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Dieses Thema hat 58 Antworten
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 Filmbewertungen
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Gubanov Online




Beiträge: 14.475

25.04.2009 23:54
#16 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten
Jap, das müsste er sein.

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HorstFrank Offline



Beiträge: 693

26.04.2009 10:06
#17 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Gut, dann hab ich ihn doch richtig erkannt...

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.007

13.07.2009 09:00
#18 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

habe den film gestern abend gesehen... insgesamt auch meiner meinung nach mit dem 7. opfer der schwächste sw-bew...
positiv für mich sind berger sowie howland und auch ledinek... für reiser wäre wohl felmy auch eine bessere besetzung gewesen...
alles in allem geb ich mal 2,5/5...

was ich mich allerdings immer wieder frage: hat der messerwerfer reiser mit absicht umgebracht (würde eigentlich keinen sinn machen!)?!? ich finde es nämlich ungewöhnlich, dass ein so guter messerwerfer seine opfer genauestens mitten ins herz trifft, auch wenn sie im auto fahren (beach) oder rennen/laufen (ledinek)... und andererseits bei einem sitzenden lord crownsdale den sich vor ihm bewegenden reiser trifft...

Count Villain Offline



Beiträge: 3.781

13.07.2009 12:44
#19 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Der Tod des Charakters von Reiser war hundertprozentig unabsichtlich.

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.007

13.07.2009 14:15
#20 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

aber der ablauf ist schon etwas merkwürdig... reiser ist ja schließlich nicht vor den lord gerannt, sonder bewegte sich gemächlich... so ein fehler sollte einem so exzellenten messerwerfer nicht passieren...

Count Villain Offline



Beiträge: 3.781

13.07.2009 15:12
#21 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Vielleicht etwas holprig inszeniert. Ich müsste mir die Szene auch noch mal angucken. So aus dem Kopf weiß ich nicht mehr wie schnell Reiser aufsteht oder sich bewegt.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

13.07.2009 19:52
#22 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Zitat von Sir Oliver

...für reiser wäre wohl felmy auch eine bessere besetzung gewesen...



Meinst Du nicht dass Felmy statt Hansen die bessere Besetzung gewesen wäre??

Joachim.

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

13.07.2009 20:48
#23 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

SPOILER VORHANDEN!

Selten habe ich einen uninspirierteren Film gesehen wie diesen. Abgesehen vom "Schweizer Käse" des Drehbuchs agieren die Personen so leblos in der Geschichte herum, dass nur "Kommissar Zufall" in Form des Tonjournalisten am laufenden Band die Situation retten muß. Dass Hans Reiser der rächende Bruder ist - ist bereits in der Mitte des Films klar. Und 1961 scheint die USA nur "um die Ecke gelegenh zu haben" - und der unsagbar farblose Yard-Inspektor wartet nicht einmal bis aus einem anderen Büro ein Foto herausgesucht wird - aber für eine Leiche ausgraben zu lassen hat er Zeit - aber vielleicht lag 1961 der Friedhof im Hinterhof des FBI-Gebäudes! Aber was soll's? Schöne Londonaufnahmen, ein herbstliches Berlin und die durchaus passende Musik erzeugen durch die Darsteller wenigstens noch ein nostalgisches Gefühl. Als Chris Howland endlich dem Messermörder sein Aufnahmegerät auf den Kopf schlägt und der Film zu Ende ist habe ich mich gefragt ob nicht doch DER TODESRÄCHER VON SOHO die bessere Variante ist. Bei Jess Franco weiß man wenigstens dass einem "Schund mit guten Schauspielern" erwartet.

Die im Film-Thread geposteten zwei Daumen sind doch etwas hoch gegriffen - mit einem Daumen ist der Film noch gut gelobt!

Joachim.

Sir Oliver Offline




Beiträge: 2.007

14.07.2009 09:00
#24 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Zitat von Joachim Kramp
Zitat von Sir Oliver

...für reiser wäre wohl felmy auch eine bessere besetzung gewesen...



Meinst Du nicht dass Felmy statt Hansen die bessere Besetzung gewesen wäre??

Joachim.


ja, sorry... so macht das mehr sinn hansen ist wirklich als inspektor fehl am platze...

obwohl mir trotzdem reiser in seinen beiden bew-filmen als "rächer" nicht sonderlich gut gefällt...

die musik von gert wilden kann sich aber gut sehen lassen!

Joachim Kramp Offline




Beiträge: 4.901

14.07.2009 17:06
#25 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Zitat von Sir Oliver


...hansen ist wirklich als inspektor fehl am platze...




Joachim Hansen ist immer fehl am Platze ob hier, ob in ROMARAI oder in JAGD AUF BLAUE DIAMANTEN oder...oder..oder...

...er wirkt immer blaß und gelangweilt.

Joachim.

Christopher Offline



Beiträge: 236

18.07.2009 20:06
#26 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

gestern war nach sehr langer Zeit (Jahren) "Koffer" wieder mal im Player,also ich finde den Film ganz spannend,einziger Schwachpunkt wie ich finde ist da nur Joachim Hansen (in diesen grausigen Sakko) der kann in der Rolle des Inspektor nicht so recht überzeugen,da wäre vielleicht wie schon Joachim sagt Hansjörg Felmy bestimmt besser gewessen,aber vielleicht liegt es auch bei mir daran das ich Hansen vorwiegend nur aus Heimatfilmen wie [Und ewig singen die Wälder] von früherher kenne,und im die Rolle des Insp.in diesen Film daher nicht abnehme.

3/5 Punkten

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 534

31.07.2009 20:43
#27 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Als letzten Film der BEW-Reihe habe ich mir nun auch diesen noch zu Gemüte geführt. Er ist neben dem "Ungeheuer von London City" ohne jeden Zweifel einer der beiden schwachen Filme der Reihe.
Ein großes Problem ist die Regie, die auf wenige Schnitte und obendrein viele sehr totale Einstellungen setzt, die oftmals sogar an typische amerikanische Einstellungen aus Stummfilmen erinnern. Zum Teil wirkt der Film dadurch etwas wie eine Durbridge-Verfilmung.

Aus der Besetzung sticht vor allem der grandiose Hans Reiser heraus, der eine der besten schauspielerischen Leistungen abliefert, die es in der Wallace-Welle überhaupt jemals gegeben hat. Auch Leonard Steckel macht seine Sache ausgezeichnet. Vergessen sollte man auch Stanislav Ledinek nicht, der in einer relativ kleinen Rolle sehr nuanciert zu Werke ging.
Demgegenüber steht ein Chris Howland, der wie üblich einen Tick mehr nervt, als unterhält, da seine Figur, wie üblich, so extrem gezeichnet ist, dass man sie sich allenfalls an der Seite von Scooby-Doo als in Bild passend vorstellen könnte.
Demgegenüber steht leider auch eine sehr blasse Senta Berger, die mäßig spielt und vor allem keine interessanten Szenen hat.
Und demgegenüber steht ein gleichfalls blasser Joachim Hansen, der unglücklicherweise allzu sehr an Joachim Fuchsberger erinnert.
Der Soundtrack geht einigermaßen, heizt aber nicht wirklich ein. Am Ende verwässert er das Finale sogar ziemlich. Das übrige tut der immer wieder, wenn gerade Tempo aufzukommen droht, dazwischenstolpernde Chris Howland.
Positiv ist wiederum zu erwähnen, dass der Mörder hier, wie auch im "Phantom von Soho", aus mehr als nur nachvollziehbaren Motiven handelt, wodurch der Film moralisch nicht uninteressant ist.
Nervig wiederum ist die bereits von Joachim beschriebene löchrige und zum Teil auch deppert naive "Struktur", wie die Polizei dem Täter auf die Spur kommt, welche dem Ermittler im Grunde keine Gelegenheit gibt sowas wie Cleverness auszuspielen. Wenn sogar Chris Howland(!) und dann auch noch per Zufall(!) helfen muss...und ein amerikanischer Arzt Sprüche bringen darf, wie dass die einen Meter fünfzig große Leiche zu Lebzeiten, den Schrumpfprozess mit einberechnet, mal einen Meter fünfundfünfzig groß war etc.pp.

3/5 Punkten für den zweitschlechtesten Bryan-Edgar-Wallace-Film, der nur vor dem "Ungeheuer von London City" rangiert, weil die Hauptfigur keine Heulsuse ist, die den Eindruck erweckt einem Rosamunde-Pilcher-Film entsprungen zu sein, sondern weil Hansen trotz allem einen soliden Wallace- und vor allem Fuchsberger-typischen Ermittler spielt. Nix Großes, aber auch kein Beinbruch. Das Hauptproblem ist, dass das Drehbuch ihm keine Highlights zugesteht. Selbst den finalen Schlag setzt Chris Howland. Es ist kein Wunder, dass man als Held, der keiner sein darf, im Endergebnis dumm dasteht.
Und darüber hinaus rangiert der Film auf Rang 5 weil die hier anklingenden Problematiken etwas hintergründiger, als beim seichten, auch von den Tätermotiven her theatralischen "Ungeheuer" sind.

Trotzdem würde ich aufgrund der Regie fast sagen, dass das "Ungeheuer" besser "in's Auge geht" und ich mir den eher wieder angucken würde...

Mr Keeney Offline




Beiträge: 1.325

05.05.2010 10:54
#28 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Also ich möchte hier mal als Forumsneuling erstmal eine Lanze für diesen Film brechen und kund tun, dass ich diesen Film wirklich mag. Die geäußerten Kritikpunkte mögen für sich allesamt berechtigt sein, doch insgesamt hinterließ dieser Film, den ich kürzlich das erste Mal sah, bei mir einen runden und in sich stimmigen Gesamteindruck.
Hervorheben möchte ich die für meinen Geschmack äußerst atmosphärischen Außen- und Landschaftsaufnahmen, die es ähnlich gelungen ja auch beim „Phantom von Soho“ gibt, und die ich vielfach gelungener als beim „Henker von London“ (viel zu überkandidelt für meinen Geschmack) beispielsweise finde. Aber der „Henker“ ist m. E. ohnehin der überschätzteste Film der BEW-Reihe, dessen diverse Unstimmigkeiten immer geflissentlich übersehen werden, mehr dazu aber an geeigneter Stelle. Hier haben wir es mit einer zutiefst düsteren, allerdings auch etwas deutsch anmutenden Symphonie des Dunkels zu tun, und das MorgenGRAUEN ist gefühlt nie weit. Ganz im Gegensatz zu der Abend-/Nachtstimmung der Edgar Wallace Dunkelheit.
Dazu noch die vielleicht tatsächlich etwas hölzern (wobei z. B. die Anbahnung des Liebesverhältnisses doch durchaus locker dargestellt und für mein Empfinden schmerzloser als in vielen anderen Wallace Filmen vonstatten geht und bewältigt wird!)oder doch zumindest „planmäßig“ agierenden Schauspieler, und es ergibt sich ein Kammerspiel erster Güte, in sich geschlossen und vielleicht etwas sehr in sich gekehrt (aber dies dürfte ja einen Fan dieses Filmgenres nicht wirklich stören).
Nur aufgrund dieser Komponenten konnte ja das kleine Kabinettstückchen (welches ich wirklich genieße, und das mir mehr gibt als beispielsweise das komplette Finale des schwarzen Abtes) funktionieren…Ein tolles Finale, vielleicht etwas spartanischer als gewohnt und mit teilweise skurrilen aberwitzigen Details (das Orgelspiel in der Kirche und der ganze Bluff allein!), aber gerade deswegen gelungen.
Und die Geschichte scheint realistisch und die Charaktere in sich glaubwürdig: der Armenarzt mit Verständnis und Humor für die Probleme und Leiden seiner Patienten, der sich mit illegalen Mitteln ein kleines Paradies, eine Oase samt Eva erschleichen will, der von Drogenproblemen gebeutelte Rächer mit falscher Identität. All dies ist eben schwarz-weiß in jeglichem Wortsinne und damit realistischer als viele Charakterzeichnungen bei E.W. Einzig die etwas aufgesetzt wirkende frühe Enthüllung der falschen Identität sehe ich als kleinen dramaturgischen Schwachpunkt an, aber andererseits ist es vielleicht auch nicht verkehrt den Zuschauer früh einen Wissensvorsprung zu geben (und direkt modern für die Produktionszeit des Films! Während bei EW aus taktischen Gründen dem Zuschauer erst allmählich und wenn dann eher zum Finale hin ein „Informationsvorsprung“ eingeräumt wurde, bis zum bahnbrechenden „Verrätertor“ ´64). Und wer weiß, derlei Szenen wie der Einbruch in die Villa und die Ertappung des Täters mögen damals ja in der Tat noch als reizvolle Verwicklungen, Action und zusätzlicher Thrill gegolten und auch dafür gesorgt haben. Ach ja, die gute alte Zeit… Aus heutiger Sicht gibt es all dies in dem Film aber tatsächlich auch, vor allem bei der bereits lobend erwähnten Flucht durch den Wald. Ein paar mehr solcher Szenen wäre natürlich wünschenswert, aber unterhaltsam blieb der Film für mich dennoch über die komplette Spieldauer.
Fazit: sicherlich kein Meisterwerk, aber m. E. doch einer der gelungensten BEW-Filme (habe aber noch ungesehene „Lücken“). Ähnlich wie beim „Rächer“ lebt dieser Film nicht von außergewöhnlicher Brillanz und Ideen, sondern von einer sorgfältig zubereiteten Atmosphäre, die in Erinnerung bleibt. Und die ja gerade bei solchen Filmen, die man als Enthusiast immer wieder guckt, auch wichtig und wünschenswert ist, und mindestens so bedeutsam als irgendwelche verblüffenden verpuffenden Schockeffekte. Und Hitchcock hätte sicherlich zumindest am Filmtitel seine Freude gehabt ;-).

Blap Offline




Beiträge: 1.128

07.11.2010 19:55
#29 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten

Das Geheimnis der schwarzen Koffer (Deutschland 1962, Originaltitel: Das Geheimnis der schwarzen Koffer)

Inspektor ohne Durchblick

London wird von einer merkwürdigen Mordserie in Atem gehalten. Reisende finden ihre Koffer gepackt vor, wenig später werden die Herrschaften durch einen gezielten Messerwurf ins Jenseits befördert. Der leitende Ermittler, Inspektor Robert Finch (Joachim Hansen), ist sich zwar durchaus bewusst, dass er es mit einen Serienkiller zutun hat, doch es scheint keinerlei Verbindung zwischen den Opfern zu existieren. Selbst der erfahrene Kriminalexperte und Schriftsteller Humphrey Curtis (Hans Reiser), kann dem Inspektor keine hilfreichen Hinweise geben. Eine erste Spur führt Finch in die Praxis des Mediziners Dr. Bransby (Leonard Steckel), wo er auf dessen attraktive Mitarbeiterin Susan Brown (Senta Berger) trifft. Während der Doc offenbar nur zufällig mit zwei Opfern der Mordserie in Kontakt kam, erregt Susan zumindest die privaten Interessen des Kriminalisten. Weitere Morde geschehen, der öffentliche Druck auf Scotland Yard wächst. Finch unternimmt gar einen kurzen Abstecher in die USA. Er hofft auf die Hilfe des FBI, denn die Amerikaner halten einen brisanten Fall unter Decke, den man am liebsten totschweigen würde. Zurück in London, erweist sich der Vetter des Inspektors als unerwartete Unterstützung. Arnold Wickerley (Chris Howland) -besagter Vetter- läuft ständig mit einem Mikrofon durch die Gegend, er nimmt mit grosser Leidenschaft alle erdenklichen Geräusche auf. Eine dieser Aufnahmen lässt Finch die Ohren spitzen...

Der grosse Erfolg der Edgar Wallace Filme aus dem Hause Rialto, veranlasste den Mitbewerber Artur Brauner dazu, sich den Namen Bryan Edgar Wallace zu sichern, immerhin der -ebenfalls schreibende- Sohn des legendären Edgar Wallace. "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" ist der erste Film aus dieser Reihe, die von Brauners CCC-Film produziert wurden. Wirklich rund läuft die Maschine noch nicht, im Vergleich zu den Rialto Produktionen, haben die schwarzen Koffer ganz klar das Nachsehen. Dabei ist die Handlung keineswegs schlecht erdacht, nur hapert es immer wieder an der Umsetzung, teils schwächelt die blasse Besetzung. Ein paar herrliche, atmosphärisch dichte Szenen erfreuen den Fan, doch selbst diese Momente kranken an Detailmängeln, wie z.B. der oft nach "Kirmes" tönenden Musik.

Filme dieser Machart, leben in erster Linie von ihrer Atmosphäre und interessanten Charakteren. Dem Ermittler kommt dabei eine -in jeder Hinsicht- tragende Rolle zu. Während uns Rialto mit Schauspielern wie Joachim Fuchsberger verwöhnt, wirkt Joachim Hansen wie ein müder Abklatsch von Blacky, selbst Heinz Drache versprührt mehr Charme. Es mangelt Hansen an Profil und Ausstrahlung, da hilft es auch nicht, wenn Senta Berger als Love Interest herhalten muss. Die Chemie zwischen den Hansen und Berger gibt kaum mehr als eine leichte Verpuffung her. Noch schwerer wiegt allerdings, dass der Inspektor als Kriminalist ein Versager ist. Ständig stellt sich die Frage, wieso der Bursche es nicht schafft, die Fäden endlich zusammenzufügen. Da bietet die von Hans Reiser gespielte Figur weitaus mehr Unterhaltungswert und Griffigkeit, gleiches gilt für den zwischen knurrig und freundlich schwankenden Leonard Steckel. Chris Howland muss als Eddi Arent Ersatz herhalten, was ihm leider zu keiner Zeit gelingt. Sicher, auch Arent wurde in manchen Rialto Filmen zur Last, war jedoch meist für einige Schmunzler gut. Howland kommt in zu debiler Verfassung daher, seine Anwesenheit halte ich für absolut verzichtbar. Aaaaber... Immerhin schenkt uns Brauner ein Date mit Senta Berger. Frau Berger spielt ihren Part unaufgeregt und solide runter, sticht nicht wirklich hervor. Zu voller Schönheit erblühte sie erst in den Folgejahren, ähnliches gilt für ihre schauspielerischen Möglichkeiten.

Wer von den Edgar Wallace Streifen nicht genug bekommen kann, findet in den Epigonen eine -mehr oder weniger- gelungene Ergänzung. "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" lohnt sich nur für unersättliche Fans der Filme, Einsteigern möchte ich von diesem Werk eher abraten. Universum bietet den Film im Rahmen der "Bryan Edgar Wallace DVD Collection 1" an, dort liegt der Film ungekürzt und in schöner Qualität vor. Im Bonusmenü findet man eine kleine Featurette, in der Artur Brauner, Chris Howland und Eva Ebner zu Wort kommen. Die Box enthält zwei weitere Filme aus der Reihe:

• Der Würger von Schloss Blackmoor
• Das siebente Opfer

Als Ausfall möchte ich "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" nicht abtun, doch zu Begeistungsstürmen kann mich der Film zu keiner Zeit hinreissen. Gute Ansätze sind vorhanden, zumindest der geneigte Fan, sollte diverse "Wohlfühlmomente" für sich entdecken können.

Selbstverständlich möchte ich auch diesen Streifen nicht missen, doch bis zur nächsten Sichtung wird einige Zeit vergehen. Letztlich reicht es für knappe 5/10, die bereits einen kleinen Sympathieaufschlag beinhalten.

Lieblingszitat:

"Mit einer Aufnahme von dieser Gießkannenstimme, werde ich in meinem Verein Präsident."

***

Vom Ursprung her verdorben

Gubanov Online




Beiträge: 14.475

28.09.2011 14:50
#30 RE: Bewertet: BEW - "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1) Zitat · antworten



Das Geheimnis der schwarzen Koffer
Kriminalfilm, BRD 1961/62. Regie: Werner Klingler. Drehbuch: Gustav Kampendonk (Buchvorlage: Bryan Edgar Wallace). Mit: Joachim Hansen (Inspektor Robert Finch), Senta Berger (Susan Brown), Hans Reiser (Schriftsteller Humphrey Curtis), Leonard Steckel (Dr. Daniel Bransby), Peter Carsten (Bettler Ponko), Chris Howland (Arnold Wickerley), Helga Sommerfeld (Sängerin Lissy), Stanislav Ledinek (Kudernacz), Elfriede Irrall (Diana), Gerhard Hartig (Mr. Forester) u.a.

Zitat von Das Geheimnis der schwarzen Koffer
Ein Londoner Serienmörder hat sich eine innovative Art ausgedacht, seine Opfer zu erschrecken: Bevor er sie mit einem Wurfmesser ins Jenseits befördert, packt er ihre Koffer. Inspektor Finch, der seine Ermittlungen auf die Arztpraxis von Dr. Bransby und dessen Sekretärin Susan konzentriert, ist der festen Überzeugung, dass der Killer damit eine Botschaft vermitteln möchte. Nur welche?


Als sehr stimmig empfinde ich die Besetzung des Films, bei der Artur Brauner interessanterweise gar nicht versuchte, der Wallace-Reihe nachzueifern. Entweder verboten ihm Exklusivverträge die Buchung der Rialto-Schauspieler oder er beabsichtigte wie anfangs bei Mabuse auch, neben dem Epigonenfaktor seinen eigenen deutlichen Stempelaufdruck zu vermarkten. Einzig und allein Stanislav Ledinek übernahm er als Wallace-erfahrenen Schauspieler, denn Gerhard Hartig und Kurt Waitzmann sollten erst einige Jahre später für Wendlandts Krimis vor der Kamera stehen.
Joachim Hansen wird oftmals Farb- und Kraftlosigkeit unterstellt. Als Abwechslung zeigt er in meinen Augen hier aber, dass ein deutscher Film nicht unbedingt von Fuchsberger oder Drache angeführt werden muss. Ähnlich wie Adrian Hoven überzeugt er mich mit seinem Auftritt im Gefüge der anderen Darsteller, wenngleich ich nicht unbedingt das Bedürfnis hätte, ihn deshalb auch in jedem anderen Film zu sehen. Senta Berger ist da natürlich schon eine andere Hausnummer: Sie stand hier noch am Anfang ihrer Karriere, steht dem Film aber selbst in der Rolle des ständig umgarnten, personifizierten Liebreizes, dessen sich Wallace- wie BEW-Filme schnell entledigten, gut zu Gesicht.
Das eigentliche Hauptaugenmerk aber liegt auf Hans Reiser und Leonard Steckel. Sie bereichern die „Koffer“ insofern, als sie das übliche Handlungsmuster „Gut gegen Böse“ mit ihren gegnerischen Verbrecherfiguren nicht ganz aufbrechen, aber immerhin interessant ergänzen. Man darf auch überrascht anmerken, dass sich in den ersten beiden BEW-Filmen ein und derselbe Schauspieler als (Mit-)Schuldiger entpuppte. Spätestens beim dritten Versuch wäre das Muster dann wohl aufgefallen …

Das vielgescholtene Drehbuch gibt mir ebenfalls kaum mehr Anstoß zu Nörgeleien. Zwar sehe ich nach wie vor ein Problem in der sehr späten Einführung des Schauplatzes Schloss Cronsdale, der etwas aus dem Hut gezaubert wirkt, doch ansonsten ist Percy Allens (d.i. Gustav Kampendonks) Geschichte durchaus gelungen: Die frühe Enttarnung der Identität Reisers tut der Geschichte kaum Abbruch, weil sie einerseits sehr intensiv geschieht (Begegnung Bruder-Schwester) und andererseits damit weder der Höhepunkt erreicht noch der eigentliche Messermörder demaskiert ist. Stattdessen wird im Anschluss der eigentliche Kampf zwischen den beiden antagonistischen Schurken-Parteien eröffnet und die Meskadrin-Produktion gerät in den Mittelpunkt des Interesses.
Ich bin sicher kein Freund von abgeänderten Romanhandlungen, doch in diesem Fall tat man gut daran, Bryan Edgar Wallace‘ Politthriller in einen wallace-artigen Krimistoff umzuarbeiten, der allerdings – wie die Besetzung – über seine eigene Lesart des Genres verfügt. Im Vergleich zu den Rialto-Originalen deutet sich bereits in der ersten CCC-Produktion an, dass man sich unter Brauner an Sichtweisen heranwagte, die man unter Philipsen / Wendlandt noch nicht berücksichtigt hatte: Junge, rauschgiftsüchtige Mädchen, zerstörte Existenzen, Folter und eine nicht ganz so klar definierte Grenze zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Täter und Opfer, hinterlassen nicht gerade einen experimentellen oder gar kritischen Eindruck, aber immerhin ein Verständnis dafür, in welche Richtung sich die Marke BEW in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Was man an diesem Film, der mich wirklich überrascht hat, eindeutig kritisieren muss, ist die Inszenierung vor allem der Mord- und Todesszenen. Diese wirken billig und effektheischend in Szene gesetzt, das comicartige Messer, das als Animation durch die Luft fliegt, während dazu ein klirrendes Geräusch ertönt, dürfte schon zur Entstehungszeit eher für hochgezogene Augenbrauen als für schweißnasse Hände gesorgt haben. Klingler setzt zudem (nicht zum einzigen Mal) das Stilmittel des Zeitraffers ein, als Beech mit seinem Auto gegen den Baum fährt. Solche Szenen wirken auf effektverwöhnte Zuschauer heutiger Tage richtiggehend lächerlich, doch erneut sollte für jeden Zeitpunkt der Herstellung gelten: Effekte sind nur dann gelungen, wenn man nicht bemerkt, dass es sich um solche handelt.
Im Hohmann-Buch erfährt man, dass Klinger zur Zeit der Inszenierung stark alkoholabhängig war. Ein allzu sehr vereinfachendes „Das sieht man dem Film an“ möchte ich nur als böse Spitze anbringen, doch realistischerweise kann es nicht die einzige Erklärung für das Vergreifen des Tons in einigen Passagen sein. Auch einige gekünstelt wirkende Dialogpassagen und eine teilweise überschnelle Szenen- und Schauplatzabfolge tun Glaubwürdigkeit und Tiefgang des Films etwas Abbruch. Auf der anderen Seite gibt es auch Positives zur Regie von Klinger zu vermelden: Die Parkszene mit dem fiebernden Kudernacz, in der sich alles um ihn herum zu drehen und zu wachsen beginnt, gehört zu den eindrucksvollsten Momenten der Schwarzweiß-BEW-Phase. Nicht zuletzt darf auch der USA-Besuch von Inspektor Finch als gelungene Exkursion gelten: Die kurze Einblendung des FBI-Wappens und die sicher nicht zufällig auf Anzüge und Boden geworfenen Licht-Schatten-Muster der Jalousien erinnern auffallend an die griffige Film-Noir-Stilistik der Vierzigerjahre. Man hätte nur einen weniger „deutsch“ agierenden Schauspieler als Albert Bessler als Hoover-Imitat auswählen dürfen.

Nachdem ich die „Koffer“ über mehrere Jahre hinweg nur für Drehortvergleiche konsultierte und mich ansonsten damit abfand, hier eine schwache und wackelige Produktion mit schlechter Inszenierung in Händen zu halten, war ich – wohl wegen der niedrigen Erwartungen – sehr überrascht über die Stärken, die guten Darsteller, die teilweise atmosphärische Dichte (der Film wirkt wie ein abgerundetes Ganzes), den vorausschauenden Plot, natürlich die Schauplätze und auch eine mehr als annehmbare Musik, die ich schon Jahre vor dem Film kannte und schätzte. 4 von 5 Punkten.

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