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Dieses Thema hat 58 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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fritz k Offline



Beiträge: 243

20.10.2006 21:16
Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

"Der Tod läuft hinterher" ist der erste der drei legendären Reinecker-Dreiteiler und Straßenfeger aus dem Jahr 1967.

Für das Fernsehen ungewöhnlich groß war die Starbesetzung:

  • Joachim Fuchsberger
  • Marianne Koch
  • Elisabeth Flickenschildt
  • Gisela Uhlen
  • Marianne Hoppe
  • Pinkas Braun
  • Walter Richter
  • Jan Hendriks
  • Josef Meinrad
  • Friedrich Schönfelder
  • Reinhard Glemnitz
  • Gerd Baltus
  • Friedrich Joloff
... und sehr viele mehr

Edgar007 Online




Beiträge: 2.310

21.10.2006 16:11
#2 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Für mich einer der beten TV-Mehrteiler überhaupt. Stellt sogar die meisten Durbridge-Straßenfeger in den Schatten!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

21.10.2006 16:41
#3 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Kann mich @Edgar007 nur anschließen. DER TOD LÄUFT HINTERHER ist klasse, wobei BABECK auch nur das einzige Handicap hat, dass die beiden Hauptdarsteller gewöhnungsbedürftig sind. Trotz mehrmaligen Sehens von 11.20 UHR bin ich mir mit diesem Film immer noch im Unklaren, ob ich ihn einfach nur langweilig oder wegen der farbenprächtigen Aufnahmen und den am laufenden Band sterbenden bekannten Darstellern schön finde. Gut ist er auf jeden Fall nicht wirklich, letztendlich nur ein Remake von DER TOD LÄUFT HINTERHER.

Joachim.

P.S.: Es fehlt aus der damaligen Zeit im Übrigen noch der vom gleichen Team hergestellte Ein-Teiler HOTEL ROYAL (mit Joachim Fuchsberger, Lil Dagover, Pinkas Braun, Nadja Tiller, Karin Hübner, Paul Hubschmid, Anthony Steel, Michael Maien und Friedrich Joloff).

ewok2003 Offline




Beiträge: 1.290

21.10.2006 17:54
#4 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

"Der Tod läuft hinterher" war ja die erste der Reinecker-Trilogien, aber hat für mich nahezu gleiche Qualität wie die beiden folgenden Mehrteiler "Babeck" sowie "11 Uhr 20". Als Remake von "Der Tod läuft hinterher" würde ich "11 Uhr 20" nicht sehen, lediglich das Grundgerüst wurde kopiert. So wie ein User in Wikipedia beschreibt, sind dies die "beckettschen Leistungen" Reineckers, also der verdichtete Handlungsablauf (für die Hauptfigur dabei eine nahezu aussichtlose Situation).

"Der Tod läuft hinterher" zeichnet sich meiner Meinung nach durch seine klare Struktur und überragenden Schauspieler aus. Insbesondere Joachim Fuchsberger, Pinkas Braun und Friedrich Joloff können glänzen. Im Vergleich zu "Babeck" fehlt bei "Der Tod läuft hinterher" leider der große musikalische Auftritt im Film.

Insgesamt eine Trilogie, die eine viel häufigere Austrahlung im TV verdient hätte. 5 von 5 Punkten.

Gruß, Ewok

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.574

21.10.2006 21:48
#5 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp im Beitrag #3
..., wobei BABECK auch nur das einzige Handicap hat, dass die beiden Hauptdarsteller gewöhnungsbedürftig sind.

Einspruch! Ich habe gerade den dritten Teil von "Babeck" gesehen und muss sagen, dass ich bis zur letzten Sekunde gefesselt war. Lohner und Trantow machen ihre Sache ausgezeichnet. Besonders Helmut Lohner überzeugt auf der ganzen Linie und ich habe lange keinen so talentierten Schauspieler mehr gesehen. Durch das ruhige, konzentrierte Spiel der beiden Hauptdarsteller gewinnt der Film an Spannung und Stil. Wenn wir demnächst "Babeck" bewerten, gehe ich näher auf diesen Dreiteiler ein.

rainbow Offline




Beiträge: 1.597

21.10.2006 22:45
#6 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Ein einfach nur genialer Dreiteiler. Die Schauspieler sind wundervoll ausgewählt und die Story ist wirklich packend geschrieben. Es ist schwer, mehr zu diesem Meisterwerk zu sagen außer: Genial! 5 von 5 Punkten.

Zitat von Percy Lister im Beitrag #5
Einspruch! Ich habe gerade den dritten Teil von "Babeck" gesehen und muss sagen, dass ich bis zur letzten Sekunde gefesselt war. Lohner und Trantow machen ihre Sache ausgezeichnet. Besonders Helmut Lohner überzeugt auf der ganzen Linie und ich habe lange keinen so talentierten Schauspieler mehr gesehen. Durch das ruhige, konzentrierte Spiel der beiden Hauptdarsteller gewinnt der Film an Spannung und Stil. Wenn wir demnächst "Babeck" bewerten, gehe ich näher auf diesen Dreiteiler ein.

Volle Zustimmung, @Percy Lister!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

22.10.2006 09:25
#7 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

... ich habe ja bereits geschrieben, dass der Dreiteiler klasse ist. Gewöhnungsbedürftig bedeutet ja nicht, dass die beiden Hauptdarsteller schlecht sind, sondern einfach nur, dass es für einen Krimi zwei nicht alltägliche Hauptdarsteller sind. Ähnlich ist es ja auch bei den (Schwarzweiß-)Wallace-Filmen, wenn einmal nicht Fuchsberger oder Drache mitspielen, oder bei Helmuth Wildt in "Piccadilly null Uhr zwölf", wobei ich diesen Film nicht gut finde.

J.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.574

22.10.2006 12:05
#8 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

"Der Tod läuft hinterher" versucht, an die Durbridge-Straßenfeger anzuknüpfen. Joachim Fuchsberger als Bruder der verunglückten (oder wie er vermutet: ermordeten) Alwy Becker ermittelt hartnäckig und lässt sich nicht abschütteln. Seine Nachforschungen zusammen mit Marianne Koch werden akribisch nachgezeichnet und es ist dem dramaturgischen Aufbau eines Dreiteilers zu verdanken, dass man endlich sieht (im Gegensatz zu einem 80-Minuten-Krimi), wie mühsam und zeitraubend solche Nachforschungen sein können.

Die Rollen der zwielichten Gestalten sind sehr gut besetzt. Pinkas Braun als undurchsichtiger Ganove, der durch sein ordinäres, hämisches Lachen sofort all seine Brutalität erkennen lässt; Josef Meinrad als eleganter Drahtzieher, Christiane Schröder als verträumte, verlorene Tochter einer starken Mutter (wieder einmal klasse gespielt von Elisabeth Flickenschildt) und die übrigen alten Bekannten lassen keine Langeweile aufkommen.

Der enttäuschte Gesichtsausdruck von Fuchsberger am Ende bleibt lange im Gedächtnis haften. So ein Ende hat er sich nicht erwartet. Wir haben hier kein klassisches Happy End, was die realistische Darstellung der Reinecker-Dreiteiler unterstreicht. Allerdings verstehe ich nicht ganz, in welcher Weise die Model-Agentur mit dem Drogenhandel in Verbindung steht. Als einzige Abnehmer kommen die jungen Mädchen wohl nicht in Frage. War es also nur Tarnung, die Mädchen unter dem Vorwand einer Tanzkarriere nach Frankreich zu locken?

fritz k Offline



Beiträge: 243

22.10.2006 12:39
#9 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

"Der Tod läuft hinterher" ist meiner Meinung nach noch nicht ganz so stark wie die beiden Reinecker-Nachfolger, was seinen Grund in der nicht ganz glaubhaften Handlung hat (die schon erwähnten Drogen-Mädchen, die mühevolle Tarnung der Schwester). Allerdings dennoch wegen der Vielzahl der Charaktere und dem dramaturgisch zwingenderem Aufbau Durbridge überlegen.

Fuchsberger schafft es überzeugend, einen realistischereren Charakter als in den Wallace-Filmen zu spielen. Elisabeth Flickenschildt sah man selten so dämonisch, Gisela Uhlen noch böser als bei Wallace. Pinkas Braun erhält hier viel breiteren Raum als in den meisten seiner Kino-Krimis. Hervorragend sind auch die Leistungen von Walter Richter und Marianne Hoppe. Friedrich Joloff gibt hier erstmals jenen intelligent-undurchschaubaren Typen, den er in den beiden folgenden Dreiteilern auch noch darstellt. Dazu hervorragende kleine Charakterporträts in den Nebenrollen: Gerd Baltus, Reinhard Glemnitz, Jan Hendriks, Christiane Schröder.

Während bei Durbridge irgendeiner am Ende der Mörder ist (wenn man's dann weiß, ist's einem dann auch schnell egal), brilliert Herbert Reinecker mit fesselnden Auflösungen, die dann dem ganzen Geschehen erst einen mitreißenden und bewegenden Sinn verleihen: Ob nun der mächtige Haupttäter letztendlich Schmierenkomödiant und Marionette von Geschäftsleuten ist, ob die zu rächende und hilfebedürftige Person selbst die Verbrechen, vor denen sie beschützt weden soll, mitverantwortet, oder ob es am Ende statt eines verantwortlichen Haupttäters erschreckenderweise verschiedene Geschäftsleute sind, die in ihrer individuellen Geldgier zu Mördern werden.

@Joachim Kramp: "11 Uhr 20" ein Remake? Ich sehe außer der Reinecker-Handschrift keine Handlungs-Parallelen. Mit den schönen Bildern bei "11 Uhr 20" gebe ich dir völlig Recht: Wann hat man bis dato in deutschen Fernsehenspielen / -serien solche Landschaftsaufnahmen gesehen?

Trotz kleiner Schwächen immer noch 5 von 5 Punkten.

Edgar007 Online




Beiträge: 2.310

22.10.2006 13:06
#10 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Deine (negative) Kritik an Durbridge kann ich nicht ganz nachvollziehen. Schließlich muss ja immer einer am Ende der (oder mehrere die) Mörder sein. Das ist m.E. in jedem Kriminalfilm so, oder etwa nicht?

Des weiteren steht definitv fest, dass mit den Durbridge-TV-Mehrteilern die sogenannten "Straßenfeger" der 60er Jahre gemeint sind. Und das (größtenteils) auch zurecht. Sicher, es waren auch ein paar schwächere Adaptionen dabei (z.B. DER ANDERE), aber auch so brillante Krimi-TV-Juwelen wie DAS HALSTUCH, MELISSA, TIM FRAZER oder DAS MESSER.

Das mit dem "Remake" ist mir auch noch nicht aufgefallen. Allerdings finde ich DER TOD LÄUFT HINTERHER und BABECK um einiges besser als 11 UHR 20. Vielleicht liegt's an der Farbe?

fritz k Offline



Beiträge: 243

22.10.2006 18:25
#11 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Ich habe gar nichts gegen Durbridge; schaue ich mir auch gerne an. Aber ich finde die Reinecker-Dreiteiler deutlich besser.

Falk Ahnert Offline



Beiträge: 682

19.02.2007 20:16
#12 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Hallo,

"Der Tod läuft hinterher" wird im ZDF-Theaterkanal zu folgenden Terminen ausgestrahlt:

20.02.2007, 09.45 Uhr - Folge 1
20.02.2007, 11.45 Uhr - Folge 2
21.02.2007, 11.55 Uhr - Folge 3

25.02.2007, 09.45 Uhr - Folge 1
25.02.2007, 11.45 Uhr - Folge 2
26.02.2007, 11.55 Uhr - Folge 3

27.02.2007, 14.45 Uhr - Folge 1
27.02.2007, 16.45 Uhr - Folge 2
28.02.2007, 16.55 Uhr - Folge 3

LG
Falk

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.574

18.02.2009 20:36
#13 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Teil 1

Enthält Spoiler!

Unangefochten im Mittelpunkt des Dreiteilers steht Joachim Fuchsberger als Edward Morrison. Durch seine Hartnäckigkeit und seine Wissbegier kommt eine Lawine ins Rollen, die nicht mehr aufzuhalten ist und mehrere Todesfälle erfordern wird. Edward war vier Monate in Peru, wo er auf einer Großbaustelle als Geologe und Ingenieur tätig war. Es scheint, als habe seine Schwester Alice nur auf seine Abreise gewartet, denn seitdem hat sie ihr Leben komplett umgekrempelt: Bürojob gekündigt, neue Garderobe gekauft und die Nacht zum Tag gemacht. Vor vier Wochen soll sie vor einen Lastwagen gelaufen sein. Mit dem Untersuchungsergebnis der Polizei (Selbstmord) will sich Edward nicht zufriedengeben, er ermittelt auf eigene Faust.

Joachim Fuchsberger glänzt in der Rolle des Privatmannes, der den guten Ruf seiner Schwester retten will und gegen die Vorstellung ankämpft, seine Schwester sei tot. Alles was bei Edgar Wallace Rang und Namen hat, bildet die verschworene Gemeinschaft der Mitwisser, Helfer und Anstifter. Das Drehbuch braucht sich nicht lange mit Erklärungen aufhalten, da der informierte Zuseher die Schauspieler ihrem Image zuordnet und nicht enttäuscht wird: Gisela Uhlen als kühle Geschäftsfrau - elegant und unnahbar; Pinkas Braun als Vertreter der Halbwelt, dem das Messer locker sitzt; Jan Hendriks, der ewige Kellner - immer gut für eine Hinterhofabrechnung, und Ernst Fritz Fürbringer als Vertreter von Scotland Yard. Nur Josef Meinrad gibt Rätsel auf: Steckt hinter seiner korrekt-lächelnden Fassade mehr?

Die Spannung baut sich kontinuierlich auf und das Tempo wird beschleunigt. Am Ende der ersten Folge haben wir bereits drei geheimnisvolle Todesfälle (Violet / Autounfall, Sam Hotkins / erstochen, Janet Winters / erschossen). Während der Zuseher noch vom Tod der Zeugin Janet betroffen ist, wendet sich erstmals das Blatt: Alice ruft an und verrät ihrem Bruder ihren Aufenthaltsort. Durch das Eintreffen der Polizei, die Edward wegen begründeten Verdachts verhaftet, wird eine Zeitverzögerung geschaltet, die die Aufklärung verhindert und im spannendsten Moment mit einem Cliffhanger endet. Marianne Koch und Joachim Fuchsberger stehen in der Kriminalfilm-Tradition des Paarlaufes, wobei jede Seite einen Verlust bzw. Todesfall zu beklagen hat. Im Gegensatz zu den in dieser Hinsicht märchenähnlichen Edgar-Wallace-Filmen bleibt das zufällige Paar in den realistischen Dreiteilern auf Distanz. Die Klärung des Rätsels steht im Vordergrund, für romantische Verwicklungen bleibt keine Zeit.

Es gelingt Herbert Reinecker, dem Zuseher Alice Morrison desto fremder erscheinen zu lassen, je mehr man über sie erfährt. Edward Morrison hat alle Sympathien und seine Nachforschungen erscheinen deshalb berechtigt. Einen besonderen Höhepunkt stellt der Gesangsauftritt von Kiki Dee in der "Malibu Bar" dar: "I Don't Care" steht symbolisch für die Einstellung der Nutznießer der Verbrechen.

Mr. Wooler Offline




Beiträge: 423

20.02.2009 09:49
#14 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Für mich einer der besten Krimi-Dreiteiler überhaupt und darüber hinaus eine von Reineckers besten Arbeiten. Dies gilt auch für die Nachfolger "Bebeck" und "11 Uhr 20". Das Ziel, den Durbridge-Straßenfegern Paroli zu bieten, wurde hier nicht nur erreicht, sondern meiner Meinung nach sogar übertroffen. Für mich persönlich ist jeder dieser Dreiteiler spannender und außergewöhnlicher als jeder Durbrige-Mehrteiler. Und ich sage dies auch als bekennender Durbridge-Fan.

Was die Reinecker-Dreiteiler auszeichnet, ist vielleicht nicht unbedingt die jeweilige Story, sondern das Handeln der einzelnen Charaktere, die sich im Verlauf der Handlung entwickeln und allein dadurch enorme Spannung erzeugen. Und natürlich die großartige Darstellerriege, die im deutschsprachigen Raum und zur damaligen Zeit wohl nahezu beispiellos zu nennen ist.

"Der Tod läuft hinterher" habe ich als Jugendlicher das erste Mal spät abends im Fernsehen verfolgt und war begeistert. Leider verfügten wir damals noch über keinen Videorekorder. Es ist auf jeden Fall ein Film, den man sich häufiger im Fernsehprogramm wünscht. Für mich ein "Juwel" des deutschen Fernsehens!

Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

21.02.2009 19:32
#15 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

„Der Tod läuft hinterher“ (BRD 1967, TV)

Mit: Joachim Fuchsberger, Marianne Koch, Josef Meinrad, Pinkas Braun, Gisela Uhlen, Elisabeth Flickenschildt, Marianne Hoppe, Walter Richter, Jan Hendriks u.a. Regie: Wolfgang Becker. Drehbuch: Herbert Reinecker.

Edward Morrison kehrt nach einem langen Auslandsaufenthalt nach London zurück und erfährt vom angeblichen Selbstmord seiner Schwester. Da er der allgemeinen Theorie über ihren Tod aber keinen Glauben schenkt, stellt er auf eigene Faust Ermittlungen an – gefährliche Ermittlungen, wie sich herausstellt ...

I. Teil

Endlich ein Straßenfeger mit Joachim „Blacky“ Fuchsberger! Im gleichen Jahr, in dem sich der Zuschauerliebling wieder auf die gute alte Edgar-Wallace-Reihe besann, trat er auch in diesem ersten der drei großen Reinecker-Straßenfeger des ZDF auf. Natürlich, wie sollte es auch anders sein, macht er seine Sache großartig. Wirkt er am Anfang noch ein klein wenig gekünstelt, so steigt er schnell ins Geschehen ein und profiliert sich in der typischen Rolle des aus privaten Interessen herumschnüffelnden Privatmanns, der bei weniger sympathischer Darstellung leicht auf die Nerven fallen kann. Ob er freundlich, neugierig oder aufgebracht ist – immerzu fühlt man sich an seine Auftritte bei Wallace erinnert, was – neben den regelmäßig zwischengeschnittenen London-Aufnahmen – diesem Mehrteiler ein unglaublich vertrautes Gefühl einflößt.

Unterstützt wird dies durch den Cast: Wenn man in der Malibu-Bar auf Gisela Uhlen als fiese „Frau vom Fach“ und auf Jan Hendriks als Kellner stößt, so fühlt man sich unmittelbar an die Kinofilme nach Herrn Edgar erinnert. Die Kette an Ereignissen hingegen scheint mehr an Durbridge angelehnt zu sein: Mehrere Morde innerhalb von recht kurzer Zeit, die Ermittlungen eines Beteiligten, die Intrigen, Rätsel und Fragen sowie, natürlich, ein böser Cliffhanger. Reinecker legt sich richtig ins Zeug. Man merkt abermals, dass ihm längere Stoffe offenbar besser liegen als das 60-Minuten-Format der „Kommissar“-Serie. Er kann ausgefeiltere Kniffe und extensivere Beschreibungen anbieten und den Zuschauer auf die übrigen Handlungsteile gespannt machen. Leichte Andeutungen ob der Ereignisse rund um Alice Morrisons „Tod“ (?) gibt es ja viele, doch mit Genauigkeiten – ebenso wie mit dem Auftritt der Flickenschildt – hält sich der Autor spannungssteigernderweise noch zurück ...

Was mich an „Der Tod läuft hinterher“ bisher als einziges stört, ist die unpassende und sehr uncharakteristische Musik. Zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus ist das Lied „I Don’t Care“ und so auch die Titelmusik (so man bei der extrem kurzen Anspielung am Anfang von einer Titel- und nicht viel mehr einer Abspannmusik sprechen kann). Hätte man Peter Thomas statt eines gewissen unbekannten Erich Ferstl verpflichtet (war ersterer zu diesem Zeitpunkt etwa gerade mit „Verräter“ beschäftigt?), so wäre wohl ein ebenso markanter Score wie bei „Babeck“ herumgekommen. Nun ja: hätte, müsste, könnte, wäre ...

Anzumerken bliebe ausschließlich, dass Reinecker leider kein Gespür für englische Namen hatte. Die Personen tragen so langweilige Standardnamen, dass dies unfreiwillig komisch wirkt. Aber das ist eine Kleinigkeit. So weit bin ich äußerst zufrieden mit einem soliden, spannungsreichen und vor allem mit Blacky Fuchsberger besetzen Auftakt zu dem Straßenfeger 1967.

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