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Dieses Thema hat 5.290 Antworten
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Blap Offline




Beiträge: 1.128

30.03.2013 15:21
#5041 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


Kleine Hartbox (Cover B) von CMV



Nightmares (Australien 1980, Originaltitel: Nightmares)

Scherbenhaufen

Noch immer leidet Helen Selleck (Jenny Neumann) unter ihrer traumatischen Vergangenheit, im Kindesalter erlebte sie Ruchlosigkeit und Tod der eigenen Mutter hautnah. Inzwischen ist die junge Frau eine talentierte Schauspielerin, Regisseur George D'alberg (Max Phipps) engagiert die Nachwuchskraft für ein kurz vor der Premiere stehendes Theaterstück. Auch Terry Besanko (Gary Sweet) ergattert eine Rolle, überdies scheint er Helen sehr zugetan, bemüht sich charmant um Nähe. Derweil wird Helen von grausigen Albträumen und Visionen geplagt, bald ereignen sich fürchterliche Morde im Umfeld des Schauspielhauses ...

Bewusst halte ich den Inhaltseinblick zu "Nightmare on the Street" (Titel für den deutschen Markt) kurz. Zwar wird der Streifen gern in die Schublade Slasher sortiert, doch Regisseur John D. Lamond gönnt sich immer wieder Blicke über den Tellerrand, bricht Grenzen des Genres auf. So fällt zunächst die recht offensive Gestaltung diverser Nacktszenen ins Auge, offensichtlich kann und will Lamond seinen Bezug zu erotischen Werken nicht leugnen. Morde machen nicht durch besonders spektakuläre Effekte auf sich aufmerksam, versprühen eher eine bedrückende bis nahezu verstörende Stimmung. Wenn in diversen Klassikern und Mitläufern der -oft maskierte- Schlitzer meuchelt, macht sich beim Zuschauer angenehme Horroratmosphäre breit. Hier greift dieses ungeschriebene Gesetz nicht, hier wird die wohlig blutwarme Suhle zur unbequemen Lava des Schmerzes. "Nightmares" stellt Killer und Motiv klar in den Raum, dreht Ensemble und Betrachter dennoch durch den Fleischwolf, nicht nur Glas zerspittert im Wahn aus Lust, Leid und Terror. Nicht minder elektrisierend Schnitt- und Szenenfolge, Taumel zwischen Hektik und Liebe zum Detail, bei Betrachtung des Gesamtpakets durchweg stimmig.

Großes Lob für Hauptdarstellerin Jenny Neumann. Wüste Übertreibungen treffen subtile Zwischentöne, Schönheit wird im Eiltempo zur Haßfratze, zu keiner Sekunde lässt mich die junge Dame unberührt, nie war hemmungslose Übertreibung prächtiger. Gary Sweet sorgt für Ansätze von Erdung, sein Terry ist ein angenehmer Typ, wünschen wir ihm Glück (was freilich ein hoffnungsloses Unterfangen bleibt). Max Phipps poltert als schablonenhafter Regisseur durch den Saal, zeigt sich zunehmend dünnfellig. Vor allem John Michael Howson darf für herrliche Momente sorgen, in der Rolle des tuntigen Kritikers Bennett Collingswood spuckt er Gift und Galle, will manchen Beteiligten nicht nur auf den schmerzempfindlichen Zahn fühlen. Ich möchte mich nicht in endlosen Auflistungen ergehen, belasse es bei herausragenden Charakteren, verneige mich erneut vor Jenny Neumann!

Ist "Nightmares" Kunst im Schundgewand? Schund im Kunstgewand? Großes Kino auf kleinem Fuß? Vielleicht die verkannte Avantgarde des Schlitzerfilms? Egal zu welchem Ergebnis man kommen mag, sofern überhaupt ein Stempel haftet, dieses Werk ist ein besonderer Film, ergißt sich abseits des großen Stroms in mein Herz, Hirn und den fahlen Schein des Grauens. Mir ist das einen Eintrag ins Buch der unverkrampft-abseitigen Spektakel wert. Down Under dreht am Rad, meine Rübe fühlt sich zwischen den rotierenden Speichen wohl. Danke!

CMV präsentiert "Nightmares" auf einer soliden DVD, der Bonusbereich besteht aus Trailern und einer Bildergalerie. Als Verpackung dienen kleine Hartboxen, zwei unterschiedliche Cover stehen zur Verfügung.

In Zahlen? Muß das unbedingt sein? 7/10? 10/10 für Jenny Neumann, 10/10 für Mut und Kreativität der Verantwortlichen!


Lieblingszitat:

"Lass diese Scherze!"

***

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

01.04.2013 12:09
#5042 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

• Scanners (Kanada 1981) - Über die Klasse dieser Cronenberg Perle muß ich mich nicht auslassen, zur BD aus dem Hause Subkultur jedoch ein paar Worte. "Scanners" liegt in sehr ansprechender Qualität vor, im Bonusbereich wurde ein Interview mit Hauptdarsteller Stephen Lack untergebracht. Herrlich, ich könnte den launigen Ausführungen stundenlang zuhören, leider fällt bereits nach knapp 15 Minuten die Klappe.

Besser kann man 17€ kaum investieren! Klarer Kauftipp! Achtung: Meine Empfehlung gilt lediglich für die BD von Subkultur Entertainment, nicht für die Scheibe von Koch/Black Hill!

***

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Georg Offline




Beiträge: 3.220

01.04.2013 17:26
#5043 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

In den letzten Wochen

DER MANN OHNE SCHATTEN
Krimiserie (BRD 1994-1996): Helmut Ringelmanns Versuch, bei RTL zu landen. 15 Episoden mit Starbesetzung und vorzüglichen Leuten hinter der Kamera. Aber der Kick fehlt ...
In den Hauptrollen: Gerd Böckmann, Evelyn Opela und Christian Berkel
Drehbuch: Herbert Reinecker, Günter Gräwert, Paul Hengge, Volker Vogeler
Produzent: Helmut Ringelmann
Regie: Zbyněk Brynych, Günter Gräwert, Gero Erhardt, Franz Peter Wirth, Dietrich Haugk, Jürgen Goslar

Eine Krimireihe der ganz anderen Art wollte Helmut Ringelmann mit dieser Produktion schaffen. 15 Folgen wurden gedreht, doch schon nach der Ausstrahlung einiger Episoden war klar, dass das nicht weiterproduziert wird. Ringelmann schob es damals der Werbung in die Schuhe, in Wirklichkeit kamen die meisten Geschichten nicht wirklich in Schwung und wirkten etwas sehr abgehoben. Trotzdem: eine Sichtung der Serie ist wegen der tollen Darsteller sicherlich vertretbar: typische Ringelmann-Prominenz ist mit dabei und für Wallace-Fans sind auch einige Verdächtige aus den alten Filmen zu sehen. Außerdem schrieb Paul Hengge, Autor der Spät-Wallace-Phase, auch einige Drehbücher. Ungünstig für die Serie war wohl auch, dass RTL die Folgen in völlig vermischter Reihenfolge sendete und so durchgängige Handlungsstränge total durcheinander gebracht wurden. Ein Beispiel: die erste Folge wurde an siebter Stelle gezeigt, die zwölftproduzierte Folge eröffnete dafür die Reihe (tja ...) ...
Seit der Erstausstrahlung habe ich diese Serie nicht mehr gesehen und es wird jetzt wohl mindestens wieder solange dauern, bis die DVDs in den Player wandern. Immerhin: einige Episoden waren recht spannend, mein Favorit ist Die Wahrheit wissen nur die Toten (Buch & Regie: Günter Gräwert, wen wundert's da?) und auch Herbert Reineckers Der Tod fährt erster Klasse (nein, kein Remake des gleichnamigen Kommissar-Drehbuchs, sondern wohl eine Umbenennung durch den Regisseur, Arbeitstitel war der für viele wohl nicht verständliche Titel Das Menetekel) war okay.
Tragisches Detail: sowohl Brynych als auch Gräwert gaben hier ihre Abschiedsvorstellung. Nach der Episode Der Bomber starb Brynych in Prag, während der Ausstrahlung der Reihe starb Günter Gräwert, so dass er seine Episode Die Wahrheit wissen nur die Toten nicht mehr am Bildschirm mitverfolgen konnte.
Natürlich kann eine solche Sichtung nicht erfolgen, ohne dabei ausführlich auf meiner Homepage zu berichten. Dort habe ich auch jede Menge Hintergrundinfos gesammelt und als Bonus gibt's ein Interview mit Helmut Trunz, dem Komponisten der Titelmusik, der Filmmusik zu 14 der 15 Episoden und dem Kameramann der erstproduzierten Folge, der mir im März freundlicher Weise auf einige Fragen geantwortet hat.

http://krimiserien.heimat.eu/m/der_mann_ohne_schatten.htm

P. S.: Auf eine DVD-Veröffentlichung wartet man bisher vergebens ...

Blap Offline




Beiträge: 1.128

03.04.2013 23:34
#5044 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


DVD: Double Feature von Code Red (USA)



Dr. Jekyll vs. The Werewolf (Spanien 1972, Originaltitel: Dr. Jekyll y el Hombre Lobo)

Leidenschaft, Eifersucht & Peitschenzucht

Imre Kosta (José Marco) lebt seit vielen Jahren in England, er stammt jedoch aus einer abgelegenen Gegend im Südosten Europas. Mit Gattin Justine (Shirley Corrigan) im Schlepptau, sucht Imre das Grab seiner Eltern auf, dort werden die Eheleute von üblen Gaunern überfallen. Justine erlebt die gnadenlose Tötung ihres Mannes, kann aber vom herbeieilenden Waldemar Daninsky (Paul Naschy) aus den Fängen der Mördbuben gerettet werden. Waldemar erweist sich als fürsorglicher Gastgeber, doch er leidet unter einem schrecklichen Fluch. Bei Vollmond verwandelt sich Waldemar in einen Werwolf, niemand kann die reißende Bestie kontrollieren. Justine ist ihrem Retter sehr zugetan und will helfen. Gemeinsam reist man zurück nach London, vielleicht kann Justines alter Freund Dr. Henry Jekyll (Jack Taylor) Waldemar heilen. Zunächst zeigt sich Dr. Jekyll skeptisch, schreitet dann aber mit Unterstützung seiner Zuarbeiterin Sandra (Mirta Miller) zur Tat. Tatsächlich gibt es Anlaß zur Hoffnung, obschon Jekylls Therapie große Risiken für Waldemar birgt. Keiner erkennt die drohende Gefahr, Sandras Eifersucht schäumt hasserfüllt über ...

Regisseur León Klimovsky und Multitalent Paul Naschy waren ein grandioses Team, wir verdanken ihnen einige wundervolle Filmperlen, überwiegend im Horrorgenre angesiedelt. In Deutschland wurde der hier kurz vorgestellte Streifen unter dem Titel "Die Nacht der blutigen Wölfe" vermarktet. Die bewährte Geschichte um die Tragik des Werwolfs, verschmilzt mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde zu einem interessanten und herrlich waghalsigen Gebilde. So mutet der Therapieansatz des hilfsbereiten Dr. Jekyll äusserst abenteuerlich an, vermutlich würden sogar Baron Frankenstein die Haare steil zu Berge stehen. Ich will nicht ins Detail gehen, lasst euch überraschen! Freilich bietet "Dr. Jekyll y el Hombre Lobo" schmackhafte Zutaten auf: Friedhof, Totenschädel, Geblubber im Labor, Werwolf im Blutrausch, Mr. Hyde im Wahn des Bösen, Liebe, Eifersucht, Hass und schmackhafte Auslagen (welche bei Bedarf per Peitsche gezüchtigt werden). Zarte Liebe prallt auf ruchlose Boshaftigkeit, eingebettet in stimmungsvolle Kulissen. Hölle, wie wohl fühle ich mich in dieser Suhle! Wenn Mirta Miller die Peitsche schwingt, wenn Paul im post-psychedelischen Beatschuppen mehrere Verwandlungen durchläuft, den gesamten Saustall innerhalb weniger Sekunden aufmischt, möchte ich vor lauter Glückseligkeit auf meinem Sofa Salti schlagen!

Paul Naschy in seiner Paraderolle Waldemar Daninsky, einmal mehr kämpft der warmherzige Waldemar mit dem finsteren Fluch, muß als Werwolf unfreiwillig Angst und Schrecken verbreiten. Damit nicht genug, Herr Naschy streift zusätzlich als abgrundtief widerwärtiger Perversling durch London, drangsaliert seine Opfer mit einem un­nach­ahm­lich irren Gesichtsausdruck, wechselt munter zwischen Mann, Unhold und Werwolf, mehr Freudenfest geht kaum! Mein lieber Knuffel zeichnet für Story und Drehbuch verantwortlich, ein waghalsiger Ritt durch den Horrorkosmos, grotesk und genial, eben typisch Paul Naschy! Jack Taylor ist jedem Fan europäischer Exploitation bekannt, verrichtete seine Arbeit häufig unter der Regie von Jess Franco (leider ist Jess Franco gestern (02.04.2013) verstorben, nun liegt mir ein Stein im Magen und ich ringe mit den Tränen. Verzeiht, es ist ein anderes Thema, aber ich komme seit dem gestrigen Tag nicht davon los). Interessanterweise fällt Dr. Jekyll in diesem Werk eine andere Rolle als üblich zu, er bleibt dennoch ein tragischer Charakter, Taylor spielt gewohnt solide und angenehm. José Marco dominiert das Geschehen nur zu Beginn, alte Verbundenheit zur verlassenen Heimat kann sehr verhängnisvolle Nebenwirkungen zur Folge haben. Mit Luis Induni ist ein sehr gefragter Nebendarsteller an Bord, seine Filmographie umfasst mehr als zweihundert Einträge. Induni mimt den feigen und skrupellosen Hinterlandganoven, unverzichtbares Klischees innerhalb der kargen Schönheit des fiktiven Südosteuropa vergangener Jahrzehnte. Raub, Notzucht und Mord, normaler Alltag des abscheulichen Pöbels. Zwei attraktive Damen wirken tatkräftig mit, Shirley Corrigan als blondes Herzchen, Mirta Miller macht uns das infame Miststück. Klar, die Sause fußt auf einem bezaubernd abstrusen Plot, gleichwohl sorgt das aufgeladene Beziehungsgeflecht für prachtvolle Momente, irgendwo zwischen Himmel, Peitsche und Höllenschlund pulsierend.

Vollbedienung für Verehrer des spanischen Horrorkinos, Vollbedienung für Fans des unvergessenen Paul Naschy, ich erspare uns die Auflistung weiterer Disziplinen der Glückseligkeit. So sieht großartiger Eurohorror/Eurokult der siebziger Jahre aus (ja, hier darf man ohne flaues Gefühl von "Kult" sprechen)! Noch wichtiger, so fühlt sich faszinierendes Kino an, es lebt und bebt, es ist überdreht, erotisch, humorvoll und auf liebenswerte Art sadistisch. Mirta, gib mir die Peitsche, lass die Klatsche auf mein fauliges Fleisch knallen! Hölle, wie ich diesen Stoff liebe!

Bereits 2002 veröffentlichte Mondo Macabro den Film in England. Auf dieser Scheibe ist leider lediglich die spanische Fassung enthalten, ergo bleiben die schmackhaften Früchte der Damen im Körbchen. Erfreulichweise präsentiert Code Red den Streifen nun in seiner ganzen Pracht, labt frisches Obst des Betrachters entzündete Augen. Neben "Dr. Jekyll vs. The Werewolf" befindet sich eine weitere Regiearbeit von León Klimovsky auf dem Silberling, das Werk trägt den klangvollen Titel "The Vampires Night Orgy" ( La orgía nocturna de los vampiros, 1974), Kurzkommentar demnächst in dieser Klinik. Bestellbar direkt beim Erzeuger: http://www.codereddvd.com/

Dicke 8/10 (sehr gut) + unermeßliche Wohlfühlatmosphäre und Knuffigkeit!!!


Lieblingszitat:

"It's the living I fear, not the dead."

***

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

10.04.2013 20:00
#5045 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Im Ultrakurzformat:


• Knightriders - Ritter auf heissen Öfen (USA 1981) - George A. Romero setzt seine Ritter auf Mopeds, strickt daraus einen Film über Außenseiter. Ed Harris als unbeugsamer(?) "König", Tom Savini gibt den Gegenpol. Aussteiger auf der Suche nach Freiheit und Individualität, doch der ständige Geldmangel führt zu Zerwürfnissen innerhalb der Gruppe.

"Knightriders" kommt nur auf den ersten Blick verschroben daher, erzählt letztlich nichts anderes als die übliche Story vom tragischen Rebell. Romero hält den Zuschauer zunächst auf Distanz zu seinen Charakteren, erschwert manchen Betrachtern dadurch eventuell den Zugang. Lediglich das arg pathetisch Ende trifft nicht meinen Nerv, ansonsten habe ich gern rund 140 Minuten am Rande der Gesellschaft verbracht (wo ich mich sowieso ständig aufhalte, wie mir zu Ohren kam). KSM präsentiert den Film in solider Qualität, hier wird die ungekürzte Fassung geboten, damals nicht synchronisierte Dialoge sind mit deutschen Untertiteln versehen. Übrigens wurden bereits BD-Auswertungen für den englischen (Arrow) und amerikanischen Markt (Shout! Factory) angekündigt. Ich bin mit der KSM-DVD zufrieden, Romero funktioniert auch ohne "echte" Zombies.

6,5/10 (oberste Mittelklasse)



• Triangle (Australien, Großbritannien 2009) - Melissa George spielt die alleinerziehende Mutter Jess, eine kleine Bootstour mit Freunden und Bekannten entwickelt sich zum Albtraum ...

Ich möchte nicht näher auf den Inhalt eingehen, lasst euch von "Triangle" auf einen Horrortrip der etwas anderen Art entführen. Zwar erfindet Regisseur und Autor Christopher Smith das Genre nicht neu, dennoch mutet sein Werk erfrischend an. Vor allem die Leistung von Hauptdarstellerin Melissa George bleibt in Erinnerung, die junge Dame liefert eine beeindruckende Leistung ab, verhilft ihrer "Jess" immer wieder zu neuen Facetten. Melissa und Christopher, ich werde euch gern im Auge behalten. Ascot Elite zeigt den Film in schöner Qualität, ich bin mit der BD sehr zufrieden.

7/10 (gut)



• Der Schatz im All (Italien, Frankreich, Deutschland 1987) - "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson wurde häufig verfilmt, diesmal verlegte man die Handlung die Zukunft, führt das Abenteuer Schatzsucher, Piraten und den zwölfjährigen Jimmy tief hinaus ins Weltall. Regie führte Antonio Margheriti, einer der wichtigsten Filmemacher des italienischen Genrekinos. Für diese TV-Serie konnten bekannte Gesichter verpflichtet werden, freut euch auf sieben Folgen bester Unterhaltung, knapp sechs Stunden Spannung und Spaß im All!

In der ersten Folge dominiert Ernest Borgnine das Geschehen, die prologartig angelegte Episode stellt Weichen, auch wenn Borgnine danach lediglich in kurzen Rückblenden zu sehen ist. Anthony Quinn, Klaus Löwitsch, David Warbeck und Philippe Leroy sind Stars der Serie, die Hauptrolle übernahm Itaco Nardulli. Kinder können sehr unangenehme Erscheinungen in Filmen/Serien sein, aber der wirklich putzige Itaco Nardulli hat sofort mein Herz erobert. Leider verstarb der Junge 1991 bei einem Badeunfall, er wurde lediglich 16 Jahre jung. In Nebenrollen werden Fans des europäischen Kinos geschätzte Gesichter erkennen, so sind z. B. Giovanni Lombardo Radice und Salvatore Borghese (bekannter als Sal Borgese) mit von der Partie. Hinzu kommt die stilsichere Inszenierung des zuverlässigen Antonio Margheriti, an schöner Ausstattung und stimmungsvollen Kulissen mangelt es ebenfalls nicht.

Verteilt auf drei DVDs, kommt die TV-Serie in guter Qualität ins Haus. "Familientaugliche Unterhaltung" ist eher nicht mein Spielfeld, aber hier wird wird toller Stoff geboten, klarer Kauftipp!

8/10 (sehr gut)

***

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

14.04.2013 20:03
#5046 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


DVD: Code Red (USA)



Terminal Island (USA 1973, Originaltitel: Terminal Island)

Vom Foltercamp zur Post-Hippiekommune?

In den USA werden zum Tode verurteilte Straftäter nicht mehr hingerichtet. Stattdessen verbannt man die Damen und Herren auf eine Insel vor der kalifornischen Küste, weitestgehend unkontrolliert und von der restlichen Welt abgeschnitten. Psychopath Bobby (Sean Kenney) hat die Macht auf dem Eiland an sich gerissen, führt mit Hilfe brutaler Schergen ein gnadenloses Regime. Neuankömmling Carmen (Ena Hartman) lernt schnell den harten Alltag kennen, die wenigen Frauen werden ständig erniedrigt und geschändet. Dennoch hält Bobby nicht alle Inselbewohner unter seiner sadistischen Fuchtel, eine kleine Gruppe úm A.J. (Don Marshall) schlägt sich auf eigene Faust durch. Eines Tages befreit A.J. die geknechteten Frauen aus den Klauen des Gewaltherrschers, Carmen und ihre Begleiterinnen schließen sich den Rebellen an ...

Stephanie Rothman inszenierte u. a. den "tragisch-schönen" Vampirstreifen "The Velvet Vampire" (1971), für zarte Zwischentöne bleibt in "Terminal Island" deutlich weniger Raum. Trotz Gewalt, Sex und überwiegend grober Dialoge, beschränkt sich Rothman nicht auf stupides Geschlachte, bedient sich clever aus unterschiedlichen Genretöpfen. So würde der staatliche Umgang mit unliebsamen Subjekten in dystopische Werke passen, während die Besetzung der "Heldenrollen" in Richtung Blaxploitation weist. Kalt und konsequent entledigt sich die Staatsgewalt lästiger Bürger, wer auf die Insel kommt gilt als tot, selbstverständlich behördlich beurkundet. Tatsächlich geht es auf der Insel übel zur Sache, gewissermaßen ein übergroßer Schlachthof mit begrenztem Auslauf für Vieh und Metzgergesellen. Als zynischer Metzgermeister hält sich Vater Staat im Hintergrund, möge sich der Pöbel bitte gegenseitig fressen. Schauwerte hin oder her, "Terminal Island" transportiert vor allem jede Menge Zeitgeist der späten sechziger/frühen siebziger Jahre, Rebellion gegen unmenschliche Zustände ist Plicht, bei Bedarf mit Gewalt, mit freundlichen Grüßen in Richtung Richard Nixon.

Don Marshall gefällt als mutiger Rebellenführer, sein Gegenpol Sean Kenney hinterlässt freilich den bleibenderen Eindruck, darf er doch den völlig haltlosen und austickenden Irren vom Stapel lassen. Ena Hartman gibt die unbeugsame Schwarze, kommt mir wie Pam Grier im Schmalspurformat vor. Phyllis Davis fällt als -gar nicht dummes- Blondchen positiv auf, Tom Selleck sehen wir als Arzt auf Dope. Ich will nicht alle Namen abspulen, freut auf treffsicher besetzte Haupt- und Nebenrollen, fiese Fratzen, hartes Muskelfleisch und nackte Haut.

"Terminal Island" gefällt als "wüster Reißer mit Message", sammelt Punkte mit seiner wilden Mixtur aus Dystopie, Blaxploitation, Foltercamp, Action, Gewalt, Erotik und einer Prise Humor. In Deutschland wurde das Werk unter dem Titel "Männer wie Tiger" ausgewertet. Leider habe ich diese Fassung noch nicht gesehen, jedoch lassen kurze Einblicke auf deutliche Veränderungen der Marschrichtung schließen. Darauf weist nicht nur die stark gekürzte Spieldauer hin, offenbar hat man massiv an den Dialogen geschraubt, den Streifen zu einer Nummernrevue platter Sprüche umfunktionert. Sicher keine sorgfältige Behandlung der Vorlage, aber vermutlich ein herrlich unterhaltsames Beispiel für eigenwillige "Synchronkultur" vergangener Jahrzehnte.

Mir liegt "Terminal Island" als DVD aus dem Hause Code Red vor. Geboten wird ansprechende Qualität, interessante Interviews mit Sean Kenney und Don Marshall, auf Wunsch gibt es einen Audiokommentar aufs Ohr, Trailer zum Film und weiteren Titeln aus dem Labelprogramm, ferner Phyllis Davis per Telefoninterview. Klarer Kauftipp, beide Daumen hoch!

Dicke 7,5/10 (gut bis sehr gut)


Lieblingszitat:

"I'm gonna cut your liver out, man!"

***

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

17.04.2013 12:33
#5047 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Im Ultrakurzformat:



• Joshua Tree (USA 1993) - Santee (Dolph Lundgren) ist in kriminelle Machenschaften verstrickt, Kumpel Eddie Turner (Ken Foree) fällt bösartigen Drahtziehern zum Opfer. Nun muß Santee als Sündenbock herhalten, sich gegen mordlüsterne Cops zur Wehr setzen ...

Was für ein Knüller! Prächtiger B-Actioner vor großartiger Kulisse, perfekt besetzt. Mein Dolph in Bestform, Kristian Alfonso als attraktive Begleiterin, George Segal dreht in der Rolle des korrupten Bullen völlig ab, grandios! Es setzt Prügel, es wird geballert, es mangelt nicht an Härte und Humor, zwischen Dolph und seiner "Geisel" knistert es gewaltig. Vollbedienung!

Bisher lag mir der Streifen lediglich auf der schwachen Scheibe von Laser Paradise vor, die dem Film nicht ansatzweise gerecht wird ("Barret - Das Gesetz der Rache"). Abhilfe schafft die sehr schöne BD/DVD Combo (BD: Regionalcode A) aus den USA, endlich erstahlt "Joshua Tree" in seiner gesamten Pracht! Mir fällt der Verzicht auf die deutsche Synchronisation in diesem Fall leicht, da deren Qualität sowieso sehr bescheiden ausgefallen ist.

Extrem feiste 9/10 (überragend)



• Panische Zeiten (Deutschland 1980) - Udo Lindenberg (Udo Lindenberg) gerät in die Fänge der Staatsgewalt, Detektiv Carl Coolman (Udo Lindenberg) macht sich auf die Suche nach dem entführten Rockstar ...

Erschfrischend naiv eiern Udo und seine Mannschaft durch diese Sause, fröhliche Laiendarsteller treffen auf diverse Profis (z. B. Vera Tschechowa, Eddie Constantine), das Drehbuch schlägt irre Purzelbäume. Obendrauf gibt es eine kräftige Portion Hamburg, typische Stimmung der späten siebziger/frühen achtziger Jahre, Udo haut jede Menge lockere Sprüche raus, abgerundet durch einige Songs aus des Meisters Repertoire. Für Lindenberg Fans sehenswert, für Freunde des deutschen Films sehenswert, irgendwie anders, dennoch typisch. Mag ich.

Turbine hat dem Streifen eine tolle Auswertung spendiert. "Panische Zeiten" liegt in sehr ansprechender Qualität vor, interessante Boni runden das Paket ab.

7/10 (gut)

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

21.04.2013 18:46
#5048 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

• River of Death (USA 1989) - Michael Dudikoff führt diverse Gestalten tief in den Dschungel, eine geheimnisvolle Siedung soll gefunden werden. Unterschiedliche Motive treiben die beteiligten Damen und Herren, bereits im Verlauf der "Anreise" sind erste Verluste zu beklagen ...

Michael Dudikoff diesmal nicht als nahezu unzerstörbarer Oberklopper, die Rolle des eher durchschnittlichen Abenteurers steht im durchaus gut zu Gesicht. In den Nebenrollen wird nicht mit gestandenen Charakterköpfen gegeizt, Donald Pleasence ist als reicher Geschäftsmann unterwegs, Herbert Lom gibt den zwielichtigen Polizist, Robert Vaughn führt im Dschungel ein Camp des Grauens, L.Q. Jones wird vielen Filmfreunden ebenfalls ein Begriff sein. Für Schmunzler sorgt die unfassbare Darbietung einer jungen Dame namens Cynthia Erland.

"River of Death" wurde im Jahr 1965 angesiedelt. Zum Auftakt gibt es einen stimmungsvollen Blick zurück auf die letzten Tage der Naziherrschaft, Pleasence und Vaughn dürfen ordentlich vom Leder ziehen. Leider kommt Robert Vaughn insgesamt insgesamt zu kurz, taucht erst wieder im Finale auf, schade. Mir bereitet der Mix aus Abenteuer, Action und Unfug viel Freude, an der DVD aus der Reihe "KSM Klassiker" gibt es nichts zu meckern, gute Qualität zum sehr fanfreundlichen Preis. Als deutlich stärkere Alternative (oder zünftiges Double Feature) bietet sich "Blutgericht am Amazonas" an, erschienen im Rahmen der Trash Collection aus dem Hause CMV.

6,5/10 (oberste Mittelklasse)

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Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.506

22.04.2013 14:27
#5049 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Unsere schönsten Jahre
12-teilige TV-Serie, BRD 1983/1985. Mit Uschi Glas, Elmar Wepper, Helmut Fischer, Veronika Fitz, Werner Kreindl, Siegfried Rauch, Monika Baumgartner, Pierre Franckh, Veronika Faber, Jocelyne Boisseau, Walter Sedlmayr, Christiane Krüger, Helga Anders, Ute Willing, Holger Petzold, Renate Muhri, Helma Seitz, Paula Braend, Toni Berger, Sky Dumont, Reinhard Glemnitz, Ulrich Beiger, Alf Marholm, Hans Häckermann, Hans-Reinhard Müller, Hans Jürgen Diedrich, Susanne Beck, Horst Janson, Käte Jaenicke, Werner Pochath, Peer Augustinski, Angela Hillebrecht, Claus Biederstaedt, Claudia Butenuth, Henry van Lyck, Gustl Bayrhammer, Charles M. Huber, Harald Leipnitz, Willy Harlander u. v. a. Buch: Franz Geiger (Folge 1-6), Michael Braun (Folge 7-12). Regie: Franz Geiger (Folge 1,4), Alfred Weidenmann (Folge 2, 5, 6), Zbynek Brynych (Folge 3), Michael Braun (Folge 7-12).

Unsere schönsten Jahre - der Name der Serie ist mitnichten ironisch zu verstehen. Produzent Helmut Ringelmann wandelt zur Abwechslung einmal nicht auf Krimi-Pfaden und fabriziert stattdessen humorig-romantisches Wohlfühl-Fernsehen - mit Erfolg! Die Liebesgeschichte zwischen der Sportartikelverkäuferin Elfi Ortlieb (Uschi Glas) und dem selbstständigen Schreinermeister Raimund Sommer (Elmar Wepper) verfängt. Als die beiden Ur-Münchner sich kennenlernen, sind sie bereits Ende 30 und haben jeweils eine gescheiterte Ehe hinter sich. Elfi ist mit ihrer Rolle als Gspusi des Versicherungskaufmanns Herbert Dirscherl (Helmut Fischer) zunehmend unglücklich und sehnt sich nach einer "richtigen" Beziehung. Und mit Raimund "passt es einfach". Bald ziehen die beiden zusammen und wagen sich vor den Traualtar. Doch berufliche Sorgen und das Dauerthema Eifersucht sorgen für genretypische Turbulenzen.

Bereits in "Polizeiinspektion 1" waren Glas und Wepper als Ehepaar zu sehen. Insofern ging Ringelmann mit der Verpflichtung seiner Hauptdarsteller auf "Nummer sicher". Tatsächlich harmonieren die beiden perfekt miteinander - und tragen mit ihrem Spiel wesentlich zum Gelingen des Zwölfteilers bei. Franz Geiger hat die ersten sechs Folgen in ein dramaturgisch interessantes Korsett gesteckt, das deutlich von der Erzählweise der beiden Überklassiker der bajuwarischen Unterhaltungsserie - "Münchner Geschichten" und "Monaco Franze" - inspiriert ist. An jenen Großerfolgen hatte er ebenfalls als Autor mitgewirkt. Geiger arbeitet bewusst mit Auslassungen zwischen den einzelnen Episoden, lässt dem Zuschauer Raum zum Mitdenken. Michael Braun wählt in der zweiten Staffel einen etwas anderen Ansatz. Allgemein entwickelt sich der Plot etwas seichter, auch die Dialoge sind nicht mehr so spitzzüngig, wie noch unter Geiger. Man muss Braun jedoch zugute halten, dass er nur noch in einer Folge auf das wohl größte Trumpfas der Serie zurückgreifen kann: Helmut Fischer, der seine Paraderolle als eloquenter Vorstadt-Strizzi hier zwar nur in Sidekick-Funktion ausüben darf, aber dennoch jede seiner Szenen dominiert.

Auch der übliche Cast kann sich sehen lassen. Veronika Fitz erträgt als Ehefrau von Helmut Fischer dessen Eskapaden mit einer Mischung aus Resignation und Sarkasmus. Siegfried Rauch - optisch genau in der Mitte zwischen Frank Keeney und Kapitän Paulsen - gibt den sympathischen Chef/Geschäftspartner, Werner Kreindl hat als lebenskluger Schreinerei-Mitarbeiter immer ein Bonmot auf den Lippen. Pierre Franckh, der Weppers Figur zeitweilig in dessen Betrieb vertritt, spielt hier - abseits von "Derrick" und Konsorten - tatsächlich eine völlig normale Rolle, die so bodenständig und geerdet ist, dass sie lieber mit der etwas verhuschten Sekretärin Monika Baumgartner in den Ehehafen einläuft, als den Reizen von Jetset-Girl Ute Willing zu erliegen.

Sehr prägnant ist der melancholische Titelsong "Give me your Love" - eine von Synthesizer-Klängen dominierte Frank-Duval-Soundmatrize, die im September 1983 bis auf Platz 2 der deutschen Singlecharts emporschoss.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

23.04.2013 22:48
#5050 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten





The Loreley's Grasp - Die Bestie im Mädchen-Pensionat (Spanien 1976, Originaltitel: Las garras de Lorelei)

Herzliches mit Helga

Eine beschauliche Ortschaft am Rhein wird von einer Bestie heimgesucht. Im fahlen Mondlicht rückt das Ungetüm an, reißt entsetzten Opfern das Herz heraus und verschwindet. In der Nähe besuchen jungen Damen eine Privatschule, beunruhigt engagiert man auf Empfehlung den erfahrenen Jäger Sigurd (Tony Kendall), er soll mögliche Übergriffe des grausamen Killers unterbinden. Lehrkraft Elke (Silvia Tortosa) zeigt zunächst wenig Begeisterung für die Anwesenheit des Beschützers, schließlich bringt der smarte Bursche sämtliche Liebeshormone der Schülerinnen in Wallung. Außerhalb Sigurds Arbeitsbereichs kommt es zu weiteren Morden. Der verwirrt anmutende Professor Van Landen (Ángel Menéndez), erläutert dem Jäger eine erschreckende Theorie! Im Schein des Mondes erhebt sich Loreley aus den Fluten des Rheins, verwandelt sich in ein blutrünstiges Monster, ein Monster welches sich von den Herzen seiner Opfer ernährt. Sigurd trifft in der Nähe des Flusses auf eine atemberaubend schöne Frau (Helga Liné), wird von prickelnder Faszination und Zuneigung ergriffen. Handelt es sich tatsächlich um die legendäre Loreley? Kann Sigurd zukünftige Morde verhindern? Welche Pläne hat die rätselhafte Schönheit mit Sigurd? ... und welcher Art sind Elkes Gefühle, deren Abneigung gegen den attraktiven Mann allzu übertrieben und vorgeschoben wirkt ...???

Regisseur Amando de Ossorio ist vor allem für "Die Nacht der reitenden Leichen" (La noche del terror ciego, 1971) bekannt. Diesem Klassiker des spanischen Horrorfilms folgten drei -ebenfalls von de Ossorio inszenierte- Fortsetzungen. Seine Interpretation der Loreley Sage, vermengt mit den Nibelungen, ist weitaus weniger bekannt, sollte Freunde des Genres auf Anhieb für sich gewinnen. Liebhaber bekommen all die herrlichen Zutaten geboten, für die sie Filme dieser Beschaffenheit schätzen und verehren.

Mit Silvia Tortosa und Helga Liné gibt es gleich zwei umwerfend schöne Frauen zu bewundern, die Damen standen auch für Eugenio Martins "Horror Express" (1972) gemeinsam vor der Kamera. An der Seite von Helga Liné würde ich sofort in den Fluten des Rheins versinken, über ihre kleinen Beutezüge bei Vollmond sehe ich gern hinweg. Tony Kendall gibt den coolen Helden, natürlich ganz Macho mit Kippe in der Schnauze und behaarter Brust, Gewehr und Messer stets griffbereit. Ángel Menéndez gibt den verschrobenen Wissenschaftler, Gesichtsruine Luis Barboo macht uns den Alberich, brutaler Scherge des Bösen, herrlich. Luis Induni ringt als Bürgermeister um Kontrolle, aufgebrachter Pöbel möchte große Töne spucken, spätes Mittelalter im Nachkriegsdeutschland. Als Krönung gibt es ein geiferndes Monstrum zu sehen, welches seine Opfer ohne Gnade attackiert. Zwar verzichtet Amando de Ossorio auf nackte Tatsachen, an knisternder Erotik mangelt es indessen nicht. Hier und da klopft der Filmemache ein wenig aufs Mett. Schwabbelherzen werden aus Gummileibern gerissen, Alberich schwingt die Peitsche, Säure zerstört eine Fratze. Selbstverständlich sind die Effekte eher knuffig als schockierend, wirkt das wundervoll absurde Treiben eher liebenswert als wirklich böse. Wenn nicht gerade ein Monster für Unruhe sorgt, scheinen die Schülerinnen vor allem am Swimmingpool zu verweilen, freilich unter den strengen Blicken der Lehrerinnen.

Wer Eurohorror aus den siebziger Jahren ins Herz geschlossen hat, sollte sich diesen feinen Streifen auf jeden Fall anschauen! 2009 entstand die erste Fassung dieses Kurzkommentars, damals nach Sichtung der DVD aus den USA. Inzwischen hat "The Loreley's Grasp" den Weg nach Deutschland geschafft, Shock DVD Entertainment veröffentlichte das Werk auf einer ansprechenden Scheibe. Dort sind nicht nur der spanische Orignalton und die englische Fassung zu finden, es wurde erstmalig eine deutsche Synchronisation erstellt. Erfreulicherweise trifft die Synchro recht gut den Stil der siebziger Jahre, nebenbei wird die Sause nun auch dem letzten Fremdsprachenmuffel zugänglich.

Wundervoller Horrorschatz aus dem Südwesten Europas! Gern erhöhe ich meine Zahlenwertung auf 8/10 (sehr gut). An der immer wieder beschworenen "10/10 Wohlfühlatmosphäre" ändert sich nichts. Grostesk, obskur und knuffiger als knuffig!


Lieblingszitat:

"Eine Kuriosität der Transmutation ist, dass die Dekomprimierung der Zellen einsetzt, während sie sterben, um anschliessend mumifiziert zu werden, wie Sie es bei dieser Hand hier sehen können!"

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Blap Offline




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24.04.2013 21:02
#5051 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

... und wieder liegt die nächste Scheibe bereits im Player, daher im Ultrakurzformat:



• Satan's Blood (Spanien 1977) - Ein junges Ehepaar gerät in die Fänge lüsterner Satanisten. Wohin führt der Taumel aus Angst, Lust und Irrsinn ...???

Kleiner Okkult-Streifen aus Spanien, sympathisches Ensemble, herrliche Atmosphäre. Voller Genuß wird die neue Freiheit nach dem Ende des Franco-Regimes genutzt, lang lebe die Nacktheit! Angenehm entspannter Erzählfluss, geschickt ziehen Tempo und Terror punktgenau an. Genau meine Kragenweite, da geht dem alten Hobby-Satanisten das schwarze Herz auf! Mir liegt die mittelprächtige UK-DVD von Redemption vor, vermutlich sind die US-Auswertungen von Mondo Macabro oder Scorpion Releasing zu bevorzugen. "Escalofrío" wurde auch unter den Titeln "Schock" und "Don't Panic" ausgewertet (kann zu Verwechslungen mit anderen Filmen führen).

Nagelt bis die Schwarte kracht, Satan kommt um Mitternacht! 7/10 (gut)



• Graduation Day (USA 1981) - Mitglieder eines Schulsport-Teams werden von einem unheimlichen Killer gemeuchelt. Einige Zeit zuvor verstarb Laura bei einem Wettlauf auf tragische Weise, ihre Schwester Anne (Patch Mackenzie) erscheint dennoch zur bevorstehenden Abschlussfeier ...

Slasherfans bekommen anschaubare Damen und diverse Kills aufs Auge, Christopher George ist als grummliger Coach am Start. Leider verliert sich "Graduation Day" hier und da in Belanglosigkeiten, verzichtet auf den Aufbau eines tragfähigen Hauptcharakters. Diese Marschrichtung passt hier nicht immer, Patch Mackenzie bleibt leider unterfordert. Letztlich trägt typische "Früh-Achtziger-Slasher-Atmosphäre-samt-Standard-Umfeld" die Sause sicher in den grünen Bereich, routinierte Zielgruppenbedienung mit Ecken, Kanten und Augenzwinkern. In meiner Sammlung steht die US-Scheibe von Troma.

6,5/10



• Die Gewalt bin ich (Italien 1977) - Genremeister Umberto Lenzi hetzt Maurizio Merli, Tomas Milian und John Saxon aufeinander, Charakterkopf Renzo Palmer ist in einer Nebenrolle am Start, Kenner freuen sich über weitere geschätzte Ergänzungsfratzen. So sieht ein erstklassiger Polizeifilm aus Italien aus, so herrlich kann sich der prächtige Stoff anfühlen! Prügel, Geballer und kernige Sprüche, die grandiose Besetzung treibt mir Freundentränen in die Augen! Nebenbei bleibt sogar Raum für einen gelungenen "Heist-Einschub", lediglich in der Disziplin Verschrottung von Automobilen, hält sich Meister Lenzi ein wenig zurück.

Ganz, ganz großes Lob für die DVD aus dem Hause filmArt! "Il cinico, l'infame, il violento" liegt in ansprechender Qualität vor, uns steht nicht nur die (starke) deutsche Synchronisation zur Verfügung, auch italienischer und englischer Ton sind wählbar, weiterhin ein prächtiger Audiokommentar mit den (S)Experten Christian Keßler und Pelle Felsch. Dazu gibt es Interviews mit John Saxon und Franco Micalizzi, ein Booklet mit Anmerkungen von Umberto Lenzi, Trailer bilden als Sahnehäubchen, das Case steckt in einem schicken Schuber. Sehr respektvolle und fanfreundliche Veröffentlichung, absoluter Kaufzwang!

8/10 (sehr gut)


... selbstverständlich erfreuten mich noch etliche andere Streifen, aber ich habe keine Zeit für weiteres Geschreibe, die nächste Sause wartet ungeduldig auf mich ...

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Blap Offline




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26.05.2013 11:19
#5052 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Endlich zurück auf dem Höllenthron, zunächst ein paar Titel im Ultrakurzformat:


• A lonely place to die - Todesfalle Highlands (GB 2011) - Unterhaltsame Menschenhatz in toller Kulisse. Ein wenig arm an Überraschungen, aber mit einer gut aufgelegten Melissa George in der Hauptrolle.

7/10 (gut)


• The Burrowers (USA 2008) - Horror im Westernumfeld. Unterhaltsam, leider verursacht die Reduktion der Farbpalette Augenschmerzen, mutet überdies völlig unpassend an.

6/10 (obere Mittelklasse)


• 10.000 blutige Dollar (Italien 1966) - Gianni Garko gefällt in der Rolle des Kopfgeldjägers. Claudio Camaso, immerhin Bruder des grandiosen Gian Maria Volonté, gibt einen überzeugenden Gegenspieler ab, Charakterschädel Fernando Sancho ist in einer Nebenrolle zu sehen. Der Streifen bietet eine durchaus reizvolle Konstellation an, mündet aber dennoch in übliche Rachegefilde. Stimmungsvolle Kulissen und das starke Ensemble sorgen für gute Laune, lediglich die talentierten Damen Loredana Nusciak und Adriana Ambesi werden unter Wert präsentiert.

Mir liegt die "Django Italo-Western Box" aus dem Hause Koch Media vor. Angenehmes Teil, freue mich auf Sichtung weiterer Titel aus diesem Set.

6,5/10 (oberste Mittelklasse)

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Count Villain Offline




Beiträge: 4.532

28.05.2013 19:07
#5053 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten
In den letzten Tagen gab es für mich Bryan Edgar Wallace.

Koffer - Bieder und langatmig
Würger - Viel besser, aber zu plakativ, Schauwert vor Logik
Henker - Atmosphärisch, kalt, sachlich mit grauen Charakteren und erkennbar künstlerischer Vision der Macher
Phantom - Atmosphärisch, wieder etwas plakativer, mit teilweise morbidem Charme
Ungeheuer - Sehr solide, wenn auch mit ungenutztem Potential, aber mehr konnte/wollte man zur damaligen Zeit wohl nicht wagen
Opfer - Unterhaltsames Ensemblestück mit schlimmen Schlussgag und kleineren Schönheitsfehlern
Todesrächer - zu gut 3/4 der Laufzeit unterhaltsamer als die Vorlage, Ende zu überhastet
Blap Offline




Beiträge: 1.128

29.05.2013 12:49
#5054 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

DVD: Code Red (USA)



Brute Corps (USA 1971, Originaltitel: Brute Corps)

Söldner des Schreckens

Terry (Jennifer Billingsley) ist per Anhalter unterwegs, trifft eines Tages auf den ebenfalls umherstreifenden Kevin (Joseph Kaufmann). In Mexiko fühlt sich Kevin sicherer, kann dem Zugriff von Uncle Sam entgehen. Auch Colonel Burkhard (Charles Macaulay) und seine wüste Söldnertruppe suchen den Nachbarstaat der USA auf, man will in einem provisorisch errichteten Lager auf den nächsten Auftrag warten. Terry und Kevin begegnen zufällig Wicks (Alex Rocco), ahnungslos folgt das Pärchchen dem psychotischen Burschen ins Lager der Kriegshunde. Spielchen münden in einen Kampf der Söldner um Terry, nur knapp kann sich Kevin dem tödlichen Zugriff der Mordbuben entziehen. Während die junge Frau erniedrigt und geschändet wird, hofft Kevin auf Hilfe aus dem nächsten Dorf. Sheriff Alvarez (Joseph Bernard) möchte jedoch keinen Ärger, Kevin begibt sich allein und unbewaffnet auf eine lebensgefährliche Rettungsmission ...

In den späten Sechzigern/frühen Siebzigern, sorgten langhaarige "Rocker" für Angst und Schrecken, brausten auf lauten Mopeds durch die Landschaft, schreckten vor keiner Schweinerei zurück. "Brute Corps" reicht den schwarzen Peter weiter, hier fungieren Söldner als Unholde, entwurzelte Killermaschinen ohne Gnade. In den ersten Minuten unterstreicht man die Gefährlichkeit der Herren, tatsächlich taucht eine kleine Gruppe Biker auf, legt sich mit den Söldnern an und endet tot im Staub. Vom Krieg in Vietnam hatte man die Nase gestrichen voll, er machte aus ehemaligen Soldaten irre Söldner, Sympathieträger Kevin verweigert den Dienst an der Waffe, offensichtlich kommt der Flick nicht ohne kritische Aussage daher. Freilich stehen Unterhaltungs- und Schauwerte im Vordergrund, es mangelt nicht an harschen Dialogen, Schlägereien und Waffengebrauch, Notzucht und sonstigen Fürchterlichkeiten. Geschickt die Wahl des Schausplatzes, eine einsame Gegend in Mexiko, aus nordamerikanischer Sicht nahezu rechtsfreier Raum.

Hier erweist sich der Blick auf Ensemble als besonders lohneswert, denn "Brute Corps" vermag mit einer stattlichen Ansammlung "echter Typen" zu wuchern. Jennifer Billingsley und Joseph Kaufmann bleiben als angehendes Liebespaar in angenehmer Erinnerung, werden aber von den Bösewichtern an die Wand gespielt. Alex Rocco dreht in der Rolle des völlig durchgeknallen Sadisten ordentlich auf, erfreut immer wieder mit neurotischen Ausbrüchen. Ruhiger Gegenpol Roy Jenson, nicht minder gefährlich, kaltblütig statt hitzköpfig. Felton Perry haut lockere Sprüche aus, mutet eine Spur weniger unmenschlich an, Charles Macaulay hat zunehmend Mühe den Sauhaufen unter Kontrolle zu halten, lässt seine räudigen Hunde vorsichtshalber von der Kette. Paul Carr spielt einen Typen namens Ross, scheint als einziges Mitglied der Söldnerbande nicht völlig verroht, rückt mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr in den Mittelpunkt. Joseph Bernard gibt den mexikanischen Sheriff, schwerfällig und ängstlich, nicht gänzlich ohne Anflüge von Schlitzohrigkeit. Damit sind die wichtigsten Beteiligten genannt, freut euch auf üble Gestalten und verzweifelt kämpfende Opfer.

Regisseur Jerry Jameson legte mit "Brute Corps" seinen ersten Kinofilm vor. Wenig später folgte mit "The Dirt Gang" (1972) ein Biker-Streifen, dort tauchen z. B. Paul Carr und Charles Macaulay erneut auf. Überwiegend arbeitete Jameson für das amerikanische Fernsehen, inszenierte diverse Episoden bekannter Serien ("Cannon", "Der sechs Milionen Dollar Mann", "Die Straßen von San Francisco"). In Deutschland wurde "Brute Corps" unter dem Titel "Des Teufels tolle Hunde" ausgewertet, bisher liegt keine DVD oder BD vor. Ergo beschaffte ich mir die Scheibe aus den USA, Code Red präsentiert den Flick in ansprechender Qualität, im Bonusbereich sind Interviews mit Felton Perry und Parker West zu finden (vor allem Felton Perry plaudert sehr unterhaltsam, unbedingt anschauen).

"Brute Corps" zündet, Krawall und Geschmuddel nach meinem Geschmack, kantige Fratzen, kernige Sprüche, meine Suhle! Dicke 7,5/10 (gut bis sehr gut)!


Lieblingszitat:

"What the hell is going on here? You are on maneuvers! This is not saturday night in the local cathouse!"

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Blap Offline




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31.05.2013 13:27
#5055 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


DVD: Koch Media



Der flüsternde Tod (Deutschland, Großbritannien, Rhodesien (heute Simbabwe), Südafrika 1976, Originaltitel: Albino)

Große Gefühle, weites Land

Terrick (James Faulkner) beendet seine Dienstzeit bei der Polizei, freut sich auf eine glückliche Zukunft mit Sally (Sybil Danning). In letzter Zeit sorgen Ausbrüche von Gewalt für Unruhe, Terrick warnt seinen Vorgesetzten Bill (Christopher Lee) vor drohender Gefahr. Am Abend der Abschiedsfeier passiert das Unfassbare, Sally wird vom irren Terroristen Albino (Horst Frank) überfallen und bestialisch getötet. Rasend vor Hass und Schmerz schwört Terrick Rache! Ohne Rückendeckung seitens zuständiger Behörden und Gesetzeshüter, begibt er umgehend sich auf die Fährte des Albinos ...

Jürgen Goslar ist dem deutschen Publikum vor allem als Regisseur (und Darsteller) diverser TV-Produktionen bekannt, dazu gehören unverwüstliche Reihen wie z. B. "Derrick" oder "Der Alte". Er war aber auch als Produzent und Drehbuchautor aktiv, erledigte diese Aufgaben beim hier kurz vorgestellten Film. Hier gelingt ihm als Regisseur und Drehbuchautor die wunderbare Verschmelzung unterschiedlicher Genres, munter bedient sich Goslar aus verschiedenen Schubladen, fügt Fragmente zu einem durchweg stimmungsvollen Werk zusammen. Zu Beginn gibt es zwischen Faulkner und Danning romantische Momente, teils nahezu in Gefilde à la Rosamunde Pilcher führend. Doch schon während dieser Phase sind brodelnde Zwischentöne auszumachen, bis die Romanze abrupt per roher Gewalt beendet wird. Nun folgt eine Hatz inklusive Mord und Totschlag, mehrfach von kerniger Gangart, dennoch lässt sich Goslar nie zu extrem ruppigen Details hinreißen. Neben Liebe und Rache ist Loyalität ein Thema, während die politischen Aspekte im Pulverfaß südliches Afrika lediglich als Aufhänger dienen, nicht genauer umrissen unter der Lupe des Betrachters landen. Erstaunlich nüchtern (gleichwohl betörend) fängt die Kamera das Geschehen inmitten prächtiger Landschaften ein. Weder Regie und noch Kamera erliegen der Versuchung sich lustvoll in Schönheit zu aalen, in diesem Rausch den roten Faden zu verlieren. Kameramann Wolfgang Treu lässt dem Umfeld genung Raum um den Zuschauer zu faszinieren, degradiert aber Handlung und Akteure nie zur Nebensache. Treu bezeichnet seinen Stil als "eine Art poetischen Realismus", treffender kann man es wohl nicht ausdrücken (zu finden im Bonusbereich der Veröffentlichung von Koch Media).

Regie und Kamera großartig, wie ist es um die Herrschaften vor der Kamera bestellt? James Faulkner mag zunächst etwas unscheinbar anmuten, erweist sich mit fortschreitender Spieldauer jedoch als Glücksgriff. Terrick ist kein unverwundbarer Rächer aus einem Comicstrip, Faulkner zeichnet überzeugend einen verzweifelten Menschen, der sich nur noch aus einem Grund aus den Trümmern seines zerstörten Lebens erhebt, er will Vergeltung, egal um welchen Preis, er hat nichts mehr zu verlieren. Antagonist Horst Frank kommt mit vergleichsweise wenig Spieldauer aus, bleibt allerdings dauerhaft in Erinnerung. Monströs, animalisch, fanatisch, obendrein kann die Arbeit von Makeup artist Colin Arthur nur als grandios bezeichnet werden. Christopher Lee agiert als lokaler Polizeichef zurückhaltend, dem aufmerksamen Zuschauer werden kleine Spitzen sicher nicht entgehen. Sybil Danning erfreut in der frühen Phase unsere Augen, Trevor Howard sehen wir als ihren gebrochenen Vater. Erstaunlich wandlungsfähig Erik Schumann, seine Darstellung des harten Offiziers ist ein Hochgenuss! Sascha Hehn, damals noch ein ganz junger Bursche, kommt in seiner Nebenrolle als Freund des Hauptcharakters angenehm unschleimig daher. Weitere Nebenrollen wurden mit schwarzen Darstellern besetzt, teils als Begleiter Terricks, teils als Sympathisanten des irren Aufwieglers Albino.

"Der flüsternde Tod" ist ein fast vergessenes Kleinod! Vielleicht mag der Plot nichts bahnbrechendes bieten, doch phantastisches Umfeld, wundervolle Kamera, motivert aufspielendes Ensemble, platziert einem Gerüst aus zuverlässigem Handwerk, machen den Streifen zu einem herrlichen und unvergesslichen Filmerlebnis! Bei aller Begeisterung für Regie, Kamera und Ensemble, soll der sehr eingängige und angenehme Score von Erich Ferstl nicht unterschlagen werden.

Großes Lob für die DVD aus dem Hause Koch Media! Der Film liegt in sehr ansprechender Verfassung vor, schöne Farben und angenehme Schärfe, Laufstreifen und Kratzer sorgen für "echtes Filmfeeling", fernab zu Tode gefilterter Sterilitäten. Offensichtlich blieb der Filterwolf im Zwinger, vielen Dank dafür! Eine zweite DVD liegt bei, dort finden wir aktuelle Interviews mit Jürgen Goslar (rund 40 Minuten), Kameramann Wolfgang Treu (rund 28 Minuten), zusätzlich ältere Ausführungen von Erik Schumann (rund 14 Minuten). Anschauen, es lohnt sich! Ich möchte daher auch die Veröffentlichung von Koch als Kleinod bezeichnen, ganz klarer Kaufzwang!

Dicke 8/10 (sehr gut) für den Film! Höchstnote für den Repertoirewert der DVD, sicher eine der wichtigsten Veröffentlichungen der letzten Jahre!


Lieblingszitat:

"Ich will den Albino!"

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