Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 32 Antworten
und wurde 3.845 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
Seiten 1 | 2 | 3
Ray Offline



Beiträge: 653

23.04.2016 23:54
#31 RE: Bewertet : Francis Durbridge : Tim Frazer - Der Fall Salinger ( 5 ) Zitat · antworten

Tim Frazer: Der Fall Salinger (BRD 1964)

Regie: Hans Quest

Darsteller: Max Eckard, Ingrid Ernest, Eva Pflug, Konrad Georg, Hartmut Reck, Wolfgang Wahl, Siegfried Wischnewski, Hermann Lenschau, Jan Hendriks u.a.



Muss meinen Vorrednern insoweit zustimmen, als der zweite Fall um Tim Frazer zumindest ein wenig erfreulicher ausgefallen ist als der erste. Dies liegt insbesondere an der strafferen Inszenierung. Man geht gleich in medias res, am Ende der - freilich mit rund 20 Minuten sehr kurzen - ersten Episode schaut man verwundert auf die Uhr. Zu diesem Zeitpunkt ist der erste Mord bereits passiert, zudem hat man Frazer auf einer kurzweiligen Tour durch Amsterdam begleiten dürfen. Ein gelungener Einstieg.

Im weiteren Verlauf nimmt das Tempo insgesamt wieder etwas ab, dennoch fällt der Mehrteiler nicht so langatmig aus wie der erste Frazer. Die Schauspielerriege ist nicht sonderlich spektakulär, dementsprechend überschaubar fallen auch deren Leistungen aus. Alles in allem "okay", nicht mehr und nicht weniger. Eckard bleibt eine ungemein kuriose Erscheinung. Das Zusammenspiel mit Ernest ist durchwachsen, von einem "Knistern" keine Spur. Warum sollte sich eine derart attraktive Dame auch mit so einem linkischen Herrn abgeben? Das muss schon spezielle Gründe haben...

Die Art und Weise der Auflösung ist recht gelungen, obgleich am Ende nicht mehr viele Personen als potentielle "Hintermänner" übrig bleiben. Die Musik geht in Ordnung, kann sich gleichwohl mit jener von Peter Thomas für "Melissa" nicht messen.

Letzten Endes handelt es sich auch beim zweiten Tim Frazer-Abenteuer um einen unterdurchschnittlichen Durbridge-Beitrag, so dass die damalige Entscheidung, keinen dritten folgen zu lassen, rückblickend durchaus zu begrüßen ist.


Alles andere als ein Highlight, dennoch solide Krimiunterhaltung und etwas besser als der Vorgänger. 3/5 Punkten.

Jan Offline




Beiträge: 1.189

24.04.2016 13:16
#32 RE: Bewertet : Francis Durbridge : Tim Frazer - Der Fall Salinger ( 5 ) Zitat · antworten

Zitat von Ray im Beitrag #31
Eckard bleibt eine ungemein kuriose Erscheinung.


Das ist gut formuliert, wenngleich ich diese kuriose Erscheinung stets recht positiv sah. Leider kenne ich Durbridges Vorlage nicht und weiß daher auch nicht, wie der Tim Frazer im Original angelegt war. Die deutsche Umsetzung empfand ich indes nie als störend oder abwegig. Häufig war es ja Durbridges Anliegen, die Ermittler als normal gebliebene Typen zu zeigen. Genau genommen sind alle ermittelnden Figuren in den deutschen ARD-Durbridge-Krimis - abgesehen von Hardy Krüger (und vielleicht ein bisschen auch Harald Leipnitz) - Durchschnittstypen. Bei Eckard mischte sich zudem immer ein bisschen Noblesse in die Figur. Wohl angelegt als englischer Gentleman, erwischte Eckard nicht selten auch so etwas wie den deutschen Wohlstandsbürger. Seine deutsche Herkunft konnte er zumindest nicht immer ganz vergessen machen. Ich betrachte das aber als recht charmante und aus heutiger Sicht natürlich extrem nostalgische Vermischung. Mir waren die beiden Frazer-Filme daher von den vier Quest-Inszenierungen auch stets die liebsten. Auch empfand ich die Gangart der Inszenierung nie als behäbiger gegenüber dem "Halstuch" oder "Es ist soweit". Einsparpotential in puncto Länge und zugunsten des Tempos könnte ich bei allen vieren identifizieren. Jedoch gehört für mich diese etwas betuliche Inszenierung aus heutiger Sicht vorallem zu den frühen Durbridges dazu, und ich sehe das den Filmen nach.

Gruß
Jan

Jan Offline




Beiträge: 1.189

24.04.2016 13:44
#33 RE: Bewertet : Francis Durbridge : Tim Frazer - Der Fall Salinger ( 5 ) Zitat · antworten

Gerade beim Querlesen des Threads auch noch gefunden:

Zitat von Mark Paxton im Beitrag #29
Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, wieviele Regiefehler es in dem Film gibt? In vielen Szenen spiegelt sich in Frazers oder Barbara Days Fensterscheiben irgendein Schatten oder gar eine Person, in einer Einstellung sieht man sogar die Kamera.

Mir ist das vor allem bei den beiden Frazer-Filmen auch aufgefallen. Allerdings gibt es auch in den Vorgängern Derartiges. Ich gehe mal davon aus, dass es sich dabei um Vorfälle handelt, die dem Aufnahmeverfahren geschuldet sind. Wenn ich den Kameramann Paul Ellmerer in seinem Interview richtig verstand, wurden die einzelnen Szenen am Stück mit bis zu fünf Kameras chronologisch hintereinander weg gedreht. So blieb wohl trotz aller Proben nicht ganz aus, dass es mal zum Schatten des Tongalgens an der Wand oder schlimmstenfalls sogar zur Kamera im Bild kam. Bei "Das Halstuch" ist in Harry Yates Büro auch einmal kurz eine weitere Kamera zu sehen und es ist auch einmal gut zu hören, dass einer der Kameramänner das Objektiv wechselt. Dass dies angesichts des angewendeten und wohl noch aus Live-TV-Inszenierung stammenden Verfahrens nicht noch häufiger vorkam, ringt mir einen gewissen Respekt ab. Dahinter müssen enorme Proben gestanden haben. Einige Szenen (eher: Aufzüge) sind bis zu zehn Minuten lang!

Gruß
Jan

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen