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Dieses Thema hat 181 Antworten
und wurde 13.995 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
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Peter Offline




Beiträge: 2.832

11.08.2014 09:10
#136 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

Volle Zustimmung, "Die Vögel" ist sogar im genialen Hitchcock-Oevre noch ein spürbar herausragendes Werk. Der Meister war in der Phase von "Vertigo" über "Der unsichtbare Dritte" und "Psycho" bis zu "Die Vögel" im Zenit seines Schaffens. Herrlich...

patrick Online




Beiträge: 3.085

14.08.2014 00:13
#137 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten






Deutscher Titel Ich beichte,
auch: Zum Schweigen verurteilt,
auch: Ich gestehe
Originaltitel I Confess
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Alfred Hitchcock
Drehbuch Paul Anthelme,
George Tabori,
William Archibald
Produktion Alfred Hitchcock
für Warner Bros.
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Robert Burks
Schnitt Rudi Fehr
Besetzung
Montgomery Clift: Vater Michael W. Logan,Anne Baxter: Ruth Grandfort,Karl Malden: Inspector Larrue,Brian Aherne: Willy Robertson,Dolly Haas: Alma Keller,O. E. Hasse: Otto Keller,

Achtung Spoiler!

Dieser Film kommt recht rasch zur Sache.Wir sehen in düsterer Schwarzweissatmosphäre eine Leiche in einem Haus liegen und den offensichtlichen Mörder im Priestergewand durch die Gassen schleichen.Dieser, verkörpert von O.E.Hasse, begibt sich sogleich in´s Pfarrhaus, um seine Untat zu beichten. Es handelt sich um den Hausmeister der Kirche,den deutschen Otto Keller.Der Mord wurde aus Geldnot begangen. Der, an das Beichtgeheimnis gebundene, Priester wird von Montgomery Clift verkörpert.
Schnell fällt der Verdacht auf Vater Logan(Clift), der sich am nächsten Morgen zum Ort des Verbrechens begibt, und sehr rasch die Aufmerksamkeit des ermittelnden Inspector Larrue erweckt.
Erschwerend kommt Logans Freundschaft mit der verheirateten Ruth Grandfort hinzu, mit der er vor deren Ehe eine Beziehung unterhielt. War doch der ermordete Rechtsanwalt Villette ein zwielichtiger und niederträchtiger Charakter, der Mrs.Grandfort in Zusammenhang mit deren Beziehung zum Priester Logan, erpresste. Damit fallen sämtliche Verdachtsmomente zusammen, die den Priester schwer belasten und schiesslich einen Prozeß zur Folge haben, dessen Verdikt, wider erwarten, ein Freispruch ,mangels ausreichender Beweise, ist.
Allerdings ist der Ruf Logans hoffnungslos zerstört und er wird von der Menge heftig angefeindet.
Nachdem Alma, die Gattin des Mörders, dies nicht mehr mit ansehen kann und gegen ihren Mann aussagen will, wird sie von diesem kurzerhand erschossen, worauf ein Showdown folgt.
Die Handlung ist spannend und kurzweilig, wenn auch recht unwahrscheinlich.
Warum unternimmt Vater Logan rein gar nichts, um die Wahrheit an´s Licht zu bringen? Zwar ist er an das Beichtgeheimnis gebunden, doch hätte er das Gespräch mit Keller´s Frau suchen können, welche offensichtlich Bescheid wusste und deren schlechtes Gewissen ihr anzusehen ist. Auch hätte er der Polizei sein Dilemma mit dem Beichtgeheimnis "stecken" können, ohne direk etwas zu verraten. Er hätte subtile Fingerzeige geben können, in welche Richtung Larrue seine Ermittlungen konzentrieren sollte. Außerdem outet sich Keller als skrupelloser Verbrecher, der Logan durch eine Falschaussage vor Gericht in hinterhältigster Weise schwerstens belastet. Auch sagt er unter vier Augen zu diesem (Bitte um Nachsicht, wen ich mich auf´s Original beziehe):" I don´t get afraid so easily, after what I´ve done". Wäre es nicht die Pflicht des Priesters gewesen, die Gesellschaft vor solch einem Subjekt zu schützen, zumal Kellers Charakter entsprechend, wohl weitere Verbrechen zu erwarten gewesen wären. Warum beichtet Keller ausgrechnet bei Logan und nicht einem, ihm fremden, Priester?
Logan nimmt die Rolle des unschuldig verfolgten an. Die Parallele zu Christus wird in einer Szene unterstrichen, in der im Vordergrund durch Statuen der Kreuzgang, unter anwesenden römischen Peinigern, dargestellt ist.
O.E Hasse darf hier den, dem Zeitgeist entsprechenden, bösen Deutschen machen. Sein stechender Blick erinnert doch sehr an Mephisto, den er auch tatsächlich mal gespielt hat. Da ich nur die Originalversion dieses Streifens kenne, ist mir aufgefallen, dass er hier offensichtlich selbst, mit deutschem Akzent, englisch spricht.
Auch fällt auf, das der Film, obwohl er in Quebec angesiedelt ist, sämtliche Moralvorstellungen des "untadeligen Amerika" der 50er Jahre bedient. Ein ehrvoller Priester, der sein Beichtgeheimnis,unter Gefährdung von Leben und Karriere, um jeden Preis wahrt, eine Beziehung zu einer Frau, die bereits vor deren Eheschließung beendet wurde, ein rechtschaffener Mann, der vor der Priesterweihe für sein Land gedient hat. Tadellose, fast kitschige, Ritterlichkeit in jeder Hinsicht.
Trotz der vorangegangenen kritischen Bemerkungen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass für mich der Filmgenuss in erster Linie duch Spannung und Unterhaltungswert begründet wird.Die Story wirkt zwar recht konstruiert, dennoch kann sie letzteres bieten.
Weiters will ich noch den, zwei Jahrzehnte später als Lieutenant Mike Stone bekannt gewordenen, Karl Malden als Inspector Larrue erwähnen. Spielt er diese Rolle doch sehr scharfsinnig und engagiert. Auch sonst ist an der Besetzung nichts auszusetzen. Die Inszenierung ist, wie bei Hitchcock üblich, sehr sorgfältig.

Somit vergebe ich hier 4 von 5 Punkten.

Wallace_Fan89 Offline



Beiträge: 97

14.08.2014 21:37
#138 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

Uhhhhh sogar ein Hitchcock-Thread. Mein Filmherz macht Freudensprünge.

Meine 3 Lieblingsfilme sind:
Die Vögel, Marnie und Rebecca.
Ab und an, zieh ich mir aber auch die Psycho-Filme gerne rein, sowie Vertigo und Frenzy.

Ich liebe die Art und Weise wie Hitchcock inszeniert. Manche seiner Filme, hätten von mir aus sehr gerne noch ein halbes Stündchen länger gehen können. Beispielsweise Marnie. Ich liebe die Thematik dieses Films und dann noch zwei meiner Lieblings-Schauspieler obendrein. Tippi Hedren und Sean Connery passen da sehr gut rein. Aber so gut ich den Film finde, so fehlen mir paar Schlüsselszenen zwischendrin. Da sind hier und da paar Dinge, die mir zu schnell aufgelöst wurden und ihren Weg zu einfach fanden. Man kann aber nicht alles haben.
Die Vögel...tja da gibt's nicht all zu viel zu sagen. Rundum klasse und vor allem für mich am Genialsten, dass dieser Film es ohne jegliche Musikalische Unterstützung versteht aufzutrumpfen.

Ohne weiter ins Detail zu gehen, kann ich nur sagen, dass Hitchcock wirklich ein Meister seines Faches war.

"Der Hexer in London, das soll ihm mal einer nachmachen. Der Hexer wieder in London..." [grin]

Cora Ann Milton Offline




Beiträge: 5.110

14.08.2014 22:43
#139 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

Achtung Spoiler!

Zitat von patrick ebner im Beitrag #137

O.E Hasse darf hier den, dem Zeitgeist entsprechenden, bösen Deutschen machen. Sein stechender Blick erinnert doch sehr an Mephisto, den er auch tatsächlich mal gespielt hat.


Ganz so einfach ist es nicht.

Zu Beginn des Films ist Otto Keller ein zutiefst verzweifelter Mann, ein Getriebener und Gehetzter. Als er von Monsiseur Vilette beim Diebstahl überrascht wird, ist es eigentlich eher ein Totschlag denn ein Mord den er begeht, denn Keller hatte gewiss nicht von vornherein die Absicht, den Mann zu töten.

"I have abused your kindness. You who gave my wife and me a home - even friendship, so wonderful a thing for a refugee, a German, a man without a home." wendet Keller sich verzweifelt an Logan.

Am ergreifendsten ist jedoch die Szene, in der sich Otto Keller an seine geliebte Frau Alma (natürlich ein Querverweis auf Hitchcocks Gattin Alma Reville, ohne die - wie der Meister niemals müde wurde zu erklären - er niemals das erreicht hätte, was er geschaffen hat) klammert und schluchzend erklärt, er könne es nicht ertragen, wie schwer sie arbeiten müsse, deshalb habe er den Diebstahl begangen, aber nun würden sie kommen und ihn holen, ihn hängen.
Erst am Ende dieser Szene erklärt Keller mit einem wirklich diabolischen Blick, dass Logan ihn aufgrund des Beichtgeheimnisses niemals der Polizei ausliefern könne. Später als Keller die Soutane, die er während des Totschlags getragen hat, in Pater Logans Zimmer versteckt und ihn vor Gericht mit einer Falschaussage belastet, wandelt er sich natürlich eindeutig zum Bösen, was am Ende nahezu folgerichtig in dem Mord an seiner Frau Alma gipfelt.

Ich finde auch das finale Duell mit Logan bewegend, als Keller mit brechender Stimme nach seiner Alma fragt und am Ende in den Armen des Priesters sein Leben aushaucht.
Das hat nichts mit dem Klischeebild des "bösen Deutschen" zu tun.

Dass Michael Logan lieber das Beichtgeheimnis wahrt (für jemanden, der so streng katholisch erzogen wurde wie Alfred Hitchcock ist das natürlich von großer Faszination), als den Täter auszuliefern, hat sicherlich nicht nur mit seinem starken, tief verinnerlichten Glauben zu tun sondern auch mit einem Schuldgefühl.
Otto Keller hat im Grunde einen Mord für Michael Logan begangen. Denn durch diese Tat werden dieser und vor allem Ruth Grandfort von einem Erpresser befreit.

Womit wir bei der angeblich so einwandfreien Moral wären: Logan und Ruth haben, als diese bereits verheiratet war, eine Nacht mit einander verbracht, wurden von Vilette am nächsten Morgen überrascht und gaben ihm damit einen Erpressungsgrund.
Dass eine Frau nicht nur einen Ehebruch begeht, sondern dies überdies mit einem angehenden Priester, den sie auch dann immer noch liebt als er die Weihe empfangen hat und darüber hinaus erklärt, dass sie ihren Ehemann niemals geliebt hat, all das ist moralisch wohl nicht so ganz untadelig - noch dazu im Jahre 1953.
Vielmehr könnte man sagen, Hitchcocks Figuren sind häufig moralisch nicht einwandfrei, gerade das macht sie so interessant und führt wenn schon nicht in ihr Verderben so doch zu höchst dramatischen Situationen.

Ein interessanter Aspekt ist hingegen in der Tat der von Karl Malden vorzüglich dargestellte Inspektor Larrue, denn bei ihm handelt es sich um einen der wenigen ernsthaften und intelligenten Polizisten im Œuvre von Alfred Hitchcock.

patrick Online




Beiträge: 3.085

15.08.2014 10:12
#140 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

Liebe @Cora Ann Milton: Ich sehe Keller in diesem Streifen nicht als eindimendional böse dargestellt.Natürlich fühlt er zu Beginn Reue für seine Untat und ist in grosser Sorge um seine Gattin. Trotzdem zeigt er wenig Skrupel bei der Verfolgung seiner Interessen und belastet Logan durch seine Falschaussage und das Unterschieben des, zur Tatzeit getragenen, Pristergewands auf niederträchtigste Weise.Er ist also dazu fähig,dem Mann, dem er soviel zu Verdanken hat,so übel zuzusetzen. Nicht genug damit ist er auch noch fähig, seine geliebte Frau zu ermorden. Diese Charakterzeichnung hat aus meiner Sicht einen sehr deutlichen Überhang zum Bösen, auch wenn er zwischendrin ergreifende Momente hat. Das interessante an Hitchcocks Filmen ist ja die etwas differenziertere und nicht allzu eindimensionale Darstellung der Protagonisten.Schliesslich sind wir alle ein bisschen gut, wie wir auch ein bisschen böse sind. Das ist aus dem wahren Leben gegriffen. Ich denke aber, dass wohl die wenigsten "Normalbürger" zu dem, oben angeführten, Verhalten Kellers fähig wären.Gerade solche Rollen wurde damals gerne mit Deutschen besetzt.
Was Logans Schuldgefühle betrifft, gebe ich dir selbstverständlich Recht.War der Mord an Vilette ja eigentlich ganz praktisch. Allerdings geht aus der Handlung nicht hervor, dass Logan und Ruth tatsächlich Ehebruch begingen. Logan sagt ja vor Gericht: I saw nothing wrong in beeig caught in a storm und:Villette made insinuating remarks, womit suggeriert wird, dass kein wirklicher Ehebruch stattfand. Abgesehen davon war Logan zu dieser Zeit noch nicht Priester und wusste auch nicht, dass Ruth verheiratet war.Ihm ist also moralisch nichts vorzuwerfen. Anders verhält es sich mit Ruth, wo ich dir wieder Recht gebe.

patrick Online




Beiträge: 3.085

15.08.2014 10:29
#141 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

Zitat von Wallace_Fan89 im Beitrag #138
Uhhhhh sogar ein Hitchcock-Thread. Mein Filmherz macht Freudensprünge.





@Wallace_Fan89
Nicht nur das. Ab Sonntag, 12 Uhr, startet hier im Forum ein "Rette deinen Lieblings Hitch Spiel". Du bist herzlich eingelanden, mitzumachen.

Ihr habt mich auch wieder neugierig auf Marnie gemacht. Der Film hat mir nicht so gefallen, allerdings muss ich gestehen, dass die Sichtung sehr lange her ist. Wird bei meiner nächsten DVD-Bestellung dabei sein.

Wallace_Fan89 Offline



Beiträge: 97

15.08.2014 15:25
#142 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

[/quote]
@Wallace_Fan89
Nicht nur das. Ab Sonntag, 12 Uhr, startet hier im Forum ein "Rette deinen Lieblings Hitch Spiel". Du bist herzlich eingelanden, mitzumachen.

Ihr habt mich auch wieder neugierig auf Marnie gemacht. Der Film hat mir nicht so gefallen, allerdings muss ich gestehen, dass die Sichtung sehr lange her ist. Wird bei meiner nächsten DVD-Bestellung dabei sein.
[/quote]

Danke, das ist gut zu wissen. Hauptsache es geht da nicht um Schnelligkeit. Da seh ich dann schwarz für mich.^^

Ich habe Marnie mal als 12-jährige gesehen und war auch nicht hundertprozentig zufrieden. Eher im Gegenteil. Doch das hat sich dermaßen geändert. Vor zwei Jahren mal abends kam der Film im TV und da hab ich den auf einmal mit ganz anderen Augen gesehen. Heute wäre der aus meiner Sammlung nicht wegzudenken. Der wird oft geschaut. Trotzdem bleibt da für mich immer der Kritikpunkt, dass ich die ein, oder andere Szene gerne etwas ausführlicher gehabt hätte.
Als Mark z.B. hinter Marnies Geheimnis kommen will, geht mir die Lösung über ein Telefonat mit seinem Detektiv und dem Gespräch über Marnies Mutter etwas zu fix. Ebenso die Szene, als sie das Geld aus dem Tresor geklaut hatte und wie schnell Mark auf einmal wusste, wer sie wirklich ist, wo sie gerade ist und wie sie wirklich heißt etc. So bekommt man das alles nur aus Gesprächen mit, die darauffolgend geführt werden.
Trotzdem sooooo ein toller Film. DVD kaufen lohnt sich meiner Meinung nach, auf jeden Fall.

"Der Hexer in London, das soll ihm mal einer nachmachen. Der Hexer wieder in London..." [grin]

Miki Dorn Offline




Beiträge: 23

15.08.2014 16:08
#143 RE: Vertigo auf DVD Zitat · Antworten

Es gibt keine besser Schauspieler und Schauspielerin, wie James Stewart und Kim Novak. Doch was mir bei Vertigo gut gefällt, ist auch die Musik. Die darf man einfach nicht vergessen. Bernard Hermmann hat Musikgeschichte geschriebenm die soga mir

Miki Dorn Offline




Beiträge: 23

15.08.2014 16:15
#144 RE: Die Sammel Zitat · Antworten

Ich bin der Meinung, das man sich die Hitchcock Filme mehrmals ansehen sollte. Man entdeckt dann immer wieder neue Details an den Filmen.

patrick Online




Beiträge: 3.085

15.08.2014 23:06
#145 RE: Die Sammel Zitat · Antworten

Zitat von Miki Dorn im Beitrag #144
Ich bin der Meinung, das man sich die Hitchcock Filme mehrmals ansehen sollte. Man entdeckt dann immer wieder neue Details an den Filmen.



Stimmt. Allerdings ist das mit dem mehrmals ansehen immer auch eine Zeitfrage.

patrick Online




Beiträge: 3.085

15.08.2014 23:09
#146 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

Zitat von Wallace_Fan89 im Beitrag #142





Danke, das ist gut zu wissen. Hauptsache es geht da nicht um Schnelligkeit. Da seh ich dann schwarz für mich.^^




Du hast 12 Stunden Zeit für jedes Votum. Das lässt sich einrichten. Schnell gehen muss es erst gegen Schluss, wenn wir mehr Mitspieler als Filme haben.

patrick Online




Beiträge: 3.085

16.08.2014 10:02
#147 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten



Deutscher Titel Der unsichtbare Dritte
Originaltitel North by Northwest
North by Northwest movie trailer screenshot (38).jpg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 131 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Alfred Hitchcock
Drehbuch Ernest Lehman
Produktion Herbert Coleman, Alfred Hitchcock
für Metro-Goldwyn-Mayer
Musik Bernard Herrmann
Kamera Robert Burks
Schnitt George Tomasini
Besetzung
Cary Grant: Roger O. Thornhill,Eva Marie Saint: Eve Kendall,James Mason: Phillip Vandamm,Jessie Royce Landis: Clara Thornhill,Leo G. Carroll: der Professor,Josephine Hutchinson: Mrs. Townsend,Philip Ober: Lester Townsend,Martin Landau: Leonard,Edward Platt: Rechtsanwalt,Robert Ellenstein: Licht,Les Tremayne: Auktionator,Edward Binns: Captain Junket
Der Mount Rushmore als Schauplatz für den Höhepunkt des Films. Hitchcock garnierte seine Filmhöhepunkte gerne mit Monumenten oder Wahrzeichen.

Achtung Spoiler!

Der Werbefachmann Roger Thornhill ist nicht gerade vom Glück verfolgt. Steht er,während einer Geschäftsbesprechung in seinem Hotel, doch just in jenem Moment auf, als ein gewisser George Kaplan aufgerufen wird. Kurzerhand wird er unter Waffengewalt aus dem Hotel entführt und an einen luxuriösen Wohnsitz verfrachtet, wo er einen Unbekannten, dargestellt von James Mason, trifft.Dieser macht ihm deutlich , dass für ihn kein Zweifel daran besteht, Thornhill wäre der, ihm jedoch völlig unbekannte, Kaplan. Weiters wird er aufgefordert, zu kooperieren, wobei Thornhill keine Ahnung hat, worum es eigentlich geht. Die Dialoge sind dabei sehr unterhaltsam gestaltet. Mason: "Are you willing to cooperate? Give me a simple yes, or a simple no". Darauf Cary Grant: "A simple no, for the simple reason, I simply don`t know,what you are talking about. Ich liebe solche Wortspiele.
Danach "trinkt" Thornhill unfreiwillig eine Flasche Bourbon und wird im Dunkeln der Nacht an´s Steuer eines Wagens gesetzt, der in Richtung Klippen bewegt wird. Thornhill gelingt es allerdings, sich zu sammeln, und er zeigt, trotz "höchstprozentiger Beeinträchtigung", bemerkenswertes fahrerisches Geschick. Schließlich wird er in einen Unfall mit einem Polizeiwagen verwickelt und in Folge als "drunk driver" an den Posten gebracht, wo er zu einem Alkoholtest aufgefordert wird.(Zum Glück gab´s Anno 1959 noch keine Schnelltester.)
Die komödiantische Note dieses Handlungsstrangs möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Im weiteren Verlauf wird Thornhills Geschichte von der Polizei überprüft und der luxuriöse Wohnsitz , wohin er entführt wurde, stellt sich auf einmal ganz anders dar, als vorher.Auch wird er dort von Helfershelfern der Kriminellen weiter belastet. Mit Hilfe seiner Mutter, macht er sich schließlich auf die Suche nach dem mysteriösen Mr.Kaplan, dessen Spuren zwar überall zu sein scheinen, den jedoch niemand persönlich kennt. Als in diesem Zusammenhang ein gewisser Mr.Townsend,der eigentliche Besitzer der obengenannten Villa, getötet wird, gerät Thornhill auch noch unter Mordverdacht.
Ebenfalls recht witzig,Grant im vorangegangenen Gespräch mit Townsend:"You are Mr.Townsend? Then, who are the people,living in your house?
Auf der Flucht wird er in ein Katz und Maus-Spiel verwickelt und lernt die, im zugeneigte, Eve Kendall kennen und lieben. Es stellt sich jedoch heraus, das diese eine Agentin ist und Mr.Kaplan eine fiktive Figur , die vom CIA nur erfunden wurde, um die Gangster von Eve abzulenken.Bei den Bösewichtern handelt es sich um Spione. Von nun an spielt Thornhill das Agentenspiel bewusst mit und gerät am Schluss in ein hervorragendes und beeindruckendes Finale am Mount Rushmore.
Dieser Streifen ist äußerst unterhaltsam und abenteuerlich inszeniert und Cary Grant die ideale Besetzung dafür. Versteht er es doch, wie kein Zweiter, die komischen und ernsthaften Noten perfekt auszubalancieren. Auch meistert er jede Situation mit Intelligenz,Charme und Humor. Hingewiesen sei auf einige legendären Komödien, allen voran "Arsen und Spitzenhäubchen" .Nichtsdestotrotz stellt er auch ernste Rollen sehr glaubhaft dar. Gewisse Parallelen zu dem, 20 Jahre vorher produzierten, Hitchcock-Streifen "Die 39 Stufen" sind überdeutlich.Doch verstand Sir Alfred es immer,die stets wiederkehrenden Motive so zu verpacken und zu modifizieren, das diese niemals abgedroschen wirkten.Für seine, damals 55 Lenzen, sieht Grant noch bemerkenswert gut erhalten aus. Ein Kuriosum ist, dass Jessie Royce Landis, als Grants Mutter, gerade mal 8 Jahre älter ist, als dieser selbst . Ein weiteres Beispiel für die unangemessenen Altersdifferenzen, die mir bei Hitchcock immer wieder auffallen.
Actionhöhepunkte sind die legendäre Szene mit dem crop-duster und vor Allem das packende Finale am Mount Rushmore, für das man selbst als Zuseher schon fast schwindelfrei sein sollte. In einer herausragenden Nebenrolle fällt vor Allem Martin Landau als dämonischer Leonard auf. Einziger Kritikpunkt in diesem, äußerst unterhaltsamen, Film ist, dass man viel zu früh von Kaplanˋs Nicht-Existenz erfährt. Dies hätte man viel weiter hinauszögern und damit die Spannung erhöhen können.

Nichtsdestotrotz 4,5 von 5 Punkten.

patrick Online




Beiträge: 3.085

20.08.2014 20:15
#148 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten



Deutscher Titel Bei Anruf Mord
Originaltitel Dial M for Murder
Bei Anruf Mord Logo 001.svg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1954
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK 12 (Video)
FSK 16[1]
Stab
Regie Alfred Hitchcock
Drehbuch Frederick Knott
Produktion Alfred Hitchcock
für Warner Bros.
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Robert Burks
Schnitt Rudi Fehr
Besetzung Ray Milland: Tony Wendice, Grace Kelly: Margot Mary Wendice,Robert Cummings: Mark Halliday,John Williams: Chefinspektor Hubbard,Anthony Dawson: Charles Alexander Swann,Leo Britt: Geschichtenerzähler bei Party,Patrick Allen: Detective Pearson,George Leigh: Detective Williams,George Alderson: Erster Detective,Robin Hughes: Sergeant O'Brien,

Achtung Spoiler:

Tony Wendice (Ray Milland), ein ehemaliger Tennisprofi, lockt den nichtsahnenden Kleinganoven Swann unter dem Vorwand, ein Auto kaufen zu wollen, zu sich nach Hause ein und konfrontiert diesen mit einem, bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten, Mordplan an seiner Frau Margot, um sich von seiner finanziellen Abhängigkeit zu befreien. Diese ist bereits seit Längerem einem Liebhaber zugeneigt.
Wendice demonstriert eindrucksvoll, dass er Swann in der Hand hat.Hat er doch dessen kriminelle Machenschaften, welche alle Facetten von Diebstahl und Betrug über Mietnomadentum bis hin zum Heiratsschwindel umfassen, minutiös beobachtet und dokumentiert. Swann droht zwar mit der Polizei , nimmt davon jedoch bald Abstand, nachdem Wendice im klar macht, dass er als ehemaliger Tennisprofi den wohl besseren Leumund von beiden aufweisen kann. Sollten Bilder von ihnen in der Zeitung erscheinen, würde eine ganze Abordnung der Opfer von Swann`s Betrügereien auf den Plan treten und bereitwillig über dessen Charakter aussagen. Außerdem bediente sich dieser diverser Falschnamen.
Weiters lässt Wendice einen, an seine Gattin geschriebenen Erpresserbrief, vor Swann´s Füsse fallen, den dieser aufhebt und mit seinen Fingerabdrücken markiert.
Die Planung des Mordes lässt kein Detail unbeachtet. Für Swann liege einer der beiden Haustürschlüssel unter dem, die Treppe umspannenden Teppich. Wendice selbst wäre zur vereinbarten Zeit an einem Herrenabend, wohin ihn ausgerechnet Margot´s Liebhaber Mark Halliday begleiten sollte.Damit sei für das Alibi gesorgt. Swann sollte zur abgesprochenen Uhrzeit hinter dem Vorhang lauern, und, nachdem Margot, auf Tony´s Anruf hin, das Telefon beantwortet, diese erdrosseln. Danach sollte er den Schlüssel wieder unter den Teppich schieben. Die Tat würde großzügig belohnt.

Doch was spielt sich in der Praxis ab: Wendice`s Uhr bleibt stehen, was dieser erst bemerkt,als es bereits 3 Minute über der Zeit ist. Er entschuldigt sich an seinem Tisch und gibt vor, seinen Chef anrufen zu müssen. Leider ist auch das Telefon grade besetzt. Schließlich kann er, mit mehreren Minuten Verspätung den Anruf tätigen, gerade noch rechtzeitig, um Swann davon abzuhalten die Wohnung zu verlassen. Die Dinge nehmen anfangs, wie geplant, ihren Lauf. Allerdings bekommt Margot im Todeskampf eine Schere zu Fassen und die Leiche ist Swann. Tony bekommt dies alles am Telefon mit und erklärt der geschockten Margot, nichts zu unternehmen, mit niemandem zu sprechen, sondern auf ihn zu warten.
Der verschlagene und hochintelligente Tony schickt Margot in´s Schlafzimmer und manipuliert den Tatort so, dass eine Spur gelegt wird, welche Margot belasten sollte. Er entnimmt Swann´s Leiche den Schlüssel und steckt ihr den Erpresserbrief zu.

patrick Online




Beiträge: 3.085

20.08.2014 20:16
#149 RE: Sammelthread: Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

Fortsetzung:

Tatsächlich sieht sich Margot mit schweren Verdachtsmomenten konfrontiert und wird in einer Gerichtsverhandlung sogar zum Tode wegen Mordes an einem Erpresser verurteilt.
In seiner Verzweiflung wendet sich Margot´s Liebhaber Mark an Tony und konfrontiert ihn mit einer ausgedachten Mordgeschichte, die rein zufällig der Realität entspricht. Tony würde zwar in´s Gefängnis kommen, nicht aber zum Tode verurteilt und Margot wäre gerettet. Nachdem Tony dem natürlich nicht zustimmt entdeckt Mark den Geldkoffer, der für Swann vorgesehen gewesen wäre. Dies geschieht unter Anwesenheit des Inspektors. Wendice´s raffinierte Verschlagenheit lässt ihn auch hier keine Antwort schuldig bleiben. Sagt er doch aus, er hätte Margot nach dem Mord vor dem Koffer kniend vorgefunden und diesen für sie versteckt. Mark weiss nun, welches Spiel Tony tatsächlich spielt und auch dem Inspektor kommt ein Verdacht auf. Hat dieser doch herausgefunde, dass Margot´s Schlüssel nicht in´s Haustürschloss passt, jedoch Zugang zu Swann´s Unterkunft gewährt.Ausserdem findet er den versteckten Schlüssel. Swann hatte diesen nämlich bereits,bevor er die Wohnung betrat,wieder unter den Tepich gelegt
Der Inspektor lenkt Wendice ab und tauscht die Mäntel aus, um an dessen Schlüssel zu gelange.Als sich Wendice aus dem Haus begibt, verschafft sich der Inspektor Zutritt in die Wohnung, wohin Margot mit Ihrem (falschen) Schlüssel aus einem Vorwand gebracht wird, jedoch die Tür nicht aufsperren kann. Dies zeigt der Polizei, dass Sie offensichtlich nichts von dem versteckten richtigen Schlüssel weiss. Wendice entwendete der Leiche deren eigenen,täuschend ähnlichen,Schlüssel. Nun wird Tony auf die Probe gestellt. Er kann sich ebenfalls mit dem falschen Schlüssel keinen Zutritt verschaffen, den er aus Margot´s Tasche,welche er bei der Polizei abholte, nimmmt, da seinen der Inspektor durch dessen Trick entwendet hat. Tony besinnt sich, holt den richtigen Schlüssel aus dem Versteck und ist damit überführt.
Bei Anruf Mord ist für mich wohl einer von Hitchcocks besten Filmen überhaupt. Der genial ausgetüftelte Plot hat mich vom Fleck weg fasziniert. Ein Fingerzeig im Verlauf der Handlung ist die Aussage des Krimiautors Mark Halliday, er könne sehr wohl den perfekten Mord planen, diesen aber nicht ausführen, würde er doch sicherlich irgendeinen dummen Fehler begehen. Von den Darstellern möchte ich ganz besonders Ray Milland hervorheben. Nach Außen hin der vollendete Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, mit perfekten Manieren, charmant, gewitzt, intelligent, aber auch sehr arrogant, verbirgt sich dahinter ein verschlagener, eiskalter, absolut skrupelloser Charakter. Er ist kein Machotyp im herkömmlichen Sinne, was nicht zuletzt dadurch suggeriert wird, dass er ehemaliger Tennisspieler ist. Galt Tennis in den Football-verrückten 50er-Jahren doch als sehr unmännlicher Sport.
James Bond Fans, wie ich einer bin, ist auch Anthony Dawson kein Unbekannter. Spielte er doch später bei Dr.No, Liebesgrüsse aus Moskau und Feuerball mit. In letzteren beiden allerdings nur als Blofeld ohne Gesicht. Seine Interpretation des krummen und zwielichtigen Swann nimmt man ihm ohne Vorbehalte ab.
Grace Kelly, wie immer ein Blickfang, bringt als sympathische, zwischen 2 Männern stehende, Margot die nötige Sensibilität mit. John Williams als Chefinspektor Hubbard spielt den altmodischen Ermittler auch zur vollen Zufriedenheit.
Einzig Robert Cummings als Mark Halliday wirkt für mich sehr austauschbar, wobei er mich auch in anderen Rollen nie wirklich beeindruckt hat.
Für mich ein Logikmangel ist, dass bei den Ermittlungen nie darauf eingegangen wird, warum sich Tony, nachdem Margot den Hörer abnahm, nicht zu erkennen gab. Auch wurden die Telefonate im Hause Wendice offenbar nicht überprüft, was, wie ich glaube, 1954 bereits technisch möglich gewesen sein müsste. Tony hat Swann ja vom heimischen Telefon aus angerufen. Margot hätte für diesen Zeitpunkt ja ein Alibi gehabt. Ausserdem waren dem Inspektor Swanns zahlreiche Falschnamen bekannt.
Ein, in einer früheren Besprechung angeführter, Logikmangel im Zusammenhang mit dem falschen Schlüssel ist für mich nicht nachvollziehbar.
Wie ich erst kürzlich erfahren hab, gibt es auch eine deutsche Version. Bei allem Respekt vor den Darstellern Lowitz, Drache und Regnier, kann ich mir allerdings nicht vorstellen, das ein deutsches Fernsehspiel von 1959 dem großen Hitchcock Klassiker das Wasser reichen kann. Aber mal sehen. Ich werde mich auch zu dieser Version äußern, sobald ich sie kennenlerne.

Für das Original gibt´s auf jeden Fall 5 von 5 Punkten ohne Wenn und Aber.

Stroheim Offline




Beiträge: 164

24.08.2014 23:52
#150  Die Filme des Alfred Hitchcock Zitat · Antworten

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Hab' mir vorgestern mal wieder 'Notorious' (1946) reingezogen, zum sechsten oder siebten Mal über die Jahre.


Well, unter meinen zehn Favoriten im umfangreichen Hitchcock'schen Œuvre rangierte der Streifen immer schon.



Die Lobeshymnen von Truffaut & Co....


http://www.slashfilm.com/listen-12-hours...fred-hitchcock/


http://www.filmsite.org/noto.html


http://www.rogerebert.com/reviews/great-movie-notorious-1946



.....scheinen mir im historischen Rückblick vollauf gerechtfertigt.



Nach 'Wrong Man' und neben 'Frenzy' ist dies mittlerweile mein Top 3-Hitchcock



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