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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 1.103 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker international
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Fadecounter Offline




Beiträge: 2.081

02.03.2007 21:26
Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

So, 04.03., 01:10 (ARD)

Verfluchtes Amsterdam

Actionthriller, Niederlande 1987
Regie: Dick Maas
Buch: Dick Maas

Eine unheimliche Mordserie schreckt die Amsterdamer Bevölkerung: Ein psychopathischer Täter mordet als Taucher sinnlos in den Grachten. Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Versuchen gelingt es Inspektor Vissner und seinem Team - dank eines Hinweises von der in den Fall verwickelten Laura -, die Identität des "Grachten-Mörders" zu lüften. Doch dieser gibt sich nicht geschlagen.

Meine Empfehlung: Diesen Film unbedingt angucken. Hat teilweise Sequenzen, die stark an Bond erinnern.

Gubanov Offline




Beiträge: 16.370

03.03.2007 10:25
#2 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Der Film soll doch angeblich eine Art Remake von "Das Gasthaus an der Themse" sein. Wie viel ist denn da von der Original-Geschichte noch enthalten?

StefanK Offline



Beiträge: 912

03.03.2007 10:30
#3 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Also ein Gasthaus gibt es hier nicht. Dafür aber einen Mörder, der durch die Grachten taucht und mit seiner Harpune Leute aus dem Leben befördert. Ich kann den Film auch empfehlen, spannendes Teil. Die momentan erhältliche DVD von Euro Video lieber nicht kaufen, da eine verbesserte Neuauflage (auch von Euro Video) in der Mache ist.

Fadecounter Offline




Beiträge: 2.081

03.03.2007 14:59
#4 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Nicht zu vergessen die Bootsjagd durch die Grachten, die einem Bond in nichts nachsteht.

Gruß Fadecounter

rainbow Offline




Beiträge: 1.597

03.03.2007 15:00
#5 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Ein echtes Highlight. Diese Szene ist immer wieder Adrenalin pur.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.278

03.03.2007 17:44
#6 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Danke für den Tip, hätte ich fast verpasst!

Gruß
Havi17

StefanK Offline



Beiträge: 912

03.03.2007 19:47
#7 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Stimmt, die Bootjagd ist klasse! Ebenfalls empfehlenswert von Dick Maas: "Do not disturb", in welchem ebenfalls eine Jagd durch die Grachten dabei ist.

Fadecounter Offline




Beiträge: 2.081

03.03.2007 21:21
#8 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #2
Der Film soll doch angeblich eine Art Remake von "Das Gasthaus an der Themse" sein. Wie viel ist denn da von der Original-Geschichte noch enthalten?

Gubanov, hier bist Du falsch informiert. Dieser Film hat absolut nichts mit dem Gasthaus gemeinsam, außer dass auch hier ein Froschmann der Täter ist.

Gruß Fadecounter

Gubanov Offline




Beiträge: 16.370

27.05.2010 10:40
#9 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Habe den Film gesehen und bedanke mich bei @Fadecounter für den Tipp. Wirklich spannend und als holländischer Film mal eine Abwechslung vom üblichen Sehschema bzw. Schauplatz. Mich erinnerte "Verfluchtes Amsterdam" teilweise an beste Giallozeiten, denn es geht stellenweise recht hart zur Sache.

Zu klären wäre noch eine Frage: Wie sieht es nun eigentlich mit den geheimen Querverbindungen zwischen „Das Gasthaus an der Themse“ und „Verfluchtes Amsterdam“ aus? Mit dem Froschmannmörder, der von Zeit zu Zeit auch gern einmal die Harpune abfeuert, besitzen beide Filme, wie bereits erwähnt, ein tatsächlich nicht unwesentliches Verbindungselement. Die Aussage "Dieser Film hat absolut nichts mit dem Gasthaus gemeinsam, außer, das auch hier ein Froschmann der Täter ist." kann ich dennoch nicht so stehen lassen, denn allein schon die schiere Prominenz des Elements Wasser eröffnet zahlreiche weitere Vergleichsmöglichkeiten – sei es nun eine der untergeordneten Ermittlerrollen, die sich ebenfalls als Taucher betätigt (John / Nr. 17), weiterführend der verdächtige Doktor (Ruysdael / Collins) oder auch das Techtelmechtel zwischen dem Inspektor und der Schönheit (das sie übrigens ausgerechnet in ein "Gasthaus" verschlägt). Sicher kann man nicht von einem Remake oder einer engen Filmverwandtschaft sprechen, doch eine Inspiration durch den Wallace-Krimistreifen würde ich auf keinen Fall ausschließen.

Georg Offline




Beiträge: 3.098

27.05.2010 18:28
#10 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

EIn toller spannender, Film der - soweit ich mich erinnern kann - zumindest in den 90ern in irgendeiner TV-Zeitschrift mit Wallace in Verbindung gebracht wurde. Jedenfalls hat er mehr mit GASTHAUS / WALLACE zu tun als etwa spätere sogenannte "echte" Wallace-Krimis.

Im Übrigen kann ich auch andere Filme von Dick Maas empfehlen insebsondere den erfolgreichsten holländischen Film aller Zeiten - die Komödie "FLODDER", ebenfalls mit Huub Staapel, seine Sequels und die danach entstandene TV-Serie.

Blap Offline




Beiträge: 1.128

27.05.2010 19:42
#11 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

"Verfluchtes Amsterdam" mag ich auch sehr. Für mich ist dieser sehr unterhaltsame Thriller so eine Art "Holland-Giallo mit Wallaceanleihen". Leider habe ich nur die miserable Erstauflage der DVD von EuroVideo, ich muss mir dringend die Neuauflage beschaffen. Von Regisseur Dick Maas gefällt mir der ein wenig groteske Horrorstreifen "De Lift" (Fahrstuhl des Grauens) ebenfalls sehr gut. Huub Stapel ist dort wie bei "Amsterdamned" in der Hauptrolle zu sehen.

***

Vom Ursprung her verdorben

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

27.05.2010 20:26
#12 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Alle damaligen Filme von Dick Maas kann man ohne Zweifel weiter empfehlen. Wobei es für mich immer die Frage war, welcher spannender ist - "Verfluchtes Amsterdam" oder "Fahrstuhl des Grauens"?

Joachim.
*Filme bleiben ewig jung!*

Gubanov Offline




Beiträge: 16.370

13.09.2017 05:36
#13 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

„Verfluchtes Amsterdam“ belegt im Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017 Platz 24 von 48. Der Film erhielt von den Teilnehmern im Durchschnitt eine Bewertung von 3,74 von 5 Punkten.

zugrundeliegende Wertungen: 11 von 17 (7x „gut bekannt“, 4x „länger her“)
Top-10-Tipps: 1 von 8 (höchster Tipp: 1x Platz 4)
Auswahlrunde: Platz 28 von 28 (3,8 Punkte)


mit 4,00 Pkt. Platz 24 in der Kategorie Schauspieler (~ 0)
mit 4,47 Pkt. Platz 05 in der Kategorie Inszenierung / Spannung (+ 19)
mit 3,81 Pkt. Platz 17 in der Kategorie Drehbuch / Logik (+ 7)
mit 4,11 Pkt. Platz 14 in der Kategorie Ausstattung / Wertigkeit (+ 10)
mit 3,42 Pkt. Platz 32 in der Kategorie Musik (– 8)
mit 2,58 Pkt. Platz 48 in der Kategorie Epigonenfaktor (– 24)
mit 3,78 Pkt. Platz 23 in der Kategorie freie Wertung (+ 1)

Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017: Ergebnisse (#181) (13)

Gubanov Offline




Beiträge: 16.370

28.06.2020 20:00
#14 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten



Verfluchtes Amsterdam (Amsterdamned)

Thriller, NL 1987/88. Regie und Drehbuch: Dick Maas. Mit: Huub Stapel (Eric Visser), Monique van de Ven (Laura), Serge-Henri Valcke (Vermeer), Hidde Maas (Martin Ruysdael), Wim Zomer (John van Meegeren), Tanneke Hartzuiker (Potter), Lou Landré (Polizeichef), Tatum Dagelet (Anneke Visser), Edwin Bakker (Willy), Door van Boeckel (Froschmann) u.a. Uraufführung (NL): 11. Februar 1988. Uraufführung (BRD): 16. Juni 1988. Eine Produktion von First Floor Features für Concorde Film.

Zitat von Verfluchtes Amsterdam
Für gewöhnlich sind Amsterdams Grachten eine beliebte Touristenattraktion. Doch mit einem Mal mehren sich schockierende Morde in der Nähe der Gewässer, die von einem Täter mit scheinbar übermenschlicher Kraft und wahnsinniger Brutalität begangen werden. Nachdem einige Menschen ihr Leben gelassen haben, stellt die Polizei fest: Der Killer, der geschickt mit Messer und Harpune umgeht, ist ein Taucher. So kann er jedes Mal ungesehen am Tatort auftauchen, seine Opfer überraschen und wieder verschwinden. Der zupackende Kommissar Eric Visser wird auf das Monster im schwarzen Neoprenanzug angesetzt. Er begibt sich auf seiner Jagd nach dem Froschmann in Lebensgefahr, macht aber im Umfeld eines Tauchsportvereins interessante Entdeckungen ...


Freunden der Edgar-Wallace-Filme aus den 1960er Jahren wird der mörderische Sporttaucher einigermaßen bekannt vorkommen; darüber hinaus schuf Dick Maas mit seinem Thriller „Verfluchtes Amsterdam“ jedoch einen rundum innovativen Spannungsfilm. Das beginnt schon damit, dass man statt nebelverhangener Londoner Hafengegenden oder nüchterner deutscher Amtsstuben einen Kurztrip ins sommerliche Amsterdam unternimmt, das mit seinen Grachten, Brücken und Uferstraßen ein reizvolles Setting liefert. Fotogen sowohl bei Tag als auch bei Nacht, bietet die holländische Hauptstadt fast schon ein pittoreskes Urlaubsflair, das mit den blutigen Härten der Serienmord-Story prima kontrastiert und außerdem exzellent für Grusel und Jagden rund ums Element Wasser geeignet ist. So gelingt es Maas, jede Gracht und jeden Fluss zu einem potenziellen Todesrisiko zu machen, sodass man nach dem ersten mit voller Härte statuierten Mordexempel regelmäßig um Figuren bangt, die sich in Gefahr (= in die Nähe des kühlen Nass) begeben. Und mit bitterböser Konsequenz kommen diese Personen dann auch in aller Regel nicht besonders gut davon ...

Der Killertaucher bedient sich so praktischer Utensilien wie eines Fleischer- und eines Tauchermessers oder einer Harpune. Damit bedient „Verfluchtes Amsterdam“, wenn auch in geschmackvollen Grenzen, das Slasher-Subgenre. Außerdem gibt es gekonnte Action-Einsprengsel, sei es beim Öffnen einer mit Motorrad befahrenen Klappbrücke oder bei einer umfangreichen Verfolgungsjagd mit Rennbooten durch die engen Grachten, die mit einem beträchtlichen Knalleffekt endet. Es wirkt, als ob Dick Maas sich vorgenommen hätte, den Adrenalinspiegel des Publikums nie unter ein (erfreulich hoch angesetztes) Grundlevel fallen zu lassen. Das schließt leider auch ein, dass manchmal zulasten der Glaubwürdigkeit auf Spannung gesetzt wird – die eher ins Fantastische tendierende Auflösung kommt diesbezüglich als erstes in den Sinn. Sie weist den ohnehin zugespitzten Film letztlich als Märchen aus, denn nur im Rahmen einer völlig abgedrehten Fiktion ist man bereit, die Identität des Mörders wie geschildert zu akzeptieren.

Entspannende Momente findet man in „Verfluchtes Amsterdam“ in dem gelungenen, aber teilweise recht platten Humor, der stellenweise an Rainer-Brandt-Synchros der 1970er Jahre erinnert („Was meint [die Zeugin] bloß mit dem großen, schwarzen Monster mit den Klauen?“„Keine Ahnung. Hat deine Schwiegermutter ein Alibi?“). Für manches Schmunzeln sorgt außerdem die sympathische Ermittlerfigur, die bei Darsteller Huub Stapel in verantwortungsvollen Händen liegt: Als Kommissar Eric Visser schafft er es, sowohl aufrichtiges Interesse am Fall als auch private Ablenkungen unter einen Hut zu bekommen und trotz verschiedener Rückschläge im Revier, menschlicher Schwächen und familiärer Streitigkeiten nicht bloß wie einer jener in den 1980er Jahren in Mode gekommenen Antihelden-Cops zu wirken. Er präsentiert sich als Schürzenjäger, was dem Fall (eher zufällig) zugute kommt, aber auch als guter Kumpel und polizeilicher Pragmatiker, der mit gesunder Menschenkenntnis wettmacht, was andere an studierter Expertise aufweisen. Die übrigen Darsteller bleiben eher unauffällig, füllen ihre Rollen aber wie vom Drehbuch gefordert gut und glaubwürdig aus.

Interessant ist, dass Dick Maas gleich in vielfacher Position für den Film verantwortlich zeichnete. Sein Engagement reicht über Regie und Drehbuch hinaus bis ins Produzentenfach und sogar die Aufgabe des Komponisten. Im Normalfall lässt eine so exzessive Mehrfachbesetzung eines Produktionsmitglieds eher auf ein schmales Budget und folglich auf Qualitätsmängel schließen; hier jedoch macht sich nichts davon augenfällig bemerkbar. Der brodelnd-blubbernde unheimliche Musikteppich fügt sich gut ins Geschehen ein und wird dankenswerterweise erst im Abspann gegen den Titelschlager „Amsterdamned“ von Lois Lane ersetzt, der zwar textlich gut zum Geschehen passt, sich melodisch aber eher als positiver Rausschmeißer zum Vergessen der zuvor gesehenen Schrecken eignet. Eine im weitesten Sinne musikalische Erheiterung bekommt der Zuschauer übrigens auch geboten, als ein Polizeiauto, das auf Mörderjagd einen Zahn zulegt, kurzerhand eine jener fürchterlich kitschigen holländischen Drehorgeln zu Bruch fährt. Danke dafür und für 108 unterhaltsame Minuten, Herr Maas!

„Verfluchtes Amsterdam“ ist ein mit Suspense, Gore und Action gespickter, hochspannender und kurzweiliger Thriller, der dem unbedarften Publikum vor Augen führt, dass die Niederlande im Filmgeschäft nicht unterschätzt werden sollten. Als saftige Abwechslung zur manchmal etwas verstaubten Detektivkost hat sich der Film seit 1988 eine erstaunliche Frische bewahrt. Von der überkandidelten Auflösung abgesehen, kann man sich immer wieder zurücklehnen und die Hatz nach dem Nachfolger des „Hais“ mit voller Zufriedenheit verfolgen. 4,5 von 5 Punkten.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 378

30.06.2020 21:36
#15 RE: Verfluchtes Amsterdam (1987/88) Zitat · Antworten

Der Film lief damals sogar in den DDR-Kinos. Er ist wirklich sehr spannend gemacht, irgendwie fühlt man sich auch ein wenig an Der weiße Hai erinnert, wenn sich der Killer unter Wasser an seine menschliche Beute heranpirscht. Apropos "Hai", der gleichnamige Gangster aus dem allseits bekannten Wallace-Film könnte quasi der Vater des mörderischen Tauchers in den Grachten sein. Aber irgendwie werden auch Analogien zu dem Krimi Die Ratten von Amsterdam wach, besonders was die Verfolgungsjagd mit Motorbooten betrifft.
Auf alle Fälle ein guter Streifen, den man sich wirklich mal wieder ansehen könnte. Danke für den Tipp !

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