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Dieses Thema hat 5.290 Antworten
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Blap Offline




Beiträge: 1.128

29.01.2013 22:34
#4996 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


DVD aus der Reihe "Katarina's Nightmare Theater" (Scorpion Releasing, USA)



Final Exam (USA 1981, Originaltitel: Final Exam)

Schlitz mal wieder ...

Gegen Ende des Semesters stehen die üblichen Prüfungen an, so auch am kleinen Lanier College. Einige Studenten geben sich große Mühe ihr mangelhaftes Wissen durch Täuschungsmanöver zu tarnen, freuen sich vor allem auf die bevorstehenden Ferien. Radish (Joel S. Rice) nervt seine Kommilitonen gern mit bizarren Phantasien und Ängsten, Courtney (Cecile Bagdadi) nimmt die verschrobenen Ausführungen mit Humor hin. Noch ahnen Studenten und Dozenten nichts vom drohenden Unheil, ein gnadenloser Killer sucht den Campus heim und verrichtet sein blutiges Handwerk ...

In Deutschland wurde der hier kurz vorgestellte Slasher unten dem Titel "Examen" veröffentlicht. Der wenig bekannte Regisseur Jimmy Huston lieferte einen ansprechenden Beitrag zum Genre ab, allerdings sollte der geneigte Zuschauer keine wüste Gewaltorgie erwarten. Spannung, Erotik und Geschlitze spielen sich auf (fast) familienfreundlichem Niveau ab, dennoch verbrät der Flick die üblichen Klischees. Welche Wünsche und Sorgen plagen die zukünftige Elite? Klar, die Alten drohen bei schlechten Noten die Raten fürs Auto zu verweigern, die begehrte Dame könnte sich allzu prüde anstellen, der Betrugsversuch beim Examen ist gewagt. Zwecks Ablenkung von Aufsichtspersonen, lassen sich die jungen Burschen einen kruden Scherz einfallen, welcher in der heutigen Zeit vermutlich für riesigen Presserummel sorgen würde. Von Anfang an ist die Marschrichtung klar, zur Eröffnung vergreift sich der Schlitzer an einem wolllüstigen Pärchen, schneidet sich nicht nur das Dach des Cabriolets. Keine Überraschungen bei den Charakteren. Im Angebot haben wir den schrulligen Streber, die aggressiven Sportler, das verführerische Luder, die Nervensäge und die sympathische Normaldame. Aus der nächsten Ortschaft eilt der knurrige Bulle herbei, selbstverständich unbegründet oder viel zu spät, ein lüsterner Lehrkörper darf nicht im Sammelbecken der Abziehbildchen fehlen.

Vor der Kamera versammeln sich überwiegend unverbrauchte Gesichter. Wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen die Damen und Herren nicht, trotzdem mag ich das Ensemble, egal welche Schublade der jeweilige Darsteller bedienen muss. Joel S. Rice passt prima in die Rolle des schmächtigen Neurotikers mit "Streber-Gen", Ralph Brown gibt den plumpen Gegenpol nicht minder gelungen. Cecile Bagdadi ist eines der unscheinbareren Hauptrollengesichter, daher wundert die ausbleibende Weiterführung der Karriere nicht. Sherry Willis-Burch darf (durchaus erträglich) an unseren Nerven nagen, DeAnna Robbins gibt das scharfe Blondchen, sie war später in einigen TV-Produktionen zu sehen. Ich verzichte bewusst auf die Aufzählung weiterer Akteure, mit den Namen wird sowieso kaum jemand andere Streifen verbinden.

Für mich lebt "Final Exam" von seiner schönen Atmosphäre, ich verzeihe gern die ein wenig zurückhaltende Dosierung ruppiger Momente. Als toleranter Freund gepflegter Slasherunterhaltung, fühlte ich mich von der ersten Minute an gut unterhalten, "irgendwie" kann nicht genug von breit ausgewalzten Standards bekommen. Einsteiger finden weitaus stärkeren Stoff, Fanatiker sollten ein bis zwei entzündete Augen riskieren. Solide Inszenierung und angenehme Darsteller, herrliche Atmosphäre und stimmungsvolle Kulissen. Immerhin, beim "Motiv" des Killers, präsentiert sich das Drehbuch unerwartet mutig. Überzeugt euch selbst. Kein Klassiker, aber ein kleines Perlchen. Sehr zu empfehlen ist die DVD aus den USA. Sie bietet den Film in schöner Verfassung an, der Bonusbereich gibt Trailer und Interviews her, auf Wunsch lässt sich ein Audiokommentar zuschalten. Achtung, die Scheibe ist nicht codefree (obwohl als "Code 0" ausgewiesen).

Sehr gern ziehe ich 7/10 (gut), dicker Wohlfühlaufschlag inklusive.


Lieblingszitat:

"It's happening! It's happening here! Police! Call the police!


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Ferner im Player:


• Dinocroc vs. Supergator (USA 2010) - Mutierte Monster wüten auf einer tropischen Insel, verspeisen zahlreiche Menschlein ...

Von Roger Corman produziert, von Trashologe Jim Wynorski inszeniert. Kurzweiliger Unfug mit recht erträglichen CGI-Monstern, überwiegend talentfreien Darstellern und Humor der platteren Sorte. Keine Pflicht, aber unterhaltsam. Erstaunlich gut die BD aus dem Hause Sunfilm, ich habe 5€ schon sinnloser verprasst.

5/10 (Mittelklasse)

***

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

30.01.2013 23:07
#4997 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


Double Feature von Classic Media (USA)


In Kurzform:


Rodan (Japan 1956, Originaltitel: Sora no daikaijû Radon)

In einem Bergwerk kommt es zu Todesfällen. Zunächst konzentriert sich der Verdacht auf einen Bergmann, doch hinter den Attacken steckt ein raupenartiges Ungeheuer. Immerhin kann der mutige Ingenieur Shigeru (Kenji Sahara) das Ungetüm ausschalten, wird bei dieser Aktion jedoch von seinen Kameraden getrennt und verschüttet. Nach einem Erdbeben taucht Shigeru wieder auf, zunächst kann er sich nicht an die jüngste Vergangenheit erinnern. Als das Gedächtnis des jungen Mannes wieder einwandfrei funktioniert, berichtet er von einer erschreckenden Entdeckung, offenbar war das getötete Ungetüm kein Einzelgänger. Weitaus schockierender mutet allerdings eine andere Beobachtung Shigerus an, in der Tiefe schlüpfte ein anderes - weitaus gigantischeres- Wesen aus einem riesigen Ei, verspeiste die anderen Monster zum Frühstück. Schlimmste Befürchtungen werden übertroffen, riesige Flugsaurier fallen über Japan her ...

Godzillas erster und zweiter Auftritt (1954/55) wurden in Schwarz-Weiß produziert, Rodan präsentiert sich farbig. Beim ersten Godzilla-Film unterstreicht der Verzicht auf Farben die düstere Stimmung vortrefflich, dennoch war der Umstieg auf Farbfilm die richtige Entscheidung. Erneut muss die Atombombe als Ursache für das Unheil herhalten, offene und nachvollziehbare Kritik (nicht nur in Richtung USA). Rodan kommt deutlich weniger bedrohlich als Godzilla daher, folglich haben die Macher gleich zwei Exemplare auf die Menschheit losgelassen. Ausufernde Zerstörung von Stadt und Land findet nicht statt, lediglich in der späten Phase des Streifens wüten die wilden Flieger durch eine hübsche Modellstadt. Zum Finale drückt das Drehbuch auf die Tränendrüse, als Monster hat man kein leichtes Leben. Die Charaktere wirken überwiegend blass, lediglich Kenji Sahara bleibt in Erinnerung. Ishirô Honda ist nicht ohne Grund der bekannteste Regisseur auf dem Spielfeld japanischer Monsterfilme, für Toho inszenierte er etliche wunderschöne Werke. Der Score stammt aus der Feder von Akira Ifukube, dessen Godzilla Titelmusik zu den eindrucksvollsten Kompositionen überhaupt zählt. Rodan tauchte später in mehreren Godzilla Filmen erneut auf, freilich habe ich Tohos knuffigstes Flattertier Mothra noch inniger ins Herz geschlossen.

Die mir vorliegende DVD enthält "Rodan" in zwei Fassungen. Mein Favorit ist die japanische Version, die US-Fassung verliert an Atmosphäre, ist weniger stimmig geschnitten, nervt ab und zu mit einer unangenehmen Erzählerstimme. Für die japanische Fassung liegen englische Untertitel vor. Als Bonus ist eine Doku namens "Bringing Godzilla Down to Size" enthalten, dort kommen junge und alte Effektspezialisten zu Wort, fast 70 Minuten interessante Ein- und Ausblicke, sehr sehenswert!

Runde 7/10 (gut) für die japanische Version, die US-Variante muss sich mit knappen 6/10 (obere Mittelklasse) begnügen, für Sammler gleichwohl unverzichtbar.



War of the Gargantuas (Japan, USA 1966, Originaltitel: Furankenshutain no kaijû: Sanda tai Gaira)

Aus dem Meer erhebt sich ein bösartiges Monster, sehr gern nascht der Unhold schmackhafte Menschen. Handelt es sich um das Wesen, welches sich vor einigen Jahren der Kontrolle des Forscherteams um Dr. Paul Stewart (Russ Tamblyn) entzog? Akemi (Kumi Mizuno), Dr. Stewarts reizende Assistentin, ist absolut sicher, das von ihr damals bemutterte Geschöpf ist nicht zu solch schrecklichen Taten fähig. Existieren tatsächlich zwei Monster, zwar von ähnlicher Gestalt, aber mit völlig unterschiedlichen Charaktereigenschaften? In die Nachforschungen von Dr. Stewart poltert der grüne Gigant, welcher an Land auf erbitterte Gegenwehr japanischer Streifkräfte prallt. Als der Menschenfresser nahezu besiegt am Boden liegt, taucht plötzlich ein brauner Riese auf, rettet seinen grünen "Bruder" vor dem gnadenlosen Beschuss der Armee. Zunächst kümmert sich der Retter rührend um den angeschlagenen Verwandten, bis er dessen aggressive Natur und Vorliebe für unangemessene Verhaltensweisen entdeckt. Es kommt zum Zweikampf der Giganten ...

1965 drehte Ishirô Honda "Furankenshutain tai chitei kaijû Baragon" (Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht) für Toho. Freilich inszenierte Honda auch den Nachfolger, an dieser Stelle muss ich jedoch auf eine Besonderheit hinweisen. Während man den Film in Japan als Nachfolger des Affengesichts vermarktete, vermeidet die US-Version den Bezug zum Streifen von 1965. In der japanischen Fassung trägt der freundliche Frankenstein den Namen Sanda, dem grünen Bösewicht verpasst man den Namen Gaira. Von irgendwelchen Frankensteinen will man in den USA nichts wissen, ergo ist vom braunen und grünen Gargantua die Rede. Erstaunlicherweise funktionieren beide Fassungen sehr gut, trotz diverser Umschnitte und Änderungen (vielleicht gerade deswegen). Russ Tamblyn gefällt in der Rolle des clever-coolen Wissenschaftlers, die bezaubernde Kumi Mizuno sammelt zusätzliche Sympathiepunkte, Kenji Sahara ist in einer Nebenrolle zu sehen. Egal ob Frankenstein oder Gargantua genannt, die Giganten sind vortrefflich gelungen. Der Grüne schaut gar grausig aus der Wäsche, während der Braune als liebenswerter Rübezahl-Yeti in Übergrösse durch die Landschaft stapt. Allerliebst die Bemühungen des Braunen, mit eindeutigen Gesten möchte er den Grünling beschwichtigen, obschon dessen Boshaftigkeit keine Grenzen kennt. Jede Menge Material der Armee fällt dem Grünen zum Opfer, Wälder, Siedlungen und Industriegebiete brechen unter lautem Getöse zusammen. Einmal mehr spielt Toho die Karte Tränenzieher aus, zu den stimmungsvollen Klängen von Akira Ifukube taumeln die Riesen prügelnd dem Finale entgegen.

"Rodan" macht in der US-Fassung deutlich weniger Laune, mit solchen Unzulänglichkeiten müssen sich die Herren Frankenstein/Gargantua nicht plagen. Herrliche Monster, liebenswürdige Menschlein in den Hauptrollen, phantastischer Modellbau und ordentlich Krawall, von Könnern punktgenau auf die Leinwand/den Bildschirm gezaubert! Ein kleine Schwäche der DVD will ich nicht unterschlagen, die japanische Fassung ist leider sehr dunkel geraten, viele Details verschwinden im Nichts. Kein Weltuntergang, die US-Version säuft nicht in Dunkelheit ab. Für mich ist das Set Pflicht, klare Empfehlung für Fans japanischer Monsterfilme!

Beide Fassungen: 8/10 (sehr gut)

***

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Prisma Offline




Beiträge: 7.567

31.01.2013 12:39
#4998 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

COPLAN AGENT FX 18 - DER TEUFELSGARTEN / COPLAN SAUVE SA PEAU (1968)

mit Claudio Brook, Margaret Lee, Jean Servais, Bernard Blier, Jean Topart, Hans Meyer und Klaus Kinski

Bei der Aufklärung eines Mordes kommt Coplans hübsche Freundin Mara ums Leben. In einem Lokal trifft er wenig später eine erotische Tänzerin, die Mara zum verwechseln ähnlich sieht, und er gerät immer tiefer in die rücksichtslosen Machenschaften eines Phantoms, das auch nicht vor Mord zurückschreckt. Coplan hat viele Gefahren in Istanbul zu bewältigen, bis es schließlich zum gefährlichen Showdown in den sogenannten Teufelsgärten kommt. Peut-il sauver sa peau? "Der Teufelsgarten" ist ein Film, der schon ewig auf meiner Warteliste verharren musste, bis ich ihn mir schließlich kürzlich zugelegt habe, Margaret Lee sei Dank. Nach Beendigung des Films, der eigentlich gar nicht einmal so uninteressant ist, wurde trotzdem klar, warum er ein Kandidat für die Warteliste war. Ziemlich verworren und vorhersehbar, windet sich Coplan durch die zwielichtigen Viertel Istanbuls, und das alles wirkt auf Dauer etwas strapaziös, da sich oftmals das Gefühl von Leerlauf breit macht. Abwechslungsweise gibt es jedoch immer wieder sehr spannende und atmosphärische Sequenzen, die versöhnlich stimmen. Die Titelfigur ist mit Claudio Brook weitgehend uninteressant besetzt worden, Margaret Lees Doppelrolle zeigt Licht- und Schattenseiten, Klaus Kinskis leicht verrückt wirkenden Bildhauer kennt man eigentlich bereits irgendwo her, der Rest der Crew ist weitgehend überzeugend. Der Film liefert sehr gute Aufnahmen, doch im Endeffekt zieht er sich zu lange hin, so dass man ungeduldig wird, und darauf hofft, dass das Finale wenigstens kein Flop wird. Nur das muss jeder selbst entscheiden, da die Angelegenheit insgesamt nicht besonders gut gelöst wurde. Coplans Gegenspieler hingegen wirkt schon wieder bedrohlich und in seiner Ruhe unberechenbar. Gelungen wäre zu viel gesagt, unterhaltsam war dieser Film aber allemal.

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

04.02.2013 15:11
#4999 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Leichen pflastern seine Weg

Ein Western der Superlative! Die Geschichte ist interessant, wenn auch bis auf das Ende vorhersehbar. Dieses jedoch lässt den Zuschauer dann doch mit einem mulmigen Gefühl im Magen zurück. Ganz besonders bei diesem Film ist natürlich die Umgebung: Berge mit Schnee. Völlig untypisch für einen Western aber sehr stimmig. Im Endeffekt erziehlt die einsame Schneelandschaft eine ebenso gute Wirkung wie die Prärie. Jedoch ist die Szenerie anders was auch zu Story passt (bzgl. des Endes).
Klaus Kinski und Jean-Luis Trintignant kann man sich wirklich gut ansehen, diese beiden sind auch die wohl nennenswertesten Akteuere. Der Rest des Casts spielt gut wenn auch nicht außergewöhnlich.
Ein Western den man unbedingt gesehen haben muss.

Von mir gibt es 9,5-10/10

Mfg Jacob

Blap Offline




Beiträge: 1.128

04.02.2013 23:16
#5000 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


Blu-ray von Arrow (UK)



Maniac Cop (USA 1988, Originaltitel: Maniac Cop)

Die dunkle Seite der Metropole

In New York treibt ein brutaler Serienkiller sein Unwesen, offenbar trägt der Wahnsinnige eine Polizeiuniform. Lieutenant Frank McCrae (Tom Atkins) leitet die Ermittlungen, er glaubt tatsächlich an einen Täter aus den eigenen Reihen. Von solchen Vermutungen will Commissioner Pike (Richard Roundtree) zunächst nichts hören, doch plötzlich steht der junge Streifenpolizist Jack Forrest (Bruce Campbell) unter dringendem Tatverdacht. Dessen Ehefrau hatte ihn bei einem Seitensprung mit der Polizistin Theresa Mallory (Laurene Landon) erwischt, am nächsten Morgen wird die Leiche der hintergangenen Gattin aufgefunden. Für McCrae ist der Fall noch nicht gelöst, der erfahrene Ermittler verfolgt eine heisse Spur, ein lebensgefährliches Unterfangen ...

William Lustig schockte 1980 mit "Maniac", legte mit "Vigilante" (1982) einen kernigen Selbstjustiz-Thriller nach. Auch wenn die fiese Intensität von "Maniac" unerreicht bleiben sollte, zeichnete Bill Lustig in den folgenden Werken, erneut ein rohes und räudiges Bild seiner Heimatstadt. Egal wo der Maniac Cop dich zu fassen bekommt, erwarte keine Hilfe, erwarte keine Gnade, nicht in dieser kalten Hölle auf Erden! Dichte Atmosphäre von der ersten Sekunde an, allzu gern lasse ich mich vom sehr stilvollen Vorspann fesseln. Aber der Flick hat noch weitaus mehr zu bieten, gelungene Kameraarbeit und geschickter Schnitt, abgerundet durch einen effektiven Score. Lustig streut immer wieder kleine und mittelgrosse Fiesheiten ein, intensiviert -die sowieso stets rauhe- Atmosphäre, verzichtet nicht auf bissige Ironie, vermengt Thriller, Action und Horror zu einem äusserst schmackhaften Menü. Gekrönt wird das Treiben jedoch durch das grandiose Ensemble! Vor der Kamera konnte eine illustre Truppe versammelt werden, daher folgen umgehend ein paar huldigende Zeilen.

Tom Atkins war in einigen Horrorstreifen zu sehen, ebenso gern wurde er als Cop verpflichtet. Ergo stellt er gewissermaßen die ideale Besetzung für den Part des altgedienten Lieutenant Frank McCrae dar. Atkins lässt sich nicht lumpen, sorgt für nachhaltig wirkende Momente. Vor allem seine Unterhaltung mit Richard Roundtree taugt als Lehrstück für punktgenaue Situationskomik, herrlichst! Richard Roundtree und William Smith sind als leitende Funktionsträger der New Yorker Polizei zu sehen, vor allem William Smith -den ich sehr schätze- muss man unbedingt im Originalton geniessen! Inmitten dieser gestandenen Kerle aus Hartholz, muss sich der junge Bruce Campbell ordentlich ins Zeug legen. Mit fortschreitender Handlung gewinnt seine Rolle an Gewicht, ihm steht die attraktive Laurene Landon tatkräftig zur Seite. Robert Z'Dar poltert als mörderischer Cop durch das Szenario, Sheree North bringt schrullige Würze ins Spiel. Als es richtig zur Sache geht, nimmt das Drehbuch einen der Hauptakteure aus dem Spiel, mutig und respektabel! Ich möchte die Damen und Herren knutschen, egal ob Ekel, Held oder flotte Biene, sie sind allesamt großartig!

Längst zum Klassiker gereift, gehört der zünftige Genremix "Maniac Cop" in jede halbwegs gut sortierte Sammlung. Starkes Ensemble, packende Atmosphäre und saftige Momente, hier und da bleibt gar Raum für Fleisch auf den Knochen der Charaktergerüste, was für ein schmackhafter Biss in den faulig-geilen Big Apple! Mir liegt die Blu-ray aus dem Hause Arrow vor. In der Vergangenheit waren nicht alle blauen Scheiben des Labels gelungen, Herrn Lustigs tödlichem Bullen hat man ein rundum empfehlenswertens Paket spendiert. "Maniac Cop" präsentiert sich in angenehmer Qualität, sehr interessante Beigaben verhelfen der guten Laune zur weiteren Steigerung. Tom Atkins, Laurene Landon und Produzent/Autor Larry Cohen kommen zu Wort, obendrauf gibt es Trailer und ein kurzes Vorwort von Tom Atkins. Damit nicht genug, das Booklet kommt mit zusätzlichen Infos aus der Kiste, weiterhin liegt ein gefaltetes Poster bei. Toller Film, tolle Blu-ray, kaufen!

Dicke 8/10 (sehr gut)


Lieblingszitat:

"The whole city's going to hell. You can't pee anywhere any more."

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

06.02.2013 21:57
#5001 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Der nächste Film wartet bereits auf mich, daher im Ultrakurzformat:


• Lebendig begraben (USA 1962) - Ray Milland und Hazel Court in einem stimmungsvollen Gruselstreifen von Roger Corman, welcher auf einer Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe basiert. Nebelschwaden, Friedhof und alte Gemäuer, Vollbedienung für Freunde klassischer Gruselunterhaltung. Hier und da schimmert feiner Humor durch den Nebel, eine "pre-psychedelische" Albtraumsequenz darf ebenso nicht fehlen. Starkes Ensemble, herrliche Kulissen, erstklassige Kameraarbeit.

Mir liegt eine ältere DVD von e-m-s vor, ich bin mit der gebotenen Qualität sehr zufrieden. Inzwischen auch auf BD erhältlich.

Dicke 7,5/10 (sehr gut)



• Surrogates - Mein zweites Ich (USA 2009) - Hochentwickelte Roboter bevölkern die Erde, gesteuert von ihren Besitzern, gehen sie dem alltäglichen Leben nach. Derweil liegen die Menschlein in den eigenen vier Wänden auf der fauligen Haut, leben das Leben durch die Augen ihres künstlichen Ichs. Kriminalität spielt kaum noch eine Rolle, aber eines Tages werden Surrogates mit einer neuartigen Waffe zerstört. Dies allein wäre allenfalls ärgerlich, doch die Anwender der attackierten Roboter, verlieren bei diesem Anschlag ebenfalls ihr Leben ...

Bruce Willis ermittelt in der nahen Zukunft, sucht nicht nur nach den Killern, sondern hat auch mit privaten Problemen zu kämpfen. "Surrogates" kommt als recht kurzweiliger Mix aus Science-Fiction, Thriller und Action daher, bleibt leider eine Spur zu oberflächlich und leidet unter dem braven Finale. Insgesamt nette Unterhaltung, präsentiert auf einer soliden BD.

6/10 (obere Mittelklasse)



• Freitag der 13. Teil V - Ein neuer Anfang (USA 1985) - Fake! Ja, aber ein verdammt unterhaltsamer Fake! Ist mir im Lauf der Jahrzenhnte mehr und mehr ans Herz gewachsen.
• Freitag der 13. Teil VI - Jason lebt (USA 1986) - Nun ist er endlich zurück, unser lieber Jason. Satanisch grandioser Auftakt, baut danach ein wenig ab. Früher einer meiner absoluten Lieblinge innerhalb des Slasher-Kosmos, heute noch immer ein sehr guter Streifen!
• Freitag der 13. Teil VII - Jason im Blutrausch (USA 1988) - Erstmalig ist Kane Hodder als Jason unterwegs, für mich klar der beste Darsteller unseres geliebten Schlitzers! Schon zuvor mussten Teile der Reihe für das angestrebte R-Rating Federn lassen, hier fallen die Kürzungen besonders unangenehm auf.

In meiner Sammlung befinden sich die alten DVDs von Paramount (2002 veröffentlicht), an deren Qualität ich noch immer nichts zu bemängeln habe. Lediglich die karge Ausstattung stört mein Fanboyherz.

Feiste 8/10 für die Teile 5-7, je nach Tagesform auch ein wenig mehr.

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Josh Offline




Beiträge: 7.928

06.02.2013 22:06
#5002 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Zitat von Blap im Beitrag #5010

• Freitag der 13. Teil VII - Jason im Blutrausch (USA 1988) - Erstmalig ist Kane Hodder als Jason unterwegs, für mich klar der beste Darsteller unseres geliebten Schlitzers! Schon zuvor mussten Teile der Reihe für das angestrebte R-Rating Federn lassen, hier fallen die Kürzungen besonders unangenehm auf.


In der US-Box der Teile 1-8 von Paramount sind die fehlenden Szenen im Bonusmaterial enthalten, allerdings in fürchterlicher Bildqualität. Diese Szenen hätten den Film um einiges unterhaltsamer gemacht.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

07.02.2013 08:44
#5003 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Zitat von Josh im Beitrag #5011

In der US-Box der Teile 1-8 von Paramount sind die fehlenden Szenen im Bonusmaterial enthalten, allerdings in fürchterlicher Bildqualität. Diese Szenen hätten den Film um einiges unterhaltsamer gemacht.


Das ist mir bekannt. Ich hätte die Filme auch erneut gekauft, wenn man das Material tatsächlich eingefügt hätte. Aber so ... Naja, vielleicht kommt nach der "Ultimate Edition" und "Deluxe Edition" eine "Complete Edition".

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

07.02.2013 08:45
#5004 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Bitte löschen, Doppelpost

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

10.02.2013 20:30
#5005 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


DVD aus der Reihe "Katarina's Nightmare Theater" (Scorpion Releasing, USA)



The House on Sorority Row (USA 1983, Originaltitel: The House on Sorority Row)

Toys in the Attic

Am Ende des Studiums muss auf den Putz gehauen werden, ergo wollen die Schwestern einer Studentenverbindung die Sau rauslassen. Solche Ideen stoßen bei der grantigen Hausmutter Mrs. Slater (Lois Kelso Hunt) auf Ablehnung, sie spricht ein klares Verbot aus. Freilich haben die jungen Damen nicht vor auf die große Sause zu verzichten, es kommt jedoch schon vor der Party zu einer unangenehmen Eskalation. Vicki (Eileen Davidson) vergnügt sich eindringlich mit einem jungen Burschen, schäumend vor Wut taucht Mrs. Slater auf, schlitzt mit dem Knauf ihres Gehstocks das Wasserbett der Studentin auf. Diese Erniedriegung kann Viki nicht ertragen, ein fieser Streich soll für Genugtuung sorgen. Katherine (Kate McNeil) versucht erfolglos die Situation zu entschärfen, unbeabsichtigt kostet der böse Schabernack Mrs. Slater das Leben. Wohin mit der Leiche? Ab in den völlig verdreckten Pool, so kann zumindest die Fete steigen, später für die Endlagerung der Toten gesorgt werden. Unangehmerweise stellt ein gnadenloser Killer den Veranstalterinnen nach ...

Slasher auf Slasher flimmerte in der ersten Hälfte der achtziger Jahre über die Leinwand. Einige Streifen reiften zu Klassikern, andere konnte immerhin eine kleine Fangemeinde um sich scharen, manche Beiträge sind nahezu in Vergessenheit geraten. "The House on Sorority Row" erfuhr in Deutschland bisher keine Veröffentlichung, scheint aber in den USA eine treue Fanbasis zu besitzen. Als Drehort diente ein abseits gelegenes Haus, zwar fehlt das Umfeld zur Erzeugung einer typischen "Campus-Atmosphäre", doch die Abgeschiedenheit erweist sich keinesfalls als Fehlgriff, wird geschickt durch kleine Kunstgriffe kaschiert. Regisseur Mark Rosman lernte sein Handwerk u. a. bei Brian De Palma. Gekonnt setzt das Nachwuchstalent die erworbenen Fähigkeiten ein, angenehmer Erzählfluss und geschickte Dosierung der Schockmomente, unterstützt durch stimmungsvolle Kameraarbeit von Tim Suhrstedt. Weder Rosman noch Suhrstedt gelang die ganz grosse Karriere, heute sind sie überwiegend für TV-Produktionen tätig. Auch der Score soll nicht unerwähnt bleiben, die Fete beschallt eine Band namens 4 Out of 5 Doctors, für weitere Untermalung sorgte das London Philharmonic Orchestra. Allzu grobe Härten gibt es nicht aufs Auge, obschon mancher Kill für recht groteske Hinterlassenschaften gut ist.

Drei Darsteller haben sich nachhaltig in meinem Gedächtnis festgebissen, das übrige Ensemble füllt das unterhaltsame Treiben angemessen auf. Nach dem Motto "Alter vor Schönheit", möchte ich zunächst Lois Kelso Hunt würdigen. Zwar verabschiedet sich "Mrs. Slater" bald im Pool, zuvor kann sie jedoch herrlich grantig durch das Szenrio geifern, sorgt für jede Menge Unmut in den Reihen ihrer Schäfchen. Hausdrachen, gehobene Terrorklasse, prächtig! Kate McNeil und Eileen Davidson führen die junge Damenriege an. Kate zeigt Katherine als Gewissen der Gruppe, Eileen verkörpert Vicki, ruchloses Saustück vom Dienst. Es ist keine echte Herausforderzung zu erahnen, welche Dame dem Killer am längsten Paroli zu bieten vermag, Regisseur und Autor Rosman bewegt sich meist im üblichen Rahmen des Genres. Dennoch ist Vicki ein interessant angelegter Charakter, eine so stark ausgeprägte Kaltherzigkeit, hat längst nicht jede "Slasher Bitch" zu bieten! Mit ihrer dominanten Art reisst Vicky ihre Verbindungsschwestern tiefer und tiefer in den Abgrund, die Damen geben Klischees ein Gesicht, irgendwo zwischen Anbiederei bei der Leitwölfin und Angst vor Konsequenzen pendelnd. Eileen Davidson verdient ihre Brötchen seit vielen Jahren als gefragte SOAP-Darstellerin, Kate McNeil ist häufig in bekannten TV-Serien zu sehen.

"The House on Sorority Row" surft fröhlich auf der damaligen Slasher Welle, wandelt lustvoll auf ausgetretenen Pfaden. Dank versierter Regie und schöner Kameraarbeit, kann der Flick sich gegen viele ähnlich angelegte Beiträge behaupten, obendrauf thornt der strake Soundtrack als schmackhaftes Sahnehäuchen. Mehr noch, Mark Rosmans stilsichere Inszenierung erinnert hier und da an Großmeister wie Brian De Palma oder Alfred Hitchcock, obschon er nicht deren Genialität erreicht (an diesen Vorbildern sind grössere Namen gescheitert, Rosman hat einen verdammt guten Job gemacht). Erlaubt mir noch ein paar Worte bezüglich Klischees. In manchen Disziplinen hält sich die Schwesternschaft zurück, wirklich dämliche Dialoge quillen nicht aus den Zuckermäulchen, werden im Keim erstickt. Darüber hinaus verliert sich Rosman nicht tumben Metzeleien, die Motive der jungen Damen stehen stets im Zentrum der Handlung. Story und Schauwerte in nahezu perfekter Balance, vielen Dank dafür.

Vor wenigen Tagen begeisterte mich die Reihe "Katarina's Nightmare Theater" mit der gelungen DVD zu "Final Exam", umgehend mussten weitere Titel geordert werden. "The House on Sorority Row" kommt ebenso in sehr ansprechender Verfassung auf den Bildschirm/die Leinwand, bietet überdies eine stattliche Menge sehens- und hörenswertes Bonusmaterial, Interviews, Audiokommentare Trailer usw.. Erfreulicherweise quetschten die Macher nicht alles auf eine Scheibe, teilweise wurden die Boni auf eine zusätzliche DVD ausgelagert. Wer den Schriftzug "Katarina's Nightmare Theater" nicht sehen möchte, wird sich über das Wendecover freuen. Sehr guter Film, sehr gute DVD, klarer Pflichtkauf!

Fans gepflegter Slasher müssen zugreifen! Wer als Neuling nicht mit "Halloween" oder "Freitag der 13." beginnen möchte, sollte sich "The House on Sorority Row" als schmackhafte Vorspeise auf die Karte setzen.

8/10 (sehr gut)


Lieblingszitat:

"The house is closed. What are you girls doing here?"

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Edgar007 Offline




Beiträge: 2.547

11.02.2013 20:10
#5006 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Der Tiger von Eschnapur & Das indische Grabmal (DVD)
Old Shatterhand (DVD)
James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag (Blu-Ray)
Edgar Wallace - Das mysteriöse Schiff (DVD)
Vier Fäuste für ein Halleluja (BluRay & DVD)

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

13.02.2013 12:57
#5007 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

Kommissar X: Drei goldene Schlangen
Jean Gabin in French Cancan

Beides sehr unterhaltsame Filme. Der eine ist einer der KX Beiträge der sicherlich zu den stärksten zu zählen, der andere zeigt Jean Gabin mal in einer etwas anderen Rolle.

Mfg Jacob

Blap Offline




Beiträge: 1.128

14.02.2013 22:52
#5008 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

In den vergangenen Nächten glühte -wie es sich gehört- der Player, daher fasse ich mich extrem kurz.


• Okami – Das Schwert der Rache (Japan 1972)
• Okami – Am Totenfluss (Japan 1972)
• Okami – Der Wind des Todes (Japan 1972)
• Okami – Die tätowierte Killerin (Japan 1972)
• Okami – Der weiße Pfad der Hölle (Japan 1973)
• Okami – Blutiger Schnee (Japan 1974)

Durch eine Intrige verliert Itto Ogami (Tomisaburô Wakayama) nicht nur den Posten im Dienste des Shōgun, auch seine geliebte Frau fällt den hinterlistigen Umtrieben des Yagyū-Clans zum Opfer. Nun wird der Meister des Schwertkampfs zum Auftragsmörder, zieht mit seinem kleinen Sohn Daigorô (Akihiro Tomikawa) durch Japan ...

In Japan war Kozure Ōkami ein sehr erfolgreicher Manga, in den Jahren 1972-74 wurden sechs Filme nach dieser Vorlage produziert (später folgten weitere Verfilmungen, darunter auch eine TV-Serie). Tomisaburô Wakayama ist wie geschaffen für die Rolle des unbeugsamen Rebellen, Akihiro Tomikawa gehört zu den sympathischsten Kinderdarstellern aller Zeiten. Packende Geschichten, prachtvolle Kämpfe, faszinierende Charaktere, wunderschöne Kameraarbeit. Kein Film fällt ab, der Stoff bleibt von der ersten bis zur letzten Sekunde in Bestform!

Mir liegt das ansprechende Set von Rapid Eye Movies vor. Eine schicke Box gewährt sechs Digipaks Unterkunft, ferner liegen Postkarten und ein Poster bei. Für Freunde japanischer Filme Pflicht, aber auch Einsteiger sollten einen Blick riskieren.

Dicke 9/10 (überragend)

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Schlitzer aus Nordamerika sorgten für durchwachsene Unterhaltung.

Zunächst Blutiges Inferno (USA 1983), in dem Personen zur Zwangsabgabe des Löffels genötigt werden, die einem Mädchen namens Melissa nahekommen. Teenies, Indianer und Bo Hopkins als freundlicher Sheriff. Weiterhin sind Susan Strasberg, Patrick Macnee und Don Stroud am Start, Melissa wird von Aleisa Shirley brauchbar dargeboten. Für einen kleinen Slasher ist die Besetzung durchaus eindrucksvoll, leider gelingt Jim Sotos keine ansprechende Inszenierung, es mangelt an Gespür für Atmosphäre, Spannung und generell zupackende Momente. So ist der Flick zwar kein Ausfall, vorhandenes Potential wird immerhin ansatzweise genutzt. In meiner Sammlung befindet sich die DVD von Eyecatcher, der Film ist in zwei Fassungen enthalten, die Scheibe kommt in einer kleinen Hartbox. Geht für den gierigen Fanboy Blap in Ordnung, mehr als freundliche 5/10 (Mittelklasse) sind allerdings nicht drin.

In den vergangenen Wochen begeisterten mich Filme aus der DVD-Reihe "Katarina's Nightmare Theater" von Scorpion Releasing (USA), folglich sorgte ich schnellstmöglich für Nachschub. In Humongous (Kanada 1982) verschlägt es eine Gruppe junger Leute auf eine kleine Insel, nachdem sich das Boot der Damen und Herren explodierend verabschiedete. Vermutlich wird das Eiland lediglich von einer verschrobenen Alten und deren Hunden bewohnt, zumindest gehen die Gestrandeten zunächst davon aus. Ihr ahnt es bereits, es handelt sich um eine lebensgefährliche Fehleinschätzung. Humongous kommt mit einem sehr stimmungsvollen Setting aus der Kiste, vertrödelt aber zu viel Zeit mit Belanglosigkeiten, weicht die Atmosphäre dadurch immer wieder auf. Schade, mit ein wenig mehr Geschick seitens Regie und Drehbuch, hätte der Streifen ein kleiner Klassiker des Genres werden können. Vor allem der ruppig-räudige Auftakt verspricht sehr viel, unglücklicherweise wird diese Qualität später nicht mehr erreicht. Auch in diesem Fall gilt, für Süchtlinge sehenswert, Einsteiger werden weniger gut bedient. Solide 5,5/10 (Mittelklasse+) sind drin, vielleicht bleibt Luft nach oben.

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Edgar Wallace geht immer, in meinem Player fühlte sich Das Verrätertor wohl, ebenso wie der alte Sack vor der Glotze. Zu dieser schönen Arbeit des geschätzten Freddie Francis habe ich bereits einen Kurzkommentar verzapft, daher lediglich in Zahlen: 7/10 (gut)

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

15.02.2013 23:34
#5009 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten


DVD von Odeon Entertainment (UK)



Taste of Excitement (Großbritannien 1969, Originaltitel: Taste of Excitement)

Druck, der zur Metamorphose führt

Jane Kerrell (Eva Renzi) möchte ihren Urlaub in Frankreich verleben, seltsame Ereignisse bringen die junge Frau in Bedrängnis. Im malerischen Südfrankreich ist Jane mit ihrem Mini Cooper unterwegs, plötzlich wird sie von einem weißen Mercedes bedrängt und in Lebensgefahr gebracht. Auf der zuständigen Polizeiwache hält man die Touristin für überspannt. Im Hotel spricht ein Herr namens Dr. Forla (George Pravda) die angeschlagene Jane an, stellt sich als hilfsbereiter Psychiater vor. Weitere rätselhafte Anrufe und Vorfälle prasseln auf die Engländerin ein, im Zoo trifft sie erneut auf Dr. Forla und ergreift die Flucht. Jane rennt ihrem Landsmann Paul Hedley (David Buck) vors Auto, glücklicherweise kommt es nicht zu einem Unfall. Obschon Paul sich zunächst über die wirren Ausführungen seiner neuen Bekanntschaft amüsiert, fasst der Maler einen folgenschweren Entschluss, lädt Jane in seine Hotelunterkunft ein. Erneut taucht der weiße Daimler auf, wenig zweifelt der Künstler nicht mehr am Verstand seiner Begleitung. Tatsächlich kochte der Terror bisher lediglich auf Sparflamme, noch ahnen Jane und Paul nichts von den bevorstehenden Geschehnissen ...

Wir genießen Ausblicke auf eine wundervolle Landschaft, sehen eine attraktive Frau in ihrem Auto durch dieses malerische Umfeld reisen. Wenige Sekunden später wird die Marschrichtung klar, Regisseur Don Sharp tischt uns einen äußerst unterhaltsamen Thriller auf. Ich möchte nicht im Detail auf die Handlung eingehen, verrate aber sicher nicht zu viel, wenn ich den angenehmen Erzählfluß, die schöne Liebesgeschichte und den feinen englischen Humor lobe. Wir bekommen es also nicht mit einem auf Thriller/Thrillerelemente reduzierten Werk zu tun. Immer wieder schmeichelt die herrliche Umgebung dem Auge, Innenaufnahmen glänzen ebenso mit stilsicher gewählten Sets. Lobenswert die schöne Kameraarbeit von Paul Beeson, perfekte Balance zwischen Darstellern und Umfeld, jede Einstellung ein kleines Freudenfest. Don Sharp ist Freunden des britischen Kinos nicht unbekannt, er inszenierte u. a. für Hammer und Harry Alan Towers. So kann man Sharp guten Gewissens als Spezialist für prächtige Genrefilme bezeichnen, als Beispiele möchte ich ins Feld führen: "The Kiss of the Vampire" (Der Kuss des Vampirs, 1963), "The Face of Fu Manchu" (Ich, Dr. Fu Man Chu, 1965) und "Rasputin: The Mad Monk" (Rasputin - Der wahnsinnige Mönch, 1966). Leider fand "Taste of Excitement" in Deutschland kaum Beachtung, unter dem Titel "Die Zielscheibe" soll der Film im Fernsehen gezeigt worden sein, ich habe diese Auswertung bisher nicht gesehen.

Eva Renzi schaffte nie den ganz grossen Durchbruch. Jedoch finden sich in der Filmographie der -2005 verstorbenen- Schauspielerin sehr verehrungswürdige Einträge, vor allem Dario Argentos "L'uccello dalle piume di cristallo" (Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe, 1969), unbestritten einer der Klassiker des Giallo! Im hier kurz vorgestellten Streifen spielt Renzi großartig, durchlebt eine prickelnde Wandlung. Heftig nagt der Druck am Nervenkostüm der Touristin, ihre Antwort ist die Verwandlung in einen koketten Schmetterling, noch immer angreifbar, verwundbar und zart, aber die eigenen Reize entdeckend und auslebend. Mir gefallen Eva Renzi und David Buck zusammen sehr gut, die Chemie stimmt, für meinen Geschmack ist die aufblühende Liebesgeschichte perfekt integriert, stürzt nie in plumpen Kitsch ab. Peter Vaughan, Alan Rowe und Francis Matthews hüten das Gesetz, zumindest mühen sich die Herren redlich, Francis Matthews lässt sehr überzeugend den herablassenden Profi raushängen. Eva Renzi war damals mit Paul Hubschmid verheiratet, Hubschmid sehen wir in einer zunächst undurchsichtigen Rolle. Kay Walsh agiert als enge Mitarbeiterin Hubschmids, für Sophie Hardy bleibt wenig Raum. Keinesfalls darf Peter Bowles unterschlagen werden, der mit fortschreitender Handlung eine mehr und mehr eiskalte Fratze offenbart. Starkes Ensemble, im Zentrum die reizende Eva Renzi, sicher in einer ihrer eindrucksvollsten Rollen.

Freunde des britischen Kinos müssen zugreifen, alle anderen sollten dem Streifen eine Chance gewähren, es lohnt sich! "Taste of Excitement" bietet Spannung, Wendungen, Humor und eine kleine Prise Action. Das reicht noch nicht? Tolle Schauspieler, bildschöne Kulissen und formvollendetes "Spät-Sechziger-Früh-Siebziger-Feeling". Ich bin begeistert, mein Herz hat das Werk sofort erobert. Sollte die (vermutete) deutsche Synchronisation noch verfügbar sein, würde ich mich sehr über eine entsprechende Auswertung freuen. Allzu gross ist der Leidensdruck freilich nicht, die britische DVD bietet den Film in schöner Qualität an. Boni beschränken sich auf eine Bildergalerie und Trailer aus dem Labelprogramm, ferner liegt angenehmerweise ein kleines Booklet bei.

Genau meine Tasse Tee, ich liebe Stoff dieser Art! Sofort möchte ich den Mini Cooper des Nachbarn ausleihen, mit meiner Dame nach Südfrankreich pöttern. Aber verdammt, der Nachbar fährt irgendeine langweilige Karre, schon ist die Traumblase zerplatzt. Macht nichts, die Scheibe wird bald erneut zum Einsatz kommen, allzu gern werde ich Eva Renzi aufs Neue durch ihr Abenteuer begleiten ...

Sehr gut = Dicke 8/10


Lieblingszitat:

"So you do have a sex life?"
"I have my moments."

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Blap Offline




Beiträge: 1.128

20.02.2013 22:27
#5010 RE: Welche Film - DVD liegt gerade bei euch im Player ? Zitat · Antworten

In Ultrakurzform:


• The Pirates of Blood River (Großbritannien 1962) - Jonathon Standing (Kerwin Mathews) wird unschuldig in eine Strafkolonie geschickt, kann nach einiger Zeit jedoch entkommen. Unglücklicherweise fällt er Captain LaRoche (Christopher Lee) und dessen Piraten in die Hände. Mit falschen Versprechungen gewinnt LaRoche das Vertrauen des Flüchtlings. Schliesslich geleitet der junge Mann die Piraten in seine Heimat, eine kleine Siedlung unter der Führung von Jason Standing (Andrew Keir), Jonathons Vater. Freilich gieren die Piraten nach Reichtum und Macht, LaRoche unterwirft das Dorf mit gnadenloser Härte ...

Hammer produzierte nicht nur wunderschöne Horrorfilme und Thriller, auch andere Genres wurden von der britischen Filmschmiede bedient. "The Pirates of Blood River" lässt die Freibeuter der Meere an Land in Unwesen treiben, schicke Kulissen und erbauliches Staraufgebot inklusive. Christopher Lee spielt als kaltherziger Piratenkapitän großartig auf, harte Schale, stahlharter Kern. LaRoche ist ein kluger und durchtriebener Mann, allerdings mit ausgeprägtem Hang zur Überheblichkeit. Kerwin Mathews gibt einen soliden Helden ab, Andrew Keir gefällt als verblendeter Sturkopf, Nebenrollenknuffel Michael Ripper legt einen seiner besten Auftritte hin, Oliver Reed füllt die Riege der Piraten auf. Regie führte John Gilling, ihm verdanken wir weitere Hammer-Perlen, z. B. "The Plague of the Zombies" (1966) und "The Reptile" (1966).

Dicke 7,5/10 (gut bis sehr gut)


• The Devil-Ship Pirates (Großbritannien 1964) - Captain Robeles (Christopher Lee) hat sein Schiff in den Dienst der spanischen Flotte gestellt. Als die Engländer den Spaniern vor der britischen Küste eine Lektion erteilen, flüchtet Robeles mit seinem Schiff aus dem Getümmel der Schlacht. In einer abseits gelegen Bucht Englands sucht man Unterschlupf, um jeden Preis muss das beschädigte Schiff repariert werden. Mit einer List machen sich die Spanier ein englisches Dorf gefügig, berichten der Gemeinde vom ruhmreichen Sieg der Armada über die englische Flotte. Allzu leicht lässt sich Ortsvorsteher Sir Basil Smeeton (Ernest Clark) einwickeln, während Harry (John Cairney) und dessen Vater Tom (Andrew Keir) den Widerstand gegen die Invasoren organisieren ...

Erneut lässt Hammer Piraten auf eine kleine Siedlung los, erneut führt Christopher Lee die wilde Horde an. Erwartungsgemäß gibt es schöne Schauplätze und bewährte Gesichter zu bewundern, hinzu kommt offenkundige Kritik an schleimigen Politikern und scheinheiligen Pfaffen. Christopher Lee zeigt sich erneut von seiner bösartigen Seite, obschon mir sein LaRoche aus "The Pirates of Blood River" noch besser gefällt. Andrew Keir hat diesmal den Durchblick, den jungen Helden mimt John Cairney, Michael Ripper darf nicht fehlen. Auf dem Regiestuhl nahm Don Sharp Platz, ebenfalls ein bewährter Könner, jeder Hammerianer kennt den herrlichen Streifen "The Kiss of the Vampire" (1963).

7/10 (gut)


Beide Filme sind im Set "Icons of Adventure" enthalten, in den USA von Sony veröffentlicht. Ferner beinhaltet diese Veröffentlichung zweit weitere Titel aus dem Hause Hammer: "The Stranglers of Bombay" (1960) und "The Terror of the Tongs" (1961), nach erfolgter Sichtung werde ich zu den Filmen ein paar Zeilen schreiben. "The Pirates of Blood River" & "The Devil-Ship Pirates" liegen in ansprechender Qualität vor. Zwar wurden die Werke in Deutschland gezeigt, aber bisher leider nicht auf DVD oder gar BD ausgewertet. Freunde gepflegter Hammer-Unterhaltung sollten zugreifen, bereits die beiden Piratenfilme rechtfertigen zweifellos die Anschaffung des Pakets!

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