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Dieses Thema hat 54 Antworten
und wurde 3.097 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Joe Walker Offline




Beiträge: 738

20.08.2014 08:44
#46 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Frage an die Experten: Hat schon jemand die Blu-ray gesichtet?

Gruß
Joe Walker

athurmilton Offline



Beiträge: 1.078

20.08.2014 13:27
#47 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Ich bin auch schon gespannt - die Ankündigung verspricht ja nie gesehene und gehörte Qualität!

Joe Walker Offline




Beiträge: 738

21.08.2014 09:01
#48 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Im Grunde stehe ich immer noch auf folgendem Standpunkt:

Zitat von Joe Walker im Beitrag #42
[...] Bei der neuerlichen TV-Sichtung fiel mir auf, wie runtergespielt die derzeit erhältliche Fassung ist (Tonsprünge / nervöser Bildstand / Laufstreifen etc.)!

Diese Information ...
Zitat von StefanK im Beitrag #43
Laut Pidax handelt es sich um eine Neuabtastung einer gut erhaltenen Kinokopie.

... lässt mich zumindest guter Hoffnung sein, denn für eine BD lohnt sich 'selbst' die Abtastung einer Kinokopie, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Merke:
Zitat von Joe Walker im Beitrag #44
Im Vergleich zur bisherigen DVD-Fassung kann es NUR eine Verbesserung werden!

Gruß
Joe Walker

StefanK Offline



Beiträge: 897

21.08.2014 22:45
#49 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Ich bin kein Technikexperte, aber aus meinem Blickwinkel hat sich die BD definitiv gelohnt. Ja, es war eine Kinokopie (sogar inkl. Verleihlogo), aber scheinbar tatsächlich eine gut erhaltene. Gute Farben und die Ruckelei gibt's hier auch nicht mehr. Der auf dem Cover erwähnte Trailer ist übrigens leider nicht vorhanden.

Joe Walker Offline




Beiträge: 738

22.08.2014 08:03
#50 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Vielen Dank für die Info, klingt doch recht gut. Dass der angegebene Trailer nicht mit bei ist, kann ich ganz persönlich verschmerzen. Die BD wird demnächst gekauft!

Gruß
Joe Walker

Ray Offline



Beiträge: 888

05.12.2017 18:29
#51 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Die Herren mit der weißen Weste (BRD 1970)

Regie: Wolfgang Staudte

Darsteller: Martin Held, Mario Adorf, Walter Giller, Hannelore Elsner, Sabine Bethmann, Agnes Windeck, Siegfried Schürenberg, Herbert Fux, Rudolf Platte, Rudolf Schündler, Heinz Erhardt, Tilo von Berlepsch, Friedrich Schoenfelder, Willy Reichert, Kurd Pieritz u.a.



Nachdem der inzwischen pensionierte Oberlandesgerichtsrat Zänker Zeit seines Schaffens vergeblich versucht hat, den als "Dandy" bekannten Kriminellen Bruno Stiegler hinter Gittern zu bringen, ergibt sich durch dessen Rückkehr aus den USA und von seiner Seite neuen geplanten Straftaten eine neue Chance. Nur bedient sich Zänker diesmal selbst ungesetzlicher Methoden ...

Mit einem erstaunlichen Star-Aufgebot inszenierte Wolfgang Staudte diese Krimikomödie zu einem Zeitpunkt, in dem der deutsche Unterhaltungsfilm längst zum Sturzflug angesetzt hatte. Auch dieses Werk haut nicht unbedingt vom Hocker, vermag aber ordentlich zu unterhalten. Dies hat der Film vor allem dem "Dandy" und seiner Gefolgschaft zu verdanken. Mario Adorfs Verkörperung des eigentlich fast schon liebenswerten Ganoven ist große Klasse. Höchst amüsant gelingt ebenfalls der selbstironische Auftritt Hannelore Elsners. Auf der anderen Seite der Besetzung ist leider nicht alles Gold, was glänzt. Martin Held ist zwar - wie bereits in "Lange Beine, lange Finger" gezeigt - im Komödienfach durchaus gut aufgehoben. Leider fallen nicht wenige Szenen - vor allem im Verbund mit Agnes Windeck und Walter Giller - arg albern aus, was ein Stück weit freilich dem Zeitgeist geschuldet ist. Siegfried Schürenberg darf in seiner offiziellen Sir John-Abstinenz einen "deutschen Sir John" mimen und sorgt so für vertraute Momente. Wenn man die Erwartungen nicht zu hoch hängt, kann man mit Abstrichen an dieser Gaunerkomödie seine Freude haben.

Die Blu-Ray von Pidax präsentiert den Film im korrekten Format und in ordentlicher Bild- und Tonqualität. Extras entgegen der Ankündigung auf der Rückseite ("Trailer zum Film") Fehlanzeige.


Mario Adorf und Hannelore Elsner bewahren die stargespickte, aber bisweilen doch reichlich alberne Gaunerkomödie vor dem Mittelmaß. Noch 4 von 5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.093

28.01.2018 20:30
#52 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten



Die Herren mit der weißen Weste

Kriminalkomödie, BRD 1969/70. Regie: Wolfgang Staudte. Drehbuch: H.O. Gregor (d.i. Horst Wendlandt), Paul Hengge. Mit: Martin Held (Herbert Zänker), Walter Giller (Walter Knauer), Mario Adorf (Bruno Stiegler), Hannelore Elsner (Susan), Heinz Erhardt (Heinrich Scheller), Agnes Windeck (Elisabeth Zänker), Rudolf Platte (Pietsch), Willy Reichert (Otto Sikorski), Rudolf Schündler (Willy Stademann), Siegfried Schürenberg (Kommissar Berg) u.a. Uraufführung: 12. März 1970. Eine Produktion der Rialto-Film Preben Philipsen Berlin für United Artists Frankfurt am Main.

Zitat von Die Herren mit der weißen Weste
Wer würde schon vermuten, dass ein honoriger Herr wie Oberlandesgerichtsrat Zänker der Anführer einer Diebesbande ist? Bei einem Besuch im Olympia-Stadion erleichtern sie die Hertha um Eintrittsgelder im Wert von mehr als 200’000 Mark – und auch Juweliergeschäfte sind vor Zänker und seinen „Herren mit der weißen Weste“ nicht sicher. Sie verhindern mit ihren Coups stets, dass sich Unterwelt- und Boxer-König Bruno „Dandy“ Stiegler, der es mit seinen Kumpanen auf die gleichen Ziele abgesehen hat, die Sore vor ihnen schnappen kann. Doch irgendwann überspannt Zänker den Bogen – der Feind in Gestalt eines Polizeiinspektors sitzt schließlich als sein Schwiegersohn mit am Frühstückstisch ...


Auch nach seiner Pensionierung ist Oberlandesgerichtsrat Zänker noch lange nicht zum alten Eisen zu zählen. Wie von Martin Held gewohnt, bekommt man eine energische und ein Stückweit auch selbstgerechte graue Eminenz präsentiert, der es sichtlich Spaß macht, nach einem Leben für Recht und Ordnung diese Prinzipien nun zum eigenen Vorteil umzudrehen. Nicht die Bestrafung des Gaunerkönigs „Dandy“ steht für ihn im Mittelpunkt; vielmehr sind es das eigene Vergnügen und die persönliche Eitelkeit, die Zänkers weiße Weste binnen kurzer Zeit dunkelgrau verfärben. Man nimmt Martin Held diesen Part aber, weil er ihn mit der üblichen spitzbübischen Selbstverständlichkeit ausstattet, die er z.B. auch in „Dr. med. Fabian“ an den Tag legte, in keiner Weise übel.

Das liegt auch daran, dass die Knallschotenbande um Mario Adorfs tumben Al-Capone-Verschnitt kaum ernstgenommen werden kann und auch keine Sympathien aufkommen lässt, die mit ihren „rechtschaffenen“ Gegnern um Martin Held vergleichbar sind. Im Vergleich warten die „Herren“ mit den kreativeren Methoden und auch den interessanteren Schauspielern auf. Dabei bestätigen Ausnahmen die Regel: Während nämlich der aus alter Loyalität von der einen zur anderen Organisation überlaufende Rudolf Platte der Gangsterposse einen Hauch von Tiefe verleiht, hätte es eines albern herumklamaukenden Heinz Erhardt, der in der Rolle eines Regierungsdirektors (!) an allen passenden und unpassenden Stellen seine Markenzeichen-Gedichte unterbringt, nun wirklich nicht bedurft.



Dennoch verweilt man lieber unter Zänkers Dach als in den Hinterzimmern des Boxclubs. Ein Großteil des Humors ergibt sich aus der Diskrepanz zwischen liebenswürdiger Rentnerfassade und krimineller Energie. Insbesondere die Momente, wenn die „Herren mit der weißen Weste“ beinah auf frischer Tat ertappt zu werden drohen und, um dem zu entgehen, Einlagen als Männerchor geben, verbreiten eine heitere Stimmung. In anderen Szenen kippt Wolfgang Staudtes Film hingegen zu stark ins platte Gewitzel ab – ich kann mir vorstellen, dass der Film unter Regie eines Regisseurs mit besserem Händchen für zynisch-abseitigen Humor – in erster Linie denke ich da an Alfred Vohrer – nicht nur deutlich flotter, sondern vom heutigen Standpunkt auch weniger angestaubt wirken würde. So müssen jedoch große Namen und dialoglastige Szenen den zunehmend schleppenden Verlauf der Handlung kompensieren.

Das zeitkritische Moment anderer Staudte-Filme fällt dagegen unter den Tisch, was „Die Herren mit der weißen Weste“ unterm Strich zu einer eher luft- und lustlosen Angelegenheit macht, in der die hervorragenden Zutaten nicht zu einer stimmigen Mahlzeit vermengt wurden. Auch Peter Thomas’ Musik bleibt weitgehend im Hintergrund und wäre von einer Regie-Granate wie Vohrer sicher stärker in den Mittelpunkt gerückt worden. Man freut sich zwar über einen zeitgenössischen Einblick ins Olympia-Stadion oder die Einbindung der Aliierten-Parade am 1. Juli in den Film. Aber statt hochexplosivem Plastiksprengstoff lieferte Staudte dann eben doch nur hausbackenes Marzipan ...

Stars am laufenden Band vor zeitgemäßer Kulisse in einer der ambitionierteren Rialto-Komödien. „Die Herren mit der weißen Weste“ könnten ein unvergleichlicher Late-Sixties-Leckerbissen sein, fallen letztlich aber aufgrund ihres Regisseurs zu bieder aus, um heute noch mehr als laue Nostalgie zu verbreiten. 3,5 von 5 Punkten.

Giacco Offline



Beiträge: 1.496

29.01.2018 14:51
#53 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Ergänzend dazu die Film-Echo-Kritik (1970).

"Die Kollegen von der Tagespresse sind in der Erinnerung an anspruchsvolle Staudte-Filme offenbar mit der Überlegung beschäftigt, ob der Regisseur hier nicht in bewusster Distanzierung vor einer "Brot und Butter"-Aufgabe die Zügel habe schleifen lassen, und ob er es nicht jedem seiner vielen prominenten Darsteller einfach überlassen habe, die jeweilige Rolle nach bewährtem Erfolgs-Schema zu bedienen. Das mag im Detail zutreffen, so bei den Späßchen von Heinz Erhardt und den Kalauern der Agnes Windeck zum Thema Schwerhörigkeit. Wenn man aber von der möglicherweise altmodischen Ansicht ausgeht, dass der Charakter eines Films vom Buch her bestimmt wird, dann muss Staudte gerechterweise bescheinigt werden, dass er den Film gar nicht anders hätte inszenieren können. Er musste das Publikum um jeden Preis am Lachen halten. Denn wenn es erst einmal Zeit bekommt, über die Handlung nachzudenken, dann könnte so mancher Besucher ob der Fragen nach Zusammenhang und Wahrscheinlichkeit das Weiterlachen vergessen.
Nehmen wir´s drum so, wie es geschrieben wurde und geboten wird. Martin Held als verschmitzten Gauner-Kontrahenten, immer mit einem Fuß jenseits der Legalität und auch dann noch ein köstlicher Komödiant, wenn er mit kleiner Münze zahlen muss. Mario Adorf als aufgeplusterter Boss von eigenen Gangster-Gnaden, als ein Schwadroneur, der in seiner blinden Eitelkeit in jede Falle tappt. Herbert Fux an der Spitze des Gauner-Fußvolks, alle von noch geringerem Gehirn-Gewicht als der Chef und darin dem Oberkriminalen Siegfried Schürenberg durchaus ebenbürtig. Hannelore Elsner hält als Gangsterliebchen mit kurzem Röckchen ganz wacker mit. Walter Giller muss wie ein gutmütiger Hund durch den Film trotten. Er hat´s schwer, er darf weder doof noch pfiffig, muß nur eben brav und bemüht sein. Das beste Eigen-Süppchen aber darf sich Rudolf Platte kochen: das Ergebnis ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, ein kleiner Ex-Gauner, den ein hartes Leben weise und vorsichtig gemacht hat.
Karl Löb fand sich mit seiner Kamera auf den Straßen und in den Häusern Berlins gut zurecht. Bei der Premiere im Berliner Gloria-Palast herrschte eine Mordsstimmung. Filme wie diesem kommt ein gut gefülltes Haus zustatten, denn Lachen ist ansteckend."

Film-Echo-Endnote: 4,0 bei 36 Meldungen. (Großstadtkinos: 2,9 - Mittel- u. Kleinstadtkinos: 5,6
Übereinstimmende Publikumsbewertung: 2,3

Ray Offline



Beiträge: 888

29.01.2018 18:19
#54 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Dass weder Ehrhardt noch Giller im Film Akzente setzen können, würde ich auch so unterschreiben. Ansonsten fand ich die "Ganoven-Truppe" um Adorf samt der herrlich aufspielenden Elsner wesentlich interessanter als die "Rentner-Gang". Generell hat mir der Film bei der Sichtung vor ein paar Wochen besser gefallen als bei einer TV-Ausstrahlung vor einigen Jahren, als ich den Film erstmals sah. Damals war ich doch ziemlich enttäuscht. Mit herabgesetzter Erwartungshaltnung hatte ich beim zweiten Versuch dann mehr Freude dran.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.093

29.01.2018 20:00
#55 RE: Die Herren mit der weißen Weste (1969/70) Zitat · antworten

Auch für mich war es die zweite Sichtung, nachdem der Film mich beim ersten Sehen zunächst enttäuscht hatte. Elsner gefiel mir allerdings eher weniger; sie war für meine Begriffe zu affektiert, um wirklich lustig zu sein. Mag an der Regie gelegen haben.

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