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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 687 mal aufgerufen
 Edgar-Wallace-Forum
niobe Offline




Beiträge: 106

11.11.2007 15:13
Lieblingsphasen Zitat · Antworten

(Bei der Suche nach einem ähnlichem Thread bin ich nicht fündig geworden)

Joachim Kramp teilt in seinem Buch "Hallo hier..." die Wallace Filme in vier Phasen ein: Der Frosch mit der Maske bis Das Gasthaus an der Themse ist Phase eins. Der Zinker bis Das Verrätertor ist Phase zwei. Neues vom Hexer bis Der Mann mit dem Glasauge ist Phase drei und Das Gesicht im Dunkeln bis Das Rätsel des silbernen Halbmonds ist Phase vier.

Geht es Euch auch so, dass ihr bestimmte Phasen bevorzugt und andere eher selten in Anspruch nehmt? oder gibt es da keinen Unterschied?
Vielleicht habt Ihr auch Eure eigenen Phasen und sagt, dass Ihr überwiegend die Filme (z.b.) aus 1965-1972 guckt?

Ich kann mit Kramps vierter Phase wenig anfangen - schaue dementsprechend diese Filme nur äußerst selten. Bin also ein 1959 - 1966 Typ.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

11.11.2007 15:29
#2 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten
Ich persönlich sehe die Filme aller vier Phasen gern. Die Einteilung halte ich für völlig logisch und korrekt und möchte auch nicht daran rütteln. Ich könnte nicht sagen, dass ich die Filme einer Phase bevorzuge oder ablehne, auch nicht die der letzten, die vielleicht bei vielen Wallace-Fans weniger gut ankommen.

Wenn ich mir meine Wallace-Top-10 ansehe, so komme ich zu folgendem Resultat:
3 Filme aus Phase 1 (bei 11 Filmen = 27 Prozent)
3 Filme aus Phase 2 (bei 7 Filmen = 43 Prozent)
1 Film aus Phase 3 (bei 10 Filmen = 10 Prozent)
2 Filme aus Phase 4 (bei 4 Filmen = 50 Prozent)
1 Film aus den Epigonen (bei 4 Filmen = 25 Prozent)

Rein statistisch gesehen liegen bei mir also die Phasen 2 und 4 vorn, aber ich könnte das vom reinen Gefühl her nicht so genau sagen...

2. EWGP: Übersicht
Epigonen-Grandprix: 30 / 29 / 28 / 27 / 26 / 25 / 24 / 23 / 22 / 21 / 20 / 19 / 18 / 17 / 16 / 15 / 14 / 13 / 12 / 11 / 10 / 9 / 8 / 7 / 6 / 5 / 4 / 3 / 2 / 1
UND NOCH MEHR LINKS: Der Lümmel-Blog / Das Lümmel-Forum / JBV1 JBV2 / EWP1 EWP2 EWP3 / DVD-Cover
(letztes Cover: 09.11.2007)
Fadecounter Offline




Beiträge: 2.081

11.11.2007 16:16
#3 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten

Für mich sind in Phase 1 und Phase 2
die Filme,die mir noch heute am besten gefallen.

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

11.11.2007 17:55
#4 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten
Ich würde die Phasen anders einteilen:

Frosch bis Bogenschütze: Phase 1 --- Frühzeit der Rialto-Filme, Entwicklung durch Reinl
toten Augen bis Tür: --- Entwickung zur Hauptzeit, erste Vohrer-Filme
Gasthaus bis unheimlicher Mönch: --- Hauptphase, in erster Linie durch Vohrer geprägt
Bucklige bis Banne: --- Beginn der Farbfilme, nach klassischen System, jedoch weitere Übertreibungen
Gorilla bis Halbmond: --- Spätphase, Italo und Remakes

Abgesehen von Phase 5 treffen meinen Geschmack alle diese Phasen. Am liebsten schaue ich mir Phase 3 an. Aus dieser Phase kommen auch 3 meiner 4 Lieblingsfilme, nämlich Gasthaus, Tuch und Hexer.

Gruß, Ewok

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

11.11.2007 23:27
#5 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten

Gebe Fadecounter recht,Phase 1 und Phase 2 sind auch für mich die Besten.Dort sind die meißten Klassiker zu finden!

Sir 100 ASA Offline



Beiträge: 241

12.11.2007 21:07
#6 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten
Also die Giallos mag ich überhaupt nicht. Dieses Genre splattert mir einfach zu sehr. Im Prinzip neige ich also daher eher dazu, mir Filme aus Phase 1 bis 3 und sowie deren stilistische Nachbarn aus derselben Zeitperiode anzusehen, als Phase 4. Bei Phase 3 muß ich allerdings den ausnehmen, da ich dieses Remake einfach zu grell finde, und den Gorilla von Soho, den ich einfach furchtbar finde.
Savini Offline



Beiträge: 629

20.06.2022 16:25
#7 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten

Ich grabe den Thread mal aus, um etwas zu den Phaseneinteilungen zu schreiben, was mich schon länger beschäftigt und hier am ehesten hineinpassen dürfte:
Im Prinzip finde ich Joachim Kramps Aufteilung ganz sinnvoll, würde sie aber gerne noch etwas unterteilen. Ähnlich wie für ewok2003 sind die ersten vier Filme für mich eine Einheit, da in ihnen zwei Regisseure (Reinl & Roland) und Hauptdarsteller (Fuchsberger & Wussow) jeweils zweimal zum Einsatz kamen, ebenso wie zwei Drehbuchautoren (Eis & Schnitzler) und zwei Überarbeiter (Bartsch & Menge). Hier wurden inhaltlich und stilistisch Grundsteine gelegt. Die ersten drei Filme werden zusätzlich noch durch Ernst Fritz Fürbringer verbunden, der denselben Chef spielt und damit unterschiedliche (und wneiger wichtige) Vorgesetzten-Figuren der Vorlage ersetzt.
Die "toten Augen" sind in zweifacher Hinsicht ein Einschnitt: Einmal stieß Klaus Kinski hinzu, der von nun an in den meisten Filmen bis 1965 dabei war, daneben führte erstmals Alfred Vohrer Regie, der einen deutlich anderen Stil als Reinl und Roland hatte. Danach wurde bis zur "Orchidee" viel herumexperimentiert, gerade auch in Bezug auf die Regisseure.
Eine besondere Phase beginnt für mich mit der "Tür", da Vohrer hier zurückkehrte und es von nun an zunehmend die Regel war, dass ein Wallace-Film von ihm inszeniert wurde. Daneben kamen mit Heinz Drache und Siegfried Schürenberg zwei neue Stammschauspieler hinzu, die beide zuvor bereits im "Rächer" zu sehen gewesen waren. Nun gab es wieder ein wiederkehrendes Gesicht für den Vorgesetzten, der nach der "Bande" entweder nicht vorkam oder wechselnd besetzt worden war, und mit Drache einen zweiten festen Hauptdarsteller, der sich zudem vom Stil und Typ her deutlich von Fuchsberger unterschied.
Wie früher schon bemerkt wurde, wechselten die beiden sich zwischen der "Tür" und "Zimmer 13" von Film zu Film ab. Diese Zwischenphase ist für mich inhaltlich und stilistisch das, was man am stärksten mit der Serie verbindet, da sich nun Vohrers Stil etabliert hatte und zusätzlich Peter Thomas zum Stammkomponisten geworden war. Im Grunde waren die meisten der bis 1968 gedrehten Filme ohne Romanvorlage (oder den inhaltlichen Bezug zu einer solchen) Varianten des Schemas von 1962/63, wozu Vohrer als Stammregisseur sicher beitrug.
Vielleicht könnte man innerhalb der Farbfilme noch zwischen der "Hand" und dem "Glasauge" auch eine Phase einsetzen, da hier durchgehend Vohrer Regie führte, der Scotland-Yard-Chef immer mehr Raum und zugleich eine "feste" Sekretärin erhielt.
Natürlich bedeutetet das, dass die eine Binnenphase sich von der späten ersten in die Mitte der zweiten erstreckt und die andere innerhalb der dritten liegt.

Was meinen andere dazu?

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.944

20.06.2022 18:17
#8 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten

Rein emotional bin ich weiter bei meiner Meinung von 2007 (ewok2003 und ich sind die gleichen Personen, ewok2003 war nur mein früherer Nutzername).
Etwas wissenschaftlicher gesehen müsste man vor einer Einteilung erst einmal Kriterien aufstellen und eine Wichtung vornehmen. Und überlegen, wie man mit "Ausreißer"-Filmen der jeweiligen Zeit umgeht.
Ich sammele mal einige mögliche Kriterien:
- Farbe / SW (1966)
- Verfilmung nah am Roman (bis ca. 1962)
- Ab- und Zugänge gewohnter Darsteller (Schürenberg und Drache ab Tür, Arent bis Nonne)
- Form des Klaumauk (z.B. trocken oder sexistisch)
- Stil Krimi/Giallo
- überwiegender Regisseur der Phase und dessen Stil
- Verfilmungen mit Selbstironie zum eigenen Film
- ...
So ganz einfach wird diese Einteilung nicht, denn sie stellt immer nur eine Annäherung dar. Daher bleibe ich erst einmal bei meiner emotionalen Eiteilung.

Savini Offline



Beiträge: 629

28.06.2022 12:47
#9 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten

Ein Argument, dass dafür sprechen könnte, dass Vohrers Stil die Reihe ab 1962 (als er fest zum Team gehörte) stark prägte, wäre der "Abt"; denn als dieser entstand, hatte Vohrer drei Filme in Folge inszeniert.
Gottlieb übernahm nicht nur aus "Gasthaus" und "Zinker" die Off-Stimme am Anfang und ließ eine Ratte durchs Bild huschen, sondern verwendete (wie bei der Besprechung auf "deutscher Tonfilm" hervorgehoben wurde) auch einige skurrile Kameraeinstellungen (durch ein Kaminfeuer, das Pendel einer Uhr oder ein in ein Gemälde hineingeschnittenes Loch).

Count Villain Offline




Beiträge: 4.560

29.06.2022 09:06
#10 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten

Das Problem an der Phaseneinteilung ist natürlich der oftmals fließende Übergang. Wenn ich mir bei Kramps Einteilung das "Gasthaus" anschauen, bin ich schon zwiegespalten. Für ihn ist es das Ende von Phase 1, Für mich tendenziell eher der Anfang von Phase 2, da die Abweichungen zum Roman hier wirklich deutlich sind (aus einer Gummibande wird ein Einzeltäter, neu hinzugedichteter Haupttäter, zudem zum ersten Mal "Hallo, hier spricht Edgar Wallace" = die Filme werden zu Ihrer eigenen Marke). Richtig klare Schnitte sind nur der Wechsel zur Farbe und der Wechsel zu Koproduktionen mit Italien, da sich hier jeweils die Atmosphäre komplett verändert.

Auch die britischen Koproduktionen könnte man als eigene Phase bezeichnen, das sie sich tatsächlich von der rein deutschen Machart abheben. Das Problem dabei: Sie sind nicht zusammenhängend, sondern über die Laufzeit der Reihe versprengt.

Savini Offline



Beiträge: 629

29.06.2022 10:53
#11 RE: Lieblingsphasen Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #10
Das Problem an der Phaseneinteilung ist natürlich der oftmals fließende Übergang. Wenn ich mir bei Kramps Einteilung das "Gasthaus" anschauen, bin ich schon zwiegespalten. Für ihn ist es das Ende von Phase 1, Für mich tendenziell eher der Anfang von Phase 2, da die Abweichungen zum Roman hier wirklich deutlich sind (aus einer Gummibande wird ein Einzeltäter, neu hinzugedichteter Haupttäter, zudem zum ersten Mal "Hallo, hier spricht Edgar Wallace" = die Filme werden zu Ihrer eigenen Marke).

Ebenso seltsam finde ich sein Urteil, dass die Phase 1 sich inhaltlich um relative Werktreue bemüht habe und die "Narzissen" für ihn weniger ein Fremdkörper seien als "Gräfin" und "Tür".
Denn die "Gräfin" hält sich relativ eng an die Vorlage, die "Tür" tut dies zumindest in den ersten zwei Dritteln auch. Die "Narzissen" dagegen dichten enorm viel hinzu, sowohl an Figuren als auch im Hinblick auf den Mörder als Serientäter und das Rauschgift-Syndikat. Erst in der zweiten Hälfte kann man hier von größeren Übereinstimmungen sprechen (Lynes Tod, Miss Riders Verschwinden, ihre vorherige Entlassung und versuchte Belastung als Diebin, der Mord an der Mutter, Folterung durch Ling Chu).
Zitat von Count Villain im Beitrag #10
Richtig klare Schnitte sind nur der Wechsel zur Farbe und der Wechsel zu Koproduktionen mit Italien, da sich hier jeweils die Atmosphäre komplett verändert.

Gerade der "Bucklige" war hier ein Schnitt, da es sich sowohl um eine frei erfundene Geschichte als auch um einen "neuen" Titel handelte; beides zusammen gab es zuvor in der Serie noch nicht.
Zitat von Count Villain im Beitrag #10
Auch die britischen Koproduktionen könnte man als eigene Phase bezeichnen, das sie sich tatsächlich von der rein deutschen Machart abheben. Das Problem dabei: Sie sind nicht zusammenhängend, sondern über die Laufzeit der Reihe versprengt.

Da die Rialto in drei der vier Fälle beteiligt war, kommt man natürlich nicht umhin, diese als Teil der Serie zu sehen und irgendwie in diese einzugliedern.

Würdest du denn auch sagen, dass 1962/63 im Kern der Stil etabliert wurde, der am stärksten mit den Wallace-Filmen verbunden wird?

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