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Dieses Thema hat 37 Antworten
und wurde 2.479 mal aufgerufen
 Giallo Forum
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Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

10.03.2007 09:35
Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Ein hervorragendes, aber auch kaum beachtetes Exemplar eines wunderbaren Gruselkrimis ist "Sieben Tote in den Augen der Katze".

Ein junges Mädchen namens Corringa (Jane Birkin) kommt in den Ferien zu ihrer Mutter nach Schloss Dragonstone, hoch im Norden Schottlands, zurück. Später beichtet sie, dass sie keine Ferien hat, sondern von der Schule geflogen ist. Auf dem Schloss wohnen, neben ihrer Mutter und ihrem etwas verstörten Bruder (Hiram Keller), deren Französischlehrerin (Doris Kunstmann) und der Liebhaber (Anton Diffring) der Mutter und der Frantösischlehrerin. Hinzu kommt ein entfernter Verwandter (Serge Gainsborough), der den Beruf des Priesters ausübt. Die Verwandtschaft wird nacheinander abgemurkst und jedes Mal ist die Hauskatze Zeuge. In einer Nebenrolle als Butler sieht man Konrad Georg.

Bereits Anfang 1970 hatte die Roxy-Film die Dreharbeiten unter der Regie von Alfred Vohrer für den Sommer 1970 angekündigt. Doch zu dieser Zeit kümmerte sich Vohrer bereits um seine erste Simmel-Verfilmung UND JIMMY GING ZUM REGENBOGEN, so dass Luggi Waldleitner die Produktion verschob. Durch den Erfolg von UND JIMMY GING ZUM REGENBOGEN verfilmte Vohrer von da an (bis 1974) kontinuierlich Simmel-Romane und unterbrach dies nur zweimal ("Und der Regen verwischt jede Spur", "Drei Männer im Schnee"). Waldleitner machte aus dem Gruselkrimi schließlich eine Co-Produktion mit Frankreich und Italien und Anthony Dawson übernahm die Regie. Mit etwas Phantasie könnte man den Film sogar als Remake von Vohrers "indischem Tuch" bezeichnen. Stilvoll im CinemaScope-Format inszeniert, mit einem fast romantischen Score von Riz Ortolani.

FAZIT: Neben den vielen genannten Stilverwandten zu den Wallace-Verfilmungen kommt dieser Film am nächsten an die Wallace-Verfilmungen heran.

Joachim.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.507

10.03.2007 15:32
#2 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Antonio Margheriti (Pseudonym: Anthony Dawson) drehte auch andere tolle Filme, darunter viele Italo-Western und ein paar hocklassige Euro-Spy-Trasher!

"Sieben Tote in den Augen der Katze" hat wohl auch gute Chancen, demnächst auf einem Silberling angemessen gewürdigt zu werden ...

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

10.03.2007 17:45
#3 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #2
Antonio Margheriti (Pseudonym: Anthony Dawson) drehte auch andere tolle Filme, darunter viele Italo-Western und ein paar hocklassige Euro-Spy-Trasher!

Bitte nicht übertreiben. Er drehte zwar den hochkarätigen Giallo "Sieben Jungfrauen für den Teufel", aber seine Western leben einzig von den Hauptdarstellern wie Lee van Cleef ("Einen vor den Latz geknallt", "In meiner Wut wieg ich vier Zentner"). Ansonsten segelte er mit dem Wind, d.h. er nutzte das jeweils aktuelle Genre und drehte Filme dazu, die meist unbedeutend waren. Natürlich gibt es auch Liebhaberfilme wie "Dracula im Schloss des Schreckens" oder "Satan der Rache". Hochklassige Euro-Spy-Trasher hat er nie inszeniert.

Joachim.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.507

10.03.2007 17:57
#4 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Als Trashfilme sind aber fast alle seine Filme toll. Mit hochkarätigem Euro-Spy-Tash habe ich tatsächlich übertrieben, mir fällt nämlich nur "Gemini 13" ein - und der ist tatsächlich nicht so pralle ...

Zu den Western: Jeder sollte eigentlich wissen, dass Lee van Cleef wirklich kein Schauspieler war, jedenfalls kein guter, die Filme lebten aber in der Tat von seiner Präsenz. Erwähnen muss man aber "Satan der Rache", in dem statt Lee van Cleef der gute alte Kinski agierte ...

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

10.03.2007 18:23
#5 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Mir ist neu, dass Lee van Cleef kein guter Schauspieler war!

J.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.507

10.03.2007 20:30
#6 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Lee van Cleef hat ein klasse Gesicht und kann grimmig gucken, über wirklich beeindruckendes Spiel verfügte er aber nicht. Diese Meinung teile ich mit Sergio Sollima ...

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

10.03.2007 21:44
#7 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Ja, da gebe ich dir auch Recht. Der Mann beherrschte nur einen Gesichtsausdruck aber den nahezu perfekt!

Abgesehen davon ist es zwar richtig, das Margheriti immer nur auf den jeweiligen Zug aufgesprungen ist, aber dabei stets so unglaubliche Filme drehte, dass man ihm das eigentlich nicht zum Vorwurf machen kann. "Sieben Jungfrauen für den Teufel", "Castle of Blood", "Schreie in der Nacht", "Satan der Rache", "Asphalt-Kannibalen", "Einer gegen das Imperium" und der hier erwähnte "Sieben Tote in den Augen einer Katze" sind alle schwer unterhaltsame Edel-Trash-Filme (obwohl - der vorletztere ist nicht sehr edel ...), die immer ihren ganz eigenen Charme besaßen. Natürlich war er nie ein großer Filmkünstler, aber ein überaus solider Handwerker - immer bereit, das Publikum mit liebenswerten Naivitäten zu verglückseligen!

Ach ja ... "Sieben Tote in den Augen einer Katze" gefällt mir auch recht gut! 3,5 von 5 Punkten.

Prisma Offline




Beiträge: 7.461

10.03.2007 22:37
#8 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Oh ja, "Sieben Tote in den Augen der Katze" sehe ich auch immer wieder gerne! Besonders Doris Kunstmann ist m.E. hervorzuheben. Im Film fallen Sätze wie "Sie hatte etwas so stupid Perverses" und "Sie ist eine vulgäre Dirne" - und genau das ist es, was sie ihrer Rolle verleiht. Eine Höchstleistung! Jane Birkin und Hiram Keller sind eine nette Abwechslung. Besonders gut finde ich auch noch Anton Diffring und Francoise Christophe.

Der Film schafft es, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Die Story scheint zwar schon x-mal dagewesen zu sein, aber das macht ja nichts! Es sind mitunter klasse Dialoge enthalten ...

"Sieben Tote in den Augen der Katze" ist übrigends eines meiner schönsten Gloria-Filmplakate! Na, den seh ich mir morgen doch glatt nochmal an.

4 von 5 Punkten

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

11.03.2007 14:48
#9 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #6
Lee van Cleef hat ein klasse Gesicht und kann grimmig gucken, über wirklich beeindruckendes Spiel verfügte er aber nicht. Diese Meinung teile ich mit Sergio Sollima ...

In keiner mir bekannten Quelle und auch nicht beim Sollima-Interview in dem Buch "Für ein paar Leichen mehr" konnte ich die von Dir beschriebene negative Sollima-Äußerung über Lee van Cleef nachlesen. Ganz im Gegenteil: Sowohl Sollima als auch Tonio Valerii sprechen äußerst positiv über ihre Zusammenarbeit mit Lee van Cleef.

Joachim.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.507

11.03.2007 16:51
#10 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Die Zusammenarbeit zwischen Joachim Fuchsberger und Harald Reinl war ja auch gut, obwohl Fuchsberger kein Schauspieler ist.

Zu Lee van Cleef: Ich finde das jetzt auch nicht mehr. In "Leichen pflastern ihren Weg" sagt er nur, van Cleef hätte eine gute Statur und ein tolles Gesicht, habe seine Rollen nicht ganz verstanden und ließe sich leicht führen. Explizit sagt er also nichts Negatives über van Cleefs Schauspielkunst. Dann stehe ich eben doch alleine mit dieser Meinung da, die ich aber weiterhin behalten werden!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

11.03.2007 17:46
#11 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Welche Rolle spielt Lee van Cleef in "Leichen pflastern ihren Weg"?

Joachim.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.507

11.03.2007 18:01
#12 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

"Leichen pflastern ihren Weg" ist das Buch, das der Italo-Western-Box von KochMedia beiliegt und neben kurzen Filmbesprechungen auch ein Interview mit Sollima beeinhaltet ... In Corbuccis "Leichen pflastern seinen Weg" spielt der gute van Cleef natürlich nicht mit!

Enrico Rosseni Offline




Beiträge: 124

24.03.2007 12:02
#13 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Um mal wieder zum Topic zu kommen - ich finde "Sieben Tote in den Augen der Katze" auch sehr unterhaltsam, allerdings hat er stellenweise doch deutliche Längen. Unter den Gothic-Whodunits ist er aber sicherlich einer der besten. Ein ganz großes Plus für die unheilschwangere Atmosphäre des Films ist sicherlich der einprägsame orchestrale Soundtrack von Riz Ortolani. Von der Stimmung her erinnerte mich der Film an die alten Hammer-Produktionen. Klasse war auch Posterartwork.

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

22.10.2007 20:05
#14 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Ein toller Film, der für mich zu den besten Gialli gehört. Die Kamera, Ortolanis Musik und die gekonnte Regie tragen dazu bei, dass man von dem Film gefesselt wird. Interessante Schauspieler und ein packendes Ende tun ihr übriges dazu. Klasse!

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

14.08.2008 21:18
#15 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Eben mal wieder gesehen.

Auch dieser Giallo ist wirklich sehr gut gelungen. Antonio Margheriti hat hier wunderbare Arbeit geleistet. Ich mag viele seiner Filme. Die Darsteller Jane Birkin, Hiram Keller, Francoise Christophe, Doris Kunstmann, Venantino Venantini usw. überzeugen alle in ihren Rollen. Konrad Georg als Diener Campbell ist wunderbar. Anton Diffring spielt gekonnt mysteriös. Serge Gainsbourg ist als Inspektor in Ordnung.

Als ich den Film zum ersten Mal sah, weiß ich noch, wie gefesselt ich war. Die Spannung wird bis zum Ende des Films immer mehr gesteigert. Die Nachtaufnahmen, die gruseligen Szenen im Keller, die Schloss- und Friedhofsaufnahmen sind von Carlo Carlini ("Blutspur im Park") perfekt eingefangen. Margheriti selbst bezeichnete Carlini als einer der besten Kameramänner.

Die Musik von Riz Ortolani ist auch hier wieder einfach nur genial. Ein Beispiel zu einer Zwischenmusik: Corringa liegt wach im Bett und schreckt auf. Für einen kurzen Moment hat sie James entdeckt, der sie heimlich beobachtet. Dann ist er verschwunden. Danach hört sie das Jammern der Katze hinter einer Wand und vermutet eine Geheimtür. Tatsächlich findet sie die Öffnung und steigt den Keller herab. Sie ruft die Katze und findet die von den Ratten angefressende Leiche. Sie erschreckt und gerät an Fledermäuse. - Schön schaurig.

Die Geschichte zwischen Mördersuche, einem Erbe, vielen Verdächtigen und möglichen Vampiren ist sehr spannend und interessant, die Auflösung überraschend und das Motiv ist glaubhaft. An diesem Film kann ich für mich keine Schwächen erkennen. "Sieben Tote in den Augen der Katze" weist auch einige Ähnlichkeiten mit Wallace auf.

Bei diesem Giallo gebe ich ebenfalls 5 von 5 Punkten. Er ist wirklich perfekt.

Trailer bei Blue-Underground.com

Gruß
Mike

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