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Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 956 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
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Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.328

10.01.2012 10:43
#16 RE: Hansjörg Felmy-Meinungen zum Schauspieler Zitat · antworten

Vielleicht liegt die wohlwollend noch als „durchwachsen“ zu bezeichnende Felmy-Rezeption seiner Wallace-Vita einfach daran, dass Felmy für „Märchenkrimis“ eine etwas zu schnoddrig-moderne und unterkühlte Herangehensweise hatte. Günther Stoll hat in meinen Augen eine ähnlich gelagerte Ader und hat daher ebenfalls mit Problemen zu kämpfen, kann sich aber im 60er-Krimikosmos vom Auftreten und Aussehen her irgendwie besser behaupten. In der Zukunft (ab den 70ern) sollte sich dieses Gefüge ja bald wieder verschieben…

In seinen frühen Bryan-Edgar-Wallace-Auftritten wirkt sein Spiel auf mich immer etwas ungewohnt und „gestellt“ (nachdem ich ihn und seine Art als meinen Lieblings-Tatort-Kommissar bereits vor Sichtung der BEW-Filme in mein Herz geschlossen hatte).
Allerdings steigert sich gerade dadurch für mich noch zusätzlich der etwas theatralischere und gekünstelte Eindruck, den die Bryan-Edgar-Wallace-Filme ohnehin im Vergleich zum Rialto-Wallace machen, um jetzt mal bewusst ein wenig alles über einen Kamm zu scheren und sämtlichen existenten Ausnahmen und Gegenbeispielen friedlich vereint Herberge, unter Gottes großem Gabentisch gekehrt, zu gewähren.
Und insofern betrachte ich auch in jener Phase sein Spiel sogar als segensreich und für mich schlussendlich doch überaus passend, da ich eben den übertrieben unnatürlich, beinahe leicht steril wirkenden Eindruck und diese Ausstrahlung von Zeit zu Zeit mal gern als bewusstes Alleinstellungsmerkmal einer unterm Strich etwas mediokreren Filmreihe konsultiere und „mit Verstand“ genieße.

Bei „Die Tote aus der Themse“ fügt er sich aber in meinen Augen mit seiner mir vertrauteren Aura sehr gut ins Gesamtbild ein, stellt dieses Wallace-Spätwerk in seiner visuellen Umsetzung ohnehin für mich so eine Art Überleitung der 60er Kinokrimis zu den 70ern Tatort Fernsehkrimis dar.

Hochachtungsvoll-würdigend erwähnen, und dies hält her als Anlass für meine Ausführungen hier, möchte ich angesichts der gestrigen arte-Ausstrahlung noch seine meisterliche Synchronsprecherleistung in Polanskis „Chinatown“: als Sprecher von Jack Nicholson passte er wie die Faust aufs Auge, und selbst „jene unerquickliche Sache mit dem Näschen“ meistert er bravourös. Auch wenn ich den Film unterm Strich etwas zu lang geraten und nur „gut bis sehr gut“ aber nicht wie so oft gepriesen „genial“ (vor allem aufgrund der für mich etwas durchschnittlichen Story) fand, hat mich vor allem Felmys Arbeit bis zum Ende gefesselt.
Hut ab!

Siegfried Lowitz Offline




Beiträge: 43

12.10.2018 21:24
#17 RE: Hansjörg Felmy-Meinungen zum Schauspieler Zitat · antworten

Zitat von elvis im Beitrag #8
eine hervorragende Leistung bei der Überführung des Mörders bringt Felmy auch in dem Film "Nebelmörder"

Gruss

Elvis

Dem kann ich nur zustimmen ein wirklich empfehlenswerter Film.

Leider war Felmy wirklich eine Fehlbesetzung für die Wallace reihe.
Felmy war zwar immer ein fantastischer Schauspieler aber eher für filme wie „Und ewig singen die Wälder“ oder wie „Wir Wunderkinder“ oder die „Schachnovelle“ geeignet.
Er hat mit seiner gleichgültigen Art nicht so richtig in die Wallace reihe gepasst vor allem wenn man zum Vergleich Schauspieler wie Siegfried Lowitz, Heinz Drache und Joachim Fuchsberger hatte.
Trotzdem sind die Wallace Filme mit Hansjörg Felmy nicht schlecht (vor allem die Filmplakate nicht dass Filmplakat zum „Henker von London“ ist meiner Meinung nach dass schönste überhaupt) und unterhalten durch Abwechslung die reihe.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.538

12.10.2018 22:12
#18 RE: Hansjörg Felmy-Meinungen zum Schauspieler Zitat · antworten

Im gleichen Maße, in dem mein Zuspruch zum Film "Die Tote aus der Themse" gestiegen ist, habe ich auch Hansjörg Felmys Leistung als Inspektor Craig mehr und mehr schätzen gelernt. Er ist vielleicht weder die einnehmendste noch die charismatischste Hauptfigur der Wallace-Reihe, aber ein sehr solides, im typischen modernen Stil der Anfangssiebziger latent abgebrühtes Arbeitstier, das keine großen emotionalen Ausrufezeichen zu setzen braucht, weil diese gar nicht zu ihm passen würden. Vergleicht man Craigs Rollenanlage mit der von Fuchsbergers Inspektor Barth in "Das Geheimnis der grünen Stecknadel", so stellt man eine neue Art der Ermittlerzeichnung fest, die insgesamt realistischer und weniger heldenhaft erscheint. Während das in einen klassischen Wallace-Film nicht hineinpassen würde, steht dieser Kurs den zwei genannten Krimis sehr gut zu Gesicht. An Felmys Darstellung ist in diesem Fall für meine Begriffe entsprechend nichts auszusetzen. Ich würde ihn den Wallace-Inspektoren-Leistungen von Harald Leipnitz, Günther Stoll und Horst Tappert auf jeden Fall vorziehen.

Auch in "Das 7. Opfer" fand ich Felmy immer sehr formidabel - hier zeigt er, dass er Action und Schrulligkeit gut kombinieren kann, ohne "dümmlich" zu wirken. Was seine übrigen Krimiauftritte außerhalb des Wallace-Universums angeht, möchte ich unbedingt "Der Greifer" und "Herz ohne Gnade" empfehlen.

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