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Dieses Thema hat 115 Antworten
und wurde 7.859 mal aufgerufen
 Filmbewertungen
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Ray Offline



Beiträge: 932

16.07.2016 23:18
#106 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #105
Zitat von Ray im Beitrag #104
Claus Biederstaedt, der – mit Ausnahme der TV-Adaption von "Der Hexer" aus dem Jahre 1963 (nicht zu verwechseln mit dem Kinofilm von 1964!) – dem Kriminalfilm eher fremd war ...

Man denke an seine späteren Auftritte bei "Der Kommissar" und Co. oder sogar als Ermittler in "Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger". Spätestens ab den späten Sechzigern war Biederstaedt durchaus häufig in Krimis zu sehen.

Und eine kleine Bitte, @Ray: Keine offenen Spoiler in den Bewertungen ohne Vorwarnungen. Sicher haben die allermeisten das "Hotel" schon gesehen - doch es gibt auch dezente Wege, das zu formulieren, was du ausdrücken wolltest, ohne dabei Namen in den Mund zu nehmen.

Sonst eine sehr erfrischende Meinung zum "Hotel der toten Gäste", das ich ebenfalls sehr schätze - aus ähnlichen Gründen. Ich sage auch immer wieder sehr gern ja.


Zu Biederstaedt: damit hast du sicher recht. Hatte jetzt eher Wallace & Co vor Augen, da hätte ich genauer formulieren können.

Das mit dem Spoilern tut mir leid. Wollte eine entsprechende "Warnung" noch reinschreiben, hab ich dann aber vergessen...

Dass der Film hier eher schlecht wegkommt, ist mir auch aufgefallen und hat mich ehrlich gesagt doch sehr überrascht. Für mich zählt der Film zu den Klassikern, die man sich immer wieder ansehen kann.

Count Villain Offline



Beiträge: 3.890

27.08.2017 18:02
#107 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

Gerade eben wieder gesehen. Exzellente Besetzung in zu langatmiger und eintöniger Inszenierung. Wären die Schauspieler - und zum Teil das mit feinen Intrigen gespickte Drehbuch nicht - nicht, hätte der Film so gut wie gar nichts, um einen bei der Stange zu halten. Funktioniert als Crossover zwischen Schlagerfilm und Krimi allerdings besser als die grüne Spinne.

patrick Offline




Beiträge: 2.900

28.08.2017 09:33
#108 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

Habe den Film dank Dailymotion nun erstmals gesehen. Besonders viel hermachen tut er nicht. Ein zu Recht vergessenes kleines Filmchen ohne besondere Atmosphäre. Wirkt eher wie eine Fernsehproduktion als wie ein Kinofilm. Ich werd's dann wohl auch bei dieser Sichtung belassen. Ady Berber ist viel zu wirkungslos eingesetzt. Die Auflösung ist auch nicht wirklich was besonderes.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.471

03.09.2017 14:12
#109 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

"Unsre Liebe, die wird nie vergehn...." - Betrachtungen zum "Hotel der toten Gäste"
mit: Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Renate Ewert, Hans Nielsen, Gisela Uhlen, Claus Biederstaedt, Monika Peitsch, Frank Latimore, Wolfgang Kieling, Manuel Collado, Ady Berber, Gus Backus, Enrique Guitart, Hans Epskamp u.a. | Drehbuch: Hanns-Karl Kubiak, Michael Dreesen unter Mitarbeit von Max Rottmann nach der Romanvorlage "Die rote Vase" von Heather Gardiner | Regie: Eberhard Itzenplitz



Schritte, die von einem Gehstock begleitet werden. Eine schmale, enge Bürokabine, in der ein unscheinbarer Mann Platz nimmt, bereit, treu seinen Dienst zu tun und jederzeit behilflich zu sein. Der Zuschauer nimmt die überall ausgehängten Warnhinweise kaum zur Kenntnis - ein Plakat mit dem Aufdruck "Suspicious....call 999" oder eine sachliche Anweisung der Polizei "Police Notice: Take care of...". Wenige Sekunden später betritt der Mann den Raum, der dem deutschen Fernsehpublikum lieb und teuer ist und dessen Erscheinung stets für wohlige Krimispannung steht: Joachim Fuchsberger. Die Pfeife lässig im Mundwinkel, tadellos, aber unauffällig gekleidet, die Haare akkurat gescheitelt. Doch auch er hat seinen Geist mit Negativem beschäftigt: die aufgeschlagene Seite seiner Tageszeitung berichtet von einem Massaker, bei dem es viele Tote gab. Mit ernster Miene beugt er sich zu dem Mann am Empfang hinunter. Er hat eine Verabredung, ein Treffen, das geheim bleiben soll. Niemand soll davon Kenntnis erhalten. Als er in sein Büro geht, ist man noch nicht beunruhigt. Man stellt sich auf ein Treffen mit dem südländischen Besucher ein, der wenige Minuten zuvor eingetroffen war. Doch weit gefehlt: der Mann ist tot. Ein Messer in seinem Rücken lässt keinen Zweifel. Mord! Und wieder einmal steht Blacky Fuchsberger vor einer schweren Aufgabe: ein Verbrechen aufzudecken und gleichzeitig jenen Menschen im Auge zu behalten, der IHM lieb und teuer ist. Und wer könnte das sein, wenn nicht Traumpartnerin Karin Dor, die in so vielen spannenden Kriminalfilmen an seiner Seite war?

Es gibt wenige Epigonen, die ihre Vorbilder in den Schatten stellen und wie eine edle Flasche Wein mit den Jahren immer besser werden. "Hotel der toten Gäste" ist so ein Film. Alles, was Rang und Namen in der Krimilandschaft der Sechziger Jahre hat, gibt sich die Ehre und agiert auf hohem Niveau in einem international wirkenden Umfeld. Was in anderen Produktionen oft bemüht wirkt und trotz Straßenschildern und Metropolen-Aufnahmen aus der Konserve nur halbherzig überzeugend ist, erlebt hier gefühlte Authentizität. Vielleicht liegt es an den ausgesucht reduzierten Schauplätzen, die das Flair der Hotel-Anonymität und Intimität verströmen; eventuell aber auch einfach an den glaubhaften Figurenzeichnungen, bei denen jeder Charakter unverwechselbare Eigenschaften mitbringt. Es ist ein Genuss, Könnern wie Wolfgang Kieling oder Gisela Uhlen bei ihren fein gesponnenen Intrigen zuzusehen. Man leidet mit Renate Ewert und bewundert zugleich ihre kaltschnäuzige Unverfrorenheit. Monika Peitsch wickelt zunächst das Auge des Betrachters ein, doch bald erkennt man die Abgründe hinter ihrer Fassade. Der nette Claus Biederstaedt balanciert zwischen seinem Repertoire als idealer Schwiegersohn und Anwärter auf das Prädikat "Mit Vorsicht zu genießen". Hans Nielsen, locker und nonchalant wie selten, zeigt Zähne, sobald man ihn unterschätzt. Und unser Traumpaar? Die beiden agieren als Berufskollegen, was für eine solide Basis sorgt und sie aus dem Klischee der hilflosen Erbin und dem drachentötenden Retter befreit. Selbstredend ist Dor wieder mehrmals in Gefahr, weiß sich aber recht gut zu helfen und lässt die berufliche Neugier über die Angst siegen. Beide ermitteln auf ihre Weise und nähern sich dem Ziel.

Ein großes Plus ist der musikalische Hintergrund, der hier keinen reinen Selbstzweck erfüllt wie in "Das Rätsel der grünen Spinne", sondern sich exquisit in die Handlung fügt. Gisela Uhlen als Grande Dame der harten Schallplattenbranche, die ihre eigenen Kinder frisst, verströmt zugleich Charme und Unerbittlichkeit. Das Geschäft mit der Unterhaltung zeigt sich hier in seinen verschiedenen Facetten: Lieblichkeit und Sehnsucht bei Hannelore Auer, keckes Selbstbewusstsein bei der Quereinsteigerin Elke Sommer. Die Beteiligung aller am Festival von San Remo, sei es durch eigene finanzielle und geschäftliche Interessen oder durch die Nähe zu jenen Personen, schafft eine Atmosphäre des unbewussten Zusammenhalts, der sich vertieft, als ein Ankläger von Außen auftritt, der jeden von ihnen durchleuchtet. Gerade in diesem Punkt macht sich bezahlt, dass die Figuren nicht aus Pappe, schnell am Reißbrett entworfen, sondern Personen mit Vergangenheit und Zukunft sind. Man möchte mehr über sie erfahren und das Verwirrspiel durch auf- und abflackernde Zuneigungen gibt dem Ensemble die richtige Würze. Berechnung und Gewinnstreben stehen in den meisten Fällen an erster Stelle und lassen so manche Verkommenheit hinter der herausgeputzten Fassade erkennen. Im Hotel "Atlanta" kehrt man immer wieder gern ein, wobei kleine Albernheiten wie Ady Berbers Rolle wenig mehr als ein Cameoauftritt sind, den man bei so viel anderen Pluspunkten gern in Kauf nimmt. Die Atmosphäre erinnert teilweise an die Beklemmung auf der Orplid (Anmerkung: Name der Jacht in "Epilog" [1950]). In San Remo gibt es ein Wiedersehn, so viel steht fest, allein die Rätselnuss gibt ein Gewinde aus Verbrechen preis, die bester alter Schule sind.

Elegantes, hochkarätig besetztes kriminalistisches Vergnügen, das Auge und Ohr schmeichelt und zeigt, dass nicht immer Edgar Wallace Pate für ein Mörderrätsel stehen muss. 5 von 5 Punkten

Ray Offline



Beiträge: 932

03.09.2017 14:45
#110 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

...für mich wird es auch noch das ein oder andere Wiedersehen mit dem "Hotel der toten Gäste" geben. Danke für die sehr schöne Besprechung, welcher ich in keinem Punkt widersprechen möchte. Es macht wirklich immer wieder Spaß, diesem großartigen Ensemble in dem edlen Etablissement bei ihren Intrigen zuzuschauen.

Ray Offline



Beiträge: 932

03.09.2017 17:22
#111 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

P.S.: Die DVD von pidax ist ja schon länger vergriffen. Da könnte man für Interessierte eigentlich mal eine Neuauflage rausbringen. Vielleicht veröffentlicht ja auch Filmjuwelen den Streifen nochmal, so jüngst geschehen bei "Der Rest ist Schweigen". Noch besser wäre es natürlich, wenn parallel eine Blu-Ray erscheinen würde!

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.471

03.09.2017 19:51
#112 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

Eine Zweitveröffentlichung auf DVD würde mich auch freuen, da ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich den Film nur als PREMIERE-Aufzeichnung auf Privatkopie vorliegen habe. Ein informatives Booklet wäre fein; besonderes Extra könnten Auszüge aus Heather Gardiners Roman sein.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.203

03.09.2017 20:08
#113 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

Prinzipiell wäre es sicher zu begrüßen, wenn mittels Re-Releases jeder Titel auf ewig lieferbar bliebe. Andererseits nehmen Neuauflagen immer auch Platz in den VÖ-Kalendern der Labels weg, den sonst Neuveröffentlichungen einnehmen könnten. Und gerade diese Quote ist bei Filmjuwelen momentan ziemlich verschoben wegen der unzähligen Kinowelt-Neuauflagen, die dieses Jahr da erscheinen. Da ist kaum mehr Platz für interessante Neuentdeckungen.

Beim "Hotel" ist die aktuelle Situation ja auch nicht hoffnungslos. Wer mit einem guten Gebraucht-Exemplar zurecht kommt, findet den Titel noch immer für weniger als 25 Euro. Das ist in meinen Augen nicht unbedingt Wucher - da kennt man aus dem Out-of-Print-Segment teilweise ganz andere Preise.

Ray Offline



Beiträge: 932

03.09.2017 21:09
#114 RE: Bewertet Stilverwandte: "Hotel der toten Gäste" Zitat · antworten

Kommt für mich darauf an, um welche Filme es sich handelt. Über die VÖ von "Banktresor 713" durch Filmjuwelen bin ich dem Label sehr dankbar. (Der war freilich auch nicht mehr günstig gebraucht zu bekommen.)

Im Übrigen interessiere ich mich auch für den dazugehörigen Roman "Die rote Vase" von Heather Gardiner. Hat den hier schon mal jemand gelesen? In älteren Kommentaren hier wurde schon mal über ihn gesprochen. Auch diesen kann man gebraucht recht günstig bekommen.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.203

13.09.2017 05:37
#115 RE: Bewertet: "Hotel der toten Gäste" (1965, Stilverwandte) Zitat · antworten

„Hotel der toten Gäste“ belegt im Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017 Platz 23 von 48. Der Film erhielt von den Teilnehmern im Durchschnitt eine Bewertung von 3,76 von 5 Punkten.

zugrundeliegende Wertungen: 17 von 17 (15x „gut bekannt“, 2x „länger her“)
Top-10-Tipps: 3 von 8 (höchster Tipp: 1x Platz 8)
Auswahlrunde: Platz 3 von 28 (14,8 Punkte)


mit 4,30 Pkt. Platz 13 in der Kategorie Schauspieler (+ 10)
mit 3,34 Pkt. Platz 30 in der Kategorie Inszenierung / Spannung (– 7)
mit 3,84 Pkt. Platz 14 in der Kategorie Drehbuch / Logik (+ 9)
mit 3,56 Pkt. Platz 32 in der Kategorie Ausstattung / Wertigkeit (– 9)
mit 3,72 Pkt. Platz 23 in der Kategorie Musik (~ 0)
mit 4,00 Pkt. Platz 18 in der Kategorie Epigonenfaktor (+ 5)
mit 3,56 Pkt. Platz 26 in der Kategorie freie Wertung (– 3)

Edgar-Wallace-Epigonen-Grandprix 2017: Ergebnisse (#181) (13)

Lord Low Offline




Beiträge: 607

14.12.2017 23:08
#116 RE: Bewertet: "Hotel der toten Gäste" (1965, Stilverwandte) Zitat · antworten

Was für eine komische "Fliege" trägt Blacky denn hier?

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