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Dieses Thema hat 116 Antworten
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 Filmbewertungen
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Peter Ross Online



Beiträge: 1.407

20.10.2013 21:31
#91 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Ich muss sagen, dass ich mich nicht als Giallo-Fan bezeichnen kann, da ich eher die klassischen Filme mag.
Da ich zurzeit mal wieder in einem "Wallace-Tief" mit und die Wallace-Klassiker einfach nicht in meinen DVD-Player "wandern wollen", habe ich mich heute Abend mal für diesen Film entschieden.
Fazit nach heutiger Sicht: Handwerklich gut gemachter Film, der es innerhalb des Giallo-Grad-Prix sicherlich verdient auf Platz 1 geschafft hat. Dennoch (und das ist sicherlich Geschmacksfrage) ziehe ich Edgar-Wallace-Klassiker wie Hexer oder Gasthaus vor.

Frage an euch: Mich regt der Film (obwohl ich 35 bin und keine Frau bin) immer etwas auf. Nach dem Film möchte ich z.B. keinen Nachtspaziergang hier auf dem Dorf durch den verlassenen Park machen. Geht euch das auch so, oder geht das nur mir so???

Janek Offline




Beiträge: 1.852

20.10.2013 21:35
#92 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Kommt ganz drauf an ob du dich Charakterlich mit dem Mörder oder dem Opfer identifizierst^^

Nein, wenn ich Abends unterwegs bin, finde ich gerade diese "Giallo" Armosphäre toll die sich bietet. Ich denke dann immer: " Bei dieser, Atmosphäre müsste man einen Film dieser Gattung drehen !" ^^

Der Film ist einfach erstklassig, immer noch auf meiner Giallo Top Liste auf Platz 1

Georg Online




Beiträge: 3.118

08.05.2015 19:13
#93 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Ich habe diese Woche den Roman Der Ripper von Chicago (The Screaming Mimi) von Fredric Brown gelesen (der mir im übrigen ganz gut gefallen hat!). Es ist ja nichts Neues, dass Argento sich für den Handschuhe-Film daran "inspiriert" hat. Ich finde es allerdings unglaublich, wieviel er aus diesem 1949 erschienenen Kriminalroman geklaut hat! Heute hätte er sicherlich gröbste rechtliche Probleme deshalb bekommen.

Gubanov ( gelöscht )
Beiträge:

08.05.2015 20:37
#94 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Interessant! Der Querverweis zu Brown war mir zwar bekannt, aber ich habe mich noch nie mit dieser inoffiziellen Vorlage beschäftigt. Wärst du so nett, die Parallelen vielleicht einmal zu schildern, evtl. auch als Spoiler?

Georg Online




Beiträge: 3.118

09.05.2015 07:50
#95 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Gerne. Aber natürlich: ACHTUNG SPOILER - sowohl was das Buch als auch was den Film betrifft.

Von THE SCREAMING MIMI (Roman von Fredric Brown) zu L'UCCELLO DALLE PIUME DI CRISTALLO (Film von Dario Argento)

• Der Protagonist ist ein Journalist namens Sweeney, der zufällig Zeuge wird, wie eine in weiß gekleidete Frau namens Yolanda blutüberströmt in einem durch eine Glastür getrennten Vorraum zusammenbricht. Die Frau ist anscheinend das Opfer des so genannten Rippers, der schon zweimal zugeschlagen hat. (Diese Szene erinnert unwillkürlich an jene am Anfang im Film, sogar die Trennung zwischen Beobachter und der Frau durch eine Glasscheibe wurde beibehalten)

• Die Spur führt u.a. in ein Antiquitätengeschäft, wo das erste Opfer des Rippers gearbeitet hat. Der Antiquitätenhändler sagt aus, dass die Ermordete eine schwarze Statue, die eine vor Angst schreiende Frau darstellte, wohl an den Täter verkauft habe. (Im Film ist Werner Peters dieser Antiquitätenhändler und aus der Statue wurde ein Bild)

• Die Ermittlungen führen den Journalisten Sweeney in eine andere Stadt namens Brampton zu dem Künstler, der die Statuen geschaffen hat. Dieser ist ein rüder Kerl und Außenseiter, der in einer verlassenen Scheune wohnt und trinkt. Es stellt sich heraus, dass vor Jahren in seiner Stadt auch ein Ripper tätig war, der jedoch beim Versuch seine Schwester zu töten, von ihm erschossen wurde. (Der Primitivling und Außenseiter, der in einem heruntergekommenen Haus wohnt und das Kunstwerk Statue (bzw. Bild im Film) geschaffen hat, ist eindeutig Mario Adorfs Part. Nur, dass der Typ im Buch keine Katzen isst).

• Die Schwester trug einen schweren psychischen Schaden davon und wurde in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Der Künstler hat den Moment der Attacke des Rippers in der schwarzen Statue festgehalten.

• Gerade als der Journalist zurück in Chicago ist, und dem Ripper eine Falle stellen will, wird bekannt, dass dieser entlarvt wurde: es handelt sich dabei angeblich um den Freund von Yolanda, der bei einem Streit aus dem Fenster stürzte, mit der Statue in der Hand. (Auch im Film wird Ranieri als Täter festgenommen).

• Der Journalist glaubt nicht daran und sucht Yolanda: er stellt fest, dass diese die psychisch kranke Frau ist, die vor Jahren vom Ripper von Brampton attackiert wurde und die von ihrem Freund aus einer Nervenheilanstalt geholt wurde. Als sie die schwarze Statue sah, wurde sie rückfällig, identifizierte sich plötzlich aber nicht mehr mit der Rolle des Opfers, sondern mit der des Täters und wurde so zur "Ripperin". In jener Szene am Anfang, in der sie hinter der großen Glastür blutüberströmt zusammenbrach, kam es zum Streit zwischen ihrem Freund und ihr, als er entdeckt hatte, dass Yolanda die Ripperin ist. Dabei wurde sie verletzt. (Auch das ist im Film so: die erste Szene wird vom Protagonisten wie auch von den Zusehern missverstanden, und auch Frau Ranieri ist psychisch krank und identifiziert sich plötzlich nicht mehr mit dem Opfer, sondern mit dem Täter von damals).

Das sind doch eigentlich alle wesentlichen Züge des Films, nicht? Es gibt ja auch eine US-Version unter der Regie von Gerd Oswald von 1958, Titel: Die blonde Venus, die würde ich auch mal gerne sehen.

Percy Lister Offline



Beiträge: 3.587

09.08.2015 13:28
#96 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

BEWERTET: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" ("L'uccello dalle piume di cristallo" Italien, Deutschland 1969)
mit: Tony Musante, Suzy Kendall, Enrico Maria Salerno, Eva Renzi, Umberto Raho, Gianni di Benedetto, Reggie Nalder, Werner Peters, Mario Adorf u.a. | Drehbuch und Regie: Dario Argento

Der Amerikaner Sam Dalmas verdingte sich in Italien als Schriftsteller und möchte nun wieder in die Vereinigten Staaten zurück. Wenige Tage vor seiner Abreise wird er Zeuge eines Mordversuchs, bei dem eine Galeristin mit dem Messer verletzt wird. Die Polizei vermutet, dass es sich bei dem Täter um jenen Mann handelt, der bereits drei Frauen getötet hat. Man bittet Sam, vorläufig nicht abzureisen und den Behörden bei der Aufklärung des Falles behilflich zu sein. Als ein Mordanschlag auf Sam verübt wird und kurz darauf auch seine Freundin Giulia ins Visier des unheimlichen Täters gerät, wird dem Amerikaner klar, dass er im Unterbewusstsein den Schlüssel zur Lösung kennt und handeln muss, bevor es zu spät ist....

Der Debütfilm des Italieners Dario Argento zeigt die Vision eines begabten Drehbuchautors, der die Diskrepanz, die sich oft zwischen der geschriebenen und der verfilmten Geschichte findet, überwinden möchte. Er wollte seine Ideen selbst umsetzen und fand sich deshalb auf dem Regiestuhl wieder, was eine Reihe von genretypischen und markanten Filmen nach sich zog. Die klassischen Elemente des 'Giallos' findet man hier in Reinkultur, wobei eine Zurückhaltung in der Darstellung allzu ausschweifender Elemente die düstere Stimmung konzentrierter erscheinen lässt. Die handelnden Personen leben an Rückzugsorten, deren Verfall im vollen Gange ist und sich nicht mehr aufhalten lässt. Der eigenbrötlerische Maler, der sein heruntergekommenes Haus durch zugemauerte Fenstern und Türen vor dem Besuch anderer schützt; der vom Täter beauftragte Boxer, dessen schmuddelige Bude er nur zum Schlafen aufsucht und die Wohnung von Sam, die sich in einem Haus befindet, das abgerissen werden soll. Doch im Gegensatz zu dem Maler oder dem Boxer steht Sam kurz davor, diesen Ort zu verlassen. Seine Situation ist also noch nicht hoffnungslos, da er dabei ist, sich aus der Ausweglosigkeit zu befreien.



Die Morde bzw. die Mordversuche enthalten neben dem zerstörerischen Element auch eine sexuelle Note, da die Ausführung der Taten eine phallische Symbolik enthält und zumeist junge, schöne Frauen betroffen sind. Der Hinweis auf das Gemälde und die Falle, in die Sam im Finale gerät, lassen tief in die Seele des Täters blicken, wobei gerade die Situation vor der Verhaftung eindeutig sadistische Züge trägt und dem Täter das Gefühl der (sexuellen) Übermacht und Kontrolle verleiht, ein Ausleben umgekehrter Vorzeichen und Genugtuung für in der Vergangenheit empfundene Ohnmacht. Die Motivation des Täters wird am Ende schlüssig erklärt und lässt im Rückblick einiges deutlicher erscheinen. Die Auswahl der Darsteller erweist sich in einigen Fällen als eindeutig produktionsbedingt bzw. gezielt zur Zerstreuung des Verdachts gesteuert. Die Verpflichtung von Werner Peters und Mario Adorf dient der Verwirrung und Ablenkung. Das verschrobene und abartige Trio aus Antiquitätenhändler, Häftling und Maler zeigt die seltsamen Blüten, die in einer Großstadt vegetieren, in der dem Individuum keine Grenzen gesetzt sind.

Die Hauptdarsteller tragen die Handlung in angenehmer Weise, wobei Tony Musante eine geradlinige Sichtweise verfolgt und als Zweitermittler neben dem sachlichen Enrico Maria Salerno agiert. Die Polizei beschränkt sich dankenswerterweise auf ihr Fachgebiet der Analyse und Überwachung, sodass dem (un)freiwilligen Privatdetektiv viel Raum für eigene Wege und Gedankengänge bleibt. Musante überzeugt als entschlossener und engagierter Mann mit Weitblick, wobei er sich den jeweiligen Situationen und Gesprächspartnern vorsichtig und geschickt annähert. Suzy Kendall setzt Akzente durch ihr beherztes, natürliches Spiel, das vor allem in der Bedrohungssequenz überzeugt. Sie wirkt gereifter als in dem vier Jahre zuvor entstandenen "Rätsel des silbernen Dreiecks" und zeigt im Rahmen der Möglichkeiten, die das Drehbuch für die Freundin des Helden einräumte, ein breites Spektrum. Eva Renzi glänzt in extremen Brüchen, die sie der Figur der Monica Ranieri verleiht. Ihr erster Auftritt verlangt dem Zuschauer gleich die volle Aufmerksamkeit ab. Bevor man sie kennenlernen kann, schwankt sie bereits zwischen Leben und Tod und bleibt auch im weiteren Verlauf der Handlung nicht greifbar. Ihre fragile Erscheinung in schmalen Hosen und engem Pullover, der um ihre ausgemergelten Arme schlottert, sucht Schutz, entgleitet dem Gegenüber aber sofort, als dieser sich ihr zuwenden möchte. Die Hysterie in ihrem Lachen, die diabolische Freude an der Angst und die Unkontrollierbarkeit ihrer Ausbrüche lassen sie zu einer der ungewöhnlichsten weiblichen Figuren werden, die man aus Filmen jener Zeit kennt.

Kindlich-melancholisch wie das Musikthema von Ennio Morricone, brutal und schonungslos wie die Messerattacken und im eigenen Mikrokosmos verloren wie die handelnden Personen, kommt Argentos Erstling in präziser und selbstsicherer Ausführung daher. 4 von 5 Punkten.

patrick Offline




Beiträge: 3.204

10.09.2015 21:19
#97 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Habe mir gerade, nach sehr sehr langer Zeit, die "Handschuhe" wieder mal angesehen. Leider habe ich eine fürchterliche DVD-Fassung erwischt, deren Qualität etwa der 100sten Aufnahme auf einer alten VHS-Kassette aus dem Fernsehen entspricht. Kaum zu glauben, dass man heutzutage noch sowas auf den Markt schmeißt.

Abgesehen davon ist der Film selbst nicht schlecht, aber für mich auch kein wirklicher Hit, da ich die klassischen Edgar Wallace und BEW-Filme einfach viel lieber mag. Das nostalgische Flair ist hier leider nicht mehr vorhanden, sondern eine mehr auf modern getrimmte Atmosphäre, die mir mittlerweile in späteren Psychothrillern einfach ausgereifter erscheint. Der Streifen hat damit für mich nicht mehr den Nostalgie-Faktor und noch nicht die Qualität der Psychothriller neueren Datums. Er markiert eine Übergangszeit alt-neu und sitzt einfach irgendwo dazwischen, gefällt mir aber besser als die Stecknadel. Eine solide Unterhaltung wird geboten, allerdings kenne ich atmosphärisch doch wesentlich Besseres.

Markus Offline



Beiträge: 659

10.09.2015 21:24
#98 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #97
Habe mir gerade, nach sehr sehr langer Zeit, die "Handschuhe" wieder mal angesehen. Leider habe ich eine fürchterliche DVD-Fassung erwischt, deren Qualität etwa der 100sten Aufnahme auf einer alten VHS-Kassette aus dem Fernsehen entspricht. Kaum zu glauben, dass man heutzutage noch sowas auf den Markt schmeißt.



Gerade ist eine neue Ausgabe in HD erschienen, allerdings ist die Erstauflage schon abverkauft, wird nachgepresst:
http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-schwa...rzen+handschuhe

Gruß
Markus


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Josh Offline




Beiträge: 7.927

10.09.2015 22:08
#99 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Zitat von patrick im Beitrag #97
Abgesehen davon ist der Film selbst nicht schlecht, aber für mich auch kein wirklicher Hit, da ich die klassischen Edgar Wallace und BEW-Filme einfach viel lieber mag.

Eine Frage, ich mir immer wieder stelle, ist, was unterscheidet die Handschuhe von einem klassischem EW-Film? Argento scheint die Filme gesehen zu haben, und er verpasst ihnen einen modernen Anstrich(ich befürchte, ich löse hier einen Shitstorm aus). Die schwarzen Handschuhe ist ein klassischer Whodunit-Krimi, der anscheinend nur den Fehler hat, bunt zu sein und aus Italien zu kommen

patrick Offline




Beiträge: 3.204

10.09.2015 22:59
#100 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Zitat von Josh im Beitrag #99
Zitat von patrick im Beitrag #97
Abgesehen davon ist der Film selbst nicht schlecht, aber für mich auch kein wirklicher Hit, da ich die klassischen Edgar Wallace und BEW-Filme einfach viel lieber mag.

Eine Frage, ich mir immer wieder stelle, ist, was unterscheidet die Handschuhe von einem klassischem EW-Film? Argento scheint die Filme gesehen zu haben, und er verpasst ihnen einen modernen Anstrich(ich befürchte, ich löse hier einen Shitstorm aus). Die schwarzen Handschuhe ist ein klassischer Whodunit-Krimi, der anscheinend nur den Fehler hat, bunt zu sein und aus Italien zu kommen




Unter "klassisch" verstehe ich die typischen SW-Wallace-Filme mit ihrem wunderbaren Hell-Dunkel-Spiel und du weisst schon was allem........eben unsere unverwechselbaren Märchen-Krimis. Das ist einfach das Markenzeichen. Ich will die Handschuhe nicht einmal schlecht reden. Ein solider Streifen, aber atmosphärisch nicht wirklich was Besonderes. Ich mag ja Psychothriller ganz gern. Aber wenn schon moderner, dann sind mir spätere Werke lieber, da sie in der Machart einfach ausgereifter sind.

Josh Offline




Beiträge: 7.927

10.09.2015 23:10
#101 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

[quote=patrick] Ich mag ja Psychothriller ganz gern. Aber wenn schon moderner, dann sind mir spätere Werke lieber, da sie in der Machart einfach ausgereifter sind.[/quote]
Da hätte ich jetzt gerne mal ein paar Beispiele.

patrick Offline




Beiträge: 3.204

10.09.2015 23:33
#102 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Zitat von Josh im Beitrag #101
[quote=patrick] Ich mag ja Psychothriller ganz gern. Aber wenn schon moderner, dann sind mir spätere Werke lieber, da sie in der Machart einfach ausgereifter sind.

Da hätte ich jetzt gerne mal ein paar Beispiele.
[/quote]

Ich hab vor einiger Zeit einen Thread über Monster- und Psychothriller damals und heute eröffnet, den ich aus Zeitmangel seit einiger Zeit vernachlässigt habe. Dort werde ich noch einige besprechen. Einige spontane Beispiele sind : Hostel, Sieben, Kap der Angst, Sumpf des Verbrechens, Beim Sterben ist jeder der Erste, Wrong Turn, Das verborgene Gesicht, Shining,etc.

Jan Offline




Beiträge: 1.514

11.09.2015 09:50
#103 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Die schwarzen Handschuhe sind, fasst man sie unter das Vermarktungsschema BEW, meines Erachtens qualitativ zum Besten der Serie zu zählen. Kaum ein Film der Reihe ist so bildgewaltig und so konsequent. Unter den mir bekannten Argentos (ich kenne nicht alle) nehmen die Handschuhe einen Platz ganz vorne ein. Allerdings kann ich gut nachvollziehen, dass Fans des ureigenen Subgenres Edgar Wallace (inkl. Epigonen) hier etwas verstört reagieren. Denn ich bin nicht der Meinung, dass man einen bruchlosen Bogen von Zboneks Henker zu Argentos Handschuhen ziehen kann. Fraglos waren die Italiener von den Deutschen beeinflusst. Die Machart ihrer Galli allerdings unterscheidet sich schon ziemlich deutlich von den deutschen "Vorbildern", die stets darauf Wert legten, eine ausgewogene Mischung aus Crime, ein bisschen Horror, Thriller, Sex und Komik zu bieten. Die Italiener griffen sich quasi vorwiegend den Thriller-Aspekt heraus, mixten evtl. noch etwas Sex hinzu und schufen so eine Reihe ziemlich konsequenter Meisterwerke. Handschuhe gehört für mich ohne Wenn und Aber dazu. Als eine Art Evolution der BEW-Serie, wie sie die Edgar-Wallace-Serie in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre bis hin zum Gesicht im Dunkeln durchlebte, würde ich den Film aber nicht betrachten. Eher als Fortführung eines Teilaspektes.

Dass das Gespann Wendlandt/Vohrer nach dem Ende der klassischen Wallace-Filme keinen Versuch unternahm, auch Filme in diese neue Richtung zu machen, gehört für mich zu den schmerzlichsten Versäumnissen überhaupt. Ich denke, dass auch in Deutschland Filme hätten entstehen können, die denen der Italiener hätten ebenbürtig sein können. Anstatt dessen wurde dieses Terrain weitgehend aufgegeben. Ob's an dem vielzitierten Autorenmangel hierzulande lag (wer hätte das schreiben sollen, was die Italiener vollbrachten?) oder ob die Verleiher nicht mitspielten oder Wendladt/Vohrer ihr nicht sonderlich erfolgreicher Ausflug in die Nähe des Italo-Westerns noch in den Knochen steckte, vermag ich nicht zu sagen. Schade ist es aber allemal.

Gruß
Jan

brutus Offline




Beiträge: 12.980

11.09.2015 15:00
#104 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Zitat von Jan im Beitrag #103

Dass das Gespann Wendlandt/Vohrer nach dem Ende der klassischen Wallace-Filme keinen Versuch unternahm, auch Filme in diese neue Richtung zu machen, gehört für mich zu den schmerzlichsten Versäumnissen überhaupt.

Da Wendlandt als auch Brauner ihre Giallos unbedingt als Wallace-Filme vermarkten wollten, haben sie sicherlich zu den eher durchwachsenen Besucherzahlen beigetragen.
Du sagst es ja selbst:
Zitat von Jan im Beitrag #103

Allerdings kann ich gut nachvollziehen, dass Fans des ureigenen Subgenres Edgar Wallace (inkl. Epigonen) hier etwas verstört reagieren.


Wo Wallace draufsteht, sollte aus Sicht der Zuschauer eben auch Wallace drin sein. Dieser Etikettenschwindel kam beim Publikum nicht besonders gut an.

Zitat von Jan im Beitrag #103

eine ausgewogene Mischung aus Crime, ein bisschen Horror, Thriller, Sex und Komik zu bieten. Die Italiener griffen sich quasi vorwiegend den Thriller-Aspekt heraus, mixten evtl. noch etwas Sex hinzu


Da das Publikum die Abkehr von dieser Mischung nicht goutierte, gingen weder Wendlandt noch Brauner das Risiko ein solche Filme alleine zu produzieren. Und an eine Rückkehr zur alten Inszenierung a la Abt, Hexer oder selbst Glasauge war in den 70ern nun wirklich nicht mehr zu denken.

Nedwed Offline




Beiträge: 158

11.09.2015 23:20
#105 RE: Bewertet: "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" (1969, BEW 7) Zitat · Antworten

Finde es schade, denn ich glaube mit dem Ermitlerteam Perkins , Seargent Pepper, Sir Arthur, und Mrs Finely hätte man eine ganz ordentliche (Mini)-Serie prouzieren können. Ich denke Ideen für Storys waren sicher da.

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