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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 1.398 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

06.11.2007 18:51
Heiße Spur Kairo-London - Bewertung Zitat · Antworten

Ein toller Abenteuer-Film von Duccio Tessari 1964 BRD/IT.. mit Tony Russel,Maria Perschy und Ivan Desny.Für mich genauso gut wie z.B.Die Verdammten der blauen Berge".Liegt aber auch daran,dass ich Maria Perschy gerne sehe!Ein schöner Abenteuer-Krimi im Stil der 60er!Die deutschsprachige DVD gibt es u.a. bei http://www.amazon.de

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

12.07.2012 18:28
#2 Heiße Spur Kairo-London - Bewertung Zitat · Antworten



HEIßE SPUR KAIRO-LONDON / DAS BLUTIGE GOLD DER PHARAONEN (1964)

mit Tony Russel, Maria Perschy, Manuela Kent, Salah Zoulfikar, Tor Altmayer, Joseph Fortis und Ivan Desny





++ Kairo ruft London ++ Die Sphinx lächelt ++ Bevor sie stirbt ++ Agent Thomas (Tony Russel) soll einen mehrere Jahre zurückliegenden Goldbarrenraub in London aufklären, und die Spur führt diesmal nach Kairo. Seine Informationen führen ihn zu einer gewissen Helene Blomberg (Maria Perschy), die gerade im Begriff ist, ein Team von Archäologen zusammenzustellen. Durch eine List nimmt er Kontakt mit der schönen Frau auf, denn mit ihrer Hilfe glaubt er, denn Fall endgültig aufklären zu können, da Helenes Mann seit dem Raub spurlos verschwunden ist. Da Thomas das Gold bereits gefunden hat, sucht er nach einer Möglichkeit, den Täter in eine Falle zu locken. So gibt er sich als Helenes Mann aus, um an der Expedition teilnehmen zu können. Im Team um Expeditionsleiter Professor Green (Ivan Desny) lassen sich sehr schnell genügend Verdächtige ausfindig machen. Der Plan würde aufgehen, wenn nicht jemand die wahre Identität des Agenten kennen würde, und schon bald geschieht der erste Mord. Wer hat sich die Hände am blutigen Gold der Pharaonen beschmutzt?

Diese deutsch-italienisch-ägyptische Co-Produktion aus dem Jahre 1964 wurde von dem italienischen Regisseur Duccio Tessari in Szene gesetzt, der hier noch am Anfang seiner Karriere stand. Dieser Abenteuer-Film beinhaltet viele Elemente, die über das Genre hinausgehen. Ganz imposant sind die Original-Schauplätze in Ägypten, zu sehen sind neben vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten beispielsweise die Große Sphinx von Gizeh oder die Pyramide des Cheops, von denen eine zeitlose Faszination ausgeht. So hat man für diese Geschichte die mitunter mysteriösesten Drehorte überhaupt in diese heiße Spur integriert. Zu betonen ist aber, dass das Mysteriöseste an diesem Film wirklich die Sphinx bleibt, die zwar prominent in Bild und Eigenwerbung Verwendung fand, mit diesem Fall aber nichts zu tun hat. Die Geschichte entpuppt sich nach kurzer Spieldauer als herkömmlich und vorhersehbar, wenigstens ist die handwerkliche Umsetzung teilweise vom unspektakulären Mittelmaß zu unterscheiden. Erfreulicherweise wurde kaum an Tempo gespart, einige nette Überraschungen und Wendungen bahnen ein gutes Finale an, das dann allerdings zu glatt verläuft. Beim Thema Spannung gibt es leider allerhand Durchhänger, die aber durch sightseeing weniger gravierend ausfallen.





Tony Russel erscheint wie der urtypische Kandidat für Agentenrollen dieser Zeit und liefert eine solide Leistung. Zwar hat man nicht den Eindruck, dass er sich gerade überschlagen muss, trotzdem wirkt seine Interpretation sehr bewusst und stilsicher. Der Fall löst sich unter ihm selbstverständlich trotz aller Gefahren und Widersacher auf, fast könnte man sagen, dass es wie von selbst geht. An seiner Seite sieht man Maria Perschy, die recht gut zu ihm zu passen scheint. Die Österreicherin wirkt mit ihrer kühlen und emotionsarmen Ausstrahlung geradezu exotisch vor dieser beeindruckenden Kulisse, und wieder einmal beweist sie, dass sie jede Rolle flexibel meistern konnte, wenngleich ein bisschen mehr Temperament sicherlich nicht geschadet hätte, vor allem in einer derartigen Handlung. Ivan Desny, der sich hier selbst synchronisierte, wirkt sehr glaubhaft als Professor Green, der wie es scheint nur seine Arbeit im Kopf hat. Er reagiert ungehalten auf Thomas und jeden anderen, der sein Projekt stören, und damit gefährden könnte, wütend und laut kommentiert er die nicht zufriedenstellende Arbeitsmoral seiner Mitarbeiter. Zu ihnen gehört auch die unter Pseudonym spielende Manuela Kent, die ihre Sache unscheinbar zeichnet, was aber auch an der Anlegung der Rolle gelegen hat.

"Heiße Spur Kairo-London" weist alle notwendigen Zutaten für einen funktionierenden Film dieser Art auf, ein ganz großes Spektakel ist dem Regisseur aber bei Weitem nicht gelungen. Es ist nicht oft genug zu betonen, wie sehr die Kulissen dafür verantwortlich sind, dem Film ein ordentliches Profil zu geben. In Verbindung mit der charakteristischen Musik fühlt man sich manchmal beinahe schon wie in einem Historienfilm. Die Story an sich ist leider recht mager ausgefallen, schauspielerisch war ebenfalls nicht mehr herauszuholen, da der komplette Film auf Maria Perschy, und insbesondere Tony Russel zugeschnitten wurde. Etwas interessantes fiel noch bei der deutschen Synchronisation auf, bei der Harry Wüstenhagen einem beteiligten Schauspieler seine Stimme geliehen hat. Ansonsten sind die Dialoge insgesamt auch weniger originell ausgefallen, und überhaupt wirkt vieles in diesem Film sehr eckig. Im Ganzen ist mit "Das blutige Gold der Pharaonen" ein typischer Film seiner Zeit fabriziert worden, der ein bekanntes Strickmuster verfolgte. Überschaubare Unterhaltung ist dennoch bei diesem Film gegeben, auch weil er ambitioniert wirkt und sich wenigtens bemüht, ein annehmbares Ergebnis abzuliefern.

Mark Paxton Offline




Beiträge: 347

17.07.2012 21:18
#3 RE: Heiße Spur Kairo-London - Bewertung Zitat · Antworten

Ein bedeutungsloser Krimi, dem - wie Du richtig erwähnst - vor allem die tollen Kulissen zu Gute kommen. Sonst eher ein Langeweiler, dem weder Ivan Desny noch Maria Perschy retten könnnen.

Georg Online




Beiträge: 3.266

05.08.2012 21:55
#4 Bewertet: "Heiße Spur Kairo-London" (BRD/ I/ Ägypten 1964) Zitat · Antworten

Heiße Spur Kairo-London aka Das blutige Gold der Pharaonen
Ital. Originaltitel: La sfinge sorride prima di morire - London - Stop (Die Sphinx läachelt vor dem Sterben - London - Stop)
BRD/ I/ Ägypten 1964

Regie: Duccio Tessari, mit Tony Russel, Maria Perschy, Ivan Desny

Zitat von Prisma
Dieser Abenteuer-Film beinhaltet viele Elemente, die über das Genre hinausgehen.

Ich würde weiter gehen: es ist eigentlich doch ein Kriminalfilm mit vielen Abenteuerelementen. Wendungsreich und sogar mit einer schönen Überraschung, was die Identität des Professors angeht, am Ende. Also auch zum Mitraten.

Zitat von Prisma
Erfreulicherweise wurde kaum an Tempo gespart, einige nette Überraschungen und Wendungen bahnen ein gutes Finale an

Ich finde auch, dass Duccio Tessari hier in großen Teilen des Films ordentlich aufs Tempo gedrückt hat und dass die Geschichte eigentlich recht wendungsreich ist. Insgesamt gutes Mittelmaß, Maria Perschy und Ivan Desny erfreuen ebenso wie zahlreiche bekannte Synchronstimmen bei den ausländischen Darstellern. Die Musik ist passend und die Außenaufnahmen lenken von der doch - wie bereits erwähnt - an einigen Stellen vorhersehbaren Story ab. Insgesamt hat mir dieser Film, dessen verschiedene Titel weder im Deutschen noch im Italienischen besonders zur Handlung passen, beim Wiedersehen wesentlich besser gefallen, als bei der Erstsichtung.

Prisma Offline




Beiträge: 7.591

06.08.2012 11:30
#5 Bewertet: "Heiße Spur Kairo-London" (BRD/ I/ Ägypten 1964) Zitat · Antworten

Mir ging es beim zweiten Ansehen genau so, der Film gefiel mir auf einmal wesentlich besser und er konnte mich auch eingängiger unterhalten. Was die verschiedenen Titel angeht, so leiten sie wie so oft tatsächlich in die Irre. "Die Sphinx lächelt bevor sie stirbt" kam mir damals zum Beispiel wie eine spektakuläre Ankündigung vor, und diese Aussage hört sich richtig vielversprechend an, beinahe wie ein Versprechen. Daraus wird im Verlauf allerdings eher ein Versprecher. Wie gesagt ist es natürlich sehr schön, diese atemberaubenden Kulissen zu sehen, aber wenn man sich wie ich es gerne mache, auf einen Titel verlässt, so bleibt man schließlich ein wenig ratlos zurück.

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