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Dieses Thema hat 38 Antworten
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 Giallo Forum
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kaeuflin Offline




Beiträge: 1.259

15.08.2008 07:08
#16 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Ein sehr unterhaltsammer Film. Irgendwo zwischen Farb-Wallace, Hammer-Film und Giallo. Gute Schauspieler, schöne Aufnahmen, aber manchmal auch trashige Ideen. Für Giallo-Fans sicher ein ungewöhlicher Film (ähnlich wie das Ungeheuer in der "Mörderklinik" oder "Haus im Nebel"). Aber für Wallace- und Hammer-Fans eine tolle Ergänzung.

Eine offizielle deutschsprachige DVD wäre schön. Habe die US-DVD von Blue Underground.

Für eine 5-von-5-Bewertung reicht es nicht ganz, aber gute 4 von 5 Punkten sind drin.

Peter

Happiness IS the road! (Marillion)

argento92 Offline



Beiträge: 80

12.06.2009 10:01
#17 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Sieben Tote in den Augen der Katze

Der Film fängt mit lauter lärmerischer Musik an und endet mit einen teilweise überraschenden Ende. Spannung ist natürlich reichlich vorhanden und auch die Schauspieler sind alle durch die Bank gut gewählt. Einige alberne Szenen kommen auch vor, wie etwa mit dem Gorilla. Ich würde den Film irgendwo zwischen Giallo und Gruselfilm ansiedeln, wobei der Giallo-Anteil überwiegt.

Bewertung: 8/10

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

09.07.2009 12:12
#18 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Sieben Tote in den Augen der Katze
La morte negli occhi del gatto / Seven Deaths in the Cat’s Eye


Gestern endlich einmal gesehen und folgende Meinung gebildet:

- Darsteller: Die Besetzung bot für mich außer Wallace-Fiesling Konrad Georg, Agatha-Christie-Star Jane Birkin, der bösen Tante aus dem Kinderfernsehen Doris Kunstmann und Kommissar-Gigolo Anton(y) Diffring eine ganze Reihe neuer Gesichter, die sicherlich eine sehr bunte und ungewöhnliche Mischung ausmachen. Umso erfreulicher ist, dass die ganze Bagage sehr schön zusammenpasst und die Rollen durchaus glaubwürdig spielt. Jane Birkins Angst kommt in vielen Szenen ebenso deutlich zum Tragen wie der scheinbare Wahnsinn des „leading acts“, Hiram Keller. Überhaupt ist bei fast allen Rollen ein leicht übertriebenes Schauspiel zu erkennen, das der klischeebehafteten Story zugute kommt.

- Regie: Antonio Margheriti versteht es, mit den Stereotypen der Handlung effektiv und effektvoll zu spielen und verleiht dem Geschehen zwischen dem unheimlichen Schloss (man beachte den Namen Dragonstone und die diversen dazu passenden Hausdrachen ), seinen Geheimgängen, dem Park und der Gruft eine stilistisch sichere Wirkung. Es ist ihm allerdings anzulasten, dass er gerade in Corringas Traum von ihrer toten Mutter den Bogen allzu sehr überspannte und das ganze kurzzeitig in billigste Horroreffekte abgleiten ließ und im Gegensatz dazu in der Mitte der Story doch einige Längen in den Film brachte.

- Drehbuch: Das Drehbuch ist sicher einer der erfreulichsten Aspekte des Films, verbindet es doch alle spannenden Genres zielsicher und erfolgreich miteinander. Ein wenig Giallo, ein wenig Slasher, ein wenig Landhauskrimi, ein wenig vom alten Negerlein-Spiel, ein wenig Tierhorror und ein paar Vampire, die sich am Ende glücklicherweise als Legende und Einbildung entpuppen. So rutscht die Geschichte, wofür ich dankbar bin, nicht weiter ins Irreale ab, wobei sie dennoch – im positiven Sinne – absolut unrealistisch und klischeehaft wirkt. Die beliebtesten Effekte aller aufgegriffenen Themen werden so geschickt auf engstem Raum vermixt, dass man über wunderbare Versatzstücke aus „Das indische Tuch“ (ich meine den Originalroman), „Zehn kleine Negerlein“, „Der Hund von Baskerville“ und „Die Morde aus der Rue Morgue“ stolpert, ohne deren Kopie als negativ zu empfinden. Man hat eben das Gefühl, ein „Best of“ zu sehen, das mit Familienfehden, Liebschaften und grausigen Morden sowie dem Katzenmotiv gewürzt ist. Die Spannung nach dem Täter steigt in von den mir bekannten Gialli sonst eher nicht erreichte Höhe.

- Kamera: Die Aufnahmen im Scope-Format überzeugen auf ganzer Linie. Das Farbspiel steht in Synthese mit dem Thema des alten Schlosses und zeigt sich trotz seiner Düsternis in der Ausschöpfung der gesamten Farbpalette - ein Umstand, der schon durch die bunte Lampe symbolisiert wird. Die Kameraführung selbst weist wiederum einige der giallo-typischen Mörderperspektiven sowie diverse Handkameraaufnahmen auf, die jedoch nicht stören, weil sie sinnvoll und nicht im Übermaß eingesetzt sind.

- Musik: Im Thread wurde bereits mehrfach die Musik von Riz Ortolani gelobt. Diesem Urteil kann ich mich leider nicht anschließen. In „Sieben Tote in den Augen der Katze“ sucht man ein starkes Motiv wie etwa in seiner Arbeit zu „Das Geheimnis des gelben Grabes“ oder in den Morricone-Argento-Scores vergeblich. Ein paar dissonante Laute und ein angenehmes, aber nichtssagendes Liebesthema reichen für eine volle Befriedigung meiner musikalischen Erwartungen leider nicht aus.

- Gesamtwirkung: Hier hat man alles in einem: Krimi, Schocker, Liebesfilm, Komödie, einen Schuss Tragik und vor allem viele, viele Klischees. All das wird von guten Darstellern getragen und ansprechend umgesetzt, wobei auch diverse sehr gelungene Schnitte zu erwähnen sind. Leider gibt es jedoch einige Längen, einen zu übersinnlich geratenen Traum und eine eher schwache Musik. 3,5 von 5 Punkten.

Die DVD von Blue Underground besitzt einen schönen Filmtransfer im Scope-Format 2,35:1 mit hervorragender Bildqualität, die in einigen (offenbar im Quellmaterial geschnittenen) Szenen merkbar nachlässt. Die Reintegration der entfallenen Sequenzen ist jedoch lobenswert. Der italienische Ton dieser geschnittenen Stellen ist englisch untertitelt – eine Option, die ich mir prinzipiell für den gesamten Film gewünscht hätte. Ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen, denn das Fehlen einer kompletten italienischen Tonspur ist beim Nichtvorhandensein von Untertiteln sowieso zu verschmerzen. Das kleine Bonusinterview mit einer Laufzeit von 8 Minuten ist nett gemacht und bietet eine kurze Nachbetrachtung des Films, die man zur Abrundung des Filmvergnügens anwählen sollte.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

09.07.2009 16:49
#19 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Hallo Gubanov,

ich gehe einmal davon aus, dass Du Dir die englische Fassung angesehen hast. Ich kann mich nämlich nicht an eine zu lang geratene Traumszene erinnern. Vielleicht war es in diesem Falle (entgegen Stecknadel + Halbmond) gut, dass die deutsche (TV?-)Fassung "flott" geschnitten ist. Werde sie mir mal wieder ansehehen.

Davon abgesehen sollte Alfred Vohrer diesen Film bereits von Juni bis August 1970 unter dem Titel "Corringa" als rein deutsche Produktion inszenieren. Aber durch die Vorbereitungspahse von "Und Jimmy ging zum Regenbogen" wurde das Projekt ebenso verschoben wie auch die Vohrer-Adaption von Mussets "Gamiani", dessen Dreharbeiten im November und Dezember 1970 stattfinden sollten. Da aber Simmels "Und Jimmy ging zum Regenbogen" Vorang hatte und nach dessen Erfolg Vohrer weiteren Simmel-Adaptionen (u.a. "Liebe ist nur ein Wort") ebenfalls den Vorrang gab, entschied sich Waldleitner für eine Co-Produktion mit Italien und bei "Gamiani" mit Frankreich - aber jedes Mal ohne Vohrer. Daher ist aus diesem deutschen Kriminalfilm auch ein Giallo geworden.

Joachim.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

09.07.2009 17:23
#20 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Ja, genau, wie im "Anhang" besprochen, lag mir die Blue-Underground-Fassung vor, die einige Szenen auf Italienisch eingefügt hatte. Die Traumsequenz gehörte dazu.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

09.07.2009 17:36
#21 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Danke, das hatte ich übersehen.

Was meinst Du mit dem Ausdruck "Kommissar-Gigolo Anton(y) Diffring"?

Ob der Film nun wegen der italienischen Koproduktion ein vollwertiger Giallo ist - darüber lässt sich streiten. Zumindest die deutsche Fassung, die ich mir gerade parallel ansehen und die in Schottland spielt, gehört mindestens genauso in die Edgar-Wallace-Ecke, da unweigerlich (gewollt oder ungewollt?) Parallelen zum "indischen Tuch" zu erkennen sind. Hatte schon damals (1974) bei meiner Erstsichtung im Kino den Eindruck, es wäre eine Tuch-Variante.

Joachim.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

09.07.2009 18:04
#22 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Die Parallelen zum "indischen Tuch" sind jedoch wesentlich vager als die zu Agatha Christies "Zehn kleine Negerlein" (eingeschränkter Schauplatz, Personendezimierung), zu Sir Arthur Conan Doyles "Der Hund von Baskerville" (Motiv des Täters) und zu Edgar Allan Poes "Die Morde in der Rue Morgue" (Affe, mit Rasiermesser verstümmelte Leichen). Ich bezweifle, dass die italienischen Drehbuchautoren "Das indische Tuch" überhaupt kannten. Es ist eher eine "Negerlein"-Variante, so wie auch die deutsche "Tuch"-Verfilmung "zufällig" eine Negerlein-Variante ist.

Zitat von Joachim Kramp im Beitrag #21
Was meinst Du mit dem Ausdruck "Kommissar-Gigolo Anton(y) Diffring"?

Ich meinte, dass ich ihn bisher nur aus der "Kommissar"-Folge "Tödlicher Irrtum" kannte, in der er ja eine ähnliche Lebemannrolle spielte.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

09.07.2009 18:45
#23 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Danke für die Erklärung.

Bei den italienischen Autoren war das Rialto-"Tuch" vielleicht nicht bekannt. Ich muss mir mal Purzers Entwurf raussuchen (sofern ich ihn finde!?), der ja das Drehbuch für Roxy schrieb, als es noch Vohrer verfilmen sollte. Ich gehe im Moment einmal davon aus, dass die italienischen Autoren das Purzer-Drehbuch bearbeiteten.

Joachim.

Der unheimliche Mönch Offline




Beiträge: 299

12.07.2009 17:04
#24 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Gibt es von dem Film eigentlich eine DVD oder Blu-Ray mit deutschem Ton?

Markus Offline



Beiträge: 606

16.07.2009 10:07
#25 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Jan Offline




Beiträge: 1.217

07.08.2009 20:37
#26 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Bis ich den Film SIEBEN TOTE IN DEN AUGEN DER KATZE das erste Mal sah, war mir nicht bewusst, dass Italiens Schundfilmer Antonio Margheriti dafür verantwortlich zeichnet. Sein Pseudonym nun am Ende der Credits machte meine hohen Erwartungen an den Film im Handumdrehen zunichte. Eventuell war es besser so, denn sonst wäre die Enttäuschung ob des Machwerkes vermutlich noch größer gewesen.

Die Story springt wie eine Flipper-Kugel von Anleihe zu Anleihe: mal Hammer-Horror, mal Giallo, mal Conan Doyle, mal Agatha Christie. Auch Vohrers INDISCHES TUCH mag dem Zuschauer in den Sinn kommen, jedoch macht der Film nichts, aber auch gar nichts konsequent, will hier mal etwas zum Thema Zombies vermitteln, dann dort aber lieber wieder den reinen Whodunit geben. Viel mehr bleibt kaum zu sagen; ich war mehrmals kurz davor, den Film zwischenzeitlich abzubrechen, da neben der abstrusen Geschichte und Carlitis Wackelkamera vorrangig die Langeweile Margheritis vornehmlichster Output geworden ist. Das Ende kann dann entsprechend kaum überraschen und enttäuscht, wie der Rest des Streifens.

Fazit: Margheriti-Schund mit einigen guten Darstellern und immerhin durchschnittlichem Soundtrack. 2 von 5 Punkten.

Janek Offline




Beiträge: 1.852

02.02.2011 19:44
#27 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Ist der Film eher Mittelmaß? Im Netz habe ich gelesen, dass er sehr viele Gothic-Elemente mit giallo-typischer Handlung vereint. Es scheint ja kein klassischer Giallo zu sein wie "Hanschuhe", "Nacht der rollenden Köpfe" oder "Halbmond". Würde er mir gefallen, wenn ich eher in die Richtung der anderen Gialli, die ich hier gennant habe, orientiert bin? Würde mich über Anworten freuen.

MfG
Janek

Grabert Offline



Beiträge: 247

27.07.2011 11:36
#28 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Den positiven Bewertungen von @Prisma, @Joachim Kramp und @Gubanov kann ich mich anschließen, wobei ich näher bei Prisma und Joachim bin. Von ihnen ist vieles über diesen Film bereits gesagt worden, sodass ich es nicht wiederholen möchte. Ähnlichkeiten zu Wallace sehe ich auch mehr als Gubanov, wobei ich verschiedenste Stilelemente entdecke. Die Gruft, der Gorilla, der wissende Butler (großartig gespielt von Konrad Georg), selbst die Motivlage. Noch einiges mehr ließe sich aufzählen. Übrigens spricht in der deutschen Synchronfassung Klaus Schwarzkopf den Inspektor, was ein zusätzliches Vergnügen darstellt. Hat Schwarzkopf eigentlich des öfteren als Synchronsprecher gewirkt?

Marmstorfer Offline




Beiträge: 7.306

27.07.2011 12:13
#29 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Zitat von Grabert im Beitrag #28
Hat Schwarzkopf eigentlich des öfteren als Synchronsprecher gewirkt?

Ja, hat er. Speziell seine Synchronisation von Peter Falk als Columbo erlangte einige Berühmtheit. Schwarzkopf wird sogar ein nicht unwesentlicher Anteil am Erfolg der Figur Columbo in Deutschland zugeschrieben. Eine Übersicht von Schwarzkopfs Synchronarbeit findest Du in der Synchronkartei.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.778

27.07.2011 12:15
#30 RE: Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) Zitat · antworten

Für die ARD und später auch für RTL sprach Schwarzkopf in 36 Folgen der Reihe den "Columbo", von denen die meisten noch heute gesendet werden, einige aber noch einmal nachvertont worden sind, sodass die (gekürzten) Schwarzkopf-Versionen zu Raritäten wurden.

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