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Dieses Thema hat 430 Antworten
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 Edgar-Wallace-Forum
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Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 7

08.10.2017 21:06
#421 RE: Romane Zitat · antworten

Mit großem Interesse habe ich immer die Beiträge dieses Themas gelesen und möchte nun auch mal was beisteuern:
Heute will ich den Roman: Der Mann von Marokko " vorstellen.

Der Mann von Marokko

Originaltitel: The Man from Marocco
Erscheinungsjahr der Erstveröffentlichung: 1925

Hauptpersonen:
James Morlake - vermögender Gentlemen-Einbrecher
Ralph Hamon - zwielichtiger Geschäftsmann
Captain Welling - Kriminalbeamter von Scotland Yard
Lord Creith - verarmter Landadliger
Joan Creith - seine Tochter
Ferdinand Farringdon - ein junger Trunkenbold
Inspektor Marborne - Polizeiinspektor mit zweifelhaften Ruf
Sadie Hafiz - arabischer Fürst


Inhalt:
Der geheimnisvolle „Schwarze“ verübt in London eine Serie perfekter Bank- und sonstiger Einbrüche. Allerdings scheinen diese nur in Verbindung von Konten oder Bekannten des Geschäftsmannes Ralph Hamon zu stehen. Recht bald stellt sich heraus, dass der „Schwarze“ James Morlake ein dunkles Geheimnis dieses Geschäftsmannes kennt. Es steht auf einem Dokument, welches er mit allen Mitteln zu finden versucht. Hamon wiederum versucht, den anderen als Einbrecher bloßzustellen, auch mit Hilfe bestechlicher Polizisten. Nebenher begehren die beiden Männer (wie könnte es anders sein) die selbe Frau, die schöne adelige, wenngleich nicht reiche Joan Creith. Natürlich fühlt sie sich mehr zu Morlake hingezogen, während sie für Hamon nur Verachtung empfindet. Beide Männer haben Verbindungen nach Marokko, in welchem Land letztlich auch fast das gesamte Finale stattfindet. Nach einigen Verwicklungen, Drohungen und Todesfällen lässt Hamon seine widerspenstige Angebetete nach Marokko entführen, wo er eine Schar mehr oder weniger zuverlässiger Helfer hat. Nach einer dramatischen Befreiung kommt es schließlich dann wieder in England zur Auflösung des Rätsels um Hamons Geheimnis, und einer glücklichen Hochzeit zwischen James Morlake und Joan Creith steht nichts mehr im Wege.

Kritik:
„Der Mann von Marokko“ ist ein Roman, der in späteren Goldmann-Ausgaben offenbar sehr stark gekürzt wurde, besonders die Passagen, die in Marokko spielen, sind sehr stark reduziert, ja, das Ende ist förmlich umgeschrieben und verstümmelt wurden. Was sicher unhaltbar ist – andererseits ist das „Verschlanken“ des Romanes irgendwie fast auch verständlich. Zu sehr plätschert die Handlung streckenweise dahin, wenngleich auch die Szenen mit dem korrupten Inspektor Marborne, der Morlake gefälschte Beweise unterschieben soll, mir persönlich sehr gut gefallen haben. Große Geheimnisse über Identitäten gibt es eigentlich nicht zu lüften, die Guten und die Bösen stehen relativ schnell fest. Daran ändern auch einige halbherzig vorgenommene Verwirrversuche seitens des Autors nichts. Gibt dem Ganzen irgendwie doch einen realistischeren Touch. Immer wieder kommt die Rede auf ein Dokument, das Mr. Hamons strafwürdiges Geheimnis beinhalten soll und von welchem er sich einfach nicht trennen will. Immer mehr entpuppt sich Hamon als Finsterling, der auch vor Mord oder Drahtzieher von Morden nicht zurückschreckt, während James Morlake eben doch eine (auch ansonsten gutaussehende) Lichtgestalt ist, die durch Zufall von einem großen Unrecht erfuhr und jetzt stellvertretend Rache üben will. Naja, das ist irgendwie wenig überzeugend. Auch ist Mr. Morlake, der lange als Geheimagent unter Arabern gelebt und auch sonst ein abenteuerliches Leben geführt hat, nicht ohne seine Diener oder weibliche Unterstützung in der Lage, sich selber ein paar Rühreier zu kochen. Was hat sich der Autor da wohl gedacht ?
Währenddessen entwickelt sich die obligate Liebesgeschichte zwischen Joan und James und drängt sich mitunter arg in den Vordergrund. Da kann auch Joans plötzlich ans Tageslicht kommendes Geheimnis einer frühen unglücklichen Verheiratung mit einem schwächlichen Trinker nichts dran ändern, zumal der letztere praktischerweise auch bald ziemlich rabiat „entsorgt“ wird.
Irgendwann hat Wallace wohl auch eingesehen, dass er die Handlung etwas mehr vorantreiben muss und hat sie dann, wie schon erwähnt, kurzerhand direkt nach Marokko verlegt. Der Übergang zwischen diesen
Romanteilen ist eher schlecht gekittet – der Bösewicht lädt Lord Creith und seine Tochter auf eine Ferientour mit seiner Yacht ein. Obwohl sie Vorbehalte gegen ihn haben und auch seinen verbrecherischen Charakter erahnen, gehen sie dann doch auf sein Angebot ein, eben um dann in die doch ziemlich durch sichtige Falle zu tappen. Das ist eben wenig logisch, aber darum hat sich der alte Krimimeister ja oft nicht sonderlich geschert. Immerhin gibt es in der ungekürzten Weltbild-Ausgabe einen Überfall maurischer Piraten auf die Luxusyacht. Das ist bei Wallace immer mal ein gern gewähltes Thema. Wenngleich der Überfall auch abgewehrt werden kann, so wird Lady Joan dann irgendwann doch entführt und nach vielen dramatischen Verwicklungen an Land schließlich doch gerettet. Dieser Teil in Marokko ist denn mehr ein Abenteuer- als ein Kriminalroman, liest sich aber ganz gefällig, zumal Wallace auch ein wenig Lokalcolorit mit einfließen läßt. Immer mal in der Handlung taucht der ältere Kriminalinspektor Welling auf, der natürlich irgendwie schon die ganzen Zusammenhänge kennt und James Morlake auf seinem privaten Rachefeldzug stillschweigend weitermachen lässt.
Das Ende birgt eigentlich wenig Überraschungen, Hamons Geheimnis wird geklärt und der Bösewicht in einem knalligen Showdown unschädlich gemacht. Das wars dann auch schon.
Tja, muss man den Roman gelesen haben ? Als Wallace-Fan sicherlich schon, aber auch dann nur in der ursprünglichen, obgleich etwas zäheren Fassung. Alle anderen Krimileser sollten sich sicher anderen Werken aus Wallace‘ Feder zuwenden.

Buch:
Ich habe eine auf etwa 180 Seiten gekürzte Goldmann-Jubiläums-Ausgabe sowie eine Sammler-Edition von Weltbild (zusammen mit dem Roman „Hands up“), bei der der Roman noch eine Seitenzahl von 400 hat.

Verfilmung:
Eine deutsche Verfilmung des Stoffes existiert nicht.

Ray Offline



Beiträge: 818

09.10.2017 12:43
#422 RE: Romane Zitat · antworten

Danke für die tolle Besprechung, gerne mehr davon! Lese nach längerer Zeit aktuell auch mal wieder einen Wallace-Roman ("Töchter der Nacht") und werde dann ebenfalls mal ein paar Zeilen dazu schreiben, wenn ich fertig bin.

Gubanov Offline




Beiträge: 14.920

10.10.2017 12:00
#423 RE: Romane Zitat · antworten

Hallo Dr. Oberzohn,

ein sehr schöner erster Beitrag, dem hoffentlich noch viele folgen werden. Naheliegend wäre ja z.B. ein Blick auf "Die drei Gerechten".

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 7

12.10.2017 21:02
#424 RE: Romane Zitat · antworten

Ja, das liegt natürlich nahe. Tatsächlich habe ich den Roman vor gar nicht so langer Zeit noch einmal gelesen. Momentan arbeite ich aber an einer anderen Buchvorstellung. Da müssen die "Drei Gerechten" samt ihrem fürchterlichen Widersacher noch ein wenig warten...

Mr. Igle Offline




Beiträge: 68

13.10.2017 18:53
#425 RE: Romane Zitat · antworten

Eine wirklich sehr schöne Besprechung dieses mir persönlich noch unbekannten Wallace-Romans! Ich schließe mich dem Lob meiner Vorschreiber gerne an und würde mich sehr freuen, weitere so gelungene Rezensionen von Ihnen zu lesen, Dr. Oberzohn.

"Entspannen Sie sich, durch Hochspannung!"

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 7

15.10.2017 20:31
#426 RE: Romane Zitat · antworten

Na, bei so viel nettem Lob muss ich doch noch einen hinterherschieben ....
Heute ein eher wenig bekannter Roman aus der Feder des verehrten Krimimeisters:

Hands up!

Originaltitel: Hands up!
Erscheinungsjahr der Erstveröffentlichung: 1928

Hauptpersonen:
Luke Maddison - vermögender junger Mann
Margaret Leferre - seine Verlobte
„Gunner“ Haynes - schießkundiger Gentlemen-Dieb
Danton Morell - zweifelhafter Freund von Margaret
Mr. Connor - Anführer einer Verbrecherbande
Inspektor Bird (der Spatz) - Kriminalbeamter von Scotland Yard

Inhalt:

Die Wege des vermögenden Luke Maddison und des besitzlosen „Gunner“ Haynes kreuzen sich kurz, wobei der letztere den ersten vor einem Unfall rettet und Maddison den Gauner aus Dankbarkeit vor seiner drohenden Verhaftung durch Inspektor Bird warnen will. Währenddessen erschießt sich der schuldengeplagte Bruder von Margaret Leferre, der Verlobten von Luke Maddison. Margaret glaubt nun aber, dass Luke ihren Bruder förmlich in den Selbstmord getrieben hat. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Bekannten Danton Morell, der sich bald als sehr zwielichtige, ja schon verbrecherische Natur entpuppt und seine eigenen finsteren Pläne verfolgt. Luke verschwindet aus Enttäuschung freiwillig von der Bildfläche und findet sich aus einer Reihe von Umständen plötzlich „ganz unten“ wieder, ohne Geld und ohne Freunde, dafür in den Fängen einer rücksichtslosen Diebesbande. Dabei kommt er wieder in den Dunstkreis von Gunner Haynes, der selber auf der Suche nach einem ehemaligen verräterischen Komplizen ist und nebenbei auch noch zum Schutzengel von Luke Maddison wird. Natürlich hängen alle beteiligten Personen irgendwie zusammen, und zum Schluss klären sich die Beziehungen alle auf, letzten Endes wird auch geklärt, ob Luke Maddison wirklich der herzlose Mensch war, als den ihn seine Verlobte zumindest vorrübergehend angesehen hat. Wenn das mal nicht nach Happy End klingt…

Kritik:

Ob mir das Buch gefallen hat oder nicht, darüber bin ich mir nicht so ganz schlüssig. Es gibt wieder eine sehr große Menge Wallace-typischer Zufälle, aber daran muss man sich eben gewöhnen. Es ist wieder ein Roman, wo es keinen „großen Unbekannten“ im Hintergrund gibt, dafür das eine oder andere Geheimnis, das es zu lüften gilt. Nebenher sind viele Stellen zu finden, die einen vor Spannung nun nicht gerade vom Hocker reißen. Nein, die eigentliche Geschichte ist nicht unbedingt überragend, um es mal vorsichtig zu formulieren. Sehr interessant fand ich aber die Beschreibung des sozialen Abstiegs von Luke Maddison, gestern noch Millionär, heute plötzlich auf der Straße und dann mitten in einem besonders üblen Viertel in London. So gerät er prompt auch in eine Abrechnung unter Gangstern, wobei er selber auch schwer verletzt wird. Aus einer Verwechslung heraus wird er aber nach seiner Genesung in die Bande eines gewissen Connor aufgenommen, die ihn für einen amerikanischen Verbrecher hält. Die Geschichte erinnert ein bisschen an Oliver Twist. Eine reine unbefleckte Seele, die aber unter üblen Gesellen leben muss. Die elenden Lebensverhältnisse der unteren Schichten, die Armut, die ständige Gewalt – all das wird recht ungeschminkt dargestellt. Nicht für alle waren die goldenen Zwanziger so richtig golden. So sieht sich Inspektor Bird selber auch als Engel der Armen, der die schwer arbeitende „Under Class“ vor Kriminellen schützen muss, die lieber arme Leute bestehlen, bedrohen und überfallen, weil die Reichen sich eben viel besser vor ihnen schützen können und schwer erreichbar sind. Aber auch er kann nicht viel ausrichten. Dabei ist Wallace aber beileibe kein Revolutionär, der die bestehenden Zustände grundlegend ändern will, die er beschreibt, ich glaube, er ist im Grunde fest dem englischen Klassendenken verhaftet. Arm ist eben arm, reich ist eben reich, nur Kriminelle sind halt böse und nicht gesellschaftskonform.
Irgendwann treffen Gunner Haynes und Luke Maddison wieder zusammen, wobei ihm der erstere aus Dankbarkeit mehrmals aus der Patsche hilft. Natürlich findet Haynes auch seinen verräterischen Ex-Komplizen wieder, der eine dem Leser sehr vertraute Negativgestalt des Romanes ist. Das alles ist nicht wirklich überraschend, auch nicht die Aufklärung der schurkischen Machenschaften des Danton Morell. Die Rolle des Inspektor Birds ist fast überflüssig, er taucht immer mal im Buch auf, aber tut selten etwas für die Handlung Entscheidendes. Zum Schluss gibt es (Achtung Spoiler) natürlich ein Happy End, nicht nur für Luke und seine Verlobte Margaret, sondern sogar für den „Gunner“ hört man schon in Ferne die Hochzeitsglocken läuten… Allerdings ist das Ende nicht ganz so kitschig, wie es sich anhört, es kommt eher abrupt und ist für die Beteiligten nicht völlig befriedigend.
Für einen Wallace-Fan sollte das Buch schon mal auf dem Leseziel stehen, wenn es dann doch nicht erreicht wird, ist es aber wohl auch nicht schlimm.

Buch:
Gelesen habe ich die Sammler-Edition von Weltbild (zusammen mit dem Roman „Der Mann von Marokko“) hat. Der Roman hat dort etwa 230 Seiten.

Verfilmung:
Eine deutsche Verfilmung des Stoffes existiert nicht. Möglicherweise wurde der im Roman beschriebene Trick, einen Körper mit einem Salzblock am Bein in die Themse zu werfen, auf dass die Leiche dann irgendwann irgendwo wieder auftaucht, in dem Wallace-Film „Die Toten Augen von London“ von 1961 übernommen.

Mr. Igle Offline




Beiträge: 68

21.10.2017 11:40
#427 RE: Romane Zitat · antworten

Wieder eine sehr gelungene Besprechung dieses von mir persönlich sehr geschätzten Romans.

"Entspannen Sie sich, durch Hochspannung!"

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 7

25.10.2017 19:24
#428 RE: Romane Zitat · antworten

Heute noch einmal ein Beitrag für einen der bekanntesten Kriminalromane von Edgar Wallace:

Der Rote Kreis

Originaltitel: The Crimson Circle
Erscheinungsjahr der Erstveröffentlichung: 1922

Hauptpersonen:

Chefinspektor Parr - Kriminalbeamter von Scotland Yard
Derrick Yale - psychometrischer Detektiv
Thalia Drummond - junge Frau mit zweifelhaftem Hintergrund
James Beardmore - reicher Geschäftsmann
Jack Beardmore - junger Millionenerbe
Harvey Froyant - geiziger Unternehmer
Felix Marl - Geschäftsmann mit schlechtem Ruf
Julius Brabazon - verschuldeter Bankier
Raphael Willings - Politiker


Inhalt:

Als ein französischer Verbrecher hingerichtet werden soll, ist der Henker betrunken und die Hinrichtung schlägt fehl. Das soll später folgenreiche Konsequenzen haben …
Einige Jahre danach treibt in London ein skrupelloser Erpresser namens „Roter Kreis“ sein Unwesen, der begüterte Bürger zur Kasse bittet. Zahlungsunwillige Opfer werden umgebracht. Die Ermittlungen liegen in den Händen des älteren erfahrenen aber glücklosen Chefinspektors Parr. Konkurrenz bekommt er durch den übersinnlich begabten Privatdetektiv Derrick Yale, der auf die Spur einiger Helfershelfer des Roten Kreises stößt und auch sonst sehr clever ist. Beispielsweise kann er aufgrund seiner Begabung den Mörder von James Beardmore überführen, eines reichen Mannes, welcher die Drohungen der Organisation nicht beachtet hatte und bald darauf erschossen wurde. Allerdings ereilt auch den gedungenen Mörder sogar innerhalb der Gefängnismauern ein ähnliches Schicksal und wieder hat der Rote Kreis seine Finger im Spiel. James Beardmore hat einen Sohn, der sich in die schöne Thalia Drummond verliebt hat, die Sekretärin seines Nachbarn Harvey Froyant, eines unglaublichen Geizhalses. Diese Thalia Drummond ist eine undurchschaubare Frau. Sie ist Chefinspektor Parr als Diebin bekannt, und tatsächlich entwendet sie ihrem geizigen Chef eine kleine Figur. Der Diebstahl fliegt auf. Sie wird entlassen und kurz darauf von einer maskierten Person als Mitglied im Roten Kreis angeworben. Aber es gibt noch weitere mysteriöse Personen, etwa den Lebemann Felix Marl oder den unehrlichen Bankier Brabazon, die auch in Beziehung zum Roten Kreis zu stehen scheinen. Derweil gehen die Erpressungen weiter: Auch Harvey Froyant wird nicht verschont und in einer spektakulären Aktion beraubt. Das will dieser nicht auf sich sitzen lassen. Doch der Rote Kreis ist nicht zimperlich gegenüber Personen, die ihn in Gefahr bringen…
Weitere Morde und andere Verbrechen passieren, in die sich auch die schöne Thalia Drummond immer mehr zu verstricken scheint, und nur der unglücklich verliebte Jack Beardmore glaubt an ihre Unschuld. Inspektor Parr dagegen ist von ihrer Schuld überzeugt, während der gewitzte Detektiv Derrick Yale über sie an den großen geheimnisvollen Chef der Erpresserorganisation herankommen will. Doch die beiden Kriminalisten stehen in einem Wettlauf gegen die Zeit, denn der Rote Kreis jetzt hat zu einem ganz großen Schlag ausgeholt …

Kritik

„Der Rote Kreis“ ist vielleicht sogar der beste Kriminalroman aus der Feder des berühmten Kriminalschriftstellers. Jedenfalls steht er auf meiner Bewertungsliste ganz oben. Die Geschichte ist recht spritzig erzählt, es gibt ständig neue Wendungen, die Beziehungen der handelnden Personen sind sehr komplex, außerdem schafft es der Autor, durchgehend Spannung zu erzeugen. Negativ anzumerken sind die Oberflächlichkeit der beschriebenen Figuren, kleinere Logiklöcher sowie die übliche Fährlässigkeit des Autors, Sachverhalte im Roman bei der Auflösung richtig aufzuklären. Wer hat nun z.B. den Seemann Sibly -den Mörder von James Beardmore- umgebracht ? Obwohl man es sich denken kann, übergeht Wallace diesen Punkt völlig. Ein wenig mehr Sorgfalt wäre schön gewesen !
Die übliche Heldengeschichte ist diesmal anders als bei vielen anderen Romanen, der ältere Chefinspektor Parr und der jüngere, psychometrisch begabte Derrick Yale als Ermittler sind eher Konkurrenten als Kollegen, sie haben beide kein großes Interesse an Liebesabenteuern. Die Rolle des Liebhabers geht diesmal an den etwas farblos gezeichneten Jack Beardmore, einem Opfer des Roten Kreises. Sein Schwarm Thalia Drummond ist allerdings auch nicht das übliche nette Mädchen, welches sich gerne mal aus der Klemme retten lässt und ihrem Liebsten entgegenschmachtet. Sie scheint mit allen Wassern gewaschen, hat kriminelle Neigungen, ist sehr selbständig und entspricht wohl dem Typus der modernen jungen Frau in den Zwanzigern, die auch ohne Mann zurecht kommt und selber ihr Geld besorgen kann. Obwohl sie auch Gefühle für den jungen Beardmore hegt, geht für sie meistens Arbeit vor Vergnügen, und diese Zurückhaltung der Liebesgeschichte tut dem Roman sehr gut. Immerhin hat die gute Thalia auch eine Menge andere Verehrer abzuwehren, sei es ein geschniegelter Gauner, sei es der lüsterne Mr. Marl (den sie sich sogar mit einer Handgranate vom Leibe halten muss), ja sogar der kühle Derrick Yale macht ihr einen Antrag. Als sie in den Roten Kreis aufgenommen wird, setzt ihr geheimnisvoller verbrecherischer Boss sie auch mit Vorliebe als weiblichen Lockvogel ein. Ein leichtsinniger Politiker verfällt ihrem Charme, was ihm zum Verhängnis werden soll. Schließlich hat sich der Rote Kreis auch die englische Regierung als Opfer auserkoren - ein schöner Einfall, wie ich finde. Aber welches Spiel spielt die schöne Thalia wirklich, fragt sich der Leser immer wieder.
Sehr gut gezeichnet hat Wallace die Figur des geizigen Ausbeuters Harvey Froyant, der das Geld über alles liebt und aus Gram über den Verlust der erpressten Moneten selber Nachforschungen anstellt (das hätte er doch lieber bleiben lassen sollen …). Auch Derrick Yale mit seiner übersinnlichen Begabung ist eine interessante Figur, schließlich hat man in den Zwanzigern tatsächlich solche Leute im Polizeidienst beschäftigt, obwohl Yales Fähigkeiten im Endeffekt auch nicht sonderlich positiv dargestellt werden. Dagegen ist Chefinspektor Parr mit seiner zumindest scheinbaren Schlichtheit und Unscheinbarkeit ein Sympathieträger und vom Autor auch entsprechend beschrieben.
Der Kriminalroman „Der Rote Kreis“ ist ein vielschichtiges, abwechslungsreiches Buch, das nicht umsonst mehrmals verfilmt wurde. Neben der turbulenten Handlung ist sicher auch das überraschende Ende ein Grund dafür. Oft blitzt auch ein recht makabrer Humor auf, den Wallace in seinen guten Zeiten durchaus gerne mal beim Schreiben einsetzte. Schließlich gibt es für den Namen „Roter Kreis“ und alles andere Geheimnisvolle natürlich eine Auflösung und auch zwei liebende Herzen finden zueinander. Das Böse hat wieder einmal seine gerechte Strafe gefunden.

Der Roman „Der Rote Kreis“ ist nicht nur für Wallace-Liebhaber ein schöner Krimi-Genuss !

Buch:
Von diesem Roman mit dem englischen Titel „The Crimson Circle“ habe ich bisher drei Übersetzungen gelesen. Zum einen meine „heißgeliebte“ und gelungene DDR-Ausgabe unter dem Titel „Der Feuerrote Kreis“. Was sich die Übersetzerin allerdings bei dieser Namensgebung gedacht hat, wird ein noch größeres Rätsel bleiben als es das schließlich doch gelüftete Geheimnis des „Feuerroten Kreises“ war. Schließlich heißt „crimson“ wörtlich übersetzt „blutrot“. Deshalb trägt auch der Titel der Heyne-Ausgabe den Wortlaut „Der Blutrote Kreis“. Diese Ausgabe ist auch die einzige, die eine Aufklärung gibt, warum der Seemann Sibly (der gedungene Mörder von James Beardmore) unbedingt beseitigt werden musste. Seiner Aussage nach hat sein unbekannter Auftraggeber häufig eine Redewendung benutzt, die er (Sibly) momentan aber vergessen hatte. Dem aufmerksamen Leser wird bei einer der handelnden Personen eine ausländische Phrase auffallen, welche sie mehr als einmal benutzt und die bei den anderen Verlagen offenbar ins Deutsche übertragen wurde, was den eigentlichen Handlungssinn zerstörte.
Zuletzt habe ich die Goldmann-Jubiläums-Ausgabe mit dem allgemein bekannten Titel „Der Rote Kreis“ gelesen. Die ist, so weit ich es einschätzen kann, weitgehend mit der Original-Übersetzung der Weltbild-Jubiläums-Edition (zusammen mit „Gucumatz“) identisch. Immer wieder interessant, wie weit an einzelnen Passagen unterschiedliche Sinnzusammenhänge bei verschiedenen Übersetzungen entstehen können.

Verfilmung:
Dieser Roman dürfte neben dem Hexer einer der meistverfilmten des Autors sein. Kein Wunder, denn hier bietet sich eine Übernahme der Handlung aufs Zelluloid eigentlich ohne große Abänderungen auch an. Zu der zweiten Edgar-Wallace-Verfilmung „Der Rote Kreis“ von 1959 hatte ich mal ein gespaltenes Verhältnis. Zuerst gefiel sie mir gar nicht, weil sie eben auch wesentliche Teile des Romans wegfallen ließ. Die Erpressung der britischen Regierung ist kein Thema mehr, aber Politik ist in den Wallace-Filmen ja ein völliges Tabu. Außerdem wurde auch einiges dazu fabuliert, was man mögen kann oder eben auch nicht. Mittlerweile finde ich aber, dass dieser Film so ein richtig schöner altmodischer Krimi ist, den ich mir immer wieder gerne anschaue.
Der Regisseur des Filmes war Jürgen Roland, der bekannt für seine authentisch-nüchternen Stahlnetz-Episoden war, die die Polizeiarbeit wohl auch recht realistisch darstellten. Ein bisschen merkt man auch beim „Roten Kreis“, wie er etwas von diesen Erfahrungen mit einbringen wollte. Es ist wohl der einzige Wallace-Film, in dem ein Toter mal in einem Blechsarg vom Tatort weg transportiert wird. Obwohl man sich auch hier wie bei den anderen deutschen Wallace-Filmen fragt, was denn eigentlich nun die Polizei den ganzen Tag über so macht, während die Leichen nur so purzeln. Immerhin setzt der Film (natürlich nach der missglückten Hinrichtung des Hauptverbrechers am Anfang) damit ein, dass der Rote Kreis schon 19 (!) Morde auf dem Gewissen hat. Da ist der Scotland-Yard-Chef wohl ein wenig ungehalten darüber, ansonsten scheint die ganze Sache vorerst niemanden aufzuregen. Doch der ältere Chefinspektor Parr, von Karl-Georg Saebisch sehr glaubhaft und sympathisch gespielt, steht immer mehr unter Druck und bekommt schließlich Derrick Yale zur Seite gestellt. Die Rolle des streberhaften, immer ein wenig überheblich und arrogant wirkenden Detektivs ist Klausjürgen Wussow wie auf den Leib geschrieben. Es ist das einzige Mal, dass er mir irgendwie als Schauspieler gefallen hat, aber das sind natürlich persönliche Ansichten. Der eigentliche Assistent von Parr aber ist Sergeant Haggett, verkörpert von einem glanzvollen Eddi Arent mit unnachahmlichen zeitlosen trockenem Humor, nur noch übertroffen von seinen Butler-Rollen im „Frosch“ und im „Indischen Tuch“. Dabei gibt es den Sergeanten Haggett im Roman gar nicht, wohl aber als namensgleiche Nebenfigur einen zwielichtigen Anwalt. Einige wichtige Personen im Film kommen im Buch überhaupt nicht vor, etwa die etwas leichtlebige Lady Doringham (Edith Mill), die bald ein Mordopfer des Roten Kreises werden soll, als auch ein gewisser Mr. Osborne (gespielt von einem wie immer schön schmierigen Ulrich Beiger). Die hübsche Thalia Drummond des Romanes wird von der ebenfalls hübschen Renate Ewert dargestellt, der junge Jack Beardmore von einem immer sehr unbeholfen wirkenden Thomas Alder. Beide Schauspieler dürften heute so gut wie unbekannt sein, sie haben sich einige Jahre später auch das Leben genommen. Der geizige Harvey Froyant kommt auch im Film vor. Der immer unheimlich wirkende Fritz Rasp tut hier sein Bestes.
Gleich zu Beginn des Filmes bringt der Rote Kreis drei Menschen kurz hintereinander um, darunter auch James Beardmore mit Pfeil und Bogen inmitten seines von der Polizei umstellten Anwesens. Das ist ganz schön viel Arbeit für einen Mann, eigentlich recht unwahrscheinlich… Nun ja. In dem gleichen Stil geht es dann weiter, auch Felix Marl und dem Bankier Brabazon geht es beispielsweise an den Kragen. Erst im letzten Drittel des Films beginnt wirklich etwas wie Ermittlungsarbeit, dann aber wirklich straff und spannend erzählt. Viele Elemente des Romans wurden übernommen, einiges kam dazu, wie schon erwähnt. Da gibt es eine Geliebte des alten James Beardmore mit einer unehelichen Tochter, die dann offenbar vom Roten Kreis entführt wurde. Irgendwie hat der seltsame Mr. Osborne auch seine Finger im Spiel. Das alles sind Elemente, die die Handlung zusätzlich verwirren sollen, aber im Grund genommen machen sie die bei Edgar Wallace sowieso schon meist stark strapazierte Logik der Geschichten vollkommen zunichte. Aber trotz allem schafft es der mittlerweile von der öffentlichen Meinung und von seinen Vorgesetzten arg gebeutelte Chefinspektor Parr doch noch, kurz vor seiner Zwangspensionierung den wahren Übeltäter zu entlarven. Der darf dann, begleitet vom missgelaunten Sergeant Haggett (er musste so früh aufstehen :)) zum zweiten Mal das Schafott besteigen, allerdings wartet dieses Mal statt der Guillotine der Henkerstrick auf ihn, den skrupellosen Massenmörder. Damals gab es eben noch wirkliche Gerechtigkeit.
Ein schöner Schwarz-Weiss-Krimi für einen verregneten Nachmittag !

Count Villain Offline



Beiträge: 3.858

25.10.2017 20:03
#429 RE: Romane Zitat · antworten

Zitat
Gleich zu Beginn des Filmes bringt der Rote Kreis drei Menschen kurz hintereinander um, darunter auch James Beardmore mit Pfeil und Bogen inmitten seines von der Polizei umstellten Anwesens. Das ist ganz schön viel Arbeit für einen Mann, eigentlich recht unwahrscheinlich… Nun ja.



Um Derrick Yale zu zitieren: "Hat der rote Kreis keine Helfer?"

Ray Offline



Beiträge: 818

26.10.2017 09:43
#430 RE: Romane Zitat · antworten

Wieder eine sehr schöne und umfassende Besprechung. Besonders gefällt mir, dass "on top" auch noch ausführlich über den Film geschrieben wurde.

Dr. Oberzohn Offline



Beiträge: 7

11.12.2017 20:05
#431 RE: Romane Zitat · antworten

Heute mal wieder ein Beitrag für die Roman-Front: Treffbube ist Trumpf

Treffbube ist Trumpf

Originaltitel: Jack O’Judgement
Erscheinungsjahr der Erstveröffentlichung: 1920

Hauptpersonen:
Stafford King - Inspektor von Scotland Yard
Oberst Dan Boundary - Chef einer Verbrecherorganisation
Salomon White - ehemalige rechte Hand Boundarys
Maisie White - seine Tochter
Pinto Silva - Gehilfe von Boundary
Raoul Pontarlier - Gehilfe von Boundary
„Geschniegelter“ Crewe - Gehilfe von Boundary
Lollie Marsh - Gehilfin von Boundary
Stanley Bescom - Polizeipräsident von London

Inhalt:
„Koks-Gregory“, ein ziemlich lasterhafter junger Mann, liegt ermordet im Rinnstein. In seiner Tasche findet sich neben Kokain noch eine Spielkarte mit dem Treffbuben darauf. Auf der Suche nach seinem Mörder wird schnell bekannt, dass er auch für den zwielichtigen Oberst Boundary arbeitete. Der Leser erfährt bald, was der ominöse Oberst wirklich ist, nämlich so eine Art englischer Mafia-Boss, der ein ausgeklügeltes System von Erpressungen und Drohungen dafür benutzt, sich schamlos zu bereichern und Macht und Einfluss in der Gesellschaft zu gewinnen. Als Hilfe dient ihm die sogenannte Boundary-Kolonne, ein Kreis ebenfalls wenig ehrenwerter Männer und Frauen. Weder der berühmte Scotland-Yard-Inspektor Stafford King noch sein Vorgesetzter, der Polizeipräsident Stanley Belcom, können etwas gegen die Machenschaften dieser Gesellschaft ausrichten, wobei auch aussagewillige Zeugen sogar noch im Gerichtssaal kurzerhand beseitigt werden. Hat auch „Koks-Gregory“ zu viel gewusst ?
Doch Oberst Boundary und seine Mitstreiter sehen sich plötzlich einem ernstzunehmenden Widersacher gegenüber. Eine maskierte Gestalt namens „Treffbube“ stellt sich dem kriminellen Treiben entgegen, vereitelt weitere Pläne und Erpressungen Boundarys und nimmt auch das Gesetz gänzlich in die Hände, indem er rücksichtslos Selbstjustiz an Boundarys Anhängern übt. Zu denen zählt, zumindest eine Zeit lang, auch Salomon White, der eine schöne Tochter mit Namen Maisie hat. Zwischen Maisie und Inspektor Stafford King entwickelt sich die unvermeidliche Wallacesche Liebesgeschichte, trotz aller Verwicklungen und Missverständnisse. Es gibt weitere Opfer, doch die Boundary-Kolonne beginnt aufgrund der Aktionen des unbekannten Rächers, aber auch der legalen Polizeiermittlungen allmählich auseinanderzufallen. Schließlich stehen sich Oberst Boundary und sein mysteriöser Widersacher Aug in Auge gegenüber…

Kritik:

Dieser Roman dürfte hierzulande einer der eher unbekannten des Autors sein. Dabei gibt es wesentlich schlechtere Werke aus Wallace‘ Feder. Richtig gut ist er, wo er das Wirken von Boundary und seiner Verbrecherorganisation beschreibt. Die ausgeklügelte Art, wie Boundary von vermögenden und einflussreichen Personen in ganz England (aber auch außerhalb des Landes) Geld erpresst und sich dabei auch noch innerhalb der Gesetze bewegt, wie er aber auch versucht, politische und gesellschaftliche Einflussnahme zu praktizieren, wie er eiskalt im Polizeipräsidium ein- und ausgeht und letztlich auch skrupellos missliebige Menschen aus dem Weg räumen lässt – das alles hat der alte Krimimeister recht eindrucksvoll und überzeugend beschrieben (Überhaupt sind ihm solche Bösewichter oft besser gelungen als ihre etwas lahmen Gegenspieler auf Seiten der Polizei). Auch kurz nach dem ersten Weltkrieg hat es auch in England offenbar eine gut organisierte Kriminalität gegeben. Hier liest sich die Geschichte doch recht realistisch.
Leider ist der große unbekannte Rächer des Romans, der „Treffbube“, eine vollkommen verunglückte und alberne Figur geworden. Was beim „grünen Bogenschützen“ ein paar Jahre später noch halbwegs bekömmlich herüberkam, wirkt beim Treffbuben wie eine überzogene amerikanische Comic-Figur. Er trägt eine blödsinnige Maske und einen weiten Mantel. Er geht in Boundarys Haus einfach um wie er will, lacht und kichert und belauscht die Bande offensichtlich auch mittels geheimer Apparaturen, und das Seltsame ist, dass das alles niemand so recht zu verwundern oder zu beunruhigen scheint. Und die am Schluss gelüftete Identität des einsamen Rächers ist aufgrund der öffentlichen Stellung der Person sehr unglaubhaft, wenngleich das Motiv für seinen Kampf gegen Boundary befriedigend geklärt wird.
Die anderen Mitglieder aus Boundarys Organisation sind mit den üblichen Klischees behaftet: der verschlagene und eitle Südländer; der vom rechten Wege abgekommene Engländer, der dann doch noch Reste eines Gentlemans in sich spürt; auch die kaltschnäuzige „femme fatale“ ist vertreten, die dann doch im Herzen ein braves Mädchen geblieben ist … Auch die Guten sind wie üblich gezeichnet. Stafford King ist der typische Saubermann-Kriminalinspektor, Maisie White eine junge Frau, die immer mal gerettet werden und die akzeptieren muss, dass ihr geliebter Vater seine dunklen Seiten hatte. Immerhin ist sie keine unverhoffte Millionenerbin. Und der Polizeipräsident Sir Stanley Bescom hat nicht ganz die üblichen tugendhaften Ansichten von Recht und Gesetz wie die meisten anderen Polizisten in Wallace-Romanen, seine Ansichten von Selbstjustiz in bestimmten Fällen würden heutigen Gutmenschen Schreckensschauer über den Rücken jagen…
Alles in allem ist das Buch sicher kein Meisterwerk, doch zumindest Fans von Edgar Wallace sollten es unbedingt mal gelesen haben.

Buch:
Gelesen habe ich die Sammler-Edition von Weltbild (zusammen mit dem Roman „Käthe und ihre Zehn“). Der Roman hat dort etwa 210 Seiten. Die altmodische Übersetzung ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Verfilmung:
Eine deutsche Verfilmung des Stoffes existiert nicht. Irgendwie erinnert die Handlung des deutschen Wallace-Films „Der Hexer“ von 1964 doch zumindest in Teilen an „Treffbube ist Trumpf“. Der Bösewicht Maurice Messer mit seiner Organisation im Film ist Oberst Boundary viel ähnlicher als dem schmierigen Rechtsanwalt im Hexer-Roman, auch wie er z.B. seine Komplizen aus dem Wege räumt. Aber diese Ähnlichkeit ist wohl nur Zufall.

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