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Dieses Thema hat 58 Antworten
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 Film- und Fernsehklassiker national
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Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

27.06.2012 14:14
#31 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Zitat von Peter Ross im Beitrag #30
... als Fernsehfilm deutlich (!) besser als sehr viele Spielfilme bzw. Edgar-Wallace-Filme der 60er!

Grundsätzlich erntest du dazu von mir ein kategorisches Nein. Natürlich kann man relativieren und dieser stargespickten Produktion diverse Schund- oder Trash-Filme aus der Epigonenschmiede gegenüberstellen, aber dieser Vergleich wäre nicht sinnvoll, da man A-Klasse auch schon mit A-Klasse vergleichen sollte. Im direkten Wettbewerb mit den Rialto-Wallace-Filmen kann in meinen Augen (und hoffentlich auch in denen anderer Wallace-Fans) keiner der Reinecker-Dreiteiler die Nase vorn haben. Aber der Vergleich bleibt so oder so ein wackliger.

Jacob Starzinger Offline



Beiträge: 1.413

27.06.2012 14:15
#32 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Oh ja! Wallace forever!!!

MfG Jacob

Gubanov Offline




Beiträge: 15.570

27.06.2012 14:24
#33 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

So kann man's auch sagen.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.310

28.06.2012 10:56
#34 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Es ist natürlich schwierig, einen Kinofilm mit einer TV-Produktion zu vergleichen. Noch schwieriger wird es, einen Kinofilm mit ca. 85 Minuten Laufzeit mit einem TV-Mehrteiler mit über 3 Stunden Laufzeit zu vergleichen. Von der Story her kann es DER TOD LÄUFT HINTERHER aber dennoch mit vielen Kinofilmen (auch Wallace-Reihe) aufnehmen. Warum auch sollte Reinecker für den TV-Film ein schlechteres Drehbuch schreiben als für einen Kinofilm? Natürlich ist der Spannungsbogen einer 90 Minuten-Produktion anders als bei einer mit 3 Stunden. Ich bin mir jeodch ziemliche sicher, wenn man DER TOD LÄUFT HINTERHER auf Kinoformat (bis 100 Minuten vielleicht) schneiden würde, hätte man ein echtes Konkurrenzprodukt zu den 60er Krimis im deutschen Kino. Zu berücksichtigen ist ja auch, dass dieser Mehrteiler aus dem Jahr 1967 stammt, d.h. in die Farb-Wallace-Ära fällt. Und da gibt's sicher schwächere Produktionen. Ich persönlich schaue DER TOD LÄUFT HINTERHER sehr gerne, obwohl ich BABECK fast besser empfinde - auch wenn hier kein so namhafter Hauptdarsteller agiert.

Georg Offline




Beiträge: 2.973

28.06.2012 16:33
#35 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

... und schließlich wurde der Film an Originalschauplätzen gedreht und wirkt somit viel britischer als manche Beinah-nur-Studioproduktionen der Mitte-60er-Reihe.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.353

01.07.2012 22:47
#36 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Um noch einmal meinen Vergleich zu den Edgar-Wallace-Filmen zu ziehen: Ich persönlich gucke mir "Der Tod läuft hinterher" tatsächlich viel lieber an als z.B. "Der Gorilla von Soho". Das ist ganz klar subjektiv empfunden und muss nicht heißen, dass jeder hier im Forum diesen Dreiteiler manchem Wallace-Film vorziehen muss. Ich denke ohnehin (wie auch schon weiter unter geschrieben), dass man den Dreiteiler nicht mit den Kinofilmen direkt vergleichen kann. Ich muss aber sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass der Dreiteiler als Kinofilm besser gewirkt hätte.

Ich habe mir übrigens heute zum Vergleich mal Durbridges "Melissa" angeschaut. Für mich zählt "Melissa" (mit Günther Stoll, Siegfried Wischnewski, Albert Bessler u.a.) sicherlich zu den besten Durbridge-Krimis. Allerdings wirken "Der Tod läuft hinterher" und die folgenden Reinecker-Dreiteiler wesentlich "flüssiger" und nicht so "theaterhaft" wie die Durbrige-Verfilmungen vor 1967. Aber auch hier haben sich stilistisch die Durbrige-Verfilmungen der folgenden Jahre ("Das Messer" oder "Wie ein Blitz") weiter entwickelt.

athurmilton Offline



Beiträge: 1.081

02.01.2013 01:58
#37 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Bei der letzten Sichtung von "Der Tod läuft hinterher" fiel mir die Sprecherstimme auf, die zu Beginn des zweiten und dritten Teils die Zusammenfassung spricht. Ist das Horst Tappert?

Georg Offline




Beiträge: 2.973

02.01.2013 20:54
#38 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

So ist es! Die einprägsame Stimme, die das Geschehen zusammenfasst, ist jene von Oberinspektor Derrick.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.353

02.01.2013 21:04
#39 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Oh, das wusste ich bisher auch nicht, wenngleich mich die Stimme an ihn erinnerte. Aber auf IMDb habe ich dazu nichts gefunden.

@Georg: Vielleicht wäre das noch eine Ergänzung auf deiner Homepage wert?

Georg Offline




Beiträge: 2.973

02.01.2013 21:53
#40 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Danke für die Anregung, wurde ergänzt (Link). Überhaupt habe ich gerade festgestellt, dass es zu diesem Dreiteiler relativ wenig Infos auf der Homepage gibt. Das muss geändert werden. Demnächst ...

TV-1967 Offline



Beiträge: 445

22.01.2013 13:03
#41 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Auf der schwarzweißen Gesamtedition (DVD) von "MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE" befindet sich als Bonus ein interessantes Interview mit Blacky Fuchsberger und Diana Rigg sowie Patrick McNee aus dem Jahre 1967. Und zwar in der Akte 4, Staffel 6, Folge 3-5. Dieses Interview entstand während der Drehzeit zu "Der Tod läuft hinterher" in London.

Georg Offline




Beiträge: 2.973

22.01.2013 17:26
#42 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Geht Fuchsberger auf den Dreiteiler ein?

Bin gerade auf der Recherche für weitere Fakten für meine Homepage, hier noch einige interessante Daten zum Film:

Die Einschaltquoten:

  • Teil 1: 66%, Zuschauerurteil: sehr gut (+6)
  • Teil 2: 75%, Zuschauerurteil: sehr gut (+6)
  • Teil 3: 83%, Zuschauerurteil: sehr gut (+6)
Interessant ist auch die Tatsache, dass man von Durbridge nicht nur das Konzept mit Cliffhangern und unerwarteten Wendungen kopiert hat, sondern auch das Vorgehen, was die Geheimhaltung betrifft. Niemand erhielt ein komplettes Drehbuch, keiner am Set außer Reinecker, Ringelmann und Becker wussten, wer der geheimnisvolle Täter ist. Dazu kommt die Tatsache, dass die Schauspieler nur Drehbuchstücke bekamen und nicht wussten, in welcher Reihenfolge die Szenen, die sie spielten, im Film vorkamen. Schließlich kam noch der Coup hinzu, dass Regisseur Becker für die finale Szene auch noch das Kamerateam wechselte und in eine geheim gehaltene Gegend fuhr, um die letzten Szenen zu drehen. Die TV-Presse machte es außerdem spannend: Um es allzu kombinierfreudigen Zusehern nicht allzu leicht zu machen, druckte man - anders als sonst - keine kompletten Besetzungslisten ab.

TV-1967 Offline



Beiträge: 445

22.01.2013 23:46
#43 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Ja. Die Kamera zoomt in ein Zimmer, Fuchsberger liegt als Eingangsgag am Boden. Rigg und MacNee finden ihn (sie wussten vorher nicht, dass er da liegt) und er steht auf. Er erzählt den Zuschauern, warum er hier in London ist. Er beginnt morgen mit den Dreharbeiten für einen Film für das Zweite Deutsche Fernsehen! Und dann kann man sich ja an den Fingern abzählen, was er damit meinte. Das eigentliche Interview beginnt. Anlass waren die ersten 21 Farbfolgen aus der Reihe "Mit Schirm, Charme und Melone". Das Interview dauert neun Minuten und ist ein absolutes Highlight!

Georg Offline




Beiträge: 2.973

20.02.2013 19:21
#44 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Wieder mal gesehen ... ein sehr spannender Film, tolle Außenaufnahmen und Darsteller.

SPOILER

ABER: was mich jetzt - wie auch bei BABECK und 11 UHR 20 - wieder besonders gestört hat, ist, dass es außer Morrison und Mary Hotkins (den Inspektor lassen wir mal weg) keine positiven Figuren gibt. Jeder, der da auftaucht, hat Dreck am Stecken und ist in die Sache verwickelt. Da macht - mir zumindest - die Tätersuche viel weniger Spaß. Besser wäre es gewesen, wenn es verschiedene positive Personen gegeben hätte, die aber verdächtig erscheinen, und nur einer der Täter gewesen wäre. So weiß man nur, dass einer perfider als der andere ist. Wer dann der Haupttäter ist, ist bei so einer großen Anzahl an Verbrechern letztlich irrelevant ist. Genau das wurde übrigens auch bei Durbridges SCHLÜSSEL zurecht kritisiert.

Einzig und allein die Tatsache, dass Alice Morrison mit Gilbert (über lange Strecken des dritten Teils bleibt nur mehr Meinrad als Übeltäter übrig!) unter einer Decke steckt und mehr oder weniger "freiwillig" in seine Arme gedriftet ist, überrascht.

Ray Offline



Beiträge: 1.098

20.05.2016 23:26
#45 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Der Tod läuft hinterher (BRD 1967)

Regie: Wolfgang Becker

Darsteller: Joachim Fuchsberger, Marianne Koch, Josef Meinrad, Pinkas Braun, Gisela Uhlen, Elisabeth Flickenschildt, Jan Hendriks, Ernst Fritz Fürbringer, Friedrich Schoenfelder, Reinhard Glemnitz, Stanislav Ledinek, Gerd Baltus, Friedrich Joloff, Herbert Bötticher, Otto Stern, Christiane Schröder u.a.



Der Auftakt der sog. "Reinecker-Trilogie". Eine Besetzung, bei der dem geneigten Krimifreund die Freudentränen in die Augen schießen, exquisite Drehorte (London und Paris - wann gibt´s das schon?) - "Der Tod läuft hinterher ist ein echtes Highlight und kann es selbst mit den besten Durbridge-Verfilmungen aufnehmen.

Joachim Fuchsberger macht seine Sache ganz hervorragend. Gerade in den Anfangsminuten erscheint er als gereifter Schauspieler. Die Lauflänge von dreieinhalb Stunden machen es ihm möglich, sein Spiel facettenreicher anzulegen als gewohnt. Dennoch dürfen typische Blacky-Szenen wie der Kampf mit Jan Hendriks oder das wiederholte Bloßstellen von Gerd Baltus (herrlich!) nicht fehlen. Generell ist es äußerst amüsant, wie Fuchsberger - optisch "Mann von Welt" aber laut Geschichte ein gebürtiges "Landei" - ob des scheinbar zügellosen Lebensstils der überwiegenden Mehrheit der Figuren regelmäßig die Fassung verliert.

Die Quantität des Casts ist dermaßen herausragend, dass man gar nicht über alle ein Wort verlieren kann. Josef Meinrad sticht insoweit heraus, als er von den wichtigsten Handelnden derjenige ist, der im Genre ansonsten am wenigsten Spuren hinterlassen hat. Sein Auftreten erinnert stark an "Dr. No" alias Joseph Wiseman. Aufrechter Gang, höfliche Ausdrucksweise, charmantes Auftreten - Aspekte, die man auch beim Ur-Bondbösewicht vorfindet.

Von den "üblichen Verdächtigen" sind es vor allem Pinkas Braun und Elisabeth Flickenschildt, die am meisten überzeugen. Beide strahlen ein unvergleichliches Charisma aus und verfügen über eine höchst eindrucksvolle Stimme bzw. Sprechweise.

"Der Tod läuft hinterher" ist im Vergleich zu den Durbridge-Vefilmungen wesentlich reißerischer ausgefallen und präsentiert sich so als eine Art Symbiose aus Durbridge und Wallace. Keine überlangen Dialogszenen, dafür regelmäßiger Wechsel der Schauplätze und viele Außenaufnahmen, auch wenn die entsprechenden Wahrzeichen mitunter ein wenig bemüht in die Handlung integriert werden. Aus dem Wallace-Dunstkreis entführte man die verruchten Etablissements. Das "Malibu" hätte man sich ebenso gut in einem Wallace-Film vorstellen können. Das liegt letztlich natürlich in hohem Maße daran, dass Reinecker in der Zeit viel in Sachen Wallace tätig war und einige der typischen Klischees einführte bzw. am Leben hielt.

Die Art und Weise der Auflösung ist sehr gelungen. Wenn man Gilbert im Tresorraum die Treppe herunterkommen hört, ist die Spannung greifbar.

Ebenfalls löblich zu erwähnen ist das Ende, das die Hauptfigur wie die Zuschauer ein wenig vor den Kopf gestoßen und entsprechend nachdenklich zurücklässt. Das ist bei deratiger "Trivialware" im Grunde nicht zu erwarten. Gleiches gilt für die angenehme Beziehung zwischen Fuchsberger und Koch, die immer eine gewisse Distanz wahrt. Beide haben schließlich große Schicksalsschläge hinnehmen müssen, daher wäre es unglaubwürdig gewesen, wenn sie unmittelbar danach gemeinam vor den Altar getreten wären.

Ein klein bisschen enttäuschend fällt die Musik aus, die zu wenig Präsenz zeigt und davon abgesehen nicht lange im Ohr bleibt und abseits vom Film kaum funktionieren dürfte. Auf Seiten der Darsteller sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Christiane Schröder als Marylin Stone die Nerven der Zuschauer stark strapaziert. Den Auftritt hätte man sich schenken sollen.


Ein beispielloser Cast, tolle Drehorte und eine solide Story sorgen für spannende 3,5 Stunden. Eine der besten, vielleicht der beste Krimi-Mehrteiler der 1960er- und 1970er-Jahre. 5/5 Punkten.

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