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Dieses Thema hat 43 Antworten
und wurde 4.236 mal aufgerufen
 Schauspieler/-innen
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eastmancolor Offline



Beiträge: 2.332

23.12.2007 15:35
#16 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

@Porter_Dent

Nach diesem Posting bist Du mein bester Freund!

Da hoffen wir doch gleich das Frau Dor in TripleWiXX mitspielt!

RialtoExklusiv Offline



Beiträge: 37

14.01.2008 15:13
#17 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Karin Dor hat mir ihrer unbekümmerten, fast frechen und neugierigen Art die Wallace Gesamtserie sehr stark geprägt.
Für mich die beste weibliche Wallace-Darstellerin!

Gubanov Offline




Beiträge: 14.606

14.01.2008 16:53
#18 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten
Zitat von RialtoExklusiv
Für mich die beste weibliche Wallace-Darstellerin!
Nicht nur für dich.

2. Edgar-Wallace-Grand-Prix: Übersicht / Epigonen-Grandprix: Übersicht
UND NOCH MEHR LINKS: Der Lümmel-Blog / Das Lümmel-Forum
/ JBV1 JBV2 / EWP1 EWP2 EWP3 / DVD-Cover
(letztes Cover: 11.01.2008)
Fabi88 Offline



Beiträge: 3.510

14.01.2008 17:00
#19 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten
Ich schließe mich ebenfalls ganz spontan dieser Behauptung an! Habe Samstag endlich einmal "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" gesehen und durfte dort, zumindest in einer Szene, eine Karin Dor im Abendkleid bewundern, die, von Mabuse gesteuert, alle Mittel einsetzt um Lex Barker zu becircen.
Einfach eine fantastische Frau!

---
Meine Filmsammlung
(Bitte zwischen "Besitz" und "Wunschliste" unterscheiden)
---
Kürzlich gehörte Musik:
Havi17 Offline




Beiträge: 2.943

14.01.2008 17:45
#20 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten
Zitat von Fabi88
Einfach eine fantastische Frau!
Vergeßt aber bitte nicht Eure Karin Dor zuhause ...
Ich schaue mir meine Karin auch gerne zuhause an

Gruss
Havi17

Mike Pierce ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2008 18:24
#21 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Sie gehört zu den besten Wallace-Darstellern. Sie verbindet Eleganz,Warmherzigkeit und Reife.

Thomas Offline




Beiträge: 235

08.01.2011 19:23
#22 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Vor 4 Jahren habe ich in diesem Forum in irgendeinem Off Topic-Thread mal HQ-Bilder hauptsächlich von Karin Dor gepostet, weil die so selten sind. Ich habe jetzt noch ein paar andere gefunden, die ich vor allem in dem Format noch nicht kannte, und sie hinzugefügt. Könnt ihr euch bei http://www.fran-drescher.com/blabla/karin/karindor.html angucken.

Übrigens, in einem Forum wird behauptet das hier drunter soll auch die Karin sein. Kann doch nicht sein, oder?

eastmancolor Offline



Beiträge: 2.332

12.01.2011 19:06
#23 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Zumindest mir, sind alle Fotos bekannt. Das jüngste ist von 1974, ein Publicitiy Shot von HOCHZEITSNACHT IM PARADIES, in Venedig.

Thomas Offline




Beiträge: 235

12.01.2011 19:29
#24 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Aber sind die dir auch als HQ bekannt?

Ich versuche nochmal das fragliche Bild mit einer anderen URL einzufügen und hoffe das klappt diesmal:

http://img179.imagevenue.com/img.php?ima...d_123_541lo.jpg

Das ist ja wohl nicht die Karin, oder?

Mr. Krimi Offline




Beiträge: 295

17.04.2011 20:20
#25 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Es war Liebe auf den ersten Blick...ich war 12 und sie 29 (im Film!)

Bis dahin kannte sie nicht und wußte auch nicht wie sie aussah, doch auf einmal hatte es mich umgehauen.

Ich in einen Kinostar verliebt? Ich hätte es nie für möglich gehalten, und dann in eine Schauspielerin vergangener Tage, in einem Film der im Februar 1991, der vor fast genau 24 Jahren gedreht wurde, unmöglich.

...und doch hat diese Frau mich verändert, mich zur ersten Kino-Liebe verführt, habe ich mich dann intensiv mit Edgar Wallace, Karl May, Dr. Fu Man Chu, James Bond und Alfred Hitchcock beschäftigt. Ich habe mich dann in den kommenden Jahren auch mehr mit der deutschen Filmlandschaft der Nachkriegszeit interessiert. Vieles bis dato unbekannte konnte ich erlesen und verstehen - das Medium, von welchem ich seit jeher fasziniert bin, dem Film bin ich auch dank dieser Frau hoffnungslos erlegen - bis heute.

Aber zurück zu dieser Frau!

Diese Frau, die mich so fasziniert hat, vom ersten Augenblick unseres Zusammentreffens hat auch einen Namen; Lilian von Brabant. Sie ist eine junge Baroness, die eine Einladung zu einer Reise in die Vergangenheit, und das mögliche Erbe, ihrer Mutter erhält. Gemeinsam mit dem Advokaten Roger von Marienberg (Lex Barker) tritt sie dieses Abenteuer an, nicht erwartend, was oder besser gesagt, wer , dort auf sie warten wird. Die Reise, bei Sonnenschein und Frohgemut gestartet, dringt mit Lilians Zofe, einem merkwürdigem Wanderprediger, samt Kutsche und Kutscher immer tiefer in das unvermeidliche Verderben, direkt in die Hölle. Ein wahnsinniger ehemals hingerichteter und gevierteilter Graf hatte einst mit Rache an Lilian und Rogers Vorfahren gedroht. Nun wo die Zeit gekommen ist, müssen die beiden allerlei Torturen ausstehen um an Ende den wiederbelebten Grafen abermals, und diesmal hoffentlich für immer(!), ins Jenseits zu befördern.

Es ist laut Verleiher Deutschlands erster Nachkriegshorrorfilm Die Schlangengrube und das Pendel, der mit dieser fantastischen Geschichte aufwartet und vom Regie-Genie Harald Reinl meisterhaft in Szene gesetzt wurde.

Lilian von Brabant wird gespielt von dem damaligen Top-Star der 60er Jahre; Karin Dor. Die schöne brünette Schauspielerin ist auf dem Höhepunkt ihrer kometenhaften Karriere, verdient gute Gagen und kann sich ihre Filme mittlerweile aussuchen.

Als die Dreharbeiten im Mai 1967 beginnen, ist es in rund 14 Jahren, ihr bereits 45.(!) Kinofilm, und bereits der 19., den sie gemeinsam mit ihrem Mann dreht. Einer sollte noch folgen. Neben dem schon erwähnten Lex "Old Shatterhand" Barker ist ein weiterer internationaler Star jener Zeit mit dabei; Christopher Lee, diesmal nicht als Graf Dracula sondern seinem, nicht minder teuflischen "Bruder" Graf Regula!

Niemals sah Karin Dor in einem Film besser aus, als in diesem. Nie war sie faszinierender, geheimnisvoller, erotischer aber auch ängstlicher, schüchtener und doch zugleich auch selbstbewußt-kämpferischer, wie in "Die Schlangengrube und das Pendel".

Filmkritiker damaliger Zeit sprechen von der statuarischen Schönheit der Dor, die wahrscheinlich Traumfrau vieler Heranwachsenden und Männer der 60er Jahre schlechthin war.

Diese Traumfrau ließ mich nun nicht mehr los, und warum es gerade bei diesem Film passierte, tja ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich ganz genau - Sie, die damals 29jährige Karin Dor aus dem Jahr 1967 wird es immer bleiben!

Die Karriere der Karin Dor, die als Kätherose Derr 1938 in Wiesbaden zur Welt kam fing bereits als 15jährige in eben ihrer Heimatstadt an. Sie wächst in einer gutbürgerlichen Familie auf, ihr Vater ist ein erfolgreicher Kaufmann.
Ihre Mutter schickte sie schon in jungen Jahren zum Tanz- und Schauspielunterricht, freilich nicht mit einer großen Karriere ihrer Tochter als Ziel, sondern für eine bessere Haltung.

Als junge Elevin fand die junge Karin Dor dann selber und ziemlich schnell Eingang in die große, spannende Filmwelt. In ihrer Heimatstadt Wiesbaden gab es in den 50er Jahren eines der größten Filmstudios in der Bundesrepublik Deutschland, in den Studios "Unter den Eichen" wurden viele Filme gedreht und die Stars gingen ein und aus. Nach der Schule hatte es die Karin dann immer wieder in die Nähe der Studios getrieben und es wurden ja auch immer Komparsen gesucht.

1953 ist es dann soweit, der damals 15jährigen Schülerin einer Handelsschule wird eine Rolle in einem Verkehrserziehungsfilm angeboten, einige Zeit später steht sie dann zum ersten Mal für einen Kinofilm vor der Kamera "Der letzte Walzer" (1953). Es ist eine sehr kleine, stumme Rolle, doch dem Regisseur des Stücks, Rabenalt, fällt das junge Mädchen auf, und er empfiehlt es seinem Regiekollegen Harald Reinl, der ebenfalls in den Filmstudios bereits zwei Filme mit der kleinen Christine Kaufmann plant.

Aus dieser Empfehlung wird eine der, wenn nicht gar die, fruchtbarste Zusammenarbeit im deutschen Nachkriegsfilm der nächsten anderthalb Jahrzehnte und nicht nur das, auch eine private Beziehung entwickelt sich.
Nach den Dreharbeiten der beiden Kaufmann-Filme (Rosen-Resli, Der schweigende Engel) heiraten die beiden noch im Dezember des selben Jahres.

"Himmlisch, Frau Chefin, einfach himmlisch." Das war der erste Satz den die damalige Statistin Karin Dor in dem Film "Rosen-Resli" in die Kamera sagte, und mit diesem Satz war eine der größten Karrieren im deutschen Film geboren.

Da Kätherose Derr kein geeigneter Name ist um Filmkarriere zu machen, wurde aus der jungen Wiesbadenerin Karin Dor.
Ein Name der in den nächsten Jahren noch für Furore sorgen wird, und dann vorallem in den 60er Jahren untrennbar mit einem Film-Genre verbunden ist.

Unter den Fittichen ihres Mannes beginnt nun eine steile Karriere, die der noch jungen Schauspielerin, die nun auch recht bald Mutter geworden ist, viele schöne Filmprojekte.
Aufgrund ihrer natürlichen Schönheit, ihrer jugendlichen Frische und einer gewissen Naivität ist sie eine Ideal-Besetzung für junge Kämpferinnen während des spanischen Bürgerkrieges, eine aufopferungsvolle Schwester eines kleinen Jungen oder eine junge Theaterschauspielerin.

Reinl setzt sie seine Frau auch in die seinerzeit beliebten Heimatfilme ein, wo sie, entgegen den damaligen Äußerungen ihres Mannes auch eine gute Figur macht.

Um sich allerdings nicht zu sehr auf ihrem Mann als Regisseur zu beschränken, und gerade auch etwaigen Kritikern entgegenzuhalten, das sie nur soweit komme, weil ihr Mann ja Regisseur sei, nimmt sie auch verstärkt Angebote mit anderen Regisseuren an.

Die beiden beschließen einige Zeit keine gemeinsamen Filme mehr zu drehen, und so stehen die beide erst nach fast drei Jahren wieder für eine gemeinsame Produktion, sie vor, und er hinter der Kamera.

Es ist 1960 und Harald Reinl hat ein Jahr zuvor, den bereits tot geglaubten deutschen Kriminalfilm wieder belebt. Ausgerechnet mit dem Roman eines Engländers, soll dem deutschen Publikum der Krimi im Nachkriegsdeutschland wieder schmackgaft gemacht werden. Mit dem 1. Film nach einem Roman des bekannten Edgar Wallace "Der Frosch mit der Maske" (1959) wird nicht nur ein Filmgenre wieder geboren, sondern es ist der Beginn zu eine der erfolgreichsten und die langlebigste Kinoserie in Deutschland.

Das dieser Film so ein voller Erfolg wurde, liegt natürlich auch an Reinl, der diesen Krimi so meisterlich in Szene setzte, mit einem eiskalten Verbrecher, in einer dunklen Umgebung mit düsteren Machenschaften und man das Ende garnicht mehr erwarten konnte, nur um rauszukriegen, wer eigentlich hinter alles steckte.
Bei diesem Film stimmte einfach alles und dies sahen auch die Zuschauer so.

Im nächsten Wallace-Film den Harald Reinl für das Kino inszenierte Die Bande des Schreckens (1960) war also nun seine Frau die Hauptdarstellerin dieses Films. Die damals 22jährige Dor spielte die junge Sekretärin Nora Sanders, so glaubhaft und brilliant, das ihr diese Rolle eine neue 2. und die viel wichtigere Karriere ebnete.

Der deutsche Kriminalfilm hat Karin Dor entdeckt.

Sie war jung, hübsch, schüchtern, selbstbewußt, traurig und humorvoll, trotzig, ängstlich, geheimnisvoll, schwach und stark, liebreizend und erotisch, unterkühlt und manchmal sogar etwas unheimlich.
Kurzum, Karin Dor war das Opfer schlechthin, egal wo und egal wer es war, keine konnte besser leiden als Karin Dor. Keine konnte besser Schreien als Karin Dor, und ja, keine konnte ihre Augen besser aufreißen. Keine hatte schönere Augen als Karin Dor, und das sagte angeblich nicht nur Alfred Hitchcock!

In den folgenden Jahren avancierte die Dor zur Krimi-Fee; Der grüne Bogenschütze (1960/61), Der Fälscher von London (1961), Die unsichtbaren Krallen des Dr.Mabuse (1961/62), Der Teppich des Grauens (62), Die weiße Spinne (1963), Der Würger von Schloß Blackmoor (63), Das Geheimnis der schwarzen Witwe (63), Zimmer 13 (1963/64), Hotel der toten Gäste (1965), Der unheimliche Mönch (65) und Wie tötet man eine Dame? (1966, und einziger Farbfilm!).

Nicht von ungefähr erhielt sie Anfang 1964 von einer großen deutschen Illustrierten den Beinamen Miss Krimi.

In rund 12 Kriminalfilmen hat sie sich diesen Spitznamen mehr als hart erarbeitet, wenn man das Jahr 1963 in ihrer Filmografie ansieht, dann sieht man nur Kriminalfilme(!), ganze 4 Krimis hat sie in diesem Jahr gedreht.

"Kein Krimi ohne Dor!" konnte man damals in der Presse lesen.

Karin Dor ist die unbestrittene Königin der deutschen (englischen) Krimninalfilme, und sie hat mit ihrem ersten Krimi "Die Bande des Schreckens" hohe Maßstäbe für alle noch folgenden Wallace-Girls gesetzt, so gut Karin Baal, Sabina Sesselmann, Brigitte Grothum oder auch Barbara Rütting waren, an Karin Dor ist eigentlich keine so richtig wirklich herangekommen.

Doch Karin Dor erwies sich nicht nur für den Kriminalfilm als Glücksfall und dieser für sie, nein auch in anderen Filmgenres der 60er Jahre konnte sie punkten und war eine hervorragende Besetzung.

Karin Dor war ähnlich wie ihr Gatte, der erfolgreiche Filmregisseur Harald Reinl ein "Universal-Genie". Es gab kaum ein Genre in den sich beide nicht zuhause fühlten und wo sie jeweils erstklassige Leistung boten. Reinl durch seine unbestechliche Spielfreude und Karin Dor durch ihr Talent und ihre Bandbreite, die sie auch in diesem Jahrzehnt nicht immer bis zur letzten Mimik und Gestik ausschöpfen konnte.
Zu stenotypisch wurde sie dann zu oft eingesetzt, eben immer als das ewig zu rettende Mädchen.

Eine dieser Rollen war, wenn auch in einer anderen Umgebung und in abgeschwächter Form, die der "Ellen Patterson" in "Der Schatz im Silbersee". Die Karl-May-Verfilmung von 1962 war sehr erfolgreich und der Beginn einer Karl-May-Welle, die bis 1968 und nach rund 17 Filmen ihr Ende nahm, etwas verängert durch Atze Brauners CCC.

Hier war es ebenfalls ihr begnadeter Mann, der dieses für Deutschland noch unbekannte Terrain mit aus der Taufe hob. Karin war im ersten Film dabei, 1964 dann im 2. Film der "Winnetou-Triologie" (Winnetou II), der erfolgreichste und actiongeladete Teil und im letzten Film "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" (1968).

Karin Dor war als schöne und selbstbewußte Indianertochter ebenso überzeugend wie eine junge Engländerin, die mit allerlei Unheil sich zu wehren mußte.

Die 60er Jahre boten aber für die "schönste Frau im deutschen Film" noch viele weitere Film-Angebote; ob im Lustspiel "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" (1962), eine musikalische Persiflage auf die Wallacefilme, in der sich auch die Karin pudelwohl fühlt, an der Seite vom großen "Schelm" Heinz Erhardt.

1965 spielt sie dann wieder neben ihrem Traumpartner Joachim Fuchsberger in "Ich, Dr. Fu Man Chu", einer englisch-deutschen Co-Produktion mit Christopher Lee und der aufgrund der guten Kinoergebnisse, noch weitere Teile folgen sollten.

In den Jahren 1965-1967 ist die Karriere der Karin Dor auf dem Höhepunkt. Sie dreht Film auf Film, alleine 12 Filme in 3 Jahren! Neben dem deutschen Film, bekommt sie nun auch immer mehr Angebote aus dem Ausland.

In diesen Jahren dreht sie in England und Japan den 5. James Bond-Film "Man lebt nur zweimal", als rothaariges, erstes und bis heute auch immer noch einziges deutsches Bond-Girl "Helga Brandt". Sie fängt diese Dreharbeiten in den drehfreien Wochen zwischen der bereits laufenden deutschen Großproduktion Die Nibelungen an, obwohl sie eigentlich garnicht so recht wollte...

1967 dreht sie dann nach der Beendigung der letzten Aufnahmen für den Bond-Film, den bereits erwähnten Horrorfilm Die Schlangengrube und das Pendel, um kurze Zeit später dann in Frankreich für "Caroline Chérie - Schön wie die Sünde", vor der Kamera zu stehen.

Bei diesen Dreharbeiten fühlt sie sich erschöpft und sie ist krank. Nach der Diagnose einer Krebserkrankung, wird sie schnell operiert, doch ihr geht es danach nicht besser.
Mitten in ihrer Krankheit, lässt sich Karin Dor dann im Januar 1968, für viele unerwartet, von ihrem Mann scheiden.

Mit diesem Schritt endet nicht nur eine über 13jährige Ehe sondern auch das erfolgreichste und produktivste Paar der deutschen Filmgeschichte.

Einen Film werden die beide dann in diesem Jahr noch zusammen drehen, dann geht jeder seine Wege. Im letzten Karl-May-Film "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten", werden die beide sogar noch Reinls 60. Geburtstag zusammen feiern, der in die Drehzeit fällt.

Trotz ihrer angeschlagenen Gesundheit und den Nachwehen ihrer Scheidung von Reinl, dreht sie den Euro-Trashfilm Dracula jagt Frankenstein, ein Film der trotz vieler inhaltlicher Schwächen, heute be eingefleischten Fans Kult-Status besitzt.

Das letzte Jahr diese Jahrzehnts wird noch einmal das Jahr der Karin Dor. Der "Suspense-Meister" höchstpersönlich, Mr. Alfred Hitchcock, wählt die dunkelhaarige Wiesbadenerin für die Rolle einer regimekritischen und zugleich rassigen Kubanerin aus.

Die 31jährige spielt die "Juanita de Cordoba" so, wie man sich eine heißblütige Frau von der Zuckerrohrinsel vorstellt, vom Aussehen, durch ihre inzwischen sehr, sehr langen Haare und ihrem leicht südländisch angehauchtem Gesicht ist sie perfekt für diese Rolle.

Zwar wird die Dor, wie auch schon beim Bond-Film das Filmende nicht erleben, hier stirbt sie wohl den schönsten, und in der Darstellung dann auch den schwierigsten aller Tode.

Wie ein Spektakel läßt Hitchcock diesen Moment auskosten, in totaler Stille wird dieser gefilmt und auch gezeigt. Man hätte ein Stecknadel fallen hören können.

Langsam gleitet die Dor nach dem Schuß hinab und ihr lila-farbenes Kleid öffnet sich wie eine Blume über dem Marmorboden.

Selten starb eine Frau schöner...

Nach diesem Ausflug nach Hollywood in die großen Filmstudios, zieht Karin Dor auch nach Los Angeles und übernimmt einige Rollen in amerikanischen Fernsehfilmen.

Weitere Filmangebote aus der Traumfabrik bleiben jedoch aus, und so bricht sie nach nur zwei Jahren ihre Brücken wieder in Amerika ab und geht 1971 wieder zurück nach Deutschland.

Das Filmland Deutschland hat sich aber auch hier in den vergangenen Jahren geändert, das sogenannte "Opas Kino" ist tot, bis auf die "Lümmel-Serie" und einiger Filmklamotten bestimmen nun andere die Leinwand.

Es sind zwei Film-Richtungen, die bereits zum Ende der 60er Jahren stetig an Aufschwung gewannen und jetzt Anfang der 70er das Tagesgeschäft bestimmten.

Mit beiden konnte Karin Dor nichts anfangen und diese mit ihr nichts, wobei das wohl eher für die 2. Richtung gilt.

Zum einen wurden die Filme immer "kleidungsloser", d. h. der Sexfilm hielt Einzug in die Kinos und in allen erdenklichen Variationen ging es letztendlich nur um das eine, wer und wann zuerst seine Klamotten ablegte.

Wie auch ihr Ex-Mann Harald Reinl, der diese "Nackte-Welle" nicht mit machte und sich ihr mit Heimat- und Abenteuerfilmen,im Gegensatz zu seinem Wallace-Kollegen Vohrer und Gottlieb vollends entzog, so war auch das Ausziehen vor der Kamera für Karin Dor nie ein Thema!

Zum anderen war mit Schlöndorff, Herzog, Kluge und Fassbinder die vermeintliche(?) Realität des deutschen Films in die Kinos angekommen und hier war für die Vertreter vom viel kritisierten "Opas Kino" kein Platz!
Uschi Glas, Joachim Fuchsberger oder Karin Dor in einem "Neuen Deutschen Film"? Undenkbar.

Nach einigen wenigen Kinofilmen Anfang der 70er Jahre, u.a. im Simmelfilm Die Antwort kennt nur der Wind", fängt die Dor aufgrund mangelnder Film-Angebote an Theater zu spielen. Sie tut dieses sehr erfolgreich und steht auch heute noch mehrere Wochen im Jahr auf Bühnen um gutes Boulevard-Theater zu spielen.

Das Fernsehen hat Karin Dor erst spät entdeckt, nach mehreren kurzen Ausflügen in Quizsendungen und Krimiserien, ist sie ab den 80er Jahren öfter im Fernsehen zu sehen.

Eine Kinorolle erhält die mittlerweile 48jährige Mimin 1986 noch einmal vom Österreicher Franz Antel. Sie wirkt in dem Film Johann Strauß - Der ungekrönte König mit, als Jetty, eine von den drei Ehefrauen des Musikers.

Eine schöne Rolle ist, nach mehreren ZDF-Sonntagabend-Heile-Welt-Filmen, wie die Buch-Verfilmungen von "Rosamunde Pilcher" oder den ähnlich ausgedachten Filmen "Inga Lindströms", die Rolle der alkoholkranken Mutter von Katja Riemann.

In Ich bin die andere, unter der Regie von Margarethe von Trotta spielt die Dor eine kranke und weltfremde Frau, die sich vor ihrem despotischen Mann (Armin Mueller-Stahl) in Alkohol und Affären flüchtet und die von ihrer Tochter nur bemitleidet und verachtet wird.

Die nun 67jährige kann noch einmal alles zeigen was in ihr steckt, obwohl nur eine Nebenrolle, so sind doch ihre Auftritte von einer unglaublichen Präsenz gekennzeichnet.

Eine Frau und Mutter am Rande der Bedeutungslosigkeit!

Mit der Krankheit ihres dritten Mannes kehrt Karin Dor, nach über 20 Jahren wieder endgültig zurück nach Deutschland, nachdem sie seit Mitte der 80er wegen ihres amerikanischen Mannes immer zwischen Deutschland und der USA hin und her gependelt ist.

Ihrer deutschen Heimat konnte sie nie ganz den Rücken kehren, obwohl sie gut englisch spricht, hatte sie später keine Angebote mehr aus Amerika angenommen und sich auf ihr Theaterspielen in Deutschland konzentriert.

Am 22. Februar ist die einstige "Miss Krimi", der "Star ohne Skandale" und "Die Frau mit den schönsten Augen der Welt!" 73(!) geworden.

Für mich bleibt sie immer die 29jährige.

Karin Dor - meine definitive Lieblingsschauspielerin!


Mr. Krimi (Der Mann von Miss Krimi)

Prisma Offline




Beiträge: 7.466

17.04.2011 20:36
#26 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Eine wahre Liebeserklärung, sehr schön dargestellt!

Mr. Krimi Offline




Beiträge: 295

17.04.2011 21:00
#27 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Danke.

Mr. Krimi (Der Mann von Miss Krimi)

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.390

24.04.2011 13:46
#28 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Den Worten von Prisma möchte ich mich anschließen; ich habe selten so eine Würdigung gelesen. Wie schön, dass es noch Menschen gibt, die aussprechen, was sie fühlen.
Mr. Krimi bringt uns die weiblichen Darstellerinnen der Wallace-Reihe in respektvoller Weise näher, es ist immer ein Vergnügen, diese Porträts zu lesen.

Alfred Hitchcocks Lob für Karin Dor lautete kurz und bündig: "Miss Dor ist innerlich blond." (In Anspielung auf seine Vorliebe für kühle blonde Frauen mit blauen Augen.)

Mr. Krimi Offline




Beiträge: 295

24.04.2011 22:00
#29 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Zitat von Percy Lister
Den Worten von Prisma möchte ich mich anschließen; ich habe selten so eine Würdigung gelesen. Wie schön, dass es noch Menschen gibt, die aussprechen, was sie fühlen.


Danke.

Zitat
Mr. Krimi bringt uns die weiblichen Darstellerinnen der Wallace-Reihe in respektvoller Weise näher, es ist immer ein Vergnügen, diese Porträts zu lesen.


Jetzt werd ich aber gleich rot...ja, ich wollte bewußt meine eigene Meinung in diesen Portäts hinten anstellen und die jeweilige Schauspielerin vorstellen und ihre Rolle innerhalb der "Krimi-Welle" darstellen, ohne diese konkret zu bewerten.

...eigentlich seltsam, das sich hier der "andere" Karin-Dor-Fan noch nicht zu Wort gemeldet hat.


Zitat
Alfred Hitchcocks Lob für Karin Dor lautete kurz und bündig: "Miss Dor ist innerlich blond." (In Anspielung auf seine Vorliebe für kühle blonde Frauen mit blauen Augen.)


Du hast es auf den Punkt gebracht.

Mr. Krimi (Der Mann von Miss Krimi)

Tarzan Offline



Beiträge: 857

04.12.2011 14:51
#30 RE: Karin Dor - Meinungen zur Schauspielerin ( 33 ) Zitat · antworten

Anlässlich des Filmes DIE NIBELUNGEN I war in den Basler Nachrichten vom 18. April 1967 u. a. folgendes zu lesen: „… alle Hauptdarsteller wirken als Statisten. Zuvorderst die Damen. Karin Dor als Brunhilde, Maria Marlow als Kriemhilde sind ganz einfach Fehlbesetzungen. Karin Dor ist durchaus in der Lage, in einer Edgar-Wallace-Verfilmung in einem roten Sportwagen um den Tower zu fahren und dreimal nassforsch aufzukreischen, wenn der grüne Bogenschütze sein Triefauge durchs Schlüsselloch schiebt, aber eine Walküre mit Wotans Zauberkraft, nee, kriegt sie nicht hin…“.

Sieh mal an, die Schweizer. Selbst kriegen sie überhaupt keine Filme hin.-)

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