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Dieses Thema hat 64 Antworten
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 Filmbewertungen
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Siegfried Lowitz Offline




Beiträge: 46

03.06.2018 12:27
#61 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · Antworten

Zitat von StefanK im Beitrag #36
Zitat von Edgar007 im Beitrag #35
Zitat von tilomagnet im Beitrag #34
Weiß jemand etwas über das Ausgangsmaterial für die Universum DVD (also die aus der BEW Box) dieses Films? Die Qualität ist schon sehr viel schlechter als bei WÜRGER und UNGEHEUER. Sieht aus wie ein VHS oder altes Fernsehmaster.

Es gab ja bei den meisten CCC-Filmen Probleme mit dem Ausgangsmaterial. Die Filmmaster wurden anscheinend über viele Jahre unsachgemäss gelagert, was natürlich Spuren hinterlassen hat. Angeblich war Arthur Brauner nicht bereit, Geld in die (korrekte) Lagerung zu investieren. Ich denke da in erste Linie an den Karl May-Film IM REICHE DES SILBERNEN LÖWEN, von dem scheinbar kein brauchbares Master mehr existiert, wodurch der Film seiner von der VHS auf die DVD gebannt wurde und auf BluRay gar nicht erschienen ist.


Die DVDs basieren auf dem Material, welches Universum von der CCC zur Verfügung gestellt bekam, bzw. Universum hat das Material der CCC aufgearbeitet, neu abtasten lassen usw. Und wie Edgar schon schrieb, hat der Koffer wohl etwas mehr gelitten als die anderen s/w BEW Filme. Abgesehen von dem doch etwas störenden Laufstreifen finde ich das Bild aber auch hier okay.

Der Löwe wurde jedoch nicht von einer VHS auf DVD überspielt, da hätte das ganze noch schlechter ausgesehen. Ausgangsmaterial war wohl vermutlich ein altes analoges Master.

Ist das der grund weshalb der film " Winnetou und sein Freund Old Firehand" in die DVD box kahm ? Und warum ist eigentlich der film" Winnetou und sein Freund Old Firehand" nicht in der Karl May Filmschatz - Jubiläumsausgabe?

Jan Offline




Beiträge: 1.500

13.07.2020 23:20
#62 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · Antworten

Das Geheimnis der schwarzen Koffer
Kriminalfilm BRD 1962 • mit Joachim Hansen, Senta Berger, Leonard Steckel, Hans Reiser, Peter Carsten, Helga Sommerfeld, Stanislav Ledinek, Kurt Waitzmann, Elfriede Irrall, Hans W. Hamacher und als Arnold Wickerly: Chris Howland • Musik: Gert Wilden • Drehbuch: Percy Allan (d.i. Gustav Kampendonk) nach Motiven von Bryan Edgar Wallace • Kamera: Richard Angst • Schnitt: Walter Wischniewsky • Produktionsleitung: Erwin Gitt • Gesamtleitung: Artur Brauner
Regie: Werner Klingler


Wenn ein Drehbuchautor sich letztlich dazu entscheidet, die Credits des fertigen Films lieber mit einem Pseudonym versehen zu lassen, so verheißt dies zumeist nichts Gutes. Im Falle von Percy Allan haben wir es mit dem renommierten Drehbuchautoren Gustav Kampendonk zu tun, der sich sicherheitshalber namentlich aus dem "Geheimnis der schwarzen Koffer" entfernen ließ, obschon er in Artur Brauners "Würger von Schloss Blackmoor" und in Kurt Ulrichs "Der Rächer" durchaus bereit war, sichauch mit Klarnamen nennen zu lassen. Es könnte eine weise Entscheidung gewesen sein, denn zu besonderen Lorbeeren verhilft dieser Film seinem Drehbuchautoren gewiss nicht. Selten war ein Skript derart unentschlossen, was es mit seinen (zahlreichen!) Figuren anfangen sollte. Es ist die vermutlich größte Schwäche des Drehbuches, sich immer wieder in zu vielen kleinen Handlungssträngen zu verheddern, die von einer Vielzahl an Nebendarstellern besetzt werden, von denen unter dem Strich kein einziger wirklich zur Geltung kommt. Sei es der nutzlos in der Geschichte mitlaufende Seargent Hans W. Hamacher, Kleinganove Zeev Berlinsky oder Stripperin Helga Sommerfeld.

Ist der Haupt-Plot der "Koffer" an sich interessant und böte er zudem die Basis eines stringenten Krimis, verzögern die mit dem Haupt-Plot nur notdürftig verbundenen Verästelungen das Geschehen und lenken von ihm allzu sehr ab. Die Konsequenz sind einigermaßen unausgegoren Typen wie beispielsweise Humphrey Curtis (Hans Reiser), aus dessen Rolle sich vielmehr hätte herausholen lassen, insofern sich das Buch auf ihn mehr konzentriert hätte, anstatt die zwar adrette aber letztlich entbehrliche Helga Sommerfeld einzubauen. Ohnehin wirkt die Grundlage der "Koffer" eher so, als hätten sich an Kampendonks Buchvorlage nicht eben wenige andere auch versucht, um die Geschichte (aus ihrer jeweiligen Sicht) zu bereichern. Nachvollziehbar ist das zwar heute nicht mehr, die Zerfaserung der Geschichte sowie Kampendonks Wahl des Pseudonyms Percy Allen indes verleitet zu der Annahme, dass es so gewesen sein könnte.

Schauspielerisch wird der Film zumeist mit dem viel gescholtenen Joachim Hansen in Verbindung gebracht. Schlecht macht er seine Sache dabei nicht. Er ist ausreichend smart, die schöne Senta Berger zu umgarnen und bietet die nötige Härte, sich in den Katakomben des Schlosses eine wilde Schießerei zu leisten. Sicher geht Hansen in dieser Rolle das ganz große Charisma ab. Die Schuld ihm dafür alleine in die Schuhe zu schieben, springt aber zu kurz. Das unausgegorene Buch bietet Hansen kaum die Möglichkeiten, die seine Kollegen von der Rialto zumeist geboten bekamen. Auch Hansen ist Opfer der vernachlässigten Charakterisierungen des Drehbuches und verkommt so zum Inspektor von der Stange, obwohl er sich schauspielerisch gar keine besonderen Schnitzer erlaubt.

Umso bemerkenswerter ist der Auftritt des wunderbaren Leonard Steckel. Dass das Drehbuch auch mit ihm kaum recht etwas anzufangen weiß, umschifft Steckel gekonnt. Sein Doktor der Armen könnte auch eine Figur aus einem echten Edgar-Wallace-Roman sein. Steckel spielt mal verschmitzt auf, dann wieder bärbeißig und mürrisch. Selbst den Heiratsantrag an seine schöne Sprechstundenhilfe kann man ihm getrost abnehmen. Diese liebestolle Verirrung gewinnt durch Steckels Spiel eine naive Liebenswürdigkeit anstatt unfreiwillig komisch zu enden. Zweifelsohne ist Leonard Steckel der Schauspieler dieses Films. Selbst die völlig unerwartete Kapriole des Drehbuches, ihn ohne Vorwarnung in der zweiten Hälfte des Filmes auf einmal zum Schlossbesitzer zu befördern, goutiert der hervorragende Mime klaglos.

Apropos klaglos: Neben dem vortrefflichen Leonard Steckel sind es die Herren Gert Wilden und Richard Angst, die den Film in der Gesamtschau zu einem sehenswerten Ganzen machen. Währenddessen Werner Klinglers Inszenierung prinzipiell bodenständig bleibt und sich keine gravierenden Schlenker erlaubt, formte Gert Wilden einen Ohrwurm gleichen Soundtrack von hohem Wiedererkennungswert. Gleiches gilt für den für die Optik zuständigen Altmeister Richard Angst, der in gewohnter Weise erstklassige Schwarzweiß-Bilder einfing, Licht und Schatten aufwändig nutzte und wieder einmal für besonders einprägsame Bilder verantwortlich zeichnete. Ist es Leonard Steckel, der aus dem Cast fraglos herauszuheben ist, so sind es Gert Wilden und Richard Angst bei der Crew.

Holpriger Auftakt zu Artur Brauners Konkurrenzveranstaltung: Währeddessen das Buch offenbar durch zahlreiche Hände ging und nicht halten kann, was der an sich gute Plot verspricht, sorgt der wunderbare Leonard Steckel für die schauspielerischen Akent, währenddessen Gert Wilden einen schmissigen Soundtrack schrieb und Kamera-Urgstein Richard Angst die schaurigen Bilder schuf. Alles in allem - wegen der drei genannten Herren - gerade noch 3 von 5 Punkte.

Gruß
Jan

Giacco Offline



Beiträge: 1.969

14.07.2020 13:39
#63 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · Antworten

Da Artur Brauner bekannt dafür war, die Drehbücher immer wieder umschreiben zu lassen, kann ich mir schon vorstellen, dass auch hier "viele Köche den Brei verdorben haben". Selbst der Titel wurde ja mehrfach geändert. Zunächst war "Ein Toter packt die Koffer", dann "Das Schloß des Grauens" vorgesehen.
Vielen Dank auch für die Ehrenrettung des oft kritisierten Joachim Hansen, den ich durchaus mag und gerne sehe. An seiner darstellerischen Leistung gibt es hier rein gar nichts auszusetzen. Seinerzeit wurde der Film ohnehin nicht so negativ gesehen wie heute und auch das Publikum war mehr als zufrieden. Die Erstnote 2,7 kann mit den Wallace-Filmen der Rialto durchaus mithalten.

"Ein Junior-Schriftsteller der Wallace-Dynastie lieferte die Motive für diesen Krimi, in dem ein mysteriöser und treffsicherer Messerwerfer seinen Opfern vor ihrem gewaltsamen Ende gepackte Koffer vor die Tür stellt. Verdächtige gibt es für den sympathischen Inspektor Joachim Hansen genug: einen blinden Bettler, den skurrilen Armenarzt, seine Lordschaft samt Kammerdiener und schizophrener Nichte. Ja, selbst die Dame seines Herzens und der mit den Hütern des Gesetzes verbündete Kriminalwissenschaftler könnten die Täter sein. Es geht um Rauschgift. Auf die Spur des Verbrechers kommt die Polizei durch das Bandgerät des Tonjägers Chris Howland, der auch für das Happy-end sorgt und dem ebenso gefesselten wie amüsierten Publikum zuzwinkert, Werner Klinglers an Spannungs-, Überraschungs- und Gruseleffekten reiche Story nicht allzu tragisch zu nehmen. Londoner Nebel, winklige Vorstadtstraßen und ein geheimnisvolles Schloss sorgen für Atmosphäre und einen milieugerechten Rahmen. Gesamtfazit: Ein zünftiger und gelungener Reißer der inzwischen bewährten deutschen Kriminalfilm-Serie." (Film-Echo)

Jan Offline




Beiträge: 1.500

14.07.2020 19:44
#64 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · Antworten

Zitat von Giacco im Beitrag #63

Vielen Dank auch für die Ehrenrettung des oft kritisierten Joachim Hansen, den ich durchaus mag und gerne sehe. An seiner darstellerischen Leistung gibt es hier rein gar nichts auszusetzen.


Ich habe diese Generalverbannung ohnehin nie verstanden. Dass Hansen ein ernstzunehmender Darsteller war, stand für mich immer außer Frage. Die beiden Gulbranssen-Verfilmungen sind für mich eng mit ihm verbunden. Kaum weniger eindrucksvoll sein Auftritt in "Via Mala". Als Vertreter des typischen Deutschen war er ja auch international recht gefragt.

Zitat von Giacco im Beitrag #63

Seinerzeit wurde der Film ohnehin nicht so negativ gesehen wie heute und auch das Publikum war mehr als zufrieden. Die Erstnote 2,7 kann mit den Wallace-Filmen der Rialto durchaus mithalten.


Ich habe den Film tatsächlich an die 20 Jahre nicht gesehen und hatte ihn schwächer in Erinnerung. Auch hatte ich den Abstand zu Werner Klinglers "Testament des Dr. Mabuse" gravierender im Kopf. Regisseur Klingler kann man nicht viel vorwerfen. Er hatte gar ein paar nette Einfälle wie beispielsweise die Ausgestaltung der Verfolgungsszenen Stanislav Ledineks im Park mit dem leicht psychedelischen Touch. Von der Palastreveolution (siehe Seite zuvor) konnte ich dem fertigen Film eigentlich nichts ansehen. Will man (abgesehen vom Drehbuch) handwerklich etwas bemängeln, dann am ehesten vereinzelte Anschlussfehler des Schnittes. Sowohl Hans Reiser als auch Alain Dijon zünden sich ihre Zigarette binnen kürzester Zeit gleich zweimal an.

Gruß
Jan

schwarzseher Offline



Beiträge: 606

19.07.2020 10:47
#65 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · Antworten

Ich musste mir die Koffer auch erstmal wieder ansehen um zu einigen Einschätzugen was beitragen zu können.An den BEW hat mir sofort gefallen das man versucht hat neue unverbrauchte Gesichter wie hier zB. J. Hansen einzubauen.
Das man natürlich alle bekannten/beliebten/erfolgreichen Wallace Versatzstücke eingebaut hat war wohl unumgänglich ( siehe auch Interview )
Aus heutiger Sicht ( damals wohl unumgänglich ) ist für mich der lächerliche ( nicht lustig wohlgemerkt )Auftritt von C. Howland.Das zieht den Film fast etwas zu sehr runter.Hätte man besser weggelassen .Auch der gelobte Leonard Steckel beeindruckt mich nicht besonders.Seine altväterliche Art /Auftritt plötzlich als Schlossherr hat mich eher an Hans Moser erinnert als an einen Schurken.Die ein oder andere Einstellung seiner Gesichtszüge ( Wandlung vom gütigen Doktor zum Schurken ) können überzeugen .
Musik gewöhnungsbedürftig ,Ende etwas plötzlich ( aber wohltuend ohne die Liebenden Hand in Hand )

Fazit : Story gut/ neue Gesichter /J. Hansen braucht sich als Sympathieträger nicht zu verstecken.

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