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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 771 mal aufgerufen
 Giallo Forum
Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

21.02.2008 10:53
Die Mörderbestien (1973) Zitat · Antworten

Die Mörderbestien / La morte ha sorriso all'assassino
IT, 1973

Regie: Aristide Massaccesi
Kamera: Aristide Massaccesi
Musik: Berto Pisano
Darsteller: Klaus Kinski, Ewa Aulin, Angela Bo, Sergio Doria, Giacomo Rossi-Stuart, Marco Mariani, Luciano Rossi, Attilio Dottesio u.a.

Inhalt: Der Film spielt Anfang des 20. Jahrhunderts. Greta (Ewa Aulin) wird in einer verunglückten Postkutsche bewusstlos aufgefunden. Der Kutscher wurde durch den Unfall von einer Wagendeichsel aufgespießt. Das alles passierte in der Nähe eines Landhauses, das Walter von Ravensburg (Sergio Doria) gehört. Er und seine Frau Eva (Angela Bo) nehmen sich der Verunglückten an. Dr. Sturges (Klaus Kinski) wird verständigt.

Dieser glaubt, dass Greta aus dem Reich der Toten zurückgekehrt ist. Nach jahrelanger Forschung glaubt er nun endlich, das Geheimnis des Lebens lüften zu können. Zeitgleich wird das Dienstmädchen der Ravensburgs, die bei Dr. Sturges' Untersuchungen an Greta an der Tür gelauscht hatte, von einer unsichtbaren Gestalt mit einem Gewehr getötet.

Es dauert nur eine kurze Zeit, bis Walter sich in Greta verliebt. Auch seine Frau Eva ist Greta nicht abgeneigt. Doch aus Eifersucht lockt sie Greta in eine Falle und mauert sie lebendig ein. Bei einem Maskenball muss Eva erkennen, dass Greta zurückgekehrt ist - dies in Form einer grässlich entstellten Bestie. Eva wird gerichtet und es folgen daraufhin mehrere Todesfälle. Auch Dr. von Ravensburg (Giacomo Rossi-Stuart), Walters Vater, muss sterben. In welcher Verbindung stand er zu Greta? Inspektor Dannick (Attilio Dottesio) steht vor einem Rätsel. Die Mörderbestie in Form von Greta ist nicht mehr zu stoppen ...

Der Film hat sehr viele Drehbuchschwächen und das merkt man auch. Dadurch gerät der Film oft unübersichtlich und wirr. Als Zuschauer erkennt man viele Ungereimheiten. Dennoch ist Aristide Massaccesi hier ein spannender und außergewöhnlicher Film gelungen, wenn er auch an einigen Stellen sehr brutal ist. Über die Leistungen der Darsteller kann man streiten.

Der Film ist schon spannend gemacht und hat eine gelungen Atmosphäre. Die Musik von Berto Pisano ist sehr schön und der Film von Massaccesi selbst perfekt fotografiert. Er ist wirklich ein sehr guter Kameramann. Im Vergleich zu anderen Filmen Massaccesis, die wohl eher Geschmacksache sind, ist ihm hier meiner Meinung nach sein bester Film gelungen, bei dem er sich große Mühe gegeben hat.


Sollte man sich vielleicht mal ansehen. Mir jedenfalls hat der Film gefallen. Ich empfehle die ungekürzte DVD-Fassung von X-Rated, erhältlich z.B. bei 1A-DVD.ch. Die DVD-Fassung von Best Entertainment dagegen ist gekürzt.

Ein paar Ähnlichkeiten mit Gialli gibt es. Dennoch, dieser Film ist kein Giallo. Er passt aber hier gut rein.

kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

21.02.2008 12:09
#2 RE: Die Mörderbestien (1973) Zitat · Antworten

Dieser "Horror"-Film ist wiklich Geschmackssache - ich fand ihn wirr und langweilig. Das Dehbuch ist in sich eher überfrachtet - zu viele Ideen werden wahllos zusammengeworfen und keine wiklich konsequent zu Ende gedacht. Irgendwie hat die ganze Sache sogar Ählichkeit mit einer Jess-Franco-Produktion, nur fallen die in der Regel unterhaltsamer aus.

Kinski wikt recht gelangweilt - seine Rolle ist allerding auch eher klein. Ewa Aulin hat mir optisch in "I Am What I Am" besser gefallen - wobei der Film an sich noch schlechter war.

Ich habe "Mörderbestien" jedenfalls erst beim zweiten Anlauf zu Ende gesehen, beim ersten Mal bin ich vorher eingeschlafen.

Wer ihn trozdem sehen möchte, kann ihn bei Medienversand.at bestellen - da gibt's die qualitativ gute X-Rated-DVD für 16,99 €.
https://www.medienversand.at/DVD/Gesamtv...-Die-53529.html

Wie die Best-DVD ist, weiß ich nicht, aber von dem Label kaufe ich nichts mehr!

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

Blap Offline




Beiträge: 1.128

22.03.2011 00:39
#3 RE: Die Mörderbestien (1973) Zitat · Antworten

Die Mörderbestien (Italien 1972, Originaltitel: La morte ha sorriso all'assassino)

Ménage à trois und sonstige Umtriebe

Ein adeliges Ehepaar beobachtet den Höllenritt einer Kutsche, der unter lautem Getöse in einen schrecklichen Unfall mündet. Für den Kutscher kommt jede Hilfe zu spät, doch man findet eine junge Frau (Ewa Aulin) nahezu unversehrt im Fahrgastraum des zerstörten Gefährts vor. Walter (Sergio Doria) und Eva (Angela Bo) von Ravensbrück nehmen die Verunglückte bei sich auf, flugs wird der Mediziner Dr. Sturges (Klaus Kinski) einbestellt. Die rätselhafte Schönheit kann sich offenbar an nichts erinnern, Dr. Sturges greift zu ungewöhnlichen Untersuchungsmethoden. Die die blonde Schönheit trägt ein Medallion, welches ihren vermutlichen Namen -Greta- preisgibt. Sturges erkennt jedoch weitere Schriftzeichen auf dem Schmuckstück. Voller Eifer gibt sich der Arzt seinen Forschungen hin, er glaubt endlich das Rätsel des ewigen Lebens entschlüsselt zu haben. Doch seine Freude über einen ersten erfolgreichen Versuch soll nicht lange währen. Von den grausigen Vorfällen im Kellerlabor des Medizinern haben die von Ravensbrücks keine Kenntnis. Schnell schliessen sie ihre attraktive Mitbewohnerin ins Herz, bieten ihr eine dauerhafte Unterkunft, ein neues Zuhause an. Eva entgeht jedoch nicht, dass ihr Gatte der neuen Mitbewohnerin über alle Maßen zugeneigt ist. Greta versteht es auch Eva um den Finger zu wickeln. Eines Tages ist der Bogen überspannt, von rasender Eifersucht angetrieben, lockt Eva die schöne Greta in die Gewölbe unterhalb des Schlosses. Von nun an gilt Greta als verschwunden, sämtliche Suchbemühungen der Polizei verlaufen im Sande. Doch das Grauen lässt sich nicht hinter eine Mauer sperren...

Der kurze Einblick in den Inhalt gibt nur einen kleinen Teil der Vorgänge wieder, die uns Aristide Massaccesi aka Joe D'Amato in einer seiner frühesten Regiearbeiten auftischt. Natürlich bediente er auch die Kamera, erdachte die Story und war am Drehbuch beteiligt. Über D'Amatos Fähigkeiten als Regisseur streitet man sich noch in der heutigen Zeit, während selbst Skeptiker für seine Kameraarbeit meist voll des Lobes sind. Wie dem auch sei, ich konnte mich bisher (meist) mit den Werken des 1999 verstorbenen Filmemachers anfreunden.

Möchte man für "Die Mörderbestien" eine Schublade aufziehen, so wird wohl Einigkeit über die Aufschrift "Horror" vorherrschen. Der Streifen kommt mit einer märchenhaften, verträumten Atmosphäre daher, ab und an kann D'Amato sich nicht beherrschen, streut kleine Ausbrüche in Form von Mettgut und Gegeifer ein. Diese Momente wirken -trotz ihrer grotesk anmutenden Ausführung- nicht wie krampfhaft erzwungene Fremdkörper, vielleicht fügen sie sich gerade aufgrund ihrer Obskurität vortrefflich ein. Der Plot bietet jede Menge Raum für ausufernde Diskussionen. Ist das alles nur an den Haaren herbeigezogener Mumpitz, oder vielmehr eine vielschichtige Erzählung, die sich nur dem aufmerksamen und aufgeschlossenen Filmfreund erschliesst? Ehrlich, ich bin mir da selbst nicht so ganz sicher, die Wahrheit (sofern es eine solche überhaupt gibt) liegt wohl irgendwo zwischen Genie und Stumpfsinn. Mich hat der Film von der ersten Sekunde an eingefangen, der großartige Score von Berto Pisano trägt einen nicht unerheblichen Teil dazu bei, auch wenn die Grenze zum Kitsch hin und wieder spürbar überschritten wird (oder genau deswegen).

Die Besetzungsliste lässt sofort aufhorchen, steht doch der klangvolle Name Klaus Kinski an vorderster Stelle. Es ist kein Geheimnis, Kinksi konnte Kohle stets gut gebrauchen, spielte oft mit gelangweilter Routine seinen Stiefel runter. Tatsächlich wirkt er in der Rolle des Dr. Sturges nicht sonderlich motiviert, umso erstaunlicher mutet seine "treffsichere Präsenz" an, die seine Darbietung in einem absolut gelungen Licht erstrahlen lässt. Ein derart ausgeprägte und verblümte Unverschämtheit, kann sich nur ein echter Könner leisten, um nicht das abgegriffene Wort "Genie" ins Spiel zu bringen. Ewa Aulin ist die nahezu perfekte Besetzung für die Rolle der Greta von Holstein. Ihre puppenhafte Schönheit mutet gleichermaßen harmlos wie unheimlich an, schutzsuchend wie bedrohlich. Die zweite Schönheit namens Angela Bo hat kein leichtes Spiel, löst ihre Aufgabe aber mehr als zufriedenstellend. Sergio Doria wirkt recht unscheinbar, oft regelrecht blass. Auch dies entpuppt sich letztlich als gute Wahl, unterstreicht von Ravensbrücks Hilflosigkeit, lässt ihn zum Spielball der Ereignisse werden. Attilio Dottesio sehen wir als leitenden Ermittler, sein Gesicht wird jeder Freund des italienischen Genrekinos kennen. Es wäre schändlich den grossartigen Luciano Rossi nicht zu erwähnen, obschon er in der obigen Inhaltsangabe keine Erwähnung findet. Aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen, ich wiederhole mich gern, der Film bietet weitaus mehr als man auf den ersten Blick vermuten mag.

"Die Mörderbestien" kein völlig durchgedrehter Trip, aber dennoch weit, weit entfernt von der üblichen -von mir sehr geliebten- Gruselkost der siebziger Jahre. Ist D'Amato ein cleverer Scharlatan, der mit wenig Einsatz zum Ziel (Geld) kommen möchte, oder steckt in diesem Streifen wirklich Herzblut und sogar Anspruch, offenbart sich dem zugeneigten Betrachter ein echtes Kleinod? Egal welches Zahnrad den Takt in diesem Getriebe vorgab, mein Herz hat der Flick ohne Gegenwehr erobert. Der Horrorfilm der siebziger Jahre hat bei mir stets ein leichtes Spiel. Ob solides Handwerk von Hammer und/oder Amicus, ob knuffig-herzliche Mondsucht von und mit Paul Naschy, egal ob aus Großbritannien, Spanien oder Italien stammend (um die wichtigsten Säulen zu nennen), wie trist wäre die Filmwelt ohne diese Schätzchen! Mein altes Herz überspringt vor Freude ein paar Schläge, allein der Gedanke an meine Lieblinge bereitet mir grösste Wonne, jagt mir wohlige Schauer über den Rücken.

Mir liegt die DVD aus dem Hause X-Rated vor, die sich in mittelprächtiger Verfassung präsentiert, aber immerhin die ungekürzte Fassung an Bord hat (im Gegensatz zu diversen Kaufhaus-DVDs). Leider befindet sich nur die deutsche Synchronisation auf der Scheibe, die dem Film nicht gerecht wird. Der italienische Originalton mit Untertiteln wäre mir in diesem Fall lieber. Zusätzlich stört ein leichtes Brummen, mit dem man sich aber abfinden kann. Als Verpackung dient eine -für das Label typische- grosse Hartbox, welche mit unterschiedlichen Covermotiven angeboten wurde. Die DVD geht als brauchbarer Kompromiß durch, eine verbesserte Neuauflage würde ich zu schätzen wissen.

7/10 (gut) + viele Wohlfühl- und Knuffigkeitspunkte!

Lieblingszitat:

"Ich liebe das Landleben"

***

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