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Dieses Thema hat 58 Antworten
und wurde 4.635 mal aufgerufen
 Film- und Fernsehklassiker national
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Georg Offline




Beiträge: 2.961

21.02.2009 19:47
#16 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #15
Zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus ist das Lied „I Don’t Care“ und so auch die Titelmusik (so man bei der extrem kurzen Anspielung am Anfang von einer Titel- und nicht viel mehr einer Abspannmusik sprechen kann).

Finde die Titelmusik recht passend. Bundesfilmpreisträger Ferstl war damals ein extrem beschäftigter TV- und Kino-Filmkomponist (und nicht so unbekannt, wie du meinst). Er schrieb Scores für "Die fünfte Kolonne" und "Das Kriminalmuseum", später dann auch für "Derrick", "Der Kommissar", die Anwaltserie "Der Anwalt" mit Wolfgang Kieling, die Georges-Simenon-Krimireihe "Der kleine Doktor" (2. Staffel) oder zur deutschen Akte-X-Frühversion "Alpha Alpha" mit Karl Michael Vogler. Außerdem für den TV-Film "Heißer Sand" mit Joachim Fuchsberger (hier sehr passend), "Das ganz große Ding" nach Victor Canning u.a. mit Horst Tappert, die Simmel-Verfilmungen "Alle Menschen werden Brüder", "Die Antwort kennt nur der Wind" oder die Alexander Puschkin-Verfilmung "Und der Regen verwischt jede Spur". Mit all seinen Kompositionen bin ich auch nicht glücklich (vor allem mit seiner faden Titelmusik zu "Der Anwalt"), in "Der Tod läuft hinterher" finde ich die Musik aber doch ganz passend.

Zu Reineckers Namen: Naja, so schlimm finde ich die Namen nicht, mit Ausnahme des "Harry Brenton", mit dem Reinecker schon auf den im gleichen Jahr gedrehten Durbridge-Krimi "Harry Brent" verwies. Bei seinen Derrick- und Kommissar-Drehbüchern hatte Reinecker da ja oft viel seltsamere Namen wie z.B. Laganke, Halonde, Lahuser oder Bibeina ...

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

21.02.2009 21:55
#17 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Persönlich finde ich die Musik zu DER TOD LÄUFT HINTERHER äußerst passend - einmal nicht Peter Thomas zu verpflichten, ist auch rühmlich. Seine vielleicht beste Filmmusik ist die zu der Simmel-Verfilmung UND JIMMY GING ZUM REGENBOGEN. Ein Komponist ersten Ranges!

Joachim.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

22.02.2009 00:12
#18 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

II. Teil

Zum sich näher kommenden Duo Fuchsberger / Koch, das es im Laufe der Ermittlungen nach Frankreich verschlägt, kommen weitere Wallace-Stars. Elisabeth Flickenschildt ist natürlich als Erste zu nennen. Sie tritt in einer Paraderolle als Mädchenhändlerin (soviel dürfte offensichtlich sein) auf, der nicht nur ihr Ehemann, sondern auch ihr Gewissen abhanden gekommen ist. Ein weiterer hocherfreulicher Gastauftritt ist der Stanislav Ledineks als französischer Wirt. Begleitet wird er von Reinhard Glemnitz in einer Minirolle. Fürchterlich wie auch später in „Der Papierblumenmörder“ hingegen die sich penetrant in den Vordergrund spielende Christiane Schröder. Wer diese Ausgeburt an Übertreibung und Beherrschungslosigkeit gecastet hat, muss an diesem Tag mit dem linken Bein voran aufgestanden sein. Der recht prägnante Wikipedia-Artikel sagt alles über sie: vom Vater trotz offenkundiger Talentlosigkeit gesponsort, hauptsächlich in „feinen, anspruchsvollen Literaturverfilmungen“ aufgetreten, an der simplen Realität zerbrochen und nichtsdestotrotz mit einem verachtenden Mundwerk ausgestattet. Was will man sonst noch über derlei Personen wissen?

Die Geschichte entwickelt sich erwartungsgemäß: Weitere Leichen tauchen auf und verschwinden im Wechselschritt, werden von vorn, hinten, oben und unten gezeigt (die Kamera von Ernst Wilhelm Kalinke ist sehr zu loben!), der allwissend lächelnde Josef Meinrad findet der Polizei gegenüber immer die fadenscheinigsten Ausreden, bei Fuchsberger aber die direktesten Drohungen, der ewige Helfer Jan Hendriks wird ausgeliefert, der Racheengel Pinkas Braun darf einen fulminanten Wiedereinstieg feiern. Auf Uhlen muss man im zweiten Teil leider verzichten.

Lustig auch die Schauplätze. Einerseits wird ein pittoreskes Hexenhäuslein zum Ausgangspunkt neuer Entwicklungen gemacht, andererseits wirken einige Londonaufnahmen wie die Busfahr am Trafalgar Square liebenswert selbstzweckhaft eingestreut. Action gibt es überdies auch genügend: Fuchsberger darf in mehreren Szenen unter Beweis stellen, dass er trotz fortschreitender Haupthaarergrauung noch immer fit wie ein Turnschuh ist.

Mein Tipp für die Auflösung (eventuell Spoiler): Es geht um Mädchenhandel und Drogen; Josef Meinrad steckt natürlich ebenso tief drin wie die Flickenschildt und die Uhlen und ... wie Alwy Becker alias Alice Morrison! Sie wird wohl – entgegen der Erwartungen eines gutgläubigen Publikums – die Fäden in der Hand halten, anstatt das hilflose Opfer zu sein.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

22.02.2009 10:48
#19 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

III. Teil

SPOILER

Schlechte Erfahrungen mit dem letzten Teil hatte ich bereits bei „Babeck“ gesammelt (ich berichtete hier), sodass mich auch die Art der Auflösung in „Der Tod läuft hinterher“ nicht besonders überraschte. Man verstehe mich nicht falsch: Die Inszenierung dieses letzten Teils ist erstklassig. Die Suche von Adresse zu Adresse, die Verfolgungsjagd durch das Hotel, die Ankunft in dem Haus an der Seine, die Szene im Bankraum (vor allem die Szene im Bankraum!) – all das ist so temporeich und spannend, dass es meine und jedermanns uneingeschränkte Hochachtung verdient. Doch dann kommt es zur eigentlichen Auflösung. Und wie es später auch bei „Babeck“ sein würde, so ist es auch hier: Alles soll eine Nummer größer, eine Nummer erwachsener und realistischer wirken und wirkt dabei ... irgendwie übernommen. Die Verbrechen, die hier zur Debatte stehen, sind in ihrem Ausmaß sowohl kriminalistisch als auch in Bezug auf die Anzahl der beteiligten Personen so weitreichend, dass die Einzelperson zu einer völlig unwichtigen Größe wird. Wie Joachim Kramp bereits im „Babeck“-Thread über Herbert Reinecker schrieb:

Zitat von Joachim Kramp im Beitrag Babeck (1968, TV)
Man hat immer wieder das Gefühl, dass er am Schluss einer Story einfach nur fertig werden wollte und es sich sehr einfach machte. Man interessiert sich hinterher nicht mehr, ob es Curd Jürgens, Charles Regnier oder ein anderer war - nur die beiden ersten Teile bieten bleibende Erinnerungen. Gleiches gilt für mich sowohl bei "Der Tod läuft hinterher" - ist doch auch hier egal, ob es Pinkas Braun oder Josef Meinrad war - als auch bei "11 Uhr 20" ...

Es ist vollkommen gleichgültig, ob sich hinter dem Decknamen „Gilbert“ nun Pinkas Braun, Josef Meinrad, Alwy Becker oder Elisabeth Flickenschildt verbirgt. Dass sie alle genug Dreck am Stecken haben, um ihres Lebens nicht mehr froh zu werden, und dass sich die Drittgenannte nicht mehr weinend an die Brust ihres Bruders werfen wird, war abzusehen. Meinrad wirkt zudem doch ein wenig aus dem Hut gezaubert. Er war von Anfang an so verdächtig, dass bereits im ersten Teil klar war, dass er eine Führungsrolle innerhalb der unbekannten Tätergruppe einnehmen würde.




Was ist ansonsten zu sagen? Ja, ansonsten natürlich nur Lob für „Der Tod läuft hinterher“. Die Darsteller sind perfekt; man ist geneigt, zu sagen, man hätte sich diesen Cast einmal bei Wallace gewünscht. Sehr vereinzelte Auftritte von verhältnismäßig blassen Fernsehschauspielern verzeiht man da gern, wenn man stattdessen die Zielstrebigkeit Fuchsbergers, die Dämonie Brauns, die Harmlosigkeit Meinrads, die Undurchsichtigkeit der Flickenschildt und des weiteren Uhlen, Hendriks, Joloff, Hoppe, Glemnitz, Schoenfelder und eine angenehme Marianne Koch, deren Annäherung an den männlichen Hauptpart zwar spürbar, aber angenehm zurückhaltend ist, zu sehen bekommt.

Ein zunächst wieder einmal gutes Buch, eine grandiose Regie und eine – ich gebe mich geschlagen – zumindest akzeptable Musik sprechen ebenfalls für diesen Straßenfeger. Nur eben die Auflösung kann ich nicht aus den Augen lassen, die mich durch ihre Überdimensionierung weniger befriedigt als die eines überschaubaren kleinen Rätsels wie bei Durbridge. Ich ziehe 4,5, 4,0 und 3,5 Punkte zu glatten 4 Punkten zusammen. Spannend war’s auf jeden Fall.

Jack_the_Ripper Offline




Beiträge: 381

22.02.2009 11:30
#20 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

SPOILER

Vielen Dank für die lesenswerte Analyse, @Gubanov! Ich habe den Dreiteiler schon länger nicht mehr gesehen, allerdings die Auflösung jetzt auch nicht als so überraschend in Erinnerung. Das einzig "Überraschende" für mich war, dass Alwy Becker alias Blackys Schwester doch tiefer in die Machenschaften der Bande verstrickt war bzw. mit den Gangstern sympathisiert hat, was für Edward Morris einen Schock bedeutet haben muss. Angenehm distanziert auch die Beziehung zwischen Blacky und der zurückhaltend spielenden Marianne Koch. Eine Liebesgeschichte hätte hier mehr gestört als gepasst.

Jan Offline




Beiträge: 1.330

22.02.2009 13:56
#21 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Zitat von Gubanov im Beitrag #15
Hätte man Peter Thomas statt eines gewissen unbekannten Erich Ferstl verpflichtet (war ersterer zu diesem Zeitpunkt etwa gerade mit „Verräter“ beschäftigt?), so wäre wohl ein ebenso markanter Score wie bei „Babeck“ herumgekommen.

Das spricht nun in der Tat nicht gerade für Dich als Film-Fachmann, gehörte doch Erich Ferstl zur allerersten Garnitur der Filmkomponisten. Handwerklich vielleicht neben Rolf Wilhelm der beste überhaupt. Neben den schon genannten Arbeiten sei noch (neben vielen anderen) "Madeira" aus der Reihe "Derrick" erwähnt.

Gruß
Jan

Gubanov Offline




Beiträge: 15.502

22.02.2009 14:07
#22 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Ich habe mich bei Wikipedia und IMDB über Ferstl informiert und keine nennenswerten Kinostreifen gefunden, die in meine bevorzugten Genres schlagen würden. Sicher, von Klassikern wie den Simmel-Filmen habe ich gehört - aber überdies? Hauptsächlich schien er in den 1970er Jahren aktiv gewesen zu sein; das ist nicht mein wichtigstes Fach. Darüber hinaus ein aktiver Fernsehkomponist (Derrick, spätere Kommissar-Folgen, DDD) - ebenfalls nicht mein wichtigstes Fach. Ich bin mit Sicherheit kein Filmfachmann, sondern versuche stets, mir innerhalb meines eng umrissenen kinematografischen Tellerrandes ein möglichst komplexes Fachwissen aufzubauen. Und in diesem Bereich war Ferstl für mich eben ein unbeschriebenes Blatt.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

27.06.2010 08:07
#23 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Bin einmal gespannt wie den Jüngeren von euch der Dreiteiler gefällt. Herbert Reinecker verstand es, eine 90-minutige Story so zu ziehen, dass diese Länge dabei heraus kommt. Wer den Täter/-in (!?) nicht kennt, für den wird es eine spannende Jagd. Obwohl die Serie ein grandioses Staraufgebot hat, ziehe ich inhaltlich "Babeck" vor. Nostalgiker kommen aber voll auf ihre Kosten.

Joachim.
*Filme und Bücher werden niemals alt!*

Georg Offline




Beiträge: 2.961

27.06.2010 08:25
#24 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp im Beitrag #23
... eine 90-minutige Story so zu ziehen ...

Gerade "Babeck" hat aber auch wie "11 Uhr 20" (hier besonders stark) und auch "Der Tod läuft hinterher" das Problem, dass sich der jeweils dritte Teil extrem zieht und man das Gefühl hat, dass zwanghaft irgendwelche Dialoge bzw. Szenen erfunden wurden, damit ein dritter Teil überhaupt herauskommt. Insgesamt mag ich die Reinecker / Becker / Ringelmann-Krimitrilogie aber auch sehr.

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

27.06.2010 15:31
#25 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Gestern wieder einmal gesehen und folgende Fragen sind aufgekommen:

  1. Spielt in diesem Dreiteiler Paul Albert Krumm mit? Er ist weder auf IMDb noch im Nachspann gelistet. Der Diener von Elisabeth Flickenschildt hat aber sehr große Ähnlichkeit mit ihm. (EDIT: Ich sehe gerade, dass es auch Alan Chuntz sein könnte?)
  2. Zwischendurch sieht man immer wieder Szenen aus einem Tower, wo Otto Stern sitzt. Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Was hat Otto Stern mit der Sache zu tun?
Auch gestern ist mir wieder einmal aufgefallen, dass dieser erste Reinecker-Dreiteiler nicht mit der Qualität von "Babeck" und "11 Uhr 20" mithalten kann.

@Gubanov: Wäre klasse, wenn du die Bewertet-Threads "11 Uhr 20" und "Babeck" sowie diesen mit in das Inhaltsverzeichnis aufnehmen und alle drei Threads in die Filmbewertungen verschieben könntest.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

28.06.2010 16:31
#26 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Die Musik zu diesem ersten ZDF-Dreiteiler komponierte Erich Ferstl. Und wer genau hinhört, wird erste Klänge von "Und Jimmy ging zum Regenbogen" heraushören.

Joachim.
*Filme und Bücher werden niemals älter!*

Diverse Beiträge editiert von Gubanov am 29.06.2010 - Beiträge in die thematisch passenden Threads einsortiert: Es existiert ein Thread zur Filmbewertung von "Der Tod läuft hinterher" und ein Thread zur DVD-Auswertung dieses Mehrteilers. Um beide Diskussionsräume klar umrissen zu halten, bitte in Zukunft hier nur über den Film an sich diskutieren!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

01.07.2010 18:26
#27 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

SPOILER

Nun habe ich es geschafft, diesen ersten ZDF-Dreiteiler mal wieder an einem Stück zu sehen. Insgesamt ein nostalgisches Gefühl des "Who is Who" der Edgar-Wallace-Filme. Nur der Haupttäter Gilbert spielte in keinem Wallace-Film mit wobei ich der Auffassung bin, dass diese Person auch gut in einen Wallace-Film gepasst hätte. Geschickt wurde er nach rund 20 Minuten eingefügt und strahlt eine Aura aus, dass man direkt weiß dass nur er allein der großer Drahtzieher sein kann. Als Dreiteiler verlangt dieser Herbert-Reinecker-Krimi vom Zuschauer dennoch viel Geduld. Wahrlich eine Story, die man in einem Spielfilm von Normallänge hätte ablaufen lassen können. Was ist noch zu sagen? Vielleicht - und das ist meine Meinung - ist der Schauplatzwechsel von England nach Frankreich nicht besonders gut - alles in England anzusiedeln, hätte ich besser gefunden. Dieser Dreiteiler war die ZDF-Antwort auf die ARD-Durbridge-Serie und war ebenfalls Ende 1967 ein TV-Straßenfeger. Ein immer wieder gern gesehener Dreiteiler, der aber sowohl in der Inszenierung als auch vom Inhalt her hinter den Durbridge-Filmen steht.

Joachim.
*Filme und Bücher werden niemals älter!*

blofeld Offline




Beiträge: 407

06.07.2010 09:25
#28 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

SPOILER

Ich hatte diesen Dreiteiler zum ersten Mal bei einer Wiederholung im Jahre 1974 gesehen. Bei der Erstausstrahlung war der Krimi altersmäßig für mich noch tabu. Ich wusste daher seit 1974, dass Meinrad der große Drahtzieher war, aber der Dreiteiler war trotzdem wieder spannend anzuschauen. Genau wie bei "Babeck" wird auch hier nach einem Verwandten gesucht, der sich hinterher als Schurke entpuppt. Bei "Babeck" war es Karl John alias Hohmann, den man für tot erklären wollte, damit er seinen Geschäften mit Babeck in Ruhe nachgehen konnte; bei "Der Tod läuft hinterher" war es Blackys Schwester Alice, die mit Gilbert das Imperium aufgezogen hat.

florian Offline




Beiträge: 343

07.07.2010 21:40
#29 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

Ich weiß nicht, ob ihr euch aufmerksam die Credits zu diesem Dreiteiler angeschaut habt. Es erscheinen unter "die vier Tänzerinnen" zumindest zwei bekannte Namen:

  • Francisca Tu (bekannt aus mehreren "Dem Täter auf der Spur"-Folgen)
  • Wega Jahnke ("Die glücklichen Jahre der Thorwalds", sie war auch die Ehefrau von Franz Peter Wirth)
Aber kennt ihr Gertraud Mittermayr? Nein? Na, ich denke doch! Sie dürfte die bekannteste von allen vier Tänzerinnen sein: Michaela May! Mittermayr ist ihr Mädchenname. Seit 2001 ist sie die Krimalhauptkommissarin Jo Obermaier in den Münchener "Polizeiruf 110"-Folgen. Wer hätte es gedacht?!

Schönen Abend noch!
Florian

Peter Ross Offline



Beiträge: 1.351

27.06.2012 10:44
#30 RE: Der Tod läuft hinterher (1967, TV) Zitat · antworten

SPOILER

Gestern mal wieder gesehen (1. und 2. Teil, heute folgt noch Teil 3). Für mich einer der besten Krimi-Dreiteiler der 60er-Jahre. Die Filme haben ein großartiges Aufgebot an Darstellern (von den Hauptrollen mit Fuchsberger, Koch, Meinrad, Braun bis in die kleineren Nebenrollen wie Glemnitz, Richter, Hendriks, Baltus usw.). Dazu eine tolle Regiearbeit von Wolfgang Becker. Die zum Teil kritisierte Musik finde ich im Dreiteiler nicht unpassend, auch wenn sie zugegebenermaßen nicht als Ohrwurm wie die Musik von "Babeck" oder "11 Uhr 20" bleibt.

Zitat von Joachim Kramp im Beitrag #27
Wahrlich eine Story, die man in einem Spielfilm von Normallänge hätte ablaufen lassen können. Was ist noch zu sagen?

Ich persönlich finde nicht, dass man die Story in einen Spielfilm hätte packen können, da die Kunst im Detail steckt (man denke z.B. nur an die großartigen Szenen zwischen Mrs. und Mr. Hotkins, als Morrison die beiden befragt). Ebenso finde ich, dass der dichte Handlungsablauf (ich denke z.B. an die eingebettete Handlung von Piccaud mit seiner drogenabhängigen Frau) in einem Film mit Spielfilmlänge nicht mehr zur Geltung käme.

Alle drei Reinecker-Dreiteiler haben im Vergleich zu den Durbridge-Mehrteilern aus meiner Sicht den Charme, dass sie (so habe ich es auf Wikipedia beschrieben) ein "für den Ermittler nachdenkliches oder gar sinnloses Ende" finden. Dies führt dazu, dass man selber viel mehr über die Handlung nachdenkt und es eben nicht egal ist, wer nun der Hauptverbrecher war. Ich empfand es z.B. bei "Der Tod läuft hinterher" immer als höchst schockierend, als Alice Morrison in der Schlussszene an Eduard Morrison vorbei geführt wird. Ebenso nachdenklich wie die Schlussszenen in "Babeck" oder "11 Uhr 20".

"Der Tod läuft hinterher" ist als Auftakt der Reinecker-Dreiteiler aber insgesamt noch nicht so ausdrucksstark wie die beiden folgenden Dreiteiler. Trotzdem: 5 von 5 Punkten und als Fernsehfilm deutlich (!) besser als sehr viele Spielfilme bzw. Edgar-Wallace-Filme der 60er!

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