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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 745 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

15.11.2006 20:42
Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten
Hallo an alle (auch an die Administration),

ich wollte hier einmal die meiner Meinung nach durchaus berechtigte Frage in die Runde werfen, wann denn ein Film nun ein Wallace-Stilverwandter ist? Ich kenne nämlich soviele ausländische Produktionen, vor allem französischer und italienischer Herkunft, die meines Erachtens nichts anderes sind und sich definitiv nicht an den damals aufkommenden Giallo-Strickmustern sondern explizit bei den Wallace-Filmen bedienen, nur sind es eben keine deutschen Produktionen.

Was sagt ihr dazu?

Viele Grüße,

Christoph

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.546

15.11.2006 20:58
#2 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

Meiner Meinung nach sieht's so aus:
Für mich ist ein Film Stilverwandt, wenn er offensichtlich nur gedreht wurde um auf den Wallace-Zug aufzuspringen. Die Francis Durbridge-Mehrteiler zählen demnach nicht dazu, weil diese so gesehen schon vor der Wallace-Rialto-Reihe starteten. Die Kinofilme, wurden dagegen jedoch schon an die erfolgreichen Filme angelehnt und zählen daher für meine Begriffe dazu. Die Mabuse-Filme zählen dazu, weil ganz bewusst Wallace- Akteure, -Regisseure und andere gewählt wurden um eine Alternativ-Reihe zu Wallace zu erschaffen. Bei Bryan Edgar Wallace- oder Weinert-Wilton ist dies in ersterem Fall allein am Namen und dessen Nutzung (fernab von den Vorlagen) zu sehen, bei Weinert-Wilton daran, dass er hierzulande als deutscher Edgar Wallace bekannt war...
Die französischen und anderen Filme zählen weniger dazu, denn die wurden für ihren jeweiligen Markt produziert. In Italien beispielsweise beeinflusst von Mario Bavas "Blutige Seide", nicht etwa von Wallace...
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Havi17 Offline




Beiträge: 3.165

15.11.2006 22:41
#3 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

@Reinhard

ich finde es gut daß diese Frage einmal gestellt wird, außerdem fände ich es interessant
im Zuge dieses Themas auch Eure Meinung zu dem Begriff Epigonen zu hören.

Mein Eindruck ist hierbei, daß dieser Begriff über die Wallace Literatur einfach in den
Sprachgebrauch übernommen wurde. Ich persönlich habe mich mit der Bedeutung dieses
Begriffes beschäftigt und bin zu der Überzeugung gekommen, daß Derivate die Sache besser
trifft, ihr könnte ja mal selbst im Wikipedia ... nachlesen.

Zum Thema Stilverwandt, die dritte Variante nach Epigon, Derivat. Ich möchte hier keine
"wissenschaftliche These" anbringen, sondern mir geht es vielmehr um die Frage "Ei oder
Henne". Ich meine damit, daß gerade noch meine Generation beim Kriminalfilm zunächst
aufgrund der TV Ausstrahlungen im ZDF praktisch mit den Wallace Filmen groß wurde.
Man lernte viele Schauspieler(innen) dort kennen und lieben und, so ging es mir,
man hielt Ausschau nach Filmen, welche den Wallace Filmen ähnlich sind, bzw. in denen
diese Schauspieler auftraten. Die Filme welche auch unter den "Epigonen" gelistet sind
treffen m.E. auch darauf zu. Hier stimmen Machart, die Besetzung und vor allem auch das
Tempo um einen Vergleich mit den mehr und mehr aufgekommenen Action-Filmen anzubringen.

Also Tempo, Spannung, Who done it, Besetzung, Regie, Unterhaltungswert *

* : Man kann sich diese Filme öfters anschauen und findet diese noch immer interessant,
ich erlaube mir hierfür auch den Begriff Präzision.

Trotzalledem finde ich gehören auch weitere Filme zu den Derivaten, wie z.B. das Geheimnis
der gelben Mönche um nur einen zu nennen.

Gruss
Havi17

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.546

15.11.2006 22:44
#4 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

"Das Geheimnis der gelben Mönche" (Richtiger Titel: "Wie tötet man eine Dame") ist eher ein weiterer Versuch auf der Bond-Welle mitzuschwimmen. Ich glaube sogar, dass kein einziger deutscher Produzent beteiligt war, sondern stattdessen passenderweise Italiener.
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Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

15.11.2006 23:55
#5 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten
Nun, ich meine damit z. B. einen Film wie Antonio Margheritis "Sieben Jungfrauen für den Teufel" auch bekannt als "School of Terror" von 1967. Als ich gelesen hatte, das hier tatsächlich kein deutscher Produzent seine Finger im Spiel hatte habe ich mir die Augen gerieben! Man könnte wirklich glauben, das der Drehbuchautor und der Regisseur vor dem erstellen des Skriptes "Der unheimliche Mönch", "Der Bucklige von Soho" und "Das indische Tuch" zur Inspiration angesehen haben. Für mich ein echter "Wolf im Schafspelz", also ein ebenso guter Wallace wie Wallace. Auch "Der Fluch der grünen Augen" aka "Cave of the living dead" (1964) von Ákos von Ráthonyi müsste dazu zählen zumal hier auch die Besetzung entsprechende Asoziationen weckt (Wolfgang Preiss, Adrian Hoven, Carl Möhner). Im übrigen hat mich auch Bavas "Blutige Seide" nicht nur wegen des Soundtracks mehr als stark an Wallace-Filme wie "Das Geheimnis der gelben Narzissen" oder "Das indische Tuch" erinnert was wieder meine These belegt das die Gialli aus den Wallace-Filmen entstanden sind (ein weiterer Beweis: "Das Grauen kam aus dem Nebel"). Man muss ja bedenken, das die Wallace-Filme auch im Rest von Europa einen gewissen Beliebtheitsgrad genossen und man hier die Chance sah, unter dem Deckmantel des seriösen Kriminalfilms exploitative Elemente ins Kino zu schmuggeln. Da haben die Wallace-Filme zweifellos einen Anfang gemacht.

Havi17 Offline




Beiträge: 3.165

16.11.2006 07:02
#6 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten
@Fabi88

Die Besetzung und auch die Story sind ein Wallace, Millionenerbin, die
beschützt und entführt wird. Darsteller Klaus Kinski, Karin Dor ...
Das hier Curd Jürgens einen Bösewicht spielt, hat noch lange nichts mit
James Bond zu tun, auch strebt dieser nicht nach einer Weltherrschaft.

Einzig das Tempo weicht gegenüber eines Wallace ab, hier liegt das klar
an der Handschrift des Regisseurs Manfred R. Köhler.

Nur weil dies eine Östereichsch/Italienische Koproduktion ist, handelt es sich nicht um ein Gialo.
Hast Du diesen Film schon mal gesehen ?
Das Geheimnis der gelben Mönche wurde von Karl Spiehs/Grimaldi Maria Rosaria produziert.

@Reinhard
Da hatte ich noch etwas vergessen, der Plot : Millionenerbin wird nach dem
Leben getrachtet, und erhält einen Beschützer (Stilverwandt).

[Da haben die Wallace-Filme zweifellos einen Anfang gemacht.] Genau das

Gruss
Havi17

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.338

16.11.2006 10:34
#7 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

Zu den "Stilverwandten" dürfte man wahrscheinlich fast alle deutschen Krimis der 60er Jahre zählen. Durch den großen Erfolg der "echten" Wallace-Filme versuchten viele auf den rollenden Zug mit aufzuspringen. Einigen (Kurt Ulrich mit DER RÄCHER oder Atze Btrauner mit SCHLANGE, AKASAVA und Bryan Edgar Wallace) gelang es ja sogar, "echte" Plagiate zu produzieren. Aber auch die Mabuse-, Weinert-Wilton-, Victor Gunn-Filme zählen natürlich zu den "Stilverwandten" wie die meisten hier bereits im Forum diskutierten Krimis, u.a. DIE SCHWARZE KOBRA, HOTEL DER TOTEN GÄSTE, WARTEZIMMER ZUM JENSEITS und die beiden Durbridge-Kinofilme.

WIE TÖTET MAN EINE DAME (Das Geheimnis der gelben Mönche) kann man auch als "Stilverwandt" betrachten. Einige Darsteller (Stewart Granger, Karin Dor, Klaus Kinski) kennt man ja bereits aus den Wallace-Filmen. Man bedenke, daß es auch bei Wallace-Filmen einige "Ausreißer" gab, wie z.B. DAS GEHEIMNIS DES WEISSEN NONNE, der ja auch ziemlich reich an Action war. Selbst bei den Jerry Cotton-Filmen bin ich mir nicht ganz sicher, ob man sie nicht auch im weitesten Sinne zu den "Stilverwandten" zählen muß, obwohl doch eher eine "Kopie" von James Bond darstellen.

An den Schauspielern bzw. Regisseuren kann man's jedoch nicht ausmachen, ob ein Film Stilverwandt ist oder nicht. Harald Reinl drehte z.B. auch viele Heimatfilme, die definitiv nicht dazugehören. Oder Joachim Fuchsberger oder Stewart Granger wie auch Karin Dor spielten auch in völlig anderen Genres (Western, Kriegsfilm, Heimatfilm).

Letztlich ist es mir auch egal, welche Filme laut allgemeiner Meinung zu den Epigonen, Stilverwandten usw. zählen - hauptsache der Film ist gut und gefällt mir.

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

17.11.2006 09:05
#8 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

@ Edgar007:

Ja, die Schauspieler selbst machen es nicht aus, ich meinte auch in erster Linie die Handlung und die Grundstimmung. Und die ist bei den drei Filmen, die ich erwähnt habe, sehr "wallacig" Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, das diese Filme bei Wallace-Fans auf große Resonanz stoßen würden, mehr noch als Filme wie "Schreie in der Nacht" der eben nur wegen den Schauspielern das Interesse der Wallace-Fans weckt, jedoch deutlich weniger "stilverwandt" ist!

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.338

17.11.2006 12:31
#9 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

Leider kenn ich die drei von Dir angesprochenen Filme nicht. Deshalb kann ich mir natürlich darüber kein Urteil erlauben. Grundsätzlich sind wir aber anscheinend sowieso gleicher Meinung.

fritz k Offline



Beiträge: 243

18.11.2006 18:58
#10 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

Stilverwandt kann man bestimmt ganz verschieden definieren:
- Film mit ähnlichem Handlungsmuster ( egal wann gedreht, von wem oder mit wem )
- deutscher Kriminalfilm aus den 60igern ( egal in welchem Stil)
- Film mit ähnlichem Stab und Besetzung ( wenn auch später gedreht)

Wenn man jemanden fragt, der nicht so bewandert im Wallace-Genre ist, hört man häufiger sogar, daß englische hammer-Produktionen, Der-Kommissar-Folgen oder Simmel-Filme ja "sehr ähnlich" seien.

Reinhard Offline



Beiträge: 1.373

20.11.2006 19:44
#11 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

In Antwort auf:
- deutscher Kriminalfilm aus den 60igern ( egal in welchem Stil)
- Film mit ähnlichem Stab und Besetzung ( wenn auch später gedreht)



Na ja, dann ist es aber doch kein STIL-Verwandter mehr, bzw. muss nicht unbedingt einer sein! Wie gesagt, das Handlungsmuster, die Atmosphäre und die Inszenierung entscheidet darüber, ob ein Film stilverwandt ist, nicht die Darsteller, der Regisseur, das Herkunftsland, das Herstellungsjahr usw.

Zumindest meiner Meinung nach. Nach diesen beiden Punkten müsste man z. B. den Durbridge-Dreiteiler "Melissa" unbedingt zu den Stilverwandten zählen. Aber er ist es nun einmal nicht...

fritz k Offline



Beiträge: 243

22.11.2006 14:49
#12 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

Ich glaube, man muß den Begriff "stilverwandt" etwas großzügiger betrachten. Als Experten auf diesem Gebiet neigen wir alle dazu, Erbsen zu zählen. "Meliisa" ist sicher ganz anders als Wallace, aber nach 40 Jahren erscheint den meisten Menschen da kein großer Unterschied ( deutscher sw-Krimi, 60iger, mehrere Tote, in London, whodunit, ähnliche Schauspieler u.s.w.). Außerdem ist es sicher kein Zufall, daß der Name Durbridge im Wallace-Forum sehr bekannt ist und immer wieder eine Rolle spielt.

Blinde Jack Offline




Beiträge: 2.000

22.03.2007 16:02
#13 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten
Also wenn man das "stilverwandte" so betrachtet wie Fabi, was hat dann Schreie in der Nacht hier zu suchen? Das hat doch überhaupt gar nichts mit alace zu tun! Selbst das Genre ist ein anderes! Aber wenn man den Begriff "stilverwandt" so weitschweifig wie fritz k betrachtet, dann werde ich auch noch ein paar Bewertungsthreads öffnen!

mfg Dittmann

Glasauge Offline




Beiträge: 1.321

04.06.2010 09:40
#14 RE: Wann ist ein Film "stilverwandt"? Zitat · Antworten

Ich betrachte eigentlich alle Film der 60er bis Anfang der 70er Jahre aus Europa, die im Genre des Psycho/Thriller/Horror-Krimi als indirekte Epigonen, allerdings gibt es da wiederum Ausnahmen. Die Dr. Mabuse/ Weinert-Wilton und Bryan Edgar Wallace Filme sind meiner Meinung nach die nächsten "Verwandten". Ich betrachte aber auch (wie im Thread Fu Man Chu als Wallace) die Dr. Fu Man Chu Filme als Wallace Filme.

Glasauge

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