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Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 1.201 mal aufgerufen
 Kurzgeschichten-Wettbewerb
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Mr. Wooler Offline




Beiträge: 416

20.03.2009 08:40
Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Gut, dann mache ich hier mal den Anfang mit einem Extra-Thread zu den Kurzgeschichten.

Als sich herauskristallisierte, dass wir einen Kurzgeschichten-Wettbewerb starten, habe ich recht früh damit begonnen, eine erste Story eigens dafür zu schreiben. Sie heißt "Der letzte Frosch" und handelt davon, wie Inspektor Elk das letzte verbliebene Mitglied der Froschbande jagt und entlarvt. Da ich ohnehin gerne schreibe, dachte ich mir: Na, vielleicht kriegst du das noch besser hin, du hast ja noch Zeit. So habe ich mich dann hingesetzt und im Grunde gar nicht viel überlegt. Ich hatte eine Szene vor Augen, in der sich mehrere alte Männer in einem abgelegenen Haus zusammenfinden, um irgendwas Schicksalhaftes zu tun. Der Plot hat sich erst beim Schreiben entwickelt. Als ich damit begann, wusste ich noch nicht, wohin es mich führt und das ist eigentlich für Kurzgeschichten eher ungewöhnlich. Ich musste beim Schreiben aber gar nicht lange grübeln, es floss einfach alles so heraus und fügte sich am Ende irgendwie ineinander. Es ist mir selten so leicht von der Hand gegangen, eine Story zu schreiben. Und in diesem Punkt liegen sowohl die Stärken als auch die Schwächen der Geschichte. Hätte ich mir dabei mehr Zeit gelassen, hätte ich vielleicht die eine oder andere Unebenheit ausmerzen können.
Es ist richtig, dass in der Geschichte unzählige Motive der englischen Kriminalliteratur vereint werden. Wir haben da zum Beispiel den alten Familienfluch, der scheinbar über dem Hausherrn lastet. Er erinnert stark an Arthur Conan Doyle's Roman um den Hund von Baskerville. Ähnlich wie dort dient auch meine Familienlegende lediglich dazu, vom eigentlichen Verbrechen abzulenken. Der Leser soll natürlich denken, dass der Hausherr in dieser Nacht den Tod findet. Es hat mich einfach gereizt, den Leser dahingehend an der Nase herumzuführen und am Ende ein ganz anderes Opfer zu präsentieren. Dazu war es wichtig, die einzelnen Charaktere ein wenig ausführlicher vorzustellen, damit der Leser einen Bezug zu ihnen erhält. Denn je enger der Bezug zu den Figuren ist, um so effektvoller lässt sich meiner Meinung nach ein Finale gestalten. Als Mittel dazu habe ich in der Tat sehr viel wörtliche Rede verwendet und habe versucht, mich in meine Figuren hineinzuversetzen. Wie spricht zum Beispiel ein alter Richter? Welche Ansichten hat er? Wie steht er zu seinen Freunden? Wie leicht (oder schwer) lässt er sich davon überzeugen, dass in der Geschichte etwas Übersinnliches vor sich geht? Das war eine der schriftstellerischen Herausforderungen dabei. Ob ich diesen Punkt gemeistert habe, kann allerdings wohl nur der Leser beantworten.
Als weiteres Motiv finden wir in meiner Geschichte das vielbeschriebene Phänomen des verschlossenen Raumes. Ich muss gestehen, ich bin geradezu verrückt nach solchen Storys und konnte es nicht lassen, dieses Motiv in meine Geschichte einzubauen. Sicher hätte man diesen Part auch ein wenig kürzen können. Meine Befürchtungen, dass genau diese Stellen in meiner Geschichte als zu ausführlich oder zu langatmig empfunden werden können, haben sich, soweit ich das beurteilen kann, nicht bestätigt.
Natürlich wollte ich dem Motto des Wettbewerbs gerecht werden und war bemüht, Verbindungen zum großartigen Edgar Wallace zu schaffen. Wobei ich von vornherein ausgeschlossen habe, seinen Schreibstil kopieren zu wollen, weil mir das nicht gelungen wäre und dies auch meiner Meinung nach der Geschichte geschadet hätte. Also beschränkte ich mich auf Motive, die Wallace verwendet hat. Hier finden wir also sozusagen eine ältere Ausgabe der vier Gerechten und das Motiv der Selbstjustiz, welches ja desöfteren Anklang bei Wallace findet (Gerechten / Hexer). Dazu bemühte ich mich, eine schaurige Atmosphäre zu schaffen, wie sie in vielen Wallace-Filmen anzutreffen ist. Ich versetzte die Handlung also in ein abgelegenes Landhaus und wo wir gerade mal da sind, ist es natürlich dunkel und draußen zieht ein Gewitter herauf. Ist doch klar, oder? Bei den Namen meiner Figuren finden wir einen in die Jahre gekommenen Inspektor Martin (in Anlehnung an den Film "Die Tür mit den sieben Schlössern") und einen Doktor Mills (Film: "Neues vom Hexer"). Natürlich hätten die Figuren genausogut anders heißen können, aber ich wollte hier einen kleinen zusätzlichen Bezug zu Wallace schaffen. Aufgrund der Familienlegende (alle 100 Jahre stirbt jemand) habe ich die Story in die Gegenwart verlegt, ganz einfach aus dem Grund, weil ich mit dem ersten Todesfall nicht zur Zeit von Jesus Christus ansetzen wollte. Letztlich ist der Zeitfaktor in der Geschichte nicht wirklich ausschlaggebend, denn die von mir gewählte Umgebung des Landhauses ist ja im Prinzip nahezu zeitlos.
Das Finale ist hoffentlich spannend und einigermaßen überraschend gelungen. Der Bösewicht erhält seine (verdiente?) Strafe und damit endet die Geschichte. Ich habe sie absichtlich so enden lassen und den Leser vorab nur mit den nötigsten Informationen versorgt, die das Ende halbwegs plausibel machen. Ich denke auch, dass zuviele Erklärungen zum Schluss der Geschichte nicht gut getan hätten.
So, das war die Entstehungsgeschichte meiner Story und einiges an zusätzlichen Informationen.
Für Fragen / Kritik uns Sonstiges zu dieser Geschichte stehe ich euch über diesen Thread sehr gerne zur Verfügung.

Viele Grüße,
Marc
(Mr. Wooler)

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.249

20.03.2009 09:50
#2 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Da haben wir schon den ersten, der etwas über die Entstehung seiner Story zu erzählen hat...

Erst mal Gratulation nochmal von mir - Es war sowohl vom Stil als auch vom Inhalt für mich die beste Geschichte , die auch verdient gewonnen hat !

Das ich von dir gerne ein ganzes Buch gelesen hätte ist wiklich ernst gemeint - man merkt einfach, dass dir das Schreiben an sich schon Spass macht !

Interresant finde ich , dass du genau wie ich, nicht die Ursprünglich für den Wettbewerb entstanden Geschichte eingereicht hast ( wobei ich die auch gerne lesen würde ).


Um mehr auf Details einzugehen muss ich deine Geschichte nochmal lesen ....


Peter

Don't think twice, it's all right ...

Bob Dylan

Mr. Wooler Offline




Beiträge: 416

20.03.2009 10:25
#3 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Herzlichen Dank, Peter!
Ist ja ulkig, dass du zunächst auch eine andere Story im Auge hattest, dann sind wir ja schon zwei.
Wäre natürlich interessant, wie unsere zuerst entworfenen Geschichten angekommen wären. Aber naja, ein weiterer Wettbewerb kommt bestimmt
Ich schicke dir die Geschichte vom Frosch mal per Mail zu :o)
Viele Grüße!

Billyboy03 Offline




Beiträge: 687

20.03.2009 11:02
#4 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Hallo Marc,

Komplimente und Lob hast Du ja schon genug erhalten (auch von mir die volle Punktzahl als einzige meiner Bewertungen z.B.).

Deine Geschichte hat mich auch ganz stark an die gothic novels und die daraus entstandenen Detektivgeschichten erinnert, nicht nur an Conan Doyle, sondern auch an John Dickson Carr (Die schottische Selbstmord-Serie, Der verschlossene Raum...) bzw. an Motive von Gaston Leroux. Ich empfehle Dir übrigens dessen Buch "Das gelbe Zimmer", in welchem er eine richtig tolle Lösung für ein locked room mystery präsentiert und außerdem einen flüchtigen Täter sich vor aller Augen in Luft auflösen läßt (habe mich da für meine Story etwas bedient...)
Der Bezug zu EW in Deiner Geschichte ist in der Tat eher von zweitrangiger Bedeutung, da diese Art Kammerspiel ja nicht unbedingt typisch für seinen Erzählstil ist und auch im Film nur selten vorkommt. Aber diesen Aspekt vergißt man beim Lesen sofort, weil die Geschichte einen in seinen Bann zieht.
Mehr von mir sicher später.

Mit der Lizenz zum Verhüten

BillyBoy03

Mr. Wooler Offline




Beiträge: 416

20.03.2009 11:25
#5 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Hallo Billiboy03,

auch dir vielen Dank für dein Voting und dein Lob!

John Dickson Carr ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren und ich muss gestehen, dass ich bei meiner Schilderung des verschlossenen Raumes auch bei ihm abgekupfert habe :o)
Seine Romane habe ich mir über viele Jahre aus allen möglichen Antiquariaten zusammen gesammelt. Bei den von dir angesprochenen handelt es sich um echte Highlights. Sehr gut und stimmungsvoll sind auch "Tod im Hexenwinkel" und "Die Schädelburg".
"Das gelbe Zimmer" von Leroux habe ich zwischenzeitlich auch gelesen und jetzt weiß ich auch, woran ich beim Lesen deiner wirklich guten Geschichte kurz erinnert wurde

Billyboy03 Offline




Beiträge: 687

20.03.2009 11:41
#6 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Zitat von Mr. Wooler
"Das gelbe Zimmer" von Leroux habe ich zwischenzeitlich auch gelesen und jetzt weiß ich auch, woran ich beim Lesen deiner wirklich guten Geschichte kurz erinnert wurde


"Man muß nicht alles wissen, man muß nur wissen, wo es steht." Altes Bibliothekarssprichwort...

Mit der Lizenz zum Verhüten

BillyBoy03

Havi17 Offline




Beiträge: 2.927

20.03.2009 11:55
#7 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Um es von meiner Seite auf den Punkt zu bringen. Was mich bewog einmal 5 Punkte zu
vergeben war für mich die Spannung, welche Du hervoragend erzeugt hast. Daß diese
Kunst automatisch Dinge wie flüssiger Stil, wichtige Detailschilderung ... vorraussetzt,
möchte ich hier nicht einzeln bewerten. Viel Erfolg weiterhin !

Gruss
Havi17

Mr. Wooler Offline




Beiträge: 416

20.03.2009 12:08
#8 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Danke, Havi17!!

Count Villain Offline



Beiträge: 3.753

20.03.2009 13:44
#9 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Es war in der Tat die spannendste Story von allen. Ich denke da werden fast alle Leser zustimmen.

In Antwort auf:
Als ich damit begann, wusste ich noch nicht, wohin es mich führt und das ist eigentlich für Kurzgeschichten eher ungewöhnlich.


Das finde ich auch sehr interessant. Es mag vielleicht eher ungewöhnlich sein, aber es bestimmt kein seltenes Phänomen. Ich habe das auch schon oft beobachtet wie Geschichten und Charaktere beim Schreiben quasi ein Eigenleben entwickeln. Das finde ich auch immer sehr spannend. Ist mir bei meiner Kurzgeschichte jetzt zwar nicht geschehen, dazu war sie zu sehr auf einen bestimmten Punkt hingeschrieben (dazu später mehr), aber bei früheren Stories konnte ich das schon beobachten. Manche Geschichten fordern einfach Raum um zu leben und das finde ich auch gut so.

Dass mir der Locked-Room-Teil sehr gefallen hat und man daraus auch sicher gut eine eigene Kurzgeschichte hätte machen können, das habe ich ja im anderen Thread schon kurz erwähnt.

Und um auch mal etwas Negatives zu sagen: Die Namen fand ich zu "gewollt". Da hätte ich unverbrauchte Namen vorgezogen. Auch dass diese vier alten Männer sich ebenfalls die vier Gerechten nennen kam mir doch sehr altbacken vor. Aber andererseits ist die Geschichte vom Setting her wie du schon gesagt hast trotz der Jahreszahlen zeitlos. Dass die Story für mich etwas überladen wirkt erwähnte ich bei der Bewertung ja schon. Eine Aneinderreihung von Kriminalliteratur-Klischees. Ein Best Of quasi. Aber - das muss man dir echt lassen - die spannendste Aneinanderreihung, die ich je gelesen habe.

Ich habe dennoch nur 4 Punkte gegeben, obwohl ich sofort den Massenappeal der Geschichte erkannte, weil ich andere Stories vom Stil her dann doch näher bei Wallace fand.

Mr. Wooler Offline




Beiträge: 416

20.03.2009 14:28
#10 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Hallo Count Villain,
auch dir vielen Dank für deine Kritik zu meiner Geschichte.

Zum Spannendsten beim Schreiben eigener Storys gehört sicherlich, dass sich Charaktere plötzlich entwickeln und manches Mal einen vollkommen anderen Weg einschlagen, den der Autor ursprünglich vorgesehen hat. Ich denke, dass dies jeder Story gut tut. In Romanen ist so etwas sicher eher der Fall. In Kurzgeschichten und Storys haben die Figuren meist einen zu engen Rahmen und unterliegen dem Ziel der Geschichte, das ja meist bei Kurzgeschichten schon fest steht. Auf jeden Fall hat mir das Schreiben dieser Story ungemein Spaß bereitet und ich denke, dass dies auch beim Leser rüberkommt. Allerdings, und da muss ich dir Recht geben, war ich hier und da etwas zu übereifrig und habe die Story vollgepackt mit allen möglichen Klischees. Mit den Namen der Figuren ist das natürlich immer so eine Sache. Die Realität lehrt uns, dass es die ausgefallendsten und unmöglichsten Namen tatsächlich gibt. Nur, wenn diese in einem Buch oder in einer Geschichte auftauchen, denkt sich jeder: So heißt doch kein Mensch! Um den Leser vor diesen Überlegungen zu bewahren und weil ich nicht möchte, dass ihn dies von der Geschichte ablenkt, greife ich in derlei Storys eher gerne auf "gebräuchliche" oder bereits bekannte Namen zurück, auch wenn dies vielleicht wenig originell ist.
Ich bin mir jetzt gar nicht mehr so sicher, aber ich glaube, ich habe die vier alten Herren nicht die "Vier Gerechten" genannt, sondern den "Club der Gerechten". Natürlich unterscheidet sich das nicht sehr von Wallace's Originalbezeichnung. Ich muss gestehen, dass es mir ohnehin schwerfällt, mir Namen, Bezeichnungen und Titel auszudenken. Darüber grüble ich oft viel länger als über die Handlung...
4 Punkte von 5 möglichen empfinde ich ebenfalls als sehr gute Wertung und ein Kompliment für die Story. Es ist richtig, dass z. B. eine Geschichte wie "Der Mann, der spazieren ging" wesentlich näher an der gestellten Aufgabe war als meine, von daher war ich über den einen Punkt Abzug nicht böse

Gubanov Offline




Beiträge: 14.376

20.03.2009 15:07
#11 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten
Dann möchte auch ich mich noch einmal zu "Über ihnen schwebte der Tod" äußern. Einige Anregungen und Einschätzungen habe ich schon in meiner Besprechung gegeben, von daher werde ich mich auch nicht mehr lange damit aufhalten, hervorzuheben, wie genial deine Geschichte geschrieben war. Kommen wir zu dem, was ich zu kritisieren habe. Du hast schon die meisten Punkte von selbst angesprochen. Bei einem so gelungenen Erzählstil ist es den Lesern eher zweitrangig, eine perfekt ausgetüftelte oder gar realitätsnahe Geschichte zu bekommen, wenn sie nur schmackhaft genug ist. Die Arbeit mit Klischees kann dabei auch ein wunderbares Stilmittel sein, das einzusetzen du ja auch hervorragend verstehst. Die Sache mit der "Geschichte innerhalb der Geschichte" war vielleicht tatsächlich etwas unglücklich, nicht, weil sie zu lang oder zu ausführlich gewesen ist, sondern, weil die ganze Sache mit dem Fluch schon ein wenig zu stark an bereits Dagewesenes erinnert und, wie ich bereits schrieb, einige Wallace-Bezüge nicht ganz stimmig sind. Die Behauptung, dass die Geschichte, die auf einem einsamen Landhaus spielt, eigentlich zeitlos ist, mag im Allgemeinen korrekt sein, aaaber gerade durch den ständigen und ganz genauen Jahresbezug der Legende wird das Jahr der Handlung immer deutlich in den Vordergrund gestellt. Eine einfache Zurücksetzung um vierzig oder siebzig Jahre wäre wünschenswert gewesen und hätte mit ihrer Zeitrückversetzung keinesfalls den Nutzen für das Gefühl der "Vergangenheitsgegenwart" überschritten. All das ist jedoch Moserei auf hohem Niveau und sollte dir auf keinen Fall zu nahe gehen - es sind lediglich persönliche Eindrücke, die keinen Anspruch auf Richtigkeit erheben.

Was allgemeingültig kritisiert werden kann, ist, dass die Geschichte für Wallace zu horror- und gewaltlastig war. Das fesselt zwar (Erhängter, Schussgefecht, Autounfall, der bewaffnete Unbekannte, der - man möchte fast sagen - Amok läuft), ist aber eher für einen Horrorthriller als für eine Kriminalkurzgeschichte geeignet. Ich würde mir sehr wünschen, dass du die Geschichte noch einmal überarbeitest unter dem Gesichtspunkt, aus physischer Gewalt eher psychische zu machen (gerade beim Thema Einraumstück ist das ja perfekt möglich). Die Kritik am Titel wurde bereits geübt.
Ein anderer, sicher interessanter Ansatz wäre, die Geschichte radikal auf zwei Protagonisten herunterzukürzen. Dies ist in diesem Fall ohne Storyverlust machbar und würde den Fall sowohl auf kriminalistischer als auch, vor allem, auf psychologischer Ebene noch einmal anheben.

Dass du aber insgesamt auf dem richtigen Weg bist, bestätigt dir das allgegenwärtige Lob und der Zuspruch von jedem Einzelnen. Ich denke, das Forum würde bei einem weiteren Kurzgeschichtenwettbewerb wiederum Purzelbäume vor Freude schlagen, wenn du abermals einen Beitrag einreichst. Denn wenn du zusätzlich zu deiner schriftstellerischen Begabung jetzt noch auf eine stringente Geschichte im Stile klassischer Kriminalhandlungen setzt (eine Fähigkeit, die dir aufgrund der Nennung deiner Lieblingsautoren ja durchaus potenziell schon einmal zugesprochen werden kann), dann wird deine Erzählung ein Erfolg auf ganzer Linie und abermals das Feld vollkommen aufräumen!

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Mr. Wooler Offline




Beiträge: 416

20.03.2009 15:37
#12 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Hallo Gubanov,
auch dir zunächst einmal vielen Dank für deine konstruktive und ehrliche Kritik. Ich bin grundsätzlich für Kritik jeder Art jederzeit empfänglich, denn keine Story der Welt ist so perfekt, dass man nicht noch etwas an ihr verbessern könnte.
Was deine Ausführungen angeht, verstehe ich, was du meinst. Es ist in der Tat so, dass ich in meiner Geschichte vielleicht ein wenig zu viel auf "Effekthascherei" gesetzt habe. Die Geschichte an sich ließe sich sicher auch sehr gut auf die von dir genannte Art erzählen, als Einraumstück mit nur zwei Protagonisten, die sich vor allem durch eine gegenseitige psychische Bedrohung dem Finale nähern. Allerdings habe ich dabei spontan eher eine Assoziation zu Dürrenmatt als zu Wallace, aber vielleicht ist das auch eine Sache der Aufmachung der Story. Ich will gerne mal schauen, ob sich die Story entsprechend umarbeiten lässt. Momentan schwirren mir allerdings schon wieder neue Ideen im Kopf umher, die gerne zu Papier gebracht werden wollen. Aber auch dort lassen sich ja derlei Anregungen von vornherein berücksichtigen.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.376

20.03.2009 15:51
#13 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten
Ich möchte dir auch gewiss nicht vorschreiben, wie deine Story auszusehen hat. Das wäre vermessen und nicht mein Ziel. Es waren nur einige Gedanken, die mir beim Lesen durch den Kopf geschwirrt sind. Der Bezug, den du zu Dürrenmatt knöpfst, ist interessant. Von dieser Seite habe ich die Geschichte noch gar nicht gesehen. Besonders freut mich, dass du schon wieder neue Ideen hast, sodass wir bei dir sicher nicht mit einer Storyblockade rechnen müssen. Insgesamt kann ich im Endeffekt auch nur in das Lob der anderen einstimmen. Das, was ich hier zu finden versucht habe, war lediglich das berühmte Haar in einer extrem wohlschmeckenden Suppe.

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Mr. Wooler Offline




Beiträge: 416

23.03.2009 08:53
#14 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Das, was ich hier zu finden versucht habe, war lediglich das berühmte Haar in einer extrem wohlschmeckenden Suppe.[/quote]

Hallo Gubanov,
sehr schön formuliert, vielen Dank
So, wie du es gemeint hast, ist es auch bei mir angekommen. Wie gesagt, bin ich stets für alle Art von Kritik dankbar, insbesondere, wenn man noch etwas an seiner Arbeit verbessern kann.
Also, danke nochmal + viele Grüße!

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

23.03.2009 17:26
#15 RE: Über ihnen schwebte der Tod Zitat · antworten

Hallo Mr. Wooler,

zuerst einmal Glückwunsch zum ersten Platz. Deine Geschichte fesselte mich von allen am meisten (was nicht heßen soll das ich mich beim lesen der anderen sechs Geschichten gelangwelt habe). Aber dein Erzegnis war einfach unglaublich amtosphärisch, unheimlich, mystisch und das wichitgste: Very British! Ich glaube Wallace hätte sich beim lesen deiner Geschichte nicht geniert.

Eine Anmerkung habe ich jedoch noch im nachhinein.
Mir kam es beim lesen so vor als wären Langdon, Martin, Paynton und Mills befreundet, oder zumindest gute Bekannte.
Ich persönlich finde deshalb, dass es nicht sehr logisch klingt, wenn Martin, Paynton und Mills ihren Freund oder Bekannten richten.

Aber das überraschende Ende profitiert davon nur.

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