen Umlauf, Jochen Busse, Harald Baerow, Nadja Tiller, Siegfried Rauch, Wolgang Völz, Manfred Spiehs, Karl-Otto Alberty, Werner Kreindel u.v.a.

Regie: Zbynek Brynych
Buch: Herbert Reinecker
Kamera: Josef Vanis
Musik: Peter Thomas
Schnitt: Sophie Mikorey
Produktion: Caro- Film GmbH
Verleih: Inter- Verleih Film- Gesellschaft

Entstehungsland: BRD
Erstaufführung: 18.09.1970
Länge: ca. 93 Min (Premiere Fassung: ca. 83 Min; VHS Fassung (Toppic): ca. 86 Min)
FSK: ab 18 (gekürzt ab 16)
DVD- Publikationen (In- und Ausland): keine

Inhalt:
Als der 15-jährige Robert (Jan Koester) entdeckt, dass seine Mutter (Nadja Tiller) einen Liebhaber hat, erschlägt er diesen im Affekt. Die gleichaltrige Moni (Susanne Uhlen) versteckt den verwirrten Jungen. Als auch Moni ihre Mutter mit einem fremden Mann im Bett vorfindet, greift sie zu einer Flasche und schlägt zu ...

Cinema.de urteilt: Die Top-Besetzung kann nicht verhindern, das alles nach "Derrick" ohne Derrick aussieht. […] Unglaubwürdige Mordsgeschichte.
[Quellen: http://www.imdb.com, http://www.ofdb.de, http://www.filmdb.de, http://www.cinema.de]

Auf Youtube gibt es eine Slideshow, unterlegt mit dem Song „Angels who burn their wings“ zum Film.
Der Song- von Peter Thomas komponiert- ist eine echte Granate, die garnicht mehr aus dem Ohr verschwinden will.



Ist der Film zu empfehlen? Bewertungen von Cinema & Co sind ja immer sehr subjektiv. Die Slideshow und die Musik haben mich jedenfalls neugierig gemacht (2:39 Min) .

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

13.10.2009 16:29
#2 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Ohne irgendjemand zu nahe zu treten -
Zbynek Brynych hat drei Filme gedreht und das waren drei Flops - leider. Der Regisseur war dadurch auch einer der "großen Sargnägel" dass die Inter-Filmverleihges. 1971 in Konkurs ging.
Drei Flops hintereinander in 1970:
- OH HAPPY DAY
- ENGEL DIE IHRE FLÜGEL VERBRENNEN
- DIE WEIBCHEN
bedeuteten einen Verlust von mindestens DM 5.000.000,00 - denn absolut niemand interessierte sich für diese Filme.
Persönlich kenne ich alle drei Filme, wobei die ersten beiden ausgesprochen langweilig sind und der Dritte wenigstens eine Crew hatte, die dem Regisseur zur Seite stand - und einer ausgesprochenen guten Musik von Peter Thomas. Dagegen war Uschi Glas hier eine glatte Fehlbesetzung und einer ihrer beiden FSK 18-Filmen, die sie damals drehte.
Nach diesem dritten Flop erhielt der Regisseur keine Kinoregieaufgaben mehr. Ähnlich erging es ja acht jahre eher auch Jürgen Goslar. In beiden Fällen war jeweils der großzügige Produzent Luggi Waldleitner der weinende Dritte, sprich derjenige der sein investiertes Geld nicht wieder sah.

Joachim.

StefanK Offline



Beiträge: 894

13.10.2009 18:25
#3 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Es gibt einige Fans die Zbynek Brynych ziemlich abfeiern, ich persönlich konnte beim ersten anschauen (ist schon eine Weile her) mit "Engel die ihre Flügel verbrennen" nicht viel anfangen. Sah mir etwas nach "möchtegern arthouse" aus. Das Titellied von Peter Thomas ist aber ein echter Knaller (-> erhältlich auf der CD "Peter Scores" von Diggler records) den man immer wieder hören kann.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.251

13.10.2009 19:11
#4 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Das Zbynek Brynych nicht Massenkompatibel ist sollte klar sein....Und das das an
den Kinokassen nur zu einem Flop führen kann ist auch klar!

Nur finde ich es absolut falsch die Qualität eines Film nach seinem
Wirtschaftlichen Erfog zu bewerten - seht euch doch mal an, was
ein Hype um einen Film für Geld bringen kann, selbst wenn der Film der letzte Mist ist...

Engel, die ihre Flügel verbrennen leider nicht gesehne, weshalb ich zu Qualität nicht sagen kann... Ist ja scheibar mal bei TOPPIC auf VHS erschienen... Interrresiern würde er mich auf jeden Fall mal (Allein schon, weil Joachim ihn langweilig findet !)

Peter

Don't think twice, it's all right ...
Bob Dylan

Happiness IS the road ! (Marillion)

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

13.10.2009 20:37
#5 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Zitat von kaeuflin
Das Zbynek Brynych nicht Massenkompatibel ist sollte klar sein....Und das das an
den Kinokassen nur zu einem Flop führen kann ist auch klar!

Nur finde ich es absolut falsch die Qualität eines Film nach seinem
Wirtschaftlichen Erfog zu bewerten - seht euch doch mal an, was
ein Hype um einen Film für Geld bringen kann, selbst wenn der Film der letzte Mist ist...

Engel, die ihre Flügel verbrennen leider nicht gesehne, weshalb ich zu Qualität nicht sagen kann... Ist ja scheibar mal bei TOPPIC auf VHS erschienen... Interrresiern würde er mich auf jeden Fall mal (Allein schon, weil Joachim ihn langweilig findet !)

Peter



Die Produzenten Caro-Film und auch Roxy hatten drei vernünftige Drehbücher vorliegen, die einfach vom Regisseur vermurkst wurden. Ich hatte bezügl. DIE WEIBCHEN eine sehr ausführliche Korrespndenz mit dem Autor, der mir beiflichtete dass der Regisseur den Stoff nicht in den Griff bekam. Ich kann es aber auch an einem anderen Beispiel vielleicht besser verdeutlichen: Alfred Vohrer hatte die Simmel-Drehbücher excellent umgesetzt und als dann Gerd Oswald BIS ZUR BITTEREN NEIGE (gleicher Drehbuchautor, gleicher Kameramann, gleiche Regie-Assistentin, gleicher Produzent) inszenierte waren wir alle enttäuscht weil er einfach nicht die Simmel-Qualität der Vohrer-Simmel-Filme hat. Und so ist es in meinen Augen auch bei Zbynek Brynych - die Produzenten haben sehr wohl die Filme für ein breites Publikum produziert - nur keiner wollte diese Filme sehen. Das heißt doch dass sowohl die Kritiken als auch die Mundpropaganda mehr als negativ waren. Die Qualität der drei Filme mache ich totsicher nicht von dem wirtschaftlichen Erfolg der Filme abhängig - das haben letztendlich bereits andere vor fast 40 Jahren getan. Es gibt halt Regisseure, die machen aus einem mittelmäßigen Drehbuch einen vernünftigen Film - und anderen machen halt aus einem vernünftigen Drehbuch einen mittelmäßigen oder gar einen schlechten Film. Wem diese Filme gefallen - die sollen sich solche Filme halt anschauen und sich freuen - persönlich gefällt mir ja auch DIE WEIBCHEN - nur muß ich eben bei der Qualität Abstriche machen.

Joachim.

Jan Offline




Beiträge: 1.178

13.10.2009 20:57
#6 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Den Film hatte ich mal auf VHS, ehe die Kassette zerstört wurde; habe ihn demnach seit Jahren nicht mehr gesehen.

Zbynek Brynych war ein begnadeter, schlussendlich unterschätzter und wohl auch weitgehend unterfordeter Regisseur, der inmitten des Gros der bundesdeutschen Biedermann-Filmer eine Sonderstellung einnimmt. Sein ENGEL-Film halte ich sicher nicht für seine beste Arbeit (da hat er später für Produzent Ringelmann erheblich Besseres abgeliefert). Vorrangig wird derjenige etwas damit anfangen können, der sich mit dem zeitgleich in der BRD heruntergekurbelten Stumpfsinn à la SCHULMÄDCHEN-REPORT bzw. Klamaukschrott mit Rudi Carell oder Roy Black eher weniger identifizieren kann. Brynych ging es oft um visuelle Effekte, denen er die Story z.T. bedingungslos unterordnete. Wer mal gesehen hat, wie er die kreuzbrave Reihe "Der Kommissar" auf den Kopf gestellt hat (z.B. "Tod einer Zeugin"), der wendet sich eben kopfschüttelnd ab oder er wird zum Fan. Dazwischen gibt's eigentlich nicht viel.

Also, meine Empfehlung: Sieh es Dir mal an. Du merkst schnell, ob das was für Dich ist. Die Kritik oben, der Film sei wie "Derrick" ohne "Derrick", leuchtet mir nicht ein. Ich sehe da keine Parallelen.

Gruß
Jan

Georg Offline




Beiträge: 2.745

13.10.2009 21:21
#7 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

... zum Thema Zbyněk Brynych hatten wir voriges Jahr aus Anlass der Wiederholung seiner Kommissar-Folgen übrigens schon mal eine interessante Diskussion:

http://1686.homepagemodules.de/t60583f22...n-Folgen-3.html

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

14.10.2009 08:34
#8 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Mag sein dass Zbynek Brynych ein begnadeter Regisseur war - nur seine Kinofilme wollte niemand sehen. Vielleicht war er auch nur ein begnadeter Fernsehregisseur.

Seine Filme sind im zeitgen. Stil gedreht wobei DIE WEIBCHEN durch die Kameraarbeit von Charly Steinberger besonders aus dem Rahmen fällt. Zu Beginn der 70ern war es schwierig eine neue Richtung zu finden um das Publikum bei der Stange zu halten (Die Verfilmung des Buches "Schulmädchen-Report" gab's hier noch nicht und wurde im übrigen zunächst auch als filmisch ungeeignet empfunden.) Die Firma Caro-Film hatte sich mit Sexklamotten von Rolf Thiele (Grimms Märchen von lüsternen Pärchen mit Georg Thomalla) einen Namen gemacht und sollte in den Jahren für Constantin drei Filme (Die Zensur oder Die abgeschnittene Sache, Dünn & Pfiff, Der teutsche Jüngling) realisieren. Nach den 70ern Debakel mit den Brynych-Filmen ging die Firma aber in Konkurs.

Im Allgemeinen dreht kein Produzent einen Film um Pleite zu gehen, sondern um Gewinne zu erzielen und das geht nur wenn man ein breites Publikum erreicht.

Ähnlich erging er mit einem weiteren "Sargnagel" der Inter-Verleih Filmges. dem Freddy-Film FAHRT INS ABENTEUER/ HAIE AN BORD der auch nicht durch die Mitwirkung von Karin Doe zu retten war. Im übrigen war auch dieser Film mit gähnender Langeweile angereichert.

Also wem diese Filme gefallen soll sie sich wenn gewünscht täglich anschauen. Ich schaue mir sie gerade an um nach Jahren vielleicht zu einem neuen Urteil zu kommen.

Joachim.
P.S.: Der Stumpfsinn SCHULMÄDCHEN REPORT 1.TEIL lockte 1970/71 mehr als 6 Millionen Besucher in die Kinos und das bei ausgezeichneter Mundpropaganda.

Jan Offline




Beiträge: 1.178

14.10.2009 09:20
#9 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp

P.S.: Der Stumpfsinn SCHULMÄDCHEN REPORT 1.TEIL lockte 1970/71 mehr als 6 Millionen Besucher in die Kinos und das bei ausgezeichneter Mundpropaganda.


- Ronald Schill holte 2001 bei der Wahl zur Hamburger Bürgerschaft 19,4% aller Stimmen. Das macht ihn keineswegs zu einem honorigen Politiker und die Partei der sog. Rechtsstaalichen Offensive nicht demokratiefähig.

- Der VW Golf verkauft sich bis heute über 21,5 Mio. Mal. Er bleibt dennoch technisch eher Hausmannskost.

- Die Bild-Zeitung hat eine Auflage von ca. 3 Mio. Exemplaren. Es macht sie keineswegs zu einem anspruchs- oder gar gehaltvollen Informationsblatt.

Kurzum, die Quantität als unmittelbares Kriterium zur Beurteilung der Qualität heranzuziehen, führt den Sachverhalt unweigerlich ad absurdum. Ich interpretierte die Ausgangsfrage eher in Richtung Inhalt und Qualität und weniger dahingehend, wieviele Bürger sich vor Jahrzehnten das ganze im Kino ansahen. Mag mich natürlich täuschen.

Gruß
Jan

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

14.10.2009 09:49
#10 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Zitat von Jan

Zitat von Joachim Kramp

P.S.: Der Stumpfsinn SCHULMÄDCHEN REPORT 1.TEIL lockte 1970/71 mehr als 6 Millionen Besucher in die Kinos und das bei ausgezeichneter Mundpropaganda.


- Ronald Schill holte 2001 bei der Wahl zur Hamburger Bürgerschaft 19,4% aller Stimmen. Das macht ihn keineswegs zu einem honorigen Politiker und die Partei der sog. Rechtsstaalichen Offensive nicht demokratiefähig.

- Der VW Golf verkauft sich bis heute über 21,5 Mio. Mal. Er bleibt dennoch technisch eher Hausmannskost.

- Die Bild-Zeitung hat eine Auflage von ca. 3 Mio. Exemplaren. Es macht sie keineswegs zu einem anspruchs- oder gar gehaltvollen Informationsblatt.

Kurzum, die Quantität als unmittelbares Kriterium zur Beurteilung der Qualität heranzuziehen, führt den Sachverhalt unweigerlich ad absurdum. Ich interpretierte die Ausgangsfrage eher in Richtung Inhalt und Qualität und weniger dahingehend, wieviele Bürger sich vor Jahrzehnten das ganze im Kino ansahen. Mag mich natürlich täuschen.

Gruß
Jan




Die Erwähnung von politischen Zahlen finde ich nicht gut da sie nur eine Momentaufnahme sind.

Dagegen sind die Erwähnung von VW-Golf und auch Bild-Zeitung durchweg positiv zu beurteilen, denn dadurch werden Arbeitplätze geschaffen und erhalten.

Und so ist es auch in der Filmindustrie. Sie war und ist stets eine Berg- und Talfahrt - keiner kennt 100%ig den zukünftigen Geschmack. Und wenn man durch Edgar Wallace, Karl May, Lümmel-Filme und auch Schulmädchen Report (überall der gen. liegen Bücher zugrunde) den Zeitgeschmack trifft so finde ich das ausgezeichnet. Die Zahlen sprechen ja dafür. So wurden auch in der Filmindustrie (Produktion, Verleih, Theater) nicht nur Arbeitrsplätze erhalten sondern wurden auch neue geschaffen und die Theaterwirtschaft konnte investieren. Mit nichtgehenden Geschäften (sprich Flops) kann keine Sparte auch nicht außerhalb der Filmwirtschaft überleben. Ob nun letztendlich Filme gefallen ist jedem seine pers. Auffassung. Nur die vier gen. Genre haben halt ihr breites Publikum gefunden ob sie nun stumpfsinnig sind oder nicht - Hauptsache "die Kohlen" stimmten damit man in neue Projekte investieren konnte, wie z.B. Wolf C. Hartwig, der seine ganzen Report-Gewinne in STEINER DAS EISERNE KREUZ investierte.(Durch die Quantität konnte man auch in Qualität investieren!)

Joachim.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.251

14.10.2009 10:01
#11 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Sicher kann sich keine Industrie auf die Dauer Verlustgeschäfte leisten - Nur wenn heute einer nach der Qualität eines Films fragt, dann interresiert in doch nicht, ob der Film damals ein Erflog war, oder nicht sondern in ersterlinie die Persönliche einschätzung derer, die ihn bereits gesehen haben .....(zu denen ich nicht gehöre).

Denn es ist nunmal so was damals der mehrheit gefallen hat (also ein Erfog war) muss heute nicht unbeding viele Fans haben und anderstrum kann ein Film, der damals furchtbat gefloppt ist heute einigen Leuten gefallen!

"Hauptsache "die Kohlen" stimmten" ist leider die Denkweise die sich bis heute durchgesetzt hat - Immer Mehr,immer Masskompatiebler, das tut keinem weh.... aber wirklich gefallen wirds wohl auch keinem - und da beschwehrt sich dann die Industrie, dass die Umsätzte allgemein zurückgehen..... Den Studios liegen eben kaum noch ihre Filmprojekte am Herzen, was sich dann auch auf die Qualität auswirkt!

Ich denke wir sollten die Diskussion über die Qualtität von Filmen irgenwo anderst weiterführen und wider zum Film zurückkommen.

Peter


Don't think twice, it's all right ...
Bob Dylan

Happiness IS the road ! (Marillion)

Jan Offline




Beiträge: 1.178

14.10.2009 12:36
#12 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp

Die Erwähnung von politischen Zahlen finde ich nicht gut da sie nur eine Momentaufnahme sind.


Natürlich ist das eine Momentaufnahme. Nämliche die Aufnahme des Momentes um den Wahltag herum. Politische Meinungsbildung erfolgt ja bekanntlich nicht erst in der Wahlkabine. So liegt dem Wert der ~19% eine absolute Zahl an Kreuzen und somit Präferenzbekundungen zugrunde. Ähnlich den gelösten Tickets an der Kinokasse. Ich kann da hinsichtlich der Bedeutung als Metapher kaum einen Unterschied ausmachen. Was ich Dir damit nämlich deutlich zu machen versuchte, war, dass es kaum sinnhaftig ist, die Güte eines Filmes unmittelbar an seinem Kinokassenerfolg zu messen. Erstrecht macht dies heute keinen Sinn mehr, da sich, wie kaeuflin bereits völlig richtig bemerkte, Geschmäcker doch deutlich gewandelt haben. Ehemals Erfolgreiches (Bsp. SCHULMÄDCHEN-REPORT) gilt heute gemeinhin als Schrott, ja geradezu als lächerlicher Schrott. Gerade noch geeignet, die verklemmte Sichtweise bundesdeutscher Kleinbürger auf Sex bzw. das, was diese dafür hielten, zu dokumentieren.


Zitat von Joachim Kramp

Dagegen sind die Erwähnung von VW-Golf und auch Bild-Zeitung durchweg positiv zu beurteilen, denn dadurch werden Arbeitplätze geschaffen und erhalten.


Zu diesem Absatz fehlt mir -analog zum Rest Deines Textes- irgendwie der Zusammenhang zum Thema!

Wie geschrieben: Den Film ENGEL, DIE IHRE FLÜGEL VERBRENNEN mag ich nicht als Meisterwerk preisen. Aber ehe ich mir nun TANTE TRUDE AUS WASWEISSICHWOHER antue, wähle ich persönlich eher sowas. Aber das ist Geschmackssache und die lässt sich nicht verallgemeinern.

Gruß
Jan

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

14.10.2009 17:17
#13 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Zitat von Jan

Zitat von Joachim Kramp

Die Erwähnung von politischen Zahlen finde ich nicht gut da sie nur eine Momentaufnahme sind.


Natürlich ist das eine Momentaufnahme. Nämliche die Aufnahme des Momentes um den Wahltag herum. Politische Meinungsbildung erfolgt ja bekanntlich nicht erst in der Wahlkabine. So liegt dem Wert der ~19% eine absolute Zahl an Kreuzen und somit Präferenzbekundungen zugrunde. Ähnlich den gelösten Tickets an der Kinokasse. Ich kann da hinsichtlich der Bedeutung als Metapher kaum einen Unterschied ausmachen. Was ich Dir damit nämlich deutlich zu machen versuchte, war, dass es kaum sinnhaftig ist, die Güte eines Filmes unmittelbar an seinem Kinokassenerfolg zu messen. Erstrecht macht dies heute keinen Sinn mehr, da sich, wie kaeuflin bereits völlig richtig bemerkte, Geschmäcker doch deutlich gewandelt haben. Ehemals Erfolgreiches (Bsp. SCHULMÄDCHEN-REPORT) gilt heute gemeinhin als Schrott, ja geradezu als lächerlicher Schrott. Gerade noch geeignet, die verklemmte Sichtweise bundesdeutscher Kleinbürger auf Sex bzw. das, was diese dafür hielten, zu dokumentieren.


Zitat von Joachim Kramp

Dagegen sind die Erwähnung von VW-Golf und auch Bild-Zeitung durchweg positiv zu beurteilen, denn dadurch werden Arbeitplätze geschaffen und erhalten.


Zu diesem Absatz fehlt mir -analog zum Rest Deines Textes- irgendwie der Zusammenhang zum Thema!

Wie geschrieben: Den Film ENGEL, DIE IHRE FLÜGEL VERBRENNEN mag ich nicht als Meisterwerk preisen. Aber ehe ich mir nun TANTE TRUDE AUS WASWEISSICHWOHER antue, wähle ich persönlich eher sowas. Aber das ist Geschmackssache und die lässt sich nicht verallgemeinern.

Gruß
Jan




Der Zusammenhang besteht darin, dass bei Erfolg ob VW, bei Bild oder in der Filmindustrie bei Erfolg Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten werden.

Ansonsten widerspreche ich Dir ja nicht in Bezug auf Geschmack. Ich beschäftige mich eingehend mit dem deutschen Film der 60er-und 70er-Jahre. Ich versuche in jedem deutschen Film etwas Positives zu "entdecken" - das ist leider nicht immer möglich. Die drei Brynych-Filme sind jedoch beste Beispiele dafür wie unterschiedlich ein Regisseur sein kann. Lehne ich "Oh, happy Day" (sein erfolgreichster Film!) und "Engel, die ihre Flügel verbrennen" als Langweiler ab (selbst Peter Thomas's Musik kann keinen Schwung in die Filme bringen) so finde ich zumindest seinen Film "Die Weibchen" akzeptabel bzw. stellenweise sogar ausgezeichnet.

Gleiches Schicksal erlitt 1970 auch ein weiterer Regisseur nämlich Klaus Überall. Er sollte den Willi Heinrich-Bestseller "Schmetterlinge weinen nicht" inszenieren. Und auch hier kam ein Flop heraus, was ich persönlich bis heute nicht 100%ig so nachvollziehen kann, denn der Film ist nicht unflott gemacht und sogar sehr unterhalrsam. Aber Klaus Überall erhielt - entgegen seinem Kollegen Brynych - nie wieder eine Chance einen Kinofilm zu realisieren. Andere Regisseure wie Roald Koller (Johnny West) oder Eberhard M. Schröder (Als Mutter streikte) waren so deprimiert über ihre Flops dass sie anschließend Selbstmord begingen.

Und was Peters Bemerkung wegen Geschmacksänderung betrifft mag er schon recht haben, dass sich im Laufe der Jahre die Geschmäcker ändern - viele 50er-Jahre-Filme gefallen uns daher heute meist nicht mehr - aber ein Langweiler 1970 bleibt auch in 2010 ein Langweiler. Natürlich hat ein damiliger Erfolg oder Flop heute keine gravierende Einflüsse mehr, dennoch sollte man sich Gedanken darüber machen weshalb ein Film ein Flop oder ein Erfolg war. Auch hat dies nichts mit persönlicher Einstellung gegenüber einem Film zu tun.

Joachim.

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

14.10.2009 20:15
#14 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Zitat von Jan
Vorrangig wird derjenige etwas damit anfangen können, der sich mit dem zeitgleich in der BRD heruntergekurbelten Stumpfsinn à la SCHULMÄDCHEN-REPORT bzw. Klamaukschrott mit Rudi Carell oder Roy Black eher weniger identifizieren kann. Brynych ging es oft um visuelle Effekte, denen er die Story z.T. bedingungslos unterordnete.



Dann dürfte "Engel, die ihre Flügel verbrennen" genau meinen Geschmack treffen. Die Handlung eines Films, kann noch so schlecht sein- solange Kameraarbeit, Schnitt und Musik hochwertig sind- kann ein Film von mir immer noch eine durchschnittlich gute Bewertung erhalten.

"Der Papierblumenmörder" von Zbynek Brynych fand ich sehr unterhaltsam. Ich kann jedoch keinen direkten Vergleich mit anderen "Kommissar" Folgen anstellen, da ich nur sehr wenige kenne. Die die ich kenne aber ich auch nur überwiegend wegen der Besetzung oder der Musik gesehen.

Eure Kommentare habe mich jedenfalls sehr neugierig gemacht.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

15.10.2009 08:44
#15 RE: Zbynek Brynych- Engel, die ihre Flügel verbrennen (BRD 1970) Zitat · antworten

Zitat von Jan

Vorrangig wird derjenige etwas damit anfangen können, der sich mit dem zeitgleich in der BRD heruntergekurbelten Stumpfsinn à la SCHULMÄDCHEN-REPORT bzw. Klamaukschrott mit Rudi Carell oder Roy Black eher weniger identifizieren kann. Brynych ging es oft um visuelle Effekte, denen er die Story z.T. bedingungslos unterordnete.
Also, meine Empfehlung: Sieh es Dir mal an. Du merkst schnell, ob das was für Dich ist. Die Kritik oben, der Film sei wie "Derrick" ohne "Derrick", leuchtet mir nicht ein. Ich sehe da keine Parallelen.

Gruß
Jan


Diese Auffassung trifft nur auf seinen Film DIE WEIBCHEN zu. Dort sind - dank Kameramann Charly Steinberger - viele visuelle Effekte vorhanden. Leider trifft diese jedoch nicht auf seine beiden anderen Filme OH HAPPY DAY & ENGEL DIE IHRE FLÜGEL VERBRENNEN zu. Da Peter Thomas die Musik zu alle drei Filme komponierte ist dies (inkl. der jeweiligen Songs) der einzige Pluspunkt der beiden Filme.

Und was die Kritik "Derrick" ohne "Derrick" betrifft so kann ich dies nach erneuter Sicht des Films gut nachvollziehen. Herbert Reinecker schrieb hier einen Krimi auf psychologischer Ebene und der Inspektor Rauch "tappert" so durch das Geschehen, dass man der Auffassung ist er warte auf seinen Chef "Derrick", der den Fall schneller lösen könnte. Da es sich aber um einen Film in Spielfilmlänge handelt und nicht um einen 45-Minütigen Fernsehkrimi muss alles soooooooooooo in die Länge gezogen werden dass man im "Kinosessel" (heute natürlich Fernsehsessel) einschläft.
FAZIT: Wir warten auf DERRICK - mussten uns aber noch vier Jahre gedulden!

Joachim.

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