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Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 3.585 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
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Gubanov Offline




Beiträge: 15.974

14.09.2013 01:39
#31 RE: Bewertet: "Das Messer" (Blutspur im Park) (1971, Stilverwandte) Zitat · antworten

„Das Messer“ / „Blutspur im Park“ belegt mit 58,78 von 70 Punkten Platz 15 von 35 im Giallo-Grandprix 2013. Der Film wurde also mit durchschnittlich 4,20 Punkten pro Person bewertet. Unter zwölf Teilnehmern erhielt er vier Top-Ten-Nominierungen, sodass er in der Stichwahl um Platz 10 antreten musste. Dort erhielt er Film 13 von 90 Punkten (Platz 2 von 6).

Anzahl der abgegebenen Bewertungen: 9
mit 62,22 Punkten auf Platz 09 in der Kategorie Stil (Inszenierung und Bild)
mit 54,44 Punkten auf Platz 21 in der Kategorie Schock und Provokation
mit 56,78 Punkten auf Platz 14 in der Kategorie Plot und Spannung
mit 60,67 Punkten auf Platz 06 in der Kategorie Darsteller
mit 60,67 Punkten auf Platz 11 in der Kategorie Musik
mit 59,11 Punkten auf Platz 18 in der Kategorie Giallo-Faktor
mit 57,56 Punkten auf Platz 16 in der Kategorie Freie Wertung
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Ray Offline



Beiträge: 1.247

02.04.2016 23:57
#32 RE: Bewertet: "Das Messer" (Blutspur im Park) (1971, Stilverwandte) Zitat · antworten

Das Messer (Blutspur im Park) (I/D 1971)

Regie: Duccio Tessari

Darsteller: Hartmut Berger, Günther Stoll, Giancarlo Sbragia, Ida Galli, Wolfgang Preiss u.a.



Aufgrund der Vorgeschichte, dass er zunächst als 33. Edgar Wallace-Film der Rialto eingeplant war, ist der vorliegende Film für Wallace-Fans natürlich besonders interessant. Eines vorweg: als Wallace-Film hätte „Das Messer“ nicht funktioniert, zu groß sind die unterschiedliche in Stilistik und Erzählweise. Im Übrigen geht dem Film jedwede humoristische Auflockerung ab.

Doch das Etikett „Wallace“ hat „Das Messer“ gar nicht nötig, denn er ist schon von sich aus sehr gelungen. Faszinierend bereits der Einstieg, in der minutenlang unter Verwendung traumhafter klassischer Musik die Figuren vorgestellt werden. Für einen Giallo ist der Cast recht breit angelegt. Aus deutscher Sicht von besonderem Interesse freilich die Auftritte Günther Stolls und Wolfgang Preiss´. Passenderweise stehen die beiden sich im Film vor Gericht gegenüber. Preiss der impulsive, dominante Staatsanwalt, Stoll der mit allen Wassern gewaschene Anwalt, der die scheinbar erdrückende Beweislage unbeeindruckt nach und nach wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen lässt. Stolls Performance ist absolut beeindruckend, er stiehlt dem blassen Helmut Berger klar die Show. Die ausführlichen Szenen vor Gericht sowie die relativ viel Raum einnehmende polizeiliche Ermittlung sind ungewöhnlich, aber gleichsam erfrischend. Geschickt arbeitet Regisseur Tessari mit Rückblenden, die den Zuschauer noch tiefer in die Figuren eintauchen lassen und auf falsche Fährten führen.

Die häufig angesprochenen Längen konnte ich ebenfalls nicht feststellen, die Erzählweise ist schlicht ruhiger, aber gleichmäßig, man hat nie das Gefühl, dass der Film „stecken bleibt“, jede Szene treibt das Geschehen voran bis hin zum opulenten Showdown, der allerdings kurz davor ist, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, so oft wie auf den Täter geschossen wird und er dennoch eine gefühlte Ewigkeit herumtorkelt. Das passt nicht zu der ansonsten zurückhaltenden Inszenierung hinsichtlich expliziter Szenen, die Morde sind schließlich unblutig ausgefallen. Davon abgesehen ist die Auflösung jedoch recht verblüffend geraten. Dass die schöne Ida Galli („Der Schwanz des Skorpions) von ihrem Mann mit einer weitaus weniger attraktiven Frau betraogen wird ist zwar nicht sonderlich glaubwürdig. Aber gut, wo die Liebe eben hinfällt...



Edel inszenierter Thriller mit einem Günther Stoll in Bestform. 4/5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.974

16.09.2017 11:34
#33 RE: Bewertet: "Das Messer" (Blutspur im Park) (1971, Stilverwandte) Zitat · antworten

„Blutspur im Park / Das Messer“ belegt im Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017 Platz 5 von 48. Der Film erhielt von den Teilnehmern im Durchschnitt eine Bewertung von 4,23 von 5 Punkten.

zugrundeliegende Wertungen: 11 von 17 (8x „gut bekannt“, 3x „länger her“)
Top-10-Tipps: 0 von 8
Auswahlrunde: Platz 22 von 28 (5,3 Punkte)


mit 4,42 Pkt. Platz 08 in der Kategorie Schauspieler (– 3)
mit 4,50 Pkt. Platz 03 in der Kategorie Inszenierung / Spannung (+ 2)
mit 4,16 Pkt. Platz 06 in der Kategorie Drehbuch / Logik (– 1)
mit 4,37 Pkt. Platz 04 in der Kategorie Ausstattung / Wertigkeit (+ 1)
mit 4,50 Pkt. Platz 03 in der Kategorie Musik (+ 2)
mit 3,29 Pkt. Platz 32 in der Kategorie Epigonenfaktor (– 27)
mit 4,37 Pkt. Platz 04 in der Kategorie freie Wertung (+ 1)

Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017: Ergebnisse (#223) (15)

Andreas Offline




Beiträge: 410

14.08.2019 17:01
#34 RE: Bewertet: "Das Messer" (Blutspur im Park) (1971, Stilverwandte) Zitat · antworten

Ich habe ihn vor kurzem zum ersten Mal gesehen und war positiv überrascht. Insbesondere die erste Filmhälfte kann ich mir gut als 33. Edgar Wallace Film vorstellen. Als die erste Leiche den Berg runtergerollt kam dachte ich doch glatt: jetzt kommen die Schüsse.

Jan Online




Beiträge: 1.397

Gestern 23:49
#35 RE: Bewertet: "Das Messer" (Blutspur im Park) (1971, Stilverwandte) Zitat · antworten

Das Messer / Blutspur im Park
Thriller, I/BRD 1971, mit: Helmut Berger, Ida Galli, Günther Stoll, Giancarlo Sbragia, Wendy d'Olive, Wolfgang Preis uvm., Drehbuch: Gianfranco Clerici und Duccio Tessari, Kamera: Carlo Carlini, Musik: Gianni Ferrio unter Verwendung des 1. Klavierkonzerts op. 23 in b-Moll von Peter Tschaikowski, Produktion: Filmes Cinematografica (I), deutscher Erstverleih: Warner-Columbia Filmverleih GmbH (München), deutsche Erstaufführung: 31.08.1972
Regie: Duccio Tessari


Für den Mord an einer jungen Französin in einem Park verurteilt, gerät der Fernsehmoderator Alessandro Marchi in Haft, muss dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da weitere Morde an jungen Frauen in diesem Park erfolgen und die Polizei sich auf die Suche nach einem Serienkiller macht.

Duccio Tessaris Beitrag zum Giallo-Gewerbe nimmt sich weit weniger brutal aus als das Genre gemeinhin vorzuschreiben scheint. Die einzelnen Morde, derer dann auch nur vier an der Zahl, überlässt Tessari weitgehend der Fantasie der Zuschauer und belässt es letztlich bei einigen Zooms auf die Toten. Der erfahrene Filmer gleich mehrerer Poliziotteschi verlegt seinen ersten Schwerpunkt überraschend auf eine ungeahnt akribisch dargebotene (technische) Polizeiarbeit, ohne jedoch - dann wieder ganz Giallo - die Polizei selbst in den Mittelpunkt des Geschehens zu hieven. Dieser Mittelpunkt findet sich vielmehr bei dem vermeintlichen Täter Marchi, dessen Frau und seiner Tochter. Geschickt wickelt Tessari dabei den Pianisten Giorgio (Helmut Berger) in das Beziehungsgeflecht, und es gelingt ihm dabei vortrefflich, den Charakter des Enfant terrible Giorgio in der Schwebe zu halten. So sind es auch eben diese vier Charaktere, die die eigentliche Spannung des Films ausmachen. Nicht frei von einzelnen inszenatorischen Durchhängern, verlegt sich Tessari auf ambivalente Figurenzeichnungen, abseitige aber durhaus zurückhaltend inszenierte und stets eine gewisse Contenance wahrende Sexszenen. Es scheint, als komponiere Tessari mehr als dass er inszeniere. Das harmonische Zusammenspiel aus Tschaikowskis Klavierkonzert (kreativ bearbeitet und teils neu arrangiert durch Gianni Ferrio) und der agilen Kameraarbeit verstärken diesen Eindruck noch darüber hinaus.

Unter den Darstellern ist zunächst ein offenbar in allerhöchsten Spieleifer versetzter Günther Stoll zu nennen, der in einem weitgehend sich selbst überschätzenden Anwalt einen Charakter ohne Skrupel aber letztlich auch ohne Fortüne bedienen darf. Stoll, nicht selten blass und bisweilen nicht frei von lethargischem Spiel, überwindet derartige Unpässlichkeiten unter der Regie Tessaris vollauf und überzeugt schlussendlich auf ganzer Linie. Ebenso ist Helmut Berger zu nennen, der nicht selten in etwas abseitigen oder realitätsfernen Rollen besetzt wurde. So mag der Zuschauer auch bereits von Beginn an bei Bergers Giorgio glauben, er habe es hier erneut mit einem dahingehend standardisierten Rollenfach zu tun. Er wird jedoch im Verlauf des Films nicht zuletzt aufgrund der breit angelegten Spielzeit, die ihm der Regisseur einräumt, eines Besseren belehrt und erhält zum Dank einen mehrschichtigen Charakter präsentiert. Die übrigen Darsteller finden ein gesundes Mittelmaß. Kaum besonderes Geschick indes vermag man Regisseur Tessari bei den offenbar für unablässlich gehaltenen Humoreinlagen zu attestieren. Der Running Gag des stets falsch zubereiteten Espresso im Polizeirevier ist schon nach der zweiten Aufführung nichts anderes als kalter Kaffee.

Weitgehend spannend, nicht ganz frei von entbehrlichen Längen inszenierter Thriller mit einigen herausragenden darstellerischen Leistungen und einer formvollendeten Komposition aus Bild und Ton. 4 von 5 Punkten.

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