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Dieses Thema hat 35 Antworten
und wurde 4.190 mal aufgerufen
 Francis Durbridge
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Mark Paxton Offline




Beiträge: 316

21.09.2013 16:55
#31 RE: Bewertet TV: "Paul Temple" (TV-Serie, UK/ BRD 1969-1971) Zitat · antworten

Was ist denn nun mit einer Veröffentlichung der 39 deutschen Folgen? Wurde doch hier schon mal versprochen...

Lord Peter Offline




Beiträge: 373

22.09.2013 18:40
#32 RE: Bewertet TV: "Paul Temple" (TV-Serie, UK/ BRD 1969-1971) Zitat · antworten

Zitat von Georg im Beitrag #28
Dafür dürfte es für die DVD-VÖ der deutschsynchronisierten 39 Folgen bald soweit sein ...


Weiß man denn, wer die Rechte gekauft hat? Ich tippe ja auf Pidax...

Lord Peter Offline




Beiträge: 373

28.08.2016 22:19
#33 RE: Bewertet TV: "Paul Temple" (TV-Serie, UK/ BRD 1969-1971) Zitat · antworten

Zu Sicherheit poste ich es hier noch mal (bitte nicht löschen):

Mal eine Bitte an alle Besitzer der Episoden vom ZDF-Mitschnittservice:

Filmjuwelen nutzte für die DVD bei den in England erhaltenen Episoden die UK-Master. Das mag zwar für die Bildqualität zuträglich sein, leider fehlen mir für meinen Serienführer im Synchronforum bei diesen Episoden jetzt die Angaben zur deutschen Bearbeitung (Buch & Regie). Wenn mir ein Besitzer der ZDF-Kopien diese Angaben nachliefern könnte, wäre ich sehr verbunden. Von den 16 Episoden waren in der ZDF-Auswahl zwar nur 7 enthalten, aber es wäre mir eine große Hilfe. Meinen Recherchen nach wären es diese:

2x03 - The Games People Play (Die seltsamen Spiele des Mr. Hill)
3x13 - Catch Your Death (Ein hoher Einsatz)
4x03 - Ricochet (Cresta Run und Kaffeebohnen)
4x04 - With Friends Like You Who Needs Enemies? (Wenn die Figuren linksrum laufen)
4x09 - The Guilty Must Die (Ein Fall für Steve)
4x11 - Long Ride to Red Gap (Beinahe ein Western)
4x13 - Critics, Yes! But This is Ridiculous! (Chinesische Primeln)

Wenn mir also jemand schreiben könnte, wer hier bei der deutschen Bearbeitung Buch & Regie gemacht hat, wäre ich wie gesagt sehr dankbar!

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.338

08.01.2017 14:38
#34 RE: Bewertet TV: "Paul Temple" (TV-Serie, UK/ BRD 1969-1971) Zitat · antworten



BEWERTET: "Paul Temple: Mord in München" (Murder in Munich) (BBC/ZDF 1970)
mit: Francis Matthews, Ros Drinkwater, Dieter Borsche, Maria Perschy, Corin Redgrave, Jack Hedley, Ernst Walder, Yvette Rees, Siegfried Brandl, Stanley Meadows, Wolf Petersen u.a. | Drehbuch: David Roberts nach Francis Durbridge | Regie: Michael Ferguson

TEIL 1

Der Kriminalschriftsteller Paul Temple und seine Frau Steve reisen für drei Tage nach München, um den neuesten Roman des Autors vorzustellen. Kurz nach Temples Ankunft wird er aufgrund seiner Initialen mit einem Mann namens Tasman verwechselt, einem Profikiller. Dieser soll auf dem Kostümfest des vermögenden Gerhard Haffner einen Mann töten....



Trotz der nostalgischen blauen Straßenbahn-Wagen der Münchner Verkehrsbetriebe wähnt man sich nicht in Bayern, sondern glaubt, eine Episode aus der britischen Reihe "Thriller" zu sehen. Der Blick auf die Landeshauptstadt ist ein anderer; alles wirkt gedämpfter, distanzierter und bedient sich des selben Understatements wie seine vorwiegend englischen Darsteller. Im schnellen Wechsel wird der Zuschauer mit Momenten der Bedrohung konfrontiert, sei es nun bei der Passagierabfertigung am Flughafen oder bei der Entführung eines Mannes. Das Ehepaar Temple wird in einen Fall hineingezogen, der nicht nur ihren entspannten Auslandsaufenthalt unterbricht, sondern sie zeitweise voneinander trennt und in Lebensgefahr bringt. Perfide Mordintrigen belasten die heitere Atmosphäre der weitläufigen Parks und eleganten Anwesen, die von weltgewandten und finster aussehenden Ganoven ebenso bevölkert werden wie von einer edlen kühlen Dame und ihrem Kompagnon im Unternehmen Ehe.

Dieter Borsche und Maria Perschy stehen sich hier sieben Jahre nach ihrem bizarren Aufeinandertreffen in "Der Henker in London" wieder gegenüber und ihre Relation ist nicht weniger von Abscheu und Kalkül geprägt. Der fast dreißig Jahre ältere Mann besitzt viele kostbare Dinge und das Juwel seines Status' verkörpert seine Gattin, die sich im Blumenarrangieren und als diskrete Gastgeberin hervortut. Die Farbauswahl ihrer Kleidung (Apricot, Ocker, Orange) verleiht ihr ein warmes Leuchten, das ihr das Rückgrat stärkt, denn zu Beginn scheint sie nur eine weitere gelangweilte Ehefrau zu sein, die ihre Rolle perfekt spielt. Ihre Contenance kontrastiert mit der Unbeherrschtheit des Hausherrn, der Loyalität und Vertrauen erkaufen muss, weil er keinen einzigen Verbündeten hat. In dieser Atmosphäre der Abneigung gewinnt jener die Oberhand, der diese Konflikte für sich ausnutzt, was früher oder später zur Katastrophe führen wird. Nach langem Hin und Her beendet ein belebend wirkender Mord die Unschlüssigkeit, in der die Personen bisher verharrten und stellt die Weichen für die Jagd nach der Wahrheit.

TEIL 2

Der Pulcinello wurde ins Herz geschossen und liegt tot auf dem Rücken. Im ersten Durcheinander kann sich Paul Temple entfernen, wird jedoch von den Auftraggebern von Tasman bald gestellt. Was hat es mit dem Doppelgänger im Keller auf sich und welche Ziele verfolgt der tüchtige Sekretär von Haffner?



Die vielen Andeutungen, Verwechslungen und Fragen, die der erste Teil ins Rennen führte, werden nun temporeich in Angriff genommen. Tatsachen wurden geschaffen und es ist, als habe jemand ein Fenster geöffnet, durch das nun die klare Luft hereinströmt. Mit Wolfgang Völz betritt ein weiterer deutscher Schauspieler die Bühne. Er übernimmt die Befragung der Anwesenden, während sein agiler Rivale aus dem Privatsektor - der Kriminalschriftsteller Temple - zum Gejagten wird. Die Angst um seinen Verbleib, das Wissen um die Gefährlichkeit seiner Verfolger bestimmen weite Teile des Verlaufs und führen in kreativer Farbgebung durch trendige Nachtlokale und vorbei an beeindruckenden Monumenten. Während Temple den Actionanteil übernimmt, erwacht die Witwe nach und nach aus ihrem Dornröschenschlaf und verlässt den Elfenbeinturm, um mit eigenen Augen zu sehen, was wahr ist oder falsch. Das schöne Leben beruhte wie so oft auf dem Vorsatz der Täuschung und der Reichtum erwuchs aus dem schlammigen Boden des Verbrechens.

Francis Matthews zeigt Paul Temple als unaufgeregten Mann, der auf einen bequemen, mit den Annehmlichkeiten des Lebens ausgestatteten Alltag Wert legt. Seine berufliche Neugier, der kriminalistisch geschulte Geist und eine Prise Nervenkitzel sorgen dafür, dass er eigenständig ermittelt und die Hilfe der Polizei so wenig wie nötig in Anspruch nimmt. Sein Wissensvorsprung und die neutrale Sicht auf die Dinge lassen ihn zum eigentlichen Verbrecherjäger werden. Sein Teamwork mit Ros Drinkwater, die seine Frau Steve spielt, fußt auf Vertrauen, das nur weniger Worte bedarf. Die Wendungen der Geschichte sind weniger überraschend als logisch und der Zuschauer ist deshalb nicht verblüfft, sondern sucht nach der Bestätigung seines Verdachts. Das Spiel mit falschen Identitäten, das sich wie ein roter Faden durch die Folge zieht, kann aufgrund der eindeutigen Zeichnung der Figuren bald durchschaut werden, nimmt der Episode jedoch nicht den gediegenen Wohlfühlfaktor, der sich bereits in den ersten Sekunden einstellt. 4 von 5 Punkten

Prisma Offline




Beiträge: 7.458

08.01.2017 15:02
#35 RE: Bewertet TV: "Paul Temple" (TV-Serie, UK/ BRD 1969-1971) Zitat · antworten



PAUL TEMPLE

● FOLGE 2 | PAUL TEMPLE - KILL OR CURE / PAUL TEMPLE - DIE ZIGARRE (GB|D|1970)
mit Francis Matthews und Ros Drinkwater
und Wolfgang Preiss, Christiane Krüger, Blake Butler, Jerome Willis, Alan Bennion, u.a.
eine Produktion der BBC | Taurus Film | für ZDF
Regie: Christopher Barry






Ingrid Goetz kommt nach London, um ihre gute Freundin Steve Temple zu besuchen. Schnell und voller Vorfreude wird ein Treffen vereinbart, doch es kommt zu einem eigenartigen Zwischenfall, denn der Gast aus der Schweiz verschwindet plötzlich spurlos. Für Steve und ihren Mann steht außer Frage, dass Ingrid entführt worden sein muss. Nun kommt auch Dieter Goetz, ihr Onkel und Direktor einer pharmazeutischen Firma aufs Tableau, doch es scheint, als könne er in dieser Angelegenheit nicht weiterhelfen. Paul Temple nimmt die Ermittlungen auf und nach ersten, schnellen Ergebnissen kommt es zu einer großen Überraschung: Ingrids Onkel möchte nicht, dass die Polizei hinzugezogen wird und warnt Paul davor, die Sache weiterhin unter die Lupe zu nehmen...

»Oh, ist das herrlich hier!« Mit diesem Satz inspiziert die gerade angekommene Ingrid Goetz ihr modernes Hotelzimmer, wirft einen zufriedenen Blick aus dem Fenster, um ein wenig das Londoner Flair zu beobachten, ruft anschließend ihre Freundin Steve an und verabredet sich mit ihr und Paul Temple zum Essen. Ganz im Stil von Kriminalgeschichten wird die Spannung gleich angeheizt, als sich die Türklinge zu verheißungsvoller musikalischer Untermalung bewegt und ein Unbekannter im Zimmer steht, den auch Ingrid offensichtlich nicht erwartet hat. Die Entführung geschieht kurz und schmerzlos und der Zuschauer tappt genau wie die Titelfigur im Dunkeln. Schnelle Vorstellungen der Hauptpersonen und mysteriös wirkender Zeitgenossen lassen Vorahnungen bezüglich des Verlaufs aufkommen und als dann schließlich noch das Schlagwort Pharma-Industrie fällt, ist zumindest klar, dass es um Geld und möglicherweise dunkle Machenschaften gehen dürfte. Doch wer steckt dahinter? Paul Temple kombiniert mit einem gestochen scharfen Verstand, immerhin muss er stets neuen Stoff für seine Kriminalgeschichten zusammentragen, doch als er beim Observieren des Hotelzimmers erwähnt, dass es sich offensichtlich um eine nicht geplante Entführung handle, bleibt die allgemeine Verwirrung auf dem gleichen Stand. Die Episode bietet mit einer Länge von etwa 48 Minuten genügend Raum für einen ausladenden und klaren Aufbau, sodass dementsprechend genügend Details behandelt werden können und man sich den Luxus erlauben kann, Pointen hinauszuzögern. Gute Dialoge und der damit verbundene, trockene britische Humor lockern die Angelegenheit immer wieder angemessen auf, was auch nötig erscheint, verfolgt die Serie im Allgemeinen doch eine sehr ruhige Gangart, die ein paar Längen daher nicht verhindern kann.

Die Hauptpersonen machen generell einen sehr guten Eindruck, vor allem liegt das Augenmerk nicht nur auf dem ermittelnden Team, sondern auch auf der männlich-weiblichen Konstellation. Wenn glasklarer Verstand und Intuition und Fingerspitzengefühl der Frau eine Allianz eingehen, sollte der Erfolg schließlich vorprogrammiert sein. Vielleicht ist es hin und wieder so, dass Paul Temple ein bisschen zu sehr über-kombinieren kann und der Eindruck entsteht, dass ihm die gebratenen Tauben trotz Ermittlungsarbeit manchmal zu bereitwillig in den Mund fliegen, aber die Darsteller in Form von einem kühl und glaubwürdig agierenden Francis Matthews und einer sympathischen Ros Drinkwater lösen ihre Aufgabe sehr ansprechend und geben der Serie ihr Profil. Die deutschen Gäste sorgen in dieser Episode für besondere Vorfreude, bekommt man es doch mit einem wie üblich verschlagenen Wolfgang Preiss zu tun, der von Gut bis Böse tatsächlich jeder sein könnte und einer attraktiven Christiane Krüger, die frühe Rätsel aufgibt. Das Zusammenspiel dieser Vierer-Konstellation gestaltet sich als agil und wirkt überzeugend, man möchte beinahe sagen, kultiviert. Die Story kalkuliert eine lange Zeit ein, um des Rätsels Lösung zu präsentieren, hinterlässt dabei allerdings einen eher herkömmlichen Eindruck, was nicht daran liegt, dass man auf groß angelegte Spektakel verzichtete. Eher fühlt es sich so an, als sei das Ganze schon zu oft dagewesen und deswegen verliert das Finale leicht an Intensität. "Paul Temple" bietet im Endeffekt sehr klassische bis konventionelle Krimi-Unterhaltung, was durchaus positiv gemeint sein soll. "Die Zigarre" ist aufgrund der überaus gerne gesehenen Gast-Darsteller sicherlich einen Blick wert, zählt im Serien-Kontext aber zu den eher durchschnittlichen Vertretern, was gleichzeitig heißt, dass sich hochinteressante Fälle darunter befinden, die es ebenfalls wert sind, entdeckt zu werden.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.338

15.01.2017 14:21
#36 RE: Bewertet TV: "Paul Temple" (TV-Serie, UK/ BRD 1969-1971) Zitat · antworten



BEWERTET: "Paul Temple: Quiz auf dem Prüfstand" (Cue Murder!) (BBC/ZDF 1971)
mit: Francis Matthews, Ros Drinkwater, Donald Houston, Katharine Blake, Alison Leggatt, Madge Ryan, Sonia Dresdel, Philip Madoc, Joseph Fürst, Elizabeth Begley, Michael Lees, Anna Korwin u.a. | Drehbuch: Derrick Sherwin | Regie: George Spenton-Foster

Paul Temple ist als Experte für Kriminalfälle in die erste Sendung der neuen Fernsehshow "Guilty Party" eingeladen. Der ungeklärte Mord an Lucia Walczak, der Ehefrau eines Posträubers, soll mithilfe von Zeugen noch einmal neu aufgerollt werden. Die Frau war in ihrem Haus erstochen worden, nachdem ihr Mann auf der Flucht mit dem geraubten Geld gegen einen Tanklaster prallte und in seinem Wagen verbrannte. Doch ist er wirklich tot? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Brief auf sich, der anonyme Hinweise auf das Verbrechen liefert?



Die Runde der "Quiz"-Teilnehmer bietet alles auf, was eine auf Sensationen bedachte Fernsehsendung braucht: eitle Selbstdarsteller, Wichtigtuer und knallharte, auf Quoten und Effekte bedachte Macher(innen). Der deutsche Zuschauer, der an seriöse Formate wie "Aktenzeichen Xy... ungelöst" gewöhnt ist, muss sich erst einmal damit zurechtfinden, dass Mord hier als Denksport begriffen wird und selbst der Moderator lässig mit den Füßen wippt, während er über grausige Verbrechen spricht. Paul Temple zeigt einmal mehr, wie wohltuend seine präzisen, sachlichen Ausführungen in einer Runde von geschwätzigen Narzissten wirken. Er argumentiert anhand von Indizien und beharrt darauf, immer wieder zum Thema zurückzukehren, wenn seine Sitznachbarn sich in sozialpolitischen Parolen oder persönlichen Nichtigkeiten verlieren. Der aufmerksame Zuseher leitet den Tathergang und somit den Täter aber gerade aus diesen angeblichen Nebensächlichkeiten ab. So kann ich mit Stolz vermelden, in der Mordsache Walczak richtig deduziert zu haben.

Das Who's who der deutschen Synchronstimmen (u.a. Tilly Lauenstein, Friedel Schuster und Friedrich Schoenfelder) verleiht den Darstellern den richtigen Biss, um sie in ihrer Boshaftigkeit und Hinterlist zu unterstützen. Katharine Blake teilt genauso gerne aus, wie sie sich bei Temple einschmeichelt und dessen Frau unterschwellig beleidigt. Donald Houston als starrköpfiger Ermittler a.D., dessen Niederlagen er von keinem Amateur in Erfolge umwandeln lassen will und Alison Leggatt als Inkarnation einer resoluten Bette Davis sorgen für gespannte Aufmerksamkeit. Die zunehmende Zuspitzung auf wenige mögliche Täter lässt über die Entgleisungen am Anfang zwar nicht hinwegsehen, beschäftigt aber den regen Geist eines mitdenkenden Publikums. Einmal mehr beweist Temple, dass er ganz Gentlemen ist, wenn er der Sendungsverantwortlichen am Ende nicht nur die Lösung, sondern auch die Quittung für ihr unsensibles Verhalten präsentiert. Die Folge hält einer bestimmten Art von Fernsehjournalismus den Spiegel vor und zeigt, wie wenig unparteiisch fehlbare Menschen sind, wenn es um die Belange anderer geht. 3,5 von 5 Punkten

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