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Dieses Thema hat 467 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker international
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Ray Offline



Beiträge: 1.280

29.03.2016 17:31
#301 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Zitat von kaeuflin im Beitrag #300
@ Ray dem kann ich nur zustimmen - Strak unterschätz der Film


Wunderbar, dann sind wir schon zwei, die dieser Meinung sind!


Folgender Film lief gestern auf arte und ist bis zum 4.4. in der Mediathek von arte abrufbar:
http://www.arte.tv/guide/de/059555-000-A...aske?autoplay=1

Stadt ohne Maske/Die nackte Stadt (The Naked City) (USA 1948)

Regie: Jules Dassin

Darsteller: Barry Fitzgerald, Howard Duff, Dorothy Hart u.a.



Film Noir Nummer 50:


Ein junges Fotomodell wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Die New Yorker Polizei steht vor schwierigen Ermittlungen. Die Tote unterhielt Kontakte mit der Unterwelt...

New York und eine Stimme aus dem Off - Erinnerungen an die frühen Jerry Cotton-Filme werden wach. "Stadt ohne Maske" zeigt den "concrete jungle where dreams are made of" ("Empire State Of Mind", Jay-Z feat. Alicia Keys) in der Tat ungeschminkt. Statt einer Aneinanderreihung von Atelieraufnahmen bekommt man hier Außenaufnahmen von der pulsierenden Metropole geboten, womit der Film im Genre eine eigene Atmosphäre ausstrahlt. Damit hat es sich im Wesentlichen dann aber auch. Die Story ist austauschbar, die Figuren nicht sonderlich interessant, zumal - noir-untypisch - die Geschichte aus Sicht der Polizei erzählt wird. Die ständigen Kommentare aus dem Off erweisen sich im Laufe des Films zudem als Störfaktor.


Ambitioniertes Zeitdokument, das aus Noir-Gesichtspunkten aber einiges schuldig bleibt. 3/5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.280

29.03.2016 17:48
#302 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Nach 50 Filmen ist es mal wieder an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Dies tue ich in Gestalt meiner vorläufigen Top 10. Dabei musste ich feststellen, dass ich eine ganze Reihe hochwertiger Filme nicht berücksichtigen konnte, weil ich mich an meine jeweiligen Bewertungen gehalten habe. Gerade im Falle von "Gardenia" tut mir das besonders weh. Neben diesem haben es eine ganze Reihe toller Vetreter der Schwarzen Serie von Fritz Lang nicht ganz geschafft. Aber das kann sich nach weiteren Sichtungen der jeweiligen Werke ja noch ändern...


Genug der Vorrede, hier ist meine (vorläufige) Top 10:


1. Gewagtes Alibi
2. Zeuge gesucht
3. Niagara
4. Die seltsame Liebe der Martha Ivers
5. Spiel mit dem Tode
6. Opfer der Unterwelt
7. Detour - Umleitung
8. Die Nacht hat tausend Augen
9. Gefährliche Leidenschaft
10. Laura

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

29.03.2016 18:43
#303 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Stadt ohne Maske/Die nackte Stadt (The Naked City) (USA 1948)

provitiert Unheimlich von von den dokumentarischen Bildern er ist wirklich ein Fenster in eine Vergangene Zeit
der Film Schafft es für mich einen Film aus Doku Sichtweise ohne FBI Propaganda zu sein
Wo du Durchaus recht hast ist das die Story da nicht ganz mithalten kann.


Noch extremer als bei diesem ist der Effekt Beispielsweise bei beispielsweise bei Berlin Express

Happiness IS the road ! (Marillion)

Ray Offline



Beiträge: 1.280

30.03.2016 21:43
#304 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Straße der Versuchung (Scarlet Street) (USA 1945)

Regie: Fritz Lang

Darsteller: Edward G. Robinson, Joan Bennett, Dan Duryea



Film Noir Nummer 51:


Ein unglücklich verheirateter Hobbymaler lernt eines Abends eine junge Frau kennen und verliebt sich in sie. Ihretwegen begeht er sogar eine Unterschlagung in der eigenen Firma. Die "Gegenleistung" fällt mau aus. Sie hat hinter seinem Rücken einen festen Freund, verkauft mit dessen Hilfe die Bilder ihres Verehrers und verdient sich daran eine goldene Nase...

"Gefährliche Begegnung" reloaded: abermals spielt Robinson einen unbescholtenen Bürger, der durch eine Zufallsbegegnung in einen Strudel gerät, aus dem es kein Entkommen gibt - Fatalismus in Reinform. Joan Bennett mimt die Femme Fatale ausnehmend überzeugend, Dan Duryea tut das, was er am besten kann: als "dritte Geige" den Fiesling geben. Langs Inszenierung ist im weiten Teilen ruhig, bemerkenswerte Einfälle bekommt man dafür am Ende in Hülle und Fülle geboten. Zunächst die aneinandergereihten Verhöre im Lichtkegel, dann der von Stimmen verfolgte Robinson.

Wie gesagt, das Tempo ist nicht schwindelerregend, dennoch folgt man der Geschichte mit Interesse, weil sie von einer berührenden Tragikomik ist. Am Ende des Lebensabschnitts, in dem es der Hauptfigur vermeintlich am besten geht, in der sie Hoffnung auf eine rosige Zukunft, ein Ausbrechen aus der festgefahrenen Lebenssituation in greifbarer Nähe wähnt, folgt das böse Erwachen. Robinson zeigt sich dabei einmal mehr in bestechender Form. Die Chemie zwischen Bennett und ihm stimmt. Ein weiterer sehenswerter Noir aus dem Kanon von Fritz Lang, der gleichwohl an seine besten Beiträge nicht heranreicht und auch im Vergleich zu "Gefährliche Begegnung" den Kürzeren zieht.


Sehenswerter Noir von Fritz Lang mit starken Hauptdarstellern und bedrückender Tragikomik. 4/5 Punkten.

Ray Offline



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31.03.2016 22:13
#305 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Strafsache Thelma Jordon (The File On Thelma Jordon) (USA 1950)

Regie: Robert Siodmak

Darsteller: Barbara Stanwyck, Wendell Corey, Paul Kelly u.a.



Film Noir Nummer 52:


Der unglücklich verheiratete Cleve Marshall, Assistent beim Bezirksstaatsanwalt, lernt eines Abends Thelma Jordon kennen, die einen Einbruch melden will. Cleve verliebt sich Hals über Kopf in sie, was sogar so weit geht, dass er ihr hilft, als ihre Tante im eigenen Haus erschossen wird und alles gegen Thelma spricht...

Ist Barbara Stanwyck wieder die "Frau ohne Gewissen"? Diese Frage beginnt sich jeder informierte Zuschauer nach etwa der Hälfte des Films zu stellen. Bis dahin passiert nicht allzu viel, Siodmak nimmt sich relativ viel Zeit für die Exposition, was ihm bei einer überdurchschnittlichen Lauflänge von 100 Minuten auch durchaus erlaubt ist. Dennoch kommt der Film ein wenig schwer in die Gänge und irgendwie kann man sich schon früh des Eindrucks nicht erwehren, dass Marshall nicht kompetent genug für einen derartigen Posten ist. Verfolgt man den (ein wenig vorhersehbaren) weiteren Verlauf des Films, so könnte man meinen, dies wäre durchaus gewollt...

Letzten Endes handelt es sich bei "Strafsache Thelma Gordon" um ein Vehikel für Barbara Stanwyck, die abermals ihre Rolle als Femme Fatale variieren darf. Und das soll gar nicht abwertend gemeint sein, denn der Film unterhält trotz des "Stotterstarts" recht gut. Szenen im Gerichtssaal versprechen stets dramatische Höhenflüge, auch im vorliegenden Film wird man insoweit nicht enttäuscht. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist, dass der Film am Ende des Prozesses nicht Schluss macht, sondern mit schockierenden Enthüllungen fortfährt. Leider hört er dann nicht im rechten Moment auf, als er eine "runde Sache" zu werden verspricht, sondern schließt mit einer unglaubwürdigen 180 Grad-Drehung der Stanwyck-Figur inklusive eines unglaubwürdigen, rührseligen Abschieds. So erreicht "Strafsache Thelma Jordon" nicht das Niveau von Siodmaks Meisterwerken "Zeuge gesucht" oder "Gewagtes Alibi", gleichwohl bietet er sehr ordentliche Noir-Unterhaltung.

Die ungewöhnliche Schreibweise des Nachnamens "Jordon" (statt: Jordan) hat offenbar nicht nur mich verwirrt: in der Inhaltsangabe des Films bei wikipedia ist der Figurenname mehrfach falsch geschrieben...

"Strafsache Thelma Jordon" bietet Barbara Stanwyck eine Plattform, um ihre Rolle aus "Frau ohne Gewissen" zu variieren. Dies gelingt ihr vorzüglich, so dass man über Schwächen des Films weitgehend hinwegsehen kann. Gute 4/5 Punkten.

Ray Offline



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05.04.2016 22:02
#306 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Faustrecht der Großstadt (Where The Sidewalk Ends) (USA 1950)

Regie: Otto Preminger

Darsteller: Dana Andrews, Gene Tierney, Karl Malden u.a.



Film Noir Nummer 53:


Detective Dixon (Andrews) soll den Mord an einem Spieler aufklären und streckt dabei die Fühler nach seinem Intimfeind, dem Gangster Scalise aus. Bei einem Verhör mit dem Verdächtigen Paine, der sich mit dem Toten kurz vor dessen Tod eine Auseinandersetzung geliefert hatte, kommt es zum Clinch und Dixon schlägt Paine, wobei dieser zu Boden geht und wegen einer Vorbelastung aus dem Kriege – er trägt eine Silberplatte im Kopf – sofort tot ist. Dixon versucht seine Täterschaft zu vertuschen und wirft die Leiche in den Hudson River. Leidliche Konsequenz: verhaftet wird alsbald der Vater von Paines Frau (Tierney), in die sich Dixon verliebt hat...

„Faustrecht der Großstadt“ bedeutet für mich eine Rückkehr zum Anfang meiner Noir-Sichtungen. Der Film vereint das Trio aus „Laura“, Otto Preminger, Dana Andrews und Gene Tierney.
Eine simple, aber ungemein fesselnde Geschichte, eine verdorbene Hauptfigur, starke Darstellerleistungen und eine erwartungsgemäß starke Inszenierung Premingers – das sind die Zutaten dieses Vorzeige-Noirs. Die Szenen zwischen Andrews und Tierney, in der die gutgläubige Tierney, die von ihrem toten Ehemann ohnehin getrennt lebte und in Dixon ihre (neue) große Liebe sieht, berühren. Beispielhaft genannt sei die Szene, in der Andrews versucht, einen Anwalt für Tierneys Vater aufzutreiben, weil diese keine Rücklagen hat und sie ihn daraufhin in tiefer Dankbarkeit anschaut. Gubanov hat Tierneys Blick in seiner Besprechung zu „Frau am Abgrund“ (Whirlpool) mit dem eines Rehs im Scheinwerferlicht verglichen. Eine treffendere Umschreibung gibt es nicht. Bei ihrem Auftreten dürfte selbst der härteste Kerl dahinschmelzen.

Beim Ende ging Preminger einen Mittelweg. Weder richtig „noir“ noch Hollywood in Reinform, ein zufriedenstellender Kompromiss.

Ein netter Nebenaspekt ist schließlich noch die Mitwirkung Karl Maldens, den man hier im Forum insbesondere aus Dario Argentos „Die neunschwänzige Katze“ kennt. Ansonsten verbindet man mit ihm freilich die Serie „Die Straßen von San Francisco“, in der er mit dem jungen Michael Douglas auf Verbrecherjagd ging.



„Faustrecht der Großstadt“ bietet (nahezu) sämtliche Zutaten, die man von einem hochklassigen Noir erwarten darf und verdient sich aus diesem Grunde die Höchstwertung. 5 von 5 Punkten.

Ray Offline



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06.04.2016 21:44
#307 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

The Red House (USA 1947)

Regie: Delmer Daves

Darsteller: Edward G. Robinson, Lon McCallister, Allene Roberts, Judith Anderson, Julie London u.a.



Film Noir Nummer 54:


Meg, die als Adoptivtochter der Geschwister Pete und Ellen ein zurückgezogenes Leben führt, freut sich, als sie ihren Mitschüler Nath dazu überreden kann, ihrem körperlich beeinrächtigten Vater bei der Arbeit zu helfen. Alles läuft harmonisch ab, bis Meg und Nath trotz der Warnungen von Pete sich immer wieder in die Wälder begeben. Dort bzw. im dort gelegenen "Red House" scheint ein Geheimnis verborgen...

Legt man einen weiten Noir-Begriff zugrunde, so lässt sich "The Red House" durchaus unter diesen Terminus subsumieren. Statt urbaner Depression illustriert "The Red House" Abgründe auf dem vermeintlich idyllischen Lande. Statt Erwachsener stehen Heranwachsende im Vordergrund. Interessante Reizpunkte, dazu das über allen schwebende "mystische Geheimnis", das per definitionem die Neugier der Zuschauer weckt.

Dennoch überzeugt der Film nicht ganz. Zunächst ist der Film zu lang ausgefallen, bisweilen dreht der Film sich ein wenig im Kreis. Mitunter scheint auch die Melodramatik die Oberhand zu gewinnen. Im Übrigen ist Robinsons Darstellung an manchen Stellen (insbesondere im Finale) überzogen. Dieses "Over-Acting" hat der große Mime nicht nötig.

So bleibt letztlich ein interessanter Gang auf den Grenzlinien des Film Noir, (viel) mehr nicht.


Etwas zu lang und melodramatisch ausgefallenes Noir-Stück. 3 von 5 Punkten.

Ray Offline



Beiträge: 1.280

07.04.2016 22:29
#308 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Geheimring 99 (The Big Combo) (USA 1955)

Regie: Joseph H. Lewis

Darsteller: Cornel Wide, Richard Conte, Brian Donlevy u.a.



Film Noir Nummer 55:


Lieutenant Diamond jagt den Gangsterboss Brown, dessen Freundin sich unlängst das Leben nehmen wollte und für die Diamond tiefere Gefühle empfindet. Doch je offener er Brown enetgegentritt, umso größer gerät Diamond selbst in Gefahr...

"Geheimring 99" erweist sich als nahezu perfekte Symbiose aus Noir und Gnagsterfilm. Einerseits wäre da die herausragende Kamreaarbeit John Altons. Er liefert Noir-Impressionen par excellence, Bilder, die sich ganz ausgezeichnet als Standfotos eignen würden. Ob die Verfolgung von Browns Freundin zu Anfang oder der Showdown am Flughafen, es gibt so viele optische Leckerbissen in diesem Streifen, das man sie gar nicht alle aufzählen kann. Man muss sie selbst gesehen haben. Auf der anderen Seite sind die Elemente des Gangsterfilms hervorzuheben. Brown, dessen Motto "First is first, second is nothing" lautet, ist eine derart reizvolle Figur, das sie im Grunde den Film ganz allein zu tragen imstande ist. Porträtiert wird Brown von Richard Conte ("Gardenia", "Frankie und seine Spießgesellen", "Der Pate"), dem eine überragende Leistung zu attestieren ist. Aalglatt, eiskalt, herzlos, heimtückisch, selbstsicher. All jene Attribute bringt er dermaßen prägnant zur Anschauung, dass es einem mitunter kalt den Rücken hinunterläuft. Dabei macht er sich ähnlich wie Kinski bei Wallace seine liebliche Stimme zunutze, die im krassen Widerspruch zu seinem sonstigen Wesen steht. Die Folterszene wurde bereits in anderen Besprechungen erwähnt, noch schockierender scheint jedoch die Ermordung McClures, die er natürlich nicht selbst ausführt, aber seinem Opfer wenigstens noch das Hörgerät aus dem Ohr nimmt, damit es die Schüsse aus den Gewehren von Browns Handlanger nicht zu hören braucht. Ein netter Mensch...

Diese Aspekte machen "Geheimring 99" zu einem wahren Vergnügen, so dass nicht weiter ins Gewicht fällt, dass die Story - impulsiver Polizist jagt kaltblütigen Gangster - austauschbar ist und Cornel Wilde als Lieutenant Diamond neben dem schillernden Brown wenig Profil aufweist.


Symbiose aus Noir und Gangsterfilm mit großartiger Kameraarbeit und einem bitterbösen Richard Conte in der Rolle eines durchtriebenen Gangsterbosses. Wie schon bei "Gun Crazy" verdient sich Regisseur Lewis die Höchstwertung. 5/5 Punkten.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

08.04.2016 17:12
#309 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Meineid / The Long Memory UK 1953


Mal ein Britische Noir - ich persönlich muss ja sagen das ich einig diese Britischen Noir Dramen
mit sozialkritischem oder Politischem Anstrich sehr sehr gelungen finde,
inklisive dem von Ray hier eher abgestraften "Odd Man Out" - oder "Eight O'Clock Walk" 1954 oder ganz Toll
"Tiger Bay" 1959 oder "The October Man" (Jim Ackland unter Mordverdacht 1947) oder selbst der oft verschmäte
"Vicious Circle" (Interpol ruft Berlin (1957)) die letzten 3 mit John Mills in der Hauptrolle.

Andere hingegen.. Hoch gelobt wollten sie bei mir gar nicht zünden allen voran Joseph Loseys "Spur Führt ins Nichts"
(The Criminal 1960) , Brighton Rock 1947 oder der auf der Noir.de Seite gelobte
"Flucht vor Scotland Yard" (It Always Rains On Sunday 1947)

Heute also "Meineid" Produziert von J. Arthur Rank Organisation und durchaus Prominent besetzt



OT : The Long Memory
Regie : Robert Hammer
Cast : John Mills, John McCallum, Elizabeth Sellars, Eva Bergh, Geoffrey Keen
Michael Martin Harvey, John Chandos, John Slater, Thora Hird, Vida Hope, Harold Lang
Mary Mackenzie


Ein Mann (John Mills) kommt am Londoner Bahnhof an - er wirkt unsicher und nervös. Ein Anderer folgt ihm als
er sich auf den Weg macht sein Ziel ist ein verrotetes Wrack an der Themse - hier Gedenkt er sich für
eine Weile niederzulassen.
Gegen sein willen drängt sich ein alte Müllsammler als Freund auf. Im Wrak überkommen Philip Davidson nun
Erinnerungen - 12 Jahre ist es her.

Eigentlich wollte er nur um die Hand seiner Freundin anhalten,
Tochter eines Schlepperkapitäns der Verbrechern die
Flucht aus England ermöglicht. Doch das Timing war schlecht der Kapitän erwartet Kundschaft und es kommt zum Streit in
Folge dessen eine Leiche und ein Brennendes Schiff zurück bleiben. Verurteilt für einen Mord den er nicht
begangen hat durch Falschaussagen aller beteiligten die sich selbst und ihre Familie schützen landet Davidson im
Gefängnis, doch er hat nicht vergessen.

Und er scheint nicht der einzige zu sein. Nach seiner Vorzeitigen Entlassung liegen die Nerven seiner
Ex Freundin und inzwischen Gattin eins Polizisten (Elizabeth Sellars) blank und auch für die Presse ist der Fall
noch nicht abgeschlossen.




Düster kommt dieser Film daher - tragisch und das für beinahe jede Figur - Davidson hat 12 verloren
doch seine Rückkehr droht mehrer Existenzen zu vernichten.
Und dabei ist es nur die Furcht das schlechte Gewissen in allen die
die Ereignisse ins Rollen bringen und im Weiteren Verlauf für einen weiteren Toten sorgen - aber auch für einen
kleinen Funken Hoffnung. Denn und das ist das erstaunliche alle diese irgendwo gebrochenen Figuren haben
etwas menschliches bewahrt.



John Mills ist dabei wieder einmal die Idealbesetzung für den Unsicheren aber Andereseits
entschlossenen und Verzweifelten Mann.
Auch Elizabeth Sellars schafft es das man mitleid mit ihr hat obwohl Mann ihren Charakter eigentlich hassen müsste,
schön auch der Kontrast der beide Journalisten, der eine der Skrupel hat und von seinem Chef abgezogen wird der,
andere der für eine Story riskiert, das unschuldige zu Schaden kommen.
Besonders hervorheben möchte ich noch John Slater der in seinen wenigen Szenen doch einen
sehr bleibenden Eindruck hinterlässt. Eva Berghs Charakter kommt sehr Naiv herüber sie wirkt zu Anfang überzogen
und doch ist da mehr was einem aber erst im laufe des Films bewusst wird.

Sauber Inszeniert schön Stimmungsvoll und ein wunderbarer Kontrast die Familienidylle
gegen die Kneipen und Verrottete Schiff.

Insgesamt kann ich nur Sagen Top Film - britisch unspektakulär und gerade deshalb sehr real sehr dreckig und realistisch

5 von 5 Punkten - und auch ein Film bei dem es schön wäre, würde mal eine deutsche DVD auftauchen

Happiness IS the road ! (Marillion)

Ray Offline



Beiträge: 1.280

10.04.2016 22:07
#310 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Todsünde (Leave Her To Heaven) (USA 1945)

Regie: John M. Stahl

Darsteller: Gene Tierney, Cornel Wilde, Vincent Price u.a.



Film Noir Nummer 56:


Der Schriftsteller Richard Harland lernt bei einem Aufenthalt in New Mexico die schöne Ellen kennen und ist sofort fasziniert von ihr. Ellen geht es genauso, sie löst ihre Verlobung zu einem angesehenen Staatsanwalt und die beiden heiraten. Doch bald stellt sich heraus, dass Ellen krankhaft eifersüchtig ist und ihr jedes Mittel recht ist, um mit ihrem Ehemann allein zu sein...

Noir in Farbe, Wüste, Anflug von Kitsch – „Desert Fury“ lässt grüßen. Doch der Eindruck der ersten Minuten täuscht. Die Exposition fällt zwar recht lang aus – was wiederum mit einer überdurchschnittlichen Lauflänge korrespondiert und daher in Ordnung geht –, trotzdem kann von Längen keine Rede sein. Spätestens bei der nicht abgesprochenen Auflösung ihrer Verlobung inklusive Verkündung der Ehe mit Richard merkt der Zuschauer zudem, dass etwas mit Tierneys Figur nicht stimmt und das sich noir-typische Konflikte auftun könnten. Neugier wird ergo geweckt. Dennoch erahnt man nicht, wozu sie imstande sein wird...

Gene Tierney dürfte mit der Figur der Ellen als eines der fiesesten „Frauenzimmer“ in die Filmgeschichte eingehen. So wundervoll sie aussieht, ihr Wesen ist das genaue Gegenteil. Mit jeder Handlung wird man fassungsloser ob dessen, was man da mitansehen muss. Ein absolut schockierendes und mitreißendes Werk, welches in der packenden Gerichtsszene seinen Höhepunkt findet. Dort trumpft der vorher nur kurz aufgetretene Vincent Price als Tierneys Ex-Verlobter und verantwortlicher Staatsanwalt ganz groß auf.

Angesichts der vielen sehenswerten Landschaftsaufnahmen erscheint es rückblickend zudem sinnvoll, dass „Todsünde“ in Farbe gedreht wurde. Die Wüste New Mexicos, der See in Maine, all diese Schauplätze hätten in Schwarzweiß wohl nicht so beeindruckend gewirkt.


Dank einer mitreißenden Story und einer famosen Gene Tierney räumt „Todsünde“ 5 von 5 Punkten ab.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

11.04.2016 19:00
#311 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Wir bleiben ein wenig in England - Das es dazu kam erst einmal ein Danke an die neue gut
gelungene DVD zu "Duell am Steuer" ersparte mir einen Import

Duell Am Steuer ( Hell Drivers ) 1957

Regie : Cy Endfied
Cast : Stanley Baker, Peggy Cummins, Patrick McGoohan, Herbert Lom, William Hartnell, Wilfrid Lawson
Sid James, Jill Ireland, Alfie Bass, Gordon Jackson, David McCallum, Sean Connery



Inhalt :
Tom Yately (Stanley Baker) , frisch aus dem Gefängnis entlassen, bewirbt sich um den Job als LKW Fahrer
bei einer etwas dubiosen Firma - Gefahren wird Schotter der Zeitdruck verlang ständig am Limit zu fahren.
Trotz solcher Kleinigkeiten wie fehlerhaften Bremsen und eher zögerlicher Fahrweise übersteht Tom das Testfahren.
Unter seinen neuen Kollegen - Unteranderem Sean Connery und Herbert Lom! herrscht einer Klare Rangordnung.

Der absolute Chef im Ring ist Redman ( Patrick McGoohan) genannt Red, der auch gleichzeitig eine art Vorarbeiter ist.
Unter den Fahrern besteht ein ewiger Wettbewerb mehr Fahrten zu schaffen als Red - dem Sieger winkt ein Goldenes Etui,
dass immerhin stolze 250 Pfund bringt. Red allerdings denkt nicht im Traum daran fair zu spielen einen
Fahrer Kostete der versucht bereits das Leben ein Bekannter Toms- und dessen Posten hat er nun eingenommen.

Außerdem verdreht Sekretärin Lucy (Peggy Cummins) den Männer den Kopf - doch meint sie es erst,
oder ist sie nur darauf aus die Ungehobelten Fahrer gegeneinander aufzuhetzen ?


Kommentar :
Viel Prominenz die zum Drehzeitpunkt noch keine war - Für Stanley Baker die erste Hauptrolle meistert er seinen
Tom Yately der sicher kein einfacher Charakter hat ausgezeichnet - Tom hat Ecken und kanten ist unbeherrscht und
Leichtsinnig - aber er hat etwas was für ihn spricht er hat Rückrad er beugt sich nicht bleibt unbestechlich.
Baker begegnete mir bereits in "Die Spur führt ins Nichts" wo er mir allerdings viel zu aufgesetzt Cool rüber kam.

Sein Gegenspieler gibt schön Abstossend der späterer Colombo Bösewicht und Regisseur Patrick McGoohan - von der
Späteren Intellektuellen Arroganz seiner Charaktäre ist hier nix zu seen Red ist Brutal , verschlagen und
abstoßend und das bringt McGoohan auf den Punkt rüber.

Als fast schon Väterlicher Freund und selbst Aussenseiter weil Italiener tritt Herbert Lom auf - er kommt sehr
sympatisch rüber, meint man zuerst es ist ein wenig zu viel Klischee so bemerkt man spätetsten kurz vor ende des
Films das Gino Rossi
durchaus weiss wie er auf andere wirkt und welche Chancen er sich selbst einräumt.

Bereits einen Namen hatte Peggy Cummins - umwerfend in "Gefährliche Leidenschaft" 1950 (Gun Crazy) hier deutlich
gealtert mit Kürzerern Haaren aber immernoch in der Lage die Männer verrückt zu machen - es bleibt lange
schwer zu sagen wo genau Lucy steht.
Sean Connery bekommt wenig Platz zum entfalten fügt sich aber in ein gutes Gesamtbild ein.


Cy Endfied inszeniert für das tema überraschend langsam aber nicht unspannend - die Fahr Szenen sind intensiv
und Rau und er versteht es Gut die Charaktäre und Stimmungen einzufangen - vieles wirkt sehr direkt ,
Dokumentarisch - einzig was auffällt und mich ein wenig gestört hat ist das arg schnelle
Ende ... Konfrontation, Unfall, Ende - Hintergründe, irgendwas, dass andeuten würde wie es weiter geht Fehlanzeige.
Auch einige Dinge im Abläufe und Zusammenhänge bleiben nur angedeutet und laufen letztenedes ins Leere.

Was aber bleibt ist ein über immerhin 103 Minuten Läge Packendes Englisches Drama mit mit einem guten Schuss
Trost und Hoffnungslosigkeit

Die DVD ist gut gelungen - Daumen Hoch für Pidax gerne mehr aus der Ecke da gibt es noch ein paar Schätze

4 von 5 von mir

Happiness IS the road ! (Marillion)

Ray Offline



Beiträge: 1.280

12.04.2016 22:28
#312 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Pitfall (USA 1948)

Regie: André de Toth

Darsteller: Dick Powell, Lizabeth Scott, Raymond Burr u.a.



Film Noir Nummer 57:


Der verheiratete Versicherungsagent John Forbes, von der alltäglichen Routine ermüdet, wird urplötzlich aus eben jener herausgezogen. Ein Fall führt ihn zur schönen Sue, von der er Wertsachen ihres Lebensgefährten, der die Versicherung um 10.000 Dollar betrogen hat, auftreiben soll, die dieser ihr geschenkt hat. Die beiden kommen sich näher. Problem: Kollege Mack, der den Fall zuerst bearbeitet hatte, ist ebenfalls hinter ihr her und hetzt Sues Lebensgefährten (Bill) – frisch aus der Haft entlassen – auf John...

Hierzulande ist „Pitfall“ weder im Kino gelaufen noch jemals im TV ausgestrahlt worden. Durchaus zu Unrecht. Denn hinter seiner braven Maske liefert der Film durchaus kritische Untertöne. Eines Abends erklärt John seinem Sohn, nachdem dieser schreckliche Alpträume hatte, dass das Gedächtnis wie eine Kamera funktioniere. Bei schönen Bildern im Gedächtnis bekomme man schöne Träume. Doch was ist, wenn man einen Traum zu verwirklichen beabsichtigt und dieser zum Alptraum wird? Diese Frage muss sich John Forbes im Laufe des Films stellen. Abgesehen von der ungeliebten Alltagsroutine liebt er seine Frau und seinen Sohn. Ist Sue es wert, dies ales aufs Spiel zu setzen, zumal Sue selbst sagt, dass sie nicht gegen eine Ehefrau samt Sohnemann ankämpfen will?

Der Reiz an „Pitfall“ ergibt sich aus der Viereckskonstellation Sue-John-Mack-Bill, die viele mögliche Verwicklungen und Endoptionen bereithält. Die Inszenierung ist jedoch allenfalls durchschnittlich und das Ende – dem Erscheinungsjahr geschuldet – nicht so richtig überzeugend. Die Darsteller in den Schlüsselrollen, also insbesondere Dick Powell als John Forbes und Lizabeth Scott in der Rolle der Sue liefern gute Leistungen ab. Das Gleiche kann man über Raymond Burr sagen, der quasi als „homme fatale“ fungiert – in Ermangelung einer entsprechenden weiblichen Figur, denn Lizabeth Scott ist – anders als man zunächst vermuten könnte – nicht die Triebfeder des Bösen, sondern eher ein Opfer ihrer Schönheit, die von vielen (männlichen) Seiten Begehrlichkeiten weckt.


„Pitfall“ bietet eine interessante Viereckskonstellation und gute Darsteller in den tragenden Rollen. Ein nicht gänzlich überzeugendes Ende führt allerdings zu einem Punktabzug. 4/5 Punkten.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

12.04.2016 22:45
#313 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Finde ich Stark das du gerade diesen Noir wieder hervorkramst war er doch mit Zündfeder für meine Rückkehr ins Forum



Im März nach nem Aushang Motiv aus Pitfall gezeichnet und auf Facebook gestellt - dort schrieb mich dann
ein Bekannter hier aus dem Forum an...


Zum Film selbst - ist ne ganze weile her bei mir , schlecht hatte ich in nicht in Erinnerung -
Ich hab leider nur die Synergy DVD - ast du eine Neuere Veröffentlichung ? wenn ja taugt die was oder ist das der gleiche Murks ?

Happiness IS the road ! (Marillion)

Ray Offline



Beiträge: 1.280

12.04.2016 22:54
#314 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Das ist natürlich echt ein schöner Zufall. Tolle Zeichnung! Habe den Film leider lediglich auf youtube gesehen. Ab und zu findet man da hierzulande unveröffentlichte Perlen... Auf der englischen Seite von wikipedia steht was von einer US-VÖ vom letzten November auf Blu-Ray und DVD. Aber die dürfte ja dann den falschen Regionalcode haben...

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

12.04.2016 23:01
#315 RE: Sammelthread "Film Noir" Zitat · Antworten

Ich besitze extra 2 Blue Ray Player... weil mir das Umstellen zu doof ist - Die einzigen die er nicht mag,
sind die von Olive Films- warum auch immer

Und Danke ;-) Naja die Gesichter sind nicht wirklich zu erkenne aber denke die Stimmung hab ich ganz gut getroffen
Mein Bildchen hier Im Forum zur zeit ist auch selbst gezeichnet und stamm aus "In A Lonely Place" ( Gloria Grahame )

Und naja ich gehöre zu den Leuten die sich Tausende DVD und Blue Rays anschaffen - da hat man dann wenigstens noch was in der Hand ;-)

Happiness IS the road ! (Marillion)

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