Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Forum Edgar Wallace ,...



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 38 Antworten
und wurde 3.296 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
Seiten 1 | 2 | 3
brutus Offline




Beiträge: 12.969

20.01.2013 19:56
#31 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten

Wobei es dann mit dem 'gleichzeitig' auch wieder nichts war. Aber sei es drum. Der Film, so wie er ist gefällt mir eigentlich ganz gut, Heinz Rühmann macht seine Sache als Maigret ordentlich. Auch an der Inszenierung will ich nicht gross rummäkeln.

Aber der Gedanke an einen Film mit Rupert Davies unter der Regie von Jürgen Roland hat schon was Reizvolles.

athurmilton Offline



Beiträge: 1.082

21.01.2013 23:18
#32 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten

Ich habe mir heute die DVD angeschaut - tolle Bild-Qualität!

In dem Film gefällt mir Rühmann mal wirklich gut, dass viele andere bekannte Gesichter wie Günther Stoll, Eddie Arent, Günter Strack dabei waren, war eine angenehme Überraschung. Allein dass der Film so abrupt ohne Ausklang, Nachspann etc. endet, war ein leichter Stimmungsdämpfer.

Prisma Offline




Beiträge: 7.549

31.01.2013 19:39
#33 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten



MAIGRET UND SEIN GRÖßTER FALL (1966)

mit Heinz Rühmann, Françoise Prévost, Gerd Vespermann, Günther Stoll, Edwin Noël, Ulli Lommel, Günter Strack, Günther Ungeheuer, Alexander Kerst und Eddi Arent


In einem Pariser Museum findet ein Kunstraub statt. Nicht nur, dass dabei ein wertvoller Van Gogh gestohlen wurde, es kommt außerdem ein Wächter ums Leben. Die Spur nach dem Täter führt Kommissar Maigret (Heinz Rühmann) in die Schweiz, wo er auch den wohlhabenden, englischen Kunstsammler Holloway (Günther Ungeheuer) wieder sieht, der offenbar einiges in diesem Fall zu verschweigen hat. Die Ermittlungen bekommen durch die Ermordung dieses Mannes einen Dämpfer, und Maigret muss zu ganz speziellen Methoden greifen. Er will den Mörder mit seinem Katz-und-Maus-Spiel verwirren und aus der Reserve locken. Schließlich gelangt man in Zusammenarbeit mit der Schweizer Polizei zu Erkenntnissen, die das Blatt wenden...

Diese Produktion, die unter der Regie von Alfred Weidenmann entstand, kann in vielerlei Hinsicht glänzen. Zunächst wäre da das bemerkenswerte Staraufgebot, das wie eine Garantie für einen gelungenen Film aussieht, außerdem bekommt der Zuschauer durch ein hervorragendes Gespür für Atmosphäre, oder besser gesagt Flair, Aufsehen erregendes geboten, beinahe alle Mosaik-Steinchen, die einen guten Film ausmachen, fanden hier eine sorgsame Bearbeitung und ein günstiges Ergebnis, "Maigret und sein größter Fall" erscheint in fast allen Belangen einfach zu perfekt zu sein, und komischerweise konnte er mich daher auch nicht sonderlich überzeugen. Auf der anderen Seite standen nämlich Eindrücke wie beispielsweise ein Titel, welcher der Geschichte im Endeffekt nicht gerecht wird, viel gravierender eine Titelrolle, die ich aufgrund der Darstellung von Heinz Rühmann nicht abnehmen mochte, eine zu konstruiert wirkende Geschichte, die dadurch an Wahrscheinlichkeit verliert, ein weiterer über-klassischer Kriminalfilm, der bei mir einen durchschnittlichen Eindruck hinterlassen hat, weil er zu wenig dynamisch und viel zu steril wirkt. Objektiv betrachtet, hat man es vermutlich mit einem Beitrag in Reinkultur zu tun, aber subjektiv gesehen habe ich jedoch eine eigenartige, wenn auch fast wieder interessante Form der Langeweile erlebt. Womöglich war die Erwartungshaltung wohl einfach zu hoch.

Wie gesagt, Heinz Rühmann als Maigret konnte mich nicht in einer einzigen Einstellung überzeugen, ganz im Gegenteil. Ich bekam den Eindruck einer unflexibel und unmotiviert heruntergespulten Rolle vermittelt, Maigret ist weder sympathisch, noch im Stande dazu, diese Figur in auffälliger Art und Weise zu prägen, seine Methoden stehen und fallen mit dem Glück, und eine alternative Besetzung hätte diesem Film vermutlich besser gestanden. Eddi Arent interpretiert einen belanglosen Part, der wieder einmal Geduld abverlangt, und Günther Stoll halte ich für aussichtslos fehlbesetzt, aber wenigstens konnte der Rest der Crew überzeugen. Eigentlich muss ich mir eingestehen, dass sich lediglich der negative Eindruck bei einer 50:50-Situation durchgesetzt hat. Ich denke an Heinz Rühmann und fühle mich unbedingt bestätigt. Dann sehe ich die hervorragenden Aufnahmen und Schauplätze vor mir und denke, dass ich den Film ungerecht beurteil habe, weil die Regie einen handwerklich-soliden Film abgeliefert hat. Ein derart zwiespältiger Eindruck kommt bei mir jedenfalls nicht sehr häufig vor im Film, besonders wenn es sich um einen so exzellent besetzten Schauspieler-Film handelt, so dass ich bei allem, dem Empfinden nach, verschenkten Potential angesichts des Endergebnisses, bei einer eventuellen Zweit-Ansicht von "Maigret" dennoch Potential nach oben sehe. Aber dazu wird es vorerst nicht so schnell kommen.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.255

26.12.2013 21:33
#34 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten



Maigret und sein größter Fall
(Il caso difficile del Commissario Maigret / Maigret fait mouche)

Kriminalfilm, AT / IT / FR 1966. Regie: Alfred Weidenmann. Drehbuch: Herbert Reinecker (Buchvorlage „Maigret und der Spion“, 1931: Georges Simenon). Mit: Heinz Rühmann (Kommissar Maigret), Françoise Prévost (Simone), Günther Stoll (Alain Robin), Günter Strack (Kommissar Delvigne), Gerd Vespermann (Inspektor Caselle), Eddi Arent (François Labas), Alexander Kerst (Delfosse), Ulli Lommel (René), Edwin Noël (Jean), Rudolf Barry (Inspektor Lucas) u.a. Uraufführung (BRD): 24. November 1966.

Zitat von Maigret und sein größter Fall
Aufregung im Museum: Ein wertvolles Gemälde van Goghs wurde gestohlen, der Nachtwärter beim Kampf mit dem Dieb tödlich verletzt. Kommissar Maigret empfiehlt, trotzdem zu öffnen: Eine Kopie soll an der Stelle des Originals hängen. Die wird aber schon am ersten Tag von einem verdächtigen Kunstexperten enttarnt, der sich zwar an die Polizei wendet, aber kurz darauf so unauffällig wie möglich von Paris nach Lausanne verschwinden will. Die Police judiciaire heftet sich an seine Fersen ...


Die meisten Maigret-Schauspieler, von Rupert Davies bis Jean Gabin, von Jean Richard bis Bruno Cremer, ermittelten in Serie. Deutschlands berühmtester Schauspieler, Heinz Rühmann, erhielt dagegen nur ein einziges Mal die Gelegenheit, in die Rolle des Detektivs zu schlüpfen, was ich gleich im Vornherein als äußerst bedauerlich bezeichnen möchte. Die Umstände, unter denen der Film, der zunächst mit einem anderen Regisseur und einem anderen Hauptdarsteller geplant war, zustande kam, sprechen jedoch die deutliche Sprache eines unkoordinierten Projekts, das sich allein schon aus internen Gründen nicht zum Serienprodukt entwickeln konnte, auch wenn man dieses Planungschaos dem hochwertigen Film nur noch in einzelnen Zügen ansieht.
„Maigret und sein größter Fall“ genießt bei den meisten Simenon-Freunden keinen besonders guten Ruf, was einem Konglomerat an Gründen zuzuschreiben sein dürfte. Als wichtigste tun sich die auf das Kinofeeling der Sechziger mit einem Hauch Wallace-Anleihen fixierte Machart des Films, die nicht ganz dem üblichen Flair der Maigret-Verfilmungen entspricht, sowie die Verkörperung der Titelrolle durch Heinz Rühmann hervor. Rühmann hat eine eigene Art der Maigret-Interpretation, die nicht jedem zusagt, zumal sein großer Ruf einige Prinzipneider hervorbringt. Anders ist jedenfalls die Aussage auf Deutschlands größter und informativster Maigret-Website nicht zu verstehen:

Zitat von Maigret.de: Il caso difficile del commissario Maigret
[D]ie Simenon-Gemeinde ist sich einig: Rühmann ist der mit Abstand schlechteste Maigret-Darsteller.




Ich habe immer gefunden, dass der gewitzte Heinz Rühmann optisch ausgezeichnet in die Maigret-Rolle passte. Man muss der Produktion überhaupt ein Gespür für Gesichter und ein glückliches Produktionsjahr zugestehen, in dem die Vertreter der alten Schule (Heinz Rühmann, Eddi Arent, Alexander Kerst) noch in Saft und Kraft stehen und „neue“ Schauspieler noch keine abgehalfterten Reputationen mit sich tragen (Günther Ungeheuer, Günther Stoll, Ulli Lommel) und im Vergleich zu späteren Auftritten erfrischend jung aussehen. Tragikomisch fällt auf, dass Günther Stoll für seine Rolle die absolute Idealbesetzung ist, weil sie im Prinzip die Geschichte seines eigenen Lebens erzählt: ein von vielen geschätzter Künstler, der durch massiven Drogenkonsum (ja, auch Glimmstängel gehören dazu) gesundheitlich und beruflich sein volles Potenzial nicht ausschöpfen konnte.
Das Drehbuch stammt ausgerechnet von Herbert Reinecker – eigentlich eine ausgezeichnete Wahl für Krimis. Hier jedoch stürzte sich Reinecker mit großer Freude auf die moralischen Aspekte, die in jedem Maigret-Stoff latent mitschwingen und baute sie in einigen Punkten, vor allem einer für seine Skripts typischen Vater-Sohn-Beziehung, aus. Leider verlor Reinecker das Gespür für Tempo aus dem Auge, was sich in Kombination mit der Regie des immer sauber, aber selten wirklich ratzfatz inszenierenden Alfred Weidenmann als größte Schwäche des Films entpuppt: Maigrets größtem Fall fehlt die Dynamik, er gerät ein wenig zäh und trotz aller Versuche, es mit Schauplätzen auszugleichen, unspektakulär.

Zitat von Der Spiegel (50/1966), Neu in Deutschland: Narr an der Bar, 5.12.1966
Regie-Routinier Alfred Weidenmann, der mit Reinecker 1944 schon „Junge Adler“ steigen ließ, nahm auch von Simenon Abstand: Gossen-Milieu und harschen Realismus des Krimi-Klassikers verdreht der Film ins Pittoreske und Mondäne. Der große Fall ist eher klein.




Als richtiggehend verdienstvoll für das Gelingen des Films erweist sich die musikalische Untermalung, die von Erwin Halletz stammt bzw. zusammengestellt wurde. Die französisch-melancholisch dahingleitende Titelmusik ist ebenso ein Ohrwurm wie die bei verschiedenen Gelegenheiten (z.B. im Nachtklub oder bei einem Pfadfindertreffen) vorgetragenen Gesangstücke, die immer der Atmosphäre zuträglich und niemals ablenkend oder zeitschindend ausfallen. Auch die Szenenübergänge, in denen man kurze Dialogfetzen auf Französisch zu hören bekommt, sind eine nette Idee, um die Authentizität der Produktion zu steigern.
Jürgen Roland hätte ich nicht als Regisseur dieses Films sehen wollen, weil er mit den Settings im Süden nicht so selbstverständlich umgehen konnte wie mit denen im hohen Norden und Ende der Sechziger außerdem zu einer leicht schludrigen Inszenierungsweise neigte, wie „Dem Täter auf der Spur“ unter Beweis stellt. Tatsächlich tue ich mich aber schwer damit, einen realistischen Alternativvorschlag für einen Spielleiter zu bringen, der vielleicht eine spannendere und gerafftere Umsetzung auf dem gleichen technischen Niveau zuwege gebracht hätte. Im Prinzip könnte ich hier nur den Namen der Allzweckwaffe Harald Reinl nennen ...

Ein vor Atmosphäre strotzender Film mit super Besetzung (superber Besetzung, wenn Eddi Arent nicht fremdsynchronisiert worden wäre), wunderschön eingefangenen Schauplätzen und einer klangvollen Musik. Leider ist der etwas kurzsichtig „Maigret und sein größter Fall“ betitelte Krimi kein Aushängeschild für Tempo und Nervenkitzel. Eine Fortsetzung hätte es trotzdem geben dürfen. 4 von 5 Punkten.



Die DVD von 3L-Vertrieb wurde hier im Thread schon ausführlich beschrieben. Der gute Transfer mit seinen leuchtenden, aber nicht zu grellen Farben, seiner guten Schärfe und Sauberkeit rettete sich noch aus der E-M-S-Pleite zum „Partnerlabel“ (?) 3L herüber und ist der größte Pluspunkt der Veröffentlichung. Das ist Unglück im Glück im Unglück, weil es natürlich schön ist, dass „Maigret und sein größter Fall“ überhaupt in dieser guten Fassung auf DVD erschienen ist, gleichzeitig aber als sicher angenommen werden kann, dass E-M-S dem Film ein besseres Package mit Extras und hübscher Verpackung spendiert hätte, wohingegen die 3L-DVD kahl und mit ungeschickter Covergestaltung daherkommt. Auf der Disc findet sich dann auch nur der Film ohne alternative Sprach- und Untertiteloptionen und ohne Bonusmaterial. Der Preis hat sich immerhin auf einem akzeptablen Niveau eingependelt – gerade wenn man bei der Händlersuche über Amazon hinausdenkt.

schwarzseher Offline



Beiträge: 531

27.12.2013 10:28
#35 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten

Als ich den Film zum ersten mal gesehen habe muß ich gestehen das ich der " Simenon Gemeinde " voll zugestimmt habe.Bei Maigret habe ich immer irgendwie Rupert Davis vor mir gesehen und H. Rühmann war Pater Brown.
Später, losgelöst von diesen Vorurteilen würde ich Gubanov zustimmen.

blofeld Offline




Beiträge: 407

18.06.2015 11:26
#36 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten

Ich nehme die Rolle von Kommissar Maigret Heinz Rühmann einfach nicht ab, ebenso wie die Rolle des "Braven Soldaten Schwejk". Rühmann ist "Pater Brown" und ganz hervorragend "Der Hauptmann von Köpenick".

Peter Offline




Beiträge: 2.850

18.06.2015 13:39
#37 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten

Zitat von blofeld im Beitrag #36
Ich nehme die Rolle von Kommissar Maigret Heinz Rühmann einfach nicht ab, ebenso wie die Rolle des "Braven Soldaten Schwejk". Rühmann ist "Pater Brown" und ganz hervorragend "Der Hauptmann von Köpenick".

Für "Maigret", "Schwejk" und "Brown" sehe ich es ganz genauso. Als "Hauptmann" ist Rühmann zwar natürlich auch hervorragend und sehr liebenswert, der passendste und beste Voigt aber war weder Rühmann noch Max Adalbert noch Juhnke. Für mich war dies der eindringlich-authentische, asketische, im Innern verzweifelte Rudolf Platte.

Ray Offline



Beiträge: 1.427

26.03.2020 17:14
#38 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten

Maigret und sein größter Fall (AT/I/F/BRD 1966)

Regie: Alfred Weidenmann

Darsteller: Heinz Rühmann, Günther Stoll, Francoise Prévost, Alexander Kerst, Ulli Lommel, Günther Ungeheuer, Günter Strack, Eddi Arent u.a.




Bei einem Raub in einem Pariser Museum wird nicht nur ein Van Gogh gestohlen, sondern auch ein Wachmann erschlagen. Um den Täter nervös zu machen, verhängt Kommissar Maigret eine Nachrichtensperre und lässt eine Kopie des Bildes im Museum aufhängen. Ein englischer Kunstsammler namens Holoway erkennt jedoch, dass es sich bei dem Bild um eine Fälschung handelt und wendet sich an die Polizei. Wenig später wird Holoway tot in einem Hotel in Lausanne aufgefunden...

Klassische Kriminalfilme aus den 1960er-Jahren in Farbe sind unter deutschsprachigen Produktionen per se schon etwas besonderes. Wenn dann auch noch der große Heinz Rühmann in die Rolle eines der berühmtesten Detektive schlüpft, um ihn herum ein Cast voll bekannter Namen an Originalschauplätzen im Ausland dreht und der Titel "Maigrets größten Fall" ankündigt, sind die Erwartungen natürlich immens und es dürfte nicht zuletzt auch dieser Grund sein, warum dem Film seinerzeit nicht der ganz große Erfolg beschieden war. Denn im Falle von "Maigret und sein größter Fall" handelt es sich zwar um keinen herausragenden, aber doch einen allemal sehenswerten Kriminalfilm. Das gemächliche Tempo der Inszenierung Alfred Weidenmanns erweist sich dabei als Fluch und Segen zugleich: Einerseits ist eine ruhige Inszenierung bei einem Krimi fürs Kino zu der Zeit eine wohltuende Abwechslung, andererseits driftet der Film nicht zuletzt wegen des nicht übermäßig interessanten Plots - wenn das Maigrets "größter Fall" war, will man gar nicht die "kleinen" sehen - zwischendurch immer wieder in "gepflegte Langeweile" ab. Interessant bleibt er aber auch in diesen Phasen dennoch, was zum einen an der zurückhaltenden Darbietung Heinz Rühmanns, zum anderen an Günther Stoll liegt, der aus seinem fordernden Part eine Menge herausholt. Auch Alexander Kerst und Günther Ungeheuer wissen zu überzeugen. Überflüssig und seltsamerweise fremdsynchronisiert ist dagegen Eddi Arent. Die unverbrauchten Schauplätze und der gelungene Score von Erwin Halletz runden den Film ab, dem man gewünscht hätte, Grundstein für eine kleinere Reihe gewesen zu sein. Die Maigret-Interpretation Heinz Rühmanns lässt durchaus Potential erkennen, inhaltlich und inszenatorisch hätte man zudem vielleicht noch eine Schippe drauflegen können.

Dafür, dass die DVD von Pidax auf dem Cover mit einer "Remastered Edition" wirbt, ist das Bild aus heutiger Sicht eher mittelmäßig und dürfte daher dem der alten DVD von 3L entsprechen. Als Bonus gibt es den Abdruck des Illustrierten Film-Kuriers, der nicht nur mit einer ausführlichen Inhaltsangabe, sondern auch einigen kurzen und interessanten Hintergrundberichten aufwarten kann.


Auch wenn der Fall nicht das hält, was der Titel verspricht, ist Alfred Weidenmann ein guter Maigret-Film gelungen. Dies verdankt das Werk nicht zuletzt auch dem zurückhaltenden Schauspiel Heinz Rühmanns und der Riege bekannter Nebendarsteller um Günther Stoll. Potential für eine Reihe wäre durchaus vorhanden gewesen. 4 von 5 Punkten.

schwarzseher Offline



Beiträge: 531

26.03.2020 18:58
#39 RE: Maigret und sein größter Fall - Bewertung Zitat · Antworten

Wenn man die Entwicklung der späteren Serien /Filme sieht ( ZB. Atkinsons durchaus gelungene Darstellung )ist/war hier der Vorteil u.a. das die Story nicht so vorhersehbar bzw. durch viele Serien/ Verfilmungen/Bücher bekannt war/ist.
Auch der beste Film ( bei Erstsicht) ist ein wenig "langweilig" wenn man den Plot/ Trick des Kommissars auswendig kennt.
Gefällt mir heute besser als damals .

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz