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Dieses Thema hat 32 Antworten
und wurde 3.248 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
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Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

09.03.2008 10:57
#16 RE: Das Geheimnis der schwarzen Rose/Das Messer/Blutspur im Park - Bewertung Zitat · antworten
Hallo,eben gerade entdeckt.


Für Interessierte des Filmes,die mal kurz reinschauen wollen.




Einfach


Una farfalla con le ali insanguinate


bei http://www.youtube.com

eingeben.



Dieser ungewöhnliche Film ist wirklich einer der besten Giallos. Dies auch noch mit weniger Gewalt.


Vielleicht kommt er ja mal auf DVD in deutscher Sprache.



MfG
Mike
kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

09.03.2008 13:33
#17 RE: Das Geheimnis der schwarzen Rose/Das Messer/Blutspur im Park - Bewertung Zitat · antworten

Ja , eine DVD währe sehr schön - meine "Farbschwache" Videokopie hat eine unterirdisch Qualität !
Der Film selbst ist genial

Don't think twice, it's all right ...

Bob Dylan

Christopher Offline



Beiträge: 238

09.03.2008 19:10
#18 RE: Das Geheimnis der schwarzen Rose/Das Messer/Blutspur im Park - Bewertung Zitat · antworten
Habe den Film zwar noch nie gesehen,bis auf den Ausschnitt bei YouTube und der hat mich überzeugt,der Film wäre aber sowas von gekauft,nur schade das es bis heute da keine deutsche DVD davon gibt.
argento92 Offline



Beiträge: 80

11.06.2009 16:26
#19 RE: Das Geheimnis der schwarzen Rose/Das Messer/Blutspur im Park - Bewertung Zitat · antworten

Das Geheimnis der schwarzen Rose

Toller Film, allerdings zu viele Gerichtsszenen wie ich finde.
Musik ist klasse. Schauspieler sind klasse. Handlung ist klasse.

Aber keinen klassischen Giallo erwarten. Der Anfang des Films erinnert leicht an dem Anfang von "Das Geheimnis der grünen Stecknadel"!

Bewertung:
8/10

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

22.05.2010 19:19
#20 RE: Das Geheimnis der schwarzen Rose/Das Messer/Blutspur im Park - Bewertung Zitat · antworten

Kann man ihn eigentlich als inoffizieller 33 Wallace-Film sehen?

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

18.06.2010 19:53
#21 RE: Das Geheimnis der schwarzen Rose/Das Messer/Blutspur im Park - Bewertung Zitat · antworten

Als Giallo funktioniert der Film vermutlich - obwohl er unendlich viele Längen hat. Schauspieler wirken alle müde bzw. warten, dass endlich die Dreharbeiten zu Ende gehen. Einzig die CinemaScope-Kamera berauscht sowie die vernünftige Musik. Ich habe mir nach Sicht GFH's Urteil von 1971 nochmal durchgelesen und muß sagen, dass er mit seiner Beurteilung völlig recht hat. Als Wallace-Thriller funktioniert er einfach nicht - obwohl die Grundidee durchaus interessant ist. Hier hätten damals Projekte wie "Die Nacht der rollenden Köpfe" (unmöglicher Titel!) wesentlich größere Chancen als Wallace-Giallo gehabt. Sei's drum - den Film nehmen wir wie er ist - nur nicht als einen 33. Edgar-Wallace-Film.

Joachim.
*Filme und Bücher werden niemals alt!*

Gubanov Offline




Beiträge: 15.775

28.06.2011 12:47
#22 RE: Das Geheimnis der schwarzen Rose/Das Messer/Blutspur im Park - Bewertung Zitat · antworten



Blutspur im Park / Das Messer (Una farfalla con le ali insanguinate)
Kriminalfilm, IT 1971. Regie: Duccio Tessari. Drehbuch: Gianfranco Clerici, Duccio Tessari. Mit: Helmut Berger (Giorgio), Giancarlo Sbragia (Alessandro Marchi), Evelyn Stewart (Maria Marchi), Silvano Tranquilli (Inspektor Berardi), Wendy D’Olive (Sarah Marchi), Günther Stoll (Anwalt Giulio Cordaro), Carole André (Françoise Pigaut), Anna Zinnemann (Anna Bellini), Lorella de Luca (Marta Clerici), Wolfgang Preiss (Staatsanwalt) u.a.

Zitat von Blutspur im Park / Das Messer
Beim Spielen entdecken zwei Kinder im Stadtpark von Mailand die Leiche eines Mädchens. Die französische Studentin ist mit einem Klappmesser getötet worden. Die Polizei ist schnell vor Ort und kann die Jagd nach dem Täter aufnehmen, der aber entkommt. Mithilfe von Zeugenaussagen gelingt es dennoch, den Fernsehmoderator Marchi der Tat zu überführen. Ihm wird der Prozess gemacht, doch als er im Gefängnis sitzt, geschieht ein weiterer Mord nach gleichem Muster.


Unter dem Titel „Das Geheimnis der schwarzen Rose“, dessen Bedeutung heute nicht mehr anhand des Films rekonstruiert werden kann, sollte „Blutspur im Park“ in Deutschland als 33. Edgar-Wallace-Film vermarktet werden. Nach mehrfacher Betrachtung dieses ungewöhnlichen Giallos komme ich zu dem Fazit, dass eine solche Vermarktung ein passender und folgerichtiger Schachzug gewesen wäre und der Edgar-Wallace-Serie in ihrer Schlussphase eine weitere interessante Facette hinzugefügt hätte. Das Besondere an der Handlung, deren überraschender Twist für mich nach Lektüre des Spannung weckenden Artikels im EW-Lexikon eigentlich keine wirkliche Überraschung mehr war, sind ihre zahlreichen inneren Vernetzungen, ihre Komplexität, das enge Zusammenspiel der Charaktere und vor allem – im Gegensatz zu herkömmlichen Gialli – die detektivische Polizei- und Gerichtsarbeit, über deren Folgerichtigkeit man trotz Kenntnis der Auflösung mehrfach geschickt ins Zweifeln gebracht wird. In dieser Hinsicht, der ermittlerischen und der Whodunit-Komponente, liegt „Blutspur im Park“ dem britischen Krimi im Allgemeinen und dem Wallace-Krimi im Besonderen erheblich näher als zum Beispiel der eher auf Schockeffekt ausgerichtete „What Have You Done to Solange?“.
Drei Männer stehen zentral im Verdacht des Zuschauers; sie werden von Helmut Berger, von Giancarlo Sbragia und von Günther Stoll mit Rafinesse und Doppelbödigkeit verkörpert. Ein IMDB-Rezensent hebt dahingehend das Motiv des Täters sowie die damit in Zusammenhang stehende Schnittfolge des Films (durchsetzt von Rückblenden und Zeitsprüngen) hervor:

Zitat von IMDB.com: Blutspur im Park
„The Bloodstained Butterfly“ (as ever, the title is only peripheral to the main narrative) – which opens with an identification of all the major characters – is especially notable for its complex editing structure, with details of plot related throughout in abrupt flashes (as either part of a lengthy trial sequence, which occupies the majority of its first half, or during troubled lead Helmut Berger’s regular fits, which remain unexplained till the finale). [...] Unlike many films of its ilk, the audience is kept guessing as to the identity of the villain up to the violent climax (resulting in a curt but satisfyingly bleak ending) and, just as thankfully, the script dispenses with the idea (popularized by Alfred Hitchcock’s „Psycho“ [1960]) of presenting a forced last-minute explanation – wherein a psychiatrist is appointed to dig into the killer's past, in order to extract some lame motive for his misdeeds. Typically, however, the eclectic score (courtesy of Gianni Ferrio) is masterful – especially in the way a Tchaikovsky symphony is seamlessly woven into the soundtrack!


Was er nicht ganz einsieht und auch mir erst nach einigem Überlegen aufging, ist die Ambiguität des Originaltitels „Una farfalla con le ali insanguinate“ bzw. „The Bloodstained Butterfly“. Nicht nur ist damit der Halsreif des ersten Mordopfers gemeint, wie man im Finale des Films vermuten könnte, sondern wird gleichsam subtil auf die Verwendung eines Klappmessers – eines „butterfly knife“ – als Mordwerkzeug hingewiesen. Blutig geht es trotzdem nicht zur Sache: Auf explizite Tötungsszenen verzichtete Duccio Tessari völlig; sogar bei den Knieverletzungen der französischen Studentin erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich um aufgeklebte Filmwunden handelt.
Die Einführung der Charaktere der Krimihandlung geschieht in Einklang mit der sachlich juristischen Note mittels Namenseinblendungen, was ein gewöhnungsbedürftiger, aber nachträglich durch bedeutsame Kleinigkeiten und Hinweise immens aufgewerteter Beginn für einen Film seiner Machart ist. Auch die Nacht- und Regenaufnahmen, die in den ersten Minuten einen Kontrast zur sonnigen Frühsommeratmosphäre schaffen, sprechen eine eher ungewöhnliche, teils ans gute alte London erinnernde Sprache. Umso giallotypischer gerät die Verwendung von Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 als musikalischer Hook zu Hörgenüssen erster Güte.

Man mag „Blutspur im Park“ Längen vorwerfen, doch in Wahrheit nutzen sie zur Zeichnung eines detailverliebten Bildes von Tätern und ihren Taten. Das ausgeklügelte Verwirrspiel um Indizien, Zeugen und Rache nimmt sich die Zeit, die es braucht, um am Ende zu einem gut gewählten Höhepunkt zu kommen. 4,5 von 5 Punkten.

Georg Offline




Beiträge: 2.998

07.10.2011 19:16
#23 Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten

Una farfalla con le ali insanguinate
(Wörtlich: Ein Schmetterling mit blutigen Flügeln)
Dt. Titel: Blutspur im Park aka Das Messer

Die junge Françoise Pigaut wird in einem Park brutal ermordet. Der Killer mit Hut kann entkommen, doch eine Zeugin erkennt in dem bekannten Fernsehjournalisten Alessandro Marchi den Täter wieder. Marchi ist der Vater von Françoises bester Freundin Sarah. Es folgt ein Prozess, bei dem der mutmaßliche Mörder verurteilt wird. Doch dann geschehen zwei weitere Morde und Alessandro kommt wieder auf freien Fuss ...

Auch ich finde, dass Una farfalla con le ali insanguinate ein recht ordentlich gemachter und spannender Film ist. Dem typischen Giallomuster (subjektive Sichtweise, viele und grausame Morde, unheimliche Szenerie) folgt er zwar nicht ganz, das macht aber nichts. Vor allem der Teil, in dem dieser Krimi ein Gerichtsfilm ist, wurde von Duccio Tessari sehr gut inszeniert. Die Rückblenden während des Verfahrens sind überaus spannend und gelungen umgesetzt (Kamermann Carlo Carlini brilliert hier!) und erweisen sich als genialer Kniff der Regie teilweise am Ende als fiktiv, um den Zuseher auf eine falsche Fährte zu locken. Der Aufbau der Anklage durch den Staatsanwalt in Form von Wolfgang Preiss und die Entlastungsbeweise des Anwalts gespielt von Günther Stoll sind eine atemberaubende Achterbahnfahrt, zumal sich das Spiel Be- und Entlastung nochmals wiederholt. Stoll als skrupelloser Rechtsanwalt, der nach der Verurteilung seines Mandanten mit dessen Frau ins Bett geht, um anschließend auch noch deren gemeinsame Tochter zu befummeln gefällt in dieser Rolle und spielt überaus kühl, egoistisch und überzeugend (die ital. Synchronstimmen von Stoll und Preiss sind allerdings mehr als unpassend). Auch die dramaturgische Einsetzung der Tschaikowsky-Musik ist ein brillanter Clou des Regisseurs, der mit der Auflösung natürlich noch einmal überrascht (auch wenn man ein derartiges Krimifinale auch schon öfters in anderen Filmen gesehen hat und dieses Sujet auch der Kriminalliteratur nicht fern steht). Eine hübsche Idee fand ich übrigens auch die Einführung der Hauptcharaktere am Beginn.
Insgesamt unterhält dieser Krimi, die weiter oben zitierten Längen konnte ich nicht entdecken (obwohl ich normalerweise was das betrifft ein ziemlich genervter Zuseher bin). Ob dieser Film in der Wallace-Reihe Platz gehabt hätte, sei dahin gestellt, sicherlich hätte es eine weitere interessante Alternative eröffnet, aber andererseits ist es auch gut, dass mit den ital. Produktionen mit "Halbmond" Schluss war. Nur um Geld zu sparen, hätte die Rialto am Ende dann vielleicht auch noch italienisch coproduzierte Filme mit Adriano Celentano oder Bud Spencer in Wallace-Reihe gehoben. Dieser Duccio-Tessari-Film kann sehr gut für sich alleine stehen und ist in meinen Augen auch wesentlich spannender als sein Thriller Der Mann ohne Gedächtnis mit Senta Berger.
Schließlich hätte ich noch zwei Fragen zur deutschen Fassung: ich habe nur die ital. DVD-Fassung ohne deutschen Ton und glaube mich zu erinnern, dass in der RTL2-Ausstrahlung des Films (1993 oder 1994) Günther Stoll sich selbst gesprochen hat. War das auch bei Wolfgang Preiss der Fall? Schließlich noch etwas, was den Fernsehbericht über den ersten Mord betrifft: hier spricht der Reporter im ital. Original davon, dass das Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Wie wir aber aus der Rückblinde und von der ärztlichen Untersuchung wissen, gab es keine Vergewaltigung. Ist davon in der dt. Version die Rede? Ich vermute mal, dass Tessari damit einfach die journalistische bzw. boulevardmediale Aufbauscherei etwas anprangern wollte ...

Regie: Duccio Tessari, Buch: Gianfranco Clerici, Duccio Tessari, Idee: Gianfranco Clerici, Musik: Gianni Ferrio, Produktion: Cecilia Bigazzi, Averoé Stefani
Mit Helmut Berger, Giancarlo Sbraglia, Silvano Tranquilli, Evelyn Stewart, Günther Stoll und Wolfgang Preiss

Janek Offline




Beiträge: 1.852

10.10.2011 21:26
#24 RE: Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten

Also habe den Film gestern Abend gesehen, aber bei dem Ende Hinke ich ein bischen hinter her:

ACHTUNG SPOILER !!!!!!!!!!!!!

Am Ende kahm ja heraus, das der Sport Moderator der Mörder war, in der Auflösung wird aber nur der Mord an der Freundin von Giorgio gezeigt, wer hat dann aber die beiden anderen Frauen getötet auch der Sport Morderator Marchi ? , da sie Zeugen waren ??

Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen ? Habe anscheinend ein Brett vor dem Kopf

MfG

Janek

Georg Offline




Beiträge: 2.998

10.10.2011 21:28
#25 RE: Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten

SPOILER
Helmut Berger (Rollenname fällt mir jetzt nicht ein) hat sie umgebracht, damit der Journalist freikommt.

Janek Offline




Beiträge: 1.852

10.10.2011 21:44
#26 RE: Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten

Achtung Spoiler !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ja, die Überlegung hatte ich auch schon Ob wohl das natürlich eigentlich noch schlimmer war als das eine Mädchen, da muss man auch schon sehr Krank sein


Aber sonst ein wirklich netter Giallo, auch wenn ich finde, dass gegen Ende die sonst so Kamera Nahen Schauspieler so uninteressant für die Handlumg werden und von der Bild Fläche verschwinden, so etwas wie bei DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE hätte den Schluss des Filmes noch abgerundeter wirken lassen, da am Anfang im Fernsehn ja auch über die Verbrechen gesprochen wird, warum dann nicht noch einmal gegen Ende, was noch netter gewesen wäre dannahc noch einmal die Familie des Verstorben Marchi zu zeigen, wie sie sich über das Verbrechen unterhalten und dann die Kamera langsam über den Sonnenuntergang über der Stadt schwenkt,oder hätte euch das Ende auch so gefallen.

MfG

Janek

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.579

06.11.2011 13:58
#27 RE: Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten



BEWERTET: "Blutspur im Park" (Una farfalla con le ali insanguinate) (Italien 1971)
mit: Helmut Berger, Giancarlo Sbragia, Carole André, Günther Stoll, Lorella de Luca, Wendy d'Olive, Ida Galli, Silvano Tranquilli, Wolfgang Preiss u.a. | Buch: Gianfranco Clerici, Ducci Tessari (frei nach Edgar Wallace) | Regie: Duccio Tessari

"Schlecht, trivial und vulgär. Wertlos, völlig unspielbar, unzusammenhängend und armselig komponiert."

Hier ist nicht von Duccio Tessaris Film die Rede, sondern von Tschaikowskis 1. Klavierkonzert (1874), das der Musiker seinem Mentor Nikolai Rubinstein gewidmet hatte und das von diesem mit den oben angeführten harten Worte verrissen wurde. Zum Glück für die Nachwelt ließ sich Tschaikowski nicht entmutigen, sondern sandte die Partitur dem Dirigenten Hans von Bülow zu, der das Konzert mit Freuden persönlich bei der Uraufführung in Boston (1875) am Klavier vortrug. Drei Jahre später besann sich auch Rubinstein und verhalf dem Werk bei einer vielbeachteten Aufführung in Paris zum unsterblichen Ruhm, den das "Piano Concerto No. 1" bis heute genießt und es zum am häufigsten eingespielten Klavierkonzert überhaupt machte.

Die Musik steht stellvertretend für das selbstzerstörerische Element, das sich wie eine rote Blutspur durch den ganzen Film zieht. Sie ist das Leitmotiv des Täters, der dem psychologisch bewanderten Zuseher schon bald durch exzessives, offensives und widersprüchliches Verhalten entgegentritt. In brillanter Irreführung des Publikums wird der eigentlich Beschuldigte vor Gericht zwar des Mordes überführt, jedoch der Fehlbarkeit eines mit Vorurteilen behafteten Richters / Staatsanwaltes zugerechnet. Durch zwei weitere Frauenmorde wird der Eindruck erweckt, dass es sich bei der Verurteilung von Alessandro Marchi um einen Justizirrtum handele. Erst nach der Freilassung des Fernsehjournalisten stellt sich im Finale heraus, dass der Mann alle getäuscht hatte: Er hatte den ersten Mord tatsächlich begangen. Das korrumpierte Auftreten des Verteidigers, die kalte Voreingenommenheit des Anklägers - all diese Facetten des gebeutelten italienischen Rechtssystems werden ad absurdum geführt, als die wirkliche Schuld von Marchi NACH seiner Haftentlassung bestätigt und damit das Urteil erster Instanz bekräftigt wird. Dieser Twist am Ende wird jedoch durch das wuchtige Spiel der Akteure und die kraftvolle Inszenierung des Showdowns ein wenig an den Rand gedrängt.

Aus dem Ensemble ragen bei den Herren besonders Helmut Berger und Günther Stoll heraus, wobei die beiden Männer -auf den ersten Blick- unterschiedlicher nicht sein könnten. Der gutaussehende, unnahbare Helmut Berger (* 1944) in der Blüte seiner Jugend, dessen Figur Giorgio einen Vorgeschmack auf die dunkle Seite gebrochener Menschen gibt, die - oberflächlich betrachtet - durch Herkunft und Ausbildung auf der Sonnenseite des Lebens stehen und für die Stolz, Ehre, Tradition und Prestige keine leeren Worte sind. Günther Stoll (* 1924) bildet den Gegenpol: abgehalftert, zynisch und plump sein Vorgehen im Gerichtssaal und im privaten Rahmen.

Die größte Perversion des Films bilden deshalb nicht die relativ ausgewogen dargestellten Morde, sondern die Lüsternheit des Verteidigers, dessen Bettszenen mit der Frau seines Mandanten aufgrund Stolls Physiognomie für Gelächter und Kopfschütteln sorgen. Ida Galli, die bereits in "La dolce vita" und "Il Gattopardo" gespielt hat, obliegt der Part der betrogenen und betrügerischen Ehefrau, die nicht im klassischen italienischen Sinn als "Mamma" die Familie zusammenhält, sondern eigene Wege beschreitet und nach dem sexuellen Angriff auf ihre Tochter zwar verletzt, aber mehr eifersüchtig als mütterlich besorgt reagiert. Obwohl bereits ausreichend mit einer attraktiven Frau versorgt, gieren sowohl ihr Mann, als auch ihr Liebhaber nach noch jüngerem Blut und wollen sich im Erfolg bei Frauen, die ihre Töchter sein könnten, von der Tatsache ablenken, dass sie alt, unattraktiv und körperlich abstoßend sind. Den ausgetretenen Pfad der Selbstvernichtung wird Berger leider nach dem Tod seines Geliebten Luchino Visconti ebenfalls beschreiten. So bringt man seinen Namen heute in erster Linie mit den Skandalen um seine Person, als mit seinem Filmschaffen in Verbindung. Für einen begabten Künstler umso bedauerlicher, denn: "Der Mensch ist nichts, das Werk ist alles." (Gustave Flaubert an George Sand)

Janek Offline




Beiträge: 1.852

06.11.2011 14:40
#28 RE: Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten

Eine sehr schöne Kritik von dir , nur muss ich korrigiern

Zitat
die relativ ausgewogen dargestellten Morde


Die Morde in diemse Giallo finde, ich sind wirklich sehr unbrutal und der Zuschauer, stellt sich eher vor, wie Brutal der Mörder ist. Ich behaupte sogar, dass die Würgemorde in DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE deutlich Brutaler sind (Jedenfalls in der ungeschnittenen Orginalfassung). Aber das tolle ist, dass der Film auch ohne Gewalt noch sehr gut wegkommt. Ich finde allerdings das Finale immer noch nicht so gut und kann mich mit ihm nicht anfreunden, ich glaube es liegt daran, dass das Ende zu schnell und unspektakulär ist. Da hätte ich mir noch was anderes gewünscht.

MfG

Janek

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.579

06.11.2011 14:48
#29 RE: Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten

Mit "ausgewogen" (= sorgfältig abgestimmt, harmonisch) meine ich, dass man sich nicht unnötig in Gewalt suhlt, sondern die Morde auf das Wesentliche beschränkt sind. Im Gegensatz hält die Kamera länger auf Szenen, die man einem Darsteller wie Günther Stoll nicht zurechnet, die aber die Doppelmoral des Verteidigers, der im Dienst der Justiz ein gewisses Rechtsempfinden haben sollte, unterstreicht.

Das Ende kommt wirklich sehr plötzlich und man weiß nicht, ob Giorgio den Todeskampf überleben wird oder nicht.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.775

06.11.2011 14:53
#30 RE: Bewertet: "Blutspur im Park" (I 1971) Zitat · antworten

Ich empfinde das Ende bei jeder Sichtung als einen der stärksten Aspekte von "Blutspur im Park". Die Szene ist ungeheuer intensiv gespielt und die Musik brandet noch einmal nach allen Regeln der Kunst auf. Dem Treffen eine fehlende spektakuläre Seite abzusprechen, ist recht gewagt: Noch bildgewaltiger hätte man zum Beispiel das Tänzeln des angeschossenen Täters gar nicht inszenieren können, ohne ins Lächerliche abzugleiten. Und die Darstellung von Giorgios Beziehung zur Französin hat mich ohne Einschränkungen ergriffen.

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