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Dieses Thema hat 8 Antworten
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 Schauspieler/-innen
Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

16.10.2007 18:44
Maria Perschy Zitat · antworten

Sie habe ich ebenfalls sehr geschätzt.Sehr sympatisch spielte sie in "Der Henker von London","Die Pagode zum fünften Schrecken","Weiße Fracht für Hongkong" usw.Darstellerin mit Klasse!Gruß

Prisma Offline




Beiträge: 7.525

30.12.2007 18:00
#2 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten

Bei Maria Perschy kann ich mich kaum entscheiden, ob ihr Spiel eher durch Ausdruckslosigkeit oder durch Disziplin geprägt ist. Schön war sie, aber das waren ja eigentlich die meisten! In "Der Henker von London" sehe ich sie gerne, hier nenne ich es mal Disziplin und außerdem passt sie gut an die Seite von Hansjörg Felmy. Auch in "Dr. med. Fabian" und in "Murderer in Rue Morgue" finde ich sie gut besetzt. Filme wie "Das Totenschiff der schwimmenden Leichen" und "Frauen die durch die Hölle gehen" boten wohl kaum Möglichkeiten, etwas aus der Rolle zu machen, hier finde ich sie besonders Ausdruckslos. Gestern habe ich mir mal drei DVDs mit ihr bestellt, mal sehen, ob eine Maria Perschy dabei ist, von der ich sagen werde...WOW!

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

31.12.2007 18:29
#3 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten

Sie bildet mit Günther Stoll zusammen ein hübsches Paar im Film "Die Folterkammer des Dr.Fu Man Chu" !

Vielleicht gefallen Dir ja mit ihr z.B. "Nasser Asphalt","Natürlich die Autofahrer","Die Landärztin","Ein Goldfisch an der Leine" o. "Mr.Dynamit - Morgen küsst euch der Tod"......

Gruß Mike

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.295

01.01.2008 11:02
#4 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten

Für die damalige Zeit hatte sie eine ziemlich sexy Ausstrahlung

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

01.01.2008 13:55
#5 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten
Da gebe ich Dir Recht.

Sie war aussergewöhnlich attraktiv und hatte - für mich jedenfalls - Charisma und Eleganz. Neben Ruth Leuwerik,Sabina Sesselmann und Josefin Kipper eine meiner Lieblingsdarstellerinnen!

Filmtipps:

"Nichts als Ärger mit der Liebe" BRD/Ö 1956 mit Viktor de Kova Regie:Thomas Engel
"Der schwarze Blitz" BRD 1958 mit Toni Sailer Regie:Hans Grimm
"Die Landärztin" BRD 1958 mit Marianne Koch Regie:Paul May
"Nasser Asphalt" BRD 1958 mit Martin Held Regie:Frank Wisbar
"Natürlich die Autofahrer" BRD 1959 mit Heinz Erhardt Regie:Erich Engels

In diesen Filmen fand ich sie sehr anrührend und gerade hier bewies sie ihr schauspielerisches Talent.



"Der Henker von London" BRD 1963 mit Harry Riebauer Regie:Edwin Zbonek

Hier war sie sehr elegant.



"Ein Goldfisch an der Leine" USA 1964 mit Rock Hudson Regie:Howard Hawks

Ihr Ausflug nach Amerika,auf jeden Fall sehenswert.



"Weisse Fracht für Hongkong" BRD/IT/FR 1963 mit Dietmar Schönherr Regie:Helmut Ashley
"Die Folterkammer des Dr.Fu Man Chu" BRD/SP 1969 mit Günther Stoll Regie:Jess Franco
"Mr. Dynamit-Morgen küsst euch der Tod" BRD/SP 1967 mit Lex Barker Regie:Franz Josef Gottlieb

Wer deutsche Krimis und Abenteuerfilme aus den 60ern liebt,sollte einen Blick riskieren!
Hier wird Maria zwar nicht groß gefordert,aber ihre Erscheinung sorgt immer für positives Aufsehen.

Sie hätte eigentlich ne' Rolle in einem SW-Wallace verdient. Leider kam es nicht dazu.

Man sollte mit dem zufrieden sein,was man von ihr hat. Für mich eine talentierte Darstellerin,die ich immer wieder gerne sehe!
HorstFrank Offline



Beiträge: 697

10.02.2009 18:45
#6 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten

Eine ebenfalls - meiner Meinung nach gute Rolle - hatte sie in dem Abenteuer
"Die Banditen vom Rio Grande" neben Harald Leipnitz und Wolfgang Kieling!

Prisma Offline




Beiträge: 7.525

15.02.2009 17:49
#7 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten

Absolut unerträglich war "Exorcismo" von 1975. Hier sieht man eine Maria Perschy, die verzweifelt versucht gegen den Verdacht zu spielen, sie sei eine Leiendarstellerin.

Mr. Krimi Offline




Beiträge: 297

17.04.2011 14:35
#8 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten

Die österreichische Blondine mit den hohen Augenbrauen und den hellblauen Augen war in den 60er Jahren Deutschlands schönster Export in vielen Euro-Produktionen, und sogar Hollywood wurde auf Maria Perschy aufmerksam.

Nach erfolgreicher Schauspielausbildung am legendären Wiener Max-Reinhardt-Seminar, gab sie bereits mit 18 Jahren ihr Filmdebüt in "Nichts als Ärger mit der Liebe" (1956). Schnell wurde sie auf die Rolle der hübschen und tugendhaften Tochter abonniert, etwa zusammen mit Heinz Erhardt in "Natürlich die Autofahrer" aus dem Jahr 1959.

Im Gegensatz zu Kolleginnen wie Ann Smyrner oder Vivi Bach suchte sich die Perschy ihre Rollen mehr aus und spielte auch nicht in jedem, der ihr angebotenen Filme mit.

In der 60er Jahren war auch das europäische Ausland an die schöne Österreicherin interessiert und so empfahl sich die Perschy für alle möglichen Rollen, abseits der gewohnten "schönen Beilage", die in den damals laufenden Lustspielen und Schlagerfilmchen so üblich waren.

Eine schöne Rolle bot ihr die CCC und ihrem Chef Artur Brauner an. In der damals von ihm produzierten Bryan-Edgar-Wallace-Reihe, bekam sie 1963 das Angebot in Der Henker von London, die weibliche Hauptrolle zu übernehmen. An der Seite von Inspektor Hillier (Hansjörg Felmy) spielte die Perschy dessen Verlobte Ann Barry, die in eine gefährliche, fast aussichtslose Situation gerät, als sie, als getarnter Lockvogel in die Hände Dieter Borsches gerät.

Dieter Borsche gibt hier als Dr. Ferguson alles, er spielt hier einen Wissenschaftler, der dem Wahnsinn bereits verfallen, eine Kopftransplantation durchführen will. Er ist als "Frankenstein der Neuzeit" von dieser, seiner Idee besessen und man zählt nur noch die Minuten, in denen die schöne Ann, eingesperrte in seinem unterirdischen Laboratorium, endlich aus den Klauen dieses verrückten Arztes befreit wird.

Maria Perschy meistert diese Rolle souverän, ohne erkennbare Schwächen, allerdings auch ohne ihrer Rolle, einem typischem "Wallace-Opfer", etwas neues hinzuzufügen. Dieser Film lebt allein durch den "Wahnsinnigen" Dieter Borsche.

Im Jahr darauf bekomt sie das Angebot aus Hollywood neben dem damaligen "Womanizer" Rock Hudson, als leicht vertrotteltem und unbedarften Angler die Figur der kompetenten und liebenswürdigen "Easy Mueller" zu spielen. Dieser Film "Ein Goldfisch an der Leine" wird ein großer Erfolg und Maria Perschy von nun an auch hier bekannt.

In deutschen Filmateliers wird sie ab Mitte der 60er Jahre eher ein "Gaststar", Angebote aus Spanien und Italien bringen sie immer wieder dorthin und schon bald ist sie hier bei uns nicht mehr unbedingt die erste Wahl.

So richtig erfolgreich war die Perschy wahrscheinlich auch eher im Ausland, denn bei uns in Deutschalnd.

1965 wirkt sie im ersten "Kommissar X-Film" mit ("Kommissar X - Jagd auf Unbekannt) und vier Jahre später in einer weiteren sehr erfolgreichen Kinoserie der 60er Jahre; im letzten Teil der "Fu-Man-Chu-Reihe ("Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu).

1967 kommt sie mit dem Film Die Pagode zum fünften Schrecken in Deutschland in den Kinos. Es ist eine englisch-deutsche Krimiproduktion vom englischen Produzenten Harry Alan Towers, der auch schon mit den beiden farbigen Afrika-Verfilmungen nach Romanen von Wallace (Todestrommeln am großen Fluß und Sanders und das Schiff des Todes (1963 u. 1964) und der Fu-Man-Chu-Serie sehr erfolgreich war und die hiesige deutsche Wallace-Welle nun wieder ein weiteres Mal für sich nutzen will.

Dieser mit Wallace-Anleihen deklarierter Kriminalfilm bietet neben allerlei Hokospokus aus Fernost auch viele Top-Namen auf; Rupert Davies, Klaus Kinski, Sieghardt Rupp, Towers Ehefrau Maria Rohm und natürlich, wenns um gefährliche Chinesen geht; Christopher (Fu Man Chu) Lee.

Leider ist die schöne Maria Perschy schon recht bald mausetot und erlebt hier mal kein Happy End.

Ab Anfang der 70er Jahre wurden auch die Filmangebote für Maria Perschy immer weniger, wenn gleich aus Deutschland nun kaum noch etwas kam.

Nach einem schweren Unfall bei Dreharbeiten 1971, wurde die Schauspielerin fürchterlich entstellt. Sie mußte nun einige Jahre pausieren, um dann in einigen wenigen drittklassigen Horrorfilmen(!) mit zuwirken.

Später trat, die jetzt in Amerika wohnende, Perschy in einigen amerikanischen Serien auf und ab Mitte der 80er Jahre zog es sie wieder in ihr Heimatland nach Österreich, wo sie wieder anfing Theater zu spielen.

Gern hätte ich auch sie in der Blütezeit der Edgar-Wallace-Filme und in den diversen Epigonen öfter durch Englands dunklen Gassen mit angsterfüllter Miene rennen sehen...

Mr. Krimi (Der Mann von Miss Krimi)

Prisma Offline




Beiträge: 7.525

14.01.2018 15:35
#9 RE: Maria Perschy- Meinungen zur Schauspielerin Zitat · antworten





● MARIA PERSCHY als ANN BARRY in
DER HENKER VON LONDON (D|1963)



Der Österreicher Edwin Zbonek inszenierte mit "Der Henker von London" einen atmosphärisch dichten Grusel-Krimi, in dem seine Landsfrau Maria Perschy die einzige relevante Frauenrolle übernehmen sollte. Obwohl in der Parallel-Handlung des Films ein Frauenmörder sein Unwesen treibt, sieht man von anderen Damen beinahe weit und breit keine Spur, es sei denn als Leichen, oder in Auftritten, die höchstens einige Sekunden andauern. Dies hört sich schon einmal nach freier Bahn an, obendrein ohne vorhandene Konkurrenz für Maria Perschy, jedoch muss man sich ihren Weg hier nicht so einfach vorstellen, wie vielleicht angenommen. Dies liegt definitiv an der recht schwierigen Anlegung ihrer Rolle, bei der viel Präzision abgerufen werden musste. Was hinzu kommt, ist ein Aufgebot an teilweise großartig aufspielenden Stars, sodass die Anforderung sicherlich die doppelte Konzentration erforderlich machte. Solche Eindrücke entstehen schnell, wenn die vom Drehbuch günstiger beleuchteten Charaktere augenscheinlich einen Vorteil bekommen, und sie bei sehr guten darstellerischen Kompetenzen andere in die zweite Reihe verdrängen. Maria Perschys Ann ist zumindest potentiell gesehen solch eine Anforderung gewesen, da die Dramaturgie von ihr eine auffällige Beherrschung und Ruhe verlangt. Andere Darbietungen rücken somit in den Fokus und es entsteht sogar hin und wieder der Eindruck von regelrechten Selbstinszenierungen, hier allerdings im positiven Sinne. Die attraktive Schauspielerin konnte im Verlauf ihrer Karriere so gut wie immer unter Beweis stellen, dass sie sich jeder Anforderung flexibel zu beugen wusste, was ganz besonders auch auf ihren Umgang mit männlichen Partnern zutrifft. Beugen deswegen, da sie sich dem Empfinden nach häufiger unterordnen musste, als es vielleicht bei vielen ihrer Kolleginnen der Fall war. Häufig war neben ihr sogar eine ebenbürtige weibliche Konkurrenz ohne Probleme zu etablieren.

Diese Tatsache lässt schnell darauf schließen, dass sie über die Jahre gesehen viele unterschiedliche Charaktere zu interpretieren hatte, die jede Seite bedienten. Zieht man seine Schlüsse alleine daraus, ist es mehr als bemerkenswert, dass Maria Perschy keine klassische Schauspielerin mit einem Abonnement für Schablonen und Schubladen gewesen ist, obwohl sie viele Genres unterstützte, die zeitbezogen gerade en vogue waren. So auch hier nicht, denn sie entspricht den damals gängigen Wallace- und Epigonen-Schönheiten nicht übereinstimmend, denn es lassen sich eher mehrere Abweichungen herausfiltern, als dass man Gemeinsamkeiten benennen möchte. Ann Barry entstammt einem sehr gut situierten, sicheren Umfeld, wenngleich sie die Gesichter von Gewalt und Verbrechen kennt, da ihr Vater, Sir Francis, einst Richter war. Außerdem ist sie mit Inspektor Hillier befreundet. Ann kommt also nicht wie üblich in die missliche Lage, die viele andere bedrohte Schönheiten auszuhalten hatten. Es schwebt beispielsweise keine potentielle Millionen-Erbschaft über dem Szenario, auch wird der Held der Geschichte nicht damit erpresst, dass seiner Herzensdame etwas passieren könnte, nein, sie bringt sich selbst in Gefahren, die es eigentlich nicht gegeben hätte. Ann bietet sich als Lockvogel für den Frauenmörder an, aber nicht etwa, weil sie die tödliche Gefahr dieser Operation unterschätzt, sondern weil sie mit ihren mentalen Kapazitäten am Ende zu sein scheint. Der Mann, den sie liebt, jagt nur noch einem Phantom hinterher, verliert dabei den Sinn für das Wesentliche, aber vor allem das Auge für sie. Dieser Schritt kann daher quasi als Ausdruck der eigenen Verzweiflung und Hilflosigkeit erkannt werden. Die Mischung Eigennutz und Intervention als Prävention ist sehr interessant, und gibt daher günstige Voraussetzungen her, um die doch mit Tiefe angelegte Rolle genau mit einer solchen auszustatten.

Charakterisiert man Ann, so drängt sich ihre auffällig zurückhaltende Körpersprache auf. Maria Perschy zeichnet erneut eine überaus kultivierte Frau, die mit ihren gesellschaftlichen und privaten Aufgaben hinlänglich vertraut ist. Ihre Stärken heißen Unaufdringlichkeit und Diskretion, allerdings winden sich diese Eigenschaften auch durch die Zweisamkeit. Ihr behutsamer und nahezu vorsichtiger Umgang mit John, der in erster Linie als Ermittler in der Geschichte zurückbleiben wird, kann keine Berge mehr versetzen. Also schlägt sich die junge Frau über den Beruf auf seine Seite und demonstriert bedingungslose Loyalität. Wie es tatsächlich in Ann aussieht, bleibt dem Zuschauer dank Maria Perschys subtilem Schauspiel weitgehend verborgen. In aller Seelenruhe gerät sie so in gefährliche, aber vor allem ausweglose Situationen, die eben nur das Schicksal schreiben und lösen kann. Generell sieht man mit Maria Perschys Art zu Interpretieren und den dazugehörigen Anlegungen ihrer Rollen ein mögliches Happy-End oder glatte Verläufe weitgehend gefährdet, was ihr allerdings auch einen leichten Touch von Unberechenbarkeit verleiht. Auch hier bleibt die beinahe emotionslos wirkende Frau dem Zuschauer mit voller Absicht fern, sodass es sich naturgemäß um eine Rolle handelt, die man gerne unterschätzt, sei es wegen der herkömmlichen Vergleiche zu anderen Kriminalfilmen, oder des unscheinbaren Verhaltens, das man in diesem Genre auch nicht gerade alltäglich nennen sollte. Im Sinne des Gesamtbildes, oder der Konstruktion von "Der Henker von London", handelt es sich unterm Strich trotz des Bekanntheitsgrades von Maria Perschy um eine mutige Besetzung, die auch ebenso von ihr interpretiert wurde. So kann vielleicht abschließend gesagt werden, dass man Ann Barry wirken lassen muss, damit die Wertschätzung auf den zweiten Blick auch eintreffen kann. Bei mir persönlich war dies jedenfalls lange Zeit nicht der Fall.

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