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Dieses Thema hat 60 Antworten
und wurde 4.018 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

09.05.2007 22:00
#31 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

Wenn ein Film furchteinflößend, verstörend und unheimlich ist und Szenen mit diesen Attributen seine Höhepunkte darstellen so würde ich von einem Horrofilm sprechen und nicht von einem Krimi mit Suspense-Elementen. "Der Tod trägt schwarzes Leder" ist nun vielleicht weniger einer dieser Filme aber "Stecknadel" und "Handschuhe" definitiv.

http://www.ofdb.de/view.php?page=poster&...view&Name=24510

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

10.05.2007 06:17
#32 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

...letztendlich gehen auch die Wallace-Filme DIE TOTEN AUGEN VON LONDON, DER UNHEIMLICHE MÖNCH, DIE BLAUE HAND und IM BANNE DES UNHEIMLICHEN in Richtung des Horrfilm-Genres.

Joachim.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

10.05.2007 13:25
#33 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

Zitat von Reinhard
@ Gubanov:
Mario Bava's expressionistisches Meisterwerk "DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT" bei ebay verhökern- das darf doch nicht wahr sein!


Ist es aber ... Der Film hat mir wirklich nicht im Geringsten zugesagt.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.822

10.05.2007 20:45
#34 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

Ich fand weder "schwarze Handschuhe" noch "Tod trägt schwarzes Leder" oder "Killer von Wien" verstörend. Außerdem ist es hier wie bei den Wallace-Gruselkrimis, die Taten werden von Menschen begangen, es sind also einerseits keine Untoten zu finden, wie in den 60er oder 70er-Horrorfilmen, noch werden besondere Folterungen gezeigt, wie in heutigen Horrorfilmen. Krimis und Thriller bleiben für mich Krimis und Thriller, auch wenn sich dort Horrorelemente finden lassen, es geht eben um "normale" Verbrechen und nicht um Geister, Dämonen und Co...
Zudem sehe ich Gialli eher selten, zur Zeit sind es fast nur Italo-Western, Poliziotti, Wallace-Epigonen, Karl May und Euro-Spy-Trash, die vor meiner Linse landen. Viele Gialli besitze ich auch nicht, da es eben wenig hier in Deutschland auf DVD gibt, was anscheinend absolut empfehlenswert wäre ("House of the laughing windows" wäre so ein Film, der mich aufgrund der tollen Bilder interessieren könnte) außerdem fallen mir die Morde meist zu blutig aus, weshalb mir auch "Blutige Seide", "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" und "Die neunschwänzige Katze" bisher am besten gefallen, weil diese abseits der Mordsequenzen tolle Dinge beinhalten, ich gucke also Gialli, wenn überhaupt, als allerletztes wegen der Morde, auch wenn diese das eigentliche Markenzeichen der Gialli sind. Auch "Suspiria" besitze ich nicht, die ARTE-Ausstrahlung hat mir zwar wieder bestätigt, dass Argento viel mit Bildern machen kann, aber das ganze Setting und der Quatsch mit der "Mutter" in der Tanzschule missfiel mir, vorallem war alles eben ziemlich horrorlastig. Gefiel mir jedenfalls nicht, da rockt "Die Viper" gewaltiger, wenn auch die Bilder nicht so toll sind wie bei Onkel Argentos Suspiria, aber "Die Viper" unterhält mehr und darauf kommt es mir meist an, wenn ich einen Film sehen will...
Ich glaube ich zerstöre deine Meinung von mir nun vollends, oder?

http://www.euro-spy-trash.de.ms
Bunte Agentenabenteuer der 60er

Dennis M. Dellschow Offline



Beiträge: 598

13.05.2007 23:48
#35 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

In Antwort auf:
@ Gubanov:
Mario Bava's expressionistisches Meisterwerk "DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT" bei ebay verhökern- das darf doch nicht wahr sein!


Expressionistisch?

Dennis

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

14.05.2007 00:11
#36 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

Durchaus! Findest du etwa nicht?

http://www.ofdb.de/view.php?page=poster&...view&Name=24510

Dennis M. Dellschow Offline



Beiträge: 598

14.05.2007 20:18
#37 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten
Nur, weil jemand sehr expressiv mit Licht, Kamera und Dramaturgie umgeht, heißt das nicht, dass er expressionistisch arbeitet. Georg Wilhelm Pabst, Fritz Lang oder F.W. Murnau waren filmische Expressionisten, Mario Bava hingegen nicht. Abgesehen davon, dass der Expressionismus als Kunstform wohl gegen Anfang der 1930er Jahre sein mehr oder weniger endgültiges Ende nahm, kann bei Bavas Filmen allein die Handlung nicht das leisten, was Expressionismus ausmacht.

Dennis

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

15.05.2007 01:26
#38 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten
Zunächst einmal ist doch vollkommen hanebüchen, den filmischen Expressionismus auf den deutschen Stummfilm zu reduzieren, auch wenn er freilich die Hochzeit dieser Richtung darstellt und an den Filmen der von dir genannten Regisseure immer wieder die Stilmerkmale des Expressionismus dargestellt werden. Bis heute lebt der filmische Expressionismus weiter, unter anderem in den Filmen von Guy Maddin, David Lynch, Shinya Tsukamoto, Gaspar Noé und Sogo Ishii. Mario Bava bezeichne ich nicht aufgrund seines Gesamtwerks sondern einiger Filme als Expressionisten und diese wenigen gehören zufällig auch zu seinen persönlichsten bei denen er freie Hand hatte. Insbesondere sein "Lisa e il diavolo" von 1972 gehört für mich neben David Lynchs "Eraserhead", den Filmen von Shuji Terayama, Dario Argento und Walerian Borowczyk sowie dem von mir sehr verehrten Andrzej Zulawski (und insbesondere dessen Meisterstück "Possession") zu den expressionischsten Filmen der 70ziger Jahre wobei natürlich in jeden dieser Filme auch ein Gutteil Surrealismus mit einspielt aber in dieser Hinsicht nehmen sich auch Murnaus "Nosferatu" oder Pabsts "Die Büchse der Pandora" und "Die freudlose Gasse" nicht aus. Zu diesen primär von persönlicher Ambition geprägten Filmen Bavas zählen weiterhin eben "Die Stunde wenn Dracula kommt", "Blutige Seide", "Der Dämon und die Jungfrau" sowie "Red Wedding Night", weniger der oft als expressionistisch bezeichnete "Die toten Augen des Dr. Dracula". Gerade "Lisa e il diavolo" ist zwar ein ausgesprochen irrationaler und surrealistischer Film, erfüllt aber alle Kriterien die "offiziell" einen expressionistischen Film ausmachen. Und auch "Die Stunde wenn Dracula kommt" enspricht dem weitgehend und zwar nicht nur in seiner Fotographie, Beleuchtung und Ausstattung sondern auch durch die Handlung, die schildert, wie eine junge Frau an der Engstirnigkeit und Repressivität ihrer Familie zerbricht die den Niedergang ihres Geschlechts nicht begreifen will. Auch inhaltlich sind also alle Komponenten erfüllt.

Letztlich muss ich hier auch noch ein Zitat aus einem ausgezeichneten Aufsatz einfügen, den wir einst im Kunstunterricht lesen durften:

"Die Prämissen des Expressionismus sind überwiegend negativ und rebellisch definiert- kein Naturalismus, nicht bürgerlich und an keinerlei Konventionen gebunden- lässt er sich im Gegensatz zum Impressionismus nicht als eine Kunst definieren, die ohne weiteres an klar umrissenen Stilmerkmalen zu erkennen ist"

Wenn "Die Stunde wenn Dracula kommt" kein expressionistischer Film ist- dann sind die Filme von Alejandro Jodorowsky, Fernando Arrabal und Federico Fellini für dich wohl auch nicht surrealistisch?
Im Grunde könnte doch jeder Autorenfilm auch als expressionistisches Werk gelten- sobald er sich nicht den Regeln des Realismus fügt!

Die schwarzweißen Edgar Wallace-Filme werden auch gerne als expressionistisch bezeichnet, sind es aber alleine auf formaler, nie aber auf inhaltlicher Ebene, ganz im Gegensatz etwa zu "Das Gesicht im Dunkeln".

http://www.ofdb.de/view.php?page=poster&...view&Name=24510

Dennis M. Dellschow Offline



Beiträge: 598

16.05.2007 01:45
#39 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten
Nur deshalb, weil ein Film surrealistisch ist oder surreale Elemente enthält, bedeutet das nicht, dass er zugleich expressionistisch ist. Expressionismus bezeichnet neben einem expliziten Stil (durchaus in Form expressionistischer Anklänge immer wieder in moderneren Werken nachgeahmt), vielmehr eine Epoche denn eine Stilrichtung.
Nach dieser absolut freien Definition des Wortes „Expressionismus“, würde man literaturhistorisch sogar Kafka als Expressionisten bezeichnen, wenngleich dieser allenfalls in die Nähe des Expressionismus gebracht wird.
Generell lässt sich natürlich der Einfluss des deutschen Expressionismus auf andere Filme nicht negieren, was dazu führt, dass man durchaus ähnliche Stilmittel, bzw. Nähen zwischen den Produktionen feststellen kann. Somit mag der internationale Horrorfilm durchaus expressionistisch beeinflusst sein. Expressionismus allerdings auf Irrationalismus zu reduzieren, was letztlich auf eine Definition, wie:

In Antwort auf:
Im Grunde könnte doch jeder Autorenfilm auch als expressionistisches Werk gelten- sobald er sich nicht den Regeln des Realismus fügt!


hinausläuft, ist aber historisch gesehen nicht richtig. Expressionismus ist Expressionismus und Irrationalismus ist Irrationalismus – selbst wenn dieser Teil des Expressionismus ist. Was wäre mit dem französischen Theater – war absurdes Theater etwa expressionistisch?

Noch einmal zu deinem Aufsatz:

"Die Prämissen des Expressionismus sind überwiegend negativ und rebellisch definiert- kein Naturalismus, nicht bürgerlich und an keinerlei Konventionen gebunden- lässt er sich im Gegensatz zum Impressionismus nicht als eine Kunst definieren, die ohne weiteres an klar umrissenen Stilmerkmalen zu erkennen ist"

Auch dieser Ausschnitt bezieht sich auf die Epoche des Expressionismus – man beachte die Abgrenzung zum Naturalismus (übrigens filmhistorisch nicht existent), der bekanntlich Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sein Ende nahm. Die Definition „an keinerlei Konventionen gebunden“ bedeutet dabei wohl eher nicht, dass jeder „negativ und rebellisch“ definierte Film, jeder surrealistische Film, expressionistisch ist.

Dennis

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.589

17.05.2007 11:40
#40 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

@dennis
Deine Beiträge haben sich im Lauf der Jahre ganz schön verändert. Dies meine ich sehr positiv!

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

21.05.2007 22:06
#41 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

Ich fand den Film ganz nett einmal anzuschauen, aber so schnell wird die DVD nicht wieder in meinen Player wandern.
Christopher Lee kam im Film für meinen Geschmack eher zu kurz. Überzeugen konnten hingegen Carl Lange, Karin Dor und Lex Barker. Ebenso gefiel mir Dieter Eppler als verängstigter Kutscher.
Gesamtbewertung: 2/5 Punkte

Gruß, Ewok

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

23.05.2007 21:32
#42 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten
@ Dennis M. Dellschow:

Da wir eine grundsätzlich verschiedene Auffassungen von Expressionismus haben wird diese Diskussion keine Früchte tragen, fürchte ich! Meiner Meinung nach sollte man sich nicht an die Epoche klammern (Van Gogh hatte schließlich auch schon expressionistische Anklänge) sondern an bestimmte Arbeitsweisen und Ausdrucksformen, deiner Meinung nach ist gerade das anscheinend recht wichtig (und vermutlich hast- du rein objektiv gesehen- auch recht). Übrigens habe ich nicht Surrealismus und Expressionismus gleichgesetzt, beide sind zwar verwandt aber dennoch weit entfernt voneinander da der Expressionismus die Realität nur stilisiert und überhöht während der Surrealismus sie verzerrt und ad absurdum führt. Das habe ich auch in einer Diskussion mit meiner Mutter (die Kunstlehrerin ist) festgestellt.

Grundsätzlich würde mich daher noch interessieren wie du eigentlich übe den Film ("Die Stunde wenn Dracula kommt") denkst- auch wenn er nicht expressionistisch ist?

http://www.ofdb.de/view.php?page=poster&...view&Name=24510

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.822

24.05.2007 14:56
#43 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

@ Reinhard:
Tja, mein Vater ist auch Kunstlehrer, soll ich mich über das Thema mal mit ihm unterhalten und mich auch noch einmischen in die Diskussion?

http://www.euro-spy-trash.de.ms
Bunte Agentenabenteuer der 60er

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

24.05.2007 20:50
#44 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

Lieber nicht, Diskussionen über Kunst- wo sie endet und wo sie beginnt- und ähnliches sind zwar immer sehr interessant aber auch schnell ermüdend da es gerade hier nur wenige Tatsachen gibt und zwar immer populärere Auffassungen aber nur selten unabdingbare. Lassen wir das auf sich beruhen...

Dein Vater ist aber nicht zufällig nebenher auch Englisch-Lehrer, oder? Eine todbringende Kombi...

http://www.ofdb.de/view.php?page=poster&...view&Name=24510

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.822

24.05.2007 23:19
#45 RE: Bewertet "Die Schlangengrube und das Pendel" Zitat · Antworten

Meine Eltern sind beides Deutsch-Lehrer, meine Mutter unterrichtet aber auch Musik und mein Vater Kunst und Sport...
Mir war klar, dass eine Diskussion unnötig ist, vorallem weil ich den Film um den es geht nicht kenne!

http://www.euro-spy-trash.de.ms
Bunte Agentenabenteuer der 60er

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