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Dieses Thema hat 100 Antworten
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 Schauspieler/-innen
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schwarzseher Offline



Beiträge: 626

16.11.2016 20:01
#76 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Ein weiteres Beispiel .....E. Hemingway...ein gefeierter und wohl mit allem Ausgezeichnet was man sich in der Literatur denken kann...nach eigenen Angaben ( zB . Briefen usw. ) ein Kriegsverbrecher (....ich töte gerne....zig Kriegsgefangene erschossen usw usw.)
Denke "Zwiespalt" und trennen von Werk und Person .....was bleibt sonst übrig ? ( wenn man es dann kann )
Ein heikles Thema.

Fräulein Janine Offline




Beiträge: 130

16.11.2016 22:43
#77 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

@Mr. Igle
Du hast schon recht, ich schau mir auch nach wie vor Filme mit ihm an und bin mit dir einer Meinung, dass man Werk und Mensch trennen kann.
Aber dieses Gewese was um ihn gemacht wird, inklusive Werbung "Wahnsinn made in Germany" von web.de finde ich unangebracht.

Lord Low Offline




Beiträge: 692

25.08.2017 20:52
#78 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Kennt ihr das hier schon?

Uli1972 Offline



Beiträge: 48

08.04.2018 03:04
#79 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Das Interview mit Fuchsberger war eines der wenigen, das nicht aus dem Ruder lief, weil er Blacky respektiert hat. Kinski ist für mich ein Phänomen. Trotz seiner ganzen Eskapaden wurde er immer wieder für Filme engagiert. Als Schauspieler fand ich ihn nicht so herausragend. Den Psycho konnte er sicherlich in vielen Rollen überzeugend darstellen, aber in den wenigen "normalen" Rollen, die er hatte, konnte er nicht normal spielen. Insoweit fand ich seine schauspielerischen Fähigkeiten beschränkt. Seine Bücher zeugen von einem literarischen Talent, aber seine vielen darin erfundenen Geschichten fand ich doch sehr fragwürdig. Sein Leben war doch spannend genug. Da hätte es diese Märchen nicht gebraucht. Für die Wallace-Filme war er sicherlich eine Bereicherung. Diesen Rollentypus konnte er ja auch überzeugend verkörpern. Nicht mehr und nicht weniger.

Edgar007 Offline




Beiträge: 2.499

09.04.2018 13:38
#80 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Meine 100%-ige Zustimmung! Als "Psychopath" war er Genial. Alles andere fand ich nicht so überzeugend.

Daniel86 Offline



Beiträge: 703

21.07.2020 09:35
#81 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Ebenso umstritten wie Kinski selbst scheint wohl auch seine Herkunft zu sein. Wenn ich nicht gerade Wallace-Filme schaue, beschäftige ich mich häufig mit Ahnen- und Familienforschung, wo Kinski mir kürzlich auch "begegnet" ist. Falls es jemanden interessiert: Im Ahnenforschung.Net-Forum befassen sich einige Nutzer mit seiner Familie. Die Identität seiner Mutter scheint wohl nicht ganz klar zu sein.

Jan Offline




Beiträge: 1.623

21.07.2020 10:49
#82 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Zitat von Daniel86 im Beitrag #81
Ebenso umstritten wie Kinski selbst scheint wohl auch seine Herkunft zu sein. Wenn ich nicht gerade Wallace-Filme schaue, beschäftige ich mich häufig mit Ahnen- und Familienforschung, wo Kinski mir kürzlich auch "begegnet" ist. Falls es jemanden interessiert: Im Ahnenforschung.Net-Forum befassen sich einige Nutzer mit seiner Familie. Die Identität seiner Mutter scheint wohl nicht ganz klar zu sein.

Das ist ein interessanter Beitrag. Nicht weil ich mich sonderlich dafür begeistere, wer nun die Mutter vom Kläuschen war, sondern mit welcher Hingabe dort geforscht wird und was sich alles noch heute herausfinden lässt. Ich habe das zu meinen eigenen Vorfahren - deutlich laienhafter - auch getan und war schon da erstaunt, wie leicht man an Geburts- oder Sterbeurkunden gelangt. Dass Adressbücher vielfältig sogar digitalisiert im Internet abrufbar sind, hat die Sache auch deutlich erleichtert. Leider hatte ich in meinem Fall das Problem, dass Teile meiner mir unbekannten Verwandtschaft in der SBZ und dann in der DDR lebten. Leider deswegen, weil es dort ab ca. 1950 keine Adressbücher mehr gab. Für den Westteil war das dann doch deutlich einfacher.

Gruß
Jan

Savini Offline



Beiträge: 308

24.03.2021 12:18
#83 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Ich poste hier mal eine Sache, die mir schon vor längerer Zeit aufgefallen ist: Dieter Epplers wahnsinniger Butler im "Würgen von Schloss Blackmoor" ist eine Rolle, die so wirkt, als sei sie Klaus Kinski auf den Leib geschrieben. Bekanntlich hat Horst Wendlandt dafür gesorgt, dass "seine" Stars nicht in der Bryan-Edgar-Wallace-Reihe mitspielen konnten; aber "Die weiße Spinne" basiert auf einem Buch von Louis Weinert-Wilton und hat mit Kiddie Phelips ebenfalls eine typische Kinski-Rolle, die von jemand anders gespielt wurde (wobei Horst Frank bekanntlich ein ähnliches Schurken-Image hatte).
Wenn man sich die "eigentlichen" Wallace-Filme ansieht, fällt auf, dass Kinski von den "toten Augen" bis zu "Neues vom Hexer" stets dabei war, abgesehen vom "Hexer" - es sei denn, Reinl führte Regie.
Der Organist im "Fälscher" oder der Französischlehrer im "Mönch" sind Rollen, die er durchaus hätte spielen können; bei "Zimmer 13" wäre er sicher als einer der Gangster denkbar, was ihn zwar unterfordert hätte, aber das war bei seinen Auftritten in der "Gruft" oder im "Verrätertor" auch nicht anders.
Über diesen Punkt habe ich mich vor einigen Jahren mit zwei Chatpartnern ausgetauscht. Beide meinten, dass Reinl und Kinski vielleicht nicht miteinander auskamen (einer drückte es so aus, Reinl sei die Art von Regisseuren gewesen, die Kinski "zum Explodieren brachten"); einer hatte zusätzlich einen Verdacht, der mit Karin Dor zu tun hatte: Diese war bekanntlich 30 Jahre jünger als ihr Mann; und in manchen Interviews sei angedeutet worden, dass Reinl mitunter zur Paranoia neigte, wenn in einem von ihm inszenierten Film jüngere, attraktive Schauspieler Hauptrollen spielten. Joachim Fuchsberger sei die große Ausnahme gewesen, da Reinl mit diesem befreundet war, ihm in dieser Hinsicht vertraute und ihn gerne besetzte; aber Fred Williams, Terence Hill oder Pierre Brice habe er mitunter schikaniert, wenn er beim Dreh den Verdacht bekam, sie könnten hinter seiner Frau her sein. Kinski hatte bereits zu dieser Zeit einen speziellen Ruf, wenn es um Frauen geht.
Das kann so gewesen sein oder nicht; es fällt jedenfalls auf, dass Reinl ihn nicht besetzte. Als einzige Ausnahme fiele mit "Winnetou II" ein.

Fabi88 Offline



Beiträge: 3.772

25.03.2021 16:03
#84 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Zitat von Savini im Beitrag #83
Ich poste hier mal eine Sache, die mir schon vor längerer Zeit aufgefallen ist: Dieter Epplers wahnsinniger Butler im "Würgen von Schloss Blackmoor" ist eine Rolle, die so wirkt, als sei sie Klaus Kinski auf den Leib geschrieben. Bekanntlich hat Horst Wendlandt dafür gesorgt, dass "seine" Stars nicht in der Bryan-Edgar-Wallace-Reihe mitspielen konnten; aber "Die weiße Spinne" basiert auf einem Buch von Louis Weinert-Wilton und hat mit Kiddie Phelips ebenfalls eine typische Kinski-Rolle, die von jemand anders gespielt wurde (wobei Horst Frank bekanntlich ein ähnliches Schurken-Image hatte).
Wenn man sich die "eigentlichen" Wallace-Filme ansieht, fällt auf, dass Kinski von den "toten Augen" bis zu "Neues vom Hexer" stets dabei war, abgesehen vom "Hexer" - es sei denn, Reinl führte Regie.
Der Organist im "Fälscher" oder der Französischlehrer im "Mönch" sind Rollen, die er durchaus hätte spielen können; bei "Zimmer 13" wäre er sicher als einer der Gangster denkbar, was ihn zwar unterfordert hätte, aber das war bei seinen Auftritten in der "Gruft" oder im "Verrätertor" auch nicht anders.
Über diesen Punkt habe ich mich vor einigen Jahren mit zwei Chatpartnern ausgetauscht. Beide meinten, dass Reinl und Kinski vielleicht nicht miteinander auskamen (einer drückte es so aus, Reinl sei die Art von Regisseuren gewesen, die Kinski "zum Explodieren brachten"); einer hatte zusätzlich einen Verdacht, der mit Karin Dor zu tun hatte: Diese war bekanntlich 30 Jahre jünger als ihr Mann; und in manchen Interviews sei angedeutet worden, dass Reinl mitunter zur Paranoia neigte, wenn in einem von ihm inszenierten Film jüngere, attraktive Schauspieler Hauptrollen spielten. Joachim Fuchsberger sei die große Ausnahme gewesen, da Reinl mit diesem befreundet war, ihm in dieser Hinsicht vertraute und ihn gerne besetzte; aber Fred Williams, Terence Hill oder Pierre Brice habe er mitunter schikaniert, wenn er beim Dreh den Verdacht bekam, sie könnten hinter seiner Frau her sein. Kinski hatte bereits zu dieser Zeit einen speziellen Ruf, wenn es um Frauen geht.
Das kann so gewesen sein oder nicht; es fällt jedenfalls auf, dass Reinl ihn nicht besetzte. Als einzige Ausnahme fiele mit "Winnetou II" ein.

Mir ist bei der erneuten Sichtung der Wallace-Reihe eher aufgefallen, dass Vohrer ziemlich schnell einen markanten eigenen Stil entwickelt hat, der neben Gummiskeletten eben den dubiosen Kinski beinhaltete. Reinl war dann immer wieder dazwischen für die bodenständigeren Beiträge und Bindung an die Anfänge verantwortlich und wollte sich vielleicht auch einfach Besetzungs-technisch ein wenig von Vohrer abheben. Immerhin wird er sich selbst ein stückweit auch als "Mitinitiator der Reihe" gesehen haben und daher wenig Interesse daran gehabt haben alle Stiländerungen, die spätere Regisseure der Reihe verpasst haben, unreflektiert mitzugehen.
Man darf ja nicht vergessen, dass Kinski in die ersten Beiträge wie "Der Frosch mit der Maske" oder "Die Bande des Schreckens" kaum hineingepasst hätte, dann quasi von Kurt Ulrich/Karl Anton beim "Rächer" für die Wallace-Reihe entdeckt und von Vohrer direkt archetypisch in seinem ersten Beitrag "Die toten Augen von London" eingesetzt wurde. Kinski spielte dann in der Folge zwar auch in Beiträgen unter Ákos von Ráthonyi, Josef von Báky und Helmuth Ashley, aber es war ja eine zeitlang kein Vohrer-Wallace ohne Kinski denkbar. Das Ende dürfte eher mit Kinskis steigenden Gagen und seiner Wohnsitzverlagerung nach Rom zu tun haben. Die Kinski-Rollen spielte dann ja beispielsweise in der Spätphase hin und wieder Jan Hendriks.
Bei den Reinl-Filmen gibt es ja oft Verbrecher-Kollektive wie die "Bande des Schreckens" oder die Familie in "Der unheimliche Mönch", bei denen eine so prägnante Figur wie Kinski ein Ungleichgewicht geschaffen hätte oder es gab schlicht von vorn herein keine passende Rolle für Kinski, wie in "Zimmer 13" - auch wenn man Hans Clarins Part wohl irgendwie hätte umbiegen können.
Dieter Eppler wiederum hatte ja unter Reinl in allen frühen Wallace-Filmen einen Stammplatz und füllte durchaus schon dort auch dämonische Rollen, so dass es wenig überrascht, dass Reinl auch beim "Würger von Schloss Blackmoor" auf ihn setzte.
Wie teilweise bei den BEW-Filmen, gab man sich auch bei der Weinert-Wilton-Reihe durchaus Mühe eigene Akzente zu setzen. Während "Der Teppich des Grauens" sich dadurch auszeichnet, dass außer Fuchsberger, Dor und Peters fast nur Spanier herumlaufen oder man bei "Das Geheimnis der schwarzen Witwe" mit Karin Dor, Klaus Kinski und Eddi Argent zwar drei der bekanntesten Wallace-Gesichter aufbietet, aber bei der von O.W. Fischer gespielten Ermittlerfigur mutig neue Wege ging, gibt es in "Die weiße Spinne" mit Fuchsberger, Dor, Peters, Eppler, Schoenfelder und Rahl sowieviele Wallace-Köpfe, dass man vielleicht wenigstens mit Horst Frank eine frische Note einbringen wollte. Horst Frank spielte zu dieser Zeit ja viel in Hartwig-Produktionen, war vielleicht also auch einfach Gagen-technisch nicht so teuer wie Kinski.
Und wenn man deinen Überlegungen folgt, stellt sich ja auch ganz klar die Frage, warum Reinl zwar Kinski nie besetzt hat, es aber auch keinen Vohrer-Film mit Karin Dor gibt, während sie durchaus unter Roland und Gottlieb spielte?

Count Villain Offline




Beiträge: 4.416

25.03.2021 16:19
#85 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #84
Dieter Eppler wiederum hatte ja unter Reinl in allen frühen Wallace-Filmen einen Stammplatz und füllte durchaus schon dort auch dämonische Rollen, so dass es wenig überrascht, dass Reinl auch beim "Würger von Schloss Blackmoor" auf ihn setzte.


Wobei die Rolle vom Autor trotzdem in Richtung Kinski geschrieben worden sein könnte, auch wenn sie nachher anders besetzt wurde.

Savini Offline



Beiträge: 308

25.03.2021 16:20
#86 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #84
Mir ist bei der erneuten Sichtung der Wallace-Reihe eher aufgefallen, dass Vohrer ziemlich schnell einen markanten eigenen Stil entwickelt hat, der neben Gummiskeletten eben den dubiosen Kinski beinhaltete. Reinl war dann immer wieder dazwischen für die bodenständigeren Beiträge und Bindung an die Anfänge verantwortlich und wollte sich vielleicht auch einfach Besetzungs-technisch ein wenig von Vohrer abheben. Immerhin wird er sich selbst ein stückweit auch als "Mitinitiator der Reihe" gesehen haben und daher wenig Interesse daran gehabt haben alle Stiländerungen, die spätere Regisseure der Reihe verpasst haben, unreflektiert mitzugehen.

Sicher waren die "toten Augen" Vohrers Einstieg, aber danach folgten vier Filme anderer Regisseure, in dreien davon spielte Kinski mit - nur nicht im "Fälscher" von Reinl.
Dass Kinski durch seinen Umzug nach Rom aus der Reihe einige Zeit verschwand, ist mir bewusst; aber das war eben erst ab 1965 der Fall.
Zitat von Fabi88 im Beitrag #84
Und wenn man deinen Überlegungen folgt, stellt sich ja auch ganz klar die Frage, warum Reinl zwar Kinski nie besetzt hat, es aber auch keinen Vohrer-Film mit Karin Dor gibt, während sie durchaus unter Roland und Gottlieb spielte?

Die Assoziation mit der Serie dürfte bei Kinski sicher noch stärker gewesen sein, eben weil seine Rollen häufiger waren und sicher stärker im Gedächtnis blieben als die von Karin Dor (wenn man von "Zimmer 13" als möglicher Ausnahme absieht)
Sicher spielte sie auch in Krimis anderer Regisseure mit, aber das waren meist einmalige Sachen.

Savini Offline



Beiträge: 308

25.03.2021 16:20
#87 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Zitat von Count Villain im Beitrag #85
Zitat von Fabi88 im Beitrag #84
Dieter Eppler wiederum hatte ja unter Reinl in allen frühen Wallace-Filmen einen Stammplatz und füllte durchaus schon dort auch dämonische Rollen, so dass es wenig überrascht, dass Reinl auch beim "Würger von Schloss Blackmoor" auf ihn setzte.

Wobei die Rolle vom Autor trotzdem in Richtung Kinski geschrieben worden sein könnte, auch wenn sie nachher anders besetzt wurde.

Eben das war mein Gedanke.

DanielL Offline




Beiträge: 4.070

25.03.2021 16:45
#88 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Ich denke hier ist ein bisschen Mythen- und Legendenbildung im Spiel. Wenn ich nicht falsch liege, haben doch Kinski und Reinl einzig und allein 1964 bei "Winnetou 2. Teil" zusammengearbeitet. Da hatte Reinl ja schon die meisten seiner Wallace-Einsätze hinter sich und Kinski hat bis dato dann keine Gelegenheit gehabt, Reinl als einen Regisseur einzuordnen, "der ihn zum explodieren" brachte. Kinski wiederum drehte ebenfalls ab Mitte der 60er nur noch wenige deutsche Wallace. Und die "blaue Hand" auch nur mit einer Haupt- und Doppelrolle. Hinzu kommt, dass die Regisseure sicherlich ihre Wünsche hatten und auch hier und da durchsetzen konnten, aber der Einfluss von Produzent und auch Verleih doch sehr groß war. Daher glaube ich es kaum, das Reinl sich solche Eifersüchteleien gegenüber Schauspielern großartig hätte erlauben können wie angedeutet. Zumal er ja auch immer wieder Lex Barker besetzt hat . Auch gab es in den Stories doch immer Stereotype und weil Dieter Eppler jetzt im Würger die Rolle ein bisschen "wahnsinnig" interpretiert, mag man gleich an Kinski denken, ich glaube kaum das man diese Rollen "für ihn" geschrieben hat. Genauso könnte man jetzt sagen: Vohrer hat in den ganzen Sechzigern nie Dieter Eppler besetzt und daraus nun irgendwelche Theorien aufstellen. Was ich mir gut vorstellen kann ist, dass Reinl nicht unbedingt Förderer und Befürworter von Kinski war, sonst hätten die Wege später vielleicht doch noch mal zusammengefunden. Aber das die beiden nun ein Problem hatten oder bewusst Kinski keine Rollen bekam, wenn Reinl im Regiestuhl saß, ist doch ohne triftigere Indizien dazu ein wenig weit hergeholt.

Gruß,
Daniel

Savini Offline



Beiträge: 308

25.03.2021 17:17
#89 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Zitat von Fabi88 im Beitrag #84
Die Kinski-Rollen spielte dann ja beispielsweise in der Spätphase hin und wieder Jan Hendriks.

Tatsächlich? Die größeren Rollen von Hendriks innerhalb der Reihe fielen doch in die Phase, als Kinski noch recht aktiv war und meist im selben Film eine relativ große Rolle spielte. Lane im "Gasthaus" wäre vielleicht auch für Kinski gewesen, aber dass jemand anders als Gubanow geplant war ist mir bis jetzt nicht bekannt. Falls du aber mit der "Spätphase" die Rollen im zweiten "Mönch" und "Glasauge" meinst, kann ich mir kaum vorstellen, dass hier noch Kinski geplant war: Der Lehrer ist eine zu kurze und blasse Figur, der Messerwerfer Rubior will nicht so ganz in das Profil passen. Und ob das Kostüm von Old Shatterhand unserem Klaus nicht einigen Nummern zu groß gewesen wäre?

Savini Offline



Beiträge: 308

25.03.2021 17:35
#90 RE: Klaus Kinski - Meinungen zum Schauspieler ( 40 ) Zitat · Antworten

Zitat von DanielL im Beitrag #88
Ich denke hier ist ein bisschen Mythen- und Legendenbildung im Spiel. Wenn ich nicht falsch liege, haben doch Kinski und Reinl einzig und allein 1964 bei "Winnetou 2. Teil" zusammengearbeitet. Da hatte Reinl ja schon die meisten seiner Wallace-Einsätze hinter sich und Kinski hat bis dato dann keine Gelegenheit gehabt, Reinl als einen Regisseur einzuordnen, "der ihn zum explodieren" brachte.

Das mit dem "Explodieren" bezog sich darauf, dass derjenige, mit dem ich mich ausgetauscht hatte, meinte, Reinl sei eher einer der Regisseure gewesen, die Schauspielern relativ klare Vorgaben machten und wenig Raum für deren eigene Entfaltung ließen. Kinski dagegen sei einer der Schauspieler gewesen, die sich von der Regie nichts vorschreiben ließen, Vorgaben als Einschränkung empfanden und aggressiv reagierten. Nicht umsonst wurden sein später Dreh mit dem Kontrollfanatiker Billy Wilder für beide zum Alptraum.
Dass Kinski in "Winnetou II" zusammenarbeiteten hatte ich schon geschrieben. Da dieser Film ungefähr zu der Zeit entstand, als Kinski allmählich Abschied von Edgar Wallace nahm, wäre das kein Widerspruch.
Zitat von DanielL im Beitrag #88
Zumal er ja auch immer wieder Lex Barker besetzt hat .

Bei Karl May war Lex Barker allerdings eines der Aushängeschilder der Reihe (nicht umsonst durfte er als als Kara Ben Nemsi und Dr. Sternau ohne Pierre Brice an seiner Seite den Helden spielen); Karin Dor war dagegen "nur" in drei Filmen der Reihe dabei.
Zitat von DanielL im Beitrag #88
Genauso könnte man jetzt sagen: Vohrer hat in den ganzen Sechzigern nie Dieter Eppler besetzt und daraus nun irgendwelche Theorien aufstellen.

Allerdings dürfte selbst in diesem Forum kaum jemand Dieter Eppler so stark mit Edgar Wallace verbinden wie die Herren Kinski, Arent, Fuchsberger, Drache oder Schürenberg.
Eppler scheint zumindest in den 60ern überwiegend in Filmen von Harald Reinl mitgespielt zu haben; mitunter hatte er bei diesem sogar relativ kurze Rollen, die theoretisch auch viele andere Schauspieler hätten übernehmen können (etwa seine beiden Auftritten bei "Jerry Cotton"). In diesem Fall ist es wikrlich naheliegend, dass hier eine bewusste Förderung und vielleicht auch ein freundschaftliches Verhältnis vorlag.

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