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Dieses Thema hat 86 Antworten
und wurde 7.889 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 381

02.09.2010 16:35
#31 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

War auch mehr Klugscheißerei von mir,
deine Gedankengänge würden sich aber gut für ein Columbo-Quiz eignen

Gehört nicht hierher, denke aber, Vivien Leigh hätte vielleicht im amerikanischen Fernsehen der 70er-Jahre auch dankbare Rollen spielen können - falls sie sich dafür hergegeben hätte.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.496

02.09.2010 19:03
#32 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Ich bin der Letzte, der etwas gegen Klugscheißerei sagen darf.


Mit: Günther Neutze, Karl Lieffen. Als Gaststars: Cordula Trantow, Rudolf Schündler, Ingmar Zeisberg, Wolfgang Kieling, Walter Kohut, Dirk Dautzenberg, Panos Papadopulos, Marcel Werner u.v.a. Regie: Jürgen Roland. Erstsendung: 22.07.1972.


Nachdem die beiden vorangegangenen Episoden für erfrischende Abwechslung sorgten, kehrte Roland mit „Ohne Kranz und Blumen“ wieder zu miefigen Szenerien zurück. Der Schweinehof der bestimmt im Frühjahr gedrehten Folge ist dabei noch das luftigste, was man in den 70 Minuten des Hauptfilms zu Gesicht bekommt. Das Problem daran: Dass die Dreharbeiten im Frühling stattfanden, sieht man nicht. Dunkle Erd- und Graufarben dominieren ebenso wie Jacken und Mäntel – keine optimale Stimmung für einen Diskurs aufs Land. Ingmar Zeisberg scheint als Bauersfrau zunächst mutig besetzt, doch ich begnügte mich bald mit der Überzeugung, dass der Mut von Seiten des Drehbuchs nicht ebenso gegeben war: In ein paar Standardszenen bleibt sie verhältnismäßig farblos und spielt auch im Kriminalfall selbst so gut wie keine Rolle. Der Fokus verschiebt sich auf den Schweinehirten des Nachbarhofs, gespielt von Walter Kohut – nicht jedoch, bevor man ausgiebig unnötiges Kneipenflair über sich ergehen und mehr verwundert denn amüsiert dem in Frankreich angesiedelten Kauderwelsch aus Kölsch (Dautzenberg) und Wienerisch (Kohut) lauschen musste.

Die direkten Widersprüche zwischen Janine und Loupiac gen Ende der Folge sind interessant anzusehen und stellen eines der wenigen Highlights der Folge dar, die den Zuschauer ansonsten durch eine waghalsige Konstruktion (Begleitung des Commissaires ab der ersten Minute; Eingreifen der Polizei vor Auffinden der Leiche; zunächst falsch vermutete Mörder-Opfer-Konstellation; Portugiesen-Subplot groß aufgezogen, aber ohne wesentliche Bedeutung; wahres Mordmotiv dagegen kaum aufgegriffen und in keiner Rückblende verdeutlicht) reichlich befremdet.
Die Raterunde kommt dieses Mal glücklicherweise ohne schlecht justierten Bluescreen aus – aber gleichsam ohne inhaltliche Highlights. Vergebene Chancen prägen das Bild: Karl Lieffen sitzt im Studiopublikum und keiner der Beteiligten verliert auch nur ein Wort darüber. Reinhard Mey – als Ratekandidat eingeladen – darf nur einen einzigen Refrain aus „Der Mörder ist immer der Gärtner“ zum Besten geben, bevor er harsch von Roland unterbrochen wird. Werner Finck, führender Kabarettist, stottert unentschieden vor sich hin und fühlt sich sichtlich fehlplatziert. – Da gab es auch schon größere Würfe.


... richtig.
Es darf getrost als sonderbar für eine „Dem Täter auf der Spur“-Folge angesehen werden, dass man nur zwischen zwei potenziellen Tätern die Wahl hat. Damit gestaltet sich das Rätselraten dieses Mal etwas anders, tastet man sich doch durch das Ausschlussverfahren an die Lösung heran. Der Umstand, dass Janine lügt, weil die Autos auf der falschen Seite der Straße parken, war verhältnismäßig leicht herauszufinden. Das bedeutet, dass Loupiac die Wahrheit sagt, sein Alibi stimmt und er dementsprechend nicht der Mörder ist.

Wenig einladendes Serienprodukt mit gerade einmal solidem Kriminalfall und ungeschickter Dramaturgie. 3 von 5 Punkten.



„Columbo“-Mörderrollen hatten in der ersten Ära, denke ich, kaum etwas mit „sich dafür hergeben“ zu tun, sondern waren eine Ehre für alle Beteiligten. Die fast durchgehende Prominenz dieser Parts spricht eine deutliche Sprache. Ich glaube sogar, dass eine „Columbo“-Folge unter Regie von Alfred Hitchcock nicht gänzlich außerhalb des Möglichen gestanden hätte. Was ein „Columbo“-Quiz angeht, bin ich gern dabei. Aber du hast Recht: nicht ausgerechnet in diesem Thema.

c.n.-tonfilm Offline




Beiträge: 133

21.09.2010 15:04
#33 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Gibt es irgendwo eine Übersicht zu den Rategästen in den einzelnen Folgen? Eine solche konnte ich bisher leider nirgends finden. Dann wurden in den 90er Jahren ja einige Folgen nachbearbeitet und die ursprünglichen Gäste durch Neue ausgetauscht. Welche Folgen sind hiervon betroffen bzw sind bei diesen Folgen die ursprünglichen Raterunden noch erhalten / verfügbar oder fand der Austausch evtl deshalb statt, weil die Raterunden bei den betroffenen Folgen möglicherweise live erfolgten und keine Aufzeichnungen existieren?

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Filme im falschen Bildformat sind wie ein Gemälde, aus dem ein Dieb den Teil herausgeschnitten hat, der ihm am wichtigsten erschien, weil das Bild als Ganzes nicht durchs Fenster passte.

Alte Kinofilme nach Jahrzehnten nachträglich neu zu synchronisieren ist wie Süßstoff in einen guten alten Wein kippen: ungenießbar-pappige "Spätlese".

Was wären Jack Lemmon, Danny Kaye, Peter Sellers, Bob Hope und Red Skelton im deutschsprachigen Raum ohne die Stimme von Georg Thomalla ?

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 381

21.09.2010 16:28
#34 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Ich erinnere mich, dass zumindest von "Frau gesucht ..." bei einer ARD-Festival-Wiederholung
das alte Rateteam (u.a. mit Grethe Weiser) gezeigt wurde.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.496

06.09.2011 23:22
#35 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten


Mit: Günther Neutze, Karl Lieffen. Als Gaststars: Wolfgang Kieling, Monika Gabriel, Horst Frank, Werner Pochath, Beate Hasenau, Andrea Rau, Barbara Capell, Heinz Schubert u.v.a. Regie: Jürgen Roland. Erstsendung: 04.11.1972.


Direkt dynamisch gestaltet sich der Anfang mit dem eingesperrten Werner Pochath. Schreiend versucht er, auf sich aufmerksam zu machen: Jemand hat ihn eingeschlossen, während er sich im Nachbarraum um einen Mann in einer Gipsmaske kümmern müsste. Als sich die Tür endlich öffnet und er, Alain, wieder nach seinem „Kunden“ sehen kann, kann er nur noch dessen Tod feststellen. Das anfangs aufgebaute Interesse versiegt wie bei einigen der vorhergehenden Folgen relativ zügig wieder und weicht der Einsicht, dass Mimen wie Pochath und Frank – gern dort zu sehen, wo ökonomische Einschränkungen noch heute das Herz von „Trash-Fans“ höher schlagen lassen – wohl vor allem aus Budget-Gründen und Rolands Erfahrung mit dem Billigfilmsektor (siehe einige der jüngsten Georg-Besprechungen) gewählt wurden. Große Namen sind unterdessen nicht mehr beim „Täter“ zu finden: Die Zeit der Troogers, der Elsners oder Borsches ist vorbei; rauherer Charme mit wenig(er) Glanz der alten Zeiten dominiert. Es fügt sich ins Bild, dass auch die Raterunde – wieder einmal eine Neuaufnahme von 1990 – nicht prominent besetzt ist; die „Leute vom Fach“, eine Polizistin und der Direktor der Hamburger Kripo, stellen sich ihrer Ermittlungsaufgabe dafür aber mit Erfahrung und durchaus redegewandt.
Ich könnte mich zähneknirschend mit der eher unattraktiven Besetzung, die mit Frank und Kieling bekannte Seriengesichter wiederverwertet, abfinden, würde ich einen wirklich spannenden Fall serviert bekommen, doch erneut bedient die französische Vorlage eher das Muster endloser Befragungen und Rückblenden in fragwürdige Milieus. Hin und wieder erwacht dennoch Zuneigung zu „Tod in der Maske“. Stilprägend für die Folge wirkt sich vor allem ihr skurriler Humor aus. Beate Hasenau darf allem voran als esotherische Nudel einen auf „verrückt“ machen und taut sogar den stets leichenblassen Heinz Schubert ein wenig mit ihrer „Aura“ auf. Auch im Zusammenspiel mit dem schon oft im „Täter“ gesichteten Rudolf Schündler setzt sie einen kleinen Glanzpunkt. Weitere Details wie die Eierbecherüberproduktion, Seventies-Perücken oder völlig sinn- und zusammenhanglos im Hintergrund platzierte halbnackte Männer dienen, wenn auch nicht gerade der Konzentration auf das Wesentliche, immerhin der allgemeinen Erheiterung. Man könnte nicht zuletzt in Bezug auf den dritten Punkt die Vermutung hegen, dass nicht Jürgen Roland, sondern „Schwerenöter“ Freddy Vohrer das Sagen hinter der Kamera gehabt hätte.
Ein zweiter Mord kennzeichnet außerdem einen Versuch, die Laufzeit, die mit der nächsten Folge wieder kürzer wird, zu rechtfertigen, und die Schlussszene auf dem Friedhof fügt sich positiv ins Gesamtbild von „Tod in der Maske“ ein.


... falsch.
Natürlich war mir von Anfang an die Wichtigkeit des abgerissenen Plakats bewusst. Es wäre nicht typisch für „Dem Täter auf der Spur“, würde der unerfahrene Polizeifotograf mit seiner Fokussierung auf das Poster an der Wand des Tatorts nicht eine besondere Bedeutung für die Lösung des Falls haben. Leider reichte aber mein Interesse an dem Fall nicht weit genug, so genau aufzupassen, um zu bemerken, dass das zerbrochene Glas der Brille in das Papier eingewickelt war. Selbst wenn, würde ich in diesem Punkt der Polizistin Recht geben, dass man kaum denken würde, das Rätsel würde sich so einfach und offensichtlich lösen. „Kein doppelter Boden“, rechtfertigt Roland, aber ist nicht gerade das ein Merkmal eines wirklich guten Krimis? Ich tippte stattdessen auf Beate Hasenaus Valérie – aber nur, weil ich neugierig war, zu sehen, wie sie eine eventuelle Schuld schauspielerisch umsetzen würde.

Auch wenn die Mordart an sich zu den interessantesten der Reihe gehört, so übte die Geschichte rundherum auf mich keinen Reiz aus. Sympathisch bleiben nur die Details, die mit der Tat nicht in direktem Zusammenhang stehen. Stichwort: Siebzigerjahre-Skurrilität. 3 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.496

09.09.2011 16:01
#36 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten


Mit: Günther Neutze, Karl Lieffen. Als Gaststars: Helmut Schmid, Mady Rahl, Ivan Desny, Christiane Maybach, Franz Muxeneder, Claus Wilcke, Robert Dietl, Klaus Löwitsch u.v.a. Regie: Jürgen Roland. Erstsendung: 16.12.1972.


Welch eine schöne Abwechslung stellt „Kein Hafer für Nicolo“ im Vergleich zu seiner Vorgängerepisode dar! Endlich verabschiedet sich Roland vom wackeligen und seit jeher störenden Paris-Vorspann, endlich findet er den Weg aus den Hinterhofhäusern und Künstlerbuden wieder einmal ins Grüne, auf die Trabrennbahn und damit in ein auch für Wallace-Freunde nicht gänzlich unvertrautes Milieu.
Der Aufbau der Folge gestaltet sich ungewöhnlich: Einerseits steht über einen Großteil der Laufzeit der Mord an einem Rennpferd und nicht an einem Menschen im Vordergrund und erst spät in der Folge findet Monsieur Savy sein Ende, andererseits wird das Stilmittel der Rückblenden dieses Mal ganz anders eingesetzt. Nur relativ wenige schildern vorangegangene Geschehnisse in den Aussagen der Verdächtigen, stattdessen begegnet man Commissaire Bernard schon in der ersten Szene an der Pferdebox und wird von ihm in Form einer Rückblende zum Beginn des Falles zurückgeführt. In der Mitte von „Kein Hafer für Nicolo“ gelangt man dann wieder am ursprünglichen Ausgangspunkt an und erlebt die übrigen Ermittlungen „in Echtzeit“.
Im Vergleich zu „Der Tod in der Maske“ findet sich hier wieder eine deutlich attraktivere Besetzung: Gerade der nicht allzu häufig vor der Kamera stehende Helmut Schmid macht sich als rücksichtsloser Rennstallbesitzer und spätes Mordopfer ganz hervorragend, drückt der Show einen individuellen Stempel auf. Auch Mady Rahl trifft wieder einmal präzise den Ton, der sie erfahren und überblickend, verdächtig und betrogen zum gleichen Zeitpunkt erscheinen lässt und Rahl als Schmids Frau damit zur perfekten Mischung aus Opfer und möglicher Täterin stilisiert. Ein kleines Kuriosum in einer Hamburger Produktion: Franz Muxeneder, der sich nur selten und dann für Roland (auch im „Großstadtrevier“) so weit in den Norden der Republik begab und ansonsten fast komplett auf die in den Siebzigern so beliebten Sex-Filmchen baute. Weiterhin ist durchaus erwähnenswert, was man gerade dem einzigen (Viertel-)Franzosen der Produktion, Ivan Desny, angedeihen ließ: Um seinen ausländischen Akzent zu erklären, wurde bekundet, er käme nicht wie alle anderen Charaktere aus Frankreich, sondern aus der Schweiz! – Desny wurde 2002 tatsächlich im schweizerischen Ascona beigesetzt.
Die luftige, ländliche Atmosphäre des Rennstalls, der Trabrennbahn und des Hauses versöhnen mich wieder mit der üblichen Machart der Reihe, die sich dieses Mal dezent im Hintergrund hält und damit einer professionelleren Anmutung Platz macht, zumal sich die Bildqualität auf DVD stark verbessert hat.


... falsch.
Anders als bei den meisten anderen Folgen ließ ich mir bei „Kein Hafer für Nicolo“ zwischen Hauptfilm und Raterunde einige Stunden Zeit, um meine Lösungsansätze in Ruhe zu überdenken. Klar war für mich, dass die Tatwaffe eine zentrale Rolle spielte und dass der Mörder nur jemand sein konnte, der die Pistole genommen und wieder zurückgelegt hatte. Es kamen folglich nur Philippe Lagarde und Madame Savy als Täter in Frage. Bei ihm wäre der Diebstahl und bei ihr das Zurücklegen der Waffe besonders offensichtlich gewesen. Die Chancen standen also in meinen Augen gleich, weil ich das wichtige Telefongespräch vergaß. Wie es also bei 50-50-Entscheidungen mein gewohntes Schicksal ist, tippte ich prompt auf die falsche der beiden Personen. Lange Überlegungen sind also nicht unbedingt spontanen Bauchentscheidungen vorzuziehen.

Nicht gerade superspannende, aber äußerst schön anzusehende und mit erkennbarem Aufwand gefilmte „Dem Täter auf der Spur“-Episode. Für mich ein Ausreißer nach oben. 4,5 von 5 Punkten.

Grabert Offline



Beiträge: 256

17.06.2012 14:07
#37 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Zitat
von Gubanov
Ja, die Serie stellt es klug an. Mit guten 4 Punkten starten und sie dann noch steigern. Für jede verhökerte Kiste Whisky gibt’s von mir einen halben Punkt.



Dem kann ich mich nur vorbehaltlos anschließen. Eine sehr gute Folge einer sehr guten Reihe! Die Besetzung ist ausgezeichnet, mir gefällt in dieser Folge insbesondere Stanislav Ledinek; aber auch die beiden Günthers als Ermittler (Neutze und Stoll) liefern gute Arbeit ab; schade, dass Günther Stoll nach dieser zweiten Folge die Serie verließ. Klaus Löwitsch und Herbert Fux spielen wieder souverän ihre gewohnten Rollen. Ruth-Maria Kubitschek agiert hier in er einer Nebenrolle. Rolands Regie fängt gekonnt die Atmosphäre der zwielichtigen Weinhandlung ein; die Titelmusik wird immer wieder gekonnt eingesetzt.

Achtung: spoilerähnlicher Hinweis: Lediglich die Auflösung fand ich ein wenig "holprig"; warum ließ der Täter die Tatwaffe nicht einfach verschwinden? Dann wäre die Auflösung in der genannten Form kaum möglich gewesen.

Der schwarze Abt Offline



Beiträge: 3.879

28.04.2013 16:06
#38 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Dem Täter auf der Spur



Folge 1:

Am Rande der Manege



Mit hohen Erwartungen bin ich an die Krimi-Rate-Serie von Altmeister Jürgen Roland herangegangen und muss sagen: Diese hohen Erwartungen hat die erste Folge voll und ganz erfüllt!
Vom Thema „Mord im Zirkus“ war ich schon immer sehr begeistert und mehr Atmosphäre als im Zirkus „Metropol“ vorhanden war, kann man kaum erzeugen. Das Mordopfer, der Clown Bock, ist einer jener Menschen, die es erzwingen, sich bei jedermann, gelinde ausgedrückt, unbeliebt zu machen. Es war sehr interessant, dass Rudolf Schündler, welchen ich übrigens als DIE Idealbesetzung für Bock sehe, obwohl er schon am Anfang der Episode tot aufgefunden wird, dank der vielen Rückblenden quasi die zweite Hauptrolle spielt. Was die weiteren Rollen betrifft, so findet man hier ein durch und durch hervorragendes Ensemble vor. Allen voran Günther Neutze als höflicher, aber dennoch kalter und etwas grober Kommissar Bernard. Günther Stoll (ebenso wie Gubanov mag ich ihn als Schauspieler eher weniger) spielt seinen Part ganz solide, obwohl seine Figur doch ein wenig zu blass rüberkommt. Deshalb freue mich ehrlich gesagt darauf, Karl Lieffen ab Folge 3 an dessen Stelle zu sehen, da ich ihn bereits jetzt zu meinen absoluten Lieblings-Schauspielern zählen kann. Mit dem u. a. aus ein paar Edgar-Wallace-Filmen bekannten Friedrich Joloff, sowie Helmuth Schneider, Herbert Fleischmann, Astrid Frank, Horst Schweimler & Co wird dem Zuschauer auch ein großes Vergnügen bereitet. Zu beachten ist noch die Rolle des Zirkusinspizienten, welche von Günther Neutzes Bruder Horst Michael Neutze übernommen wurde. Ein netter Einfall!
Bisher kannte ich aus der Zeit nur: deutscher Krimi spielt in Deutschland oder deutscher Krimi spielt in Großbritannien. Dass man bei dieser Reihe mal Frankreich genommen hat ist an sich auch eine schöne Abwechslung. Jürgen Roland beweist hier erneut, dass er ein überragender Krimi-Regisseur ist. Das Konzept der Serie, das die Zuschauer geradezu zwingt mitzuraten, ist schlicht und ergreifend ein überragender Einfall und die Story dieser 1. Folge gut durchdacht sowie spannend umgesetzt. Prominenten-Raterunde (leider) von 1990 und Verbrecherkartei runden alles ab. Die Musik von Siegfried Franz ist meiner Meinung nach übrigens ein kleines (oder doch etwas größeres?) Juwel. Nur ein einziger wirklicher Kritikpunkt wäre von meiner Seite aus zu nennen: Obwohl doch noch viel Atmosphäre vorhanden ist, wären zumindest einige Außenaufnahmen mehr wünschenswert gewesen.

Ich tippe... (Spoiler)

richtig!

Dass der Zwerg es nicht gewesen ist, war zu erwarten. Er hatte gemerkt, dass Bock bei seinem zweiten Auftritt nicht Bock war, was ich wiederum gemerkt hatte. Das Motiv der Rache wäre doch ein wenig zu offensichtlich gewesen, weshalb ich den Dompteur auch nicht besonders stark in Betracht zog. Schließlich blieben noch der Baron und der Zirkusdirektor übrig. Und siehe da: Ich hatte Glück als ich auf letzteren tippte.




Handlung: Top! Schauspieler: Top! Regisseur: Top wie immer! Für diese erste „Dem Täter auf der Spur“-Folge, die mir einen tollen Einblick in die Reihe bot, gebe ich 4,5 von 5,0 Punkten. Ich freue mich schon sehr auf weitere Folgen...

Der schwarze Abt Offline



Beiträge: 3.879

29.04.2013 20:24
#39 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Dem Täter auf der Spur



Folge 2:

Zehn Kisten Whisky



Nach der unterhaltsamen ersten Episode „Am Rande der Manege“ gefiel mir die zweite noch besser. Wo man sich kürzlich noch im Zirkuszelt umsehen konnte, findet man sich nun plötzlich im Weinkeller wieder, wo man auf dessen Besitzer stößt: Gefesselt - reglos - erdrosselt!
Erstmal möchte ich loben, dass in dieser Folge deutlich mehr Außenaufnahmen zu sehen sind, als es in der vorigen der Fall war. Die bereits weiter vorne im Thread erwähnten zu schnellen Schnitte, welche man auch schon am Anfang von Folge 1 finden konnte, sind zwar als netter Intro gedacht, jedoch auch für meinen Geschmack ein kleines bisschen zu hastig. Ich kann mich anscheinend darauf einstellen, dass man es beim Rest der Reihe wohl leider nicht anders gemacht hat...
Die Besetzung ist gut gewählt (ist man von Jürgen Roland ja zum Glück auch gewöhnt). Stanislav Ledinek tritt als Kellermeister besonders in Erscheinung. Die Tatsache, dass seine vielen Aussagen nach gewisser Zeit ins Wanken geraten und man sie ihm nicht mehr alle abkauft, lässt den Part des Roujan noch viel interessanter wirken. Daneben der zwielichtige, immer gern gesehene Herbert Fux als Wirt, spielt seine Rolle bestens. Manchmal bekommt man direkt Angst vor ihm. Die grundverschiedenen Schwestern Dennise und Claudine sind durch Ruth-Maria Kubitschek und die rebellisch wirkende Christiane Thorn hervorragend verkörpert worden. Insbesondere Kubitschek stellte die betrogene, enttäuschte und verzweifelte Ehefrau eines Spielers brilliant dar. Man kann einfach nicht anders, als sie bemitleiden. Mordopfer Klaus Löwitsch, dank seiner hohen Spielschulden genauso verzweifelt und bemitleidenswert, legte sich letztendlich selbst ein Ei und zu guter letzt hätten wir da noch Herbert Weissbach als höfliches, dennoch strenges Familienoberhaupt.

Ich tippe... (Spoiler)

falsch!

Wie auch die Kandidaten im Studio, deren Tipp mich zunächst verwundert hat, habe ich es mir zu kompliziert gemacht. Ich hatte nicht erwartet, dass sich der Fall auf eine dermaßen simple Art und Weise löst. Zwar ist Guston Luriecq der einzige gewesen, den man zur Tatzeit gesehen hat wie er das Haus betrat, dennoch hatte ich Dennise Dennevy in Verdacht. Man denke nur daran, wie es ihr ganz zum Schluss geht: Ihr Mann verspielt sein ganzes Geld, betrügt Dennise mit ihrer Schwester Claudine, dann wird er auch noch umgebracht und ihr Vater wird wegen Mordes verhaftet. - Nicht gerade ein leichtes Schicksal!




„Zehn Kisten Whisky“ bietet mit einer dieses Mal etwas tiefsinnigeren Story und klasse Gastauftritten zweifellos beste Krimi-Unterhaltung, das steht fest. Oder um es mit den Worten von Stanislav Ledinek zu sagen: „Dafür lasse ich mich köpfen!“ Ich vergebe 5,0 von 5,0 Punkten.

Matze K. Offline



Beiträge: 1.041

01.05.2013 07:38
#40 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

wir sind einmal mit der Serie durch - tippen macht spaß. Definitiv die letzten sind zu leicht und nicht mehr sooo gut... und nicht weil sie in Farbe sind

---------------------------------------------------
Immer wenn du lügst, muss Jesus Blut weinen.
(Todd Flanders)

Bert B. Offline



Beiträge: 7

26.05.2013 17:28
#41 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Laut einer Heinz Erhardt Biographie soll Heinz Erhardt in einer Folge von "Dem Täter auf der Spur" Mitglied des Rateteams gewesen sein. Kann das jemand hier bestätigen? Sind die Auftritte der Original-Rateteams überhaupt auf den DVDs der DVD-Box? Danke!

Der schwarze Abt Offline



Beiträge: 3.879

26.05.2013 17:59
#42 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Da sind nur die Raterunden aus den 90er Jahren drauf.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.496

26.05.2013 18:46
#43 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Nö, einige Raterunden sind auch im Original aufgespielt. Das sind die Gäste:

01: Victoria von Campe und Rüdiger Wolff
02: Birgit Schanzen und Ulrich Wickert
03: Susan Stahnke und Hans Scheibner
04: keine Raterunde
05: Walter Eschweiler und Dirk Fischer
06: Heidrun von Goessel und Wilhelm Wieben
07: Sabine Christiansen und Werner Baecker
08: Cornelia Froboess, Anneliese Rothenberger und Johannes Frömming
09: Walter Giller, Hans Hass und Ingrid Mickler-Becker
10: Liselotte Pulver, Peter Kreuder und Fritz Huschke von Hanstein
11: Katja Ebstein, Hansjörg Felmy und Hans Schmidt
12: Hans-Dietrich Genscher, Maria Schell und Roberto Blanco
13: Brigitte Beckenbauer, Ursula Herking und Hannelore Werner
14: Heide Rosenthal, Werner Finckh und Reinhard Mey
15: Ingeborg Hallstein, Klaus Glahn und Ben Wagin
16: Mareike Carrière und Kay Sabban
17: Jan Fedder und Heidrun von Goessel
18: Edith Hancke, Joachim Fuchsberger und Dr. Wolfgang Vaerst

Also kein Heinz Erhardt auf den DVDs.

Josh Offline




Beiträge: 7.903

26.05.2013 18:59
#44 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Bei Episode 15 und 17 stimmen die Angaben auf dem Cover nicht:
Episode 15: Der Hamburger Polizeipräsident und eine Kommissarin
Episode 17: Hans Rosenthal, Bibi Johns und Heidi Schüller

Bert B. Offline



Beiträge: 7

26.05.2013 19:36
#45 RE: Bewertet: "Dem Täter auf der Spur" (TV, 1967-73) Zitat · antworten

Vielen Dank für die Antworten!
Allem Anschein nach handelt es sich bei den genannten Rateteams um die Rateteams der Neuauflage. Susan Stahnke ist z.B. Ja. 1967 und war bei der Erst-Ausstrahlung der Episode 3 im Jahr 1968 1 Jahr alt). Dem Archiv des Hamburger Abendblattes konnte ich leider nur die Original-Rateteams von 2 Episoden entnehmen:
06: Familienärger (Erstausstrahlung 4. Oktober 1969)
Rateteam: Oswald Kolle, der Weltmeister der Amateurtänzer Dr. Bernhold, Uschi Glas
08: Puppen reden nicht (Erstausstrahlung 27. Juni 1970)
Rateteam: Anneliese Rothenberger, Hänschen Frömming, Fifi Brix

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