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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 1.994 mal aufgerufen
 Giallo Forum
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Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

06.12.2010 08:16
#16 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #13
Nur was meinst du mit "Dallamanos letzter Film 'Der Tod trägt schwarzes Leder'"? Dallamano inszenierte zwischen 1974 und seinem Tod 1976 doch noch mehrere Filme, oder?

War ein Schreibfehler von mir. Sollte heißen: "Kaliber 38 - Genau zwischen die Augen", welcher auch ein Polizeifilm ist.

J.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

06.12.2010 08:58
#17 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Auch ein sehr empfehlenswerter Kracher, die DVD von Anolis ist ordentlich.

***

Vom Ursprung her verdorben

Prisma Offline




Beiträge: 7.549

06.12.2010 11:13
#18 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Kann es sein, dass Silvias Mutter, Mrs. Polvesi, von Ruth Maria Kubitschek synchronisiert wurde?

Gubanov Offline




Beiträge: 16.318

06.12.2010 16:23
#19 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

@Blap: Danke für den DVD-Tipp. Wenn das so weitergeht, werden mich die Gialli in den nächsten Tagen arm machen. Heute dann auch noch die Bestätigung, dass der Wallace'sche "Der Doppelgänger" noch vor Weihnachten erscheinen wird. Puh!

@Prisma: Das scheint in der Tat so zu sein. Die Synchrondatenbank bestätigt Ruth Maria Kubitschek auf Marina Berti.

Prisma Offline




Beiträge: 7.549

06.12.2010 18:36
#20 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Oh, danke. Ruth Maria Kubitschek wäre ja prädestiniert für diese Rolle gewesen!

Blap Offline




Beiträge: 1.128

06.12.2010 22:06
#21 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #19
@Blap: Danke für den DVD-Tipp. Wenn das so weitergeht, werden mich die Gialli in den nächsten Tagen arm machen.

Ich hätte da noch einige Tipps auf Lager. Auch bis zur völligen Erschöpfung des Kreditrahmens.

***

Vom Ursprung her verdorben

Janek Offline




Beiträge: 1.852

19.12.2010 16:37
#22 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Ich habe nur den Trailer gesehen, dieser war sehr spannend. Doch fehlte mir das giallo-typsche Aussehen des Mörders. Sockenmaske, Rasierklinge, langer Mantel, Hut. Im gegensatz zu anderen Gialli macht "Der Tod trägt schwarzes Leder" einen nicht allzu spannenden, aber auch nicht langweiligen Eindruck (-- keine Wertung, weil ich den Film noch nicht ganz gesehen habe --).

MfG
Janek

Peter Offline




Beiträge: 2.861

18.08.2013 20:00
#23 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Mit einer winzigen Anmerkung zurück zum eigentlichen Thema "Der Tod trägt schwarzes Leder": Die Brutalo-Gag-Nummer mit dem Lichtschalter brachte einen halben Bonuspunkt im Giallo-GP. Sozusagen unschlagbar ...

Gubanov Offline




Beiträge: 16.318

12.09.2013 22:19
#24 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

„Der Tod trägt schwarzes Leder“ belegt mit 54,64 von 70 Punkten Platz 22 von 35 im Giallo-Grandprix 2013. Der Film wurde also mit durchschnittlich 3,90 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er drei Top-Ten-Nominierungen.

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 11
mit 57,27 Punkten auf Platz 19 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 58,55 Punkten auf Platz 09 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 53,45 Punkten auf Platz 22 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 58,55 Punkten auf Platz 12 in der Kategorie Darsteller
mit 63,00 Punkten auf Platz 06 in der Kategorie Musik
mit 39,45 Punkten auf Platz 31 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 52,18 Punkten auf Platz 25 in der Kategorie Freie Wertung
Gehe zum IMDb-Eintrag / OFDb-Eintrag

tilomagnet Offline



Beiträge: 541

21.01.2014 19:39
#25 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Leichte Spoiler.

Das Prädikat "sehr gut" kann ich diesem Film beim besten Willen nicht aufdrücken. Die Darsteller und die Musik sind erstklassig, aber sonst kann diese Mischung aus Gesellschaftskritik und Thriller wohl kaum vollends überzeugen. Bin ich der einzige, der darauf gewartet hat, dass Mario Adorf als Täter entlarvt wird?! Dass dem nicht so ist, ist einerseits überraschend, trotzdem ist das Ende für einen Spannungskrimi unwürdig und flau. So bleibt der Film leider am Ende unter beiden Aspekten hinter seinen Möglichkeiten. Die Qualität der Inszenierung erreicht in keinem Punkt die Intensität der STECKNADEL und erinnert teilweise eher an eine TV-Produktion.

Insgesamt ein sehenswerter Film für ein nicht allzu zart besaitetes Publikum, aber STECKNADEL ist da schon ein anderes Kaliber. Der LEDERNE TOD erreicht weder in Atmosphäre noch Nervenkitzel das Niveau des Vorgängers. 3 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.492

09.04.2016 10:09
#26 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

Der Tod trägt schwarzes Leder (I 1974)

Regie: Massimo Dallamano
Darsteller: Giovanna Ralli, Claudio Cassinelli, Mario Adorf


Ein 14-jähriges Mädchen wird tot aufgefunden. Erste Indizien weisen auf Selbstmord hin, doch schnell stellt sich heraus, dass Mord dahintersteckt. Die Spuren führen zu einem Ring minderjähriger Prostituierter, die sich bis in höchste Kreise verfolgen lassen ...

„Der Tod trägt schwarzes Leder“ gilt als ein Hybrid aus Giallo und italienischem Polizeifilm, dem sog. Poliziottesco. Auffallend ist jedenfalls, dass das Giallo-typische Verhältnis der Screentime Normalbürger auf der einen, Polizei auf der anderen Seite, vorliegend ins Gegenteil verkehrt wird, d.h. die polizeilichen Ermittlungen nehmen den weit überwiegenden Platz ein. Im zweiten Drittel treten typische Elemente des Giallo hinzu. Ein mit Motorradkluft und Schlachtermesser ausgestatteter Killer macht Jagd auf hilflose Menschen. Beeindruckend sind insbesondere die Szenen in der Tiefgarage und vor der Wohnung der Staatsanwältin, wobei dabei vor allem jene Einstellungen, in denen die Kamera „im Windschatten“ des Killers mitläuft, den Zuschauer erstaunen lassen. Hochspannung pur. Weniger Giallo-typisch, aber ungemein erfrischend gerät die Motorrad-Verfolgungsjagd durch Rom.

Weiterer Pluspunkt des Films sind die darstellerischen Leistungen. Findet man im Giallo häufiger schauspielerische Leichtgewichte in den Hauptrollen, so überzeugt insbesondere Giovanna Ralli in der Rolle der Staatsanwältin. Sie findet eine perfekte Mischung aus emanzipiert, bestimmend, kollegial und einfühlsam. Eine reife Leistung. Exquisiter Gegenpol ist Claudio Cassinelli als idealistischer Polizist, der auch vor der Enthüllung von Skandalen mit weitreichenden (gesellschafts-)politischen Folgen nicht zurückschreckt. Mario Adorf spielt eine eher untergeordnete Rolle, was ihn schnell zum Verdächtigen macht.

Schließlich ist die Musik – wie in scheinbar (fast) allen italienischen Filmen jener Zeit – auf höchstem Niveau.

Der Film würde sich die Höchstwertung redlich verdienen, wäre da nicht das etwas enttäuschende Finale, welches den Zuschauer mit vielen Fragen zurücklässt. Zunächst wird ein Täter entlarvt, der im gesamten Film zuvor nicht aufgetaucht ist, Erinnerungen an „Neues vom Hexer“ werden wach. Auch die „wahren Hintermänner“ werden nicht entlarvt. Nun, dies ist in der Realität häufig nicht anders, für einen Unterhaltungsfilm, der in weiten Teilen genretypische Erwartungshaltungen bedient, ist dies dennoch unbefriedigend.

Starke Mischung aus Giallo und Polizeifilm mit etwas enttäuschendem Ende. Aufgrund des ansonsten sehr guten Eindrucks trotzdem noch 4,5/5 Punkten.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.586

07.05.2017 14:38
#27 RE: Der Tod trägt schwarzes Leder (1974) Zitat · Antworten

BEWERTET: "Der Tod trägt schwarzes Leder" (La polizia chiede aiuto) Italien 1974
mit: Giovanna Ralli, Claudio Cassinelli, Mario Adorf, Marina Berti, Franco Fabrizi, Farley Granger, Paolo Turco, Corrado Gaipa, Micaela Pignatelli, Ferdinando Murolo, Salvatore Puntillo u.a. | Drehbuch: Ettore Sanzò und Massimo Dallamano | Regie: Massimo Dallamano

Der Selbstmord einer Fünfzehnjährigen entpuppt sich rasch als Mord und führt die Polizei zu einem weite Kreise ziehenden Fall von Zwangsprostitution Minderjähriger. Staatsanwältin Vittoria Stori und Inspektor Silvestri bearbeiten den Fall und stechen dabei in ein Wespennest. Brutale Morde mit einem Fleischerbeil bedrohen dabei ebenso den Erfolg ihrer Ermittlungen wie die oberen Dienststellen, die einige illustre Mitglieder der Regierung vor Strafverfolgung schützen....



Das Schockierende an den Taten sind weniger die in rascher Präzision ablaufenden Morde, sondern die Hintergründe der Verbrechen, deren Motivation nicht aus pekuniärer Notwendigkeit, sondern aus der Dekadenz triebgesteuerter Herren der sogenannten besseren Gesellschaft resultiert. Obwohl sich die Blutspur des Rächers durch die ganze Stadt und somit die gesamte Laufzeit des Films zieht, sind es die nach und nach erfolgenden Geständnisse der Mädchen, die Unbehagen erzeugen. Die Ware Mensch erweist sich dabei als besonders inflationär, weil der Markt nach laufend neuem und frischem Material verlangt, was einen Strudel an nicht enden wollender Infamie nach sich zieht. Die Profiteure dieses regen Handels bleiben unentdeckt und unbelangt, was "Der Tod trägt schwarzes Leder" besonders deutlich veranschaulicht. Ispettore Silvestri erweist sich dabei als verlängerter Arm der Gerechtigkeit. Er ist betroffen von der Ignoranz der Medien, die nur eine billige Sensation wittern, und ärgert sich über das Schweigen der Betroffenen ebenso wie er die schützende Hand über das Establishment verachtet. Die Unantastbarkeit der Mächtigen thematisiert Dallamano ebenso wie das Engagement der Idealisten, welche in Giovanna Ralli und Claudio Cassinelli empathische Vertreter des Rechts finden. Ihr Einsatz zeigt die Grenzen auf, die jedem wohlmeinenden Kämpfer gegen die weitverzweigten Missstände eines Landes gesetzt sind. Solange es solche Menschen gibt, so das Credo des Regisseurs, ist nicht alle Hoffnung verloren. Umso erfreulicher, dass die Staatsanwältin und der Kriminalinspektor jeweils als intelligent, belastbar, konsequent und ehrenwert dargestellt werden, ohne das Heldenklischee des massentauglichen Kriminalfilms bedienen zu müssen.

Claudio Cassinelli überzeugt als Inspektor ohne Allüren, dem sein Beruf über alles geht, der vollen Einsatz gibt und ihn auch von anderen erwartet. Hindernisse sind für ihn da, sie zu überwinden, und er fügt sich ungern in Befehle, wenn er den Sinn dahinter nicht erkennt. Sein Charisma rührt aus dem hohen Grad an Identifikation, nicht aus gefälligen Aktionen, die danach schielen, Eindruck zu machen. Sein sachliches Vorgehen, die Beharrlichkeit und Zuverlässigkeit seiner Taten finden ihren Widerhall in Giovanna Ralli, die inmitten von eingeschüchterten Mädchen und verstörten Frauen ein Leuchtturm der Emanzipation ist. Ihre Analysen und Verhöre zeigen ein gesundes Maß an Mitgefühl, wahren aber immer die Distanz, die nötig ist, um ein klares Urteil zu fällen. Umso spannender gestalten sich jene Szenen, in denen sie ruhigen Mut bewahren muss, um der tödlichen Bedrohung ihres Lebens entgehen zu können. Mario Adorf darf sich mehr Emotionen erlauben, was ihn bereits zu Beginn aus dem engen Kreis der Ermittler ausscheiden lässt, weil er zu befangen ist. Seine Wut und Verzweiflung über Dinge, die er niemals mit seiner eigenen Tochter in Verbindung gebracht hätte, stehen stellvertretend für die Hinterbliebenen von Gewaltopfern, die zumeist schnell beiseite geschoben und ihrem Schmerz überlassen werden. Die Person des Täters erzeugt naturgemäß großes Interesse, nicht nur wegen ihrer Vermummung, sondern der radikalen Art und Weise, wie sie ein zunächst unbekanntes Ziel erreichen will. Die temporeichen Szenen mit dem Motorradfahrer bilden das grelle und aufmerksamkeitserregende Element des Filmes und vermengen sich mit den dezenten, aber aussagekräftigen Sequenzen sexuellen Missbrauchs. Bild- und Musikkomposition wahren hier die Grenzen des guten Geschmacks und vertrauen auf die Imaginationskraft des Zusehers.

Stilsicherer Giallo mit einem beeindruckenden Ermittlergespann, der die Verflechtung von Politik und Verbrechen in geradezu semidokumentarischer Art inszeniert. Großartige Leistungen von Ralli und Cassinelli, feine Akzente von Adorf und eine überaus gelungene deutsche Synchronisation machen den Film zu einem spannungsreichen Erlebnis. 5 von 5 Punkten

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