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Forum Edgar Wallace ,...



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Dieses Thema hat 49 Antworten
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 Filmbewertungen
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HorstFrank Offline



Beiträge: 697

04.06.2009 23:09
#31 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten
Der Film ist relativ mittelmässig.
Die Musik ist mal en Abwechslung, aber nichts besonders, nicht gut und nicht schlecht.
Eigentlich sind wirklich nur Charles Regnier und Hans Reiser wirklich zu erwähnen.
Ady Berber kommt viel, viel zu kurz; Kai Fischer verschwindet leider auch schon zeitig
aus dem Film.
Ansonsten eigentlich ein Mix aus Edgar Wallace, Bryan Edgar Wallace, Dr. Fu Man Chu und
einer gehörigen Portion trashigem Humor.
Ein Film den man sich mal ansehen kann - aber nicht muß^^
2/5 Punkten

P.S.: Bin mir nun ziemlich sicher, das Hans Reiser von Arnold Marquis gesprochen wird.
Aber auch etliche andere Darsteller/innen klingen synchronisiert.
Charles Regnier und Kai Fischer sprechen sich aber gottseidank selber. Ady Berber hat
keinen Dialog.


Drei Freunde brauchst du im Leben: Verstand, Glück und 'n Kaugummi!
(Horst Frank in "Das Geheimnis der chinesischen Nelke")

Peitschenmönch Offline




Beiträge: 536

09.01.2011 00:26
#32 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Hans Reiser (Marquis stimmt.) war nicht der einzige, der hier eine andere Stimme hatte. Der Polizeichef, Livingstone und Regniers Sekretärin hatten (z.B.) auch nicht die Originalstimmen.
Der Film wurde allerdings auf Deutsch gedreht (zumindest zum Großteil, wenn nicht komplett), was man an den Lippenbewegungen eindeutig sehen kann.
Livingstone wird witzigerweise übrigens von Gerhard Geisler gespielt, der selbst Synchronsprecher war (sprach u.a. Martin Balsam in "Psycho" und war ab Ende der 50er die Stammstimme von Anthony Quinn), hier aber von Eduard Wandery gesprochen wird.
Der Film wurde offenbar komplett synchronisiert. Warum auch immer. Vielleicht wollte man Sprünge zwischen Live-Ton und Synchro vermeiden und hat deswegen gleich alles synchronisiert, weil teilweise Nachsynchro notwendig wurde, aber Schauspieler nicht mehr zur Verfügung standen...ich glaube, im ganzen Film ist keine einzige Szene zu sehen, in der man einmal den Live-Ton hört. (Die Behauptung, alle Wallace-Filme seien komplett synchronisiert worden, ist übrigens ein Ammenmärchen. In der Regel ist in Wallace-Filmen zum Großteil der Live-Ton zu hören).

Der Film ist extrem trashig, aber eigentlich ganz nett, der Score sogar relativ cool auf der Schwelle zu Jazz und Swing - im Grunde moderner, als die meisten Wallace-Scores.
Reiser als Ermittler fetzt - eine der besten Cop-Performances innerhalb des ganzen Wallace-Konsenses -, die Story ist allerdings ziemlich chaotisch und versucht zu viele Wallace-Täterstrukturen gleichzeitig auszuwalzen (Mönche; Würger; mysteriöser Schleimbolzen, der von Anfang an in der Nähe der Tatorte ist...). Trotz alledem kein schlechter Film. Billig, aber selten wirklich peinlich.
Der größte Minuspunkt geht an die Synchro, die vor allem bei den Stöhnern und Schreien in den beiden Schlägereien - relativ zu Anfang mit den zwei Mönchen und später auf dem Dach - den Vogel abschießt. Der Film wird dadurch teilweise unfreiwillig komischer, als es ohne die Synchro der Fall gewesen wäre.

3/5 Punkten

Riccardo Offline



Beiträge: 11

24.02.2011 09:53
#33 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

...erst 1 dann 2 und nun sind wir schon bei 3 von 5 points :))
ich bin mir sicher, wenn ich ihn ansehn würde würd ich sogar 4 geben, mag so trashiges zeugs :))

hier hab ich noch nen link zum thema synchronstimmen gefunden:
http://215072.homepagemodules.de/t514890...-vom-Tower.html

Grabert Offline



Beiträge: 257

05.07.2011 11:52
#34 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

"Der Würger vom Tower" ist aus meiner Sicht der wenig geglückte Versuch, verschiedene Stilelemente und Inhalte der Edgar-Wallace- und Bryan-Edgar-Wallce-Filme zu kopieren und zusammenzufügen, wobei die Story um einen wertvollen Edelstein nicht stimmig und recht spannungsarm ist. Anklänge aus diversen Filmen sind zu erkennen, am deutlichsten aus "Der Henker von Lodon", "Die toten Augen von London" und "Der schwarze Abt". Hauptverantwortlich dafür zeichnen Erwin C. Dietrich (Drehbuch) und Hans Mehringer (Regie), die offenkundig einfach auf der Erfolgswelle mitschwimmen wollten. Immerhin gibt es einige ganz passabel anmutende Außenaufnahmen und Kameraeinstellungen, dazu einen von Hans Reiser überzeugend gespielten Ermittler. Daher hat man beim Sehen auch einigen Spaß. Charles Regnier in einer Doppelrolle und Kai Fischer (die die ersten 45 Minuten nicht überlebt) kommen kaum zur Entfaltung, Ady Berber spricht kein einziges Wort. Ich würde im Anschluss an bisherige Bewertungen hier sagen 1,5/5 Punkten.

Gubanov Offline




Beiträge: 15.635

05.09.2011 14:30
#35 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten



Der Würger vom Tower
Kriminalfilm, BRD 1965/66. Regie: Hans Mehringer. Drehbuch: Michael Thomas (d.i. Erwin C. Dietrich. Mit: Charles Regnier (Mr. Cliften), Kai Fischer (Grace Harrison), Hans Reiser (Inspektor Harvey), Ellen Schwiers (Lady Trenton), Ady Berber (Würger), Christa Lindner (Jane Wilkins), Gerhard Geisler (Dr. Livingstone), Birgit Bergen (Dodo), Rainer Bertram (Kiddie), Albert Mol (Larry) u.a. Uraufführung: 02. Juni 1966.

Zitat von Der Würger vom Tower
Nach dem gewaltsamen Tod von Mrs. Wilkins beginnt Scotland Yard, sich für die Geschichte eines sagenumwobenen Smaragds zu interessieren. Der Stein wurde einst in fünf Teile gespalten und man nimmt an, dass das Opfer einen dieser Teile bei sich trug. Als sich herausstellt, dass die Mörder nur eine Imitation in die Finger bekommen haben, schwebt die Tochter Jane Wilkins in Lebensgefahr. Nicht besser ergeht es den vier weiteren Besitzern des Smaragds ...


Auf der einen Seite verspricht der „Würger vom Tower“ extrem wenig, wenn man vorher die Verrisse hier im Forum gelesen hat. Auf der anderen Seite verspricht der „Würger vom Tower“ aber auch wieder ziemlich viel, gelingt seine Pre-Titelsequenz doch ganz hervorragend: Nach einigen atmosphärischen London-Aufnahmen wird das Interesse des Zuschauers auf eine düstere, nächtliche Gegend gelenkt, in der sich zu bewegen für eine Frau mit wertvollem Schmuck ganz offensichtlich ziemlich gefährlich ist. Interessante Licht- und Schattenspiele und solide Spannungsmusik heizen die Stimmung an und plötzlich erscheint Ady Berbers unheimliches Gesicht hinter einer Streichholzflamme. Der Mord geschieht. Schnitt zum Vorspann. Besser geht es kaum und spannender hätte auch ein Dr. Harald Reinl die ersten fünf Minuten nicht in Szene setzen können.
Leider, möchte man sagen, besteht der Film nicht nur aus den ersten fünf Minuten. Mit zunehmender Laufzeit verrät das äußerst abenteuerlich zusammengeschusterte Drehbuch, über dessen Güte hier bereits viele blumige Worte verloren wurden, mehr und mehr seine hanebüchene Natur: Im Prinzip wartet gerade die Geschichte um den wertvollen Smaragd mit vielen hochinteressanten Motiven auf (gespaltener Stein, mehrere Besitzer, dunkle Vergangenheit etc.), vermischt diese aber mit albernen Horrortrash-Elementen, wie sie schon im „Henker von London“ zu einer einzigen Farce gerieten. Die maskierte Bande, die sich „Brüder der ausgleichenden Gerechtigkeit“ nennt, wirkt bei heutiger Betrachtung ganz und gar albern und um niemanden zu beleidigen, möchte ich davon ausgehen, dass es 1966 nicht anders aussah. Ähnliches gilt für den Humor, der offenbar mit dem Holzhammer in die Szenen hineingestampft wurde. Zu einem wahren Debakel gerät in dieser Hinsicht die Szene der Konferenz in Scotland Yard, dergegenüber Siegfried Schürenbergs Sir John als Ausgeburt an Feingefühl und Intelligenz gelten darf.
Trotz einiger ausgefallener Kameraeinstellungen (z.B. in den Treppenhäusern oder beim Mord an Grace Harrison als Reflexion in ihrer Brille) fehlt dem Film darüber hinaus auch nennenswerte inszenatorische Klasse. Sicher erwartet man in dieser Hinsicht kein Wunderwerk, wenn man sich die Filmografie des Regisseurs anschaut, die neben dem „Würger“ nur noch zwei TV-Produktionen umfasst. Vor allem in der zweiten Hälfte des Films machen sich einige Längen bemerkbar, die umso mehr auffallen, als man zu Beginn mit dem Ausgangsmord und der Verfolgung des Jaguars ziemlich schnell in die Vollen ging.

Ich sehe aber nicht alles so schwarz wie die ominösen Brüderkutten. Was an „Der Würger vom Tower“ besonders angenehm ins Auge fällt, sind die zahlreichen authentischen London-Shots, die diesen Epigonen enorm aufwerten und mir zumindest zeitweise das Gefühl gaben, eine doch nicht ganz billige Schundproduktion zu sehen. Als liebenswert möchte ich die Anspielung auf Edgar Wallace herausstellen, als Kai Fischer in ihrer ersten Szene meint: „Mehr als zwei Romane pro Woche schaffe ich nicht.“ Für diese Rolle als Kriminalschriftstellerin empfahl sie sich bestimmt durch ihr Auftreten als Detektivin in der ZDF-Serie „Die Karte mit dem Luchskopf“. Sie bietet auch im „Würger“ die besten Identifikationsmöglichkeiten und so ist es schade, dass ihr schon relativ zeitig von Ady Berber das Lebenslicht ausgeblasen wird. Hans Reiser, hier in meinen Augen überraschend viel gelobt, macht seine Sache als Ermittler schließlich einigermaßen solide, beweist aber trotzdem einmal mehr, dass man die Hauptrolle für eine wirklich markante Performance auch lieber einem geübten Hauptdarsteller überlassen sollte. Ady Berber hat mir dafür richtig gut in seinem Part gefallen und – ganz ehrlich – mehr Screentime erhält er bei Wallace auch nicht (abgesehen davon kann ich nicht behaupten, seine Fistelstimme ernsthaft zu vermissen). Eine interessante Nebenrollenbesetzung gestattet außerdem ein Wiedersehen mit Alfred Schlageter, dem grantigen Mr. Beardmore aus „Der rote Kreis“.
Charles Regniers Doppelrolle gehört sicher nicht zu seinen besten oder motiviertesten Auftritten, durch den Effekt mit dem nicht entfernbaren Ring am Finger gelingt dennoch eine subtile Unterscheidung der beiden Zwillingsbrüder.

Ich hatte ernsthaft Schlimmeres erwartet. „Der Würger vom Tower“ spielt sicher weit entfernt von der oberen Liga der Epigonenfilme, auch dass die Stimme des Täters die Lösung verrät, ist trotz Nachsynchro nicht sonderlich geschickt gelöst worden. Trotzdem gibt es anderweitig noch eins, zwei Überraschungen in den letzten Minuten und generell recht unterhaltsame, wenn auch wenig glaubwürdige oder realistische Krimikost. Abzüge gebe ich in erster Linie für den lächerlichen Kuttenverein. Ohne ihn wäre ein gar nicht ’mal dummer Film herausgekommen. 2,5 von 5 Punkten.

Janek Offline




Beiträge: 1.852

05.09.2011 16:07
#36 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Auf You tube ist im Moment Teppich des grauens und Der würger vom tower zu sehen !

MfG

Janek

Mamba91 Offline



Beiträge: 745

14.02.2012 21:05
#37 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

DER WÜRGER VOM TOWER

Unfassbar was man hier zu sehen bekommt. Am Besten kann man den ganzen Film wohl als "unfreiwillig komisch" bezeichnen. Die Schauspieler wirken hilflos, als wüssten sie nicht was sie vor der Kamera tun sollen. Das Drehbuch ist eine (billige/dreiste/peinliche) Kopie sämtlicher Wallace-Filme die bis 1965 gedreht wurden. Das Bild wirkt oft unstimmig. Auch der Schnitt ist langweilig, was man aber vielleicht schon bei den Dreharbeiten verschuldet hat. Die Tonmischung mit den Effekten hört sich an, als hätte an den für ein Hörspiel erstellt. Die Kulissen machen Ed Wood alle Ehre (Stichwort: PLAN 9). Einreihen tun sich da auch die Dialoge:


Zitat
Lady Trenton (Ellen Schwiers) zu Inspektor Harvey (Hans Reiser): „In was für einer Zeit leben wir, Inspektor?“
Inspektor Harvey: „Tja, das frage ich mich auch manchmal. Aber wir leben nun mal in dieser Zeit.“



So macht Konversation doch Spaß. Weniger super, aber immer noch komisch:

Zitat
Inspektor Harvey zu seinem Kollegen Masters: „Masters, wir steigen jetzt bei Clifton sein. Auf eine zufällige Alarmauslösung nicht reagieren. Klar?“
Masters: „Klar.“




Oft wurden hier ja auch die schlechte Koordination der Regie angesprochen. Den Höhepunkt in Sachen Koordinationsschwierigkeiten gibt es für mich nach ca. 40 Minuten, als Charles Regnier scheinbar unabsichtlich in eine Szene platzt. Während sich Kai Fischer mit einem Geistlichen unterhält, kommt Regnier aus dem Haus im Hintergrund gelaufen, bleibt stehen und erhält wohl irgendeinen Hinweis von einem Crewmitglied bevor er, sichtlich verärgert, wieder im Haus verschwindet.

1 von 5 Punkten.

athurmilton Offline



Beiträge: 1.081

21.03.2012 00:40
#38 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Endlich habe ich den Film auch mal gesehen und finde ihn bei weitem nicht so schlecht wie viele ihn hier bewerten.

Ja, es ist ein C-Klasse-, Trash- oder Groschenheft-Wallace, aber mit einer ganzen Reihe guter Zutaten bzw. Zitaten, die wir aus anderen Filmen kennen und mögen, zusammengemischt zu einer unterhaltsamen Grusel-Krimi-Geschichte für einen leicht vergnüglichen Abend. Ohne Berücksichtigung der Bild- und Ton-Qualität gebe ich solide

2,5 / 5 Punkte

Georg Offline




Beiträge: 2.984

13.05.2012 11:26
#39 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Die überwiegend negative Kritik kann ich nicht 100%ig unterschreiben. Sicherlich kopiert Der Würger vom Tower offensichtlicher als viele andere Epigonen Elemente aus den Wallace- und Bryan-Edgar-Wallace-Filmen wie den Geheimbund, die Katakomben, die Verfolgungsjagd über die Dächer (cf. Der Hexer), aber Spannung ist ihm in meinen Augen nicht völlig abzusprechen, was vor allem für die doch gruselig anmutenden Szenen in den Katakomben gilt. Trash sieht für mich anders aus. Positiv hervorzuheben sind außerdem die London-Aufnahmen, die wesentlich besser in den Film integriert werden als die Pendants in den "echten" Wallace-Filmen. Als Regiefehler muss man allerdings ankreiden, dass die Autos durchwegs links gesteuert werden. Den größten Faux pas erlaubte man sich allerdings mit der Stimme des maskierten Haupttäters, den man sofort bei dessen ersten Auftreten erkennt. Whodunit ade. Hier hätte man den berühmten Trick aus Der rote Kreis anwenden müssen.
Insgesamt: Charles Regnier als Schnapsdrossel ist ganz nett, Ellen Schwiers' und Kai Fischers Parts sind ok und Adi Berber spielt wie üblich seine Rolle. Dass Hans Reiser nicht mit seiner Originalstimme spricht, stört. Die übrigen Schweizer Schauspieler sind mir leider unbekannt (mit Ausnahme von Inigo Galli, bekannt aus der unterhaltsamen Krimiserie Ein Fall für Männdli).
Fazit: Sicherlich nicht der große Wurf, aber auch nicht das Schlechteste, was damals produziert wurde.

Janek Offline




Beiträge: 1.852

13.05.2012 14:07
#40 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Oh mein Gott kann ich nur zu diesem Film sagen !

So was schlechtes habe ich selten gesehen. Jede Szene im Film wo diese Ziepfelmützen Heinis auftreten ist einfach nur billig, komisch aber Lustig

Die Schauspieler die in diesem Fil mitspielen (Auch die bekannten) wirken irgendwie gelangweilt und bleiben weit, aber wirklich ganz ganz weit hinter ihren möglichkeiten zurück !

Und dann noch die ganzen Filmfehler !!! In jeder zweiten Minute sieht man in der einen oder anderen Ecke des Bildes einen Mirkofon Schatten, oder den Schatten der Kamera, manche Schauspieler sehen so aus, als ob sie auf das Zeichen der Regie warten. Dann natürlich, der hier schon erwähnte auftritt von Charles Regnier im Hintergrund wo er irgendwie zum falschen Zeitpunkt aus dem Haus kommt und dann wild mit den Armen herumfuchtelt ist dann der Höhepunkt der Komödie.

Also für mich ist der Film Trash pur und dann aber noch so richtig schlecht. Da gucke ich mir dann lieber nen Unterhaltsamen Film von Jess Franco an, der ist dann zwar auch kein Meisterwerk unterhält aber besser.

Ich gebe 1/10 Punkten. 0,5 für die Schauspieler und 0,5 für die Musik.

Gruß,

Janek

brutus Offline




Beiträge: 12.924

15.03.2013 11:16
#41 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Am 26. Juli erscheint Der Würger vom Tower bei Pidax.

Prisma Offline




Beiträge: 7.544

28.07.2013 15:14
#42 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten



DER WÜRGER VOM TOWER (1966)

mit Ellen Schwiers, Charles Regnier, Hans Reiser, Kai Fischer, Ady Berber, Gerhard Geisler, Birgit Bergen und Christa Linder
eine Erwin-Dietrich-Produktion der Urania Film im Verleih der Pallas
ein Film von Hans Mehringer



»Das ist einfach ein unglaublicher Skandal!«


Die reiche Witwe Mrs. Wilkins (Gisela Lorenz) wird auf dem Nachhauseweg brutal ermordet. Zugeschlagen hat ein berüchtigter Auftragskiller (Ady Berber), den man "Würger vom Tower" nennt. Der Toten entwendete er einen wertvollen Smaragd, der einst in mehrere Fragmente aufgeteilt wurde. Da es noch weitere Personen gibt, die diesen Smaragd besitzen sollen, nimmt Inspektor Harvey (Hans Reiser) an, dass die Eigentümer ebenfalls in Lebensgefahr schweben. Und er behält Recht, der nächste Mord lässt nicht lange auf sich warten. Als Jane Wilkins (Christa Linder), die Tochter des ersten Opfers behauptet, ihre Mutter habe nur eine Kopie getragen, wird auch sie verschleppt. In unheimlichen Katakomben unter dem Tower wird sie von einer Gruppe maskierter Verbrecher gequält, um etwas über den Verbleib des echten Juwels herauszubekommen...

Diese Produktion, ganz im Fahrwasser bekannter und erfolgreicher Kriminalreihen, darf man Regisseur Hans Mehringer in die Schuhe schieben, der in seiner Karriere - man muss vermutlich sagen glücklicherweise - nur drei Arbeiten als Regisseur vorzuweisen, und folglich auf die Zuschauer losgelassen hat. Die Freude, diesen Film endlich einmal sehen zu können wurde nach kürzester Zeit ausgebremst, und ich kann eigentlich immer noch nicht fassen, was ich da zu sehen bekam. Um die Katze also gleich aus dem Sack zu lassen: Hier bekommt man einen Film zu sehen, der mit seinem launischen, oder eher schnipselartigen Drehbuch beinahe schockiert, die Verworrenheit nimmt abenteuerliche Formen an, außerdem muss sich die Geschichte ausschließlich mit unzulänglichen Nebenrollen herumquälen, und man darf das Kind also ruhig beim Namen nennen, denn es handelt sich um absolut sinnloses Material, welches obendrein noch äußerst stumpfsinnig umgesetzt wurde. Wie auf der DVD zu vernehmen ist, konnte "Der Würger vom Tower" angeblich »ein Millionenpublikum begeistern«, was man getrost bezweifeln darf. Die Aneinanderreihung der Szenen bleibt diffus, um die Zusammenhänge zu durchschauen müsste man eigentlich einen Hellseher zu Rate ziehen, die grauenhafte Musik bewahrt in ihrer unbändigen Fa­çon zwar vor dem Einschlafen, macht einen aber fast schon aggressiv, die Ausstattung ist größtenteils lausig und über das Fließband an Regie-Fehlern hüllt man versöhnlicherweise besser den Mantel des Schweigens.

In jedem noch so schwachsinnigen Film reißen bei mir persönlich die Darsteller ja noch immer einiges raus, was ich hier leider nicht sagen kann. Die Charaktere wirken leider größtenteils uninteressant und schrecklich einheitlich, auch dass es offensichtlich nur Nebenrollen gibt, macht es wesentlich schwerer, annehmbare Leistungen herauszufiltern. Das Potential eines Charles Regnier wurde leider komplett verschenkt, zusätzlich versetzt sein hoher Bekanntheitsgrad der Szenerie einen zerstörerischen Tiefschlag in Sachen Vorhersehbarkeit, und nimmt das letzte Fünkchen Hoffnung auf Spannung hinsichtlich einer gelungenen Auflösung. Ellen Schwiers, die es überall spielend schaffte, ihren Figuren genügend Verve einzuhauchen, stolpert dem Empfinden nach ziellos durch die Konstruktion, Kai Fischer ist einfach nur da und wirkt vollkommen irrelevant, und Hans Reiser, den ich generell sehr ungerne sehe, macht mit seiner typfremden Synchronstimme einen unheimlich miserablen Eindruck, und offeriert seine darstellerischen Minderleistungen auf einem Silbertablett. Ady Berber (hier leider in seiner letzten Rolle zu sehen) sorgt für ein paar unheimliche Momente und Christa Linder wirkt schließlich in diesem Horror-Kabinett der schauspielerischen Griffe ins Nichts wie eine kleine Offenbarung. Bei den eigentlich guten Voraussetzungen ist es sehr schade, dass es keinem der Darsteller möglich war, signifikante Qualitätssteigerungen durchzusetzen.

Rollt man den Film von vorne auf, so beginnt das Ganze sehr atmosphärisch mit dem Mord im Treppenhaus und dem plötzlichen Auftauchen des Würgers. Auch dass viele London-Aufnahmen zu sehen, und glücklicherweise auch Außenaufnahmen vorhanden sind, transportiert ein vages Flair, vor allem in den unterirdischen Katakomben. Auch einige Ermordungsszenen sind ganz gelungen, insbesondere die von Kai Fischer, doch insgesamt wirkt der Verlauf zu arg gestreckt, wo die größtenteils schreckliche Musik noch hemmungslos negativ hineinwirkt. Thematisch gesehen wirkt die Mordserie wegen der wertvollen Smaragde gar nicht einmal so uninteressant, aber die Zusammenhänge wurden nicht besonders nachvollziehbar ineinander verstrickt, auch die beteiligten Personen hätten eine verständlichere Durchleuchtung erfahren müssen. Schrecklich albern wirkt die maskierte Bande mit ihren Kutten, die sich in den Katakomben verbirgt, und es bleibt auch ein Rätsel wieso sie überhaupt partizipieren. Der Humor ist rar gesät und bei kleinen Kostproben nicht wirklich mitreißend, vor allem untergraben die unzureichenden Dialoge die komplette Angelegenheit in ungünstiger Art und Weise. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis bei diesem erbärmlichen Ritt durch die Ungewissheit ist folgende: Hochkarätige Schauspieler und klassische Stilmittel machen noch lange keinen guten Film. Bei "Der Würger vom Tower" wird demonstrativ der Unterhaltungswert ignoriert und der Zuschauer mit fachlicher Inkompetenz brüskiert, so dass man nichts anderes sagen kann, als dass die Langeweile in Mehringers Spielfilm definitiv neu erfunden wurde. Ein in jeder Hinsicht misslungenes Experiment!

schwarzseher Offline



Beiträge: 420

04.12.2013 18:06
#43 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Nach dem ich jetzt auch mal dazu gekommen bin diesen doch so verrissenenen Film mir anzusehen, bleibt mein Fazit :
Ich werde ihn auf jeden Fall in meiner kleinen Sammlung behalten,schon allein weil es der letzte Auftritt des von mir sehr geschätzten Ady Berbers ist.Ohne die gruselige Musik,die Synchronstimmen und einigen anderen kleinen "Unzulänglichkeiten"hätte mich dieser Film sogar ganz gut unterhalten.Eine verschenkte Chance an einigen ( hochgelobten ) Langweilern dieser Zeit vorbei zuziehen ( zB. Hotel der toten Gäste )
Schade.

Clifton Morris Offline



Beiträge: 114

12.01.2014 21:25
#44 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Heute habe ich die Pidax-DVD endlich aus dem Regal genommen und eingelegt. Auch ich finde die Eigenwerbung etwas aufgetragen. Denn ich kann mir ebenfalls absolut nicht vorstellen, dass diese Produktion ein "Millionenpublikum" anlockte. Kennt vielleicht ein Leser die Besucherzahlen? Charles Regnier habe ich noch zweimal im Theater erleben dürfen und er war ein großer Schauspieler. Aber als Krimi-Leading Man, na ja..? Da fehlt doch die Identifikationsfigur und Hans Reiser füllt diese Lücke (trotz der markigen Arnold Marquis-Stimme) nicht. Bei seinem ersten Auftritt ist es witzig, dass mal die Haarsträhne auf der Stirn deutlich sichtbar liegt und nach einem Zwischenschuss nicht mehr. Prima, dass Pidax solche Krimis zugänglich macht, auch wenn man von diesem Film sicher keine atemlose Spannung erwarten darf. Aber der erste Kampf der beiden "Zipfelmützenträger", oh je. Haben die Macher damals keine Muster angesehen? Hier wäre die Gnade des Cutters gefragt gewesen.

greaves Offline




Beiträge: 437

19.01.2014 01:54
#45 RE: Bewertet: Stilverwandte - "Der Würger vom Tower" (6) Zitat · antworten

Spezieller film😉
Habe ihn gerade gesehen.
3-4 wallace darsteller und ein paar schweizer schauspieler die bekannt waren.
Was mir aufgefallen ist -der schloss drehort befindet sich sogar unweit von meinem wohnort😀

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